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In diesem Thread geht es Berichte der Geheimen Klanwachen, der Spionagedienste der Klans. Sie sind bei weitem noch nicht so wie die in der IS, aber auch in diesem Gebiet holen die Klans langsam auf. Die besten Beispiele dafür sind die Diamanthaie, die Wölfe, die Staradders und die Schneeraben.
Wichtig!!!
In diesem Thread kommen nur die Analysen hinein. Für Kommentare gibt es einen anderen.
EDIT by Ghostbear:
Kommentare in diesem Thread werden von der Moderatoren kommentarlos gelöscht und der Verfasser muss mit entsprechenden Konsequenzen rechnen. Jegliche Diskussionen bitte ich fairerweise im dazugehörigen Diskussion Thread HIER (http://www.battletech.info/forum/thread.php?threadid=546&sid=) zu führen.
Gäiten hat sich hier ne Menge Arbeit gemacht und ich bitte dies auch zu respektieren
Danke :))
Mfg
Ghostbear
An den Intelligence Adjudanten Cassius N`Buta.
Seid gegrüßt, ovKhan.
Dies ist der erste von einer Reihe von Einschätzungen, die unser Nachrichtendienst über die anderen Klans und über die Staaten der Inneren Sphäre verfasst hat.
In diesem Bericht sind die Ergebnisse und Analysen unserer Aufklärer über Klan Wolf zusammengefasst. Einiges dürfte dich genauso überraschen, wie mich, aber ich schweife ab.
Es ist Vlad Ward gelungen, seinen Teil der Wölfe wieder zu einer bedeutenden militärischen Macht aufzubauen. Sein Touman hat inzwischen fast die gleiche Stärke wie vor den Widerspruchskrieg von 3057 erreicht. Seine Frontsternhaufen sind gut positioniert, um tiefer in die Innere Sphäre vorzustoßen. Der Ausrüstungsstand ist hervorragend und ihre Motivation ist ebenfalls sehr hoch. Einem konzentrierten Angriff der Wölfe könnte der Durchbruch nach Terra gelingen. Vlad Wards prahlerisches Auftreten vor dem Großen Konklave und vor seinen Wölfen legt eine derartige Strategie nahe.
Aber haben seine Wölfe eine Chance bei einem derartigen Angriff?
Alle unsere Analytiker und auch ich bezweifeln es. Sollte Vlad Ward tatsächlich so arrogant sein, zu glauben, dass sein Klan alleine gegen eine sehr viel besser vorbereitete Innere Sphäre erfolgreich sein wird? Wenn ja, dann ist er ein Narr.
Die neuen Wölfe haben sich bis jetzt zu keiner Gelegenheit als die wahren Erben der alten Wölfe erwiesen. Sie zehren nur von dem Ruf als der auserwählte Klan der Kerensky`s. Ansonsten haben sie hauptsächlich zu Mitteln der politischen Intrige gegriffen bzw. greifen müssen, wo sie vorher mit dem Können ihrer Krieger sich durchsetzen.
Am besten kann man es an der Art und Weise sehen, wie sie die Höllenrösser gegen die Geisterbären hetzten. Sie waren (und sind) zu schwach, um sich mit den Bären auf einer Ebene zu messen. Also luden sie die Höllenrösser in die IS ein, gaben ihnen drei Planeten und falsche Informationen. Der damalige Höllenross-Khan Malavai Fletcher griff zu gerne nach der seiner Meinung nach günstigen Gelegenheit. Beide Klans fügten sich schwere Verluste zu, wurden aber von den Wölfen abgelenkt, die sich weiter konsolidierten. Das Ergebnis ist uns bekannt. Die Höllenrösser wurden in Schande aus der IS vertrieben und Malavai Fletcher starb in einem Widerspruchstest gegen den jetzigen Khan Aaron Cobb.
Oder seine Angriffe auf die Jadefalken-Zone während diese die Lyranische Allianz angriffen.
Es zeigt alles sehr gut, wie gerissen und skrupellos Vlad Ward alles und jeden für seine Vorteile manipuliert. Niemals darf er ilKhan werden, denn sonst würde er die anderen Klans für seine Ziele ohne Skrupel opfern.
Aber er hat nicht alles so im Griff, wie er es gerne hätte. Sein Klan hat sich fast allen ehemaligen Verbündeten entfremdet und sie sich sogar teilweise zu Feinden gemacht.
Die Höllenrösser brennen darauf, sich an ihm zu rächen.
Die Geisterbären haben ihnen mehrere Planeten abgenommen, darunter die Hauptwelt des ehemaligen Rasalhaags. Sie warten nur darauf, dass die Wölfe sich eine Blöße (wie bei einer Wiederaufnahme der Invasion) geben. Sie würden sofort angreifen.
Die Jadefalken trauen Vlad Ward inzwischen auch nicht mehr. Seinen Versuch, sich an ihren Planeten Schadlos zu halten, wurde von ihnen abgewehrt und er verlor mehr Welten als er gewann.
Auf den Heimatwelten hat er sich die Gletscherteufel zu Todfeinden gemacht, aber dank deren Unfähigkeit sind ihre unkoordinierten Angriffe leicht abzuwehren. Schlimmer für die Wölfe ist ihre Entfremdung von den Kojoten. Früher bildeten diese beiden Klans einen schier unüberwindlichen politischen Block und arbeiteten in allen Gebieten eng miteinander zusammen. Jetzt stehen beide Klans kurz vor dem Ausbruch von offenen Feindseligkeiten.
Aber das sind noch nicht alle Schwierigkeiten, denen Klan Wolf sich gegenübersieht. Ich halte es sogar für ihre größte Schwierigkeit, dass die Bewohner ihrer IS-Besatzungszone ihnen immer ablehnender, ja sogar feindseliger gegenüberstehen. Durch seine Konzentration auf den Wiederaufbau seiner Streitkräfte hat Vlad Ward den zivilen Sektor in der Besatzungszone fast völlig zusammenbrechen lassen. Seine Zwangsrekrutierungen von möglichen Kriegern und von Arbeitskräften sind ebenfalls nicht gut von den dortigen zivilen Kasten aufgenommen worden.
Unruhen und auch Aufstände sind an der Tagesordnung, verschiedene Guerilla-Bewegungen werden immer stärker. Aber obwohl sie schnell und sehr effektiv von den Garnisonstruppen bekämpft werden, bindet es wertvolle Truppen, die woanders wieder fehlen.
Gerade die Garnisonstruppen der Wölfe sind zum großen Teil noch sehr unerfahren und auch schlecht ausgerüstet. Es hat sich bei mehreren Vorstößen der Sphäroiden gezeigt, dass sie ihnen nicht gewachsen sind. Die Raids unserer Upsilon Galaxis haben bereits einige Schwachstellen in ihrer Verteidigungsstrategie entdeckt, wie wir ausnutzen könnten. Auch bei unseren Kämpfen gegen sie auf HOARD und PAXON ist ihre Leistung nicht besonders gut gewesen.
Der Wolfs-Touman ist deswegen in einer schwierigen Situation. Sie sind jetzt schon für mehr Planeten verantwortlich, als sie decken können. Versuchen sie in dieser Situation einen Vorstoß auf Terra, werden sie sehr große Schwierigkeiten bekommen.
Vlad Ward scheint auch die Innere Sphäre zu unterschätzen. Ich frage mich, wie er gen Terra vorstoßen will? Ein Angriff auf die Reste der Republik Rasalhaag würde sie in eine der am stärksten befestigten Raumzonen der Inneren Sphäre führen. Sie könnten Erfolge erringen, aber die Wolfszone ist Gegenangriffen der Sphäroiden gegenüber sehr empfindlich und so schnell von der Offensive in die Defensive. Bei jedem der letzten Konflikte zwischen den IS-Klans und den Sphäroiden hat sich der Schutz der bereits eroberten Welten als Achillesferse der Klans erwiesen. Schnell kann eine Offensive durch konzentrierte Gegenangriffe auf logistische Knotenpunkte beendet werden.
Eine andere Möglichkeit wäre es, wenn sie diese Raumzone umgehen. Wenn sie heimlich Sprungschiffe in unbewohnten Systemen stationieren würden, könnten sie direkt nach Terra springen.
Nach unseren Informationen hat Klan Wolf genügend Sprungschiffe, um zwei Frontgalaxien nach Terra zu transportieren. Allerdings mit schweren Auswirkungen für ihre gesamte Logistik.
Mir erscheint diese oder eine ähnliche Strategie als sehr wahrscheinlich.
Terra wird jetzt von der Comstar Splittersekte WOB besetzt, einer immer mächtiger werdenden Gruppe von skrupellosen Fanatiker. Ihnen würde der Rest der IS oder der falsche Sternenbund nicht helfen, denn sie sind bei ihnen verhasst wie bei uns der Namenlose Klan.
Zwei Galaxien sind aber zu wenig, um diesen Zealoten Terra abzunehmen. Ihnen ist Terra genauso heilig wie uns Klans. Dementsprechend haben sie es befestigt. Schon allein ihre Raumverteidigung dürfte zu den stärksten im bekannten Universum gehören und am Boden warten mehrere Eliteregimenter, die mit dem Besten ausgerüstet sind, was die Innere Sphäre zu bieten hat.
Den Wölfen könnte es gelingen zu landen, aber das unter schweren Verlusten. Einen Brückenkopf würde sehr schwer zu halten sein. Also würde er Verstärkungen brauchen.
Vielleicht könnte er vor das Große Konklave treten und die anderen Klans auffordern, ihm zu helfen?
Unwahrscheinlich.
Oder er könnte wieder Erntetests durchführen, um seinen Touman zu stärken?
Es wäre eine Möglichkeit, aber kurzfristig würde es ihm nichts bringen, denn um sie von den Heimatwelten in die IS zu bringen, würde zu lange dauern, um den auf Terra kämpfenden Kriegern zu helfen.
Oder die Jadefalken greifen ebenfalls an, um nicht hinter den bei ihnen so verhassten Wölfen zurückzubleiben?
Sie könnten ihn aber auch ignorieren und eher die Wolfszone angreifen, die jetzt geschwächt ist. So würden sicher auch die Geisterbären reagieren. Dann werden sich seine Arroganz und seine Intrigen rächen. Auch auf den Heimatwelten werden die Wolfsbesitzungen dann sehr attraktive Ziele werden.
Vlad Ward war der Faktor, der das Große Konklave überzeugte, nicht den Nebelpardern zu helfen. Er sah es als perfekte Gelegenheit, einen mächtigen Konkurrenten zu beseitigen.
Ob er weiß, dass die anderen Klans ihn jetzt genauso hängen lassen würden wie er damals die Parder? Oder ignoriert er es in seiner Arroganz?
Ich glaube, dass Vlad Ward seine schwierige Situation sehr bewusst ist. Alleine wird Klan Wolf keine Chance haben. Also wird er mit den Waffen rasseln und große Reden halten.
Was ich ebenfalls sehr interessant finde, ist, dass er Katrina Steiner-Davion zur Leibeigenen genommen hat. Es ist uns bis jetzt nicht gelungen herauszufinden, wann und wo er einen Besitztest um diese Frau gewonnen hat. Warum sollte er sich für diese Person interessieren, die gerade eben den Widerspruchstest gegen ihren Blutbruder Victor verloren hat?
Will er vielleicht versuchen, ihre immer noch vorhandenen Anhänger auf seine Seite zu ziehen? Und so den Feind zu schwächen? Andere Informationen sprechen davon, dass beide ein Liebespaar sind, obwohl mir das als zu fantastisch erscheint. Aber nichtsdestotrotz, sollte er so unklanhaft agieren, wäre es der endgültige Beweis, dass er dezgra geworden ist. Die Erklärung eines Absorptionstests gegen ihn wäre dann möglich. Deswegen habe ich unseren operativen Spähern befohlen, weitere Beweise zu sammeln.
Wir wissen, dass es ihm nicht gefällt, dass wir unsere Besitztests um genetisches Material seiner Wölfe erhöht haben. Auch dass wir seine gefährlichsten Gegner auf den Heimatwelten sind, denen er, wenn wir einen konzentrierten Angriff starten würden, nicht in der Lage wäre abzuwehren. Deswegen bleibt er in seinem Verhalten unserem Klan gegenüber zurückhaltend, will uns nicht übermäßig provozieren. Hinter den Kulissen hat er allerdings mit unseren Feinden Kontakt aufgenommen. Wir wissen, dass er mit den Blutgeistern und Feuermandrillen Gespräche geführt hat. Trauen sie ihm?
Wir wissen nichts genaues über die Ergebnisse, aber wir bleiben wachsam.
Im nächsten Bericht geht es um die Exilwölfe.
Mögen die Großen Kerensky`s euch gleiten, ovKhan.
Sterncaptain Jean Gastopiv (Staradder GeKlaWa)
An den Intelligence Adjudanten Cassius N`Buta.
Hier ist die Zusammenfassung über die Wolfsklan-Splittergruppe, die unter dem Namen Klan Wolf-im-Exil bekannt ist.
Während die Wölfe von Vlad Ward sich zu so extremen Kreuzrittern entwickelt haben, die mit ihren Ansichten selbst den ehemaligen Nebelparder Konkurrenz machen, bilden die Exilwölfe das genaue Spiegelbild von ihnen.
Beide Seiten stehen sich aber nicht so unversöhnbar gegenüber, wie man es vermuten könnte. Kontakte zwischen ehemaligen Geschkos kommen verhältnismäßig häufig vor und werden von der Führung beider Klans auch geduldet. Es ist offensichtlich, dass gerade Vlad Ward eine Art Wiedervereinigung anstrebt. Er hat es nie verwunden, dass durch das Schisma des Klans, die Wölfe ihre damals unangefochtene Hegemoniestellung verloren haben.
Aber diesem Anspruch steht die tiefe Feindschaft der beiden Khane gegenüber.
Vlad Ward und Phelan Kell hassen sich von ganzem Herzen. Solange einer von beiden lebt, wird es keine Fortschritte hinsichtlich einer möglichen Wiedervereinigung geben.
Militärisch erscheinen die Exilwölfe nicht besonders stark. Mit nur drei Galaxien verfügen sie über den quantitativ schwächsten Touman aller Klans.
Aber wir sollten sie nicht unterschätzen. Qualitativ sind sie sehr gut und sie verfügen noch über jene Kampferfahrung, -taktiken und –strategien, mit denen sie unaufhaltsam jeden Gegner bei der Invasion bis zum Waffenstillstand besiegten. Das haben sie eindrucksvoll im Kampf gegen die Nebelparder, gegen die Jadefalken und zuletzt im VerCom-Bürgerkrieg bewiesen.
Ein Vorteil für sie ist aber auch, dass ihre Gegner sie immer unterschätzen bzw. geringschätzig behandeln. Das ermöglichte ihnen ihre Erfolge. Ein Beispiel sei nur die Schlacht um Melissa, wo gegen die Elitesternhaufen Phelan Kells der Falkenkommandeur fast nur Kadetten bot und demzufolge mit wenig Schwierigkeiten durch die Wölfe besiegt wurde. Betrachtet man die Ereignisse der letzten Jahre fällt auch auf, wie unglaublich viel Glück die Exilwölfe gehabt haben. Aber Glück ist eine sehr launische Göttin und man sollte sich nie zu sehr auf sie verlassen.
Die Jadefalken haben es nicht vergessen, was ihnen die Exilwölfe in den letzten Jahren angetan haben. Jetzt, wo ihr Touman wieder so stark geworden ist, besteht eine sehr große Wahrscheinlichkeit, dass sie die Exilwölfe massiv angreifen werden.
Phelan Kell weiß sehr wohl um diese Gefahr. Das dürfte auch eine Erklärung für seinen unterwürfigen Kniefall vor dem neuen Archon der Lyranischen Allianz sein. Damit wurden sie so eine Art Vasall der Allianz. Würden die Falken angreifen, würde ein Verteidigungsfall für die gesamte LyrAll eintreten und die Exilwölfe könnten auf die Unterstützung der anderen Truppen der LyrAll rechnen. Das wird den Falken zögern lassen, ihre alten Feinde endlich zu beseitigen. Aber zu denken, dass es sie abschrecken wird, wäre ein tödlicher Fehler, den Khan Kell nicht begehen wird.
Die Exilwölfe versuchen immer stärker, sich in jenen Nachfolgestaat zu integrieren, der ihnen Schutz gegen die Falken bieten kann. Es sollte uns nicht überraschen, denn schon mit ihrem Bündnis mit der Söldnereinheit der Kell Hounds haben Phelan Kell und Konsorten bewiesen, dass sie sich von der IS absorbieren lassen wollen. Phelan Kell, der aus einer alten lyranischen Erbadel-Familie stammt, hat es geschafft, die Exilwölfe von den anderen Klans zu entfremden und die Position seiner Familie zu stärken. Damit hat er mehr als eindeutig bewiesen, dass er zu einem Verräter an den Klans geworden ist.
Wenn wir in die IS vorstoßen, ist es als sicher anzusehen, dass wir auch den Exilwölfen gegenüberstehen werden. Die Upsilon Galaxis wird in den nächsten Monaten kleinere Raids gegen sie starten. So lernen wir ihre Taktiken und Strategien besser kennen und erfahren wo ihre Schwächen sind.
Mögen die Großen Kerensky`s euch gleiten, ecKhan.
Sterncaptain Jean Gastopiv (Staradder GeKlaWa)
ovKhan Cassius N`Buta.
Hier ist der von dir verlangte Bericht über den Geisterbären-Klan.
Als ich im Jahre 3060 die Ansprache von Khan Björn Jorgensson im Großen Konklave hörte, in der er den anderen Klans den Entschluss seines Klans mitteilte, seinen gesamten Klan in die Innere Sphäre umzusiedeln, war ich schockiert. Neben der schieren Unerhörtheit dieses Vorhabens war ich besonders überrascht, dass wir davon nichts mitbekommen hatten. Man muss es sich wirklich einmal vorstellen, was den Bären gelang: sie haben innerhalb von 6 bis 7 Jahren Millionen Menschen und große Teile ihrer Infrastruktur in die Innere Sphäre umgesiedelt, ohne dass irgendjemand dieses Vorhaben aufdeckte. Es ist eine unglaubliche Leistung, die ich widerwillig anerkennen muss. Und es darf deswegen auch nicht verwundern, dass die Bären der stärkste und einflussreichste Bewahrerklan sind.
Wieder einmal haben die Bären bewiesen, dass sie ihr Konzept der, verzeiht mir meine Vulgarität, der Familie wirklich ernst nehmen. Schon seit ihrer Gründung durch das Ehepaar Tseng und Jorgenson haben sie es geschafft, eine sehr enge Bindung zwischen den Mitgliedern des Klans zu erreichen und dieses hat ihnen sehr dabei geholfen, diese beeindruckende Einigkeit zu erreichen. Die Bären waren immer sehr zurückhaltend, aber sie wußten sehr wohl, wann sie aktiv werden mußten, um ihren Klan weiter zu bringen. Jetzt, wo sie ihre Besitzungen in der Inneren Sphäre konsolidiert haben, wird es für jeden Gegner sehr schwer werden, sie von dort wieder zu vertreiben. Das haben bereits die Höllerrösser und auch das Draconis Kombinat zu spüren bekommen.
Allerdings hat uns der Ausgang ihres Kampfes gegen die Draconier überrascht. Während sie den Höllenrössern gegenüber keine Gnade zeigten, haben sie mit den Kuritas ein Surrogat abgeschlossen. Den gewannen sie zwar, aber gleichzeitig gaben sie sämtliche Gewinne der vorhergehenden Kämpfe auf! Erst greifen sie völlig gerechtfertigt diesen freigeborenen Abschaum an und dann söhnen sie sich aus! Auch die Qualität ihrer Strategien hinter ihrem Rachefeldzug gegen das Kombinat sind mehr als zweifelhaft. Nach den ersten hervorragend organisierten Angriffen beendeten sie plötzlich und gaben den Draconiern die Gelegenheit, die Initiative zu ergreifen. Eigentlich eine typische Geisterbärenstrategie: nichts überstürzen und versuchen immer auf der sichersten Seite zu bleiben.
Sie kam ihnen diesmal aber teuer zu stehen. Ihr Touman ist durch die Kämpfe sehr gelichtet worden und sie werden lange brauchen, um die materiellen und personellen Verluste wieder auszugleichen. Gleichzeitig, kann man es fast als eine Ironie des Schicksals ansehen, haben sie eine neue Fehde mit den dezgra Novakatzen begonnen. Die Raumschlacht von Rasalhaag, in der die Bären gegen die Katzen fast ihre gesamte Kriegsflotte einbüssten, war die Rache der Katzen für das, was ihnen die Bären im Kombinatskrieg antaten. Es ist als sicher anzusehen, dass es der Beginn einer Fehde mit den Katzen sein wird. Frieden haben die Bären jedenfalls nicht in der IS gefunden. Aber als ob ein Klan jemals Frieden suchen würde.
Durch die Verlagerung ihres Volkes in die IS sind die Bären auch verwundbarer geworden. Sie müssen sehr viele Welten schützen und bleiben immer noch eine verschwindend kleine Gruppe unter den Sphäroiden. Das wird ihnen noch einiges Kopfzerbrechen bereiten. Über ihr Predigen des „friedlichen Miteinanderlebens“ kann ich nur lachen. Wenn sie es auf diese Art machen wollen, werden eher sie absorbiert.
Durch ihre Konzentration auf die Innere Sphäre haben die Bären aber auch Vorteile. U.a. benötigen die Geisterbären keine ausgedehnten und leicht zu bedrohenden Nachschubwege von den Heimatwelten mehr. Sie bauen stetig ihre verlegten Fabriken wieder auf, entwickeln neue Techniken, Mechs und ihr Zuchtprogramm weiter. Ihr zunehmender Handel mit den Heimatwelten, den sie zum großen Teil durch die Diamanthaie abwickeln lassen, stärkt sie außerdem. Khan Jorgenson bleibt weiterhin ein sehr einflussreicher Khan im Großen Konklave und ihre Allianzen mit den Schneeraben und Diamanthaien verstärken ihre Position. Jeder Gegner der sich künftig mit ihnen anlegen wird, darf gewiss sein, dass sie ihnen härtesten Widerstand leisten werden.
Was bedeutet es nun für unseren Klan? Auf den Heimatwelten besitzen sie nur noch ihre Enklaven auf STRANA MECHTY und ARCADIA, die nur von zwei Sternhaufen verteidigt werden. Unsere Einstellung zu den Bären war immer neutral. Wir kämpften (wie jetzt) öfters um genetisches Material oder Technologien, aber nie in dem Ausmaß, dass sich daraus eine Fehde entwickelte. Unser Zusammenleben beruhte auf gegenseitigen Respekt vor den Fähigkeiten des anderen. Ähnlich wie unsere Beziehung zu den Diamanthaien.
Aber nichts währt ewig.
Die Geisterbären sind etwas „ungehalten“ über unsere Upsilon Galaxis. Khan Jorgenson war der vehementeste Kritiker, als wir sie aufstellten und sie zu ihrer Mission in die IS schickten. Seine Drohung, sie zu jagen und zu vernichten, wenn sie sich jemals in das Dominion wagen sollten, ist unklangemäß. Wir werden uns daran nicht halten. Wenn es zu einem Konflikt mit den Bären kommen würde, unsere beiden Klans würden sich in einem Patt gegenüberstehen. So wäre es für die Bären unmöglich, gegen uns ihre Besitzungen auf ARCADIA zu schützen und für uns wäre es schwer, ihnen Welten im Dominion abzunehmen. Keine Seite könnte gewinnen. Das wissen natürlich auch die Bären und sie werden es nicht riskieren, sich uns zu einem Feind zu machen. Aber ich empfehle, dass die Upsilon-Krieger sich auf kleinere Besitztests um Technologie und Genmaterial beschränken.
Der nächste Bericht wird sich mit den Jadefalken beschäftigen.
Mögen die Großen Kerensky`s dich geleiten,
Sterncaptain Jean Gastopiv
Hier ist unser Bericht über den Klan der Jadefalken, Sternkolonel N`Buta.
Kurz nach dem Widerspruchskrieg der Falken gegen die Wölfe haben viele andere Klans erwartet, dass beide Klans nicht mehr lange überleben würden. Zu schwer waren die Verluste, die sie sich in diesem erbitterst ausgefochtenen Konflikt zugefügt hatten.
Aber es war ein Irrtum. Unerwartet wurde eine Kriegerin zum Khan gewählt, wie es sie seit Jahrhunderten nicht mehr unter den Falken gab. Die Rede ist von Marthe Pryde.
Nach den Intrigen und politischen Machenschaften der Khane Vandervahn Chistu und Elias Chrichell, die beinahe zur Vernichtung des Falkenklans führten, initiierte Khanin Pryde tiefgehende und durchgreifende Reformen des Militärs, der Organisation und der Philosophie. Sie krempelte ihren Klan derartig um, dass es fast eine zweite „Mauser“ war.
Der Erfolg stellte sich bald. Es gelang ihr, innerhalb kürzester Zeit den gelichteten Touman wieder aufzufüllen. Dann startete sie ihren beeindruckenden Angriff auf die Allianz im Jahre 3058. Mit diesem sehr erfolgreichen Vorstoß bewiesen sie ihre Kampfkraft, ihre Ehre und ihre Stärke.
Für eine Überraschung sorgte ihr Bündnis mit Vlad Ward`s Wölfen, welches völlig unerwartet kam. In den Erntekriegen des Jahres 3059 waren sie sehr erfolgreich und nahmen auch einige Krieger unseres Klans als abtacha.
Im großen Widerspruchstest auf Strana Mechty bewiesen erneut ihre wiedergewonnene Stärke. Neben uns waren sie der einzige Klan, der seinen Kampf gewann. Danach wehrten sie den Entscheidungsangriff der Stahlvipern ab und vertrieben sie aus der IS. Sie nutzten die Zeit gut und verstärkten massiv ihre Position in der IS, bis sie im Jahre 3064 erneut die Lyranische Allianz angriffen. Obwohl sie ihre Angriffe früher als geplant beendeten, war es ein gewaltiger Erfolg. Er war trotz einiger Niederlagen fast so erfolgreich wie am Beginn der Invasion und bewies, dass die Klans bei guter Vorbereitung immer noch in der Lage sind, die Besten der IS zu besiegen. Marthe Pryde blieb damit den Lehren der Kerensky treu und steht jetzt am besten von allen Klans in der IS positioniert, wenn der Zeitpunkt reif ist, gen Terra vorzustoßen.
Es ist ihre große Flexibilität, die trotz ihrer Traditionalität, Marthe Pryde auszeichnet. Es ist eigentlich untypisch für die Jadefalken, aber wie sie es geschafft haben, die Klantraditionen zu bewahren und sie so zu modernisieren / reformieren, dass sie den Klan stärken, verdient meine uneingeschränkte Bewunderung. Die Probleme in der IS, denen sich die Invasoren durch feindselige Einheimische gegenübersehen, haben zu verschiedenen Lösungsansätzen geführt. In den meisten haben sich die Klans angepasst und sind auf die „Wünsche“ der Sphäroiden eingegangen. Daraus konnte nichts Gutes entstehen, wie es am deutlichsten am Fall des Infiltrators Phehlan Kell wird.
Die Falken haben eine andere Methode gefunden. Eine Art „Zuckerbrot und Peitsche“-Politik mit einer gezielten wirtschaftlichen Förderung. Daneben haben die Falken eine sehr geschickte und erfolgreiche Indoktrinationskampagne zur Absorption der Sphäroiden in ihre zivilen Kasten gestartet. Während des Allianz-Vorstoßes in die Falkenzone verbot die zivile Regierung des Planeten MALIBU den IS-Streitkräften, die kurz vorher die planetare Garnison besiegt hatten, auf dem Planeten zu landen. Ein eindeutiger Beweis für den Erfolg der Falkenpolitik.
Auch auf den Heimatwelten sind die Falken sehr aktiv und haben ihre Position dort weiter gestärkt. Trotzdem haben sie erkennen müssen, dass wir ihnen hier überlegen sind. Aber unsere Konflikte auf HUNTRESS und MARSHALL sind nur von begrenztem Umfang. Wir beobachten uns eher gegeneinander als das wir uns bekämpfen. Ihre Transportketten in die IS sind hervorragend organisiert und gegen Angriffe geschützt, aber trotzdem bleibt das ihre Achillesferse. Wirtschaftlich kommen sie sogar noch vor uns und sie produzieren in einem unglaublichen Maße. Wir sind ein wichtiger Abnehmer für ihre Überproduktion an Elementarrüstungen und auch an dem Handel mit seltenen Erzen (wie das Germanium von unseren KRAKAU-Minen) haben unsere Klans einen gegenseitig florierenden Handel aufgebaut. Der stetig vorangetriebene Ausbau ihrer Industrie in der IS stärkt sie zusätzlich.
Auf die Aktionen der Upsilon Galaxis haben sie bislang wenig reagiert. Es sind in ihren Augen wahrscheinlich wenig mehr als Mückenstiche. Die Diamanthaie sind für sie ein viel bedeutenderes Problem, wie deren Eroberung des TWYCROSS-Systems bewiesen hat. Die alte Feindschaft zwischen den Haien und den Falken droht jetzt wieder neu aufzuflammen. Die erbitterte Rivalität zwischen den Händlerkasten der beiden Klans und die offensichtliche Belieferung der Sphäroiden mit Klantech durch die Haie werden bald zu Kämpfen führen. Das kann zu von uns ausnutzbaren Gelegenheiten führen.
Kommen wir aber auf einen Punkt zurück, der mich stört und dessen mögliche Auflösung die Klans bis in ihr Innerstes erschüttern könnte. Die Art und Weise, wie schnell die Falken nach ihren Konflikten ihren Touman wieder aufbauten, ist nicht mit dem zu vereinbaren, was die Falken den anderen Klans als Erklärung gaben. Sie haben nicht unter ihren zivilen Kasten rekrutiert (wie Vlad Ward) oder ältere Krieger massenhaft in den aktiven Dienst zurückgeholt (wie die Diamanthaie nach Tukkayyid). Bisher wissen wir es nicht wirklich. Aber vor kurzem kam es zu einem Zwischenfall, der eine interessante Lösung offenbart.
In einem Gefecht auf MARSCHALL wurde ein Falkenmechkrieger des 2. Falken Veliten Sternhaufens gefangen genommen. Bei einer Untersuchung seines genetischen Hintergrunds entdeckten unsere Wissenschaftler, dass er zum Teil genetisch dem Adderbluthaus Lahiri gehörig ist. Und zwar von einem Krieger, dessen Giftake niemals von einem anderen Klan erbeutet wurde!
Wie sind die Falken in den Besitz dieses Materials gekommen? Ist es nur ein Einzelfall oder gibt es noch mehr Krieger, die aus unseren Giftakes gezüchtet wurden. Haben sie es etwa gestohlen? Dann wäre ein Krieg mit ihnen unausweichlich. Wir werden alles unternehmen, was wir können, um es restlos aufzuklären und die nötigen Beweise zu bekommen. Die Khane müssen sofort informiert werden.
Mögen die Großen Kerenskys euch geleiten.
Sterncaptain Jean Gastopiv.
Sternkolonel N`Buta, hier ist unsere Einschätzung über den Novakatzen-Klan.
Der Verrat der Novakatzen hat auch unseren Klan schwer getroffen. Lange Zeit waren wir Verbündete, sei es durch unserer beiden Feindschaft gegen die Nebelparder oder durch unsere gemeinsamen Explorationsunternehmungen. Ihre Vorlieben für Visionen waren uns fremd, aber wir akzeptierten es als ihren Weg.
Deshalb traf es uns besonders schwer, als sie die Klans im Stich ließen und uns alle für die Sphäroiden verrieten. Ihr selber habt zu jener Zeit vor dem Großen Konklave einen Vernichtungstest gegen sie verlangt, der aber an dem Widerstand anderer Bewahrerklans scheiterte.
Die ganze Art und Weise, wie die Novakatzen auf ihre Abschwörung zusteuerten und wie wenig sie sich darauf vorbereiten, lässt mich allerdings an ihrer Überlebensfähigkeit für die Zukunft zweifeln.
Ihre Khane hatten lange vorher durch Visionen von diesen Ereignissen „erfahren“ und wahrscheinlich mit den Führern der Sphäroiden das weitere Vorgehen abgesprochen. Sie hätten sich demzufolge sehr gut auf die folgenden Ereignisse vorbereiten können. Aber es trat genau das Gegenteil ein.
Nichts konnte die auf den Heimatwelten beheimateten Katzen vor dem gerechten Zorn ihrer Mitklanner bewahren. Sie wurden völlig unvorbereitet getroffen. Millionen von ihnen starben auf der Flucht und nur dank des Opfermutes ihrer Krieger konnten sich wenige retten. Warum hatten die Khane ihr Volk dort nicht vorbereitet? Es ist ein Rätsel, aber ich glaube, dass sie es in ihrem Überschwang für den „neuen Sternenbund“ einfach vergaßen. Dass sie sich im Großen Widerspruch auch noch opferten, ließ den Heimatwelten-Katzen keine Chance mehr.
Nach unserem ersten Zorn gewann bei uns aber auch wieder der Pragmatismus die Oberhand. Wir verzichteten auf eine Ausrottungsstrategie, wie es die Falken vollzogen.
Obwohl die Kämpfe erbittert waren (besonders auf HOARD), kam es zu Übereinkünften, die den Katzen einen Fluchtweg offen ließen, das Blutvergießen begrenzte und im Endeffekt unseren Klan stärkte. Als bestes Beispiel hierfür können die Ereignisse auf BRIM angesehen werden. Ohne die Übereinkunft wären unsere Truppen wahrscheinlich nicht in der Lage gewesen, den Angriff der Kojoten abzuwehren.
Aber ich schweife ab.
In der IS entschieden sich die Katzen, sich völlig in das Draconis Kombinat zu integrieren. Offiziell waren sie eigentlich ein Teil der „neuen SBVS“, aber ihre neue Führung handelte anders. Dieses Kombinat ist eine sehr widersprüchliche Gesellschaft. Auf der einen Seite reden sie von Ehre und folgen einem Kriegerkodex, der unserem ähnlich ist, auf der anderen Seite sind sie sogar ein tiefes Bündnis mit ihrer Banditenkaste eingegangen, die ihnen Rohstoffe, Mechs und Krieger für ihren Touman liefern. Offenheit wird durch Hinterlist ersetzt und ich kann nur staunen, wie naiv die Katzen im Umgang mit dem Kombinat sind.
Die Ernennung des jüngsten Sohnes des Koordinators zu ihrem neuen Eidmeister ist einer der vielen Schritte, mit denen die Kuritas versuchen, die Katzen zu absorbieren. Diese bei den Katzen so wichtige Position dient dazu, ihren Kriegern zu helfen, ihre Visionen zu deuten.
Es ist eindeutig klar, in welche Richtung die Deutung gehen wird.
Der Angriff des Kombinats auf die Geisterbären ist als ein weiterer Schritt zur Absorption der Katzen anzusehen. Es kann uns niemand sagen, dass der Angriff auf die Bärenhauptwelt ALSHAIN ohne den Segen und die Erlaubnis des Koordinators erfolgte. Der Gegenangriff der Bären traf dann hauptsächlich schwächere und weniger loyale Einheiten der Kuritas UND vor allem die Katzen. Sie trugen die Hauptlast des Angriffes und erlitten schwerste Verluste. Ihren Opfern und Anstrengungen ist es zu verdanken, dass die Dampfwalze der Geisterbären gestoppt werden konnte.
Jetzt ist deutlich zu sehen, wie stark der Einfluss der Draconier auf die Katzen geworden ist. Sie werden immer stärker von den Rüstungslieferungen der Kuritas abhängig und MÜSSEN SOGAR UM ERLAUBNIS FRAGEN, WENN SIE EINE NEUE GALAXIS AUFSTELLEN, die sie dann aber sogar dem Kommando von Kurita-Generälen unterstellen müssen.
Es ist klar, dass sie von den Kuritas absichtlich in Konflikte getrieben werden, um durch ihre Schwächung dabei immer abhängiger vom guten Willen des Kombinats zu werden.
Welcher Irrsinn sie geritten hat, die Geisterbären zu einem der größten Raumgefechte der Moderne herauszufordern und sich dabei gegenseitig aufzureiben, kann eigentlich auch nur auf eine Intrige des Kombinats zurückzuführen sein. Jetzt haben sie eine Fehde mit den Geisterbären begonnen, die sich bald richtig entfachen wird. Es ist tragisch, dass die Katzen nicht erkennen, wie sie von denen betrogen werden, denen sie vertrauen. Ihr Schicksal wird es sein, genauso wie die Azami (jene arabisch-muslimische Minderheit im Kombinat) zu enden.
Mit ihrer Situation im Sternenbund können die Katzen ebenfalls nicht zufrieden sein. Befugnisse oder Befehlsgewalt haben sie nicht und die Art und Weise, wie ihre Tau-Galaxis in dem St. Ives Konflikt eingesetzt wurde und ihr verboten wurde, ihrem Klan gegen die Geisterbären zu helfen, hat zu einem tiefen Vertrauensverlust geführt..
Sie sind nur ein Hilfsmittel, das man gezwungenermaßen benutzt, ihm aber durch den Verrat an uns auch nicht wirklich vertraut. Dabei hat der „Sternenbund“ schon die Novakatzen in den Vernichtungskämpfen des Jahres 3060 auf den Heimatwelten im Stich gelassen. Aber das wird ignoriert.
Die einzigen, die ihnen noch freundlich gesonnen sind, wären die Exilwölfe und die Diamanthaie (obwohl diese sie auch für ihren Profit ausnutzen).
Für uns bedeutet es nun, dass wir die Novakatzen als Feinde ansehen müssen. Sie haben sich inzwischen so weit vom Wesen der Klans entfernt und sind derartig kontaminiert, dass sie rettungslos verloren sind.
Die ehemaligen Katzen, die nach den Kämpfen des Jahres 3060 unter unsere Obhut gekommen sind, haben sich inzwischen gut eingelebt. Auch sie spüren, wie die ex Felsengräber, die Schande über das, was ihre Führer anrichteten und sind übereifrig in ihrem Verlangen, uns ihre Loyalität zu beweisen.
Hochachtungsvoll
Sterncaptain Jean Gastopiv
Hier ist unser Bericht über den Schneeraben-Klan.
Durch Ereignisse weit in der Vergangenheit sind die Raben Außenseitern und anderen Klans gegenüber sehr misstrauisch. Dank ihrer unbestrittenen Expertise hinsichtlich des Luftraumkampfes haben sie sich eine Nische erschlossen, durch die sie unverzichtbar für alle andere Klans geworden sind. Sie besitzen fast alle Raumwerften, die zum Bau und der Wartung von Kriegsschiffen geeignet sind und lassen sich deren Nutzung teuer bezahlen
Durch ihre Schwäche bezüglich ihrer Bodenstreitkräfte haben sie aber einen beinahe unklanhaften Hang zu Machiavelli-artigen Intrigen entwickelt, mit denen sie ihre Widersacher gegeneinander ausspielen. Wer sie sich einmal zu Feinden gemacht hat, für den ist es fast unmöglich, sie wieder zu versöhnen.
Als bestes Beispiel sei hier ihre Fehde mit dem Stahlviper-Klan angeführt. Seit die Vipern in einem ehrlichen Besitztest ihre kostbare HELLGATE-Kolonie eroberten, tobt zwischen diesen beiden Klans eine erbittert ausgefochtene Fehde. Ein letzter Höhepunkt war der beinahe gelungene Großangriff auf die Rabenheimatwelt LUM, die erst durch das Eingreifen der Jadefalken zugunsten der Raben beendet wurde. Seitdem belauern sich beide Klans wieder. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann es wieder zu größeren Kampfhandlungen kommen wird.
Die Raben sind in den letzten Jahren sehr arrogant geworden. Man kann es fast als eine Art Größenwahn bezeichnen, denn seit dem Untergang der Nebelparder haben die Raben einen ungeheuren Gebiets- und Ressourcenzuwachs verzeichnen können. Mit den Geschenken der vertriebenen Novakatzen und der umgezogenen Geisterbären an sie sind ihre Macht und Einfluss sehr gewachsen. Und sie versuchen skrupellos, diese Macht zu nutzen.
Überall haben sie keine glückliche Hand. Zwischen ihnen und den Goliathskorpionen gibt es eine enge Kooperation, aber es hat sich zu einem Verlustgeschäft für die Raben entwickelt. Selbst wenn man die Schenkung des schwer beschädigten POTEMKIN-Trägers EPITHEMEUS an die Raben bedenkt, dürfte sich nichts an der Situation ändern. Ich vermute, dass die Raben versucht haben, mit Unterstützung der Skorpione den Stahlvipern auch am Boden besser gegenübertreten zu können. Auf dem Planeten MARSHALL scheint sich eine gemeinsame Operation der Raben und Skorpione gegen die Vipern anzukündigen.
Ihre Raumflotte ist trotz einiger Verluste immer noch die qualitativ und quantitativ beste in dem von Menschen bewohnten Raum. Die neue CONQUEROR-Klasse ist wieder ein Beispiel für ihre Expertise und in der Raumschlacht um LUM hat sich diese neue Klasse sehr gut bewährt.
Ihre Strategien haben sich ebenfalls geändert. Sie agieren viel aggressiver und riskieren auch mehr. Aber es zeigt sich auch, dass sie immer noch zu spezialisiert auf den Luft/Raumkampf sind. Ihre Bodenstreitkräfte sind immer noch zu schwach entwickelt, um gegen andere in diesem Feld erfahrene Klans bestehen zu können. Es ist aber kein Trend zu sehen, dass sich in naher Zukunft daran etwas ändern wird.
Für unseren Klan hat sich in den letzten Jahren das Verhältnis zu den Raben sehr verschlechtert. Vorher waren wir enge Verbündete, aber seit der Felsengräber-Absorption begegnen uns die Raben ablehnender, ja schon fast feindselig. Sie fürchten sich vor unserer stark gewachsenen Raumflotte, die der ihren fast ebenbürtig geworden ist. Dass es uns gelungen ist, sämtliche unserer stillgelegten Schiffe ohne jegliche Hilfe von ihnen (immerhin haben sie sich geweigert) wieder flottzumachen, hat sie schockiert und alarmiert. Wenn sie die Wahrheit wüssten, wären sie noch entsetzter und würden uns dann sicher als für sie sehr gefährliche Konkurrenten einschätzen. Wie sie mit jenen umgehen, dürfte uns aus der Geschichte wohlbekannt sein.
Ihre Zusammenarbeit mit den Blutgeistern bedeutet für uns eine aktuelle und imminenter werdende Bedrohung. Das überraschende Auftauchen der neuen ARCADIA-Landungsschiffsklasse zeigt eindeutig, wie tief die Zusammenarbeit zwischen den Raben und den Geistern inzwischen geht. Die Geister helfen den Raben bei deren Reorganisation ihrer Bodenstreitkräfte und dem Aufbau ihrer Protomechstreitmacht. Es war ein Fehler, dass wir es so lange ignoriert und den Beteuerungen der Raben geglaubt haben. Es wird nie wieder passieren.
Ich bezweifle es zwar, dass sie es wagen werden, offen gegen uns vorzugehen, das ist nicht ihre Art, aber unsere Einstellung ihnen gegenüber sollte sich ändern. Unsere diplomatischen Versuche die Beziehungen wieder zu verbessern, wurden von ihnen nur ablehnend beantwortet. Auch unsere Geschenke nahmen sie an, aber es brachte uns nichts ein.
Ich empfehle ihnen gegenüber eine erhöhte Wachsamkeit. Durch ihre Hinterhältigkeit sind sie sehr gefährlich und wer weiß, welche geheimen Abkommen sie im Stillen arrangieren. Vorbeugende Angriffe sind ebenfalls in Erwägung zu ziehen. Sie sollten ruhig sehen, dass wir über sie im Bilde sind und dass sie in einem Konflikt mit uns viel mehr verlieren als gewinnen werden.
Kommen wir jetzt zu einem anderen Punkt. Durch vorbeugende Besitztests haben wir herausgefunden, dass ihre gesamte Alpha-Galaxis und der Swift Wing Naval Assault Star sich nicht mehr im Raumsektor der Heimatwelten befinden. Die Raben waren in den letzten zwei Jahren in der Peripherie sehr aktiv. Bei mehreren Gelegenheiten kam zu Begegnungen mit Elementen unserer Upsilon-Galaxis, die aber zu keinen größeren Konflikten führten. Leider wissen wir nicht, was sie vorhaben oder wo ihre Ziele sind. Aber wir wissen, dass sie etwas Großes vorhaben. Dank unseres ausgezeichneten Verhältnisses zu den Diamanthaien, denen die Nähe dieses Klans nicht gefallen kann, sind wir aber in einer guten Position, um es herauszubekommen.
Hochachtungsvoll,
Sterncaptain Jean Gastopiv
Hier ist unser Bericht über den Klan der Diamanthaie.
Das Verhältnis zwischen den Haien und unserem Klan war immer von freundschaftlicher Rivalität geprägt. Beide Seiten verstanden es wohl, es niemals zu Feindseligkeiten kommen zu lassen, die eine zerstörerische Eigendynamik entwickelten.
Schon seit dem Anfang unserer Gesellschaft arbeiteten wir in verschiedenen Gebieten zusammen, sei bei der Erforschung unbekannter Sternensysteme und von verborgenen Ressourcen, der Besiedlung und dem Terraforming von sich lohnenden Planeten oder im Handel mit diversen Gütern. Kämpften wir um Ressourcen oder um Ländereien, war es strikt nach den Regeln des zellbriggen. Wir profitierten auch sehr von ihren fortschrittlichen Methoden in der Genforschung und ihrer „Iron Womb“-Technologie und sie von unseren seltenen Rohstoffen.
Nach der Schlacht um Tukkayyid kam es zu den bislang schwersten Auseinandersetzungen. Wir griffen die Haie massiv an, nachdem die Informationen über die katastrophalen Verluste der Haie auf Tukkayyid auf den Heimatwelten bekannt wurden. Wir unterschätzten ihre noch vorhandene Kampfkraft und bald endeten die Kämpfe in einem Patt mit leichten Vorteilen für uns.
Aber auch daraus entwickelte sich keine Fehde, denn in jedem Besitztest war der gegenseitige Respekt der Krieger das maßgebende Element und nicht der Hass, wie es leider heutzutage in zu vielen Konflikten gekommen ist.
Sie haben seitdem ihren Klan mit diversen Aktionen gestärkt.
Seien es die Unterstützung der dezgra Novakatzen oder der Geisterbären mit Transportschiffen bei deren Austreibung bzw. deren Umsiedlung aus dem Klanraum in die IS, für die sie reich mit Ländereien und Ressourcen bedacht wurden oder durch eine immer stärkeres Engagement in der Inneren Sphäre. Sie haben inzwischen dort drei Welten erobert. Nicht in dem Gebiet der „Nachfolgestaaten“, sondern von den Geisterbären haben sie den Planeten TRONDHEIM, von den dezgra Novakatzen ITABIANA und von den Jadefalken TWYCROSS in Besitztest oder Tauschgeschäften gewonnen. Besonders die Art und Weise, wie sie TWYCROSS für sich gewinnen konnten, ist sehr typisch für die Haie.
Sie müssen das System sehr genau erkundet haben, bevor sie den Falken, die durch ihre erneute schwere Niederlage dort und Verlust dieses Planeten im Jahre 3065, jegliche Neuinbesitznahme aufgaben, den Vorschlag machten, ihre Besitzungen auf LUM gegen TWYCROSS einzutauschen.
Eigentlich hätten die Falken sofort misstrauisch werden müssen. Dieses Angebot, welches den Falken so unglaublich vorteilhaft erschien, konnte nicht so sein. Und wirklich. Nachdem die Haie, den Planeten erobert hatten, zeigten sich ihre wahren Beweggründe. Als erstes eröffneten sie die dort befindliche Battlemechfabrik von neuen. Aber viel bedeutender war, dass sie auf einem anderen Planeten im System eine weitere Quelle von HarJel entdeckten. Die Falken hatten seit Jahrhunderten versucht, sich ihren eigenen Zugang zu diesem kostbaren Rohstoff zu schaffen. Das sie es genau vor ihrer Nase hatten und es ausgerechnet an die Haie verloren haben, wird der Beginn einer neuen Fehde sein. Die Raumblockade, welche die Falken bereits aufgebaut haben, ist das erste Anzeichen dafür.
Ihre drei gewonnenen Welten haben sie zu Handelswelten erklärt und sie sind bereit jedem alles für ihren Profit zu verkaufen. Es zeigt sich wieder, wie weit vorausschauend sie agieren. Bei den Besitztests um diese Planeten gaben sie den Bären und Katzen genügend alternative Möglichkeiten, ebenfalls für sie profitable Gewinne zu machen. Damit dürfte es ihnen gelungen sein, künftige Widerspruchstests zu verhindern und wichtige Ressourcen, anderswo sinnvoller einzusetzen.
Ihre Bevorzugung der Händlerkaste geht aber inzwischen über ein für einen Klan erträgliches Maß hinaus. Während in unseren Klan der gegenseitige Respekt zwischen der herrschenden Kriegerkaste und den zivilen Kasten dafür sorgt, dass der Klan wächst und gedeiht, hat bei den Haien die zivile Händlerkaste die Kontrolle übernommen und bestimmt, wie die Politik des Klans aussieht. Die Kriegerkaste nutzt auch die Händlerkaste als eine Art großen Reservepool. Krieger geben freiwillig ihren Status auf und werden Händler. Wenn sie es später wollen, können sie einen neuen, leicht modifizierten Positionstest ablegen und bei Erfolg wieder in die Kriegerkaste aufsteigen. Für uns unvorstellbar, aber es ist die Angelegenheit der Haie.
Das Konzept der „Demokratie“ ist den Klans eigentlich fremd. Wir praktizieren eine sehr eingeschränkte Variante, welche die Belange der anderen Kasten berücksichtigt, aber nie an dem absoluten Herrschaftsanspruch der Kriegerkaste rüttelt. Die Haie haben im dazu im Gegensatz eine wirkliche Demokratie entwickelt, die allen Kasten, die Möglichkeit gibt, über die Zukunft des Klans zu bestimmen.
Andere Klans, die dagegen protestierten und die Haie angriffen (besonders die Jadefalken, die ex Nebelparder und die Schneeraben), wurden bei jeder Gelegenheit von ihnen besiegt und kehrten in Schande zurück.
Zu schwächen scheint es sie jedenfalls nicht. Das Können ihrer Kämpfer ist hervorragend und sie haben sehr oft innovative Taktiken und Strategien entwickelt, die in die Kampfdoktrinen anderer Klans aufgenommen wurden. Alles was die Klanmitglieder taten, hatte die Stärkung des Klans zum Ziel, individuelle Bereichung war undenkbar.
Aber genau dazu scheint es langsam zu kommen. Seit dem Ende der Invasion durch die Niederlage der Kreuzritter-Vertreter im Großen Widerspruch hat sich der Diamanthaiklan sehr verändert. Der erste Schritt war der Rücktritt von Khan Ian Hawker, einem überzeugten Kreuzritter. Die neue Khanin wurde Barbara Sennet und der saKhan, der erst vor kurzem aus der Händlerkaste, deren Führer er immer noch ist, wurde Angus Labov. Beide sind überzeugte Bewahrer und sie haben ein größeres Interesse den Interessen der Händler zu folgen als den Belangen der Krieger zu gehorchen.
Und genau dieses Engagement macht uns etwas misstrauisch. Inzwischen wissen wir, dass sie speziell für die „Märkte“ in der IS Mechs wie die Second-Liner HA-OTOKO und KATAMARAN IIC herstellen und an die Armeen der dezgra „Nachfolgehäuser“ verkaufen. Die Jadefalken sind deswegen außer sich. Sie haben eigentlich recht, wenn sie das als Verrat an den Klans zu bezeichnen. Sie sind geradezu enthusiastisch über die sich ihnen dort bietenden Möglichkeiten, einen gigantischen Profit zu machen.
Aber ist Gier nicht eine Todsünde? Etwas, das fast immer zu einer inneren Zerstörung führt?
Vielen Diamanthaien gilt inzwischen persönliche Bereicherung nicht mehr als undenkbar und wer weiß, zu was sie alles bereit sind, für einen Profit zu verkaufen?
Wir haben aber auch von ihren Aktivitäten sehr profitiert. Auf den Heimatwelten haben sie uns den sehr rohstoffreichen und mit einer hervorragenden Infrastruktur ausgestatteten Planeten PRIORI für eine 20-Jahr-Nutzung unseres RENOWN-Trägers (POTEMKIN-Klasse) übergeben. Im PAXON-System kooperieren wir auch sehr eng miteinander. Wir haben die Verteidigung von großen Teilen ihrer dortigen Enklaven übernommen. Im Großen Konklave sind die Haie ebenfalls wichtige Verbündete von uns, denn erstaunlicherweise gibt es bei sehr vielen politischen Agendas überraschend viele Übereinstimmungen.
Unsere Händler nutzen ebenfalls stärker die Möglichkeiten, die uns die Haie aufzeigen. Das zeigt sich besonders in der Peripherie. Sei es in den Chainelane Islands, in der Hanseatischen Liga oder im Unerforschten Raum, der sich mehr als profitabel für uns erwiesen hat.
Als etwas störend hat sich nur ihre Unterstützung der Blutgeister für uns erwiesen. Obwohl es nicht aus irgendeiner Feindschaft gegen uns heraus kommt, sondern weil ihre Lieferungen nach YORK für sie sehr profitabel sind. Für die Geister ist es in dieser Hinsicht besonders schwierig, dass sie gezwungen sind, die Lieferungen selber durch unsere Blockade zu bringen, was ihnen nicht oft gelingt und wenn dann unter für sie schweren Verlusten.
Die Haie sind und bleiben für uns sehr wichtige Verbündete. In der Zukunft könnte sich das aber auch ändern, wenn sie der Versuchung einer engeren Verbindung zu IS aus Gier nach Profit nachgeben. Um auf diese Möglichkeit vorbereitet zu sein, sollten wir sie stärker beobachten und uns bereits heute darauf vorbereiten.
Mit diesem Bericht haben wir sämtliche Klans behandelt, die zurzeit in der IS aktiv sind.
In den nächsten Berichten werden wir uns mit den Heimatweltenklans beschäftigen.
Hochachtungsvoll,
Sterncaptain Jean Gastopiv
Sternkolonel Cassius N`Buta.
Hier ist unsere aktuelle Einschätzung des
Stahlviperklans.
Wenn es einen Klan gibt, den man in allem Belangen als extrem bezeichnen kann, das waren und sind schon immer es die Stahlvipern gewesen.
Vom Beginn der Klans an standen sie immer etwas außerhalb der Gemeinschaft. Anfänglich fehlte ihnen eine Vision, welche dem Klan einen klaren Weg in eine erfolgreiche Zukunft vorgab. Ihr tumbes Kriegertum mit der Suche nach dem perfekten Krieger war nicht alles und viele Vipern spürten, dass ihnen etwas Essentielles fehlte. Deswegen fielen sie lange Zeit hinter die anderen Klans zurück und wären vielleicht sogar zum Ziel eines Absorptionstests geworden, wenn nicht endlich eine Khanin mit einer zukunftsfähigen Vision aufgetreten wäre.
Khanin Sanra Mercer gab den Vipern endlich, was ihnen in ihrer Entwicklung so lange gefehlt hatte – einen Fokus und eine Philosophie, hinter der sich der Klan als Gesamtheit stellen konnte. Sie träumte, wie auch alle anderen Klans, von dem Wiederaufbau des Sternenbundes. Aber im Gegensatz zu anderen, wollte sie es gemeinsam mit den dezgra Nachfolgefürsten erreichen. Es liegt darin eine gewisse verständliche Logik, aber noch mehr ist diese Ansicht als naiv zu bezeichnen.
Die Vipern zeichnen sich immer durch einen sehr guten Touman aus. Die Sterblichkeitsziffer ihrer Kriegerausbildung wird nur noch von den stravag Blutgeistern übertroffen. Für die Jadefalken waren sie fast das gesamte Goldene Zeitalter eine Nemesis und beide Klans begannen eine Blutfehde, die bis heute andauert.
Als strenge Isolationisten hatten sie wenig Kontakt zu anderen und entwickelten in ihrer Abgeschiedenheit ihre eigenen Vorstellungen über die Zukunft der Klans. Für ihre zivilen Kasten ist es sogar bei Todesstrafe verboten, mit Fremdklannern unbeaufsichtigt durch Vertreter der Kriegerkaste zu verkehren. Hinzu kommt noch ihre extreme Einstellung gegenüber Freigeborenen. Diese haben in diesem Klan einen noch schwereren Stand als bei den ex Nebelpardern. Aber trotzdem gelang es der Viper-Führung den Klan zu einen und auf die Ziele einzuschwören. So waren sie gut gerüstet, als es zu Invasion der IS kam.
An den ersten Angriffswellen konnten sie nicht teilnehmen, aber nach ihrer Aktivierung durch den Verräterkhan Ulric Kerensky stießen sie unaufhaltsam in die IS vor und besiegten jeden Gegner auf ihren Weg. Fast sah es sogar so aus, als ob sie vor Klan Wolf Terra erreichen würden.
Aber dann kam Tukkayyid, wo sie gegen die Comguards unterlagen.
An den Waffenstillstand gebunden bekämpften sie erfolgreich die Jadefalken und bereiteten sich auf den Tag vor, an dem der Kampf von neuen beginnen würde. Aber in diesem erzwungenen Frieden begann der Klan unter nicht vorhergesehenen Schwierigkeiten zu wanken.
Ihre Versuche, mit den dezgra Nachfolgefürsten und den IS-Bewohnern gemeinsam auf die Neuerrichtung des Sternenbundes hinzuarbeiten, scheiterten vollständig. Die harte Wirklichkeit in der IS führte ihre Philosophie schnell ad absurdum. Ihre Besatzungsmethoden wurden immer härter und erzeugten dadurch einen noch größeren Widerstand. Dies alles führte zu einer schweren Krise, die den Klan immer mehr in sich bekämpfende Lager spaltete. Bald war der Klan durch diese internen Zwistigkeiten so gelähmt, dass er zu keinen größeren offensiven Operationen mehr in der Lage war.
Am besten kann man es an ihrem Verhalten während und nach dem Widerspruchskrieg sehen. Sie unternahmen keinen einzigen Angriff auf die beiden tödlich geschwächten Klans der Wölfe und Falken. Im Gegenteil, sie ließen ihnen genug Zeit, sich wieder zu erholen. Ein Fehler, der die Vipern bald teuer zu stehen kommen würde.
Während des Großen Widerspruchs blieben sie ihren Bewahreransichten treu und beteiligten sich nicht. Kurz danach griffen sie Falken in der IS an, um diese endgültig zu vertreiben. Es war aber zu spät. Das Ergebnis war für sie ein totales Desaster. Nicht die Falken sondern die Vipern mussten sämtliche Besitzungen aufgeben und in Schande zu den Heimatwelten zurückkehren. Als Ursache für diese Katastrophe kann auch der irrwitzige Hass der Vipern auf Freigeborene angesehen werden. Ihr erinnert euch sicher noch an jene politischen Attacken, die Khan Zalman gegen Marthe Pryde im Fall des Diana-Blutnamenkampfes führte. Khan Zalman`s persönliche Niederlage gegen eben diese Kriegerin zerschmetterte den Viper-Kampfgeist. Alle Träume und hart erkämpften Ziele wurden hinfällig.
Sie waren auf dem Rückweg zu den Heimatwelten, als Khan Zalman erkannt haben muss, dass sein Klan wieder von Grund auf neu aufgebaut werden muss. Er versuchte etwas Unerhörtes, etwas was für die Stahlvipern eigentlich undenkbar gewesen ist. Er erlaubte vielversprechenden Freigeborenen, sich als Krieger ausbilden und testen zu lassen. Ihm gelang es, seine Ansichten gegen viele Widerspruchstests durchzusetzen und sein Touman wurde dadurch wieder gestärkt.
Nachdem sie auf den Heimatwelten angekommen waren, begannen sie sich weiter umzuorganisieren. Sie bereiteten sich auf einen massiven Rache-Feldzug vor. Wir merkten bald, dass sie zur dominanten Macht auf den Heimatwelten werden wollten. Das musste früher oder später zu Konflikten mit uns führen. Die Kampferfahrung und die Ressourcen eines Invasionsklans durften nicht unterschätzt werden und wir bereiteten uns auf das Schlimmste vor. Aber zuerst stürzten sie sich mit lang aufgestauter Wut auf die Schneeraben, mit denen sie seit langem eine erbarmungslose Fehde haben.
Sie vertrieben sie von HOMER und steigerten langsam die Intensität ihrer Angriffe, bis sie schließlich im Jahre 3065 einen gewaltigen Angriff auf die Raben-Heimatwelt LUM starteten. Auf diesen Angriff mussten sie sich jahrelang vorbereitet und aufgerüstet haben, denn sie setzten fast alles ein, was ihnen zu Verfügung stand. Darunter ihre modernsten und neuesten Landungsschifftypen, den größten Teil ihrer Luft/Raumstreitmacht und die Besten ihrer Bodentruppen. Anfänglich waren sie sehr erfolgreich. Sie durchbrachen ohne größere Verluste die dichte Raumverteidigung der Raben und gewannen schnell einen Brückenkopf. Am Boden hatten die Raben den hochmotivierten Viperkriegern wenig Gleichwertiges entgegenzusetzen und die Vipern dehnten scheinbar unaufhaltsam ihr Territorium aus. Aber bald begannen ihre Probleme. Die Raben bauten eine schier undurchdringliche Raumblockade auf und unterbanden den Nachschub der Vipern. Gleichzeitig griffen die auch auf LUM befindlichen Jadefalken die Vipern an. Zwischen ihren meistgehassten Feinden in einem Zweifrontenkrieg gefangen, mit immer weniger Nachschub und steigenden Verlusten, entschied sich die Viperführung für den Rückzug. Es gelang ihnen nur unter schwersten Verlusten.
Der Tod von Perigard Zalman war für die Vipern ein schwerer Verlust. Er hatte sich in den letzten Jahren sehr gewandelt und bewies eine erstaunliche Weitsicht. Die neuen Khane sind beide ausgezeichnete Krieger, aber ihnen fehlt die notwendige Weitsicht, um den Klan wieder einen Fokus zu geben. Eine der ersten Maßnahmen von Khan Brett Andrews war es, die Freigeborenen wieder aus dem Touman auszugrenzen. Das hat das Verhältnis zu den zivilen Kasten schwer zerrüttet und wird zukünftig zu Problemen führen.
Militärisch hatten die Vipern auch nicht den Erfolg, den sie aufgrund ihrer Invasionserfahrung erwarten durften. Es ihnen nicht gelungen, ihre Territorien zu erweitern. Im Gegenteil, sie haben teilweise schwere Einbußen erlitten. Ihre sinnlosen Angriffe auf die Wolkencobras führten schließlich zu dem Konflikt mit uns, als die Kobras uns um Hilfe baten. Wie so oft zeigte sich auch auf HOMER, dass gegen die kombinierte Kampfkraft einer Adder-Kobra-Streitmacht nichts und niemand bestehen kann. Aber sie haben unsere Machtdemonstration wohl verstanden und bei weiteren kleineren Konflikten gegen uns, u. a. auf ARCADIA, erweisen wir uns den gegenseitigen Respekt zwischen Gleichen.
Die Vipern stehen heute wieder vor dem gleichen Problem, wie sie es vor Khan Sanra Mercer hatten. Sie besitzen so viel Potential, aber durch die Serie von militärischen Rückschlägen der letzten Jahre und des Scheiterns ihrer Philosophie fehlt ihnen ein Fokus, ein Ziel, auf das sie sich konzentrieren können. Sie irren beinahe ratlos umher. Durch ihre rigorose Aufrüstung haben sie fast vollständig ihre Gewinne der Invasion verbraucht.
Wir sollten unsere Beziehungen zu ihnen weiter verbessern und vertiefen. Eine ähnliche Kooperation wie mit den Wolkenkobras sollte unser langfristiges Ziel sein.
Viele Viperkrieger haben interessiert auf die Aktionen unserer Upsilon Galaxis reagiert und unsere politische Agenda einer erneuten Invasion in die IS wird auch von ihnen immer mehr als positiv und als erstrebenswerte Zukunft angesehen.
Ihr kennt meine Vorliebe für dieses Thema, ovKhan, aber wer in der Galaxis könnte einer Allianz der Drei Schlangen Kerensky`s widerstehen?
Den Raben würde es nicht gefallen, aber wir müssen in dieser Hinsicht langsam eine Entscheidung treffen. Eine Kooperation zwischen uns und den Vipern würde die Raben schockieren. In ihrer Paranoia sehen sie dann sicher einen gemeinsamen Angriff einer kombinierten Viper-Adder-Streitmacht auf ihre Besitzungen, dem sie nicht gewachsen wären. Es würde sie weiter in das Blutgeistlager treiben, aber sie verhalten sich uns gegenüber immer feindlicher. Sie sollten sehen, dass es für sie Konsequenzen haben wird, wenn sie sich gegen uns wenden.
Hochachtungsvoll
Sterncaptain Jean Gastopiv
Hier ist unser Bericht über den
Klan der Höllenrösser.
Die Höllenrösser sind neben den Stahlvipern der zweite Klan, der von seinen IS-Besitzungen von einem konkurrierenden Klan vertrieben wurde. Seitdem sind sie in einem Prozess des Wandels.
Wie so oft in ihrer Geschichte. Und genau das zeichnet einen erfolgreichen Klan auch aus.
Schon bei der Gründung ihres Klans unterschieden sich sehr von den anderen. Während die meisten sich bei der Aufstellung ihrer Militärdoktrin auf Battlemechs konzentrierten, bauten die Höllenrösser auf eine gemischte Aufstellung, in der Battlemechs, konventionelle Fahrzeuge und Infanterie gleichberechtigt agieren würden. Sie behaupten von sich, dass sie nicht die Maschinen, sondern den Menschen in den Mittelpunkt stellen würden.
Als ob sie die einzigen sind, die so denken!
Mechkrieger haben bei den Höllenrössern einen geringeren Stellenwert als Panzerfahrer. In ihrer Kampfdoktrin werden sie häufig zur Unterstützung von Panzern und Infanterie eingesetzt.
Dementsprechend sind auch ihre Sternhaufen aufgebaut. Panzerbinär- oder -trinärsterne sind direkt in jedem Sternhaufen integriert. Ganz in Gegensatz uns, denn wir teilen vollständige konventionelle Sternhaufen unseren Galaxien zu.
Ihre Leistung bei der Befreiung der Pentagonwelt Eden war gut, obwohl sie nicht in offensiver, sondern in einer Unterstützungsrolle den anderen Klans halfen. Ohne ihre Hilfe wäre beispielsweise Klan Wolf nicht so erfolgreich gewesen. Deswegen konnten sie sich nicht in jenem Maße beweisen, wie es ihnen eigentlich zugestanden hätte. Viele andere Klans unterschätzten sie infolgedessen. Aber das sollte sich bald ändern.
Während des Goldenen Zeitalters konzentrierten sie sich besonders auf die Erschaffung einer perfekten Infanterie. Sie entwickelten die Idee und die Grundlagen der künftigen Elementargenotypen und waren begeistert als sie von der Elementarrüstung der Wölfe erfuhren. Es war genau das, was sie brauchten, um alle Möglichkeiten ihrer neuen Zucht auszuschöpfen. Sie hätten die Möglichkeit gehabt, um diese Technologie zu kämpfen, aber sie entschieden sich zu einem Kompromiß. Sie handelten mit den Wölfen alternative Besitztests aus, in denen beide Seiten das bekamen, was sie wollten. Die Wölfe das notwendige genetische Material, um echte Elementare zu züchten, die Höllenrösser die Schlachtrüstungstechnologie. Seit dieser Zeit züchten sie und bilden die qualitativ besten Elementare aus. Eifersüchtig und misstrauisch hüten sie ihr Wissen.
Einige hielten ihre Neutralität für Schwäche und versuchten es auszunutzen. Wie es der Feuermandrill-Kindraa Smythe-Jewel im Jahre 2870 tat. Durch ein hinterhältiges Täuschen beim Bieten erbeutete dieser Kindraa die Technologie, um Elementare zu züchten und auszurüsten. Verständlicherweise waren die Höllenrösser über diese dezgra Taktik außer sich. Aber sie hielten sich zurück, warteten ihre Zeit ab und suchten sich Verbündete.
In Klan Kojote fanden sie ihn und beide Klans bereiteten sich auf den Tag ihrer Rache vor.
Zwei Jahre nach diesem Ereignis griffen sie an und vernichteten den Kindraa in einer furiosen Schlacht. An diesen Ereignissen zeigte sich eine Besonderheit der Höllenrösser - ihre Bereitschaft, Kompromisse, Allianzen und Kontrakte zum gegenseitigen Nutzen auszuhandeln.
Sie bewiesen damit die Stärke ihres Toumans und ihrer Philosophie und waren ein Klan im Aufstieg. Aber nichts währt ewig und ihr Sturz kam abrupt.
Im Jahre 2921 initiierten die Geisterbären einen Besitztest um die wichtigen Tokasha Mechwerke. Beide Seiten boten (für die damalige Zeit) sehr große Truppenmengen. Die folgende Schlacht war eine der am erbittertsten ausgefochtenen, die je auf den Heimatwelten tobten.
Der Tod ihres Khan Kilbourne Jorgensson ließ die Geisterbären Amok laufen und die Höllenrösser mussten unter schwersten Verlusten ihre gesamten Besitzungen auf Tokasha aufgeben.
Es war der Beginn einer Fehde, die bis heute noch andauert. Für die Höllenrösser begann nach dem Verlust ihrer wichtigsten Produktionsstätten eine sehr schwierige Epoche. Sie brauchten lange, um wieder ihre alte Stärke zu erreichen und andere Klans versuchten ihre Schwäche auszunutzen. Durch einen Mangel an Omni- und Battlemechs wurden konventionelle Kampfmittel für sie immer wichtiger und mit ihrem Einsatz gelang es ihnen, sich zu behaupten. Aus der Not machten sie eine Tugend und sie sind neben den dezgra Blutgeistern der einzige Klan, der konventionelle Einheiten direkt in seine Sternhaufen integriert hat, die auch heute noch einen verhältnismäßig kleinen Anteil an Mechs haben.
Politisch orientierten sich die Höllenrösser lange Zeit an der Bewahrerphilosophie. Schon deswegen weil ihre Erzfeinde, die Geisterbären, überzeugte Kreuzritter waren. Der Wandel kam, ironischerweise durch einen weiteren Großangriff der Geisterbären auf die Höllenross-Heimatwelt NILES. Die Höllenrösser wehrten diesen Angriff ab, aber ihr damaliger Khan Lair Seidman fiel. Zu seinem Nachfolger wurde Malavai Fletcher gewählt.
Mit ihm begann für den Klan ein neues Zeitalter. Durch seine Verwundungen auf NILES fast zu einer Maschine geworden, und von einem pathologischen Haß auf die Geisterbären getrieben, krempelte Khan Fletcher seinen Klan fast völlig um. Die Höllenrösser wurden zu überzeugten Vertretern der Kreuzritter-Philosophie und Khan Fletcher zu einem der lautstärksten Verfechter.
Für ihn muss es ein harter Schlag gewesen sein, dass es seinem Klan nicht gelang, sich für die Invasion zu qualifizieren.
Im Rückblick sollte es aber nicht überraschen. Einem überzeugten Bewahrerklan eine völlig gegensätzliche Ideologie aufzuzwingen, konnte einfach nicht gelingen. Die oberen Ränge der Höllenrösser sind überzeugte Kreuzritter, während in den unteren Bewahrer die Mehrzahl bilden. Dieser Widerspruch konnte nicht rechtzeitig aufgelöst werden und so scheiterten die Höllenrösser früh im Kampf gegen die Jadefalken. Ein Widerspruchstest gegen die Diamanthaie, um den Status eines Reserveklans zu erreichen, scheiterte ebenfalls.
Khan Malavai Fletcher wurde wie von Dämonen getrieben. Während der Schlacht von NILES war er so schwer verwundet worden, dass er nach seiner Rekonvalenz mehr Maschine als Mensch war. Dass die Höllenrösser so etwas taten, obwohl sie der Meinung sind, dass Menschen niemals der Technik Untertan sein sollen, erstaunt etwas. Sie taten es wahrscheinlich aus Not. Denn Fletcher`s Visionen und sein Wahn waren genau das, was sie zu dieser schweren Zeit brauchten. Denn auf sie kamen weitere Probleme zu.
Während der Invasion verloren sie zuerst Teile ihrer Gebiete an die Gletscherteufel als diese während ihrer Teufelszorn-Kampagne Amok liefen. Zäh bauten sie wieder ihren gelichteten Touman auf und sammelten ihre Kräfte. Der Widerspruchskrieg zwischen Falken und Wölfen gab ihnen wieder Hoffnung, dass sie bei einer Wiederaufnahme der Invasion dabei sein würden. Sie unterstützen zuerst den Gletscherteufelkhan Asa Taney, bei dessen Versuch, eine Koalition aus den Heimatweltenklans zu erschaffen. Leider scheiterte dieser Plan an Taney`s Unfähigkeit und der gerissenen Gegenstrategie der Invasionsklans mit ihren Erntekriegen.
Vlad Ward`s Erntekriege gaben den Höllenrössern aber andere Möglichkeit. Sie erinnerten sich an die Lehren der Vergangenheit und leasten einen Elite-Sternhaufen an die Wölfe. Diesen setzten die Wölfe aber nicht in der IS ein, sondern verheizten fast die Höllenroßkrieger auf HOARD gegen die Gletscherteufel und uns.
Als bekannt wurde, dass die Geisterbären seit dem Tukkayyid-Waffenstillstand fast ihre gesamte Bevölkerung in die IS verschifft hatten, waren die Höllenrösser und besonders Malavai Fletcher außer sich vor Wut. Sein Versuch, die Geisterbären aus der Klangemeinschaft abzuschwören, scheiterte. Als sie dann versuchten, die planetaren Besitzungen der Geisterbären auf den Heimatwelten zu erobern, gerieten sie mit den Klans in Konflikt, denen die Bären ihre Gebiete für deren Unterstützung gegeben hatten. Deswegen erreichten sie nicht ihren erwarteten Erfolg.
Malavai Fletcher`s Wahnsinn wurde immer schlimmer. Sein Hass auf die Geisterbären und seine Rachlust wurden immer größer. Seine Ausbrüche vor dem Großen Konklave zeigten es den anderen Klans. Zu ihrer Schande waren die Höllenrösser nicht in der Lage zu erkennen, in welcher Gefahr sie schwebten. Andere machten es sich schnell zu Nutzen.
Vlad Ward, deren Besatzungszone durch das mächtige Geisterbären Dominion bedroht wurde, gestattete 3060 den Höllenrössern, um drei Welten Besitztests durchzuführen. Damit erschuf er eine Pufferzone. Eine weitere Absicht von ihm war es, Bären und Rösser gegeneinander zu hetzen und so mehr Zeit für den Aufbau seines Toumans zu gewinnen. Dank seiner meisterhaften Manipulationstaktiken gelang ihm es fast perfekt.
Während des Bären-Kombinat-Krieges 3063 griffen die Rösser massiv an. Sie hatten aber die Situation völlig falsch eingeschätzt. Oder besser gesagt, Malavai Fletcher wollte nur das glauben, was ihm genehm war. Nach anfänglichen Erfolgen wurden die Rösser von der mächtigen Gegenoffensive der Bären regelrecht aus der IS herausgefegt. Unter schwersten Verlusten gelang es ihnen, zu den Heimatwelten zurückzukehren.
Unter all den Rückschlägen, welche die Rösser in ihrer Geschichte einstecken mussten, war dies wahrscheinlich der schlimmste. Seit Jahrhunderten hatten sie von der Rückkehr in die IS geträumt und ihre liberale Herrschaft war von den Sphäroiden ihrer Welten durchaus positiv ausgenommen worden. Ihnen wurde klar, dass es Zeit für einen neuen Wandel war.
Khan Fletcher war der erste, der es zu spüren bekam. Sein Wahnsinn war den Rössern teuer zu stehen gekommen und es war an der Zeit, ihn zu entmachten. Sternkolonel James Cobb wurde zum neuen Khan gewählt und er beendete das jammervolle Leben Fletcher`s im Duell, als dieser einen Widerspruchstest gegen seine Abwahl forderte.
Es war ein schweres Erbe, was er antrat. Der Klan war militärisch und politisch geschwächt. Interne Spannungen drohten den Klan zu zerreißen. Viele Höllenrösser hatten ihren Glauben an eine lohnenswerte Zukunft verloren.
Khan James Cobb war seiner Aufgabe mehr als gewachsen. Er verordnete dem Klan ein rigoroses Reformprogramm. Die Anhänger Fletcher`s wurden aus ihren Positionen entfernt, der Touman wurde gestrafft, neue Technologien wie Protomechs wurden in die Kampfeinheiten integriert. Und sie bauten neue Gefechtstechnologien wie die hervorragende OUTPOST-Landungsschiffsklasse.
Militärisch hielten sie sich weitestgehend aus den Kämpfen zurück, aber sie verteidigten erfolgreich ihre Territorien gegen Angriffe der Schneeraben und Feuermandrille. Bis sie im Jahre 3065 völlig überraschend die Goliathskorpione auf TOKASHA angriffen. Ziel diesen Besitztestes waren die TOKASHA-Mechwerke, welche die Skorpione nach dem Abzug der Bären in Besitz genommen hatten.
Diese Schlacht kann man als ein taktisches Meisterstück betrachten. Es war eine kombinierte Raum/Luft/Bodenoperation, die hervorragend ausgeführt wurde. Ihre Beta Galaxis täuschte die Tau Galaxis der Skorpione und lockte sie von ihren vorbereiteten Verteidigungsstellungen in ein Gebiet, in dem sie gegen das Kreuzfeuer der Höllenrösser fast ungeschützt waren. Gegenangriffe scheiterten an den Befestigungen, welche die Rösser vorbereitet hatten. Die Höllenrösser hatten einen Sternhaufen um das Schlachtfeld herumgeschickt und als es ihnen gelang, in den Rücken der Skorpiontruppen zu kommen, war die Schlacht so gut wie entschieden. Die Skorpione kämpften noch etwas länger, aber nachdem die letzte Verteidigungsstellung vor der Fabrik durchbrochen war, gaben sie auf, um nicht völlig vernichtet zu werden. Auch in der gleichzeitig stattfindenden Raumschlacht im Orbit von TOKASHA setzten sich die Höllenrösser durch und beschädigten ein Kriegsschiff der Skorpione irreparabel.
Es war für die Rösser genau der Erfolg, den sie so nötig brauchten. Es gab dem Klan wieder Kraft und Hoffnung. Khan Cobb tat in diesem Moment etwas Einzigartiges. Er verkündete, dass damit der Grund für die jahrhundertelange Fehde zwischen den Höllenrössern und Geisterbären beseitigt wäre. Es ist zweifelhaft, ob sein Klan seiner Logik folgen wird. Besonders wenn man die letzte, nicht lange zurücklegende Demütigung durch die Bären bedenkt. Aber es ist trotzdem eine interessante Wendung der Dinge.
Nebenbei besitzen sie jetzt wieder eine der größten Fertigungsanlagen im Klanraum. Das gibt ihnen die notwendige Produktionskapazität, um ihre gelichteten Sternhaufen wieder aufzufüllen.
Nun stellt sich aber die Frage, was die Höllenrösser als nächstes vorhaben. Wollen sie ihre Macht auf den Heimatwelten weiter ausdehnen? Wenn ja, dann werden sie mit uns in Konflikt geraten.
Vieles spricht aber dagegen.
Ein größerer Konflikt mit unserem Klan wäre für sie nicht zu empfehlen. Obwohl sie sehr kampfstark sind, sind sie zu exponiert, um gegen uns erfolgreich vorgehen zu können. Es würde nur zu einer gegenseitigen Schwächung führen, die ihnen nichts bringen würde. Aber wir bleiben wachsam.
Zum anderen sind die Höllenrösser völlig auf eine Rückkehr in die IS fixiert. In seinen Reden hat Khan James Cobb das klar gesagt. Interessant ist, das er Khan Vladimir Ward gegenüber sehr frostig ist. Es darf bezweifelt werden, dass er oder sein Klan vergessen hat, in welcher Art und Weise die Wölfe sie missbraucht und hereingelegt haben.
Es könnte der Beginn einer neuen Fehde sein. Vlad Ward`s Situation auf den Heimatwelten würde für ihn sehr schwierig werden, wenn die Höllenrösser die Wolfsbesitzungen auf den Heimatwelten massiert angreifen würden. Wenn man sie mit den Stahlvipern vergleicht, die in den letzten Jahren ähnliches erlebten, sieht man sofort die Unterschiede. Die Stahlvipern sind dort gescheitert, wo die Höllenrösser erfolgreich sind.
Der Wahnsinn von Malavai Fletcher war leichter einzuschätzen als die ruhige Klugheit von James Cobb. Durch ihn haben sie einen Fixpunkt, auf den sie sich konzentrieren können. Sie sammeln ihre Kräfte und wir müssen uns für den Tag wappnen, an dem ihr Sturm losbricht.
Hochachtungsvoll
Sterncaptain Jean Gastopiv
Hier ist unser Bericht über die
Kojoten.
In unserer Geschichte haben wir viele Feinde gehabt, aber nur bei dreien geht die Feindschaft so tief, dass sie in einer Blutfehde gipfelte. Die Mungos, die uns einst aus Neid so gnadenlos mit ihrem Hass verfolgten, die Blutgeister, die ihren alten Hass auf die Felsengräber auf uns übertragen haben und dann die Kojoten.
Sie haben sich durch ihre tiefe Freundschaft zu den Wölfen Kerensky`s schon immer für etwas Besseres gehalten. Beide hielten fast zweihundert Jahre untrennbar zusammen und waren so in der Lage, die anderen Klans von ihrer wahren Bestimmung fernzuhalten. Wenn es notwendig war, arbeiteten sie eng zusammen, um die Konkurrenten des einen oder des anderen zu schwächen.
Am deutlichsten wurde es in der Art und Weise, wie sie die Jadefalken behandelten. Unvergessen ist ihr Informationsaustausch, als die Kojoten die Wölfe über den Erfolg der Falken im Besitztest um Omnitechnologie informierten, respektive die Wölfe die Kojoten, nachdem sie die Daten der BA-Technologie an die Falken übergeben mussten.
Interessant ist, dass diese enge Kooperation einen ganz trivialen Ursprung hat. Andery Kerensky, der Bruder des Klangründers, und Dana Kufahl, eine Khanin der Kojoten, ein Liebespaar waren. Deshalb gab es von Beginn an, tiefere Verbindungen zwischen ihnen, als es eigentlich hätte sein dürfen. Auch der Tod Andery Kerensky`s bei der Befreiung der Pentagon-Welten beendete nicht dieses Joint-Venture.
Durch die enge Zusammenarbeit beider Klans waren die Kojoten in der Lage, schnell an die Spitze der Klans vorzustoßen. Ihre Techkaste war deswegen schon immer sehr leistungsfähig und wurde klugerweise von dem Klan unterstützt. Sie hatten stets einen sehr guten Zugang zu Ressourcen jeder Art und bald entwickelten sie Techniken, welche die Klans für immer verändern würden.
Im Jahre 2847 begannen die Kojoten das bis dahin ehrgeizigste Projekt. Sie hatten nach dem Studium des alten Sternenbund-MERKURIUS die Idee eines sehr schnell konfigurierbaren Mechs entwickelt. Nach unzähligen Fehlschlägen, fast sechs Jahre Entwicklungszeit und der Hilfe von Klan Seefuchs (aka Diamanthai) stampften die ersten Omnimechs aus den Forschungslabors.
Viele von den anderen Klans erkannten nicht sofort die Bedeutung dieser neuen Waffe.
Die Kojoten nutzten es gnadenlos aus. Innerhalb von wenigen Jahren eroberten ihre mit Omnimechs ausgestatteten Sternhaufen gewaltige Gebiete auf den Heimatwelten. Sie übertrafen jetzt sogar die Wölfe. Für die anderen Klans begann jetzt ein Wettlauf mit der Zeit, sie mussten so schnell wie möglich diese Technologie für sich gewinnen, um die Offensiven der Kojoten und auch bald von anderen mit Omnimechs ausgerüsteten Klans abwehren zu können.
Unser Klan wurde zu dieser Zeit von Klan Mungo massiv angegriffen. Nur dank ihrer Omnimechs, denen wir zu dieser Zeit nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen hatten, gelang es ihnen, uns schwere Niederlagen zuzufügen. Klan Kojote spürte unsere Schwäche und griff uns ebenfalls an. Es war einer der dunkelsten Zeitabschnitte unserer Geschichte. Wir standen kurz vor der Vernichtung und unsere Feinde jubelten vor Vorfreude. Nur der Tapferkeit und Opferbereitschaft unserer Krieger war es zu verdanken, dass wir diese Technologie erbeuteten. Schnell bauten wir sie nach und rüsteten unseren Touman aus. Unseren Feinden wurden die Kämpfe bald zu verlustreich und sie gaben auf, zufrieden mit ihren großen Gewinnen.
Wir haben den Kojoten niemals diese Hinterhältigkeit vergessen.
Für sie war es wirklich ein Goldenes Zeitalter. Sie waren der mächtigste Klan und dominierten die Heimat- und Pentagonwelten militärisch und politisch. Wer ihren Zorn erregte, wie der stravag Feuermandrill-Kindraa Smythe-Jewel, musste mit schwerer Strafe rechnen. Die Wahl ihrer Khanin Corian Tscherenkov zur ilKhanin stellte den Gipfelpunkt ihrer Macht dar. Als sie durch eine Intrige des Wolkenkobra-Khans Tobias Khatib starb und die Wahrheit später bekannt wurde, begannen sie einen Rachefeldzug gegen die Kobras. Er tobte mit außergewöhnlicher Intensität, aber unter schwersten Verlusten gelang es den Kobras den Kojoten eine Niederlage zuzufügen.
Es war ein Wendepunkt. Die Kojoten spürten es. Die Fehde zwischen beiden Klans geht bis heute unvermindert weiter und zwischen beiden Klans ist nichts als tiefer Hass. Aber noch hatten sie die Wölfe als ihre Partner und obwohl sie langsam ihre Vormachtstellung an diese verloren, blieben sie einer der dominierendsten Klans.
Mit dem Beginn der Kreuzritter-Bewahrer-Debatte endete das Goldene Zeitalter. Die Klans waren nicht mehr länger bereit sich der isolationistischen Fuchtel der Wölfe und Kojoten zu beugen. Die Sehnsucht nach der Heimat in der IS war im Laufe der Jahrhunderte so stark geworden, dass auch unter den Kojoten die Anhänger der Kreuzritterphilosophie immer zahlreicher wurden. Im Unterschied zu anderen Klans kristallisierten sich bei ihnen im besonderen Maße aber einzelne Blutlinien als überzeugte Kreuzritter oder Bewahrer heraus. Die politischen Machtkämpfe wurden erbittert ausgefochten, aber es gelang den Kreuzritter-Kojoten nicht sich durchzusetzen.
Es wurde unter den Klans viel über den so genannten Blutskandal diskutiert. Die Rolle unseres Klans ist dabei nicht besonders ruhmvoll, aber nach der Lektüre unserer Dateien, kann man es anders bewerten. Fakt ist, dass der damalige saKhan Carson Graves unter Mitwissen von Khan Eamon Phoushath handelte, als er sich mit den Kojoten-Kreuzrittern verschwor. Das Ziel des Khan, und das geht eindeutig aus seinen Aufzeichnungen heraus, war es, aus den Kojoten einen echten Kreuzritter-Klan zu machen und die daraus resultierende Machtverschiebung im Großen Konklave hätte wahrscheinlich zu einer viel früheren und wahrscheinlich erfolgreicheren Invasion geführt.
Eine andere Überlegung von ihm war, dass die neue Führung der Kojoten den Staraddern für ihre Unterstützung sehr dankbar gewesen wäre. Eine jahrzehntelange Fehde wäre zu Ende gegangen und die Kojoten wären vielleicht sogar unsere Verbündeten geworden. Aber durch die Inkompetenz und Machtgier von Carson Graves wurde all dies zunichte gemacht. Er war unvorsichtig und versuchte hinter dem Rücken der Kojoten und des Staradder-Khans, Informationen über die Verschwörung zu sammeln. Es war seine Absicht, diese vor dem Konklave der Khane zu präsentieren und einen Absorptionstest zu verlangen. Seine Macht und sein Einfluss wären bei einem Erfolg dieser hinterhältigen Intrige enorm gewachsen.
Aber er war unfähig, seinen Plan erfolgreich zu Ende zu bringen. Den loyalen Kojoten gelang es, hinter die Verschwörung und seine Pläne zu kommen. Die Kojote-Führung handelte blitzschnell und entschlossen. Acht Bluthäuser, die hinter der Verschwörung standen, wurden des Verrats angeklagt und nach einem kurzen Prozeß dem vollständigen Reaving unterworfen.
Die Kojote-Khanin Tatianna Steele verweigerte ihnen jedes Recht auf einen echten Prozeß und die Möglichkeit, sich zu verteidigen oder einen Widerspruchstest zu verlangen. Sie nutzte es aus, um potentielle Konkurrenten auszuschalten. Sie brach die Klangesetze zwar nicht, aber sie verbog sie zu ihrem Nutzen. Das sich ein fremder Klan eingemischt hatte, gab ihr die nötigen Mittel in die Hand. Es bedeutete den Tod von mehr als 2.000 Männern, Frauen und Kindern, die in einem Vernichtungstest gnadenlos hingerichtet wurden. Danach schwor sie ihren Klan völlig auf die Bewahrerphilosophie ein. Wer seitdem bei den Kojoten mit der Kreuzritter-Philosophie liebäugelt, ist in Gefahr, sofort als Verräter am Klan gebrandmarkt zu werden.
Nachdem sie ihren Klan diszipliniert hatte, wandte sich gegen uns. Sie hatte alle nötigen Beweise, um die Komplizenschaft von Carson Graves nachzuweisen und bedrohte unseren Klan mit den schlimmsten Konsequenzen. Enttäuscht über das Fehlschlagen des Plans und wütend über die Dummheit von Graves, forderte Khan Phoushath seinen saKhan zum Widerspruchstest heraus.
Graves wehrte sich tapfer, aber hatte letztendlich gegen die Wut seines Khans keine Chance. Er verlor Amt und Status und wurde samt seines Gitakes als surkairede den Kojoten zur Bestrafung übergeben.
Khanin Tatianna Steele tötete Graves und zerstörte sein giftake persönlich vor dem versammelten KojotenKonklave. Aber sie gab sich damit nicht zufrieden. Sie verlangte, dass Klan Staradder die gesamte Graves-Blutlinie auslöschen sollte. Für unseren Klan war das undenkbar. Carson Graves alleine hatte den Fehler begangen und den anderes Mitgliedern seines Bluthauses war nichts nachzuweisen. Es wäre eine Ungerechtigkeit ohnegleichen gewesen, wenn wir es zugelassen hätten. Die Kojoten gaben sich nicht zufrieden und griffen uns schließlich massiv an.
Nach den Erfolgen ihrer ersten Überraschungsangriffe schlugen wir aber zurück. Sie verloren mehr als wir und bald mussten sie sich zurückziehen. Aber sie haben es uns niemals verziehen und die Fehde dauert bis heute an. Durch das Große Reaving hatten sich die Kojoten selber geschwächt. Die ausgelöschten Blutlinen gehörten zu den Besten ihres Klans und teilweise auch zu den Besten von allen Klans, wie die berühmten Christoffersons. Diese Bluthäuser hatten überproportional viele hohe Offiziere und Khane gestellt. Sie würden dem Klan in der Zukunft fehlen. Aber das würde sich erst später zeigen.
Nach dem Blutskandal bauten die Kojoten wieder ihren Touman auf und intensivierten ihre Bemühungen, zusammen mit den Wölfen die Bemühungen der Kreuzritter für eine Invasion der IS zunichte zu machen. Aber ihre große Zeit ging zu Ende. Immer mehr Klans bekannten sich zur Kreuzritterphilosophie und erkannten, in welcher Art und Weise sie durch Wölfe und Kojoten in ihrer Entwicklung gehemmt wurden. Beide Klans wurden immer häufiger zum Ziel von Besitztests.
Während es den Wölfen gelang, sich erfolgreich zu verteidigen, hatten die Kojoten einen schwierigeren Stand.
Sie hatten gewaltige Besitzungen auf den Heimatwelten, waren aber nicht mehr in der Lage sie effektiv genug zu verteidigen. Interessanterweise sank die Qualität ihres Toumans nach dem Blutskandal immer stetig ab. Sie verloren immer mehr Kämpfe und bei den Klans ist es so, dass wenn ein Klan Schwäche zeigt, er zum Ziel für jeden wird. So haben wir es immer gehalten und auch die Kojoten waren keine Ausnahme. Besonders die Kreuzritter-Klans wie Nebelparder, Jadefalken, Gletscherteufel und auch wir eroberten von ihnen große Gebiete.
Ihr Touman schrumpfte unter den pausenlosen Angriffen weiter und kurz vor der Invasion besaßen sie nur noch auf sieben Welten ihre Kolonien, und nicht auf zwanzig wie vor 50 Jahren.
Ihre Versuche, das Rad wieder zurückzudrehen, wie ihre Angriffe auf die Schneeraben im Jahr 3047, scheiterten. Ihre Unfähigkeit und immer offensichtlicher werdende Schwäche machte ihnen schwer zu schaffen. Sie verloren sich in immer mehr Fehden und wurden immer unfähiger, sich der Realität zu stellen.
Ihre Schwächung führte auch zur Schwächung der Bewahrer-Fraktion und als im Jahre 3048 es zu endgültigen Abstimmung über die Invasion kam, waren sie nicht mehr in der Lage, sich zu widersetzen. Sie ließen die Wölfe im Stich und stimmten für die Invasion. Aber auch sie scheiterten früh in den ersten Runden der Ausscheidungskämpfe und schnitten dabei so schlecht ab, dass es ihnen nicht einmal gelang, um einen Platz als Reserveklan kämpfen zu dürfen.
Es gab uns damals einige Rätsel auf, warum sie als sonst so überzeugter Bewahrerklan es überhaupt versuchten. Vernünftige Einsicht war es sicherlich nicht. Heute haben wir es verstanden. Durch die Abwesenheit so vieler mächtiger Klans, von denen die Falken und Parder zu ihren größten Feinden gehörten, bekamen sie eine Ruhepause. Ihre neu gewählte Khanin Sullivan Koga erkannte, dass die Probleme des Klans tief von innen kamen. Das Zuchtprogramm war weit hinter das der anderen Klans zurückgefallen und der Touman war zu aufgebläht, um wirklich effektiv handeln zu können.
Sie stellte sich der schweren Aufgabe, den Klan zu reformieren. Die Strukturen waren inzwischen so verkrustet, dass die Widerstände gegen ihre Reformen gewaltig waren. Aber sie gab nicht auf und setzte sich durch. Weitere Rückschläge, wie durch die Teufelszorn-Kampagne und ihre gescheiterten Angriffe auf die Wolkenkobras und auf uns, stärkten aber ihre Position. Immer mehr Kojoten sahen die Notwendigkeit ein und erste Fortschritte wurden sichtbar.
Der Widerspruchskrieg zwischen Falken und Wölfe und die folgende Spaltung des Wolfsklans war für sie eine Katastrophe. Sie verloren damit ihren wichtigsten und ältesten Verbündeten. Vlad Ward`s extreme Kreuzritteransichten stießen sie ab und durch die Abschwörung der Bewahrerwölfe wäre ein Kontaktaufnahme sehr gefährlich für sie. Das einstige untrennbare Rudel aus Kojoten und Wölfen war gespalten. Ihre Wut über Vlad Ward ist inzwischen so angewachsen, dass eine Fehde immer wahrscheinlicher wird. Dieses Ereignis machte für sie endgültig klar, dass eine neue Zeit begonnen hatte.
Diese Erkenntnis wurde durch unsere Felsengräber-Absorption noch verstärkt. Auch sie versuchten, wie die Blutgeister, sich einzumischen. So griffen sie uns auf MARSCHALL und auf TATHIS an, aber es gelang unseren Kriegern, sie abzuwehren. Zu weiteren Attacken waren sie nicht in der Lage und wir bekamen genug Zeit, unsere Reihen wieder zu schließen und den Touman zu stärken. Es begann ein Rüstungswettlauf zwischen uns, der bis heute noch andauert. Ihre Technikerkaste ist immer noch zu gewaltigen Innovationen in der Lage, wie es die Erfindung der ATM-Technologie zeigt. Auch neue Mechs gaben den Kojotenkrieger neue schlagkräftige Waffen in ihre Hände. Durch erfolgreiche Besitztests verfügen auch wir jetzt über diese Technologien. Der Klan straffte seine Organisation und begann wieder von seiner Stärke überzeugt zu sein.
Mit der Vernichtung der Nebelparder endete die Invasion der IS. Für die Kojoten war es eine Bestätigung ihrer Philosophie und auch das gab ihnen neue Hoffnung. Enthusiastisch beteiligten sie sich an den aufflammenden Heimatwelten-Territorialkriegen. Ehrgeizig griffen sie viele Welten auf einmal an. Aber sie hatten ihre Stärke überschätzt. Was nutzen einem die besten Waffen, wenn die damit ausgerüsteten Krieger nicht in der Lage sind, damit richtig umzugehen?
Ihre Erfolge waren im Vergleich zu den eingesetzten Mitteln nur bescheiden. Auf HUNTRESS griffen sie uns und die Feuermandrille an, aber es gelang ihnen nicht, einen planetaren Brückenkopf zu bilden. Auf BRIM erlebten sie eine noch viel schlimmere Katastrophe. Sie hatten nicht mit der Möglichkeit einer Zusammenarbeit zwischen den Wolkenkobras und uns gerechnet und ihre Zeta Galaxis entging nur knapp einer Einkesselung und der folgenden Vernichtung. Aber ihre Verluste waren sehr schwer und viele ihrer besten Krieger fielen. Gegen die Gletscherteufel auf LONDERHOLM waren sie erfolgreicher, aber nach dem Ende der Kampagnen machte sich Enttäuschung in dem Klan breit.
Seltsamerweise sind viele Bewahrerklans oft konservativer als manche Kreuzritterklans. Die Kojoten gehören dazu. Als 3062 Klan Wolkenkobra ein intergalaktisches Treffen von Vertretern aller bekannten Religionen einberief und auch Vertreter aus der IS einlud, waren die Kojoten außer sich vor Wut. Sie nutzten den Rest ihres politischen Einflusses, um eine Koalition aufzubauen. Gemeinsam mit anderen Klans wie den Gletscherteufeln und den Stahlvipern griffen sie mit fast einer Galaxis Truppen an. Ihr Ziel war die völlige Vernichtung aller an diesem Treffen Beteiligten. Sie rechneten nicht mit der Stärke der Wolkenkobras, welche diesen Angriff abwehrten. Dieser Fehlschlag kostete sie nicht nur viele gute Krieger, sondern es schadete ihrer politischen Machtstellung sehr.
In einer stürmischen Sitzung des Großen Konklaves wurden die Kojoten und ihre Verbündeten gemaßregelt. Es war für sie eine noch größere Schande als eine Verurteilung. Sie hatten wieder einmal bewiesen, dass sie nicht mehr zu erfolgreicheren größeren Operationen fähig waren und als Führer wieder einmal versagt hatten. Kurz danach kam es zu einem weiteren schlimmeren Rückschlag für sie. Khanin Sullivan Koga griff unsere Enklave auf HUNTRESS an, um ein wichtiges Wissenschaftlerteam zu erbeuten, die an der Entwicklung der Protomechs beteiligt waren. Es gelang ihnen, aber Khanin Koga fiel im Duell mit einem unserer Krieger.
Sie war eine der fähigsten Khane gewesen, welche die Kojoten in den letzten Jahrzehnten gehabt hatten und ihr Tod hinterließ ein Machtvakuum. Der Klan konnte sich lange nicht auf eine neue Strategie einigen und lang zurückgedrängte Konflikte brachen auf. Andere Klans nützen es gnadenlos aus. Wir holten uns all das zurück, was sie uns vorher gestohlen hatten, aber Klan Jadefalke fügte ihnen den schwersten Schlag zu.
Ihre Heimatwelt TAMARON ist der ganze Stolz des Klans. Aus einer CO2-verseuchten Wüstenwelt haben sie eine Welt erschaffen, die in ihrer Schönheit sogar mit STRANA MECHTY konkurrieren kann. Es war noch nie einem Feind gelungen, auf dem Planeten zu landen und einen Brückenkopf zu bilden. Den Jadefalken gelang es jetzt. Dieser Angriff war der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Sie stellten ihre Differenzen zurück und griffen die Falken massiv an. Diese konnten gegen diese ununterbrochenen Angriffe nicht ankommen und zogen sich schließlich zurück. Es war ein Wendepunkt für sie.
Nach diesen für sie sehr ereignisreichen Jahren hielten sie sich weitestgehend zurück und nutzten die Zeit, um sich wieder aufzubauen. Sie unternahmen keine größeren militärischen Operationen mehr, sondern agierten diplomatischer und viel zielgerichteter. Von den Diamanthaien erkauften sie sich deren Gebiete auf DELIOS und NEW KENT und es gelang ihnen auch, den Gletscherteufeln Gebiete auf LONDERHOLM abzunehmen. Ihr Touman ist heutzutage wieder in besserer Verfassung als vor einigen Jahren und sie scheinen entschlossen, sich wieder ihre einstige Vormachtstellung zurückzuholen. Man kann das auch Größenwahn nennen.
Für uns bedeutet es, dass wir sehr auf sie aufpassen müssen. Unsere Fehde mit den Blutgeistern sollte nicht dazu führen, dass wir ihnen den Rücken zuwenden. Sie sind in der Lage, unserem Klan sehr zu schaden und ihre hasserfüllten Ausbrüche gegen uns zeigen eindeutig, dass wir und die Wolkenkobras ihre primären Feinde sind. Unser Bündnis mit den Kobras gibt uns aber auch einen gewaltigen Vorteil. Wenn sie einen von uns angreifen, können sie sich 100%ig sicher sein, dass der andere sie angreifen wird. Sie wären in einem Zweifrontenkrieg gefangen, den sie niemals gewinnen könnten. Unsere Kampfstärke am Boden und die Expertise der Kobras im Luftraumkampf würde sie aufreiben. Es muss unser Ziel sein, die Kojoten weiter zu schwächen. Gegen diesen alten Feind zu kämpfen, kann jener Schmelztiegel werden, der unsere Verbindungen zu den Kobras noch weiter vertieft. Den Kojoten zu schaden, könnte ihnen sehr gefallen und wir müssen versuchen, sie davon zu überzeugen.
Aber die Kojoten sind Klan und sie haben immer wieder versucht, ihre einstigen Verbindungen unter den anderen Klans wieder aufzufrischen. Besonders besorgniserregend sind ihre Versuche, zu den Blutgeistern Verbindungen aufzubauen. Aber diese hassen sie noch für ihre Rolle bei der Vernichtung des Kindraa Smythe-Jewel und das engere Bündnis zwischen den Geistern und Affen macht es unwahrscheinlich, dass sie eines Tages eine Allianz bilden werden. Aber sie spüren, dass wenige unter den anderen Klan wirklich an einer engeren Verbindung zu ihnen interessiert sind und deswegen machen sie auch kaum Fortschritte.
In den letzten Jahren ist unter den Kriegern eine neue Bewegung entstanden, die immer weiter Zulauf bekommt. Diese so genannten Geistertänzer gehen auf so genannte Geisterquesten und suchen nach Visionen, die ihnen dabei helfen sollen, die Zukunft des Klans besser zu gestalten. Diese Krieger gehören zu den fanatischsten unter den Klans, denn sie kämpfen wie in Trance und ohne Rücksicht auf sich selbst. Mit der Realität haben sie nur noch wenig im Sinn. Im Kampf stürmen sie oft nur stur vorwärts und taktisch sehr unflexibel. Sie lassen sich deswegen relativ leicht ausmanövrieren. Aber die Geistertänzer zeigen, dass die Kojoten immer noch sehr gefährlich sind und nicht nur ihre Tech- und Wissenschaftlerkasten zu bösen Überraschungen fähig sind.
Ein Kompromiss mit ihnen erscheint unmöglich. Also müssen wir sie so sehr schwächen, dass sie keine Gefahr mehr für uns sind. Sollen sie zu einer machtlosen Sekte von Träumern auf TAMARON werden. Ihre Zeit ist vorbei und andere, bessere Klans werden die Zukunft gestalten.
Hochachtungsvoll
Sterncaptain Jean Gastopiv
Hier ist unsere aktuelle Einschätzung der
Feuermandrille.
„Ein neuer Tag zieht auf,
die alten Rivalitäten bleiben bestehen,
ein falscher Freund sät Hass,
ein CIRCE Gewittersturm zieht auf,
die Gruppe schließt ihre Reihen,
wie wird die Zukunft sich entwickeln?“
Dieses Todeshaiku, was so treffend die Situation der Feuermandrille beschreibt, stammt von Sterncaptain Daila Sainze, die es kurz vor ihrer Entleibung niederschrieb. Sie wurde während eines Besitztests auf DAGDA als Leibeigene genommen und ihr Meister gestattete ihr aus Respekt die Entleibung durch seppuku.
Es ist wichtig, dass wir bei der Betrachtung der Mandrille ihre Beziehungen zu den damaligen Felsengräbern mit berücksichtigen, denn der Staradder-Klan hat sie nach Ansicht der Mandrille geerbt. Der Ursprung dieser lang andauernden Fehde begann, wie bei so vielen anderen, bei der Befreiung der Pentagon-Welten. Die Feuermandrille waren damals durch ihre egoistische Haltung nicht in der Lage, den Felsengräbern den notwendigen Flankenschutz zu geben. Ohne die Hilfe der Witwenmacher wären diese in große Schwierigkeiten geraten und die Befreiung von DAGDA wäre wahrscheinlich sogar gescheitert. Infolgedessen und durch die eng nebeneinander liegenden Gebiete beider Klans kam es sehr oft zu erbitterten Auseinandersetzungen, die sich schließlich zu einer Fehde kumulierten.
Die Feuermandrille als einen Klan im wahren Sinn zu bezeichnen, wäre eine Lüge. Die Basis ihrer Gesellschaft bilden seit dem Beginn der Klans so genannte Kindraas. In ihnen haben sich mehrere Bluthäuser zusammengeschlossen und verfolgen egoistisch ihre eigenen Ziele. Der Klan als Gesamtheit hat bei ihnen einen geringen Stellenwert. Es ist fast ein Wunder, dass sie es bis heute geschafft haben, gegen ihre äußeren Feinde und besonders gegen sich selber zu bestehen. Alles und jedes wird in Frage gestellt und muss gegen Widerspruchstests verteidigt werden. Ihre Khane wurden lange Zeit nicht gewählt, sondern durch Serien von Positions- und Widerspruchstests bestimmt. Politische Stabilität kann man deswegen von ihnen nicht erwarten.
Der Ursprung der Kindraas liegt weit in der Vergangenheit. Es war den Mandrillen nie gelungen, in ihrem Klan die notwendige Einheit zu erreichen. Wie sollte es auch gelingen, wenn ihre ersten beiden Khane, die aus den später so prominenten Bluthäusern der Paynes und Sainzes stammten, sich gegenseitig abgrundtief hassten. Diese Rivalität führte bei der Befreiung der Pentagon-Welten zu großen Verlusten für den Klan und deswegen vertiefte sie sich noch. Die Verteilung der Beute erzeugte Neid und Gier unter ihren Führern. Niemand gönnte dem anderen etwas. Auf die Idee, dass der Besitz Eigentum des ganzen Klans sein sollte und nicht nur eines einzelnen, kamen sie nicht. Und so kam es, wie es kommen musste.
Die Bluthäuser begannen untereinander, um Ressourcen zu konkurrieren und auch bald zu kämpfen. Die Absorption der Witwenmacher durch Klan Wolf war der Funke. Das Bluthaus Sainze eroberte für sich selber weite Teile der ehemaligen Witwenmacher-Enklave auf DAGDA. Aber sie beanspruchten es nur für sich selbst. In den folgenden Monaten bildeten sich die verschiedenen Verbindungen heraus und sie wachten streng und eifersüchtig über ihre genetische Reinheit. Krieger, die nicht zu den in einem Kindraa gehörenden Blutlinien zählten, galten als unerwünscht und wurden entfernt. Gekämpft wurde nicht um wertvolle Gebiete, sondern auch um diverse Blutlinien, um dem einzelnen Kindraa eine gesicherte genetische Zukunft ermöglichen. Freigeborene hatten in den meisten Kindraas immer gute Chancen sich zu beweisen, denn ohne die Akzeptanz des Genmaterials von ausgezeichneten freigeborenen Kämpfern wäre es zu schweren Inzuchtproblemen gekommen, wie es den Paynes passierte.
In dieser Zeit des Wandels waren sie sehr verwundbar. Hätte ein anderer Klan mitbekommen, was sich bei ihnen abspielte, wären sie sofort angegriffen worden. Ob sie sich dagegen hätten verteidigen können, ist zweifelhaft. Aber als Klan Felsengräber als erster davon erfuhr, hatten sich die Kindraas organisiert und bildeten wehrhafte Gegner. Sie wehrten die Angriffe der Felsengräber erst im Khankonklave und dann auch noch militärisch ab. Die Eroberung großer Gebiete auf DAGDA war damals die Folge. In den nächsten Jahren wurden die schwächsten Kindraas von stärkeren absorbiert oder sie schlossen sich zu gemeinsamen Schutz- und Trutzbündnissen zusammen. Die intrigenreiche Innenpolitik des Klans trug ein Übriges dazu bei. Einige wurden von ihren Feinden aufgestachelt und griffen Gegner an, mit denen sie sich besser nicht angelegt hatten. Was von ihnen nach diesen Angriffen übrig blieb, wurde von anderen, meistens ihren Gegnern, absorbiert. Einige Kindraas wurden infolgedessen sehr stark und begannen den Klan zu dominieren. Sie versuchten, durch eine absolute Dominanz den Klan wieder unter ihrer Führung zu einigen. Andere interessierten sich nur für sich selbst und betrieben eine elitäre Isolationspolitik.
Der Kindraa Smythe-Jewel war zu dieser Zeit nicht der stärkste der Kindraas, aber dafür der ehrgeizigste. Er begann 2855 einen Feldzug gegen die Kojoten und es gelang ihnen, als einer der ersten Klans die Omnimechtechnologie zu erbeuten. Es war eine große Leistung von ihnen, aber im Hintergrund gab es Anschuldigungen, dass dieser Kindraa beim Bieten betrogen hatte. Der Kindraaführer Samson Smythe hatte aber mehr vor. Er kontaktierte Klan Blutgeist, der zu dieser Zeit in großen Schwierigkeiten war. Er bot ihnen an, für Gebiete auf dem Planeten FOSTER, die Omnimechtech zu geben. Für die stravag Geister war es ein Geschenk des Himmels. Alleine wären sie nie und nimmer dazu in der Lage gewesen und sie erklärten sich mit diesem Geschäft einverstanden. Beide Seiten arbeiteten eng miteinander und besonders die auf FOSTER ansässigen Felsengräber mussten unter ihren gemeinsamen Angriffen leiden. Wenige Jahre später, als die Blutgeister sich nicht mehr länger gegen die Angriffe der Felsengräber im FOSTER-System halten konnten, schenkten sie diesem Kindraa den Rest ihrer Enklave und flüchteten. Der Smythe-Jewel-Kindraa siedelte nun vollständig nach FOSTER um und baute es zu einer starken Festung aus.
Von dort aus spannen sie ihre Intrigen weiter. Sie spielten andere Kindraas gegeneinander aus und errangen bald eine Vormachtstellung. Aber auch sie waren nur an ihrer eigenen Macht interessiert und versäumten es, den Klan zu einigen. Ihnen zu trauen, sollte sich für jeden anderen Kindraa als ein Fehler erweisen, wie es ein weiterer Zwischenfall im Jahre 2872 zeigte. In diesem Jahr gewannen der Smythe-Jewel- und der Payne-Kindraa das Recht, gegen Klan Höllenross einen Besitztest um die Elementar-Technologien zu führen. Der Kindraa-Führer Wiliam Smythe hatte den Befehl über die gemeinsame Streitmacht und er handelte den Kampf aus. Aber ganz in der Tradition seines Kindraas log er dabei. Während er seine Streitmacht als kleiner und unerfahrener darstellte, als sie wirklich war, machte er aus den Payne-Truppen eine starke Elitetruppe. Die Höllenrösser stellten dementsprechend ihre Truppen auf. Die Paynes wurden unter für sie schwersten Verlusten überrannt, aber die Smythe-Jewels errangen einen klaren Sieg über die schwächeren Höllenross-Einheiten und verschwanden mit der Kriegsbeute. Es war wieder ein typisches Beispiel für die Art und Weise, wie sich innenpolitische Machtkämpfe auf den Klan auswirkten. Die Paynes waren ein erbitterter Konkurrent der Smythe-Jewels um die Macht im Klan und jede Gelegenheit sie zu schädigen, musste ausgenutzt werden.
Die Höllenrösser waren über diese stravag Taktiken selbstverständlich außer sich und griffen ein Jahr später im Bündnis mit den Kojoten die Smythe-Jewel-Enklave auf FOSTER massiv an. Sie erklärten einen Absorptionstest und der Kindraa nahm in seiner Arroganz an. Nach einem Tag und einer Nacht der erbittertest ausgefochtenen Gefechte existierte der Kindraa nicht mehr. Es gibt sogar das Gerücht, das der Payne-Kindraa, der ebenfalls eine kleine Enklave auf FOSTER besitzt, sich gegen seine Mitklanner wandte und so den Verrat an ihnen rächte. Die Rösser und Kojoten, beide zufrieden über ihre erfolgreiche Rache, teilten sich die Kriegsbeute.
Die Smythe-Jewel-Vernichtung ist für die Mandrille seitdem wie ein Trauma. Vorher waren sie der Meinung, dass ein einzelner Kindraa sehr wohl in der Lage ist, sich gegen alle äußeren Feinde zu verteidigen. Diese arrogante Annahme wurde ad absurdum geführt. Es gibt bei ihnen eine verdrängte, aber sehr reale Befürchtung, dass sie sich nicht gegen einen konzentrierten und wirklich entschlossenen Angriff von außen würden wehren können. Einige Kindraas wie der von den Tanaga-Faradays oder den Mattila-Carrols versuchen seitdem immer wieder, mit mehr oder weniger Erfolg, wenigstens etwas Einigkeit und Geschlossenheit aufzubauen. Aber das Fehlen eines echten Gegners, der die Mandrille so bedrohte und schockte wie die damalige Höllenroß-Kojoten-Allianz, ließ diese Bestrebungen aus mangelndem Interesse wieder einschlafen.
Für den Rest des Goldenen Zeitalters waren die Mandrille wieder fast nur mit sich selbst beschäftigt. Sie waren der einzige Klan, der nichts zu den großen technischen und sozialen Fortschritten dieser Ära beitrug. Ihre Kolonien beschränkten sich auf Welten, die sich im nächsten Radius von STRANA MECHTY befinden. Das einzige Gebiet, in dem sie sich auszeichneten, sind ihre Krieger. Das soll niemanden verwundern, denn die Mandrille leben in einer ständigen Alarmbereitschaft. Sie müssen stets mit Angriffen von innen und von außen rechnen. Das schärft verständlicherweise einen Krieger. Aber es erschafft auch eine Atmosphäre der Paranoia. Sie ähneln in dieser Hinsicht den ehemaligen Nebelpardern. Während andere Klans prosperierten, schränkten sich also ein und verspielten ihre Chancen ein großer Klan zu werden.
Mit dem Beginn der Großen Debatte und dem parallelen Entstehen der Kreuzritter- und Bewahrerbewegungen geriet der Klan in weitere Schwierigkeiten. Die einzelnen Kindraas bekannten sich zu einer der beiden Philosophien und die alten Fehden entbrannten mit neuer Energie von vorne, als es darum ging, welche Richtung der Klan als ganzes unterstützen sollte. Die Kämpfe waren erbittert und einige der schwächeren Bewahrer-Kindraas wurden dermaßen dezimiert, dass sie absorbiert wurden. Die Kreuzritter setzten sich schließlich durch. Aber auch jenes änderte nichts an der fraktionalen Struktur des Klans. Als es darum ging, welcher Kindraa die Führungsrolle bei der Invasion übernehmen sollte, lösten es die Mandrille auf die ihnen einzige vorstellbare Art und Weise: sie kämpften gegeneinander. Schon im Vorfeld fügten sie sich derartige Verluste zu, dass sie in den richtigen Ausscheidungskämpfen gegen andere Klans keine Chance mehr hatten. Sie scheiterten jämmerlich.
Der Verlust so vieler ihrer besten Einheiten sollte sie bald teuer zu stehen kommen. Die Teufelszorn-Kampagne der Geltscherteufel traf sie von allen Heimatweltenklans am härtesten und sie büßten die meisten Gebiete ein. Weitere Niederlagen gegen Klan Felsengräber und die Unfähigkeit eine gemeinsame Abwehrfront aufzubauen, führten sogar zum freiwilligen Rücktritt einer ihrer Khane, ein bis dato nie da gewesenes Ereignis. Der Klan als ganzes war zu dieser Zeit sehr geschwächt und wäre nicht die Invasion am Laufen gewesen oder hätte einer der Heimatweltenklans von dieser Schwächung erfahren, dann wäre ein Absorptionstest möglich gewesen. So nutzen sie aber ihre Zeit, um leise wieder ihre gelichteten Sternhaufen aufzubauen. Es kam sogar zu den ersten zaghaften Versuchen seit langem, die interne Einheit zu stärken.
Welchen Erfolg sie damit haben konnten, zeigte sich, als sie während der Felsengräber-Absorption deren Enklave auf DAGDA angriffen und ihre erst dort verlorenen Gebiete zurückeroberten. Aber wer dachte, dass der Klan damit eine Wende begonnen hatte, sollte bald eines Besseren belehrt werden. Im Großen Widerspruch auf STRANA MECHTY kam es sogar soweit, dass sich einige Mandrille duellierten und ihren IS-Gegnern so einen leichten Sieg bescherten.
Für unseren Klan sind seit der Felsengräber-Absorption die Mandrille zu einem Todfeind geworden. Sie beharren auf der alten Fehde und haben sie, wie die Blutgeister, auf den Staradder-Klan übertragen. In den Jahren nach dem Großen Widerspruch kam es sehr oft zu Kämpfen zwischen uns und einzelnen Kindraas. Überall, wo wir gemeinsame Kolonien besitzen, sei es auf HUNTRESS, DAGDA oder MARSCHALL häuften sich die Besitztests. Aber wir boten ihnen Paroli und ihre desorganisierten Anstrengungen scheiterten. Ihr Groll über ihre Unfähigkeit wuchs und sie versuchten immer wieder, uns anzugreifen.
Jeder Fortschritt in ihren Bemühungen, ihre Fraktionalität zurückzustellen und den Klan zu einigen, wurde 3066 zunichte gemacht, als mehrere andere Kindraas den Sainzes ihre Unterstützung verweigerten, als die Beyl-Grants versuchten, ihnen das Amt des saKhan abzunehmen zu übernehmen. Die Sainzes begannen einen Rachefeldzug gegen die Beyl-Grants und ihre Verbündeten. Beide Seiten erlitten schwere Verluste. Was diesen Konflikt aber so besonders macht, ist, dass nach dem Abschluss der Kampfhandlungen der Kindraa Payne sich mit den sehr geschwächten Beyl-Grants zusammenschloss. Die Paynes wollten so verhindern, dass ihre Erzfeinde, die Sainze, sich stärken konnten und vereinbarten schnell und sehr geschickt, die Bedingungen des gegenseitigen Zusammenschlusses. Das über die Jahrzehnte erkämpfte und sehr fragile Gleichgewicht zwischen den Kindraas geriet durch die Bildung dieses neuen „ilKindraa“ Payne-Beyl-Grant ins Wanken. Es hatte den Anschein, dass dieser neuen Macht die Zukunft gehören würde. Aber wieder kam es zu unerwarteten Ereignissen, die alles von neuem veränderten.
Seit den ersten Kontakten zwischen dem Kindraa Smythe-Jewel und den Blutgeistern bestand zwischen diesen beiden Klans ein besonderes Verhältnis. Die Feuermandrille sind neben den Schneeraben die einzigen, denen die paranoiden Geister trauen. Nach der Felsengräber-Absorption und dem Großen Widerspruch begann der ilChi der Blutgeister, Jas Keller, seine giftige und aufhetzende Propaganda in die willigen Ohren vieler Mandrille zu flüstern. Gerne folgten sie seinen Ideen, sich gegen den Staradder-Klan zu wenden. Besonders jene in dem Mick-Kreese-Kindraa vertieften ihre Bindungen zu den Geistern und ein reges Austauschprogramm an Technologien und Genmaterial begann. Gemeinsam begannen sie Manöver ihrer Truppen zu organisieren und tauschten Einheiten aus. So befindet sich zurzeit ein Sternhaufen der Mandrille auf YORK, wo er gegen Krieger unserer Beta-Galaxis eingesetzt wird. Ein Sternhaufen der Geister kämpft auf DAGDA gegen unsere dortigen Einheiten. Durch die Unterstützung der Geister wurden die Mick-Kreeses immer stärker und aggressiver. Der Höhepunkt war der gemeinsame Angriff der Geister und dieses Kindraas auf unsere TATHIS-Enklave Anfang dieses Jahres.
Die von uns unbemerkt aufgestellte neue Iota Galaxis der Blutgeister, zusätzliche zwei Sternhaufen und das POTEMKIN-Klasse Kriegsschiff „Jungle Heat“ der Mick-Kreeses griffen die drei der auf TATHIS stationierten Sternhaufen der Sigma-Galaxis an. Sie scherten sich nicht um zellbriggen, sondern sie kamen, um alles zu vernichten. Fünf Elite-Einheiten gegen drei von unseren Garnisonssternhaufen. Tapfer setzten sich unsere Krieger zu Wehr und sie hielten lange stand. Aber es sah nicht gut für sie aus. Die ständigen Angriffe und die Bedrohung der zivilen Kasten erschwerte die Verteidigung. Der Entsatz würde zu spät ankommen und ihre Vernichtung schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Sie wehrten sich mit dem Mut der Verzweiflung und spielten auf Zeit. Da geschah etwas völlig unerwartetes. Zwei Sternhaufen des Feuermandrill-Kindraa Kline griffen an. Ihr plötzliches Erscheinen auf dem Schlachtfeld stürzte die feindlichen Schlachtreihen ins Chaos. Unsere Kämpfer fassten Mut und starteten eine furiose Gegenoffensive. In den nächsten drei Stunden herrschte das völlige Chaos. Kline- und Mick-Kreese-Krieger bekämpften sich zu oft gegenseitig, wenn sie in ihrer Konkurrenz dem anderen keinen Vorteil gönnten. Ohne die Blutgeister hätte die gesamte Operation zu einer Katastrophe werden können. Ihnen gelang es aber, unsere Krieger zurückzuschlagen. Ihre Einkesselung scheiterte aber und es gelang ihnen, sich in gut ausgebaute befestigte Stellungen zurückzuziehen, in denen sie sich auf eine Belagerung vorbereiteten..
Es war der alliierten Streitmacht aus Geistern und Affen nicht gelungen, die planetare Garnison zu vernichten. Im Gegenteil, obwohl sie besiegt und schwer angeschlagen worden waren, hatte der Gegner noch schwerere Verluste einstecken müssen. Ihre Vorräte waren erschöpft und es war klar, dass die Ankunft von Adder-Verstärkungen kurz bevorstand. Nachdem ein Angriff auf die Befestigungen gescheitert waren, entschieden sich Affen und Geister, dass es besser wäre, sich zurückzuziehen. Sie ahnten nicht, wie kurz sie vor einem völligen Sieg gestanden hatten. Die TATHIS-Garnison war fast aufgerieben worden und musste durch zwei Frontsternhaufen ersetzt werden.
Für die Feuermandrille hatte diese Schlacht ein Nachspiel. Für die Klines war ihre Einmischung eine absolute Katastrophe gewesen. Sie hatten von ihren beiden Sternhaufen nur knapp zwei Trinärsterne retten können. Dieser Kindraa war nie sehr stark gewesen und der Verlust von so vielen Kriegern war für sie eine Katastrophe. Jas Keller schürte ihre Angst, in dem er behauptete, dass Klan Staradder beschlossen hatte, Kindraa Kline zu absorbieren. Die Mick-Kreeses unterstützten ihn und stellten die Kline vor die Wahl, sich mit ihrem Kindraa zusammenzuschließen oder als Leibeigene der Staradders zu enden. Leider entschieden sich die Klines in ihrer Dummheit für den Zusammenschluss. Damit war der zweite „Super“-Kindraa entstanden.
Während Payne-Beyl-Grant überzeugte Bewahrer sind, folgt der „neue“ Mick-Kresse-Kline der Kreuzritter-Ideologie. Die Klines waren vorher auch Bewahrer gewesen, sind jetzt aber durch ihre Ehre gezwungen, sich dem Befehl des Kindraa-Führers Andrew Kreese zu beugen. Die ehemalige Anführerin der Kline, Samantha Kline, wurde wenig später zum saKhan gewählt, was den Einfluss des Mick-Kreese-Kline Kindraas weiter stärkte. Es ist wieder ein gewisses Gleichgewicht im Klan entstanden. Durch ihre schweren Verluste in den letzten Jahre sind die Mandrille gezwungen, auch nach äußeren Verbündeten Ausschau zu halten, um weiter gegen andere mächtige Klans bestehen zu können. Ihr Bündnis mit den Blutgeistern, die genau vor dem gleichem Problem stehen, zeigt, dass sie es verstanden haben. Allerdings ist es unverständlich, warum sie bereit sind, sich in eine Fehde einzumischen, die zu ihrem Untergang werden könnte.
Sie haben unter den anderen Klan viele Feinde. Die Goliathskorpione hassen sie, weil in einem Gefecht des Goldenen Zeitalters ein Krieger der Mattila-Carrols ihr Idol Ethan Moreau ermordete, als dieser wehrlos war. Sie haben es ihnen niemals verziehen. Die Stahlvipern und Mandrille waren sich nie gut gesonnen. Beide verübeln dem anderen seine Arroganz. Die Schneeraben hetzen die Mandrille weiter gegen die Vipern auf und gerade auf MARSCHALL kommt es immer häufiger zu schweren Kämpfen zwischen einzelnen Kindraas und den Vipern. Die Höllenrösser sind seit der Vernichtung der Smythe-Jewels zu einem Todfeind der Affen geworden. Wären die Rösser nicht mit anderen Aktivitäten beschäftigt, ständen die Mandrille vor einem größeren Problem. Die Kojoten hingegen haben in den letzten Jahren erfolglos versucht, die Affen in ihre Fehde gegen uns einzubinden. Zu tief misstrauen sie dem Klan, der sie immer aus dem Hinterhalt angegriffen hat.
Für uns bedeutet es nur eins: wir müssen die Feuermandrille weiter schwächen oder sogar vernichten. Ihre Stärke der Vielseitigkeit ist gleichzeitig auch ihre größte Schwäche. Gegen die geballte Macht der Staradders wären die Mandrille machtlos. Eine drastische Machtdemonstration, die den Mandrillen zeigt, mit wem sie sich anlegen und in welcher Gefahr sie schweben, würden sie verstehen. Die Zeiten, wo sie ungefährdet ihre Spielchen zum schaden der anderen Klans spielten, sind endgültig vorbei. Aber wir müssen uns vorsehen. Unser gewaltiger Machtzuwachs hat in den letzten Jahren andere Klans uns gegenüber misstrauischer gemacht. Eine so gewaltige Machtdemonstration könnte eine andere Allianz gegen uns schmieden und unseren langfristigen Plänen sehr schaden. Wir sollten die alten Feindschaften der anderen Klans gegen sie ausnutzen und selber Allianzen gegen aufbauen. In dieser Hinsicht hat sich als besonders viel versprechend der vollständige Umzug der Mattila-Carrols nach HUNTRESS erwiesen.
Wie es damals schon die Absorption der Smythe-Jewels gezeigt hat, ist die Konzentration eines Kindraas in einem so eingeschränkten Gebiet für ihn sehr gefährlich. Ihre Enklave um das Gebiet um die Stadt Pahn City ist gut befestigt, ihre Krieger sind hervorragend ausgebildet und motiviert, aber es ist ihnen in den letzten Jahren nicht gelungen, irgendwelche Fortschritte zu erzielen. Ihr Gebiet bleibt isoliert. Der Verlust des Khanamtes und die Bildung des Mick-Kreese-Kline-Kindraas haben die Mattila-Carrols weiter geschwächt. Verbündete, wie einst die Klines, haben sie jetzt nicht mehr und es ist deswegen sehr unwahrscheinlich, dass ihnen ein anderer Kindraa helfen würde. Wenn wir uns beispielsweise mit den Goliathskorpionen auf eine Allianz gegen sie verständigen könnten, wären wir in der Lage diesen Kindraa auszuschalten. Den Skorpionen könnte es gefallen, ihre alte Rechnung mit diesem speziellen Kindraa zu begleichen. Es hat sich gezeigt, dass wenn ein Kindraa völlig ausgeschaltet wurde, dessen Krieger eifrig bemüht sind, sich in dem neuen Klan zu beweisen weil Versuch, wieder in ihren alten Kindraa zurückzugelangen, unmöglich ist.
Mit den Payne-Beyl-Grants haben wir nur wenige Auseinandersetzungen gehabt. Das Desinteresse dieses Kindraas an äußeren Konflikten und ihre Fixierung auf die uralte Fehde mit den Sainzes macht es unwahrscheinlich, dass sie sich von den Blutgeistern in ihre Fehde mit uns hineinziehen lassen werden. Dank des „frischen“ Blutes des anderen Kindraas wird es den Paynes auch gelingen, jene Inzuchtprobleme auszumerzen, die ihrem Zuchtprogramm in den letzten Dekaden so zu schaffen gemacht haben. Von allen Kindraas stehen sie uns am neutralsten gegenüber. Die Beyl-Grants hatten, als sie noch ein unabhängiger Kindraa waren, eine Blutfehde mit den Mick-Kreese. Diese ruht zurzeit zwar, aber das böse Blut zwischen diesen beiden mächtigen Kindraas müssen wir zu unserem Vorteil nutzen. Vielleicht sollten wir ihnen sogar in ihrem Kampf gegen die Sainzes Unterstützung gewähren. Wir wissen, dass es diesem Kindraa nicht gefällt, wie sehr sich Klan Blutgeist in die internen Angelegenheiten des Feuermandrill-Klans inzwischen einmischt. Das inzwischen immer arroganter werdende Auftreten von Jas Keller, der für Bewahrer nichts als Verachtung übrig hat und es auch immer häufiger zeigt, tut ein übriges.
Der Sainze-Kindraa hat inzwischen viel von seiner einst so unangefochtenen Dominanz verloren. Dass ihre Erzfeinde der Paynes jetzt so mächtig geworden sind und das es hauptsächlich aufgrund ihrer wütenden Angriffe gegen die anderen Kindraas so weit gekommen ist, macht ihnen schwer zu schaffen. Sie und die Paynes-Beyl-Grants bereiten sich auf die große entscheidende Auseinandersetzung vor, wer in der Zukunft den Klan beherrschen wird.
Die Faraday-Tanagas sind der einzige Kindraa, der immer versucht hat, dem Klan jene Einheit zu geben, den die anderen Klans ihnen vorzeigen. Sie sind hartnäckig und haben sich nie durch die ständigen Rückschläge abschrecken lassen. Sie sind die einzigen unter den Feuermandrillen, die strategisch vorausplanen und uns in dieser Eigenschaft sehr ähnlich sind. Deshalb sind sie besonders gefährlich. In den letzten Monaten haben sie sehr intensive Gespräche mit den Blutgeistern geführt und es ist am wahrscheinlichsten, dass sie der nächste Kindraa sind, welcher der Anti-Staradder-Allianz der Geister und Mandrille beitritt. Sie hoffen, dass der Kampf gegen einen starken gemeinsamen Feind, die anderen Kindraas endlich von der Notwendigkeit der klaninternen Einheit und Geschlossenheit überzeugt. Wir sollten ihnen zeigen, dass wer mit dem Feuer spielt, sich böse verbrennen kann. Es ist günstig, dass ihre Besitzungen sich auch auf den gleichen Planeten wie die der Mick-Kreese-Klines befinden.
Wir dürfen aber die Einmischung der Mick-Kreese-Klines in unseren Konflikt mit den Geistern nicht mehr länger dulden. Diese Allianz hat sich für unseren Klan zu einem gefährlichen Gegner entwickelt und wir müssen alles Mögliche unternehmen, um sie zu zerstören. Unser Widerspruchstest gegen die Blutgeister ist eine Angelegenheit nur zwischen uns und den Geistern. Diese Einmischung der Feuermandrille ist ehrlos und muss bestraft werden. Wir haben es in den letzten Monaten anderen Klans gegenüber sehr deutlich gemacht. Viele, wie die Höllenrösser, sehen es genauso, aber sie würden sich nicht einmischen. Ihre stillschweigende Akzeptanz, wenn wir losschlagen würden, reicht uns aber. Die Zeit ist günstig, denn durch den erzwungenen Zusammenschluß hat der Kindraa noch nicht die innere Geschlossenheit erreicht, die er zur Abwehr einer massiven Offensive benötigt.
Die Blutgeister müssen beschäftigt und abgelenkt werden, dann sollten wir zuschlagen. Sind sie nicht in der Lage ihren so teuren Verbündeten, die nötige Unterstützung zuteil werden zu lassen, werden sich andere Kindraas oder Klans es sich zweimal überlegen, ob sie den stravag Geistern helfen.
Für fast alle anderen Klans ist der Lebensstil der Mandrille eine Verspottung von all dem, was sich Nicholas Kerensky mit der Erschaffung der Klan erträumte. Ihre Unfähigkeit, sich als Leibeigene dem Wesen ihres neuen Klans anzupassen, eine Eigenschaft, die einen Klankrieger auszeichnet, macht sie noch mehr zu Außenseitern. Die Mandrille sind ein Synonym für die Schwäche und für das Unvermögen der Heimatweltenklans, ihre alten Fehden zu vergessen, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Sie sind ein Klan, wie ihn sich die Sphäroiden nur erträumen können. Mit sich selber beschäftigt, in Fehden gefangen, egoistisch nur auf die eigenen kurzfristigen Vorteile bedacht, kurzsichtig ohne langfristige Visionen, gierig und deswegen leicht manipulierbar und sich mit all dem selbst einschränkend.
Hochachungsvoll,
Sterncaptain Jean Gastopiv
Hier ist unser Bericht über den
Blutgeist-Klan.
Es fällt mir schwer, sie meiner Aufgabe gerecht unvoreingenommen zu betrachten. Zu viel Unrecht hat uns dieser Klan zugefügt und in seiner Borniertheit als Gerechtigkeit deklariert. Aber am Ende wird die Wahrheit über die Lügen siegen und sie werden ihrer gerechten Strafe nicht entgehen können.
Am Anfang waren sie, wie alle Klans, voller Ideale und guter Absichten. Stolz auf sich waren sie als der Große Kerensky sie nach dem „Esprit de Corps“ formte, welches auf ewig die Klans zusammenbinden sollte. Eifrig wurden sie zu überzeugten Advokaten seiner Ideen, verbreiteten seine Worte über die Welten des Kerensky Sternhaufens und organisierten sich penibel nach seinen Anweisungen. Sie begannen aber schon damals, sich als etwas Besonderes zu betrachten. Nur sie seien die Auserwählten, die wirklich verstanden hatten, was Nicholas Kerensky mit den Klans bezweckte.
Zuerst hielten sie sich noch zurück. Die Befreiung der Pentagonwelten von den dezgra Warlords stand bevor und sie trainierten intensiv, um sich zu bewähren. Zusammen mit den Geisterbären, den Stahlvipern und, Ironie der Geschichte, den Staradders befreiten sie nach erbitterten Kämpfen den Planeten ARCADIA. Ihre Leistungen waren sehr gut, aber sie begingen damals schon schwere Fehler. Sie versuchten zuerst, die anderen Klans von einer gemeinsamen Operation zu überzeugen. Der Staradder-Khan Absalom Truscott unterstützte die Idee, aber als es darauf ankam, ließen die Blutgeister die Adders im Stich und halfen lieber den Stahlvipern. Obwohl es den Klan damals teuer zu stehen kam, trugen es die Staradders den Geistern nicht nach.
Nach den Kämpfen reorganisierten sie sich weiter und lehrten ihre abtachas das Wesen der Klans. Sie prosperierten und sie engagierten sich sehr, um das Gemeinschaftsgefühl weiterhin aufrecht zu erhalten. Sie erschufen einen einzigartigen Botschafter, den so genannten ilChi. Die Aufgabe eines ilChi war es, die Beziehungen zwischen den Klans zu verbessern und als Vermittler in Konflikten zu dienen. Gleichzeitig gaben sie freiwillig viele ihrer Ressourcen, um den anderen helfen. Aber sie gaben nichts für umsonst, wie sie es immer behaupteten. Im Lauf der Zeit waren sie immer stärker davon überzeugt, dass sie die wahrhaft Auserwählten Kerenskys seien. Sie begannen sich immer mehr in die internen Angelegenheiten der anderen Klans einzumischen und forderten für ihre Hilfe, die sie früher einmal geleistet hatten, immer weitere Gefallen ein. Dieses Verhalten wurde hinter der Hand von vielen Klannern als „Blutfieber“ bezeichnet und ist eine sehr treffende Bezeichnung für ihre irrationale Arroganz und Besserwisserei.
Obwohl sie es sicher nur mit guten Absichten taten, wurden sie dadurch den anderen Klans immer unerträglicher. Sie führten sich wie arrogante Schulmeister auf und verbesserten die anderen bei jeder Gelegenheit anstatt zu bedenken, dass wir alle gleich sind. Es kam sogar so weit, dass sie sich in das Zuchtprogramm eines anderen Klans einmischten. Khanin Colleen Schmitt sprach den damaligen Felsengräber-Khan Seth Van Houten vor den versammelten anderen Khanen über einen alten genetischen Defekt seiner Familie an und bot Unterstützung bei der Heilung an. Die Mediziner und Genetiker der Felsengräber hatten zu dieser Zeit schon lange eine Heilungsmethode gefunden. Khan Van Houten hat diesen Gesichtsverlust niemals vergessen oder vergeben. Seit diesem Tag wartete er auf eine Gelegenheit, sich rächen zu können. Selbst Nicholas Kerensky wurde ihre Eifrigkeit langsam unheimlich. Oft kam es vor, dass sie an seiner Stelle Klangebräuche und Gesetze interpretierten und ihre Interpretationen lautstark verkündeten. Oft musste er sie deswegen zurechtweisen, aber sie machten unbeirrbar weiter. Sie gingen bald sogar so weit, dass sie ihn verbesserten und widersprachen. Sie merkten nicht, wie sich die anderen Klans deswegen langsam von ihnen abwendeten und einige ihnen gegenüber sogar immer feindseliger wurden.
Sie waren so mit sich selber und ihrer Traumwelt voller eitlem Sonnenschein gefangen, dass sie nicht bemerkten, wie die Klans sich veränderten. In einer kriegerischen Gesellschaft ist es unmöglich, das Aufkommen von Konflikten zu verhindern. Die Vorstellung der Blutgeister, dass diese Konflikte wie unter Geschwistern zu lösen sein, ignorierte völlig das menschliche Wesen. Nicht zu vergessen, wie intensiv oft Hass und Konflikte zwischen Geschwistern sein können. Nicholas Kerensky hatte es in seiner Vision bereits vorausgesehen. Er wusste, dass Konflikte, Konkurrenz und Fehden unverzichtbar für die weitere Entwicklung der Klans waren. Dank zellbriggen würde es in einem kontrollierbaren Rahmen bleiben, aber nur durch das Messen der Krieger untereinander, würde jede Krieger-Generation besser und besser werden.
Die Geister verstanden es nicht. Im Gegenteil, sie begannen, sich von Nicholas abzuwenden und wagten es sogar, dass sie die stravags vom Namenlosen Klan unterstützten. Als diese das Wesen der Klans verrieten und sich gegen ihre Brüder und Schwestern wandten, weigerte sich Klan Blutgeist am Anfang sogar, sie zu bestrafen. Ihnen wurde das Ausmaß der Verderbtheit der Namenlosen erst klar, nachdem diese durch den Einsatz von Massenvernichtungswaffen zeigten, dass in ihnen der korrupte und selbstzerstörerische Geist der dezgra IS überlebt hatte. Aber selbst danach waren sie der einzige der Klans, die nicht bereit waren, dass zu tun, was man tun musste, damit die Klans als Ganzes überleben konnten. Sie forderten eine mildere Strafe und boten sich sogar an, die „Irregeführten“ wieder auf den rechten Weg zurück zu geleiten. Sie bewiesen damit ihre Schwäche und in einer sehr emotional geführten Diskussion wurden sie vom Großen Konklave und auch persönlich von Nicholas Kerensky gescholten. Sie hatten noch Glück gehabt, denn Khan Seth Van Houten nutzte die Gelegenheit, um sich an ihnen zu rächen.
Es gelang ihm zwar nicht, die Blutgeister auf das gleiche Niveau wie die Namenlosen zu stellen und auch gegen sie einen Vernichtungstest zu initiieren, aber er raubte ihnen jede politische Unterstützung und viel von dem Ansehen, das sie vorher bei vielen anderen Klans gehabt hatten. Diese Auswirkungen sollten sie bald zu spüren bekommen. Wenn sie geschickter gewesen wären, hätten sie es vielleicht geschafft, das Kommende von sich abzuwenden. Aber sie zogen sich schmollend in eine Isolation zurück. Sie gaben auch ihr ilChi-Programm auf und befahlen alle Botschafter zurück .Was das für einen Eindruck auf die anderen Klans machte, dürfte nicht schwer zu erraten sein. Sie handelten nicht wie ein echter Klan, sondern wie eingeschnappte Kinder. Ihre Traumwelt, in der sie so großartig waren, lag zertrümmert zu ihren Füssen.
Andere Klans fühlten sich durch das Verhalten der Blutgeister persönlich beleidigt. Ihre Unterstützung der Namenlosen, ihr ständiges Maulen über ihre scheinbar ungerechte Behandlung durch das Große Konklave und ihr uneinsichtiges Verhalten verlangten nach einer Bestrafung. Klan Felsengräber war nur zu gerne bereit, diese an den Blutgeistern zu vollziehen. Sie eskalierten ihre Besitztests um Besitzungen der Geister und sie hatten dabei einen gewaltigen Erfolg. Klan Mungo, immer schnell dabei, sich opportunistisch zu bedienen, griff ebenfalls an. Diese ständigen Attacken erwiesen sich für die Geister als katastrophal. Seltsamerweise hatten sie es versäumt, ihren Touman, wie die anderen Klans aufzurüsten. Sie hatten vermutlich gedacht, dass sie als „Esprit de Corps“ Klan unantastbar sein würde. Ein schwerer Fehler für den sie jetzt teuer bezahlen mussten. Auch ihre Krieger waren nicht so gut ausgebildet, um gegen die anderen bestehen zu können. Bald hatten sie bis auf ihre Enklaven auf STRANA MECHTY, ARCADIA und YORK alles verloren. Selbst Nicholas Kerensky sprach von einer möglichen Absorption des Klans. Beinahe militärisch und philosophisch gebrochen sah ihre Zukunft düster aus.
Dann starb Nicholas Kerensky den Kriegertod während der Witwenmacher-Absorption. Trotz aller Enttäuschungen vergötterten die Blutgeister ihn noch immer. Sein Tod rüttelte sie auf. All ihr aufgestauter Frust brach aus ihnen heraus und sie beschuldigten die anderen Klans des Verrats an dem ilKhan. Sie wollten es nicht begreifen, dass sie selber daran schuld waren, dass sich Nicholas von ihnen abgewendet hatte. Nur der intrigante Einfluss der anderen Klans war daran schuld. Sie hatten immer Recht gehabt und sie alleine besaßen die einzig richtige Ansicht über die Zukunft und das Wesen der Klans. Sie änderten sich von Grund auf. Wie von Sinnen und ohne Rücksicht auf Verluste griffen sie nun ihre Gegner an. Klan Felsengräber wurde ihr Primärfeind, denn ihm gaben sie die Schuld, dass sich der ilKhan von ihnen entfremdet hatte. Die Kämpfe, die jetzt auf YORK entbrannten, übertrafen an Heftigkeit selbst die des Pentagon-Bürgerkrieges. Beide Seiten verzichteten auf zellbriggen und schlugen wie von Sinnen aufeinander ein.
Khan Colleen Schmitt und Khan Seth Van Houten trafen in einem Gefecht aufeinander und sie schenkten sich beide nichts. Selten wurde ein Kampf so hasserfüllt ausgefochten. Beide Kombattanten beschimpften sich über den offenen Kanal und beschossen sich mit allem, was ihnen zur Verfügung stand. Es ist heute nicht mehr bekannt, ob sie sich gegenseitig töteten oder durch andere starben. Aber beide überlebten es nicht und der Tod ihrer verehrten Khane vertiefte den Hass und die Blutfehde zwischen beiden Klans. Außer sich vor Wut griffen die Geister zu dezgra Taktiken, wie sie bis dahin weder bei den SBVS oder den Klans eingesetzt wurden. Kamikazeangriffe kamen immer häufiger vor. Fanatisierte Krieger überlasteten die Reaktoren ihrer beschädigten Maschinen und ließen sie inmitten ihrer Feinde hochgehen. Zivile Gebiete wurden zu Schlachtfeldern und aufgeputschte und aufgehetzte Zivilisten griffen ebenfalls an. Langsam wurden die Felsengräber von YORK zurückgedrängt. Trotz ihrer Wut wurde ihr Kampfgeist durch diese Taktiken zermürbt und vernünftigerweise zogen sie sich zurück. Aber sie schworen den Geistern ewige Feindschaft. Ein Schwur, den auch die Blutgeister von ganzem Herzen gaben.
Nach diesem selbstmörderischen Taumeltanz erkannte der Klan mit Entsetzen, was aus ihm geworden war. Nicht einmal mehr zwei Galaxien umfasste ihr Touman noch. Es entwickelte sich eine Paranoia, dass sie ständig von den anderen Klans bedroht wären und diese nur auf eine Gelegenheit warten würden, um den Klan zu vernichten. Durch ihre Kamikaze-Taktiken hatten sie auch viele ihrer Produktionsstätten zerstört und Zehntausende ihrer zivilen Kasten waren umgekommen. Verbittert begann der Klan, die Schäden ihres Amoklaufes zu beseitigen. Als Mangel an einsatzfähigen Truppen hielten sie sich militärisch zurück und beteiligten sich an nur wenigen Besitztests. Und sie lehrten ihr Volk, dass dies alles nur die Schuld der anderen sei. Niemand hatte ihnen geholfen und das warfen sie den anderen Klans jetzt vor. Sie ignorierten völlig, dass sie durch ihr Verhalten sich selber von den anderen entfremdet hatten. Nur noch Misstrauen und eine ständige Bereitschaft, sich gegen jeden anderen zu verteidigen zu müssen, blieben von ihrer einst so offenen Einstellung übrig. Aber genau das ist so typisch für die Blutgeister. Sie fühlen sich von allen anderen missverstanden, ungerecht behandelt und deswegen führten sie eine 180 Grad Drehung durch und warfen alles, an das sie einst geglaubt hatten, weg.
Andere Klans standen in ihrer Geschichte vor den gleichen Problemen, aber sie handelten anders. Sie wendeten sich nicht von der Gemeinschaft ab, sondern sie blieben ihren Idealen wirklich treu und damit gelang ihnen auch der Wiederaufstieg. Auch Klan Staraddder war nach den vernichtenden Angriffen der Mungos und Kojoten im Jahre 2863 in einer vergleichbaren Position. Aber wir bissen die Zähne zusammen, schmiedeten Bündnisse mit anderen Klans und ein paar Jahre später setzten wir uns durch. In ihrer Isolation ohne Kontakt zu anderen Menschen und Ideen würden die Blutgeister langsam pervertieren. Die Zeit würde es beweisen.
Ihre Reorganisation war schwierig und langwierig. Aber sie bewiesen durch ihre Zähigkeit, dass sie trotz allem noch ein Klan Kerenskys waren. Ihr ganzer Klan wurde auf den Kampf vorbereitet. Auch die zivilen Kasten erhielten eine militärische Grundausbildung. Besonders ihre Techkaste wurde als eine Art Reservistentruppe aufgebaut und die besten von ihnen erhielten in jährlichen Positionstests, die Chance in die Kriegerkaste aufzusteigen.
Durch ihren katastrophalen Mangel an Ressourcen mussten sie ihre Mechs den härtesten Kosten-Nutzen-Tests unterwerfen. Zu Omnimechs hatten sie lange Zeit keinen Zugang, weil sie militärisch nicht in der Lage waren, an den Tests teilzunehmen. Das bedeutete für sie einen sehr schweren Nachteil, den sie mit den möglichst effektivsten Battlemechs und den besten Piloten ausgleichen wollten. Weil sie immer mehr Piloten als Maschinen hatten, begannen sie das wahrscheinlich härteste Trainingsprogramm unter den Klans, um sicherzustellen, dass nur die Besten eine der raren Maschinen bekommen würden. Das will etwas bedeuten, denn alle Klans bilden ihre künftigen Krieger mit Methoden aus, die den Sphäroiden als unmenschlich hart erscheinen. Oft kommt es vor, dass ganze Geschkos während der Ausbildung sterben. Einhundert mögliche Krieger, die ein ausgezeichnetes Potential besitzen, können bei ihrem Überlebenstraining in den Eiswüsten von YORK durch Kälte, Verhungern, Verdursten oder durch Angriffe von wilden Tieren sterben. Aber sie suchen den perfekten Krieger. Unerreicht in seinen Fähigkeiten als perfekter Schütze, Pilot, unbewaffneter Zweikämpfer et cet. und das ohne Rücksicht auf Verluste.
Sie begannen auch die Welten des Kerensky-Sternhaufens zu erkundigen. Das kostete sie Unmengen an Ressourcen, die sich eigentlich kaum leisten konnten, aber sie mussten es tun, um nicht endgültig ins Hintertreffen zu geraten. Damit wurden sie verwundbarer und Klan Felsengräber nutzte sofort die sich ergebenden Möglichkeiten, ihnen zu schaden. Sie entdeckten den Planeten FOSTER, eine sehr wichtige Kolonie für sie, waren aber unfähig, sie gegen andere Klans effektiv zu verteidigen. Trotzdem begann auf FOSTER für sie eine neue Zeit. Denn dort erhielten sie etwas, was sie eigentlich für unmöglich gehalten hatten.
Ein anderer Klan half ihnen. Oder besser gesagt, ein Teil von einem anderen Klan. Der Feuermandrill-Kindraa Smythe-Jewel hatte sehr genau beobachtet, in welchen Schwierigkeiten die Blutgeister waren. Es war eine Gelegenheit, die sie sich nicht entgehen lassen würden. Sie waren an Gebieten, genetischen Material und einem Verbündeten interessiert. Den ersten Kontaktversuch wiesen die Geister brüsk zurück, aber dann begriffen sie, dass es ein ehrlicher Versuch war. Die Mandrille boten ihnen Omnimechtechnologie an, etwas, dass die Geister seit Jahren vergeblich zu gewinnen versuchten. Dafür verlangten sie für sich einen Teil der Blutgeistenklave auf FOSTER. Beide Seiten bekamen nach langwierigen Verhandlungen und einigen Pseudo-Besitztests, was sie wollten und waren damit sehr zufrieden. Auf FOSTER wurde das Bündnis weiter vertieft. Wieder wurde ein Blutgeist-ilChi aktiv und beide Seiten kooperierten eng zusammen. Die sich auf FOSTER befindliche Felsengräber-Enklave war oft das Ziel ihrer Angriffe, aber es gelang ihnen nicht, ihre Erzfeinde zu vertreiben. Im Gegenteil, sie mussten ihre dortigen Gebiete aufgeben, als sie nicht mehr in der Lage waren, sich gegen die Angriffe der Felsengräber zu verteidigen. Bevor sie es taten, übergaben sie die Reste den Smythe-Jewels und erhielten dafür die BA-Technologie geschenkt.
Der Klan war inzwischen stärker geworden und hatte die größten Schwierigkeiten überwunden. Aber sie waren weit hinter die anderen Klans zurückgefallen und während des ganzen Goldenen Zeitalters überlebten sie mehr schlecht als recht. Bei Beginn der Großen Debatte über eine Rückkehr in die IS entschieden sie sich schnell für die Kreuzritter-Philosophie und plädierten für eine Invasion. Aber sie standen vor einem großen Problem. Aber die Fehde mit den Felsengräbern mit entsprechend großen Verlusten und ihre Mangel an Ressourcen verhinderten, dass sie einen größeren Touman aufbauen konnten. Ihre Lösung für dieses Problem war für diesen Klan ungewohnt pragmatisch. Sie kontaktierten Klan Schneerabe und boten ihnen an, drei ihrer Kriegsschiffe gegen Mechs einzutauschen. Zu jener Zeit waren die Geister nicht mehr in der Lage sämtliche ihrer neun Kriegsschiffe zu bemannen und die Wartung kostete mehr als sie es sich leisten konnten. Die Raben waren an diesen Deal sehr interessiert, was nicht überraschen darf, wenn man ihre Besessenheit mit Raumschiffen bedenkt. Für fast 300 Mechs der Garnisonsklasse war der Austausch perfekt. Seit dieser Zeit zählen die Schneeraben neben den Feuermandrillen und Diamanthaien zu den engsten Verbündeten der Geister. Allerdings haben sie nie begriffen, dass ihre so genannten Verbündeten sie nur ausnutzten.
So waren sie besser gerüstet, um sich an einer möglichen Invasion zu beteiligen. Die Vorbereitungen führten dazu, dass auch die Fehde zwischen den Geistern und Felsengräber einschlief. Die letzten Kämpfe zwischen beiden Klans lagen lange zurück, als es schließlich 3048 zu der entscheidenden Abstimmung zur Invasion kam. Viele Khane hatten sogar gedacht, dass Klan Blutgeist nicht mehr existierte, denn der Klan lebte still und ruhig in seiner Isolation. Sie waren wie Fremde unter den anderen und führten sich auch wie Außenseiter auf. Obwohl sie der Invasion zustimmten, weigerten sie sich an den Ausscheidungskämpfen teilzunehmen. Wieder einmal betonten sie, dass nur die Klans als Einheit den Sternenbund wieder aufbauen könnten. Eine Haltung, die der des Staradder-Klans sehr ähnlich ist. Allerdings nur unter ihrer Führung, denn nur sie wüssten wie man es schaffen könnte. Verständlicherweise wurden sie von den anderen Klans für diese Anmaßung ignoriert, was sie in eine neue Runde des beleidigten Grollens trieb.
Die Niederlage in der Entscheidungsschlacht von TUKKAYYID wurde von ihnen mit einer ziemlich großen Schadenfreude aufgenommen. Sie fühlten sich in ihren Ansichten bestätigt. In den Jahren seit der Invasion blieben sie weiter in ihrer Isolation und beteiligten sich nicht an der Politik oder an größeren Kämpfen, wie in jenen als einige der Heimatweltenklans versuchten, die Abwesenheit der mächtigen Invasionsklans zu ihren Gunsten zu nutzen. Sie schienen damit zufrieden zu sein, dass die anderen sich gegenseitig schwächten. Das Wiederaufflackern der alten Fehden zwischen den Klans nach TUKKAYYID, welche ihren Höhepunkt in dem Wolf-Falken-Widerspruchskrieg fanden, kam ihnen sicher nicht ungelegen. Waren die anderen Klans mit sich selber beschäftigt, würden sie sich nicht um den Blutgeist-Klan kümmern. Diese Epoche war für die Geister seit langem die erste, wo sie in einem wirklichen Frieden leben konnten. Sie hätten diese Zeit nutzen können, um sich wieder in die Klangesellschaft einzugliedern, aber dazu waren sie inzwischen nicht mehr in der Lage. Dann kam es zu den Ereignissen der Felsengräber-Absorption durch Klan Staradder im Jahre 3059.
Die Beziehung zu den Staradders war zu bis dieser Zeit absolut neutral. Beide Klans waren keine Freunde, aber sie respektierten die Privatsphäre des anderen. Teilweise traten die Adders auch als Handelspartner auf und es kam auch vereinzelt zum Austausch von genetischem Material, welcher häufig von den Diamanthaien organisiert wurde. Philosophisch standen und stehen sich beide Klans ironischerweise sehr nahe. Wie die Blutgeister glaubt auch Klan Staradder, dass nur durch eine Beteiligung aller Klans, der wahre Sternenbund wieder aufgebaut werden kann. Aber wer eine so hohe Meinung von sich selbst wie Klan Blutgeist besitzt, der hat vor anderen keine Achtung und letztendlich auch keine echten Respekt.
Die Aufklärung der Beziehungen von der Felsengräberführerschaft zur Banditenkaste war eine meisterhafte Aktion der Staradder-Klanwache, die unter schwierigsten Umständen durchgeführt wurde und unter vielen Opfern gelang. Ich werde nicht weiter auf diese Ereignisse in diesem Bericht eingehen. Sie sind bereits in einem anderen ausführlich beschrieben worden. Klan Blutgeist hatte überhaupt nichts dazu beigetragen. Als Khan Cassius N`Buta am 4. Februar 3059 mit den Beweisen vor das Khankonklave trat und den überraschten und auch schockierten Khanen sie präsentierte, erschienen auch beide Blutgeist-Khane. Unaufgefordert zu einer Sitzung zu kommen, war etwas, was seit fast einem Jahrhundert nicht mehr von den Blutgeist-Khanen getan worden war. Enthusiastisch unterstützten sie die Anklage und später auch die Forderung nach einer Absorption der Felsengräber. Sie verlangten lautstark, dass sie das Recht dazu bekommen müssten, denn sie hatten das Große Konklave schon seit Jahrhunderten vor der Perfidität ihrer Erzfeinde gewarnt, aber damals hatte, wie so oft, keiner auf sie gehört. Aber jetzt sei der Zeitpunkt gekommen, wo die anderen Klans das ihnen zugefügte Unrecht wieder gut machen könnten.
Aber die anderen Klans waren von ihrer Argumentation nicht überzeugt. In einer eloquenten Rede setzte sich Khan N`Buta durch. Nur Klan Staradders Anstrengungen war es zu verdanken, dass dieses so lange verborgene Verbrechen aufgedeckt werden konnte. Wenn Klan Blutgeist wirklich davon so lange gewusst hatte, warum sind sie nie mit Beweisen vor die Versammlung der Khane getreten? Als Klan Staradder das Recht zur Absorption bekam, waren die beiden Khane der Geister außer sich. Sie hätten eigentlich merken müssen, dass sie sich mit ihren schlecht und arrogant formulierten und vorgetragenen Forderungen nicht durchsetzen würden können. Wütend verließen sie, wüste Verwünschungen ausstoßend, die Halle der Khane und begaben sich sofort zu ihrer Enklave. Ihr Abgang wurde kopfschüttelnd betrachtet, aber keiner der Anwesenden sollte ahnen, was bald daraus entstehen würde..
In ihrer Enklave riefen die Blutgeist-Khane sofort einen Militärrat ein. Sie waren nicht bereit, dieses, wie sie es wieder sahen, erneute Unrecht an ihnen zu akzeptieren. Besonders ihr Lehrmeister Bayle Campbell, ein hasserfüllter Fanatiker, sprach sich sofort für eine militärische Intervention aus. Er argumentierte, dass sie, wenn sie schnell genug handelten, Felsengräber und Staradders überraschen könnten. Außerdem würden sie die lachenden Dritten sein, denn er und andere vermuteten, dass Adders und Felsengräber sich erbittert bekämpfen würden und ihre geschwächten Einheiten, keine echten Gegner für ihre weit überlegenen und ausgeruhten Elitekrieger sein würden. Khanin Karianna Schmitt und saKhan Daryl Keller entschieden sich schließlich anzugreifen. Die Khanin würde mit ihrem Blood Guard Keshik auf STRANA MECHTY bleiben, um keinen Verdacht zu erregen, während der saKhan den Angriff leiten würde. Sie beschlossen, fast ihren gesamten Touman einzusetzen. Als ihre Krieger sich auf den Weg machten, waren sie hoch motiviert und siegessicher. Sie hatten fast zweihundert Jahre auf diesen Tag ihrer Rache gewartet.
Aber es gab mehrere Faktoren, mit denen sie nicht gerechnet hatten. Klan Staradder hatte bereits lange vor seiner Anklagerede vor dem Großen Konklave seine Krieger in Alarmbereitschaft versetzt. Deswegen waren sie in der Lage, für alle anderen Klans unerwartet, blitzartig sämtliche der Felsengräber-Enklaven auf einmal anzugreifen. Es gelang ihnen in einem Raumkampf im Orbit von ALBION, der Felsengräber-Hauptwelt, fast eine Galaxis Elitetruppen zu binden und damit aus dem Kämpfen herauszuhalten. Bereits nach zwei Tagen waren beide Khane der Felsengräber tot, einen Tag später starb der stravag Galaxiskommander Seth Marghar. Damit war fast die gesamte Führungsspitze der Felsengräber gefallen und ihre Einheiten wurden von den Staradders immer weiter isoliert. Viele der Felsengräber waren durch das schändliche Verhalten ihrer Führung geschockt und deswegen leisteten viele Einheiten schwächeren Widerstand als erwartet. Teilweise boten sie sogar so niedrig, dass ein Sieg der Staradders so gut wie sicher war. Die Schande hatte ihren Widerstandswillen gebrochen. Aber dann kamen die Blutgeister.
Zwei Tage nachdem die Kämpfe begonnen hatten, griffen sie mit sieben Galaxien an. Ihr Angriff kam so überraschend und wurde so geschickt ausgeführt, dass sie unangefochten im Chaos und Wirrwarr der Kämpfe auf ALBION, auf DAGDA und auf PRIORI landen konnten. Sie erklärten nirgends ein Batchall und griffen heimtückisch aus dem Hinterhalt an. Dieser wuchtige Angriff war anfänglich über alle Maßen erfolgreich. Niemand hatte damit gerechnet und zellbriggen war von ihren Führern ausdrücklich verboten worden. Adder- und Felsengräbereinheiten wurden aufgespaltet und teilweise eingekesselt. Galaxiskommander John Church hetzte seine Gegner auf ALBION und saKhan Daryl Keller tat dasselbe auf PRIORI. Unter diesen gnadenlosen und brutalen Angriffen kam es anfänglich sogar bei einigen Einheiten fast zu panikartigen Reaktionen. Aber der größte Teil der Krieger hielt stand und wehrte sich zäh. In ihrem Hass auf alles Felsengräber begingen die Blutgeister einen schlimmen Fehler. Sie begannen auch, Angehörige der zivilen Kasten zu töten. Sie löschten ganze Dörfer aus und töteten alles, was sie antrafen. Ihre Absicht war es, aus dem Absorptionstest einen Vernichtungstest zu machen.
Aber sie hatten ihre Gegner unterschätzt. Wütend über die Einmischung der Geister und außer sich über die von ihnen angerichteten Massaker unter den Zivilisten wurde der Widerstand gegen sie immer härter. Und es kam zu etwas, was sich als DER Wendepunkt erweisen sollte. Erst vereinzelt, dann immer häufiger vereinigten Staradders und Felsengräber ihre Kämpfer und bildeten gemeinsame ad hoc Kampfgruppen, die sich auf die Geister stürzten. Für die Geister kam diese Wendung völlig überraschend. Mit dieser Möglichkeit, dass ihre beiden Gegner sich gegen sie vereinigen könnten, hatten sie nicht gerechnet. Hinzu kam, dass sie, obwohl ihre einzelnen Krieger sehr gut waren, der taktischen Raffinesse und Flexibilität ihrer Gegner nichts entgegensetzen konnten. Die Kopfjägerangriffe ihrer Gegner rissen grausame Lücken in ihre Befehlsstruktur, die unter ihren Truppen weitere Unordnung erzeugten. Sie wurden immer weiter in die Defensive zurückgedrängt. Hinzu kam, dass weitere ihrer Truppen in die Kämpfe hineingezogen wurden, als Klan Staradder ihre Enklave auf ARCADIA angriff. Die Kämpfe dort endeten in einem Patt, aber die Geister waren dadurch nicht in der Lage, ihre Truppen zur Verstärkung der anderen abzuziehen.
Die Entscheidung auf ALBION fiel in der Schlacht um Fort Weller. Diese gewaltige Brianfestung war von ihrer Elite Alpha Galaxis umzingelt und es sah alles danach aus, als wenn die dort eingekesselten Einheiten bald vernichtet sein würden. Aber in einem meisterhaften und für die Geister völlig überraschenden Gegenangriff durchbrach der 5. Assaultsternhaufen unter der Führung von Sternkolonel Hannibal Banaczek die Einkesselung. Sie richteten unter den Blutgeister ein wahres Massaker an. Zum ersten Mal seit dem Pentagon Bürgerkrieg wurde in großem Umfang Artillerie eingesetzt und in die dadurch entstandene Verwirrung stießen die kombinierten Truppen der Verbündeten vor. Der Rückzug der Geister war geordnet, aber sie erlitten weiterhin schwerste Verluste. Viele ihrer Einheiten weigerten sich, sich zurückzuziehen. So kämpften und starben sie. Als besonders verheerend erwiesen sich die „rollenden“ Tiefflugangriffe gegen sie. Dagegen haben sie bis heute noch kein Mittel gefunden. Mühsam schafften es die Überlebenden zu ihren Landungszonen. Unter gegnerischem Feuer zu fliehen, gehört zu den schwierigsten Militär-Aktionen und es gelang nur wenigen. Auch ihre flüchtenden Landungsschiffe wurden von Felsengräbern und Staradders mit Jägern, Landungs- und Kriegsschiffen angegriffen. Um die bedrängten Krieger zu retten, opferte der Sterncaptain des ESSEX-Klasse Zerstörers COLLEEN SCHMITT sein Schiff.
Auf PRIORI war der Kampf bereits nach einem Tag vorbei, aber auch er war an Heftigkeit kaum zu überbieten. Staradders und Felsengräber schlossen sich auch hier wieder zusammen und die Geister waren ihrer geballten Macht nicht gewachsen. Im Gegensatz zu ALBION, wo es ein Kampf um und zwischen großer Befestigungen und Städte war, wurde die Schlacht um PRIORI sehr beweglich geführt. Als saKhan Keller durch Sternkolonel Tao Shi-Lu getötet wurde, kam es zu einer Panik unter ihren Kriegern. Ohne die Führung von dem späteren saKhan Troy Boques wäre wahrscheinlich kein Blutgeist entkommen. Aber auch so schafften es nur wenige, vor der Wut ihrer Gegner zu flüchten. Auf ihrem Rückzug wurden sie wie auf ALBION auch im Raum angegriffen. Es kam zu den großen Raumkämpfen, in denen die Blutgeister weitere schwere Verluste einstecken mussten. Ihr Flaggschiff CARMINE JUSTICE, ein Kreuzer der ÄGIS-Klasse, wurde zerstört, aber letztendlich gelang ihren Überlebenden doch die Flucht.
Die Kämpfe auf DAGDA dauerten am längsten und endeten erst am 23. Februar. Dort weigerten sich die Felsengräber gemeinsam mit den Addern gegen die Blutgeister zu kämpfen und den Blutgeistern gelang es, beide Seiten gegeneinander auszuspielen. Der Blutgeist-Galaxiskommander Batrax Lewis agierte sehr geschickt und es gelang ihm lange Zeit, die Initiative zu behalten und das Kampfgeschehen zu bestimmen. Durch seine für einen Blutgeist außergewöhnlich flexiblen Taktiken erlitten seine Gegner schwerste Verluste. Als dann schließlich noch die Feuermandrille angriffen, um sich ihre an die Felsengräber Anfang der 3050er verlorenen Gebiete wieder zurück zu holen, sah alles nach einem Sieg für die Geister aus. Aber zum Glück für unsere dortigen Krieger gab es keine Kooperation zwischen ihnen. Dann kamen die Adder-Verstärkungen. Die angeschlagenen Reste der Delta-Galaxis vollzogen eine gewagte und sehr gefährliche Landung inmitten ihrer Feinde, die davon völlig überrascht wurden, denn genau in diesem Augenblick mussten sie einen Gegenangriff der Adder-Epsilon-Galaxis abwehren. Nach einer Zwei-Stunden-Schlacht hörte die Delta Galaxis des Blutgeist-Klans auf zu bestehen. Batrax Lewis wurde von Sternkolonel Fletcher Daniels, 18. Panzergrenadier Schwadron, im Duell besiegt und zum Leibeigenen genommen.
Ein Blutgeist ist von sich selber so überzeugt, dass er als Leibeigener nicht bereit ist, sich in seinen neuen Klan zu integrieren. Wir nahmen während der Absorptionskämpfe und auch in den der nächsten Jahre vieler ihrer Krieger als Leibeigene und am Anfang weigerten sich alle, dem Wesen der Klans zu folgen und ihren Adder-Meistern zu dienen. Deshalb dienen auch heute fast alle in der Technikerkaste. Konflikte bleiben nicht aus, aber langsam haben einige von ihnen ihre Verblendung eingesehen. Ich habe in alten Schriften oft von pseudo-religiösen Sekten gelesen, die ihre Mitglieder einer Gehirnwäsche unterzogen hatten. Der Weg zurück in die Gesellschaft war langwierig und schwierig und erforderte viel Geduld. Klan Blutgeist hat sein Volk ebenfalls einer derartigen Gehirnwäsche unterzogen und es wird uns viel Zeit und Geduld kosten, sie zu heilen. Erfolge, wie der ehemalige Galaxiskommander Batrax Lewis, geben uns Hoffnung. Unsere Upsilon Galaxis hat alle diese abtachas in ihren Reihen. Konflikte zwischen ihnen und den überproportional vertretenen ex-Felsengräber sind in den letzten Monaten auf ein Minimum zurückgegangen. Der Kampf gegen einen gemeinsamen Gegner wie gegen die Sphäroiden hat etwas Unerwartetes bewirkt und zeigt das Potential unserer Vision.
Ihre Einmischung in die Felsengräberabsorption kam Klan Blutgeist teuer zu stehen. Das Ergebnis war für sie eine völlige Katastrophe. Tausende ihrer Krieger starben. Sie verloren fast 20(!) Sternhaufen mit Hunderten Mechs, Panzern, Elementaren, konventionellen Fußtruppen und Jägern. Hinzu kamen Dutzende Landungsschiffe, die entweder zerstört oder von ihren Gegner erbeutet wurden. Der Verlust von zwei Kriegsschiffen zählt bei ihrer kleinen Kriegsflotte doppelt schwer. Auch der politische Schaden war für sie katastrophal. Sie hatten sich gegen einen Beschluß des Großen Konklaves gewandt und, das wiegt besonders schwer, ihr Widerspruchstest war gescheitert. Alle ihre Aktionen waren damit unrechtmäßig und sie hatten noch Glück gehabt, dass das Große Konklave sie dafür nur leicht tadelte. Hätten sie noch die Chuzpe besessen, sich lautstark zu beschweren, wäre sicher eine Absorption wegen unklanhaften Verhaltens gegen sie verlangt worden. Aber der angerichtete Schaden war so schon schwer genug. Sie hatten erneut bewiesen, dass sie zu unberechenbar und zu emotional waren, als dass sie die von ihnen so angestrebte Führungsrolle würden ausfüllen können. Das bewies auch ihr weiteres Verhalten.
Wie nach jedem Rückschlag zogen sie sich schmollend und mit ihrer Umwelt unzufrieden in ihre Isolation zurück. Selbstgerecht wie sie sind, sahen sie ihr Verhalten als makellos. Keine Fehler suchten sie bei sich. Scharfmacher, wie ihr zealotischer Lehrmeister Bayle Campbell schworen den Klan auf eine neue Feindschaft ein. Klan Staradder wurde jetzt zum Erzfeind erklärt und sie schworen nicht eher zu ruhen, bis sie ihn mit Stumpf und Stiel ausgerottet hätten. So gelang es der Geisterführung von ihren eigenen Fehlern abzulenken und die Schuld wie ihre katastrophale Niederlage, erneut auf andere abzuwälzen. Und sie gingen noch weiter. Offiziell erklärten sie, dass sie sich jetzt noch stärker als sonst von den anderen dezgra Klans abgrenzen wollten. Deshalb gaben sie ihre ARCADIA-Enklave auf. Gleichzeitig griffen sie die Jadefalken und Schneeraben an, die beide noch kleinere Gebiete auf YORK besaßen und vertrieben sie. In der Realität waren sie aber zu schwach, um ihre andere Besitzungen gegen Angriffe verteidigen zu können. Mit ihrem Rückzug glaubten sie sich vor Feuersturm sicher, den sie entfacht hatten. Sie sollten schneller merken, als es ihnen lieb war, was für eine weitere Fehleinschätzung es gewesen war.
Aber vorher kam für sie ein weiterer Schicksalsschlag. Die IS vernichtete Klan Nebelparder und eroberte deren Zentralwelt HUNTRESS. Dann erschienen sie auf STRANA MECHTY und forderten die Klans zu einem Widerspruchstest gegen die Invasion und damit auch um die Rechtmäßigkeit der Kreuzritterphilosophie heraus. Klan Blutgeist war bereit, seine Überzeugung zu verteidigen und sie stellten sich im Großen Widerspruch den Kriegern des Draconis Kombinats. Trotz all ihrer Rückschläge in den letzten Jahren hatten sie es immer noch nicht gelernt, einen Feind nie zu unterschätzen. Und so kam es wie es kommen musste. Die Krieger des Blood Guard Keshiks, einer nach ihren Vorstellungen unbesiegbaren Einheit, wurden von den Samurais der Genoysha vernichtend geschlagen. Beide Khane wurden aus ihren Mechs geschossen und überlebten nur durch viel Glück. Es war eine für sie unfassbare Niederlage, aber schnell fanden sie wieder Entschuldigungen für ihr Versagen. Sie warfen den Sphäroiden ihre „dezgra“ Taktiken vor. Wenn sie die Berichte von den Wolf-Dragonern und über die Invasion gelesen hätten, wären sie auf das vorbereitet gewesen, was sie überrascht und besiegt hatte. Das ihr Todfeind Klan Staradder seinen Gegner vernichtend schlug, beschämte sie weiter und goss noch mehr Öl in das heiß lodernde Feuer ihres Hasses.
Aber durch das Unvermögen der anderen Kreuzritterklans war jetzt die Invasion zu Ende. Wir alle sind ehrengebunden, uns an das Ergebnis zu halten. Wir Klans fanden aber bald eine andere Gelegenheit, uns im Kampf zu beweisen. In den jetzt einsetzenden Territorialkriegen beteiligten sich die Blutgeister kaum. Ihre einzig nennenswerte Aktion war ihre Expedition nach HUNTRESS, wo sie in mehreren Besitztests Protomechtechnologie erbeuteten. Das sollte sich bald ein sehr kluger Schachzug erweisen. Ansonsten konzentrierten sie ihre Angriffe ausschließlich auf unseren Klan. Sie eskalierten ihre Besitztests und nutzten ihre sehr gute Disposition durch ihre Konzentration auf YORK aus. Seitdem sie die anderen Klans von ihrer Zentralwelt vertrieben hatten, wurde der Planet zu einer Festung aufgebaut. Ein Angriff schien von Beginn an zum Scheitern verurteilt, so dicht war ihre Raumverteidigung und am Boden standen Krieger, die zum Äußersten entschlossen waren. Aber sie irrten sich, wenn sie glaubten uns damit abschrecken zu können. Durch ihre ständigen Angriffe auf uns erreichten sie nur, dass Klan Staradder seine defensive Haltung ihnen gegenüber überdachte. Es würde sich als Fehler erweisen, wenn man diesem erbarmungslosen und irrationalen Feind, die Initiative überlassen würde. Klan Staradder war nur allzu gerne bereit, ihnen eine Lektion zu erteilen, die sie nie vergessen würden.
So beschloss unsere Führung, sie dort anzugreifen, wo sie es nie erwarten würden. Ihre Heimatwelt, ihr kostbares YORK. In unserem Klan gab es zu dieser Zeit gewisse Spannungen mit vielen Felsengräber-abtachas, die sich nicht in ihren neuen Klan einleben konnten. Aber die Möglichkeit gegen den alten Erzfeind zu kämpfen, wurde sofort enthusiastisch aufgenommen. Anfang 3063 begannen die ersten Angriffe der neu aufgestellten Beta Galaxis ins YORK-System. Zuerst wurde langsam ihre Raumverteidigung immer weiter geschwächt. Der Verlust der Sprungpunkte im Frühjahr 3063 war für sie ein schwerer Schlag, aber sie hofften, es durch ihr Wissen um diverse Piratenpunkte ausgleichen zu können. Dann kam aber der D-Day. Am 26. August 3063 griff Beta unter der Führung von Stanislov N`Buta in einer so auf den Heimatwelten noch nie da gewesenen kombinierten Raum-Luft-Boden-Operation YORK an. Die Landungen konzentrierten sich auf den nördlichen BOQUES-Kontinent von YORK, der nur sehr spärlich besiedelt ist, aber dafür vorzügliche Verteidigungspositionen bietet. Am Boden warteten die sechs Sternhaufen von der Blutgeist-Omega-Galaxis. Wie immer siegessicher. Aber sie sollten in keinster Weise auf das vorbereitet sein, was auf sie zukam.
Unsere Beta Galaxis ist eine Experiment. Keiner anderen Frontgalaxis waren zu dieser Zeit konventionelle Einheiten angegliedert worden. Einige unserer Strategen haben sie sogar schon als eine Art „Galaxiskampfgruppe“ oder „Universum“ bezeichnet. Es ist nicht abzustreiten, dass die alten Regimentskampfgruppen des Sternenbundes als Vorbild gelten. Zudem wurden die Sternhaufen zum größten Teil mit Standard-Battlemechs ausgerüstet. Die Erklärung beim Batchall erzürnte die Geister maßlos. Die Staradder-Krieger benötigten keine Hightech-Omimechs, um die Blutgeister zu besiegen, erklärte Stanislov N`Buta. Sie seien ihnen als Krieger überlegen und sie würden es ihnen beweisen. In der folgenden Schlacht in der West Highland-Ebene taten sie genau das. Die Blutgeister verzichteten bei Kämpfen auf YORK auf die Einhaltung von zellbriggen, eine Entscheidung, die sie teuer zu stehen kommen würde. Im direkten Zweikampf sind sie ausgezeichnete Krieger, die man schwer besiegen kann, aber im Gestampfe sind sie unerfahren. Ganz im Gegensatz zu unseren Kämpfern, die dank ihres Trainings in IS-Taktiken durch die Kappa Galaxis darin sehr versiert sind.
An der Schlacht in der West Highland-Ebene beteiligten sich fast 14 Sternhaufen auf beiden Seiten. Unter der Führung von Stanislov N`Buta siegten die Staradders auf ganzer Linie. Galaxiskommander Jud Schmitt suchte den Freitod in der Schlacht, um nicht mit seinem Versagen leben zu müssen. Die Omega-Galaxis musste sich weit zurückziehen, nachdem zwei ihrer Sternhaufen aufgerieben worden waren und Klan Staradder besaß jetzt einen Brückenkopf auf YORK. Inzwischen beherrschen wir fast den gesamten Kontinent und unsere dortigen Jägerbasen sorgen für eine Bedrohung auch weit entfernter Regionen. Etwas, was die Blutgeister für unmöglich erachtet hatten. Hinzu kam noch der Verlust eines weiteren Kriegsschiffes, welches in einer Raumschlacht außer Gefecht gesetzt wurde. Der dezgra Kapitän vernichtete das kampfunfähig geschossene Schiff aber lieber als es den Addern zu überlassen. Die Niederlage schockierte den Klan bis ins Mark und bald begannen sie Gegenangriffe, um die Adders zu vertreiben. Aber diese hatten inzwischen ihre Stellungen dicht ausgebaut und wussten wohl, sich zu wehren. Bald wurde den Geistern das ganze Ausmaß der Adder-Angriffe bewusst. Durch einen ständigen Nachschub waren diese in der Lage, ihre Verluste an Kriegern und Maschinen immer wieder leicht auszugleichen. Der Einsatz von Standard-Battlemechs war neben einer kalkulierten Beleidigung für die Geister auch preiswerter und überließ dem Gegner keine fortschrittlichere Technologie als isorla. Hinzu kamen bald noch Staradder-Geschkos, die auf YORK ihren Positionstest ablegten. Auch das sahen die Blutgeister als Demütigung an.
Es machte ihnen schwer zu schaffen, dass es ihnen nicht gelang ihren Feind im Kampf gegen zweitklassige Maschinen und, in ihren Augen, zweitklassige Krieger von YORK zu vertreiben. Sie setzten das Beste ein, was ihnen zur Verfügung stand, aber obwohl sie mehr Kämpfe gewannen, als wir, konnten sie sich nie in den wirklich wichtigen durchsetzen. Langsam bluteten sie aus. Es ist für sie immer schwieriger, ihre materiellen Verluste auszugleichen. Der Klan verlor langsam seinen Kampfwillen und es machte sich sogar Hoffnungslosigkeit breit. Die Khane erkannten, dass sie ihren Kriegern wieder Mut machen mussten. Sie entschlossen sich, in die Offensive zu gehen. Als erstes schickten sie ihre Omicron-Galaxis nach ARCADIA, um ihre dort aufgegebene Enklave wieder zurück zu erobern. Nachdem diese das YORK-System verlassen hatten, baute Klan Staradder eine starke Raumblockade auf. Auf ARCADIA gestattete ihnen die dort stationierte und auf sie gut vorbereitete Epsilon Galaxis die Landung, aber sie verweigerten ihnen den entscheidenden Besitztest. Fast drei Jahre lange wurden die Blutgeister mit Scharmützeln und blitzartigen Angriffen hingehalten. Sie wurden gezwungen, kostbare und unersetzbare Ressourcen zur Verstärkung nach ARCADIA zu schicken, die ihnen an anderer Stelle fehlten. Erst nachdem sie ihre Upsilon Galaxis auch nach ARCADIA schickten, gelang es ihnen, ihre Enklave zu sichern. Aber sie sind seitdem ständigen Angriffen unser dortigen Kämpfer ausgesetzt. Gerade nur so stark, dass sie sich bedroht fühlen, aber nie so, dass sie ihre Enklave verlieren könnten. Es ist ein Zweifrontenkrieg, der ihnen langsam das Rückgrat bricht.
Außerdem beschleunigten und bauten sie ihr Protomech-Programm aus. Diese Halbmechs benötigen in der Herstellung viel weniger Ressourcen als Battle- oder gar Omnimechs und sind deshalb für die Geister ideale Kampfmaschinen. Sie perfektionierten die Technologie und die Ausbildungsmethoden, entwarfen und bauten neue Modelle. Es half ihnen sehr, ihre Verluste auszugleichen und sie machten aus Protomechs eine effektive Waffe. Inzwischen haben wir unsere Erfahrungen im Kampf gegen sie ausgewertet und verwenden sie für unser eigenes Protomech-Programm. Es wird sie treffen, wenn wir ihnen wieder eine Lektion in einem Gebiet geben, in dem sie sich als Experten betrachten.
Ihre Isolation würde ihr Untergang sein. Das hatten die Khane inzwischen erkannt. Trotz der Einwände von Bayle Campbell beschloss Khanin Schmitt den Rat von saKhan Troy Boques und Feuermandrill-ilChi Jas Keller zu folgen und autorisierte diplomatische Beziehungen zu den Feuermandrillen. Schnell merkten sie, dass der Kindraa Mick-Kreese an ihren Angeboten eines Bündnisses am stärksten interessiert waren. So beschlossen sie ein gemeinsames Schutz- und Trutzbündnis gegen ihre Feinde. Dieser Kindraa hat sich für die Geister als ein gewaltiger Glücksfall erwiesen. Sie waren ehrgeizig und wollten ganz an die Spitze ihres Klans gelangen. Ähnlich wie einst die Smythe-Jewels. Beide Seiten tauschten Genmaterial, Informationen und Technologien aus. Schon bald begannen die Mick-Kreeses erfolgreich in der internen Politik der Mandrille zu agieren. ilChi Jas Keller agierte äußerst geschickt. Er nutzte sehr effektiv die jeweiligen Wünsche und Ziele der einzelnen Kindraas zu seinen Zwecken aus und spielte mit den alten Vorurteilen und der Fehde der Mandrille gegen die Felsengräber. Seine Manipulationen führten schließlich zu den bedeutendsten Änderungen im Feuermandrill-Klan seit mehreren Jahrzehnten. Aber nicht alle Kindraas waren von seiner Agitation begeistert. Der neue Super-Kindraa Payne-Beyl-Grant erkannte sehr früh, wie sehr sie sich in die internen Angelegenheiten ihres Klans einmischten und wie groß die Gefahr war, die sich aus einem Bündnis gegen Klan Staradder ergeben würde.
Der vorläufige Höhepunkt ihrer Allianz war ihr gemeinsamer Angriff mit den Mick-Kreeses auf unsere TATHIS-Enklave. Es war, zugegeben, ein ausgezeichnet geplanter und ausgeführter Angriff. Wie wir es vor kurzem erfahren haben, wurde die Strategie von Kindraa-Führer Andrew Kreese, einem sehr guten Raumkampfstrategen, entwickelt. Es gelang ihren letzten drei Kriegsschiffen unsere Blockadeflotte abzulenken, so dass ihre neu aufgestellte Iota Galaxis die Blockade durchbrechen konnte. Dann gelang es ihren Kriegsschiffen unsere VINCENT MK. 42 Korvette VITRA zu isolieren. Gegen die geballte Feuerkraft von drei Kriegsschiffen hatte sie keine Chance und wurde zerstört. Ihre Einsatzgruppe wurde von dem POTEMKIN-Klasse Träger JUNGLE HEAT aufgenommen und sie sprangen sofort in ihr Zielsystem. Der Angriff dieser Elitestreitmacht, die aus drei Sternhaufen der Blutgeister und zwei von Mick-Kreese bestand, kam völlig überraschend für unsere dort stationierten Truppen. Es war ein schwerer Fehler unseres Geheimdienstes, dass wir nichts von der Aufstellung dieser Angriffstruppe erfuhren. In ihr haben die Geister ihre besten Krieger und ihr bestes Material konzentriert und sie hoffen damit wieder die Initiative zurückzugewinnen. Der TATHIS-Angriff war die Blutprobe für diese Galaxis und sie haben sich bewährt.
Unsere Truppen auf TATHIS, die 428. und 504. Sternengarden und die 1143. Torwächter, waren auf so einen massiven Angriff schlecht vorbereitet, aber sie wehrten sich tapfer. Es ist immer noch unklar, warum der Kindraa Kline sich einmischte und mit zwei seiner Sternhaufen im Höhepunkt der Schlacht angriff. Es könnte sogar möglich sein, dass Jas Keller sie provozierte oder ermunterte, sich durch einen Angriff auf Klan Staradder etwas von dem in ihrem Kampf gegen den Kindraa Sainze verloren gegangenen Prestige zurückzuholen. Auf jeden Fall stürzte ihr unvermutetes Auftauchen die gesamte Operation ins Chaos. Unsere Krieger schöpften Mut und starteten einen furiosen Gegenangriff, der besonders den Mandrillen schwerste Verluste zufügte. Aber die Blutgeister erwiesen sich als zu starke Gegner und sie drängten unsere Kämpfer zurück. Allerdings gelang es ihnen nicht, wie sie es geplant hatten, unsere Truppen zu vernichten. Zufrieden mit ihren Erfolg und sich bewusst, dass bald Staradder-Verstärkungen eintreffen würden, zogen sie sich zurück. Das wirkliche Ausmaß ihres Erfolges zeigte sich erst im Nachhinein. Jas Keller tat das, was er am besten konnte. Er schürte die Angst des sehr geschwächten Kline-Kindraas vor unserem Klan und organisierte den Zusammenschluss mit den Mick-Kreese. Damit wurde der engste Verbündete der Geister im Feuermandrill-Klan zu dem wahrscheinlich stärksten Kindraa, der bis dato je existiert hatte. Es war für sie ein ungeheurer Prestigegewinn, der noch durch die Wahl von Samantha Kline zum saKhans verstärkt wurde.
Das Auftreten von Jas Keller ist seitdem arroganter geworden. Er ist eben ein typischer Blutgeist, der völlig von seiner Überlegenheit überzeugt ist. Seine Erfolge waren beeindruckend, aber inzwischen mischt er sich sehr offen in die internen Angelegenheiten der Feuermandrille ein. Das hat ihm viele zu Feinden gemacht und wenn man bedenkt, wie zerbrechlich das interne Gleichgewicht der Affen ist, kann er sehr schnell alles verspielen, wofür er so lange und so hart gearbeitet hat. Er ist und bleibt aber für uns eine große Gefahr. Wir müssen auf jeden Fall versuchen, ihn und auch dieses Bündnis zu beseitigen. Und zwar durch militärische Gewalt gegen die eng mit den Geistern zusammenarbeitenden Kindraas, aber auch mit diplomatischen Mittel. Wir haben schon lange die Aufstellung eines eigenen ilChi-Corps diskutiert und wir sollten mit den Feuermandrillen anfangen. Kindraa Payne-Beyl-Grant hat ihr Interesse an einem Botschafter von uns bekundet. Ein mögliches Aufeinandertreffen der beiden ilChis im Feuermandrill-Konklave wäre sicher sehr interessant.
Neben ihrem Bündnis mit den Feuermandrillen boten die Geister den Schneeraben ebenfalls ein gemeinsames Schutz- und Trutzbündnis an. Das lehnten diese zwar ab, aber sie waren bereit, für die Blutgeister eine neue Landungsschiffsklasse zu bauen. Im Austausch für Technologie und Informationen zu ihrem Protomechprogramm, welches den Raben helfen sollte, ihre unterentwickelten Bodentruppen aufzumöbeln. Die Landungsschiffe der ARCADIA-Klasse sind hervorragende Designs, die uns sehr gefährlich werden können. Sie sind perfekt für eine blitzkriegsartige Überfalltaktik mit Protomechs geeignet. Allerdings ist dieser Typ für die Blutgeister sehr teuer und genau das könnte die Verbreitung einschränken. Es ist sehr wichtig, dass wir die Techdata so bald wie möglich bekommen, um es für uns einzusetzen. Die Raben sollten wir vor weiteren Einmischungen warnen. Jegliche direkte gemeinsame Aktion gegen uns, würden wir als Kriegserklärung betrachten. Das sollten wir ihnen eindeutig sagen.
Außerdem haben die Geister vereinzelte Besitztests gegen die Stahlvipern auf ARCADIA durchgeführt. Sollten sie tatsächlich so dumm gewesen sein, sich von Raben gegen die Stahlvipern aufhetzen zu lassen? Die Feuermandrille haben ihre Fehde mit den Vipern wieder aufleben lassen und merken langsam, dass sie sich damit etwas zu viel vorgenommen haben. Ihren Verbündeten zu helfen, ist für die Geister eine Frage der Ehre. Und wenn sie den Mandrillen und Schneeraben gegen die Vipern helfen, dann würden sie in einer weiteren Fehde hineingezogen werden. Unwahrscheinlich, dass sie das wirklich wollen, aber seit wann sind die Geister als rational einzuschätzen. Wir können es für uns ausnutzen, in dem wir auf die Stahlvipern zugehen und es gleichzeitig als Druckmittel gegen die Raben benutzen. Sie würden es sicher nicht wollen, dass wir mit den Vipern ein Bündnis gegen sie eingehen würden. Das könnte für sie zu einer Katastrophe werden.
Als Fehlalarm haben sich die Gerüchte zwischen einem Bündnis von den Geistern mit den Goliathskorpionen erwiesen. Es kam auf, als ein nagelneuer CRIMSON LANGUR Omnimech in einer ihrer Einheiten gesichtet wurde. Inzwischen wissen wir, dass die Skorpione ihn in einem Besitztest auf DAGDA gegen die Feuermandrille erbeuteten. Es erscheint unwahrscheinlich, dass die Skorpione ein engeres Bündnis mit den Geistern eingehen werden. Sie haben sehr misstrauisch die Allianz zwischen den Blutgeistern und den Feuermandrillen betrachtet. Wenn es einen Klan gibt, den die Skorpione hassen, dann sind es die Mandrille. Wir wissen, dass sie ein Angebot der Geister, ihnen einen ilChi zu schicken, brüsk abgelehnt haben.
Problematischer erscheint auf den ersten Blick der Versuch der Geister, unseren engsten Verbündeten, die Wolkenkobras, gegen uns zu wenden. Wichtige Informationen, die sie für ihren Angriff auf TATHIS hatten, konnten nur von den Wolkenkobras kommen. Sie sind jedenfalls sehr eifrig dabei und beschenken die Kobras mit allem, was diese wollen. Es würde ihnen sicher gefallen, sie gegen uns aufzubringen. Aber nicht alles ist so, wie es auf den ersten Blick erscheint. Ich werde darauf tiefer in meinem Bericht über die Kobras eingehen.
Wie wird sich unser Konflikt mit den Geistern nun weiter entwickeln? Ein Frieden erscheint unmöglich, denn zu tief geht inzwischen der Hass auf beiden Seiten. Durch den Erfolg auf TATHIS sind die kompromisslosen Fanatiker bei ihnen wieder obenauf. Sie glauben tatsächlich, dass sie uns besiegen können. Diese fehlgeleiteten Narren! Die Kämpfe auf YORK sind seitdem wieder heftiger geworden, aber trotz all ihrer Bemühungen gelingt es ihnen nicht, Beta zu vertreiben. Sie haben immer noch nicht begriffen, dass wir mit ihnen bisher nur geplänkelt haben. Sie waren nicht in der Lage, sich gegen unsere unerfahrenen Kämpfer durchzusetzen, glauben sie denn wirklich gegen unsere Elite siegen zu können? Krieger, die bereits durch die Hölle von YORK gegangen sind, haben eine Kampferfahrung und ein Können erworben, welches sich nicht hinter dem eines Blutgeistes zu verstecken braucht. Unsere Geschkos profitieren auch von dieser harten Auslese und unser Zuchtprogramm hat sich extrem verbessert. Unser gesamter Touman ist durch diesen Konflikt besser geworden und neue Taktiken und Technologien haben ihre Feuerprobe unter den härtesten Bedingungen bestanden. Unsere Enklaven müssen gegen überraschende Angriffe von ihnen gewappnet sein. So etwas wie auf TATHIS darf nie wieder passieren.
Die Blutgeister haben sich in ihrem Kampf gegen uns ebenfalls sehr verbessert und viel gelernt. Taktisch sind sie besser denn je und auch strategisch sind sie viel versierter geworden. Besonders Alpha-Galaxiskommander Jon Church hat sich als ein würdiger Gegner erwiesen, der aber in McLeod Connery einen ebenbürtigen Gegenpart gefunden hat. Aber sie sind nicht in der Lage, ihre Verluste wieder völlig auszugleichen, trotz Protomechs oder trotz ihrer Bündnisse mit anderen Klans. Seit Anfang der 3060er Jahre waren sie durch die ständigen Verluste gezwungen, sechs ihrer Sternhaufen aufzulösen. Ihre Geschkos sind überbeansprucht und nicht in der Lage, genügend wahrgeborene Krieger zu liefern, um die Verluste auszugleichen. In ihren Sternhaufen dienen inzwischen sehr viele Krieger, die aus der Technikerkaste adoptiert wurden. Sie sind immer öfter gezwungen, auf diese Reserven zurückzugreifen. Und das obwohl sie schon immer über mehr Menschenmaterial als Mechs verfügten. Ihre Krieger mit dem notwendigen Material auszustatten, wird ebenfalls immer schwieriger für sie.
In dieser Hinsicht sollten wir unsere Blockade um YORK noch weiter verstärken. Logistik ist der Schlüssel zum Sieg über sie. Es war bereits ein großer Erfolg, dass die Diamanthaie inzwischen nicht mehr bereit sind, ihre Lieferungen direkt nach YORK zu bringen. Die Geister müssen sie jetzt im Raum abholen. Wir haben unsere Besitztests um dieses Material intensiviert und es ist eine sehr erfolgreiche Strategie. Das gleiche gilt auch für unsere Angriffe auf ihre Nachschubkonvois nach ARCADIA. Damit bluten wir die Blutgeister langsam aus. Es kann nur einen Klan geben, der diesen Konflikt übersteht. Dieser Klan wird die nächste Zukunft für die Heimatwelten und vielleicht auch für alle Klans bestimmen. Schon jetzt sind viele der anderen Klans im Bezug auf unseren Konflikt mit den Geistern gespalten. Die meisten wissen sehr wohl, dass wir, würden wir Klan Blutgeist besiegen, eine derartige Macht wären, dass ihre dagegen verblassen würde. Auch deshalb ist unser vorsichtiges und zurückhaltendes Agieren notwendig, obwohl viele unserer Krieger lieber einen alles entscheidenden Großangriff bevorzugen würden.
Die Blutgeister haben „dank“ ihrer Irrationalität und ihrer Fehleinschätzungen der letzten Jahre unter den anderen Klans ein geringes Ansehen. Trotzdem ist es ihnen gelungen, einige Bündnisse einzugehen, die ihre Position stärker. Sie weiter zu isolieren, muss unser vorrangiges Ziel sein. Deshalb sollten wir ihnen gegenüber eine eher defensivere Strategie fahren und unsere anderen Galaxien nutzen, ihre Verbündeten unter Druck zu setzen. Jeder soll merken, dass es ihnen nur schaden kann, sich in diesen Konflikt einzumischen. Mit der von saKhan Dante Truscott vorgeschlagenen Aufstellung von hochmobilen Einsatzjagdgruppen, den neuen Ulanen-Sternhaufen, würden wir auch besser in der Lage sein, ihren Überfallaktionen zu begegnen und sie zu Tode zu hetzen.
Weiterhin sollten wir versuchen, so viele Klans wie möglich auf unsere Seite zu ziehen, denn ich habe das dunkle Gefühl das sich etwas Großes anbahnt. Etwas, was die Heimatwelten für immer verändern wird. Es wird etwas mit unseren Konflikt mit den Blutgeistern zu tun haben, dessen bin ich mir sicher. Deshalb müssen wir uns gut vorbereiten. Weit in die Zukunft vorausplanen, das war schon immer unsere Stärke.
Seyla!
Hochachtungsvoll,
Sterncaptain Jean Gastopiv
Sternkolonel N`Buta, hier ist unsere Einschätzung über den
Gletscherteufel-Klan.
Dieser Klan hat sich sein Totemtier, den auf der Eiswelt HECTOR lebenden und so genannten Gletscherteufel, zu sehr zum Vorbild genommen. Es ist ein sehr schnelles Raubtier, welches die Eiswüsten des Planeten HECTOR, ihrer Hauptwelt, mit seinen Rudeljagdtaktiken dominiert. Seine enorme Geschwindigkeit, die selbst die der terranischen Geparde übertrifft, hat sich der Klan zum Vorbild genommen und seine gesamtes Leben und Kultur danach ausgerichtet. Das hat ihnen Stärken, aber auch Schwachstellen gegeben.
Sie sind ein Klan der Widersprüche. Eine lange Zeit verhalten sie sich irrational, fast schon wie Irre, erreichen nichts und scheinen all das was sie so schwer gewonnen haben, sinnlos zu verspielen. Aber im nächsten Augenblick sind sie zu Offensiven und anderen Aktionen in der Lage, die jeden überraschen und bestrafen, der sie unterschätzt hat. Sie sind zeitweise wie kein anderer Klan innovativ, aber dann wieder so konservativ, das sie sich Neuerungen stur verschließen. Für den ganzen Klan scheint so etwas wie eine Persönlichkeitsspaltung zuzutreffen. Ihre Khane sind dafür ein Synonym. Stellt man ihr Können in Zweifel, reagieren sie geradezu hysterisch und schlagen um sich, ohne auf andere oder sich selbst zu achten. Wir sollten sie nie unterschätzen und sie immer genau beobachten. Tun wir es nicht, werden sie wie ein hectorianischer Blizzard über uns kommen.
Bei der Gründung der Klans entschied sich ihr erster Khan, Stephan Cage, seinen Touman hauptsächlich aus sehr schnellen leichten und mittelschweren Maschinen aufzubauen. Ihm war Mobilität wichtiger als eine möglichst hohe Feuerkraft. Für diese Wahl wurden sie damals von den anderen Klans kritisiert und viele sahen große Schwierigkeiten auf den Klan zukommen, weil er es versäumte, einen richtig ausbalancierten Touman aufzustellen. Aber die Teufel hörten nicht zu. Zu verblendet waren sie, zu ideal erschien ihnen ihr Totemtier, dem sie in allem nacheiferten. Auch Nicholas Kerensky war skeptisch, mischte sich aber nicht ein.
Bei der Befreiung der Pentagon-Welten sollten sie mit den Kojoten, den Seefüchsen und den Wolkenkobras zusammen den Planeten BABYLON befreien. Das Vertrauen des ilKhans und der anderen Klans in die Kampfdoktrin der Teufel war nicht groß und so wurde ihnen die Aufgabe gegeben, für die anderen als Scouts und mögliche Unterstützung zu dienen. Bis auf wenige Ausnahmen, unter anderem die Rettung der Wolkenkobras in der Stadt New Drineshane bei einem Hinterhalt der dortigen Verteidiger, konnten die Teufel nicht beweisen, zu welchen Leistungen sie in der Lage sein würden. Es hat sie damals schwer getroffen, sich nicht wirklich beweisen zu können, und die folgende Missachtung der anderen erzeugte bei ihnen tiefe Minderwertigkeitsgefühle, die sie bis heute verfolgen.
Nach dem Ende der Pentagon-Kampagne begannen sie, wie alle anderen, die Bevölkerung in ihren Klan zu integrieren und ihren Touman, der in den Kämpfen nur geringe Verluste erlitten hatte, neu zu organisieren. Khan Cage und seine Krieger hungerten nach Möglichkeiten, ihre Kampfdoktrin gegen echte Gegner zu beweisen und nahmen bald jede Chance wahr zu kämpfen. Ihre Aggressivität war auch einer der Gründe, warum die engen Verbindungen zwischen Klans langsam verschwanden. Aber für sie war es der Moment, in dem sie sich beweisen konnten. Und das taten sie auch. Trotz ihrer leichten Streitmacht waren sie in den Kämpfen sehr flexibel und konnten sich sehr schnell an die sich ständig verändernden Situationen eines modernen Schlachtfeldes anpassen. Dadurch gelang es ihnen, viele Gegner zu besiegen, die vorher sie nicht ernst genommen hatten. Das rächte sich jetzt. Es gab keinen Klan, der nicht von der Kampfweise der Teufel überrascht wurde. So gelang es dem Klan, gegen alle Erwartungen seinen Einfluss und seinen Besitz sehr zu vergrößern.
Nach diversen Niederlagen gegen sie in einigen wichtigen Besitztests passten sich die anderen aber an und entwickelten gegen ihre Blitzkriegstrategien effektive Gegentaktiken. Nun wurden oft aus den Jägern Gejagte und der Klan verlor mehr als er gewann. Khan Cage steuerte verzweifelt gegen diesen Trend, aber es schien so als ob seine Vision sich doch als nicht überlebensfähig erweisen sollte. Nur den Truppen, die von dem saKhan Lucius Moore befehligt wurden, gelang es noch immer, ihre Gegner zu schlagen. Für Stephan Cage, der inzwischen ein hohes Alter erreicht hatte, waren diese Erfolge die einzigen Lichtblicke in einer Zeit, wo der Klan von seinen Gegner umschwärmt wurde. Und er begann, saKhan Moore als seinen Nachfolger vorzubereiten, denn in ihm sah er die Zukunft seiner Gletscherteufel gesichert. Es muss für ihn ein gewaltiger Schock gewesen sein, als er die Wahrheit hinter den unglaublichen Erfolgen von Lucius Moore erfuhr.
Wir Klans glauben an den Krieger, an seine Leistungen ohne Einfluss von irgendwelchen Hilfsmitteln. saKhan Moore verstieß gegen dieses Gebot. Er ließ seinen Getreuen durch Mitglieder der Wissenschaftlerkaste leistungssteigernde Drogen geben, welche ihnen ihre herausragenden Gefechtsfeldleistungen ermöglichten. Aber das war gegen das Wesen der Klans gerichtet und Khan Cage wusste, dass sein Klan zum Ziel eines Absorptions- oder sogar von einem Vernichtungstest würde, wenn andere davon erfahren würden. Was er nun tat, zeigte seine Ehre und dass die Teufel trotz der Verbrechen einiger aus ihren Reihen noch immer zu den Klans gehörten. Er trat vor das große Konklave und klagte sich selber an. Diese Konklavesitzung ist in die Annalen der Klans eingegangen. Obwohl alle anderen Khane von der Perfidität dieses Verbrechens angewidert waren, konnten sie sich nicht der Logik seiner Argumentation verschließen. Er klagte selber seinen saKhan an und verlangte gegen ihn einen Vernichtungstest. Seine ihm treu ergebenden Teufel, die nicht Teil dieser Verschwörung waren, würden sich gegen die Verräter um saKhan Moore durchsetzen und den Klan säubern.
Es war erst wenig Zeit vergangen, seit der Namenlose Klan für seine Verbrechen bestraft worden war und die Atmosphäre unter den anderen Klans war noch immer von Misstrauen geprägt. Khan Cage war einst ein sehr, sehr enger Freund von der Verräterkhanin gewesen, hatte sich aber gegen sie entschieden, als diese uns alle verriet. Vor jenem Konklavetreffen als sie den ilKhan und die Klans auf das niederträchtigste verunglimpfte, gehörte Khan Cage zu ihren Unterstützern. Er half ihr bei der Vorbereitung ihrer Anklage gegen den ilKhan und gab ihr Informationen, die sie einsetzen konnte. Für diese Unterstützung wurde er von dem Wolfskhan Jerome Winson nach dem Vernichtungstest zu einem Ehrenduell herausgefordert, in dem er aber ein Unentschieden erkämpfen konnte Trotzdem kostete es ihn viel an Unterstützung der anderen Klans, die sich in dieser Situation sehr wohl noch an seine Taten erinnern konnten.
Er musste rigoros durchgreifen, um seinem geliebten Klan, seinem Lebenswerk, für das er so hart gekämpft hatte, das Überleben zu sichern. In dem ilKhan, der von den Taten von saKhan Moore angewidert war, aber von der Stärke und der wirklichen Ehrlichkeit von Khan Cage beeindruckt war, fand er für sein Anliegen einen wichtigen Fürsprecher. Dank seiner Unterstützung stimmte das Große Konklave dem internen Vernichtungstest der Teufel zu. Es ist oft gerätselt worden, warum Nicholas Kerensky es tat. In seinen Schriften und Gesetzen hatte er sich strikt gegen das ausgesprochen, was Moore tat und strengste Strafen angedroht. Vielleicht war er aber auch angewidert von dem grauenhaften Blutbad, was er gezwungen war, gegen die Namenlosen anzurichten und wollte diesmal, dass nur gegen die wirklich Schuldigen Gerechtigkeit geübt wurde. Und genau das tat auch Stephan Cage. Er selber trat an die Spitze seiner Getreuen und jagte die Abtrünnigen gnadenlos wo immer er sie fand. Fast ein Fünftel des Klans war verdorben und sie leisteten harten Widerstand.
Jetzt ohne Skrupel und voll gepumpt mit Drogen wehrten sie sich. Dieser Vernichtungstest dauerte fast drei Monate bis sich endlich Khan Cage und seine Getreuen durchsetzen konnten. Er selber tötete Lucius Moore im Zweikampf, wurde dabei aber verwundet. Die echten Klankrieger hatten sich durchgesetzt, wenn auch unter schwersten Verlusten. Der Touman war auf die Hälfe seiner vorherigen Größe reduziert worden und viele Wissenschaftler wurden für ihre Teilnahme an dieser Verschwörung bestraft. Die Gletscherteufel waren sehr geschwächt und die anderen Klans waren sicher, dass ihre Zeit jetzt gekommen war. Sie lauerten nur auf eine Gelegenheit, sich an ihnen schadlos zu halten. Erschöpft und ausgebrannt trat Khan Cage zurück und machte Platz für eine neue Generation, auf die eine schwere Zeit zukommen würde. Aber die Teufel waren durch ihre Erfahrungen zu einer harten Einheit verschmolzen. Ihr Zusammengehörigkeitsgefühl war gewachsen und genau das bekamen die anderen Klans, die dachten die Teufel seien jetzt eine einfache Beute, zu spüren. In einem unglaublichen Tempo bauten sie wieder den Klan auf.
Im Goldenen Zeitalter gehörten die Teufel zu den aktivsten. Durch ihre Konzentration auf möglichst schnelle Tech, entwickelten sie leichtere und kompaktere Materialien, wie den modernen Endostahl oder das Ferrofibrit. So gelang es ihnen, Schnelligkeit und Schlagkraft in ihren Maschinen zu optimieren. Aber es gelang ihnen nicht, ihre einstige bedeutende Position unter den Klans, die sie kurz nach Ende der Pentagon-Kampagne innehatten, wieder zu erringen. Zu weit waren sie hinter andere Klans gefallen, als sie durch ihre schwerem Verluste des internen Vernichtungstest gezwungen waren, sich defensiv zu verhalten. Aber immer wieder bewiesen sie, dass es ein schwerer Fehler sein würde, sich nicht ernst zu nehmen. Am deutlichsten zeigte sich das in der Art und Weise, wie sie die Omnimechtechnologie gewannen.
Sie forderten Klan Wolf, den zu dieser Zeit mächtigsten und effektivsten Klan, zu einem Besitztest und diese Technologie heraus. Die Wölfe, als der auserwählte Klan der Kerenskys völlig von sich überzeugt, das es niemanden gelingen könnte, ihnen diese Technologie abzunehmen, besonders wo sie erst vor kurzem die Nebelparder in einem Test beschämten, gingen sehr locker in den Kampf. Die Teufel hatten überraschenderweise einen großen Anteil von konventionellen Fahrzeugen und Infanterie in ihr Batchall eingeschlossen und die Wölfe nahmen es nicht ernst. Das sollten sie bitter bereuen, denn der Teufel-Sternkolonel Ragnus Tyler setzte diese unterschätzten Einheiten so innovativ und effektiv ein, dass die Wölfe eine schwere Niederlage einstecken mussten. Begeistert stürzten sich die Teufel auf die neue Technologie und nur wenige Jahre nach diesem Test wurde der HELLION-Omnimech, der wahrscheinlich beste leichte Omnimech der Klans, in ihren Touman eingeführt. Bis heute ist es noch keinem anderen Klan gelungen, die Konstruktionsdaten dieses Omnis in einem Besitztest zu gewinnen. Es zeigt, wie effektiv und wie eifersüchtig die Teufel, „ihren“ Mech verteidigen.
Ihre Konzentration auf alles Schnelle sollte sich aber auch oft sehr nachteilig für sie auswirken. Infanterie ist langsam und deswegen wird sie von den Teufeln als zweitrangig betrachtet. Dieses Vorurteil behinderte bei ihnen auch die Einführung der Elementar-BA-Technologie. Lange Zeit wollten sie es überhaupt nicht einsetzen. Erst Niederlagen gegen damit ausgerüstete Gegner, zeigten ihnen ihre Fehleinschätzung. Hinzu kam, dass es ihnen nicht gelang, das für die Zucht von Elementaren notwendige Genmaterial zu erbeuten. Lange Zeit bestanden ihre BA-Einheiten fast ausschließlich aus Freigeborenen und die Vorurteile diesen gegenüber verhinderte auch eine richtige Beurteilung dieser Technologie. Erst als es den Wissenschaftler gelang, eine eigene und schnellere BA zu entwickeln, schwanden diese Vorteile langsam. Aber die Elementare der Teufel sind im Vergleich zu den der anderen Klans kleiner und schmächtiger, was sich oft als Nachteil erwiesen hat. Aber daran etwas zu ändern, hat der Klan nicht als notwendig erachtet.
Durch eine geschickte Wirtschaftspolitik und das Vermeiden von Fehden mit anderen Klans, was etwas verwundert, wenn man ihre Aggressivität betrachtet, war der Klan bei Beginn der Großen Debatte stark und geeint. Schnell wurden die Teufel zu überzeugten Vertretern der Kreuzritter-Ideologie. Eine Befreiungskampagne mit dem Ziel den Sternenbund wieder neu zu errichten, war etwas, dem sich die Teufel nicht verschließen konnten. Zusammen mit den Nebelpardern und den Jadefalken beteiligten sie sich an den Touren über die Heimatwelten, um die Menschen von der Wahrheit und der Notwendigkeit der Invasion zu überzeugen. Es muss sie sehr geschmerzt haben, dass ihre Versammlungen weit weniger besucht wurden und weniger Zustimmung bekamen als die der Falken oder Parder. Da war es wieder dieses Gefühl, nicht von den anderen ernst genommen zu werden. Wie immer in solchen Augenblicken reagierten sie mit Aggression. Besonders Klan Kojote wurde für sie zu einem sehr attraktiven Ziel. Ihre Ungeduld und ihr Frust wuchsen von Jahr zu Jahr und je länger die Debatte dauerte, desto stärker wurde bei vielen von ihnen die Bereitschaft, auch gegen den Willen des Großen Konklaves zu handeln und die IS anzugreifen.
Und genau das geschah beinahe im Jahre 3000, dem Jahr des „Dragoner Kompromiss“. Die Ereignisse, die fast zur Vernichtung der Teufel führten, haben sie erst vor kurzem öffentlich gemacht. Unsere Aufklärer hatten bereits seit längerem davon erfahren, aber unsere Führung entschied sich, es zu ignorieren. Eine verständliche Entscheidung. Der so genannte „Dragoner Kompromiss“ war für die damalige Teufels-Khanin Jena Norizuchi zuviel. Der Erfolg hatte so kurz bevorgestanden, aber jetzt noch einmal Jahrzehnte zu warten, bis der Traum der Invasion sich erfüllen würde, war für sie mehr als sie ertragen konnte. Fluchend verließ sie das Große Konklave und drohte sogar an, eigene Schritte zu unternehmen. Ihr Plan war es, das ihr Klan alleine ohne Genehmigung des Konklaves, in die IS vorstoßen sollte. Ein sehr gewagter Plan und so typisch Gletscherteufel. Ohne wirklich über die Konsequenzen ihres Handelns nachzudenken und nur der persönliche Ruhm im Kopf. Hätte sie diesen Plan wirklich durchgeführt, wären die Teufel von dem Großen Konklave vernichtet worden. Und genau das war dem damaligen saKhan Ernest Wick auch klar. Es gelang ihm nicht, seine Khanin von dem Irrsinn dieses Plans zu überzeugen. Oder dass sie sich wenigstens Verbündete suchen sollten. Sie war keiner Argumentation mehr offen. Deswegen entschied er sich, einen, wieder einmal, klaninternen Vernichtungstest gegen sie und ihre Anhänger durchzuführen. Die beiden persönlichen Galaxien, Alpha für die Khanin und Beta für den saKhan, rotteten sich in dem folgenden Kampf fast aus. Aber saKhan Wick setzte sich durch und folgte so den Befehlen des Großen Konklaves. Um die Schwächung des Toumans nach außen zu erklären, erfand er eine Geschichte, in der die Banditenkaste die Khanin getötet und den Klan geschwächt hatte. Die anderen Klans waren hinsichtlich dieser Erklärung etwas skeptisch, aber sie akzeptierten es.
Bei den Teufeln kommt es öfter zu solchen Ereignissen, in denen durch Angriffe der Banditenkaste Khane sterben und ganze Sternhaufen vernichtet werden. Wir wissen, dass die Banditen dazu in der Lage gewesen sind, jedenfalls bis zum Absorptionskrieg und der folgenden Säuberung, aber so etwas passierte fast nur den Gletscherteufeln. Es kann vermutet werden, dass es sehr oft nur für die anderen Klans fabrizierte Geschichten waren, um von internen Konflikten und Säuberungen abzulenken. Es wirft auf sie ein bezeichnendes Licht.
Nach diesem Konflikt hielten sie sich wieder zurück und bauten still ihren geschwächten Touman auf. Dann kam der Tag auf den sie so lange gewartet hatten. Die Invasion wurde beschlossen! Eifrig beteiligten sie sich an den Entscheidungskämpfen, siegessicher waren sie. Unser Klan hat nicht den Spott vergessen, mit dem sie uns bedachten, als Klan Staradder bereits beim Bieten ausschied, weil wir zu viele Truppen boten. Als sie dann bereits in der zweiten Runde gegen die Geisterbären scheiterten, war es für sie ein Schock. Besonders Khan Stephen Tyler war mit diesem Ergebnis nicht zufrieden. Er stand jetzt vor einem großen Problem. Seine Krieger waren wegen ihrem Versagen außer sich. Viele beschuldigten sich gegenseitig, Ehrenduelle wurden immer häufiger. Der Klan stand kurz davor, von seinen internen Problemen auseinander gerissen zu werden. Deshalb entwickelte Khan Tyler einen Plan. Anstatt sich untereinander zu bekämpfen, sollten sich seine Krieger lieber gegen die anderen Klans wenden, den Klan somit gegen äußere Feinde einigen und zum stärksten der Heimatwelten machen. Er ahnte damals schon, dass die Invasion schwieriger als erwartet würde und zusätzliche Klans zum Einsatz kommen müssten. Einen mächtigen Gletscherteufelklan, der durch kriegerische Taten sein Können bewiesen hat, wäre so gut wie sicher in der engen Auswahl.
Still und heimlich bereitete er seinen Touman vor. Niemand sollte von seinen Plänen erfahren und sich dagegen vorbereiten können. Es sollte nicht nur einzelne kleine Besitztests werden, nein, die Teufel planten eine gewaltige Offensive, die ihren gesamten Touman einbeziehen sollte. Es kam ihnen zugute, dass die stärksten Klans die Heimatwelten in Richtung IS verlassen hatten. So würde der Widerstand kleiner werden. Khan Tyler taufte die Operation „Teufelszorn“ und seine Ziele waren ehrgeizig. Mit ihrer Spezialität der blitzkriegartigen Überfälle sollten alle Klans auf den Heimatwelten angegriffen werden. Sorgfältig wurden die Ziele ausgewählt und besonders Gebiete, die sich diesen Taktiken gegenüber als verwundbar erwiesen, wurden priorisiert. Die anderen Klans ahnten noch nichts. Im Gegenteil, auch sie hatten ähnliches vor und kämpften um Land und genetisches Material. Die Teufel brachten ihre Einheiten in Position und am 7. August 3050 begannen ihre Angriffe.
Wie ein CIRCE-Blizzard kamen sie über ihre Feinde. Bereits kurz nachdem ihr Batchall gefunkt wurde und der Gegner seine Truppen aufbot, griffen sie an. Es war die unglaubliche Anzahl synchroner Angriffe und das Fehlen einzelner Schwerpunkte, welches ihre Feinde verwirrte und effektive Gegenstrategien verhinderte. Ihre Krieger reagierten ihren ganzen bislang zurückgehaltenen Frust ab und errangen Sieg um Sieg. Besonders Klan Kojote und die Feuermandrille erwiesen sich gegenüber diesen Angriffen als sehr verwundbar und büssten riesige Gebiete ein. Auch wir wurden überrascht und verloren unsere gesamte Enklave auf ATREUS, ein Drittel unsere TATHIS-Gebiete und auch Teile von HOARD an sie. Es gab keinen Klan, der nicht Land oder genetisches Material an sie verlor. Die Kampagne war eine beeindruckende Demonstration ihres Könnens. Aber wenn ein Gletscherteufel einmal Blut geschmeckt hat, kann er nicht genug bekommen. Trunken von ihren ersten Erfolgen weiteten sie die Angriffe aus. Aber nach der ersten Überraschung reagierten die anderen Klans und starteten Gegenangriffe. Den Teufeln gelangen keine größeren Erfolge mehr und ihre Verluste stiegen. Außerdem hatten sie immer größere Probleme ihre neuen Besitzungen zu sichern, denn ihr Touman hatte furchtbare Verluste erlitten. Vor den Angriffen verfügten sie über 34 Sternhaufen, die in acht Galaxien organisiert waren. Bei Ende der Kampagne war der Touman um ein Drittel reduziert. Sie mussten viele Sternhaufen auflösen, um andere wieder zu kampffähigen Einheiten aufzufüllen.
Khan Tyler erkannte, dass sein Klan sich zu sehr verausgabt hatte. Er musste sehr schnell den Touman wieder auf eine effektive Kampfstärke bringen. Sein Problem war ein Mangel an Kriegern. Das Zuchtprogramm der Teufel ist wie das aller Klans sehr gut und ist in der Lage mittlere Verluste auszugleichen. Aber den derartigen Aderlaß einer großen Offensive wie der Teufelszorn, gab es seit der Befreiung der Pentagon-Welten nicht mehr. Die Invasoren sollten bald vor den gleichen Problemen stehen. Stephen Tyler ging das Problem sehr pragmatisch an. Als erstes rekrutierte er die besten Freigeborenen. Das kam bei vielen der Wahrgeborenen nicht gut an, aber ihnen blieb nichts anderes übrig, als es zu akzeptieren. Seine zweite Idee war noch radikaler und rief bei mehr als nur einem Klan ein unwilliges Stirnrunzeln hervor. Er stellte mindestens Binärstern-große Einheiten aus konventionellen Fahrzeugen und Standard-Infanterie auf. Als Krieger verpflichtete er solahmas, durchgefallene Kadetten und Freigeborene, also jene, die sich nie und nimmer für den normalen Rang eines Klankrieger qualifizieren würden. Es sind sozusagen milizartige Verbände, die einen Gegner so lange aufhalten und beschäftigen sollen, bis Verstärkungen erscheinen. Diese Einheiten werden als Hagel bezeichnet und seit der Aufstellung der ersten Einheit ist ihr Anteil im Teufelstouman immer größer geworden.
Es ist eine, wie wir inzwischen anerkennen müssen, sehr innovative Lösung. Die Hagel-Sternhaufen werden den einzelnen Galaxien zugeordnet, wo sie auf ad hoc - Basis mit den Standard-Sternhaufen sehr flexible Kampfgruppen bilden können. Die konventionellen Panzereinheiten bestehen nicht nur aus leichten und schnellen Fahrzeugen, sondern, und das ist atypisch für die Teufel, auch aus schwereren. Die Schlagkraft dieser kombinierten Gruppen hat sich oft als böse Überraschung für den Gegner erwiesen. Das Konzept haben sie allerdings nicht konsequent zu Ende geführt und verschenken viel von dem möglichen Potential. Unser Klan hat es sehr genau beobachtet und auch ausgewertet. Unsere auf YORK kämpfende Beta- und die sich auf den TANITE-Welten befindende Rho-Galaxis hat sich dieses Konzept zunutze gemacht und noch weiter perfektioniert. Es ist eine echte, an die alten RKGs des Sternenbundes erinnernde, „Combined Arms“ Galaxiskampfgruppe.
Die Hoffnungen der Teufel durch ihre Teufelszorn-Kampagne für die Invasion ausgewählt zu werden, erwies sich als falsch. Sie hatten sich von vielen anderen Klans durch ihre Aktionen entfremdet und damit viel politische Unterstützung verloren. Außerdem war ihr Touman in einem sehr schlechten Zustand. Der Verräter-ilKhan Ulric Kerensky verwies darauf und lehnte eine Teilnahme der Teufel ab. Wieder einmal waren ihre Träume zunichte gemacht worden. Ihr neuer Reichtum und ihre große Machtstellung auf den Heimatwelten konnte sie darüber nicht hinwegtrösten. Khan Tyler starb kurz nach der Konklavesitzung durch einen Banditenangriff im LONDERHOLM-System. Asa Taney, ein Jägerpilot, wurde sein Nachfolger. Dass wieder ein Khan durch Schuld der Banditenkaste umkam, ist erneut rätselhaft und viele bezweifelten diese Erklärung der Teufel. Unsere Raumüberwachung hat während der betreffenden Zeit keine unbekannten Schiffe geortet oder Kampfhandlungen in ihren Gebieten bemerkt. Wir vermuten, dass es wieder ein interner Machtkampf war, der Khan Tyler das Leben kostete. Für die Teufel war das ein schwerer Verlust, denn trotz einiger Fehlentscheidungen, war Stephen Tyler ein weit vorausblickender Führer, der auch Geduld hatte. Sein Nachfolger hatte weit ehrgeizigere Pläne, aber ihm fehlte der Verstand, sie umzusetzen. Mit seinem Aufstieg zur Macht begann eine neue Phase für die Gletscherteufel.
Zuerst versuchte er, die Heimatweltenklans zu einer Allianz zusammen zu schmieden. Es war sein Ziel, die Invasorenlans, die auf Tukkayyid gescheitert waren durch neue, frische Klans zu ersetzen. Damit gewann er auf den Heimatwelten viele Anhänger und es gelang ihm, sich zu dem Sprecher aller Heimatweltenklans im Großen Konklave zu machen. Seine Stunde schien nach dem Falken-Wolf-Widerspruchskrieg gekommen zu sein. Als erstes versuchte er, die durch ihren epischen Kampf kritisch geschwächten Falken und Wölfe zum Ziel von Absorptionstests zu machen. Er hatte selber vor, einen der beiden zu absorbieren. Es wäre für sie ein weiterer gewaltiger Machtzuwachs geworden. Aber er unterschätzte fatal die Entschlossenheit von Marthe Pryde und im Besonderen von Vlad Ward, dem Wolfskhan. Beide unterstützten sich gegenseitig und es gelang ihnen relativ einfach, sämtliche seiner Argumente zu entkräften. Sein freiwilliger Rückzug kostete ihn viel politisches Ansehen. Den nächsten Schlag versetzte ihm Vlad Ward, in dem er ihn ständig auf eine sehr niederträchtige und persönliche Art und Weise reizte. Taney, als ungeduldiger Gletscherteufel, nahm es zu persönlich und ging in sämtliche verbale Fallen des Wolfskhans. Er merkte es schnell, welch übles Spiel der Wolf mit ihm trieb, aber seine einzigen Reaktionen waren Wutausbrüche, die ihm schnell jegliche Unterstützung raubten. Er bewies damit, dass er das Amt eines ilKhans nicht ausüben konnte.
Die Wahl von Lincoln Osis zum ilKhan war demzufolge kein Wunder. Asa Taneys Pläne, alles auf das er so lange und zäh hingearbeitet hatte, wurden damit zunichte gemacht. Aber schlimmeres sollte noch kommen. Sein Versuch, die Felsengräber selber absorbieren zu können scheiterte. Sein Antrag wurde ohne jegliche Unterstützung abgeschmettert. Dann kamen die Erntekriege der Wölfe und Jadefalken, um ihre gelichteten Toumane aufzufüllen. Ihr Versprechen, jeden, der sich als würdig erweisen würde, einen Platz in ihrer IS-Streitmacht zu gegen, wirkte wie ein Fanal. Das Vertrauen in ihren Khan, dass der Klan selber an einer neuen Invasion teilnehmen würde, war inzwischen erschüttert, und so entschieden sich viele Teuffelskrieger für die Alternative als abtachas der Wölfe oder Jadefalken zu kämpfen. Nur mit drastischen Methoden gelang es Khan Taney, unter anderem tötete er persönlich seinen saKhan in einem Duell, diese Beinahe-Desertionen zu beenden. Aber der Schaden war angerichtet. Schon vorher war der Touman nicht sehr stark gewesen und jetzt waren viele der Besten an seine größten Gegner verloren. Im Klan selber bekam eine Bewegung immer mehr Zuspruch, die sich mehr für eine Ausweitung der Teufelsgebiete auf den Heimatwelten einsetzte und weniger an einer Teilnahme an einer neuen Invasion interessiert war.
In dieser Zeit der persönlichen Demütigungen muss Khan Taney langsam den Verstand verloren haben. Er entwickelte einen geradezu pathologischen Hass auf den Wolfskhan Vlad Ward und auch auf alle anderen, die nicht seinen Ideen folgen wollten oder ihm auch nur widersprachen. Er war einst ein sehr guter Krieger und Stratege gewesen, aber je weiter er sich in seine Verschwörungstheorien hineinsteigerte, desto weniger war er fähig wie einst ausgeklügelte Strategien zu entwickeln und befahl Frontalangriffe, die zu schweren Verlusten unter seinen leichten Einheiten führte. Im Großen Widerspruch auf STRANA MECHTY trat sein Keshik für ihn überraschend gegen die Novakatzen unter den beiden Verräterkhanen an. Außer sich vor Wut griffen er und seine Krieger an, aber gegen die geballte Feuerkraft der Katzen waren ihre leichten Maschinen chancenlos. Er selber wurde von dem Verräterkhan Severen Leroux abgeschossen und überlebte schwerverletzt den Absturz. Auch dieses persönliche Versagen nagte an ihm. Sein Klan war enttäuscht und suchte nach Sündenböcken, gegen die sie ihre Wut richten konnten. Sie fanden sie bald.
Mit dem freiwilligen Abzug der Geisterbären, der Ausrottung der Nebelparder und der Abschwörung der Novakatzen begannen auf den Heimatwelten um all diese jetzt vakanten Gebiete schwere Gefechte. Khan Taney führte seine Teufel in die intensivsten und hoffte den Erfolg der Teufelszorn –Kampagne zu wiederholen. Aber die Zeiten hatten sich geändert. Es gelang ihm nur, die Novakatzen zu überraschen, aber auch andere Klans wollten sie bestrafen und so gerieten seine Krieger auf vielen Welten in einem Mehrfrontenkrieg. Außerdem machten sich die Teufel auf seinen direkten Befehl des Massenmordes an den zivilen Kasten der Katzen schuldig. Zwar nicht in dem Ausmaß wie die Jadefalken, aber auf BARCELLA konnte nur das Eingreifen der Diamanthaie Schlimmeres verhindern. Auf HOARD wurde aus Besitztest gegen die Katzen bald ein Jeder-Gegen-Jeden-Konflikt mit uns, den neu gelandeten Wölfen und Höllenrössern. Gefangen in ihren Fehden erreichten die Teufel dort wenig und verloren sogar Teile ihrer Besitzungen. Auf ATREUS bekämpften sie mehrere Feuermandrill-Kindraas, die wegen ihrer vor Jahren erlittenen Verluste auf Rache aus waren. Auf LONDERHOLM gelang es den Kojoten, ihnen wichtige Fabriken abzunehmen und es begann ein Stellungskrieg, der bis heute andauert. Es wurde immer deutlicher, dass die Teufel zu schwach waren, um sich jetzt noch größere offensive Aktionen leisten zu können und gleichzeitig ihre eroberten Gebiete zu verteidigen. Ihre Angriffe gegen uns auf TATHIS und DAGDA scheiterte kläglich. Es war wie ein Menetekel für den Klan.
Im Lauf der nächsten zwei Jahre verloren die Teufel immer mehr von ihren Besitzungen an andere Klans. Ihr schlimmster Verlust war die völlige Vertreibung von BARCELLA durch die Diamanthaie. Khan Taneys Psyche litt schwer unter den Misserfolgen und er ließ seiner Wut in den Konklavesitzungen freien Lauf. Die Teufel verloren deswegen fast völlig ihren politischen Einluss und Verachtung ersetzte einstigen Respekt für sie. Der Klan merkte bald, in welche Schwierigkeiten sie Taneys Fehlentscheidungen brachten. Nicht nur militärisch waren Misserfolge an der Tagesordnung, auch wirtschaftlich ging es den Teufeln immer schlechter. Viele Klans kappten ihre einstigen Handelbeziehungen zu ihnen und nachdem Taney öffentlich die Freien Gilden bedrohte kam es noch schlimmer. Die Freien Gilden weigerten sich mit dem Teufelsklan zusammenzuarbeiten. Das kam schon fast einem Boykott gleich, denn unter anderem treten die Freien Gilden als Vermittler und Broker im gesamten Klanraum auf und sorgen für ausgeglichene Geschäfte. Kritik wurde laut und es kam zu ersten Herausforderungen gegen ihn. Aber er blieb in den Duellen siegreich und es ging weiter wie bisher. Scheinbar bis zum bitteren Ende.
Für uns waren zu dieser Zeit die Teufel eine lästige Störung. Oft versuchten sie, unseren schwer erarbeiteten Reichtum abzunehmen. Wir waren ihnen gegenüber wachsam und wehrten sie ab. Größere offensive Aktionen gegen sie unterließen wir, denn wir waren mit der Bestrafung der Blutgeister auf YORK beschäftigt. Dann aber kam es zu Ereignissen, die alles verändern sollten. Anfang 3065 erschien eine Teufelsflotte im TANITE-System, das wir zusammen mit den Wolkenkobras schützen. Sie gaben vor, nur handeln zu wollen, aber ihre Flotte aus sechs schwer bewaffneten Landungsschiffen stieß unter Vollschub in das System vor. Funkkontakte der Wolkenkobras, die ihnen untersagten weiterzufliegen wurden ignoriert. Nach kurzer Besprechung mit uns, wurde diese Teufelsflotte als feindlich eingestuft und der Angriff auf sie beschlossen. Zusammen mit den Kobras griffen unsere Jäger die Landungsschiffe an. Es entbrannte ein erbitterter Raumkampf, der von Jägerduellen und von rollenden Angriffen von Jägern auf die Landungsschiffe geprägt war. Nur einem Landungsschiff gelang es auf einer der Welten zu landen. Die an Bord befindlichen Mechs waren für die auf sie bereits wartenden Garnisonstruppen kein Problem. Keiner der Teufel überlebte diesen Kampf und keiner war auch bereit gewesen, sich zu ergeben. Dieser Vorfall sollte uns und den Kobras zu denken geben. Niemand von den anderen Klans darf erfahren, was wir zusammen auf den TANITE-Welten machen. Sie sollen ruhig denken, dass wir für die Kobras nur dort Garnisonsaufgaben wahrnehmen. Die Wahrheit würde sie erschrecken und aktiv werden lassen. Deshalb war die Erbarmungslosigkeit der völligen Vernichtung dieser Teufel auch absolut notwendig.
Der TANITE-Vorfall hatte noch ein Nachspiel. Außer sich vor Wut befahl Taney Vergeltungsaktionen gegen die Kobras auf BRIM. Die Teufel wurden abgewehrt und zogen sich hastig zurück, als wir den Kobras zu Hilfe kamen. Aber anstatt aus seinem Fehler zu lernen, beging Taney einen noch viel Schlimmeren. Seine Wut kehrte sich gegen unseren Klan und von brennendem Hass getrieben, stellte er sich an die Spitze seiner Alpha-Galaxis, die uns von HOARD vertreiben sollte. Diese Aktion führte zu eine der schlimmsten Niederlage der Teufel in ihrer Geschichte. Ohne dass sie es wussten, befand sich zu dieser Zeit der Quasar Keshik mit saKhan Dante Truscott auf HOARD, der die dortigen Truppen inspizierte. Er übernahm sofort den Befehl über unsere dort stationierten Truppen und es begann ein Kampf, auf den die Teufel nicht vorbereitet waren. Sie hatten nur mit Garnisonstruppen gerechnet, aber saKhan Truscott wendete gegen sie ihre eigenen blitzkriegartigen Überfalltaktiken an, welches sie so verunsicherte, dass sie gegen einen massiven Frontalangriff der schweren Einheiten fast schutzlos waren. Ein Teil ihrer Krieger wurde eingekesselt, aber die Teufel waren inzwischen so demoralisiert, dass sie aufgaben. Andere versuchten einen geordneten Rückzug, aber als die schnellen Einheiten der 206. Husaren ihnen hintersetzten, kam es zu einer panikartigen Flucht. Taney selber kämpfte tapfer und schoss in seinem Visigoth drei unserer Jäger ab, aber er versäumte es den Kampf zu dirigieren. Ruhmlos musste er sich zurückziehen, als er endlich bemerkte, dass seine Bodentruppen geschlagen waren. Truscott setzte mit seinen Kriegern nach und es gelang ihnen, sämtliche unserer einst in der Teufelszornkampagne verlorenen Gebiete zurück zu gewinnen und noch weitere mit wichtigen Produktionsstätten bebaute ehemalige Novakatzenländereien zu erbeuten. Es hätte mit der völligen Vernichtung der Teufel enden können, aber saKhan Truscott stoppte die Verfolgung. Es war eine weise Entscheidung, wie es sich später herausstellen sollte. Unserer Ehre war genüge getan, die Arroganz Khan Taneys war bestraft.
Für die die Gletscherteufel war diese Niederlage der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Sie hatten nicht nur sehr wichtige Ländereien verloren, auch ihre Alpha Galaxis war vernichtend geschlagen worden und viele der Besten Krieger gefallen. Im Klankonklave begannen jetzt die Anschuldigungen gegen Taney. Er selber geriet außer sich und beschimpfte und bedrohte seine Kritiker auf das übelste. Selbst seinem überzeugtesten Anhänger wurde klar, dass Taney unter der Belastung seinen Verstand verloren hatte. Wenn der Klan überleben wollte, mussten sie ihn loswerden. Und so begann der Monat der Widerspruchstests, als die besten Offiziere des Klans Taney um sein Amt herausforderten. Fünf von ihnen, darunter auch die saKhanin Sellen Cage, versagten, aber der sechsten Herausforderin, Sternkolonel Raina Montose, gelang es ihn zu besiegen. In einem sicher in die Erinnerung eingehenden Duell schoss sie in ihrem Bluthund A Taneys Omnijäger ab. Er überlebte zwar den Absturz, aber fiel in ein Koma, aus dem er nicht wieder erwachen sollte. Raina Montose, die schon in der Schlacht von HOARD sich als ausgezeichnete Kriegerin erwiesen hatte, ihr erlaubte Dante Truscott Hegira, wurde ohne Gegenstimme zum Khan gewählt und sie begann sofort den langen und schwierigen Weg, den Klan aus dem Abgrund zu führen, in den er durch Taneys Wahnsinn gestürzt war.
Seit ihrer Wahl sind inzwischen fast zwei Jahre vergangen und man merkte schnell, wie sehr sie sich von ihrem Vorgänger unterscheidet. Wütende Angriffe ohne Sinn und Verstand hat es unter ihrem Kommando nicht mehr gegeben. Die Teufel sind relativ zurückhaltend und ersetzen ihre Verluste langsam. Es gelang ihnen auch, einige ihrer vorher verlorenen Gebiete zurückzuerobern. Diese Erfolge haben dem Klan wieder Mut gegeben und Khanin Montose hat noch mehr getan. Am Beginn jeder Konklavesitzung schwört sie die Versammlung auf die Rückkehr in die Inneren Sphäre ein. Es ist zum Ziel des Klans geworden und es hat den Menschen Mut und eine Zukunftsperspektive gegeben. Wir haben von großen Anstrengungen bei der Entwicklung neuer Mechs und Technologien erfahren. Einige Projekte stehen anscheinend kurz vor Beendigung der Prototypenphase. Ihr ruhiges und kompetentes Auftreten im Großen Konklave hat ihr ebenfalls Respekt bei den anderen Khanen verschafft und die Zeit, in der die Teufel Außenseiter waren, scheint endgültig vorbei zu sein.
Wir haben uns inzwischen den Teufel angenähert. Khan Truscott wurde mit Ehren auf der Gletscherteufel-Zentralwelt HECTOR empfangen und seine Gespräche mit der Teufelsführung haben sich als sehr lukrativ für unsere beiden Klans erwiesen. Der Austausch von Technologie und genetischen Material ist ein guter Anfang. Im Gespräch sind auch abgestimmte militärische Aktionen gegen die Kojoten und die Feuermandrille. Unser Wachstum hat sie beeindruckt und einige von ihnen sehen uns sogar als Vorbild. Sie als Verbündete zu gewinnen, muss ein Ziel von uns sein. Langsam und stetig sollten wir auf sie einwirken, ohne uns direkt einzumischen. Wir haben immer die Meinung vertreten, dass nur durch eine Einheit unter den Klans der Sternenbund wieder errichtet werden kann. Wenn wir mit den Teufeln einen weiteren Klan gewonnen haben, der unserer Vision folgt, kann es uns allen nur nützen. Für den kommenden, alles verändernden Sturm müssen wir gewappnet sein. Klan Gletscherteufel ist dank seiner neuen Führung uns gegenüber so aufgeschlossen wie noch nie.
Ihnen den Rücken zuzukehren, wäre naiv. Wir beobachten ihr Verhalten weiter, denn es kann sich durch ihre erratische Natur ständig ändern. Wenn die Teufel vorhaben in die IS vorzustoßen, könnten wir ihnen helfen. Ihr Interesse an den Informationen, die unsere in der Peripherie agierende Upsilon-Galaxis gesammelt hat, ist groß. Selbst wenn sie sich unserer Führung verweigern und ohne nachzudenken in die IS vorstürmen, können wir das zu unserem Vorteil ausnutzen. Aus diesen Erfahrungen zu lernen, würde uns Verluste ersparen. So oder anders können uns die Teufel nützen.
Hochachtungsvoll
Sterncaptain Jean Gastopiv
Sternkolonel N`Buta.
Hier ist unsere Einschätzung über die
Goliathskorpione.
„Jäger der Verlorenen Schätze“, „Junkies“, „Zigeuner“. So bezeichnen oft andere Klans die Goliathskorpione. Als ein Klan, der zu den kleineren und weniger einflussreicheren in unserer Gesellschaft gehört, fristen die Skorpione ein relativ ruhiges Leben. Sie mischen sich sehr selten in die große Politik ein und wenn sie es tun, dann folgen sie meistens dem Vorbild von anderen. Als absolut konservative Verfechter der Bewahrer-Philosophie schränken sie ihre Möglichkeiten selber ein. Hinzu kommen noch weitere Verhaltensweisen, mit denen sie auch ihre Weiterentwicklung verhindern. Sie erforschen die Vergangenheit, um mit den daraus gewonnenen Lehren, sie wieder zu errichten. Als ließe sich der Strom der Zeit wieder an einem Ort zurücklenken, an dem er einmal vorbei geflossen ist …
Es sind Träumer und Sammler. Immer auf der Suche nach Gegenständen aus der Vergangenheit. Nicht einmal nach etwas Nützlichem und Widerverwertbaren, sondern auch nach Müll, der nur irgendwie mit der Sternenbundvergangenheit in Verbindung steht. Viele fragen sich, wozu dieser Klan noch zugute ist. Aber sie haben ihre Stärken, die, wenn auch nicht sofort offensichtlich, sie zu gefährlichen Gegner und wertvollen Verbündeten machen könnten.
Der Arachnoide Goliathskorpion gehört zu der heimischen Fauna der Pentagon-Welten. In den weiten und trockenen Wüsten von BABYLON heimisch, ist es eine der gefährlichsten Kreaturen, der Menschen begegnen können. Bei der Urbesiedlung unter Alexander Kerensky starben viele Kolonisten an den tödlichen Stichen, wenn sie in die Reviere dieser Tiere kamen. Für Nicholas Kerensky war ihr Verhalten, u. a. eine selbstmörderische Verteidigung ihrer Brut und Nester, ein Grund einen seiner 20 Klans, nach ihnen zu benennen.
Ihre beiden ersten Khane waren auch eine Besonderheit unter den Klans. Khan Cyrus Elam war in den alten SBVS ein Pionieroffizier gewesen und seine saKhanin Jenna Scott war keine Mechkriegerin, sondern eine Sprungtruppeninfanteristin. Beide drillten auf STRANA MECHTY die Krieger ihres Klans intensiv und entwickelten sehr innovative Taktiken, die auch die Aufmerksamkeit anderer Klans erregten. Selbst Nicholas Kerensky lobte beide und Khan Elam wurde ein wichtiger Berater bei der Vorbereitung von Operation Klondike. Als die Stunde der Befreiung endlich da war, wurden die Skorpione der Einsatzgruppe DAGDA zugeteilt. Zusammen mit den Gletscherteufeln, den Feuermandrillen und den Witwenmacher war es ihre Aufgabe, diesen wichtigen und hoch industrialisierten Planeten zu befreien und zu befrieden. Ihr Angriffsziel war der planetare Kontinent Riva, der schwer befestigt und von entschlossenen Verteidigern, die aus der ehemaligen terranischen Hegemonie stammten, geschützt wurde.
Wenn es ihnen nicht gelang, ihre Aufgabe schnell und gründlich zu erledigen, wäre die gesamte Befreiung DAGDAs gefährdet, denn bei einem Misserfolg würden Klan Felsengräber und Witwenmacher nicht landen können, denn die auf Riva befindliche große Boden-Raum-Abwehrstellung würde jeden Landungsversuch vereiteln. Sie entschieden sich für eine sehr riskante Strategie. Neben einem Kommandounternehmen von Sprungtruppen unter der persönlichen Führung von Khanin Scott, um die Raumabwehr in einem Überraschungsangriff auszuschalten, war geplant, die Hauptlandung nachts auf der unwirtlichen Satansebene zu durchführen. Der Kommandoangriff gelang, aber die Hauptstreitmacht wurde entdeckt und durch Sprengungen der dünnen Magmakruste erlitt sie schwere Verluste. Sie waren so schwer, dass die Skorpione gezwungen waren, schnell umzudisponieren und ihren Plan zu überarbeiten. Obwohl sie erfolgreich agierten, war es nicht zu übersehen, dass sie langsam aber stetig hinter den Zeitplan zurückfielen. Als die gesamte Situation durch interne Spannungen bei den Feuermandrillen kritisch wurde, befahl der ilKhan den beiden erfolgreichsten Klans der Operation, den Wölfen und den Jadefalken, zu helfen.
Das führte zu gewissen Spannungen zwischen den Skorpionen und den Falken, als diese in ihrer Arroganz die Skorpione als beinahe inkompetent hinstellten. Aber die Kampagne auf DAGDA war die wahrscheinlich schwierigste des gesamten Feldzuges. DAGDA ist eine Wüstenei, unwirtlich mit extremsten Umweltbedingungen. Der Verteidiger wird durch die natürliche Umgebung bevorzugt und genau das erwies sich für die Befreier auch als schwierig. Guerillataktiken forderten bei allen Klans ihren Tribut und leider vereitelte die Konkurrenz untereinander, dass sie sich gegenseitig halfen. Die Feuermandrille und Witwenmacher, die den Felsengräbern halfen, schnitten noch am besten ab und wurden deswegen auch mit den lukrativsten planetaren Gebieten belohnt. Den offensichtlich besten. Wie wir alle begannen sie mit dem schwierigen Wiederaufbau. Anfänglich unterschieden sie sich nicht in der Wahl ihrer Mittel und der angewendeten Methoden von uns anderen. Aber dann kam es zu einem Ereignis, was sie für immer von uns anderen unterscheiden sollte.
Es trat ein Mann auf, der die Skorpione mit seinen Ideen und Ansichten tief beeinflusste und prägte. Sein Name war Ethan Moreau. Viel von dem, was die Skorpione in ihrer Erinnerung verbreiten, kann man in das Reich der Legenden stellen. Es sind Phantastereien, die sie nie mit Tatsachen belegt oder bewiesen haben. Fakt ist, dass Ethan Moreau zurzeit des Zweiten Exodus Kommandierender General der 81. Battlemech-Division und planetarer Administrator von BABYLON war. Er weigerte sich, Nicholas Kerensky zu begleiten, aber er schwor ihm, den Sternenbund mit all seinen Mitteln zu verteidigen. Gegen die Übermacht der Rebellen waren aber er und seine Leute letztendlich machtlos und bald wurde sein Tod gemeldet. Dafür hielt man ihn auch, bis eines Tages eine Patrouille der Gletscherteufel in der Aufgespießten-Herz-Wüste auf DAGDA etwas Seltsames entdeckten. Auf der Spitze eines gewaltigen Obsidiankegels sahen sie einen Mann. Verwahrlost, wirr und gezeichnet mit Narben, welche die typische Form von Goliathskorpionstichen aufwiesen.
Dass er forderte, den ilKhan sehen zu wollen, obwohl er nicht wissen konnte, dass es uns Klans gab und wie wir organisiert waren, ist eine Legende. Es verschafft ihm mehr Gewicht in den Augen seiner Mitklanner und seine Rolle als ihr Prophet wurde ebenfalls so begründet. Jedenfalls war der ilKhan sehr froh, ihn wieder zu sehen und verzieh ihm seine Weigerung, ihm zu folgen. Ethan Moreau schwor ihm und den Klans ewige Treue. Dieses Ereignis ist das erste verbürgte surkai-Ritual. Fast 30 Jahre lang war er unvorstellbaren psychischen und physischen Strapazen ausgesetzt gewesen. Bei den Untersuchungen durch Vertreter der Wissenschaftlerkaste wurde ihm, allein schon die Wirkung des Skorpiongiftes, eine mentale Instabilität bescheinigt. Epilepsie-artige Anfälle, in denen er von „Visionen“ heimgesucht wurde, verstärkte diese Diagnose. Klan Gletscherteufel verzichtete auf seinen Anspruch auf ihn. Andere Klans waren auch nicht an ihm interessiert, aber, aus offensichtlichen Gründen, fanden die Goliathskorpione ihn faszinierend und nahmen ihn auf. Sie hatten für ihn viele Verwendungen und sei es nur seine Erfahrung als Gunslinger. Aber trotz seiner Begeisterung für die Klans und seiner unbestrittenen Treue zum Sternenbund wurde ihm ein Platz im Zuchtprogramm der Klans verweigert. Seinen „Familiennamen“ würde er behalten dürfen, aber mit seinem Tod würde sein Name verschwinden. Die ultimative Bestrafung. Aber er ertrug es und stürzte sich in seine neue Arbeit. Hart trainierte er seine Rekruten, aber diese Arbeit konnte einen Mann wie ihn nicht ausfüllen. Deshalb begann er die Geschichte von BABYLON anhand seiner Ergebnisse aufzuschreiben und übernahm die Verantwortung für die Erinnerung der Skorpione. Er war darin so gut, dass ihn sein Klan 2824 zum Lehrmeister berief.
Im Laufe der nächsten Jahre gediehen ihr Klan. Khan Cyrus Elam erwies sich als ein sehr geschickter Politiker und Stratege. Besonders seine Erfahrungen als Ingenieur waren für die weitere Entwicklung des Klans sehr wertvoll. Das Pionierkorps der Skorpione war schon zu damaliger Zeit sehr groß und hervorragend ausgebildet. Sie entwickelten unter anderem auch Methoden und Techniken, mit denen sie Rohstoffe in Gegenden abbauen konnten, die andere Klans übersehen hatten oder ihnen als nicht lukrativ genug erschienen. Seien es die Sandwüsten auf TOKASHA oder ROCHE, oder die Lavafelder und die Tiefsee von DAGDA. Deswegen prosperierte der Klan schnell. Aber die glückliche Zeit endete bald. Es kam zu jenem verhängnisvollen Absorptionstest, in dem durch unglückliche Umstände der ilKhan durch die Hände der Witwenmacher sein Leben verlor. Aber die Absorptionskämpfe waren mit der Schlacht auf IRONHOLD nicht beendet. Weitere Gefechte entbrannten auf allen Planeten, auf denen sich Enklaven der Witwenmacher befanden.
Auf der Witwenmacher-Zentralwelt ROCHE kam es zu besonders schweren Kämpfen, in denen die Wölfe in einem Hinterhalt gerieten und kurz vor der Vernichtung standen. Die Skorpione unter der Führung von Ethan Moreau brachen das Batchall und griffen ein. Khan Elam duellierte sich persönlich mit Kyle Vordermark, dem Witwenmacher saKhan, als ein Artillerieangriff beide Khane und viele andere tötete. Wer hinter diesem Angriff stand, konnte nie herausgefunden werden. Der Tod ihres sehr vorausschauenden Khan sollte dem Klan bald schwer zu schaffen machen. Der Wolfkhan Jerome Winson war zuerst wütend über die Einmischung der Skorpione. Er fürchtete wahrscheinlich, dass sie von ihm einen Anteil an der Beute verlangen könnten. Es muss ihn sehr beruhigt haben, als Ethan Moreau erklärte, dass er damit eine Schuld gegenüber dem ilKhan erfüllte. Und gleichzeitig sie auf den gesamten Wolfsklan ausdehnte und ihnen ewige Treue gelobte. Damit machten sie sich freiwillig zu Vasallen der Wölfe und verzichteten auf eine eigene Politik. SaKhanin Jenna Scott war leider nicht aus dem selbstbewussten Holz wie Cyrus Elam geschnitzt und ließ Moreau gewähren. Khan Winson war verständlicherweise mit dieser Situation sehr zufrieden und schenkte den Skorpionen die ROCHE-Enklave der Witwenmacher.
In der ersten Phase des Goldenen Zeitalters machte der Klan weiter seine sehr merkwürdige Transformation durch. Für viele Skorpione war es sehr wichtig, ihrem Totemtier so ähnlich wie möglich zu werden. Bei vielen Kriegern wurde es Mode, sich in einer Art Mutprobe von einem echten Skorpion stechen zu lassen. Wieder war Lehrmeister Ethan Moreau das Vorbild. Er betonte immer wieder, dass er seine Visionen den Stichen der Skorpione „verdankte“. Die Todesrate wurde so hoch, es starben fast doppelt so viele Krieger daran als im Kampf, dass die Stabilität ihres Toumans und die Kontinuität ihres Zuchtprogramms geschwächt wurde. Aber der Klan wollte darauf nicht verzichten und so wurde die Wissenschaftlerkaste beauftragt, etwas nicht so Gefährliches, aber Vergleichbares zu entwickeln. Nach jahrelangem Experimentieren präsentierten sie einer begeisterten Kriegerkaste Necrosia. Das aus dem Skorpiongift gewonnene Derivat ist eine sehr interessante Mixtur. Sie besitzt viele der Eigenschaften des Giftes, aber die Todesrate wurde damit drastisch reduziert. Es wurde viel über Necrosia diskutiert. Viele sind der Meinung, dass es eine Art leistungssteigerndes Mittel ist. Vergleichbar mit denjenigen, die einst die Gletscherteufel einsetzten und was beinahe zur Vernichtung des Klans geführt hätte. Es zeigt, wie schwer Necrosia einzuordnen ist. Die offizielle Begründung ist, dass es dem Konsumenten Visionen über die Zukunft ermöglicht. Aber es ist belegt, dass oft Krieger ihre Leistungen verbessern. Andererseits kann es auch zum Koma und sogar zum Tod führen. Die Wirkung ist nicht vorherseh- oder abschätzbar. Wahrscheinlich deswegen ist es den meisten anderen Klanner auch egal.
Die Skorpione veränderten sich weiter und entwickelten, wie die anderen Klans eine spezielle Philosophie zur Neuerrichtung des Sternenbundes, in der sie eine besondere Rolle spielen. Ihr Lehrmeister Moreau hatte eine Vision, in der er ein verlassenes, aber mit kostbaren Schätzen gefülltes Depot auf dem Planeten MARSHALL „sah“. Seinen Worten zufolge würde es die Basis bilden, von der aus der Bund neu errichtet werden könnte. Mehr als fünf Jahre suchten sie Skorpione den Planeten ab, aber sie fanden nichts. Frustriert gaben sie auf. Leichte Zweifel an ihrem Lehrmeister wurden laut. Bis kurz darauf die Gletscherteufel eine Höhle fanden, die bis ins kleinste Detail den Beschreibungen Moreaus entsprach. Sofort erklärten die Skorpione einen Besitztest um die Höhle. Sie gewannen ihn, aber die Teufel waren wütend und erklärten sofort einen Widerspruchstest. Damit begann eine Serie von Kämpfen, denn wenn eine Seite gewann, erklärte die andere sofort einen Widerspruchstest. Beinahe sah es so aus, als ob dieser Kampf endlos weitergehen würde. Stetig wurden weitere Sternhaufen herangeführt und die Kämpfe dehnten sich aus. Auch das große Konklave beschäftigte sich damit, kam aber zu keiner Entscheidung, denn es wurde als interne Angelegenheit zwischen beiden Klans betrachtet. Schon aus geringerem Anlass sind blutige Fehden zwischen Klans entstanden. Aber das Schicksal entschied anders.
Elemente von verschiedenen Kindraas der Feuermandrille wollten die Situation für sich ausnutzen und griffen überraschend beide Klans an. Nun hatten die beiden Kombattanten einen gemeinsamen Feind. Sie einigten sich kurzfristig auf einen Waffenstillstand und griffen die Mandrille an. Ethan Moreau, der trotz seines hohen Alters noch in vorderster Reihe kämpfte, wurde in den Kämpfen von einem Krieger des Carrol-Mattila-Kindraas getötet. Und zwar auf ehrlose Weise. Sein Mech war in einem Sumpf stecken geblieben und bewegungslos. Der Mandrill tötete den wehrlosen Krieger durch einen Kopfschuß. Das haben die Skorpione den Mandrillen nie verziehen. Die gemeinsamen Aktionen der Skorpione und Teufel waren für die Affen eine Überraschung. Anstelle von zwei desorganisierten und erschöpften Gegnern, trafen sie auf eine harte Abwehr und mussten sich bald zurückziehen. Siegreich, aber erschöpft und ausgeblutet (die Alpha und Beta Galaxien der Skorpione waren schwer dezimiert worden) einigten sich beide Seiten auf einen Kompromiss. Die Teufel bekamen sämtliche militärischen Güter, während die Skorpione sich den Rest nahmen. Aber für sie war der Verlust ihres vergötterten Lehrmeisters ein schwerer Schlag.
Ethan Moreau hatte den Klan mit seinen Vorstellungen so tief geprägt, dass es auch den Skorpionen nicht sofort klar wurde, wie sehr er getan hatte. Aus Verehrung zu ihm begannen sie jetzt noch viel stärker, seine Ideen zu denen des Klans zu machen. Besonders seine Ansicht, dass nur aus einem tiefen Studium der Vergangenheit, die richtigen Lehren zum Neuaufbau des Sternenbundes gezogen werden konnten, nahmen sie sich zu Herzen. Ihre Gesellschaft strukturierte sich dementsprechend weiter um.
Mit der Vorstellung der Omnimechtechnologie durch die Kojoten begannen auch die Besitztests um diese Technologie. Aber die Skorpione waren nicht in der Lage, die Besitztests für sich zu entscheiden und unterlagen ihren Gegnern bei jedem Versuch. Erst in einem Besitztest gegen die Feuermandrille des Payne-Kindraas waren sie erfolgreich. Damit waren sie vor den Geisterbären der zweitletzte Klan. Ihr schlechtes Abschneiden in den Tests war für den Klan eine böse Überraschung. Es stellte sich heraus, dass der Klan in seinem Zucht- und Trainingsprogramm hinter denen der anderen Klans weit zurückgefallen war. Um das zu ändern, begannen sie ein rigoroses Trainingsprogramm, das sich an der Marsolympiade der SBVS orientierte. Neben Sportwettbewerben wie das Ausdauer-Pentalon (Schwimmen, Laufen, Radfahren, Bergsteigen und in voller Kampfausrüstung ein mehrstündiges Hindernisgeländetraining) wurde besonders viel Wert auf das Schützentraining gelegt. Auch hierin war das Gunslinger-Programm der SBVS das Vorbild. Diese Wettbewerbe ihres kriegerischen und sportlichen Könnens tauften sie Circus Honorae. Besonders das Duelltraining wurde so drastisch verbessert und die Skorpione wurden noch mehr zu fanatischen Befürwortern von zellbriggen. Sie haben seitdem eine besondere Meisterschaft für gezieltes Schüsse erreicht, in denen sie sogar den Novakatzen Konkurrenz machen. Aber sie sind in ihrer Kampfdoktrin zu ritualisiert. Oft kommt es vor, dass sie auf einen Schuss verzichten, wenn es kein perfekter sein würde. Direktfeuerwaffen, wie Autokanonen oder Energiewaffen, sind bei ihnen besonders beliebt. Sie setzen selten Raketenwaffen ein, weil ihnen diese Waffentypen zu wenig Kontrolle geben. Das ist wieder eine freiwillige Einschränkung ihrer Kampfkraft.
Während des Goldenen Zeitalters beteiligte sich der Klan an wenigen Expeditionen, um neue Kolonien zu gründen. Sie beschränkten sich hauptsächlich auf ihre bestehenden und entwickelten sie optimal zu effektiven Besitzungen. Durch ihre zellbriggen Fixierung forschten sie in Gebieten, wie man die Effektivität und Zielgenauigkeit eines Mechkriegers noch verbessern könnte und so entwickelten sie die Zielcomputer-Technologie. Dank dieses Systems wurden Direktfeuerwaffen noch tödlicher und die Skorpionkrieger errangen damit große Erfolge und bewiesen ihren Ruf als „Gunslinger der Klans“. Die Vorstellung der BA-Technologie durch Klan Wolf überraschte sie. Vor einigen Jahrzehnten hatten sie Tiefseearbeitsanzüge entwickelt, mit denen sie, zu dieser Zeit, als einzige in der Lage waren die reichen Erzvorkommen in der Tiefsee von DAGDA auszubeuten. Klan Wolf organisierte einen Handel, in dem sie die Fertigungsrechte für diese Technologie erwarben. Wie üblich unter sehr generösen Bedingungen für sich. Die Wölfe hatten schnell das militärische Potential erkannt und begannen ein Entwicklungsprogramm, das schließlich in der Elementarrüstung kumulierte. Der erste Kampfeinsatz gegen die Novakatzen war ein voller Erfolg. Die Skorpione waren von dem Ergebnis mehr als überrascht. Sie glaubten, dass sie ein besonderes Anrecht auf diesen Tech hatten und begannen Verhandlungen mit den Wölfen. Diese waren viel zu gerissen, um diesen Verbündeten zu brüskieren und gaben es ihnen nach langwierigen Verhandlungen und dem Zugriff auf drei der besten Skorpionen Blutlinien. Beide Seiten waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
Während dieser Zeit veränderte sich der Klan immer weiter. Vor seinem Tod hatte Ethan Moreau immer mehr Anhänger für seine Philosophie, des Wiederaufbaus des Sternenbundes durch Kenntnis der Vergangenheit, gefunden. Der neue Lehrmeister Lan Kirov, ein Mann mit einer extremen Necrosia-Abhängigkeit beschleunigte diesen Trend zum Mystizismus hin noch einmal. Er begann, sich einen eigenen Kader von Kriegern aufzubauen, die besonders dieser Idee loyal sein sollten. Er nannte sie „Die Wahrheitssuchenden“. Diese Krieger begannen Questen, auf denen sie nach Artefakten aus der Sternenbundzeit suchten. Zuerst nur im Klanraum, aber auch immer häufiger in der Peripherie. Jeder von ihnen begann ein eigenes, ihm persönlich verpflichtetes Gefolge aufzustellen. Darunter waren Techniker, Künstler, Sänger, Händler, Ärzte und gewöhnliche Arbeiter. Sie hielten sich für eine Art mittelalterliche Ritter und treten dementsprechend so auf. Mit Wappen, Herolden und dergleichen. Mir ist bis heute unverständlich, warum gerade sie, die aus den Fehlern der Vergangenheit vorgeben zu lernen, etwas Derartiges wie dieses „lebendige Rittertum“ leben. Sie haben anscheinend völlig die Erfahrungen von Richard Cameron vergessen und was er mit diesem Irrsinn ermöglichte.
Auf ihrer Zentralwelt ROCHE bauten sie die ehemalige Witwenmacherfestung Spiderholm zu einem gewaltigen Depot um, in deren ausgedehnten unterirdischen Anlagen sie ihre Fundstücke ausstellten Sie tauften es „das Museum der Neun Musen.“ Es ist ein gewaltiger Komplex und niemand weiß genau, was sie bisher alles gefunden haben. Was sie damit machen, ist auch unbekannt. Wir können aber sicher sein, dass sie sich nicht nur damit zufrieden geben, es sich anzusehen und es zu bewundern. Wer weiß, was für besondere Technologien sie gefunden haben, es bereits erforschen und in irgendwelchen Prototypen testen. Die wachsende Begeisterung für diese Bewegung begann den Klan intern zu bedrohen. Viele Sternhaufen drohten auseinander zufallen, als immer mehr ihrer Krieger sich dieser Gruppe anschlossen. Sie begannen sogar, eigene Uniformen für sich zu wählen, aber als Kirov zu fordern begann, auch die IS nach Artefakten zu durchsuchen, zwang er die Führung zum Handeln. Khanin Scott, die zu dieser Zeit schon hoch betagt war, erkannte die Gefahr, in der sich ihr Klan befand. Jenna Scott forderte Lan Kirov zu einem Positionstest um die Kontrolle dieser Gruppe. Es kam zu einem Duell in einem Kreis der Gleichen. Kirov, zu dieser Zeit auf dem Höhepunkt seines Könnens und völlig von sich überzeugt, wählte Dolche, so genannte Zulkaris, als Waffen. Er und auch viele andere waren überzeugt, dass er nicht gegen seine Khanin verlieren konnte, denn sie war zu diesem Zeitpunkt mehr als 30 Jahre älter als er. Aber in einem als „Tanz der Narben“ legendär gewordenen Zweikampf besiegte sie ihn. Wenn man sich die Holoaufzeichnung ansieht, kann man sich einer Bewunderung für Khanin Scott nicht entziehen. Die Anmut und Eleganz ihrer Bewegungen und die Effektivität ihres Kampfstils fesseln auch heute noch den Betrachter. Sie setzte sich durch und akzeptierte von allen „Wahrheitssuchenden“ ihren Loyalitätsschwur, bevor sie tot zusammenbrach. Sie war tödlich getroffen worden, aber mit einer geradezu übermenschlichen Anstrengung heilt sie durch bis getan war, was getan werden musste, um den Klan zu bewahren. Mit dieser Demonstration ihrer Treue und Überzeugung zu ihrem Klan beschämte sie ihre Widersacher. Kirov selber schwor, es dürfe nie wieder so weit kommen, dass ein Mitglied des Klan zu solch einer Entscheidung gezwungen würde. Alle einigten sich darauf, dass die „Wahrheitssuchenden“ für immer Bestandteil des Klans bleiben würden. Sie würden in einer speziellen Galaxis zusammengefasst werden, deren Hauptaufgabe die Verteidigung und Pflege des ROCHE-Museums sein würde. Diese Aufgabe nimmt heute noch die Gamma Galaxis, ihre Galaxis, wahr.
Bei Beginn der Großen Debatte und dem Aufkommen der Kreuzritter- und Bewahrerideale entschieden sich die Skorpione schnell für die Bewahrerseite. Sie folgten wieder dem Vorbild Klan Wolfs, dem prominentesten und stärksten der Klans zu dieser Zeit. Sie waren unfähig zu erkennen, wie sehr uns unsere Isolation zu dieser Zeit schwächte und nur der Dominanz der Wölfe diente. Im Laufe der Jahre wurde die Position der Bewahrer aber immer schwächer. Mehr und mehr Klans wandten sich den Kreuzrittern zu. Nur die Skorpione blieben treue Verbündete der Wölfe und unterstützen ohne Kritik jede Entscheidung und jeden Vorschlag der Wölfe. Am deutlichsten wurde dieses Bündnis bei dem Dragoner Kompromiss. Den Wölfen gelang es hiermit zum letzten Mal, die rechtmäßige Invasion der IS zu verzögern. Ihre Idee einer freigeborenen Aufklärungseinheit unterstützten besonders die Skorpione enthusiastisch. Sie gingen sogar soweit, dass sie den Wölfen anboten, sich um das Training und teilweise um die Ausrüstung dieser Wolf Dragoner zu kümmern. Die Wölfe akzeptierten es. Es war wieder ein gutes Beispiel für die Perfidität von ihnen. Auch der Staradderklan hatte ihnen etwas Vergleichbares angeboten, aber der Wolfskhan Kerlin Ward wusste genau, warum er unsere Hilfe ablehnte. Er muss zu dieser Zeit schon den Verrat geplant haben. Mit überzeugten Kreuzrittern in den Reihen der Dragoner wäre ihm das aber schwerer gefallen. Aber mit Mitgliedern eines Klans, die den Wölfen in allem ohne Fragen und Kritik folgten, war es kein Problem.
Die Skorpione trainierten die Dragoner sehr effektiv. Ihre gesammelten Daten über die alten Kampfweisen und Taktiken ermöglichten den Dragonern ihre großen Erfolge in der IS. Auch mehrere Blutnamensträger des Klans begleiteten sie in die IS. Sie bewährten sich gut in den dortigen Schlachten und sammelten neben wichtigen Informationen auch Artefakte für ihre Sammlungen. Besonders eine Person ist in diesem Zusammenhang interessant. Er soll ein freigeborener Wolf sein, aber es gibt auch anders lautende Quellen, die den offiziellen widersprechen. Dieser Mann namens Snord und sein Gefolge erinnert mit seinem gesamten Gebaren sehr an einen „Wahrheitssuchenden“. Wie diese sammelt seine Truppe alte Artefakte jeglicher Coleur und sucht nach verborgenen Schätzen. Es kann kein Zufall sein, es muss mindestens etwas Skorpionblut in seinen Adern fließen. Auch seine Fehde mit den Jadefalken kann ebenso gut zu den Skorpionen passen.
Aber als die Dragoner die Klans verrieten, wurde die Situation der Bewahrer immer schlechter. Die Skorpione setzten selber aber weniger ihre Erkenntnisse für sich ein. Sie gaben sie den Wölfen, die sie für sich benutzten. Unter anderen reorganisierten sie ihre Epsilon Galaxis nach dem Vorbild der Skorpione um und steigerten so deren Leistung erheblich. Die Skorpione hielten sich während dieser letzten Phase der Klan-Stagnation ruhig. Eigentlich blieben sie bis auf die obligatorischen Questen der Wahrheitssuchenden in einer Quasi-Isolation.
All das endete, als die Nebelparder in ihrem Heimatsystem das Comstar-Schiff enterten. Geschickt nutzte Leo Showers diesen Vorfall aus, um endlich die letzten Widerstände gegen die Invasion zu beenden. Das Abstimmungsgebaren der Skorpione während der entscheidenden Abstimmung sorgte für Kopfschütteln und Unverständnis. Ihre Khane verzichteten auf eine eigene Entscheidung. Sie ließen eine Münze über ihr Stimmverhalten entschieden. Ironischerweise war selbst das Schicksal für die Invasion. Nichtsdestotrotz beteiligten sie sich an den Ausscheidungskämpfen, mit denen die Invasionsklans bestimmt wurden. Zu reizvoll war auch für sie die Möglichkeit, in der IS nach längst verborgenen Schätzen zu suchen und sich aktiv an der Neuerrichtung des Sternenbundes zu beteiligen. In ihnen wurde deutlich, wie groß der Unterschied zwischen ihnen und anderen Klans inzwischen geworden war. Ihr Gegner waren die Nebelparder. Leo Showers hatte ihnen ihr Verhalten während der Abstimmung nicht verziehen und er und seine Krieger genossen es regelrecht, als sie das Aufgebot der Skorpione zerfetzten und es beinahe völlig vernichteten. Der einzige Trost für sie war, dass ihrem saKhan bald gelang, sich einen Platz bei den Stahlvipern zu erkämpfen, die der Reserveklan waren.
Trotz ihrer Enttäuschung nicht an der Invasion teilnehmen zu können, waren sie weit davon entfernt zu resignieren. Im Gegenteil. In den Jahren seit Beginn der Invasion haben ihre Schatzsucher ihre Questen stark ausgeweitet. Viele Gebiete, die früher zu stark bewacht waren, wurden jetzt zum Ziel. Besonders ihr saKhan Aridd Posavatz war sehr aktiv. Ein überzeugter Wahrheitssuchender, der schon als Sterncaptain in der Gamma Galaxis sich durch ein geradezu enzyklopädisches Wissen des Sternenbundes ausgezeichnet hatte, trieb seine Glaubensbrüder immer wieder an und riskierte Angriffe, die er besser nicht getan hätte. So wagte er es sogar, unseren Klan auf SHERIDAN ein Batchall um den Sternenorden von Absalom Truscott herauszufordern. Oder auf der Parderwelt TRANQUIL sich geradezu unverschämt zu benehmen. In beiden Fällen gelang es ihm nur knapp zu überleben und unter schweren Verlusten zu entkommen. Aber bei vielen anderen Gelegenheiten gelang es ihm und seinen Anhängern die ersehnten Artefakte zu erobern und sein Ansehen stieg immer weiter. So darf es auch nicht verwundern, dass der Klan begeistert war, als er zusammen mit einem Stern und dem dazugehörenden Gefolge mit den Vipern in die IS zog. Er versprach seinem Klan so viel, dass man fast glaubte, er würde mit dem Stein der Weisen zurückkehren. Aber das geschah nie. In den Aufzeichnungen der Stahlvipern wird beschrieben, wie er und seine Leute sich während der Schlacht auf Tukkayyid von den Vipern trennten. Ihre Spur verliert sich in den Geysirfeldern des Teufelsbades. Ob sie dort starben oder in Gefangenschaft der Comguards gerieten, ist unbekannt. Nie hat man wieder etwas von ihnen gehört oder gesehen.
Auf den Heimatwelten hingegen wurde es immer offensichtlicher, dass die Skorpione im Vergleich zu den anderen Klans militärisch wieder ins Hintertreffen geraten waren. Sie hatten bei kleineren Besitztests Erfolge, aber in größeren Gefechten zeigte sich gnadenlos ihre veraltete Kampfdoktrin. Besonders schmerzhaft wurde ihnen das während der Teufelszorn-Kampagne der Gletscherteufel bewusst, als sie an jene große Gebiete, wertvolles Genmaterial und Technologien verloren. Sie begannen also erneut, ihren Touman zu reorganisieren. Sie wählten als erstes zwei neue Khane, darunter auch die erste, die dem Jägerpiloten-Genotyp entsprach. Ein wichtiges Ziel war für sie, die Modernisierung und Erweiterung der L/R-Streitmacht des Klans. Diese war besonders weit hinter die der anderen Klans zurückgefallen. Auch ihr Zuchtprogramm wurde erweitert und mehr Geschkos als gewöhnlich wurden erzeugt. Khanin Ariel Suvorov wollte aggressiver vorgehen und den Klan auch militärisch voranbringen. Mit diesen Ansichten war sie schon beinahe ein Kreuzritter. Der saKhan, Nelson Elam war im Gegensatz zu seiner Khanin vorsichtiger. Beide zusammen aber hatten die Notwendigkeit der Reformen erkannt, nur waren sie noch uneinig, wie sie es machen sollten. Wenn man sich solange auf die Führung eines anderen Klans verlassen hatte, wie die Skorpione auf die Wölfe, fällt es anfänglich schwer, von selber wieder das Denken zu lernen. Trotzdem errangen sie bald die ersten Erfolge. Besonders auf TOKASHA erweiterten sie ihre Gebiete signifikant.
Aber die folgenden Ereignisse ließen ihnen bald keine andere Wahl. 3057 kam es zu dem Wolf-Falken-Widerspruchskrieg, in dessen Verlauf sich der Wolfsklan in zwei extreme Gruppen aufspaltete. Für die Skorpione war dies eine schwierige Situation. Der Klan der Kerenskys, der sie so lange geführt hatte, war nicht mehr. Stattdessen waren die Bewahrer sogar abgeschworen und der neue Wolfsklan unter Vlad Ward unterschied sich drastisch von demjenigen, dem sie einst vertrauten. Aber sie verstanden es nicht sofort. Im Gegenteil, in den Erntekriegen unterstützten sie Vlads Wölfe, in dem sie vielen ihrer Kreuzritter-orientierten Krieger erlaubten, daran teilzunehmen und zu Wolf-abtachas zu werden. Aber die Verbindung war nicht mehr sowie einst. Das Unbehagen bei vielen Skorpionen über die extremen Kreuzrittereinstellungen der neuen Wölfe wuchs. Hinzu kam, dass sie ihnen nicht mehr so wie einst vertrauten. Selbst für sie war die egoistische Grundhaltung von Vlad Ward unübersehbar. Vereinzelt wandten sich von den Wölfen ab, enttäuscht von dem Wandel ihrer einstigen Vorbilder. Nur der Galaxiskommandeurin Katya Kerensky ist es zu verdanken, dass eine gewisse Verbundenheit den Wölfen gegenüber blieb. Sie wurde von den Skorpionen schon fast wie eine Khanin behandelt, als sie das Museum der Neun Musen 3058 besuchte. Trotzdem erkannte jetzt der Klan, dass er vor einem wichtigen Wandel stand. Sie mussten ihr Geschick selber in ihre Hände nehmen. Der Wille war da, aber bei der Umsetzung haperte es.
3059 kam es zu der Felsengräberabsorption. Dieser Konflikt war von seinem Ausmaß der bislang größte, der auf den Heimatwelten getobt hatte. Und einer der blutigsten. Dass ein Kreuzritterklan Verbindungen zur verachteten Banditenkaste hatte, bestätigte ihre Vorurteile und verstärkte ihre Abneigung gegen diese Philosophie noch mehr. Aber trotz all ihrer Abneigung gegen die Felsengräber versuchten sie trotzdem den Moreau-Blutnamen für sich zu gewinnen. Diese ex-Felsengräber Blutlinie hat bis auf den Namen keinerlei Verbindung zu ihrem verehrten Lehrer Ethan Moreau, aber für sie zählt schon der Name alleine. Sie haben ungezählte Versuche hinter sich, an ein Blutrecht mit diesem Namen für ihren Klan zu bekommen, aber sind bislang immer damit gescheitert. Für uns kann dies eine sehr gute Gelegenheit sein, sie für uns zu gewinnen, aber dazu später mehr.
Die nächste Veränderung trat mit der Vernichtung der Nebelparder durch die IS ein. Einen besonders starken Eindruck machte die Proklamation des neuen Sternenbundes auf sie. Der Beweis seiner militärischen Macht durch seinen Sieg über die Parder bestärkte sie in ihren Ansichten. Sie machten es besonders deutlich, als sie in der Entscheidung über den Großen Widerspruchstest, sich klar und deutlich weigerten, gegen den neuen Sternenbund anzutreten. Denn es sei Verrat an den Vorvätern. Die Niederlage der Kreuzritterfraktion in diesem Kampf und das Ende der Invasion wurden von ihnen durch große Freudenfeste gefeiert. Aber nur kurz, denn bald veränderte sich die Situation auf den Heimatwelten drastisch und ihr Klan steckte mittendrin. Der Umzug der Geisterbären in die IS, die Abschwörung und anschließende Vertreibung der dezgra Novakatzen wegen ihres Verrates und die Auslöschung der Parder führte auf den Heimatwelten zu den mehrere Jahre andauernden Territorialkriegen, in denen um die jeweiligen nun vakanten Gebiete hart gekämpft wurde. Die Skorpione gingen für ihre Verhältnisse sehr aggressiv vor. In einer Blitzaktion eroberten sie auf HUNTRESS den unwirtlichen und beinahe verlassenen Abysmal Kontinent. Auf TOKASHA gelang es ihnen ebenfalls durch schnelles Denken die gewaltigen Tokasha Mechworks zu besetzen. Das führte sofort zu einem Konflikt mit den Höllenrössern, die gekommen waren, um sich ihre einstige Besitzung zurück zu holen.
Sie hatten viel gewagt und für ihre Verhältnisse auch viel gewonnen. Aber ihre Verluste waren schwer. Deshalb begannen sie nach neuen Verbündeten zu suchen. Klan Schneerabe war schon aufgrund ihrer Spezialisierung bezüglich des Luftraumkampfes für sie sehr wichtig und beide Seiten begannen Verhandlungen. Die Skorpione erhielten neueste L/R-Jäger und taktische Unterstützung von Seite der Raben, sie selber würden ihnen mit ihren Bodentruppen zur Seite stehen. Was die Skorpione nicht verstanden, war, dass die Raben sie gegen ihre Todfeinde, die Stahlvipern, einsetzen wollten. Das gelang ihnen auch zum Teil, wie es die erbitterten Kämpfe auf MARSCHALL bewiesen. Aber der Klan verstrickte sich damit in Fehden, die nicht die seinen waren und es war abzusehen, dass es ihn dieses Wagnis teuer zu stehen kommen würde. Aber das Rad der Zeit drehte sich weiter und die Skorpione waren nicht nur politisch aktiv. Ihre Wissenschaftlerkaste war sehr motiviert und begann neben der Erforschung und dem Bau von Protomechs auch mit der Produktion eines neuen Schlachtrüstungtyps. Diese Unterwasser-BA hat ihnen besonders bei Kämpfen auf DAGDA geholfen, wo der Klan inzwischen die meisten Test unter Wasser durchführen. Als besonders lukrativ erwiesen sich für sie die TOKASHA Mechwerke. Diese gewaltige Produktionsstätte war für sie sehr wichtig und entwickelte sich nach kurzer Zeit zu ihrem wichtigsten Lieferanten für Kriegsmaterial. Es gelang ihnen so, den Omnimech-Anteil in ihrem Touman drastisch zu erhöhen.
Ihre Wahrheitssucher waren in diesen Jahren auch sehr aktiv. Besonders in der Peripherie waren viele ihrer „Ritter“ unterwegs, um ihre Artefakte zu suchen. Es wird sogar von vereinzelten Vorfällen in der IS berichtet, in denen unbekannte Angreifer mit typischen Skorpion-Taktiken Planeten angriffen, Besitztests um bestimmte Artefakte initiierten und dann wieder verschwanden. Es werden mehrere Zwischenfällen in der lyranischen Allianz während des dortigen Bürgerkrieges erwähnt, die genau zu diesem Schema passen. Der Klan war sich einer guten Zukunft als sie mehrere Schicksalsschläge trafen. Der wahrscheinlich schlimmste und von den Auswirkungen auf sie noch nicht wirklich abschätzbar, war der Verlust der TOKASHA Mechwerke an die Höllenrösser. Es kam bereits seit langem immer wieder zu Kämpfen zwischen diesen beiden Klans. Die Höllenrösser hatten geschworen, alles zu tun, um wieder in den Besitz dieser Fabriken zu kommen, die ihnen die Geisterbären vor langer Zeit abgenommen hattenn. Durch ihr gescheitertes Abenteuer in der IS unter Malavai Fletcher waren sie lange nicht in der Lage, genügend Truppen aufzubieten, um das zu erreichen, aber 3065 war es soweit. Die Höllenrösser griffen massiv an.
Die Höllenrösser boten neben ihrer gesamten Beta Galaxis auch zwei Kriegsschiffe auf. Die Verteidiger waren die Sternhaufen der Tau Galaxis unter Galaxiskommandeurin Evelyn Buhallin. Sie waren siegesgewiss, denn sie hatten unter der ehemaligen Falkenoffizierin lange und hart die Taktiken der IS trainiert. Dank ihr war die Einheit für den Kampf bereit. Die Schlacht dauerte fast sechs Stunden. Anfänglich gelang es den Skorpionen die Höllenrösser in eine Bewegungsschlacht zu verwickeln und ihnen schwere Verluste zuzufügen, aber die Rösser entwickelten schnell Gegenstrategien und täuschten eine Flucht vor. Die Skorpione fielen darauf hinein und folgten den sich schnell zurückziehenden Rösser. Erst als diese von fast allen Seiten das Feuer auf ihre Einheiten eröffneten, merkten sie, dass sie in eine Falle geraten waren. Versuche auszubrechen scheiterten, denn die Rösser hatten befestigte Stellungen vorbereitet, an denen ihre Angriffe zerschellten. Nur dank den Anstrengungen von Evelyn Buhallin ist es zu verdanken, dass die Skorpione nicht Panik gerieten und es ihnen unter schwersten Verlusten dann doch gelang, aus der Umzingelung auszubrechen. Aber ihr Spießrutenlauf war noch nicht beendet. Die Rösser hatten einen adhoc Sternhaufen aus schnellen Panzern, Omni- und Protomechs gebildet, der das Schlachtfeld umrundet hatte und jetzt zwischen ihnen und der Fabrik stand. Als die letzte Befestigung vor der Fabrik an diese Einheit fiel, war ihre letzte Hoffnung die automatischen Verteidigungsanlagen der Mechwerke. Aber nichts geschah. Erst später wurde bekannt, dass die Rösser in einem Kommandounternehmen die Zentrale eingenommen hatten. Für die Skorpione war die Situation jetzt hoffnungslos und als die Rösser ihnen hegira anboten, nahmen sie an.
Neben schweren Verlusten ihrer Bodentruppen verloren sie auch die im Orbit stattfindende Raumschlacht. Die Epimetheus, ein POTEMKIN-Träger, wurde schwer beschädigt und damit war die Anlandung von weiteren Verstärkungen nicht mehr möglich. Es kann bezweifelt werden, dass die Skorpione diese Niederlage einfach so wegstecken werden. Evelyn Buhallin soll einen Blutschwur geleistet haben, eher sterben zu wollen, als den Anspruch der Skorpione auf die Fabrikanlagen aufzugeben. Der Klan steht allem Anschein nach hinter ihr. Der Verlust dieser Fabrik war für sie ein schwerer Rückschlag und es wird ihnen nicht gelingen, die ihnen jetzt fehlenden Produktionskapazitäten und auch die dort befindlichen Forschungseinrichtungen in näherer Zukunft auszugleichen. Ihr Touman ist so zwar stark wie noch nie, aber trotzdem haben sie durch ihre Aktionen in den letzten Jahren so viele Verluste wie nie einstecken müssen. Die Qualität ihrer Krieger hat sich drastisch verbessert, aber ihnen fehlt noch ein gewisser Feinschliff. Ihre Galaxien sind auf dem Papier wirklich eindrucksvolle Verbände, aber die Zusammenarbeit zwischen ihren Einheiten auf strategischer und taktischer Ebene ist mangelhaft. Das ist eigentlich unverständlich, wenn man ihre verschiedenen, sehr innovativen und eigentlich auch flexiblen Trinärsterngliederungen betrachtet. Damit kann man viel mehr erreichen. Inzwischen haben wir es uns auch zum Vorbild genommen und die neuen Ulanen-Sternhaufen werden ähnlich gegliedert sein. Der Klan hat so viel Potential, aber sie erkennen es nicht.
Es stellt sich nun die Frage, was sie in der Zukunft vorhaben. Klan Schneerabe hat seinen Einfluss auf sie in den letzten Jahren sehr verstärkt. Von Anfang an waren die Skorpione ein Klan, der sich an andere angelehnt und ihnen seine Zukunft anvertraut hat. Zuerst die Wölfe und jetzt die Raben. Es ist schade, dass sie anscheinend so wenig an unseren Bündnisangeboten interessiert waren und sich lieber den intriganten Raben anvertraut haben. Sie bezahlen einen hohen Preis für die Unterstützung der Raben. Die beschädigte Epimetheus haben sie den Raben geschenkt, als sich die Reparatur durch diese als für sie zu kostspielig erwies. Ein Schelm, der etwas Böses dabei denkt. Als am kostspieligsten haben sich ihre Kämpfe mit den Stahlvipern auf MARSCHALL erwiesen. Die Stahlvipern waren nicht besonders begeistert über die Einmischung der Skorpione und ihre immer frustrierten und wütenden Krieger fügten ihnen schwere Verluste zu. Aber sie haben anscheinend die Pläne der Raben mit ihnen immer noch nicht verstanden. Seit dem Angriff der Vipern auf LUM, der den Raben auf eine beinahe katastrophale Art und Weise ihre Unterlegenheit gegen die Bodenstreitkräfte der Vipern offensichtlich gemacht hat, trimmen und hetzen die Raben die Skorpione gegen ihre Todfeinde auf. Die neue Galaxis der Skorpione, Chi, hat einige ihrer Einheiten sogar auf Raben-Territorium stationieren dürfen. Ein geschickter Zug der Raben, die somit ihre Garnisonen auf Kosten der Skorpione verstärken. Das hilft ihnen ihre Schwäche, die durch ihre Aktionen in der IS-nahen Peripherie entstanden ist, auszugleichen.
Eine andere Entwicklung, die wir erst vor kurzen entdeckten, betrifft direkt unseren Klan. Wir wissen noch nicht Genaues, aber es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die stravag Blutgeister mit den Skorpionen in Verhandlungen getreten sind. Sie haben bislang noch keinen ihrer ilChis zu ihnen geschickt, aber einige unserer Aufklärer haben Informationen über die Diamanthaie bekommen, dass die Schneeraben als Vermittler zwischen Geistern und Skorpionen auftreten. Das stellt uns vor ein großes Problem. Die Geister versuchen anscheinend immer stärker, eine Allianz aus anderen Klans gegen uns zu schmieden. Die Raben unterstützen sie anscheinend dabei, denn ihnen kann es nur recht sein, wenn wir geschwächt werden. Für Aufregung sorgte auch, dass die 4. Skorpionen Ulanen einen CRIMSON LANGUR Omnimech in ihren Reihen führen. Es kann sein, dass sie diesen Mech von den Mandrillen in einem Besitztest erbeutet haben. Aber es kann auch ein Geschenk der Geister an sie sein, um die ersten Brücken aufzubauen. Selbst wenn sie alles nur als heiße Luft erweisen sollte, empfehle ich, dass wir die Initiative ergreifen und handeln. Es wäre sehr gefährlich, wenn es den Geistern gelingen würde, die Skorpione gegen uns aufzuhetzen und sie dazu zu bringen, sich in unseren Konflikt auf ihrer Seite einzumischen. Bei den Mandrillen können wir wenig gegen ihre Feindschaft tun, denn sie halten stur, wie die Geister, an der alten Fehde gegen die Felsengräber fest. Bei den Skorpionen haben wir aber Möglichkeiten.
Ein Hindernis für ein mögliches Bündnis mit den Geistern könnte deren enge Beziehung zu den Feuermandrillen sein. Die Art und Weise des Todes von Ethan Moreau im Kampf gegen die Matilla-Carrols ist von ihnen jemals weder vergessen noch vergeben worden. Aber die Hinterlist der Geister und Mandrille könnte eine Möglichkeit finden, um das für sich auszunutzen. Es ist nicht klanmäßig, aber es würde genau zu diesen stravags passen. Die interne Politik der Mandrille ist Kindraa versus Kindraa. Der wichtigste Verbündete der Geister sind die Mick-Kreese-Klines (MKK), die dank der Geisterintrigen so stark geworden sind. Wenn es den Geistern gelingt, die Wut der Skorpione nur gegen den Matilla-Carrol-Kindraa zu lenken und dann sogar anbieten würden, in einer Allianz mit den Skorpionen, einigen Sternhaufen der Blutgeister und den MKK gegen sie vorzugehen, um dieses Verbrechen zu sühnen, dann könnte diese Strategie erfolgreich sein. Die Matilla-Carrols haben ihre einzige Enklave auf HUNTRESS. Hier ist auch eine Skorpion-Enklave und mehrere Elite-Sternhaufen ihrer Alpha Galaxis befinden sich dort. Die Matilla-Carrols wären einem derartig massiven Angriff gegenüber sehr verletzlich. Andererseits bietet es sich natürlich an, dass unser Klan den Skorpionen einen derartigen Vorschlag macht.
Als besonders erfolgreich könnte sich die Tatsache erweisen, dass wir über den exklusiven Blutnamen Moreau verfügen. Diese ehemalige Felsengräber-Blutlinie steht zwar in keiner Verbindung zu ihrem verehrten ersten Lehrmeister Ethan Moreau, aber für sie besitzt schon dieser Name einen geradezu magischen Klang. Der jetzige Hausmeister, Max Moreau, ist ein verdienter Krieger und auch ein geschickter Diplomat. Wir könnten ihn als unseren ilChi zu den Skorpionen schicken. Es wäre für sie ein Zeichen höchsten Respekts, das sie sehr wohl verstehen würden. Vielleicht wäre es auch möglich, ihnen entsprechendes Genmaterial für einen „eigenen“ Moreau zu überlassen. Das muss aber noch mit dem Bluthaus abgestimmt werden. Auch wäre ein Ausbau unseres Handels mit ihnen sehr empfehlenswert. Ein erster Test, als wir ihnen Vorzugspreise bei dem Kauf von mehreren neuen Marodeur IIC zustanden, kam bei ihnen gut an. Wir können es uns leisten, mit ihnen zuvorkommend zu handeln. Weiterhin wäre ein Informationsaustausch zwischen ihrer Wache und der unseren sehr empfehlenswert. Ihre Wahrheitssuchenden erfahren oft etwas, was ihnen zuerst nicht als besonders Wertvoll erscheint, aber uns sehr wohl. Unsere Upsilon Galaxis hat bei ihren Missionen in der Peripherie auch viele Artefakte erbeutet, die für uns nichts bedeuten, aber die Skorpione sehr wohl interessieren könnten. Unser saKhan Dante Truscott hatte vor kurzem die Bitte geäußert, ihr Museum der Neun Musen besuchen zu dürfen. Inzwischen sind sie dieser Bitte gegenüber nicht mehr so ablehnend, wie zuvor. Immerhin ist Dante Truscott ein direkter Nachfahre von Absalom Truscott, einem Ritter des Sternenordens. Für sie als geschichtsbewusste Leute ist es sehr reizvoll, sich mit ihm zu unterhalten und ihre Schätze zu zeigen. Wenn er ihnen noch gewisse Artefakte schenkt, dürfte es sie noch mehr für uns einnehmen.
Was für uns schwierig sein wird, ist ihre strikte Bewahrerhaltung. Uns, als überzeugten und sehr mächtigen Kreuzritterklan, stehen sie schon aus einem sehr einfachen Grund ablehnend gegenüber. Sie wissen, dass wir die Möglichkeiten haben, die IS anzugreifen. Bei den Blutgeistern oder Mandrillen wissen sie, dass diese viel zu schwach sind, um etwas Derartiges zu beginnen. Sie haben als einziger Klan, den falschen Sternenbund akzeptiert und sind den „SBVS“-Angehörigen auf STRANA MECHTY und besonders denen auf HUNTRESS gegenüber aufgeschlossen. Besonders zwischen einigen Mitgliedern der Leichten Eridani Reiterei und einigen Skorpionen-Kriegern haben sich Freundschaften entwickelt. Die Abneigung unser auf HUNTRESS stationierten Einheiten diesen stravags gegenüber befremdet sie. In ihrer Einstellung gegenüber der IS sind sie sogar soweit gegangen, dass sie während des letzten Großangriffes der Falken 3064/65 diese auf DAGDA, MARSHALL, HUNTRESS und TOKASHA angriffen, um zu verhindern, dass die dortigen Truppen als Verstärkung in die IS geschickt werden. Interessant, dass dies nach einem Besuch des „Sternenbund“ – Botschafter auf ROCHE geschah. Eine Haltung, die mich etwas an das Verhalten der Novakatzen erinnert.
Nichtsdestotrotz sind sie ein Klan, den wir auf unsere Seite ziehen sollten. Unsere Vision, dass wir Klans uns wieder einigen müssen, um die Vision der Kerenskys vom Wiederaufbau des echten Sternenbundes zu verwirklichen, spricht viele Skorpione an. Aber ihr Unvermögen zu erkennen, das der jetzige „Sternenbund“ nicht als eine Farce ist, hindert sie daran, es wirklich zu verstehen.
So lange dieser falsche Bund besteht, stoßen unsere Warnungen auf Desinteresse. Aber ich glaube, wir können uns auf die Inkompetenz der IS-Nachfolgefürsten verlassen. Nicht nur der grausame Steiner-Davion-Bürgerkrieg und die Intrigen des falschen Hauslords Liao haben ihre Begeisterung etwas gedämpft.
Warten wir ab. Die Zeit arbeitet für uns und wenn wir auf sie eingehen, kann es uns helfen. Es ist eine langfristige Strategie, die uns bei Erfolg stärken wird.
Hochachtungsvoll
Sterncaptain Jean Gastopiv
Sternkolonel Cassius N`Buta.
Hier ist unsere Einschätzung über den
Wolkenkobra-Klan.
„Gesegnet sei der Weg,
er führt uns in eine große Zukunft,
mit ihm werden wir gedeihen,
und er schützt uns vor den Jägern in der Dunkelheit“
(Daley Telinov, Meister des Derwiska-Ordens)
Die Kriegermönche des Wolkenkobra-Klans gehören, wie ihr gesamter Klan, wahrscheinlich zu den rätselhaftesten und seltsamsten, aber auch zu den interessantesten Vertretern unter den Klans. Schnell ist man bereit, sie aufgrund ihrer geringen Größe und ihres offensichtlich zurückhaltenden Wesens zu unterschätzen. Aber wer das tut, wird bald sehr schnell merken, welchen fatalen Fehler er damit begangen hat. Sie sind nicht so, wie es nach außen erscheint und tief in ihrer Gesellschaft verborgen, sind ihre Geheimnisse versteckt. Geduldig warten sie auf den richtigen Moment, um vorzustoßen. Für einen Vorteil für ihren Klan sind sie bereit, über Leichen zu gehen und alles und jeden zu verraten. Nicht nur im Waffengang sind sie Experten, sondern, vergleichbar mit den Schneeraben, mögen sie es auch, die Netze politischer Machenschaften auszulegen und ihre Feinde darin einzufangen.
Unter uns Klans spielen Religionen eine relativ geringe Rolle. Obwohl eigentlich fast alle Religionen der Menschheitsgeschichte auch Anhänger unter den Klans haben, gibt es bei uns keine staatstragende, auf die sich unsere Gesellschaft stützt. Religion ist für jemanden im Grunde genommen unwichtig, der selber Produkt einer gezielten, jahrhundertelangen wissenschaftlichen Evolution und Zucht ist, denn wir sind selber Meister der Schöpfung. Seien es bei Menschen oder bei der Umgestaltung von Planeten, um sie an unsere Bedürfnisse anzupassen. Einige unter uns, wie die stravag Kojoten oder die dezgra Novakatzen sind in ihrem Weltbild etwas mystischer. Aber nur die Wolkenkobras haben ihre Gesellschaft nach strengen religiösen Grundsätzen aufgebaut und in ihrem Leben spielen Religionen eine sehr große Rolle. Sie deswegen als rückständig und in sich gekehrt einzuschätzen, wäe ein Irrtum. Sie verfügen über eine der besten Wissenschaftlerkasten und gelten als DIE Hightech-Fanatiker unter uns Klans.
Viel von dem, worauf sich heute ihr Klan orientiert, wurde von ihrem ersten Khan Windham Khatib aufgebaut. Er war eine Besonderheit unter den Gründern, denn er war der einzige Geistliche unter ihnen. Als junger Feldkaplan in der 335. Battlemech-Division, der so genannten Jean d`Àrc Division, hatte er während des Amaris-Putsches viel Schlimmes mitgemacht. In den grauenhaften Schlachten dieses Feldzuges wurde seine Einheit fast völlig vernichtet. Der Tod seiner Kameraden, unter denen er viele Freunde hatte, ließ den einst jovialen Mann, tief in sich zurückziehen. Die psychische Belastung lag schwer auf seinen Schultern und nicht wenige in dieser Zeit zerbrachen daran. Aber er fand Trost in seiner Religion. Sie verlieh ihm eine innere Stärke, die ihm half, alle Schwierigkeiten zu überwinden, auch noch anderen zu helfen und Hoffnung in einer sonst so düsteren und von unvorstellbaren Gräueltaten geprägten Zeit zu verbreiten. Bei dem Exodus freundete er sich schnell mit dem jüngeren der beiden Kerensky-Söhne, Andery, an und beide halfen sich auch gegenseitig, die Strapazen der langen Reise zu überstehen. Die unabdingbare Härte, mit der die Prinz-Eugen-Rebellion beendet wurde, hinterließ Spuren bei dem jungen Andery. Ohne Windham Khatibs Beistand hätte es möglicherweise zum Bruch zwischen Vater und Sohn und Bruder und Bruder kommen können. Aber dank ihm wurde das verhindert. Die Freundschaft zwischen beiden überdauerte alle Konflikte und endete erst mit dem Tod Anderys während Operation Klondike.
Auf den Pentagon-Welten beteiligte Khatib sich enthusiastisch an dem Besiedlungsprogramm. Zwischen ihm und Nicholas Kerensky soll es allerdings nicht so gut gestanden haben. Nach einigen inoffiziellen Aufzeichnungen hegten beide Männer eine gewisse Abneigung gegeneinander. Zu unterschiedlich waren ihre Lebensphilosophien. Aber trotzdem erkannte Khatib, dass nur Nicholas eine Zukunft bot und schloss sich seinem Exodus nach STRANA MECHTY an. Er war der einzige, der in den ausbrechenden Kämpfen des Exodus-Bürgerkrieges sich um den Schutz der Zivilbevölkerung kümmerte. Dieser Opfergang überzeugte Khatib trotz aller Widersprüche und Gegensätze zwischen beiden Männern, sich ihm anzuschließen. Nachdem Nicholas die Klans gründete, beteiligte sich auch Khatib an der Aufstellung und Realisierung dieser Ideen. Viele eigene Vorstellungen brachte er ein und sein Charisma sorgte dafür, dass sein Einfluss groß war. Er wurde schließlich zum Khan des Wolkenkobra Klans gewählt. Der ehemalige Flotten-Vizeadmiral Rafe Kardaan wurde der saKhan. Mit großem Enthusiasmus stürzten sich beide in die Arbeit, ihren Klan zu trainieren, zu einer effektiven Einheit zu verschmelzen und damit die Befreiung der Pentagon-Welten vorzubereiten.
Das Training dauerte mehr als fünf Jahre und als die große Truppenparade auf STRANA MECHTY stattfand, wo sämtliche Klans sich ihrem ilKhan präsentierten und ihr Können zeigten, war es eine eindrucksvolle Vorstellung, welche die Wolkenkobras darboten. Geeint in Körper und Geist waren sie bereit, die Menschen der Pentagon-Welten zu befreien. Zusammen mit den Gletscherteufeln, Kojoten und Seefüchsen sollten sie BABYLON angreifen. Am Anfang lief auch alles wie geplant und sie zerfetzten jeden Widerstand. Aber als sie immer siegessicherer wurden, wuchs auch ihre Arroganz und sie merkten nicht, dass sie geradewegs in eine riesige Falle liefen. Die, gegen sie kämpften, stammten aus dem Draconis Kombinat und ihr Kriegsherr, Sarin Tukogawa, war einst ein Held im Kampf gegen Amaris gewesen, bevor er durch seinen Ehrgeiz aufgestachelt den Sternenbund verriet. Sein militärisches Können war aber immer noch sehr gut und es gelang ihm die Kobras so weit von den anderen Klans fortzulocken, dass sie immer verwundbarer wurden. In der Stadt New Dineshane befand sich ein größeres Depot und deswegen war es ein logisches Ziel für die Kobras. Tukogawa wusste das und bereitete hier eine tödliche Falle vor. Er versteckte die Elite seiner Truppen im Umfeld der Stadt. Die Ortschaft selber ließ er scheinbar verlassen zurück. Dann wartete er geduldig.
Die Kobras hatten zwar Aufklärungsflüge unternommen, aber waren nicht in der Lage gewesen, die versteckten Truppen aufzuspüren. Und so tappten sie in die Falle. Als sie gerade dabei waren, ihre Mechs zu reparieren und aufzumunitionieren, griff der Feind an. Die Überraschung war vollständig und innerhalb weniger Minuten verloren die Kobras fast zwei Drittel ihrer Mechs. Der Ring der mehr als dreifach überlegenen Babylonier schloss sich immer enger um sie und die Kobras standen kurz vor der völligen Vernichtung. Als die Situation so hoffnungslos war, erschienen auf einmal die leichten und schnellen Maschinen der Gletscherteufel. Dank ihrer geradezu selbstmörderischen und ungeheuer effektiven Angriffe wurde der Kessel aufgesprengt. Tukogawa, der Windham Khatib abgeschossen hatte und die PPKs seines SCHLÄGERs auf das Cockpit des am Boden liegenden Mech richtete, um ihn zu töten, wurde von Khan Stephen Cage getötet. Keiner der an der Falle beteiligten Babylonier entkam dem Zorn der Klankrieger. Aber die Verluste der Kobras waren katastrophal. Sie hatten fast alle ihre Mechs verloren und die Hälfte ihres Klans war gefallen. Für den Rest der BABYLON-Kampagne flogen ihre Jäger, die noch als einzige einsatzfähig waren, vernichtende Angriffe auf den Feind und trugen so zum endgültigen Gelingen der Operationen bei. Die Wolkenkobras waren der Klan, der die schwersten Verluste einstecken musste und gerade der Verlust ihrer Mechkrieger war etwas, was sie für immer prägen sollte.
Aber die Schwierigkeiten waren noch nicht vorbei. Viele der in den Klan Adoptierten waren nur noch außen hin bereit, sich dem Wesen der Klans anzupassen. Innere Unruhe und Intrigen innerhalb des Klans wurden immer häufiger. Schließlich griffen die Khane durch und entledigten sich der Unruhestifter. Sie gaben an, sie getötet oder vertrieben zu haben. Aber ihre Unfähigkeit wirklich so gehandelt zu haben, sollte später zu größeren Problemen führen, denn es ist inzwischen klar, dass aus diesen Unzufriedenen, die ersten Gruppen der Banditenkaste entstanden. Khatibs so genannte Liberalität hatte es so weit kommen lassen, aber seine Unfähigkeit wirklich hart durchzugreifen, schadete seinem Klan noch mehr. Er wusste es und kurz nach diesen Säuberungen trat er von seinem Amt als Khan zurück. Aber er war nicht bereit, im Dunkeln zu verschwinden. Er begann, seinem Klan spirituell zu unterrichten und setzte den Grundstein für die spätere religiöse Ausrichtung der Kobras. Für ihn war es die wahrscheinlich optimale Lösung, denn obwohl er ein guter Krieger gewesen war, wirkte er unter den rauen und harten Kriegern fehl am Platz. Andere merkten es und sein Spitzname wurde „der Exil-Papst“.
Unbeeindruckt von diesen Sticheleien begann er, seinen Mitklannern den „WEG“ zu lehren. Für Außenseiter ist es sehr schwierig zu verstehen, was der „WEG“ eigentlich ist. Selbst wenn man sich mit Kobras unterhält, passiert es oft, dass jeder einzelne von ihnen seine eigene Vorstellung über den „WEG“ hat. Eine wichtige philosophische Grundlage des „WEGES“ ist die Betonung vor der Achtung des Lebens. Auf dem ersten Blick klingt das für einen Klan mehr als ungewöhnlich. Krieg und gewaltsame Konfliktlösung sind wichtige Bestandteile unserer Kultur und ein Menschenleben zählt in unserer Gesellschaft nicht viel. Aber für sie bedeutet es, dass sie in ihren Augen unnötigen Konflikten aus dem Weg gehen. Werden sie provoziert, gehören mit sie zu den härtesten Kämpfern, die es geben kann. Aber sie suchen von sich aus selten Streit; sie bevorzugen es eher, die lachenden Dritten zu sein, welche sich gnadenlos auf geschwächte Gegner stürzen. Der „WEG“ ist eine Anleitung für sie, wie sie ihre Zukunft gestalten sollten. Eine Mischung aus Schicksals-, Gottes- und Vorhersichtglaubens. Am Ende des „Weges“, der über verschiedene Weggabelungen zum Ziel führen kann, steht eine Art Paradies, welches sie für alle ihre erduldeten Mühen belohnen wird. Es ist auch erwähnenswert, dass sie für all ihre gefallenen Klanmitglieder ein Andenken stiften. Sie nennen es Honorarium und es ist immer eine Art Garten, wo sie zum Gedenken an jedes verlorene oder von ihnen getötete Leben Blumen, Bäume oder anderes einpflanzen. Ihr berühmtestes Honorarium ist das von Svoboba Zemlya auf STRANA MECHTY. Es befindet sich um die Große Halle der Khane und ist eine der schönsten und am beeindruckendesten von Menschen geschaffenen Gartenlandschaften.
Weil der „WEG“ so viele verschiedene Möglichkeiten der Interpretation hat, entwickelten sich im Laufe der Zeit auch viele verschiedene Auslegungen mit Anhängern. Religionen haben die schlechte Eigenschaft, Menschen zu spalten, weil jede Gruppe glaubt, alleine die absolute Wahrheit bzw. Glaubensauslegung zu kennen. Es hat sich als sehr gefährlich für eine Gesellschaft erwiesen, wenn es in ihr derartige Spannungen gibt. Die Kobras hatten bereits einmal eine derartige Krise zu überwinden, aber wie sie jetzt das Problem lösten, verdient absolute Anerkennung. Die Anhänger sammelten sich in so genannten Klostergemeinschaften oder Kriegerorden. Zurzeit gibt es neunzehn derartige Orden. Die Größe variiert von einen Dutzend Kriegern bis zu fast eintausend bei dem größten, dem Tongo-Orden. Die Kriegermönche dieser Orden sind auf ihre „WEG“-Anschauung indoktriniert. Sie haben dadurch eine große innere Stärke und sind furchtbare Kämpfer. Aber nicht nur Krieger dürfen sich einem Orden anschließen. Sie stehen auch Fremdklannern und den zivilen Kasten offen, aber diese haben keinen direkten Einfluss. Nur wahre Wolkenkobras können die Politik des Ordens und des Klans bestimmen. Im Gegensatz zu den Feuermandrill-Kindraas gibt es keine Trennung nach Bluthäusern und es gibt auch nicht jene erbitterte Konkurrenz zwischen den einzelnen Orden wie bei den Kindraas, welche die Affen so schwächen. Konflikte werden so gelöst, dass sie den Klans als Ganzes nicht schwächen. Bei Meinungsverschiedenheiten zwischen einzelnen Orden oder bei unterschiedlichen Auslegungen des „WEGES“ gehen die Kobras überraschend friedlich vor. Gewalt oder Kampf wird nicht angewendet, sondern eine friedliche Lösung wird angestrebt. Es ist deswegen auch nicht selten, dass die Kobras sich zu tagelangen Diskussionen über diverse religiöse Themen treffen. Das ist etwas, was gerade vielen abtachas, die meisten Schwierigkeiten bereitet, wenn sie sich an das Leben in ihrem neuen Kann anpassen.
Viele Fremdklanner sind im Laufe der Zeit in einen der verschiedenen Orden eingetreten und haben den „WEG“ studiert. Einige der Orden verdanken ihre Existenz auch diesen Konvertierten, wie zum Beispiel der Rossei-Orden, der von einem Novakatzen – Abtacha gegründet wurde. Besonders on ihren engen Verbündeten wie den Felsengräbern und den Staraddern kamen viele, um Mitglieder von diesem oder einem anderen Orden zu werden. Wenn diese Konvertierten zu ihren ursprünglichen Klans zurückkehren, bleiben sie trotzdem in Kontakt mit ihrem Orden. Sie dienen so auch als Informationsquellen für die Kobras. Aber sie sorgen auch über die Klangrenzen hinaus für ein Zusammengehörigkeitsgefühl, welches eine gute Grundlage für gegenseitige Kontakte ergibt. Obwohl die Kobras offiziell Bewahrer sind, gibt es bei ihnen auch sehr viele Anhänger der Kreuzritter-Ideologie. Die Politik des Klans wird von den fünf größten Orden bestimmt. Auch bei ihnen kann man nach Kreuzrittern und Bewahrern unterscheiden. Der mächtigste ihrer Orden ist der Tongo. Sie sind überzeugte Bewahrer, was im Hinblick auf ihren Gründer, einen Staradder-Abtacha, als eine seltsame Laune des Schicksals erscheint. Der Josian Orden wurde direkt von Windham Khatib gegründet, beruht auf der Kirche des Kruzifix, einer moderneren christlichen Religion. Ihre Mitglieder gehören zu den lautstärksten Kreuzrittern im Klan und wollen aktiv den „WEG“ unter der gesamten Menschheit missionieren. Der zweite einflussreiche Kreuzritter-Orden ist der Ka`an-Tempel. Auch hier war Khatib der Gründervater, aber der Ka`an-Tempel beruht auf der jüdischen Religion. Das die beiden stärksten Kreuzritter-Orden von Windham Khatib gegründet wurden, ist wieder eine Laune des Schicksals, wenn man seine friedliche Ansichten in Betracht zieht. Der Quarani-Orden hat den Islam sich zu Eigen gemacht. Sie sind sehr ruhig, aber wenn provoziert, werden sie zu Berserkern. Der Gläubigen des Anasaz-Tempels sind wie die Quaranis Bewahrer und im Gegensatz zu diesen auch strikte Isolationisten. Diese fünf sind diejenigen, welche den Klan seit Jahrzehnten regieren. Die Bewahrer sind immer noch in der Überzahl, aber das kann sich auch ändern.
Diese Entwicklung von den ersten Anfängen und Gründungen der Tempel bis zu den heutigen großen Orden dauerte bis heute an und es ist auch kein Ende abzusehen. Aber eine innere Stärke alleine wäre nicht genug gewesen, um unter den Klans zu bestehen. Man musste sich auch mit gleicher Energie auf die weltlichen Belange konzentrieren. Der Aufbau des Toumans war schwierig und die Kobras mussten sich bei den immer häufiger werdenden Tests gegen andere Klans hauptsächlich auf ihre Luft/Raumstreitkräfte verlassen, denn ihre Mechtruppen waren immer noch sehr schwach. Das war der Beginn jener Spezialisierung als „Luft/Raumklan“, wo sie inzwischen eine solche Expertise vorweisen, dass sie den Schneeraben ihren Ruf als beste Jagdpiloten Konkurrenz machen können. Weiterhin zwang sie ihr kleiner Touman zu anderen Kompromissen. Sie begannen sich zu absoluten Hochtechnologie-Vorreitern zu entwickeln. Für ihren wenigen Krieger sollte nur das Beste vom Besten gut genug sein. Auch waren ihre Ideen, Methoden und Techniken und Technologien unabdingbar für das moderne Zuchtprogramm der Klans. Sie waren die ersten, die sich für eine gezielte Genmanipulation aussprachen und anwendeten. Obwohl viele davon angewidert waren, mussten sie den sehr erfolgreichen Ergebnissen Recht geben. Auch in der Lasertechnologie wurden sie schnell zu Wegbereitern der modernsten Techniken. Aufbauend auf Sternenbund-Forschung entwickelten sie die moderne Pulslasertechnologie, eine Expertise, die erst vor kurzem einen neuen Höhepunkt in der Vorstellung der Extremreichweiten-Pulslaser gefunden hat. Bis heute können wenige Klans ihnen in diesen Feldern Konkurrenz machen und ihre Ergebnisse sind häufig das Ziel von Besitztests. Weiterhin waren sie sehr innovativ bei ihren wirtschaftlichen Unternehmungen und beteiligten sich sehr vorrausschauend an Erkundungsexpeditionen und planetaren Besiedlungen. Sie gingen sehr lukrative Bündnisse mit uns, den Seefüchsen, den Felsengräbern und Novakatzen ein. Sie gewannen damit viel Respekt und der Klan prosperierte.
Als ein besonderer Glücksfall erwies sich für sie die zufällige Entdeckung der drei so genannten TANITE-Welten im Jahre 2965. Auf diesen Planeten existierten bereits seit langer Zeit friedliche menschliche Kolonien. Die Kobras annektierten sie zuerst fast ohne Widerstand, bekamen aber Probleme als die Bewohner sich gegen die bald einsetzende Bekehrung zur Wehr setzten. Erst nach einem lange andauernden Guerillakrieg gelang es ihnen, sich durchzusetzen. Ihre religiöse und sehr zweckmäßige Einstellung half ihnen, die Einheimischen langsam aber sicher immer mehr auf ihre Seite zu ziehen. Trotzdem waren sie aber gezwungen, die Hilfe des Felsengräberklans anzunehmen, denn ihr Touman war nicht in der Lage, die TANITE-Welten und ihre Heimatwelten-Besitzungen effektiv zu schützen. Klan Jadefalke nutzte dies mit der Eroberung ihrer GATEKEEPER-Enklave aus. Aber der Verlust war zu verschmerzen. Die TANITE-Welten sind sehr reich an Bodenschätzen und die Kobras und Felsengräber gingen beide mit typischer Klanprofessionalität an die Ausbeutung und Nutzung. Klug, wie beide Seiten waren, beteiligen sie die Taniter ebenfalls an dem Reichtum und gewannen so immer mehr ihre Unterstützung. Beide Klans haben es verstanden jegliche Fremdeinmischung durch andere Klans zu verhindern. Unter anderem durch eine der dichtesten Raumverteidigungen jenseits von STRANA MECHTY oder TERRA. Heutzutage sind die TANITE-Welten ein echter Bestandteil des Kobra-Klans. Bei den erst vor kurzem stattfindenden Jubiläumsfeiern der Entdeckung durch die Kobras kam es so zu gewaltigen Festen, wo Klanner und Taniter dieses Ereignis feierten.
Erfolge erzeugen Neid und auch die Kobras mussten diese Erfahrung machen. Zu ihrer Nemesis entwickelte sich Klan Kojote. Durch die häufigen Kämpfe zwischen beiden Klans gelang es auch den Kobras als einer der ersten Klans, die Omnimech-Technologie zu gewinnen, auf deren Weiterentwicklung sie sich sofort stürzten. In relativ kurzer Zeit verfügte ihr Touman über einen hohen Anteil dieser Mechs. Auch bei der Portierung der Omnitechnologie auf die Luft/Raumjäger-Technologie beteiligten sie sich aktiv. Eng arbeiteten sie mit Klan Schneerabe zusammen und bald stellten beide Klans den ersten Omnijäger vor. Das daraus resultierende Prestige und die Stärkung ihres Touman gaben ihnen weitere Vorteile. Sie bewiesen ein geradezu unheimliches Gespür, aus den verschiedensten Situationen für sich einen Gewinn zu ziehen. Besonders deutlich wurde es bei der Absorption der Mungos durch die Nebelparder 2868. Die Parder waren von den Taten der Mungos so angewidert, dass sie öffentlich erklärten, nie etwas von deren verruchten Generbe zu benutzen und dass diese Blutlinien für immer der Vergessenheit anfallen würden. Die Mungos waren wie die Kobras auch ein Klan, der sich auf Luft/Raum spezialisiert hatte und trotz ihrer verabscheuungswürdigen Verbrechen waren sie ausgezeichnete Krieger. So begannen die Kobras Besitztests um das Genmaterial der besten Mungo-Krieger und nach drei Jahren hatten sie siebzig Giftakes von elf Blutlinien gewonnen. Sie setzten sie sofort in ihrem Zuchtprogramm ein und bald kämpften in ihren Reihen Krieger mit Mungo-Blutnamen. Die Parder waren von dieser Entwicklung nicht begeistert. Im Gegenteil, sie fühlten bloßgestellt und lächerlich gemacht, weil ihre großspurige Verdammung der Mungo-Blutlinien sich als heiße Luft erwiesen hatte. Das verziehen sie den Kobras nie. Seitdem kam es bis zu Pardervernichtung sehr oft zu schweren Gefechten zwischen beiden Klans, die sehr häufig auf HOMER und im HOMER-System stattfanden, wo beide Klans gemeinsame Enklaven hatten.
Während des Goldenen Zeitalters kam es aber auch zu einem immer stärkeren Anwachsen der Aktivitäten der Banditenkaste. Dieser Abschaum, der nicht bereit war, sich dem Leben unter den Regeln der Klans anzupassen und ihrer persönlichen Gier nach Reichtümern und Macht der alten Wege folgten, begannen in einem immer stärkeren Maße die Klans zu überfallen und sie richteten dank immer besserer Taktiken großen Schaden an. Der vorläufige Höhepunkt war die Desertion von mehreren Tausend Felsengräbern inklusive eines Battlemech-Trinärsterns. Das war der Wendepunkt. Das Große Konklave beschloss, nun Nägel mit Köpfen zu machen. Klan Felsengräber meldete sich freiwillig, um die Schande der Desertion zu tilgen. Auch Klan Wolkenkobra hatte etwas gutzumachen und war bereit, sich mit einer Galaxis an der Strafaktion zu beteiligen. Der Feldzug dauerte mehrere Jahre und es war sehr schwierig, den immer wieder verschwindenden Gegner zu stellen und zu vernichten. Aber nach zwei Jahren kehrten beide Kampfgruppen zurück und erklärten die Operationen als erfolgreich beendet. Wir wissen, dass der damalige Felsengräber-Khan Tabari Danforth log. Durch unsere gewonnenen Erkenntnisse bei der Felsengräber-Absorption erscheint der Bericht der Wolkenkobras inzwischen auch in einem etwas anderen Licht. Viel Unbekanntes und Fragwürdiges, was die Kobras betrifft, hat sich inzwischen erklärt. Besonders ihre Fehde mit den Kojoten kann man heute in einem besonderen Blickwinkel sehen.
Klan Kojote war besonders an ihrem Wissen interessiert und neidete ihnen ihren Erfolg. Bald initiierten sie viele Besitztests, um ihre Geheimnisse zu erbeuten. Diese Angriffe waren ungewöhnlich massiv und sie setzen auf ihre zahlenmäßige Überlegenheit. Aber dank ihrer fanatischen Kämpfer und ihrer Luftüberlegenheit gelang es den Kobras, sie unter schweren Verlusten abzuwehren. Aber sie wurden weiter zurückgedrängt und verloren wichtige Kolonien an die Kojoten. Es war der Beginn einer Fehde, die bis heute andauert und im Lauf der Jahrhunderte nichts an Heftigkeit verloren hat. Beide Seiten fanden viele Anlässe, um sich zu bekämpfen, aber es waren die Kobras, die durch ihre Taten dafür sorgten, dass aus einem normalen Konflikt eine echte Blutfehde wurde.
Im Jahre 2935 starb ilKhanin Corian Tchernovkov, eine Kojote, in einem Trainingsunfall. Jedenfalls hatte es zuerst diesen Anschein. Der Wolkenkobra-Khan Tobias Khatib wurde als Nachfolger gewählt. Für die Kobras war das eine sehr große Ehre. Aber sie verspielten das Vertrauen der Klans und sorgten für eine schwere Krise in unserer Gesellschaft. Schnell wurde es anhand der Aktionen von Khatib deutlich, dass er nur daran interessiert war, seine persönliche Macht zu vergrößern. Diese Politik machte ihm viele Klanner zu seinen Feinden und im Jahre 2948 traten die Schneeraben vor das Große Konklave und beschuldigten ihn, dass er Corian Tchernovkov umgebracht hatte. Die Beweise waren lückenhaft, aber das Konklave war inzwischen von ihm und seiner Politik so angewidert, dass sie ihn verurteilten. Er beteuerte seine Unschuld, aber er verlor den Widerspruchstest. Seine Hinrichtung war der Beginn eines massiven Angriffes des Kojoten auf die Kobras, um sich an ihnen zu rächen. Beide Seiten verloren viele Krieger und es gelang den Kobras sogar, den Kojoten einige Gebiete abzunehmen, aber der Hass zwischen beiden Seiten ging jetzt tief. Beide Seiten haben sich es nicht verziehen und fühlen sich im Recht. Neben uns sind die Kobras für die Kojoten ein Todfeind und es überrascht nicht, dass sie jetzt alles versuchen, um unser Bündnis zu spalten.
Wir wissen inzwischen, dass damals Tobias Khatib nicht unschuldig war. Er hatte direkte Verbindungen zu einigen sehr starken Banditengruppen, die ihm ihre Dienste als Meuchelmörder anboten. Corian Tchernovkov war nicht ihr einziges Opfer. Mord war für ihn anscheinend ein probates Mittel, um seine Ziele zu erreichen. Die Kobras waren immer schon sehr von den Thesen Machiavellis begeistert gewesen, Tobias Khatib treib es auf di Spitze. Die Frage ist nun, ob die Verbindungen zur Banditenkaste mit ihm endeten oder nicht. Der Vernichtungsfeldzug gegen die Banditen von 2953 schien eine Art Wiedergutmachung gewesen zu sein, mit welcher der Klan für seine Verfehlungen büssen wollte. Oder es war ein Versuch, ihre Spuren zu verwischen. Ob sie vor dem Konklave wie die Felsengräber gelogen hatten kann leider nicht mehr festgestellt werden. Es ist sehr schwierig, Beweise für aktuelle Verbindungen zu finden. Die ex-Felsengräber waren sehr unvorsichtig, die Kobras sind geschickter darin, Spuren zu verwischen. Es kann auch sein, dass sie über Mittelsmänner unter den Felsengräbern mit den Banditen in Kontakt traten. Wir untersuchen alle möglichen Spuren, aber haben bisher noch nichts gefunden. Die Kobras, mit denen wir zusammenarbeiten, sind sehr hilfreich und sehr engagiert dabei. Aber wir sind inzwischen etwas misstrauisch geworden, ob ihr Eifer nicht nur vorgeschoben ist.
Während der Großen Debatte und dem Aufkommen der Bewahrer und Kreuzritter kam es auch bei den Kobras zu intensiven Diskussionen, ob eine Invasion der IS mit dem Ziel der Wiedererrichtung des Sternenbundes mit dem „WEG“ vereinbar wäre. Ihre Kreuzritter waren dafür, die Bewahrer dagegen, aber durch die Dominanz der Bewahrer wurden die anderen gezügelt. Der Dragoner Kompromiss war für sie sinnvoll, denn wie wir sahen sie die Notwendigkeit der Beschaffung von aktuellen Informationen über die IS, um bei einer Invasion Erfolg zu haben. Gleichzeitig begannen der Ka`an – Orden intensiv mit einer Aufrüstung und investierte viel von ihren eigenen Mittel in den Erwerb von Omnimechs. Die Staradders waren neben den Diamanthaien der wichtigste Handelspartner für sie und wir erhielten als Gegenleistung sehr fortgeschrittene Technologien und ausgezeichnetes Genmaterial. Seitdem haben wir unsere Verbindungen besonders zu dem Ka`an Orden sehr ausgebaut und einige unsere Krieger sind zu ihren Ansichten konvertiert. Das neue Material nutzten die Kobras, um ihre Zeta Galaxis aufzubauen. Diese neue Galaxis sollte auch dazu dienen, das interne Machtverhältnis in Richtung der Kreuzritter zu verschieben. Die Khane erkannten das schnell. Ihnen war nicht entgangen, dass gerade unter ihren jungen Kriegern die Kreuzritter-Ideologie immer mehr Anhänger fand. Aber sie lösten das Problem, in dem sie dafür sorgten, dass sämtliche höheren Kommandeursposten von überzeugten Bewahrern übernommen wurde. Die Zeta Galaxis ist seitdem eine Art Reserveeinheit der Kobras und dient dazu, ihre junge Heißsporne zu bändigen.
In den Jahren seit dem Dragoner-Kompromiss unterstützten die Kobras immer die Bewahrerposition und sorgten dafür mit, dass sämtliche Ambitionen und Pläne der Kreuzritter scheiterten. Der Blutdurst der Nebelparder und Jadefalken, zwei Klans, mit denen die Kobras nie gut standen, stieß sie ab und überzeugte sie, gegen eine Invasion zu sein, die nach ihren Ansichten das Blut zu vieler Unschuldiger kosten würde. Diese Politik endete erst, als das Comstar-Schiff Outbound Light 3048 in das HUNTRESS-System sprang. Alarmiert von der emotionalen Rede des Parder-Khans Leo Showers, der die Gefahr einer Invasion durch die Nachfolgestaaten beschwor, erkannten sie, dass die Zeiten sich geändert hatten. Still abzuwarten, konnte nur ins Desaster führen. Jetzt musste man selber die Initiative ergreifen. In schweren, sehr emotional geführten und langen Diskussionen setzte sich der Kobra-saKhan durch. Er war ein Kreuzritter und ihm gelang es, das Kobra-Konklave von der Notwendigkeit der Invasion zu überzeugen. Khan Din Steiner musste sich dem Entschluss beugen und die Kobras stimmten in der Sitzung des Großen Konklaves für die Invasion.
Aber obwohl die Kobras für die Invasion stimmten, waren sie doch unsicher, ob sie sich beteiligen sollten. Es kam zu intensiven Gesprächen mit den Staradders, mit deren Khan Cassius N`Buta sie wichtige Informationen austauschten. N`Buta, der zwar ein überzeugter Kreuzritter war, hatte sehr genau die Berichte der Dragoner gelesen und auswerten lassen, die sie vor ihrem Verrat uns geliefert hatten. Er vertrat die Meinung, dass die Invasion einzelner Klans, die unabhängig voneinander agieren würden, nicht gelingen könnte. Nur eine wirklich große und geeinte Streitmacht würde Erfolg haben, denn diese Operationen würde sehr schwierig werden und lange dauern. Die Kobra Khane waren von der Schlüssigkeit und den Beweisen von seiner Argumentation beeindruckt und folgten dem Beispiel der Staradders, durch ein zu hohes Gebot bereits vor dem Beginn der Ausscheidungskämpfe auszuscheiden. Diese Taktik führte zu einigen internen Spannungen als viele ihrer Kreuzritter-Anhänger sich um den Erfolg ihrer Bemühungen betrogen fühlten. Aber es gelang der Klanführung, die Situation schnell wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Aus den bald beginnenden Konflikten auf den Heimatwelten, als diverse Klans versuchten, das dortige Machtverhältnis zu ihren Gunsten umzugestalten, hielten sie sich größtenteils heraus. In der Teufelszorn-Kampagne hielten sich die Kobras ausgezeichnet gegen die Angriffe der Gletscherteufel und es gelang ihnen, kein einziges Gebiet an diese zu verlieren. Aber die geradezu tollwütigen Attacken entfremdeten die Kobras von den Teufeln, zu denen sie seit der BABYLON-Kampagne ein besonderes Verhältnis gehabt hatten.
Wir nutzten die Chance und intensivierten die Kontakte zu ihnen. Die Staradders und Wolkenkobras hatten schon immer ein ausgezeichnetes Verhältnis zueinander. Es begann schon mit der engen Freundschaft zwischen Windham Khatib und Absalom Truscott in den Gründungszeiten. Unsere Feindschaft gegen die Kojoten, die unsere beiden Klans als Todfeinde ansehen, war der erste Fokus unter vielen anderen. Auch die Ideologie unserer beiden Klans ist nicht so weit voneinander entfernt, wie es aussieht. Die Felsengräber, die noch enger mit den Kobras verbunden waren, traten oft als Broker zwischen uns auf und so entstand beinahe ein Drei-Klan-Zweckbündnis, aus dem alle Seiten viel gewannen. So begannen wir unter anderem mit gemeinsamen Entwicklungsprojekten und tauschten Genmaterial aus.
Die Niederlage der Invasoren auf TUKKAYYID war für alle Klans ein Schock, wie es vorher der Tod von ilKhan Leo Showers gewesen war. Durch die Politik des Verräters Ulric, der wieder die alten Fehden benutzte, um die Klans gegeneinander aufzuhetzen, wurde die einst erreichte Geschlossenheit der Klans zerstört. Die Kobras waren von der Entwicklung enttäuscht. Für sie wurde die Invasion, die sie einst als Chance zur Erfüllung des „WEGES“ gesehen hatten, immer mehr zu einem Fehlschlag und sie sahen wie wir, dass die Invasoren-Klans immer stärker von der Verderbtheit der IS angesteckt wurde. Der finale Schlag für sie war der Falken-Wolf-Widerspruchskrieg nach der Absetzung des Verräters Ulric. Beide Klans schwächten sich und der Wolfsklan spaltete in zwei extreme Splittergruppen. Um sich zu schützen und um seine innere Reinheit wieder zu erlangen, starteten die Kobras Programme zur religiösen Erneuerung, mit denen der Klan wieder seine Einheit und Vertrauen in ihre Zukunft gewann. In den folgenden chaotischen Monaten, in denen der intrigante Falkenkhan Elias Crichell durch die Hände Vlad Wards starb, kam es noch zu weiteren sehr weit reichenden Ereignissen.
Die Khane der Invasoren Klans kehrten auf die Heimatwelten zurück, um einen neuen ilKhan zu wählen. Außerdem wurde über die Absorption der Wölfe und Jadefalken debattiert, denn durch ihre Verluste waren sie ein legitimes Ziel für einen derartigen Test geworden. Durch eine furiose Politik und ein überraschendes Bündnis wehrten beide Klans die drohende Gefahr von sich ab. Lincoln Osis gewann das Amt des ilKhans und er stellte sofort klar, dass er den Kreuzzug weiterführen würde. Zu dieser Zeit entdeckten Mitglieder des Staradder Klans Hinweise zu den geheimen Verbindungen der Felsengräber zur Banditenkaste. In einer gewagten Ermittlung fanden die Adders direkte Beweise dafür, die Khan Cassius N`Buta dem Großen Konklave präsentierte. Er forderte eine Bestrafung der Felsengräber und verlangte am Ende seiner Rede die Absorption des Klans. Die Kobra-Khane gehörten neben den Blutgeistern zu seinen vehementesten Unterstützern. Sie waren entrüstet über die Felsengräber, die sie seit fast einem Jahrhundert belogen hatten. So hatte es zumindest den Anschein. Nach der Absorption kontaktierte Khan Steiner Cassius N`Buta. Beide Khane begannen intensive Verhandlungen. Nach außen ging es hauptsächlich um die Aufrechterhaltung des Garnisonskontraktes der Felsengräber auf den TANITE-Welten, den Klan Staradder jetzt übernahm.
Aber die Verhandlungen gingen viel tiefer. Obwohl unsere beiden Klans Anhänger völlig verschiedener Philosophien sind, gibt es zwischen uns doch viele Gemeinsamkeiten. Die Kobras hatten seit langem den Staradder-Klan beobachtet. Unsere Beharrlichkeit, unsere langfristiges Planen und auch die interne Geschlossenheit und gegenseitige Verbundenheit unserer Kasten zueinander beeindruckte die Koras sehr. Auch wie wir die Verbrechen der Felsengräber aufdeckten und die Art und Weise wie gezielt wir Gerechtigkeit übten. Im Gegensatz zu anderen Klans bestraften wir nur die wirklich Schuldigen und gaben den Unschuldigen, die Chance in einem neuen Klan ein neues Leben zu beginnen. Während des Absorptionskrieges schützten unsere Krieger aufopferungsvoll das Leben von zehntausenden Zivilisten vor dem blinden Hass der Blutgeister. In den Augen der Kobras ebenfalls etwas, was sie mit uns verbindet. Das bei den Kobras auch viele Blutnamensträger von den Staradders und ex-Felsengräber und bei uns auch abtachas von den Wolkenkobras dienen, hat auch sehr dabei geholfen, unsere Beziehungen zu intensivieren. Seit vielen Jahrzehnten gab es so bereits einen intensiven Austausch von Genmaterial und viele Bluthäuser hatten Einblicke in die Politik und Wesen des anderen Klans. Der Einfluss der N`Buta-Blutnamensträger kann überhaupt nicht groß genug eingeschätzt werden. Seit vielen Jahrzehnten haben N`Buta abtachas die Politik und das Wesen der Kobras mitbestimmt. Ihr mächtigster Orden, der Tongo-Tempel, wurde von einem N`Buta gegründet und mehrere ihrer Khane gehörten zu diesem Hoch geachteten und mächtigen Bluthaus. Zurzeit dienen drei abtachas bei den Kobras und sie waren essentiell bei den Verhandlungen zwischen unseren beiden Klans.
Wir beschlossen mehr gemeinsame Aktivitäten aufzubauen. Wir würden ihnen helfen, ihre verhältnismäßig kleinen Bodentruppen auszubauen und Produktionsdaten für mehrere Omnimech- und Battlemechtypen liefern. Auch boten wir ihnen Vorzugsbedingungen für die Lieferung von Technologien, wie die Großlaser, und Gütern, militärisch und zivil, an. Der Aufbau von gemeinsamen Geschkos wurde ebenfalls beschlossen. Wir waren überrascht als wir erfuhren, dass die Felsengräber und Kobras bereits etwas Vergleichbares getan hatten. Die Expertise der Kobras bezüglich des Luft/Raumkampfes hat uns ebenfalls geholfen. Zudem begannen wir ein intensives gemeinsames Tech-Entwicklungsprogramm. Besonders auf den TANITE-Welten, auf denen nur unsere beiden Klans Enklaven besitzen, haben wir inzwischen gewaltige Forschungs- und Produktionsstätten aus dem Boden gestampft. Die ersten Prototypen, die daraus hervorgegangen sind, sind mehr als viel versprechend. Neben diesen Kooperationen, schlossen wir auch ein gemeinsames Schutz- und Trutzbündnis. Es hat zum Inhalt, dass wenn einer der beiden Bündnispartner die Hilfe des anderen benötigt und einfordert, dass der andere ihm dann hilft. Besonders ist es gegen die Kojoten gerichtet, aber auch die Stahlvipern haben bereits die Macht unserer beiden Klans zu spüren bekommen.
Kurz nach der Absorption begannen die Wölfe und Jadefalken ihre so genannten Erntekriege. An ihnen beteiligten sich nur wenige Kobrakrieger. Es waren hauptsächlich fanatische Kreuzritter des Josian-Ordens, die sich um jeden Preis an der Invasion beteiligen wollten und kein Zutrauen in ihren Klan hatten, sich für eine erneute Invasion zu qualifizieren. Aber es sollte zu keiner Neuauflage der Invasion kommen. Die IS griff Klan Nebelparder in einer gewaltigen Offensive an. Wegen seines geheimnistuerischen Verhaltens versagte das Große Konklave ilKhan Osis seine Unterstützung. Die Ausrufung eines neuen Sternenbundes spaltete das Große Konklave bis ins Mark. Es war eine sehr geschickte Aktion der Sphäroiden und auch die Kobras waren beeindruckt und ließen sich von ihnen täuschen. Die Parder, die durch ihr brutal-sadistisches Verhalten die Klans auf ewig besudelt hatten, konnten sich gegen die große Übermacht des Feindes ohne Hilfe der anderen Klans nicht effektiv verteidigen und mussten sich nach mehreren Monaten erbitterter Kämpfe aus ihrer Besatzungszone zurückziehen. Die Novakatzen, die sich mit den Pardern diese Zone teilten, halfen ihnen nicht. Im Gegenteil, sie waren insgeheim auf Seite der IS. Aber für die Parder sollte es noch viel schlimmer kommen. Den Sphäroiden war es durch Verrat gelungen, die Heimatwelten zu entdecken und sie griffen HUNTRESS, die Parder-Heimatwelt an. Das Ausmaß der Vernichtung dort schockierte viele Klans. Die Sphäroiden hatten einen Vernichtungstest, wie den gegen den Namenlosen Klan, gegen die Parder erklärt und sie zogen es durch. Lincoln Osis gelang es nur mit wenigen seiner Krieger von HUNTRESS zu fliehen. Als eine Flotte der IS im System von STRANA MECHTY erschien, wurde die Besorgnis, dass sich die Sphäroiden gegen andere Klans wenden würden und eine vergleichbare Vernichtung gegen sie starten würde, immer größer.
Jahrhunderte lang waren die Heimatwelten vor der IS verborgen. Jetzt auf einmal ihren Angriffen ausgeliefert zu sein, war für viele Klanner etwas, was sie nicht verkraften konnten. Aber gegen die vereinigte Macht der Klanflotten, schon alleine gegen die gewaltige Raumverteidigung von STRANA MECHTY hätte die jämmerliche IS-Flotte keine Chance gehabt. Es wäre eine ideale Gelegenheit gewesen, um mit einer gemeinsamen Aktion der IS unsere gewaltige Stärke vorzuführen, wenn wir geeint handeln würden. Aber den Klans und leider auch den Wolkenkobras fehlte der Mut dazu. Sie ließen sich von den Worten der Sphäroiden einlullen. Die senilen dezgra Khane der Novakatzen sprachen für viele Bewahrer, als sie erklärten, dass es ein Sakrileg sei, gegen den Sternenbund zu kämpfen. Die Kobras stimmten ihnen zu und weigerten sich für die Klans zu kämpfen. Die Kreuzritter kämpften, aber im Großen Widerspruch setzten sich die Barbaren der IS durch. Damit war die Invasion vorbei.
Der Verrat der Novakatzen, die Seite an Seite mit den Sphäroiden kämpften, entsetzte die Kobras. Beide Klans befehdeten sich zwar seit vielen Jahren, aber diese Fehde erreichte nie den Hass von anderen. Durch die Mystik der Katzen und die Religiosität der Kobras gab es gewisse Gemeinsamkeiten und gegenseitigen Respekt. Bei der Sitzung des Großen Konklaves, in der über die Bestrafung der Katzen beraten wurde, stimmten die Kobras für die Abschwörung. Den Katzen wurden mehrere Monate Zeit eingeräumt, um abzuziehen, aber es war nur ein pro forma Beschluss. Viele Klans griffen ihre Enklaven sofort an und damit begannen auch die Territorialkriege, die mehr als ein Jahr andauerten. Die Kobras waren besonders daran interessiert, auf den Planeten, wo sie gemeinsam mit den Nebelpardern oder Novakatzen Enklaven hatte, deren Besitzungen für sich zu gewinnen. Auf BRIM griffen sie die Katzen sehr schnell an. Auch wir besitzen auf BRIM ein größere Enklave und waren bereit, uns unseren Anteil zu holen. Aber wir vermieden einen Interessenkonflikt mit den Kobras, in dem wir uns in einem interessanten Gebot einigten. Klan Wolkenkobra bekam die Ehre des Angriffes zugesprochen, für unsere Zurückhaltung würden wir ein Viertel von all dem erhalten, was die Kobras erbeuteten.
Sie gingen geschickt vor. Zuerst kam es zu einigen blutigen Gefechten mit den Katzen, aber dann schickten die Kobras Emissäre aus ihrem Rossei-Orden vor, um zu verhandeln. Dieser Orden war vor langer Zeit von einem Novakatzen-abtacha gegründet worden und in ihm war eine seltsame Vermischung des „WEGES“ und der Katzen-Mystik entstanden. Die Emissäre wurden von den Katzen als abtachas genommen und beeindruckt von dem Zeigen eines so tiefen gegenseitigen Respekts einigten sich beide Seiten daraufhin auf das Zugeständnis eines friedlichen Abzuges. Die Katzen nahmen nur einen Bruchteil ihrer Bevölkerung mit, der Rest wurde Teil unserer beiden Klans und hat sich als würdig erwiesen. Mit dieser sehr pragmatischen Lösung bewiesen die Kobras, ihre Abneigung gegen sinnloses Blutvergießen. BRIM wurde so sehr schnell befriedet und als die stravag Kojoten erschienen, um sich ihr Stück an der Beute zu sichern, traf sie die gesamte Wut unserer beiden Klans. Sie konnten sich gerade noch zurückziehen. Auf ihrer Zentralwelt HOMER reagierten die Kobras blitzschnell, um sich die dortige Nebelparder-Enklave zu sichern.
Klan Stahlviper, die dort ebenfalls vertreten sind, wurden von der Schnelligkeit der Kobras überrascht, aber weigerten sich zurück zu stecken. Sie bereiteten sich auf einen Angriff vor, als auf einmal Einheiten der Schneeraben, ihrer Todfeinde, landeten und sie sofort attackierten. Khan Din Steiner hatte die Raben eingeladen und diese nutzten all zu gerne die Gelegenheit, den Vipern zu schaden. Während sich Raben und Vipern bekämpften, sicherten die Kobras ihre neuen Gebiete ab und befestigten sie. Ihre Neuerwerbungen auf BRIM und HOMER reichten ihnen aus und sie zogen aus den Territorialkriegen zurück. Obwohl sie ihre Mittel gut eingesetzt hatten, mussten sie trotzdem hohe Verluste einstecken. Für ihren kleinen Touman zu hohe. Deshalb hielten sie sich jetzt zurück und ließen die anderen weiter kämpfen. Sie bauten ihre dezimierten Einheiten wieder auf und begannen sogar, mit unserer Unterstützung, neue Sternhaufen auszuheben. Aber sie waren auch politisch und in anderen Gebieten sehr aktiv.
Mitte September 3062 veranstalteten die Kobras auf BABYLON eine große Zusammenkunft, zu der sie nicht nur Anhänger aller Glaubensrichtungen unter den Klans, sondern auch religiöse Vertreter aus der Inneren Sphäre einluden. So waren sogar Vertreter von Blakes Wort anwesend. Es sollte ein Treffen werden, auf dem friedlich diskutiert und im Allgemeinen Informationen und Wissen zum gegenseitigen besseren Verständnis ausgetauscht werden sollte. Die Vorstellung, das Fremdklannern ein solch gewichtiger Status verliehen wurde, war für viele andere Klans ein ungeheurer Affront. Klan Kojote nutzte die Gelegenheit, um sich als Führungsklan zu präsentieren, und beschuldigte die Kobras des gleichen Verrats wie ihn die Novakatzen begangen hatten. Auch wir waren etwas über diese „Zusammenkunft“ irritiert, aber erkannten schnell die Gelegenheit, auch Informationen nichtreligiöser Art zu bekommen. Besonders wenn man den großen Anteil von Staraddern unter den Gästen bedenkt. Deshalb unterstützten wir auch unsere Verbündeten gegen den Vorstoß der Kojoten, die sich im Großen Konklave nicht durchsetzen konnten. Aber die Kojoten waren nicht bereit, sich mit ihrer Niederlage zufrieden zu geben. Sie nutzten den Rest ihres einstigen politischen Einflusses, um eine Koalition aufzubauen. Clarissa Jerricho, ihre Eidmeisterin, stellte sich an die Spitze einer Freiwilligen – Armee, die sich hauptsächlich aus Kojoten, Stahlvipern, Gletscherteufeln, ein paar Wölfen und Schneeraben zusammensetzte. Diese Truppe griff ohne Batchall die Kobra-Enklave auf BABYLON an. In dem dortigen Honorarium des Josian-Ordens, wo die Zusammenkunft stattfand, befanden sich fast zweitausend Menschen, die von den Angreifern keine Gnade zu erwarten hatten.
Die Verteidigung oblag dem 36. Kampfsternhaufen, einer relativ neuen Einheit. Sie wurde von dem Angriff überrascht, aber sie hielten dem massiven Druck lange genug stand, bis endlich die Verstärkungen eintrafen. Die Kämpfe waren erbittert und beide Seiten erlitten schwere Verluste. Aber die Kojoten und ihre Verbündeten wurden zurückgeschlagen. Analysiert man diesen Kampf fällt vor allem auf, dass es bei den Angreifern so gut wie keine Koordination gab. Jede Gruppe griff für sich alleine an und konnte so letztendlich isoliert und geschlagen werden. Dank des aufopfernden Einsatzes der Kobra-Krieger wurde niemand der Zusammenkunft-Teilnehmer in Mitleidenschaft gezogen. Für die Kojoten hatte es aber noch ein Nachspiel. Khan Din Steiner beschuldigte sie in einer Sitzung des Großen Konklaves, sich gegen die vorherige Entscheidung gestellt zu haben. Ihr Widerspruchstest war gescheitert und deswegen hatten sich all ihre Anschuldigungen als falsch erwiesen. Sie wurden dafür von dem Großen Konklave gerügt. Erst spät merkten sie, dass sie durch diesen Fehlschlag fast völlig ihren politischen Einfluss und auch ihre Glaubwürdigkeit verloren hatten und sie bei ihren späteren Versuchen, gegen uns und die Kobras eine Allianz aufzustellen, bei den anderen Klans erfolglos blieben. Für die Kobras waren die nächsten Jahre sehr erfolgreich. Im Gegensatz zu anderen Klans hielten sie sich aus den größeren Konflikten heraus und konzentrierten sich weiterhin auf eine wirtschaftliche Stärkung ihres Klans.
Der einzige größere Konflikt, an dem sie sich nach der BABYLON-Schlacht beteiligten, war die Vertreibung der Stahlvipern von ihrer Heimatwelt HOMER. Die Kobras hatten den Vipern nicht deren Teilnahme an dem Kojotenangriff verziehen. Deshalb griffen sie die dortige Vipern – Enklave an, relativ selbstsicher und überzeugt, sie ihnen schnell abnehmen zu können. Aber sie irrten sich, etwas was den Kobras sonst sehr selten passiert. Die Vipern hatten, seitdem sie die Schneeraben vertrieben hatten, ihre auf HOMER stationierten Einheiten sehr verstärkt. Und sie hatten den Kobras deren Intrigen nicht vergessen, in welcher Art und Weise sie Vipern und Schneeraben aufeinander gehetzt hatten. Die angreifenden Kobras wurden so schnell von den wütenden Vipern gestoppt und es entbrannte ein erbitterter Stellungskrieg in der weder die eine noch die andere Seite einen endgültigen Vorteil gewinnen konnte. Durch den Tod von saKhan Telinov in einem Gefecht und durch ihre steigenden Verluste in einer beinahe aussichtslos erscheinenden Situation wandten sich die Kobras an unseren Klan. Sich in solche Kämpfe einzumischen, ist eine riskante Angelegenheit. Die Vipern sind ein sehr starker Klan, dessen Feindschaft wir nicht wollen. Aber wir sind Verbündete der Kobras und nehmen diese Verpflichtung sehr ernst. Den Vipern eine Lektion zu erteilen und ihnen zu zeigen, dass wir ein Feind sind, den sie lieber nicht haben wollen, war inzwischen unumgänglich geworden. Denn sie forderten uns immer mehr heraus und stellten unsere Dominanz der Heimatwelten in Frage. Infolgedessen griffen wir sie an.
Wir setzten eine adhoc-Galaxis, bestehend aus dem Command Keshik, einem Elite-Sternhaufen unserer Alpha-Galaxis, den 11. Panzergrenadieren, und einer Garnisoneinheit von Kappa, den 417. Natterngarden, ein, die in einer ähnlichen Landungsoperation, wie auf YORK einige Jahre zuvor, direkt im Viperngebiet landeten. Die Vipern wurden von unserem Batchall völlig überrascht, aber stellten sich sofort zum Kampf. Langsam und stetig gelang es uns, sie zurückzudrängen. Ihre Delta und Omega Galaxien gerieten bald in eine sehr schwierige Situation, als die Kobras ebenfalls einen Großangriff begannen. Der Viper-Kommandierenden, der heutigen saKhanin Nicole Hoskins, wurde sehr schnell klar, dass ihre Truppen in großer Gefahr waren, eingekesselt und vernichtet zu werden. Ihre Gegenstrategien einer hochmobilen Kampagne waren hervorragend und haben sich ihren Platz in der Erinnerung verdient, aber sie konnte nur das Unvermeidliche hinauszögern. Als es den 417. Natterngarden gelang, einen wichtigen Pass zu besetzen und so lange gegen ihre erbitterten Angriffe zu halten, bis Verstärkung eintraf, war der Kampf entschieden. Wir einigten uns mit den Kobras, deren Bedürfnis nach Vergeltung befriedigt war, darauf, den Vipern Hegira anzubieten. Galaxiskommander Dante Truscott und Khan Din Steiner trafen sich persönlich mit Nicole Hoskins, um ihr unser Angebot zu unterbreiten. Beide Seiten behandelten sich äußerst respektvoll, etwas was heutzutage leider auch bei uns Klans eine Seltenheit geworden ist. Nicole Hoskins war besonders von den professionellen und sehr gut aufeinander abgestimmten Strategien von Kobras und Adders beeindruckt. Sie bestätigte die ungeheure psychologische Wirkung und Effektivität der kombinierten Schlachtfliegerangriffe der Kobras und der Bodenangriffe der Adders auf ihre Krieger. In Gesprächen mit Dante Truscott war sie auch von der Vision unseres Klans über eine nahezu unschlagbare Macht der vereinigten Klans fasziniert. Die Kobras und unser Klan hatten ihr eine sehr beeindruckende Demonstration gezeigt. Sie akzeptierte unser Hegira-Angebot.
Die Vipern mussten sich völlig von HOMER zurückziehen, aber trotz ihrer Niederlage wurde eine Fehde vermieden. Die Kobras gestanden unserem Klan die ehemalige Vipern-Enklave zu. Das mag viele auf den ersten Blick verwundert haben, aber es ist nur einer logischer weiterer Schritt in unserer Allianz. Auf den TANITE-Welten hatte sich bewiesen, welche ungeheuren Vorteile unser Bündnis für beiden Seiten hat. Im Raum der Heimatwelten ebenfalls eine Welt zu besitzen, auf der unseren beiden Klans von anderen ungestört ihren eigenen und gemeinsamen Aktivitäten nachgehen können, ist ein Vorteil, den viele noch nicht verstanden haben. Die Gletscherteufel versuchten bisher als einzige, den Kobras ihre absolute Kontrolle über die TANITE-Welten abspenstig zu machen. Sie tarnten eine relativ große Angriffstruppe als Händler, eine für Klanner sehr entehrende Taktik und gaben vor, eine Handelsmission nach TANIS führen zu wollen. In ihrer Hast vergaßen sie aber die militärischen Kennungen ihrer Landungsschiffe zu ändern und so wurden die anfliegenden Schiffe sehr schnell als der Theta Galaxis zugehörend erkannt. Weil die Teufel jede Aufforderung umzukehren, ignorierten, griffen die Kobras an. Das Sprungschiff wurde von der Vincent Mk.42 Korvette Hertzog`s Staff vernichtet, drei der vier Landungsschiffe wurden im Raumkampf zerstört und die Überlebenden des vierten starben am Boden gegen eine rasch zusammengezogene Streitmacht aus Elementen unserer Tau – Galaxis und von der Kobras Epsilon. Es wurden keine Gefangenen gemacht und die Kobras gingen sogar soweit, dass sie den Teufeln den enthaupteten Leichnam des Anführers übergaben. Wir bestätigten ihre Aussagen, dass es keine Handelsmission, sondern eine getarnte Angriffsstreitmacht war und die Teufelskhane mussten zurückstecken. Der wütende Rachefeldzug der Teufel gegen die Kobra-Enklave auf BRIM wurde zu einem weiteren Fehlschlag für sie.
Unser Konflikt mit den Blutgeistern ist etwas, was die Kobras stört. Der Konflikt droht in ihren Augen außer Kontrolle zu geraten und die Stabilität unter den Klans zu bedrohen. Sie überlegten deswegen, sich als Vermittler anzubieten. Über die Diamanthaie begannen sie, die ersten Kontakte zu den Geistern zu knüpfen, was sich schwerer erwies als sie erwartet hatten. Für die Blutgeister waren die Kobras genauso verdorben, wie die Felsengräber, weil beide Klans so lange enge Beziehungen zueinander hatten. Dass sie diese jetzt mit unserem Klan weiterführten, machte die Geister noch misstrauischer. Und so wiesen sie jeden Kontaktversuch ab. Aber inzwischen setzten wir ihnen immer weiter zu. Unsere erfolgreiche Invasion von YORK, wo wir unseren Einfluss stetig erweitern, zwang die Geister ihre Isolation aufzugeben. Zuerst vertieften sie ihre Beziehungen zu den Feuermandrillen, die wie sie noch an ihrer alten Felsengräber-Fehde hängen. Dann begannen sie, ihre ilChis wieder zu anderen Klans zu schicken. Auch zu den Kobras schickten sie eine. Carmen Zadok, eine Elementarin aus einer ziemlich unbedeutenden Blutlinie wurde zu ihnen mit einem Geschenk geschickt. Das Geschenk war besonders unerwartet großzügig. Sie überließen ihnen einen ganzen Stern ihres neuesten Omnimechs, dem CRIMSON LANGUR. Das war für die Kobras etwas, dem sie nicht widerstehen konnten. Für neue Technologien wären sie sogar bereit, ihre besten Freunde zu verkaufen. Leider ist das nicht nur eine Phrase. Die Kobras tauschten mit den Geistern nicht nur Freundlichkeiten aus. Nein, sie taten es auch mit Genmaterial und Informationen. Unter anderem auch geheime Informationen über unsere Truppen und Flottendispositionen. Der erfolgreiche Angriff der Geister auf unsere TATHIS-Enklave beruht zum großen Teil auf diesen Daten. Die Geister triumphieren jetzt. Sie sehen schon unser Bündnis mit den Kobras von ihnen gespalten.
Diese Narren!
Die Geister denken wirklich, dass sie den Kobras etwas Besseres anbieten können, als unser Klan. Sie sind sehr freigiebig mit Genmaterial und auch Informationen über ihre Mechs, neuen Protos und Produktionsverfahren, aber sie verstehen nicht die wirklichen Gedanken hinter den Absichten der Kobras. Sie haben sehr genau beobachtet, wie wir die Geister langsam, aber stetig ausbluten und ihr Einflussgebiet immer weiter schrumpft. Es gefällt ihnen zwar nicht, aber auch sie verstehen inzwischen, was wir damit bezwecken. Eine Gelegenheit, in der sie ohne großen Aufwand ihrerseits an etwas herankommen, worauf sie schon immer ein Auge geworfen haben, aber bisher nie einen Zugang gefunden hatten wie zu den Blutgeistern, lassen sie sich nicht entgehen. Ihnen ist sehr wohl bewusst, dass die Geister ihnen wegen ihrer Beziehungen zu den Felsengräbern noch feindselig gesinnt sind. Und den Racheschwur haben sie auch nicht vergessen. Die Kobras sehen es als Gelegenheit, sich wieder einmal opportunistisch zu bedienen. Der so genannte lachende Dritte in einem sie nicht direkt betreffenden Konflikt zu sein. Sehr passend zu diesem Klan. Allerdings, wenn die Geister wüssten, dass auch unser Klan im Geheimen von all dem, was die Kobras bekommen, profitiert, würde sie etwas ungehalten reagieren. Aber jetzt vertrauen sie ihnen sogar, in einem bestimmten Rahmen. Ihre ilChi versucht immer öfter und offener die Kobras gegen uns aufzuhetzen. Leider ist sie nicht besonders geschickt in der Diplomatie und ihre Ausbrüche gegen uns stoßen viele Kobras vor den Kopf.
Unsere beiden Klans sind inzwischen sehr eng miteinander verbunden. Mehrere Bluthäuser haben Einfluss auf die Konklaveentscheidungen beider Klans. Aber wir mischen uns nicht in ihre inneren Beziehungen ein oder versuchen, sie zu etwas zu zwingen. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit hat inzwischen ein Ausmaß erreicht, wie es noch nie zwischen zwei verschiedenen Klans existierte. Die Kobras profitieren enorm von diesen Verbindungen und treten inzwischen immer selbstbewusster aus ihrer selbst verhängten Isolation heraus. Wir sollten aber nicht denken, dass sie sich nur an uns orientieren würden. Sie nehmen von allen möglichen Partnern das, was sie am besten gebrauchen können. Sie sind unsere wichtigsten Verbündeten, aber sie sind und bleiben ein Klan, der seine eigenen Interessen verfolgt. Und die Interessen können auch unseren zuwider laufen. Das sollten wir nicht vergessen.
Ihre Religiosität, die ihnen ihre beeindruckende innere Stärke verleiht, ist in den letzten Jahren auch für andere Klanner immer interessanter geworden. Nicht nur für unseren Klan, sondern auch für viele Goliathskorpione, vereinzelt Schneeraben und Höllenrösser. Einige Kobras sind inzwischen sogar so aktiv geworden, dass sie auf Missionierungen in der Peripherie und sogar in der IS aufgebrochen sind. Der bekannteste dieser Männer und Frauen ist Lucas Beckett, der jetzige Führer der Bruderschaft von Randis. Diese Mechkriegerbruderschaft hat es in der Peripherie geschafft, eine Gesellschaft aufzubauen, die in gewissen Grundzügen denen der Klans ähnelt. Sie schützen die Schwachen, bieten eine sichere Gesellschaft und geregeltes Leben all denen, die sich ihnen anschließen. Lucas Beckett, ein einstiger Nebelparder-abtacha, der dem Josian-Orden angehört, hat es inzwischen geschafft, diese Gesellschaft noch klanartiger zu machen. Seine Ideen kommen gut bei einem großen Teil der Menschen an. Obwohl unter den „Alten“ der Bruderschaft der Widerstand gegen seine Reformen wächst, bieten sich den Kobras wieder eine Gelegenheit, von ihrem Glauben zu profitieren. Die Menschen in der Peripherie können so auch sehen, dass nicht alle Klans eine Bedrohung für sie sind.
Uns Klans hat immer etwas gefehlt, worauf wir unsere Gesellschaft besser stützen können. Gerade für Außenseiter ist die Beinahe-Verehrung des Zuchtprogramms nichts, was sie uns näher bringen könnte. Eine Form der Religion, wie sie die Kobras praktizieren, so sehr sie unserem Wesen bisher auch widerspricht, kann auch helfen, uns besser zu einigen und Außenseiter für unsere Sache zu gewinnen.
Hochachtungsvoll,
Jean Gastopiv (Sterncaptain, GeKlaWa)
Khan Stanislov N`Buta.
Ihr hattet mich um einen Statusbericht über unseren Klan gebeten, als ihr unsere GeKlaWa-Protokolle über die anderen Klans gelesen hattet. Ich habe mich in diesem Bericht nur auf die jüngsten Ereignisse und den internen Status des Touman und der zivilen Kasten beschränkt. Es gibt noch einen viel ausführlicheren Bericht, der sich mit der Geschichte von uns und der ehemaligen Felsengräber von Beginn der Klans an beschäftigt. Einen Teil dieses Berichts habe ich für diesen benutzt und ich hoffe, dass die Techs bald in der Lage sein werden, auch jenen Bericht zur Einsicht bereit zu stellen.
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Wieder einmal steht unser Klan vor einem Wendepunkt. Was immer wir in den nächsten Jahren tun werden, wird sich als entscheidend für die Zukunft unseres aber auch der anderen Klans erweisen. Unsere Zukunft erstrahlt in einem hellen Licht, denn wir sind im Moment der wahrscheinlich stärkste Klan. Selbst Invasorenklans wie die Jadefalken oder Geisterbären können sich mit unserer Macht schwerlich messen und unsere Dominanz auf den Heimatwelten kann man schon fast als absolut bezeichnen. Unser Touman ist so zahlreich und kampferfahren wie noch nie zuvor. Neue Waffen und Technologien werden in nie gekannter Geschwindigkeit entwickelt, unter realistischen Bedingungen auf Herz und Nieren getestet und, wenn sie sich bewährt haben, in die Massenproduktion eingeführt. Wir haben viele geheime Projekte, deren erfolgreiche Realisierung uns weiter stärken wird. Unsere Feinde werden bald vor einem neuen technologischen Terror erzittern, aber unsere wahren Freunde werden davon profitieren. An Gewicht gewonnen hat unser politischer Einfluss und viele der anderen Klans suchen unseren Rat und unsere Unterstützung. Immer mehr Klanner interessieren sich für unseren Weg, denn wir bieten ihnen das, was sie sich ersehnen.
Aber es wäre das Schlimmste, was wir machen könnten, wenn wir deswegen in Selbstzufriedenheit oder Arroganz verfallen würden. So etwas entspricht nicht unserem Wesen und wir würden es bitter bereuen. Denn hinter der neutralen oder freundlichen Fassade der anderen Klans verbergen sich Neid, Missgunst und Gier. Und in unsere Reihen steht auch nicht alles so zum Besten, wie wir es uns wünschen würden. Aber wir haben uns nie vor Schwierigkeiten versteckt oder sind harten Lösungen ausgewichen. Der Klan setzt sich durch und was uns nicht umbringt, macht uns stärker. Seit der Felsengräber-Absorption hat sich viel verändert. Waren wir vorher nur ein Klan unter vielen, sind wir jetzt etwas Neues, etwas nie vorher Dagewesenes unter den Kindern Kerenskys. Wir sind nicht mehr der Klan, der wir vor der Absorption waren. Jetzt sind wir eine Verschmelzung aus dem Besten, was Sternennattern und Felsengräber anzubieten haben. Geeint unter der Vision des Sternennatter-Klans. Aber es entsprach schon immer dem Wesen der Sternennatter, dass wir unsere Stärken mit dem Besten, was es gibt, weiter verbessern. Das lehrte uns schon unser Gründer, Khan Absalom Truscott.
SHERIDAN, unsere Heimatwelt steht für vieles von dem, was unsere Vorväter sich erträumten. Heute, nach den Anstrengungen so vieler Generationen, ist es eine Welt, die sich in ihrer rauen und für den Menschen gefährlichen Schönheit nicht vor STRANA MECHTY zu verstecken braucht. Die hier gebauten gewaltigen Produktionsstätten, wie zum Beispiel die gigantischen Mount Vulkanus Mechwerke, die in ihrer Ausdehnung mit denen von HESPERUS in der Inneren Sphäre vergleichbar sind, sorgen für einen stetigen Nachschub an militärischer Hardware. Unsere Techniker bauten die Anlagen in die weitläufigen Kavernen eines längst verloschenen Vulkansystems ein und sie werden ständig erweitert. Von Vorteil sind auch die großen Rohstoffvorkommen in der Nähe, die schnell und ohne große Umwege weiter verarbeitet werden können. Unser Touman hat von diesen Anlagen immer sehr profitiert und sie bleiben auch weiterhin unsere wichtigste Fertigungsstätte für Mechs und konventionelle Waffentech, obwohl sich auch die Anlagen auf ALBION als sehr leistungsstark erwiesen haben. Daneben sind noch Hunderte Wissenschaftler und Techniker mit der Erforschung neuer Materialien und neuer Waffensysteme beschäftigt. Hier wurde der BLUTASPIS-Omnimech erdacht, konstruiert und wird auch gebaut.
SHERIDAN ist nicht nur am Boden hoch industrialisiert. Auch im Raum haben wir viele Fabriken für die Null-G-Fertigung, seien es Erzschmelzen, für die Kristallzucht oder für die Herstellung optischer Systeme. Unsere orbitalen Raumwerften sorgen für einen stetigen Nachschub an Landungsschiffen jeglicher Art und sind unverzichtbar, um unsere sprungfähigen Schiffe zu warten und neu zu bauen. Unser zentrales Gendepot befindet sich in unserer planetaren Hauptstadt. Der Bau reicht über 30 Etagen tief unter die Erde und in den dortigen Laboren werden wichtige Experimente für zukünftige Kriegergenerationen durchgeführt. Und von hier aus wird auch das gesamte Zuchtprogramm organisiert und überwacht. Das zentrale Genarchiv ist über den Planeten auf viele Außenposten verteilt und ist somit vor Anschlägen besser geschützt. Wir haben SHERIDAN schon immer hart verteidigt und gut geschützt. Die planetare Garnison umfasste stets mindestens eine Galaxis und die beiden Keshiks. An strategisch günstigen Positionen haben wir starke Festungsanlagen und Depots errichtet. Die Raumverteidigung wurde seit dem Großen Widerspruch noch einmal verstärkt. Wir wissen, zu welchen perfiden Hinterhältigkeiten die Sphäroiden in der Lage sind und überwachen den Raumverkehr sehr genau. Jeder Gegner, der es wagen sollte, SHERIDAN anzugreifen, wird schnell unsere Macht und unseren Zorn zu spüren bekommen. Keiner hat es sich bisher getraut, aber wir trauen der Ruhe nicht. Wir sind bereit. Am Boden und im Raum.
Bereits Mitte der 3040er erkannten wir, dass eine Invasion der Inneren Sphäre die Klans für immer verändern würde, obwohl wir es in diesem Ausmaß nie erwartet hätten. So schufen wir einen Thinktank, in dem neben unseren besten Militärs auch die Elite unserer zivilen Kasten an neuen Ideen und Konzepten tüftelte. Die vom 1. bis zum 20. Mai 3052 andauernde Schlacht von TUKKAYYID beendete die Invasion. Wir haben die Schlacht intensiv analisiert. In ihr liegt der Schlüssel zur Denkweise der Sphäroiden und, wenn wir es verstehen, in unserem künftigen Erfolg. Als Achillesferse der Klans hat sich ihre, bis auf den Wolfsklan, schlecht organisierte Logistik erwiesen. Zu wenig Material und Reserven, die vor Angriffen im rückwärtigen Bereich zu schlecht geschützt waren. Wir Klans sind zu sehr auf schnelle Entscheidungsschlachten orientiert, so dass ein Gegner, der sie uns verweigert und auf Abnutzung setzt, sehr schnell die Initiative an sich reißen kann. Ebenfalls kampfentscheidend war die hervorragende Zusammenarbeit der verschiedenen Waffengattungen der Comguards. Unsere Analytiker waren bereits auf die so genannten Regimentskampfgruppen des Vereinigten Commonwealths aufmerksam geworden und die Khane beschlossen, unseren Touman mit mehr konventionellen Einheiten zu verstärken und mehr auf diese kombinierten Kampftaktiken zu setzen.
Der massivste Einschnitt in unserer jüngeren Geschichte begann am 4. Februar 3059. An diesem Tag trat Cassius N`Buta vor das Große Konklave und klagte den Felsengräberklan des Verrates an. Die Beweise, die er präsentierte waren so hieb- und stichfest, dass die Felsengräberkhane bei dem Versuch, sie zu entkräften, sich immer tiefer in Widersprüche verstrickten. Das Konklave war entsetzt und wütend über den Klan, der sie seit Jahrhunderten belogen hatte. Als Khan N`Buta die Absorption verlangte, bekam er sofort eine absolute Unterstützung und das Recht wurde unserem Klan zugesprochen. Es folgte einer der blutigsten Tests, die je auf den Heimatwelten bis dahin getobt hatten. Es war wahrhaftig ein Absorptionskrieg. Was die Verluste besonders hoch trieb, war die Einmischung der Blutgeister.
Ich kann ihren Frust sogar etwas verstehen, aber wie sie es taten, war so dilettantisch und irrational, dass wir es ihnen nie werden verzeihen können. Eine direkte Einmischung, die von dem Großen Konklave in keiner Hinsicht legitimiert war und jeder Entscheidung zuwiderlief, die es in diesem Zusammenhang getroffen hatte. Hinzu kommt, dass sie vollständig zellbrigen ignorierten. Ausgerechnet sie, die so lautstark von ihrer Treue zu den Lehren Kerenskys sprechen. Noch schlimmer wiegt aber, dass sie versuchten, die Absorption in einen Vernichtungstest umzuwandeln. In ihrem blinden Hass und ihrer Wut schlachteten sie Zehntausende Mitglieder der zivilen Felsengräberkasten ab und hätten noch mehr getötet, wenn wir sie nicht daran gehindert hätten. Genau dieses Verbrechen ist auch der Grund für den tiefen Hass, der auch bei unseren „alten“ Nattern gegen sie entstanden ist. Wir haben den Mungos niemals das MARSCHALL-Massaker vergessen. Wir werden den Geistern niemals die Massaker von ALBION und PRIORI verzeihen.
Dank der eifrigen abtachas, deren Zahl in die Tausende ging, waren wir schneller als erwartet in der Lage, den Touman wieder einsatzfähig zu machen. Zudem rekrutierten wir eifrig unter unseren Geschkos. Kurz nach dem Test verfügten wir wieder über elf Galaxien, darunter vier Angriffsformationen. Aber die beiden sehr verschiedenen Kampfdoktrinen bereiteten viele Probleme. Die Felsengräber bevorzugten schnelle Mechs, die auf blitzkriegartige Angriffe und Hit-And-Run-Taktiken ausgelegt sind. Wir hingegen hatten ein langsames und stetiges Vorgehen bevorzugt. Unser Touman bestand aus überwiegend schweren und überschweren Mechs. Hinzu kamen weitere Unterschiede. Besonders deutlich wurde es bei der Elementarinfanterie. Die Felsengräber nutzten sie perfekt in ihren kombinierten Kampftaktiken, wir hatten ein sehr kleines Elementarkorps und setzten sie auch nicht in dem gleichen Sinn und Umfang ein wie die anderen Klans.
Gemeinsamkeiten waren im Einsatz von konventionellen Einheiten und von Jägern vorhanden. In den gemeinsamen Strategiesitzungen wurde bald allen Beteiligten klar, dass vor uns eine Mammutaufgabe liegt. Es war unmöglich, unsere alte Kampfdoktrin beizubehalten, denn es würde erstens unseren adoptierten Krieger sehr schwer fallen sich daran anzupassen, was ihre effektive Kampfkraft vermindern würde. Zweitens waren im Absorptionskrieg auch deutliche Schwächen unserer Kampfdoktrin sichtbar geworden. Und das musste geändert werden.
Die spontan gebildeten ad hoc Einheiten mit den Felsengräbern hatten nach anfänglichen Schwierigkeiten sehr effektiv gekämpft und entscheidend zum Erfolg beigetragen. Es lag also nahe, dass wir den Touman dementsprechend reorganisieren sollten. Das war der Anfang einer der massivsten Umstrukturierung und Reform eines Toumans in der Geschichte der Klans. Eine der wichtigsten Neuerungen war der Beschluss, dass wir sämtliche Galaxien mit konventionellen Einheiten verstärken sollten. Alpha Galaxiskommander Dante Truscott hatte intensiv die Berichte von Wolfs Dragonern und von der Invasion studiert. Die so genannten Regimentskampfgruppen, kurz RKGs, waren sehr kampfstarke Truppenverbände, die sowohl offensiv als auch defensiv einsetzbar sind. Wir hatten in unsere Garnisonsgalaxien schon seit langem jeweils zwei bis drei konventionelle Sternhaufen eingegliedert, jetzt taten wir dasselbe ebenfalls mit unseren Angriffsgalaxien. Panzer, VTOLs und auch normale Infanterie haben bei uns inzwischen immens an Bedeutung gewonnen. Besonders viel Wert wurde darauf gelegt, dass unsere normalen Mechsternhaufen in der Lage sein würden, mit diesen konventionellen Verbänden, den so genannten Schuppen, schnell und problemlos effektive ad hoc Kampfgruppen zu bilden.
Weiterhin haben wir die Bedeutung der Elementarinfanterie überdacht. Die Felsengräber und auch die Blutgeister hatten diese Waffengattung mit großem Effekt eingesetzt. Aus den hart gewonnenen Lehren des Absorptionskrieges begannen wir ein großes Aufrüstprogramm. Wir wollten mindesten für jeden Sternhaufen einen Binärstern Elementare haben. Dementsprechend wurde besonders viel in den Bau von Elementarrüstungen investiert. Die Bildung von Supernovas hatte eine absolute Priorität, denn die kombinierten Kampftaktiken von Mechs mit Elementaren sind in unserer neuen Kampfdoktrin sehr wichtig. Aber damit alleine gaben wir uns nicht zufrieden. Wir begannen ein Entwicklungsprogramm für neue Schlachtrüstungstypen. Die Höllenrösser und sogar die Feuermandrille hatten gezeigt, dass Verbesserungen möglich waren. Dahinter wollten wir nicht zurückstehen. Inzwischen haben wir ein neues Design bereits in die Massenproduktion aufgenommen und ein anderes, noch vielversprechenderes ist weit fortgeschritten.
Weiterhin weiteten wir unser Zuchtprogramm aus. Wir können auf das der Felsengräber zurückgreifen, aber wir versuchten ebenfalls soviel wie möglich von anderen Klan, die über überdurchschnittlich gute Elementartruppen verfügen, wie den Geisterbären, Höllenrössern und Diamanthaien zu bekommen. Das erwies sich schwieriger als erwartet und wir mussten mehr als genug Rückschläge einstecken, aber nichtsdestotrotz hat sich unsere Elementarstreitmacht seit dem Absorptionskrieg qualitativ sehr verbessert und quantitativ fast verzehnfacht. Besonders die neuen Geschkos besitzen ein großes Potential.
Die ex Felsengräber schienen von Beginn an sehr enthusiastisch und bestrebt zu sein, sich in ihren neuen Klan einzuleben. Um zu verhindern, dass sie sich abgrenzten, mischten wir die Sternhaufen. Bis auf die neu geschaffenen Husaren, die speziell der alten Kampfdoktrin der Felsengräber folgen, haben wir nicht differenziert, ob nun ein „alter“ oder ein „neuer“ Natterkrieger in einen Sturmsternhaufen kommt. Unser Klan war immer sehr tolerant und hat eine Neigung sich schnell mit anderen zu fraternisieren, wenn die anderen uns gegenüber aufgeschlossen erscheinen. Das half uns sehr dabei, gemeinsam mit den Adoptierten die Reformen durchzusetzen und den Touman wieder aufzubauen.
Die Felsengräber waren auch ein Luft/Raumklan. Zwar nicht in dem Ausmaß wie die Schneeraben oder die Wolkenkobras, aber sie hatten auf diese Teilstreitkräfte mehr Gewicht gelegt als andere Klans. Ihre Raumflotte war genauso stark wie unsere und während der Absorption verloren wir und sie keine Kriegsschiffe, obwohl mehrere schwer beschädigt wurden. Nach der Absorption verfügte unser Klan somit über die zweitstärkste Kriegsflotte der Klans. Nur die Schneeraben sind noch stärker. Sie reagierten extrem misstrauisch und auch offen feindselig gegen uns. Wir standen somit vor dem Problem, wo wir unsere Schiffe warten und überholen könnten. Die Raben verlangten horrende Wucherpreise für ihre Leistung und wir kamen schnell überein, dass wir uns das nicht gefallen lassen sollten. Flottenadjudant Tobias McKenna hatte andere Lösungen parat. Zuerst wurden viele Schiffe eingemottet und damit wurde verhindert, dass sie schwerere Ausfälle erleiden würden. Gleichzeitig nutzten wir unsere Werften besser aus und erweiterten sie etwas. Besonders die orbitalen ALBION Cheops- und die SHERIDAN Vulkan - Werften haben inzwischen beinahe das Niveau einer Raben Werft erreicht. Aber wir haben noch mehr, wovon die Raben keine Ahnung haben.
Unsere Wissenschaftler- und Technikerkaste stellte kurz nach dem Absorptionskrieg ein neues Waffensystem vor. Die so genannte Großlasertechnologie. Fast ein Jahrhundert lang hatten die Klans sich mit ihren vorhandenen Waffen begnügt. Die Invasion und die technologische Aufholjagd der Sphäroiden hatten aber gezeigt, dass diese Stagnation uns langfristig schaden würde. Durch neuartige Kristallzuchtverfahren, verbesserte Optik und Energiezufuhr- und –speichertechnik gelang es, Laserwaffen mit einem sehr hohen Schadensniveau zu bauen. Leider es gab auch Nachteile. Unsere Krieger reagierten aber auf diese Waffen enthusiastisch und die Produktion kam kaum hinter den Anforderungen hinterher. Seit der ersten Einführung haben unsere Techniker die Waffen immer weiter verbessert und es ihnen inzwischen gelungen, die gefährliche Strahlung auf ein beinahe normales Niveau zu reduzieren.
Aber wir hatten keine Gelegenheit mehr diese neuen Waffen, im Rahmen der Invasion gegen die Sphäroiden einzusetzen. Die Vernichtung der Nebelparder in der Inneren Sphäre und auch auf den Heimatwelten änderte die Situation völlig. Als das Aufgebot der Kreuzritter in dem Großen Widerspruchstest besiegt wurde, war die Invasion beendet und die Klans standen vor einem politischen Trümmerhaufen. Ein Klan vernichtet, ein weiterer, der die Heimatwelten verlassen hatte und einer, der uns verraten hatte. Dazu kamen unüberbrückbare Gegensätze zwischen den einzelnen Klans. Es kam zu Konflikten, die vom Umfang auch den Absorptionskrieg in den Schatten stellten. Die Novakatzen wurden das Ziel der Wut und des Frusts vieler anderer Klans. Noch bevor die vom Großen Konklave gesetzte Frist abgelaufen war, griffen andere Klans ihre Enklaven an und es begann auf vielen Welten ein unerklärter Vernichtungstest gegen sie. Auch wir beteiligten uns an den Angriffen auf sie, aber im Gegensatz zu den Jadefalken und Gletscherteufeln verübten wir keine Gräueltaten gegen ihre zivilen Kasten, wie es die Falken auf GATEKEEPER taten und es auch auf BARCELLA versuchten.
Wir schlugen uns gut in diesen Konflikten und erweiterten unsere Territorien auf HOARD, HUNTRESS und BRIM beträchtlich. Wir hatten ebenfalls die Techdata von sämtlichen Protomechs erbeutet und wurden somit schnell zum Ziel von Besitztests um diese Technologie. Die Kojoten, die auch hier versuchten eine Enklave für sich selber zu sichern, wurden von uns ebenfalls abgewehrt, aber sie erbeuteten die Techdata zu einigen Protomech-Modellen. Auch die Blutgeister griffen an. Ihr 55. Roter Vorhutsternhaufen gewann gegen unser Aufgebot und damit auch die notwendigen Informationen, um Protomechs zu bauen. Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt allerdings ahnen, mit welcher Verbissenheit sie das bald tun würden.
Unsere Enklaven erschienen vielen Klans als lohnende Ziele und wir waren sehr damit beschäftigt, ihre Vorstöße abzuwehren. Als besonders lästig erwiesen sich die Kojoten und die Blutgeister. Die Angriffe der Blutgeister waren die intensivsten. Kurz nach ihrer Niederlage im Absorptionskrieg hatten sie auch ihre Enklave auf ARCADIA geräumt und sich nach YORK zurückgezogen, das sie jetzt vollständig kontrollierten. Von dort aus starteten sie immer häufiger Angriffe gegen unsere Kolonien. Sie eskalierten ihre Besitztests um unsere Ressourcen. Auf YORK fühlten sie sich sicher vor unseren Gegenangriffen, denn sie hatten den Planeten zu einer gewaltigen und uneinnehmbar erscheinenden Festung ausgebaut. Erste Gegenangriffe mit YORK als Ziel führten deswegen zu schweren Verlusten auf unserer Seite. Die Bedrohung durch die Geister und die zurückhaltende Haltung, welche unsere Führung ihnen gegenüber annahm, führte zu weiteren internen Spannungen. Viele unserer Krieger, nicht nur ehemalige Felsengräber, hassten die Geister von ganzem Herzen und wollten ihnen das zurückzahlen, was sie uns angetan hatten. Die Geister hingegen schätzten unsere Zurückhaltung völlig fehl ein und dachten wir seien zu schwach, um ihren Angriffen zu widerstehen. Sie begannen, ihre Möglichkeiten völlig zu überschätzen. Etwas, was sie bald bereuen würden.
Intern hatte unser Klan zu dieser Zeit mit großen Problemen zu kämpfen. Obwohl nach außen hin die ehemaligen Felsengräber sich gut in den Sternennatter-Klan eingelebt zu haben schienen, bleiben sie in Wirklichkeit dem Wesen des alten Felsengräberklans verbunden. Ihr, mein Khan, seid auf diese Unstimmigkeit 3061 gestoßen, als ihr noch das Amt des Natterhüters innehattet. In einem Bericht habt ihr die Khane darüber informiert, dass sich in unserem Klan eine Parallelgesellschaft zu entwickeln begann. Die ex Felsengräber sahen die Absorption in einen stärkeren Klan als die Reinwaschung von ihrer Schande an. Weil sie ebenfalls Seite an Seite mit uns gegen die Geister gekämpft hatten und oft wirklich ein entscheidender Faktor in dem Sieg über sie gewesen waren, sahen sie ihre Traditionen und auch ihre alte Identität als bestätigt an. Besonders unter vielen jungen Krieger, die als Felsengräber erzogen worden waren, aber nun Sternennattern waren, fiel es sehr schwer, sich in den neuen Klan mit den für sie fremden Werten und Grundsätzen einzuleben. Viele suchten Trost in dem, was sie ihr Leben lang gekannt hatten. Unser Klan war im Gegensatz zu ihrem alten auch viel strenger und konservativer. Wir haben eine streng hierarchische Organisationsstruktur, bei den Felsengräbern war es viel laxer gewesen. Dies führte zu weiteren Spannungen.
Kein Klan kann so etwas länger dulden, sonst wird er von innen zerstört. Aber wie sollten wir vorgehen? Es bliebe die Möglichkeit, es gewaltsam zu lösen. Eine harte und schnelle Säuberung gegen all diejenigen, welche sich als nicht anpassungsfähige Störenfriede erwiesen hatten. Es würde allerdings zu internen Kämpfen kommen, die den Klan schwächen würden. Ganz zu schweigen davon, dass das Vertrauen zwischen alten und neuen Sternennattern zerstört und an dessen Stelle ein tiefes Misstrauen treten würde. Also waren andere Lösungen gefragt. Als erstes wurde der Bau eines neuen Mechs befohlen. Er sollte die Maschinen gewordene Inkarnation der Kreatur Felsengräber werden. Ein schneller schwerer Mech, der unerreichbare Nahkampfqualitäten besitzt. Die ehemaligen Felsengräber reagierten mit Begeisterung als der Khan ihn auf den Namen ihres einstigen Klans taufte. Sie fühlten sich geehrt und von ihrem neuen Klan verstanden. Viele ihrer Krieger verzichteten sogar auf ihre Omnimechs, um einen dieser neuen Mechs zu bekommen. Das gesamte Projekt erwies sich als voller Erfolg. Dass die Blutgeister fast hysterisch darauf reagierten, war ein Nebeneffekt, der nicht ungewollt war. Wenn sie heute auf einen dieser Mechs treffen, kämpfen sie außer sich vor Wut und vergessen jede Vorsicht. Im Nahkampf gegen diesen Mech bringt ihnen das allerdings nicht viel.
Ein weiterer Schritt war, dass der Klan große Umsiedlungen unter den zivilen Kasten durchführte. In ehemalige Felsengräbergebiete siedelten wir Natter-Zivilisten an und in Natter-Gebieten ex Felsengräber. Wir vermischten so unsere Bevölkerungen. Klanethnische Siedlungen wurden durcheinander gewirbelt und alte Bindungen zerschlagen. Gleichzeitig begannen wir mit der Neuerschließung unwirtlicher Gebiete, erhöhten die Produktionsnormen in Industrie und Landwirtschaft, kurz gesagt, wir sorgten für eine Vollbeschäftigung, die wenig Zeit für Defätismus lässt. Andere, die nicht so einfach zu beschäftigen waren, schickten wir als Erstsiedler auf erst kürzlich entdeckte Planeten. Die dortigen Umweltbedingungen sind so hart, das sie sich völlig auf ihr und das Überleben der Kolonie konzentrieren müssen.
Aber die Hauptidee, um den Klan zu einen, war, den Krieg zu den Blutgeistern zu tragen. Ihre stetigen Angriffe und Brandreden gegen uns erforderten eine entsprechende Reaktion. Und zwar eine, wie sie die Geister noch nie erlebt hatten. Es sollte nicht nur ihren Touman treffen, sondern auch ihren Geist und ihre Moral angreifen. Die Blutgeister waren immer sehr stolz darauf gewesen, dass sie die besten Krieger der Galaxis züchten. Niemand könne ihnen im direkten Zweikampf gegenübertreten, so prahlten sie. Nur unsere Übermacht und miese Tricksereien hatten uns den Sieg im Absorptionskrieg ermöglicht. Das waren ihre immer wieder lautstark vorgetragenen Behauptungen. Das würden wir jetzt widerlegen.
Als unabdingbar erwies sich der Wiederaufbau der Beta Galaxis, unserer „Wüstenfüchse“. Sie war nach dem Absorptionskrieg wegen ihrer schweren Verluste aufgelöst worden. Die Aufgabe, Beta wieder aufzubauen, war schwierig und herausfordernd. Obwohl sie eine Angriffsgalaxis ist, wurden die Sternhaufen fast vollständig mit Standard-Battlemechs ausgerüstet. Das Können des Kriegers sollte zählen, nicht die Ausrüstung. Außerdem wurde Beta den Lehren der Invasion und des Absorptionskrieges von Grund auf als eine Art Galaxiskampfgruppe aufgebaut. Zusätzliche konventionelle Sternhaufen, mehrere Protomechtrinärsterne und Luft/Raumeinheiten wurden Beta zugeteilt. Als unsere Krieger von dem Plan erfuhren, den Krieg zu den Blutgeistern zu bringen, konnte Beta sich kaum vor der schieren Menge an Freiwilligen retten.
Es wurde eine harte Auswahl getroffen. Die 73. Kataphrakten bildeten den harten Kern der neuen „alten“ Galaxis, um die herum vier weitere, vorher aufgelöste Sternhaufen wieder reaktiviert wurden. In ihnen waren neben älteren erfahrenen Kriegern auch viele jüngere, darunter viele ex Felsengräber. Der Drill war ausgesprochen hart. Kombinierte Kampftaktiken wurden besonders geübt, aber auch ungewöhnlichere wie zum Beispiel orbitale Mechlandungen und der Artillerieeinsatz standen auf dem Trainingsplan. Neue Battlemechs wurden speziell für die Mission der Galaxis gebaut, wie der modifizierte MARODEUR IIC 2. Nach einem halben Jahr Vorbereitung war aus einer ungeübten Streitmacht eine effektive und hoch motivierte Streitmacht geworden, die auf ihre ersten Einsätze geradezu brannte. Die Kommandeure hatten inzwischen mehrere Strategien entworfen, verworfen und nach langen Diskussionen sich endlich auf eine geeinigt. Sie sollte in mehreren Stufen umgesetzt werden und dem Feind soviel Schaden wie möglich zufügen. Die Operation wurde „Vanguard“ getauft. Khan Cassius N`Buta hielt selber eine Ansprache vor den versammelten Truppen, in der er erklärte, dass die Zeit jetzt gekommen sei, um die dezgra Blutgeister für ihre Arroganz und Verblendung zu bestrafen. Sie würden für jeden Toten des Absorptionskrieges mit ihrem Blut bezahlen. So motiviert machte sich Beta auf den Weg.
Dank ihres Trainings gelang es unseren Truppen in einer gewaltigen Schlacht die Geister zu besiegen und einen Brückenkopf auf YORK zu erobern. Von diesem aus erweiterten wir im Lauf der nächsten Jahre langsam unser dortiges Territorium. Als besonders entscheidend erwiesen sich in den Kämpfen unsere Luft- und Raumüberlegenheit. Ein schnell eintretender Nutzen unserer YORK Aktionen war, dass die Geister ihre Angriffe auf unsere Kolonien stark einschränken mussten. Aber sie sammelten ihre Kräfte für einen größeren Gegenschlag. Während wir langsam unsere Präsenz in ihrem Heimatsystem erhöhten, versuchte die Führung der Geister, wieder die Initiative an sich zu reißen. Sie schickten eine Galaxis los, um ihre aufgegebene Enklave auf ARCADIA zurückzuerobern. Wir hatten durch Gefangenenverhöre von diesem Plan erfahren und Gegenmaßnahmen vorbereitet. Der Khan befahl Epsilon, der „Nachtschrecken“ Galaxis, gegen diesen Gegner zu kämpfen. Er wählte sie nicht ohne Hintergedanken aus. Auch in Epsilon war ein überproportional hoher Anteil von ehemaligen Felsengräber-Kriegern. Gegen die Geister antreten zu können, kam ihnen sehr entgegen. Galaxiskommander Carlos Hutchinson hatte den Befehl, die Geister in einen Abnutzungskrieg zu verwickeln und ihnen Entscheidungsschlachten zu verweigern. Für die Blutgeist Omikron Galaxis begann jetzt eine schwere Zeit. Sie griffen voller Wut an, aber diese Angriffe stießen fast jedes Mal ins Leere. Blitzartige Überfälle und andere Guerillataktiken setzten ihnen schwer zu und es gelang ihnen nicht, eine echte Entscheidung zu erzwingen. Anstelle der Zurückeroberung der Kolonie, brauchten sie jetzt selber einen ständigen Nachschub. Das schwächte die sowieso schwachen Kräfte der Geister weiter, denn sie mussten zwei Raumblockaden durchdringen, um ihre Logistikkette nach ARCADIA aufrecht erhalten zu können.
Auf ARCADIA gelang es den Blutgeistern jahrelang nicht, eine Entscheidungsschlacht zu erzwingen. Die Nachtschrecken-Galaxis setzte ihnen mit Hit and Run Taktiken schwer zu. Galaxiskommander Carlos Hutchinson lockte oft kleinere Blutgeist Einheiten in Hinterhalte und rieb diese Truppen auf, bevor Verstärkungen ihnen zu Hilfe kommen konnten. Wie die „Wüstenfüchse“ setzen auch die Sternhaufen von Epsilon auf kombinierte Kampftaktiken. Aber im Gegensatz zu Beta verfügt Epsilon über mehr leichtere schnellere Mechs und Fahrzeuge, die für die offenen Ebenen ARCADIAs, wo die Kämpfe stattfinden, geeigneter sind. Die Blutgeist Omikron Galaxis hatte mit dieser Kampfweise große Schwierigkeiten und durch ihre Unfähigkeit, die ihnen gestellte Aufgabe zu erfüllen, fielen sie in Ungnade bei ihrer Führung. Der Zweifrontenkrieg, den wir den Geistern auf YORK und ARCADIA aufgezwungen hatten, beanspruchte die knappen Ressourcen der Geister stark. Um wenigstens endlich einen Erfolg vorweisen zu können, befahlen sie Anfang 3066 ihrer Upsilon Galaxis nach ARCADIA zu gehen, um eine Entscheidung herbeizuführen. Diesmal gelang es der „Nachtschrecken“ Galaxis nicht, dem Kampf auszuweichen und der Gegner setzte sich durch.
Die Geister bejubelten ihren Erfolg, aber wenn man die Schlacht und das Ergebnis sich genauer ansieht, hätten sie lieber weniger enthusiastisch feiern sollen. Es gelang ihnen zwar, Epsilon zu besiegen, aber auch sie büssten sehr viele Krieger und Material ein. Ihre Verluste waren so hoch, dass beide Galaxien gezwungen waren, je einen Sternhaufen aufzulösen. Während unsere Verstärkungen für Epsilon stetig eintreffen, sind sie gezwungen, einen noch größeren logistischen Aufwand zur Versorgung ihrer Einheiten zu betreiben. Es gelang ihnen auch nicht, ihre ehemalige Enklave vollständig zurück zu erobern. Nur einen kleinen Teil können sie behaupten. Schlimmer für sie ist, dass wir jetzt in die Offensive übergegangen sind und nahezu ständig Besitztests gegen sie initiieren. Gleichzeitig haben sie angefangen, die nahe Stahlviper-Enklave zu attackieren. Wahrscheinlich um ihren Schneeraben Verbündeten einen Gefallen zu tun oder um ihre neuen Landungsschiffe mit dieser Art von „Dienstleistung“ zu bezahlen. Aber damit verschlechtern sie ihre Situation weiter. Wir haben jedenfalls beschlossen, es nicht auf die Vertreibung der Geister von ARCADIA ankommen zu lassen. Durch einen ständig aufrechterhaltenen Druck können wir ihnen mehr schaden. Der Schlüssel zum Erfolg gegen die Blutgeister lautet Ausbluten und Erschöpfen.
Sie haben es inzwischen erkannt und sie wissen trotz all ihrer Arroganz, dass sie uns alleine nicht besiegen können. Deswegen verbündeten sie sich mit den Feuermandrillen. Mit dem Kindraa Mick-Kreese sind sie ein geradezu inniges Bündnis eingegangen. Sie hetzten sie gegen uns auf, verwiesen auf die alte Fehde der Mandrille gegen die Felsengräber. Außerdem versprachen sie, sich mit ihnen die Beute zu teilen. Zusammen mit ihnen entwickelten sie den neuen mittelschweren CRIMSON LANGUR Omnimech. Der vorläufige Höhepunkt ihres „Joint Ventures“ war der gemeinsame Angriff auf unsere TATHIS-Enklave im Februar dieses Jahres. Es war eine interessante Angriffsstrategie, eine Mischung aus Blutgeist und Mandrill Doktrinen. Besonders ihr Durchbruch der YORK Raumblockade verdiente eine tiefer gehende Analyse, die ihr zusammen mit der Schlachtbeschreibung in meinem anderen Bericht findet.
Der TATHIS-Angriff ist eine weitere Eskalation des Konfliktes. Unser ursprünglicher Plan war, dass wir unseren Kampf als eine Art Ehrentest durchführen. Nur zwischen uns und den Blutgeistern. Nun ist es den Geistern gelungen, einen anderen Klan mit in diesen Konflikt hineinzuziehen. Die Einmischung der Feuermandrille macht es komplizierter, den Konflikt zu beenden. Die Geister hassen uns zutiefst, aber unser Klan ist inzwischen ebenfalls von diesem Hass durchdrungen. Wir haben es zwar geschafft, dass der Kampf gegen diesen äußeren Feind unsere innere Einheit gestärkt und ein echtes tiefes Zusammengehörigkeitsgefühl in unserem Klan erzeugt hat. Mir gefällt aber nicht, dass wir dafür diesen Hass in Kauf nehmen müssen. Hass tötet jegliche Rationalität und Rationalität ist eine Grundessenz unserer Klanphilosophie. Wir haben es bisher in den Kämpfen auf YORK vermieden, ihren zivilen Kasten Schaden zuzufügen. Das Problem ist nur, dass die Geisterführung ihre zivilen Kasten so gegen uns aufgestachelt hat, dass sie sich nicht klankonform verhalten und Widerstand leisten. Das führt zu Problemen, die zwar mit Gewalt zu lösen wären, aber wenn wir derartig handeln würden, wäre es ein Verstoß gegen alles, wofür wir einstehen. Zum Glück sind die Gebiete, die wir auf YORK kontrollieren, nur dünn besiedelt. Aber wenn der Konflikt sich ausdehnt, wenn wir bald aggressiver vorgehen sollten, kann das sich ändern. Es ist nun unumgänglich, dass wir alles Mögliche tun sollten, um diesen Konflikt auf die eine oder auf die andere Weise zu beenden.
Die erste Möglichkeit wäre kriegerischer Natur. Das würde unserem Wesen und auch den Wünschen der Mehrheit unserer Krieger entsprechen. Die ersten Maßnahmen wurden bereits eingeleitet. Aus den Überresten der 1009. Natterngarden und erbeuteten Blutgeist-Battlemechs und –fahrzeugen wurde ein neuer Sternhaufen aufgestellt: die Ersten Sternengarden. Sie wenden genau die gleichen Kampfweisen und Strategien an, die auch die Blutgeister benutzen. Als Teil der Kappa-Galaxis setzen wir sie als OPFOR-Einheit ein, gegen die sich unser gesamter Touman auf den Kampf gegen die Geister vorbereitet. Hinzu kommt die Aufstellung der neuen Ulanensternhaufen. Sie sind eine direkte Antwort auf die neue Iota Galaxis der Blutgeister und sollen als schnelle Reaktionseinsatzkräfte auf Angriffe dieser offensiv ausgerichteten Formation reagieren. Auch verstärkte Angriffe auf die aktiven Verbündeten der Geister, seien sie militärischer oder politischer Natur, stehen in unserer Agenda. Gegenüber den Geister wären wir unsere Strategie vorerst nicht groß ändern. Die „Wüstenfüchse“ und die „Nachtschrecken“ werden vorerst als einzige Angriffsgalaxien gegen sie antreten.
Der Mandrillklan sollte jetzt unser primäres Angriffsziel sein. Wenn wir uns auf die Kindraas konzentrieren, die mit den Geistern verbündet und ihnen wohlgesonnen sind und ihnen durch massive Angriffe die Folgen dieses Bündnisses zeigen, schrecken wir sie vielleicht ab. Auf jeden Fall wird durch die Schwächung eines oder mehrerer Kindraas das diffizile interne Gleichgewicht des Klans gestört und das kann zu internen Machtkämpfen führen. Das Beste wäre es, wenn wir andere Klans ebenfalls zu Angriffen gegen sie mit einbeziehen könnten. Die Gletscherteufel und Goliathskorpione zeigen sich unseren Unterhändlern und diesem Anliegen gegenüber aufgeschlossen. Wir müssen deutlich zeigen, dass jeder, der sich in diesen Konflikt einmischt, unsere Wut zu spüren bekommen wird.
Der Konflikt mit den Geistern geht jetzt ins achte Jahr. Wir haben viele Krieger und noch mehr Material verloren, aber es hat uns nicht geschwächt. Im Gegenteil. Wir nehmen uns die Jadefalken als Beispiel, indem wir viele unserer Geschkos zu ihrem Positionstest und andere Krieger zu ihrer Bewährung nach YORK schicken. Es ist eine Hölle, die nur die Besten überleben. Und wir wollen nur die Besten für unseren Touman. Es ist ein Beweis für die Qualität unseres Zuchtprogramms, dass bis jetzt immer wenigstens ein Kadett seinen Positionstest gegen die Geister auf YORK bestanden hat. Ältere Krieger, die sonst in solahma-Einheiten dienen würden, nutzen auch ihre Chance, ehrenvoll zu sterben und so viele Feinde des Klans wie möglich mit in den Tod zu nehmen. Es wurmt die Geister sehr, dass wir sie als eine Art Trainer für Kinder und als billige Entsorger unserer alten Krieger benutzen. Es ist wieder ein Schlag gegen ihre Ehre. Uns kann es egal sein, denn wir erreichen damit genau das, was wir damit beabsichtigt haben. Die innere Einheit unseres Klans wurde im Verlauf dieses Konfliktes sehr gestärkt. Fast alle der schlimmsten Unruhestifter unter den ex Felsengräber sind inzwischen auf YORK oder auf ARCADIA gefallen.
Unser Zuchtprogramm hat ebenfalls durch den Kampf gegen die Geister enorm profitiert. Wir haben bereits kurz nach der Absorption viele neue Geschkos aus Felsengräber- und Sternennatter-Blutlinien erzeugt, aber es gab einen nicht unbedeutenden Widerstand unter den Felsengräberbluthäusern, die lieber weiter exklusive Felsengräber-Geschkos ohne Nattergene züchten wollten. Das ist seit langem vorbei. Inzwischen gibt es wenige reine Felsengräber Geschkos und wenn ja, wird die Ausbildung der Kadetten von gemischten Trainerteams übernommen. Deswegen sind die „Jungen“, auf denen die Hoffnung des Klans beruht in ihrem Denken neue Sternennattern, die sich das Beste von alt und neu zu Eigen gemacht haben. Zudem haben wir sehr viel hochwertiges Genmaterial von anderen Klans erbeutet oder getauscht.
Es hat viele Klans geschockt, wenn sie sehen, wie intensiv wir in den letzten Jahren aufgerüstet haben. Und wir haben es sogar geschafft, qualitativ und quantitativ zu den Invasoren aufzuschließen und sie in einigen Bereichen sogar hinter uns zu lassen. Wir haben viel neues Material und neue Kampfweisen unter den härtesten Gefechtsfeldbedingungen getestet. Der Touman ist jetzt viel variabler aufgebaut. Die Bandbreite, der von uns eingesetzten Mechs und anderer Fahrzeuge ist größer geworden. Wir beschränken uns nicht mehr nur auf schwere und überschwere Maschinen. Als sehr erfolgreich hat sich das Crashprogramm für den Ausbau unserer Elementarinfanterie erwiesen. Innerhalb kürzester Zeit haben wir hohe quantitative und auch qualitative Zuwächse erreicht. Die Doktrin der kombinierten Kampfweise ist inzwischen vollständig umgesetzt worden. Sämtliche Galaxien kann man jetzt als Galaxiskampfgruppen bezeichnen. Die Angriffsverbände nennen wir Galaxisangriffsgruppen (GAG), die Garnisonsgalaxien werden als Galaxisverteidigungsgruppen (GVG) bezeichnet.
Dieser flexible Aufbau gibt unseren Angriffsverbänden eine sehr hohe Angriffsstärke und unseren Garnisonseinheiten eine noch weit bessere defensive Flexibilität, die es ihnen ermöglicht, auch schnell offensiv einsetzt werden zu können. Von unseren Fronttruppen sind Alpha, Gamma und Delta Galaxien vollständig einsatzbereit und bilden das Rückgrat unserer Angriffseinheiten. Sie sind so stark wie noch nie, mit dem Besten ausgerüstet, was die Klans zu bieten haben und hoch motiviert, jede Aufgabe zu bewältigen, die der Klan ihnen stellen wird. In ihnen dienen inzwischen auch die besten Krieger, die sich auf YORK bewährt haben. Alpha ist unsere taktische Reserve, stets bereits dort einzugreifen, wo es erforderlich ist. Außerdem trainieren sie eng mit den Wolkenkobras zusammen, ein Training von dem Alpha sehr profitiert hat. Gamma verfügt über eine große Anzahl von Protomechs. Sie sind zu einer Art Invasionsgalaxis geworden, welche die Schwächen anderer Klans sofort ausnutzt, wie sie es zuletzt gegen die Jadefalken auf MARSCHALL und HUNTRESS bewiesen haben. Delta war besonders gegen die Gletscherteufel und Wölfe erfolgreich, zwei Klans, die eher mit schnellen und leichteren Mechs kämpfen. Ein Beweis, dass wir inzwischen ebenfalls zu Könnern in dieser Kampfweise geworden sind.
Beta ist wie auch Epsilon weit unter Sollstärke. Während wir Epsilon dank unseres besseren und näheren Nachschubsystems auf ARCADIA schnell wieder verstärken können, dauert es bei Beta länger. Der Nachschub rollt stetig und wir werden dafür sorgen, dass jeder Sternhaufen bestehen bleibt, aber es wird uns sicher nicht gelingen, sie vollständig aufzufüllen, solange sie sich auf YORK befinden. Dafür setzen die Blutgeister sie viel zu sehr unter Druck. Bis auf zwei haben wir inzwischen fast alle Angriffssternhaufen wieder reaktiviert, die aufgrund des Absorptionskrieges aufgelöst werden mussten.
Der Einsatz von Protomechs hat in unserem Touman inzwischen auch mehr an Bedeutung gewonnen. Wir haben sie lange unter dem Makel betrachtet, dass die Parder, die sie erfanden, trotz ihres Einsatzes untergegangen sind. Auch das hauptsächlich gescheiterte L/R-Piloten die Protos steuern, hat ihnen den Ruf als solahma-Maschinen eingetragen. Nach Klanlogik wäre es der Beweis für eine gescheiterte Technologie. Aber inzwischen haben wir „dank“ unserer Auseinandersetzungen mit den Blutgeistern, diese Meinung geändert. Sie haben gegen unsere Truppen bei zu vielen Gelegenheiten das wirkliche Potential der Protomechs bewiesen. Obwohl sie sich inzwischen zu sehr auf sie verlassen, waren Protos bei mehr als einer Schlacht der entscheidende Faktor in ihrem Erfolg über uns. Wir wären dumm, wenn wir das nicht erkennen oder aus falschem Stolz oder Arroganz nicht die richtigen Schlüsse ziehen würden. Deshalb haben wir ein ähnliches Crashprogramm wie bei der BA-Infanterie gestartet. Wir verfügen inzwischen über die Daten sämtlicher Protomechs und ihrer Varianten. Auch die neuesten kürzlich entwickelten Modelle der Blutgeister könnten wir bauen, wenn einige von ihnen nicht völlig unsinnig wären.
Unsere Ingenieure sind sogar dabei, deutliche Verbesserungen an dem Konzept zu erforschen und zu entwickeln. Obwohl sie noch weit von einer wirklichen Serienreife entfernt sind, sind die ersten Ergebnisse mehr als nur vielversprechend. Bei Erfolg würden wir die Blutgeister erneut beschämen, denn wir würden ihnen wieder beweisen, dass es kein Gebiet gibt, in dem wir sie nicht übertreffen können. Einige ehemalige Blutgeister, die sich trotz der feindlichen Propaganda für den wahren Weg des abtachas entschieden, sind hierin besonders wertvoll und ihre Ratschläge und Training helfen uns sehr. Die Angriffsgalaxien verfügen inzwischen mindestens über einen Trinärstern Protomechs. Beta und Epsilon sogar noch mehr. Die Galaxisverteidigungsgruppen haben in letzter Zeit auch weitere Einheiten erhalten. Das hat ebenfalls die Kampfkraft der kombinierten Kampfweise gestärkt. Es ist wirklich verblüffend, wie effektiv das Zusammenwirken von Mechs, Elementaren, Protomechs, Panzern, VTOLs und normaler Infanterie sein kann.
Unsere acht Garnisonsgalaxien befinden sich ebenfalls auf einem sehr hohen Niveau. In den Kämpfen der letzten Jahre waren sie fast noch aktiver als unsere Angriffsformationen beteiligt. Besonders die Einheiten auf HUNTRESS, MARSCHALL und PAXON haben sich sehr bewährt und dem Klan große Gebietsgewinne und viele neue Leibeigene eingebracht. Wir sind sogar in der Lage gewesen, den Anteil an Omnimechs in unseren Garnisonstruppen langsam, aber stetig zu erhöhen. Auch die Einführung neuer und modernisierter Standard-Battlemechs hat unseren Truppen sehr genützt. Zudem verfügen jetzt, bis auf einige solahma-Einheiten, auch sämtliche Garnisonstruppen über ein Elementarkontigent. Aber die erfolgreichste Strukturänderung war auch bei ihnen die Umwandlung zu den Galaxisverteidigungsgruppen. Damit sind wir jetzt in der Lage, mehr Gebiete mit weniger Truppen als bisher zu decken und auf Bedrohungen schneller zu reagieren. Rho, die zurzeit mithelfen die TANITE-Welten zu beschützen, war bis zur Ernennung von Kenneth Hutchinson zum Galaxiskommander unser Sorgenkind. Aber ihm gelang es mit ungewöhnlichen Methoden, die Moral und den Kampfgeist seiner Truppen deutlich anzuheben. Als einziger Panzerfahrer unter den Galaxiskommandeuren und vom Charakter ein etwas eigensinniger Querulant hat er ein herausragend gutes Verständnis für die kombinierte Kriegsführung. In den bisherigen Manövern gegen die Elite Betagalaxis der Kobras hat er ihnen mit seinen Ideen mehr als nur Kopfzerbrechen bereitet.
Kommen wir nun zur Upsilon Galaxis. Es ist eine ungewöhnliche Galaxis, denn wir haben ihr den Auftrag gegeben, als Aufklärer in die Peripherie und in die IS vorzustoßen, dort jeden möglichen Gegner auf seine Fähigkeiten zu testen und auch als Bindeglied für unseren Nachrichtendienst zu dienen. Dieser Auftrag verspricht denjenigen, die daran teilnehmen viel Ruhm und die Aussicht, als Speerspitze des Klans in die IS wieder zurück zu kehren. Eigentlich wäre es eher die Aufgabe für einen der beiden Keshiks gewesen, aber wir entschieden uns, diese Galaxis aus den uneinsichtigsten Felsengräbern, Kritikern und Querulanten an der Führung und sonstigen Quertreibern aufzustellen. Aber auch viele Techniker und Wissenschaftler sind dabei. Das hatte mehrere positive Effekte. Der erste war, dass diese Krieger sich sofort zusammenrissen, um den Auftrag zu erfüllen. Sie sind in ihrer Aufgabe geradezu aufgegangen und haben ihre Klanloyalität, bis auf einige Ausnahmen, wieder gefunden. Ein weiterer Nutzen ist der, dass wir gewaltige Informationsmengen von ihnen bekommen haben. Sie sind noch ausführlicher als die Berichte von den Wolfs Dragonern und wir wissen, dass wir ihnen vertrauen können. So erkundeten sie Planeten, die als Depotwelten oder als Horchposten geeignet sind, entdeckten Bodenschätze und längst vergessene Einrichtungen des Sternenbundes. Sie kartographisierten unbekannte Sonnensysteme und deren Sprungpunkte und berechneten optimale Flugrouten mit minimalen Reisezeiten für eine mögliche neue Invasion. Nur wenigen ist bekannt, dass sie auch Banditen verfolgen, denen es gelungen ist, denen an den Absorptionskriegs anschließenden Säuberungsaktionen gegen ihre Gruppen zu entkommen. Einige von ihnen hatten bereits mit einer Sphäroiden-Macht Kontakt aufgenommen. Wir wissen mit wem.
Im Großen Konklave hat Upsilon zu schweren politischen Machtkämpfen geführt. Die Invasoren beschuldigen uns, dass wir kein Recht haben, in die Innere Sphäre vorzustoßen. Die Bewahrer, hauptsächlich die Kojoten und Schneeraben, klagen uns der Kriegshetze an. Und einzelne andere Kreuzritterklans wie die Gletscherteufel neiden uns diesen Coup. Sie wissen nicht, wie sie es einordnen sollen. Die Invasoren haben schon immer gefürchtet, dass andere Klans von den Heimatwelten in die IS vorstoßen würden, um ihren Anteil zu verlangen. Das Auftauchen der Diamanthaie und Schneeraben hat sie alarmiert. Dass wir ebenfalls jetzt an ihre Türen klopfen, macht ihre schlimmsten Befürchtungen wahr. Sie verschieben bereits Truppen, um besser auf einen Angriff ihrer Welten aus Richtung der Heimatwelten gewappnet zu sein. Bei vielen Menschen auf den Heimatwelten hat diese Aktion unser Ansehen sehr gestärkt.
Besonders bei jenen, die immer noch an eine Rückkehr in die IS glauben. Wir zeigen ihnen, dass wir nicht nur reden - wir handeln. Die Invasoren haben das ihnen erwiesene Vertrauen nicht erfüllt. Auch die Krieger, die in den Erntekriegen dem Ruf der Invasoren folgten, sind inzwischen von ihnen enttäuscht. Zu wenige sind in die IS verschifft worden. Die meisten dienen als Garnisonstruppen für die Heimatweltenbesitzungen dieser Klans. Nun sehen sie in uns ihre große Hoffnung. Unsere Vorhersagen haben sich bewiesen und der Erfolg im Großen Widerspruchstest war der Beweis für die Qualität unserer Vorbereitung. Machen wir weiter wie bisher, wird es uns weiter stärken und viel Unterstützung auch bei anderen Klannern einbringen.
Dem falschen Sternenbund stehen wir weiterhin ablehnend und feindlich gegenüber. Ihre Botschafter haben versucht, die Beziehungen zu uns zu verbessern, aber wir zeigen ihnen die kalte Schulter. Wenn sie es wagen, im Großen Konklave zu sprechen, führen unsere Khane ihnen vor, was für eine Scharade ihr so genannter Sternenbund wirklich ist. Es ist nur ein politisches Manöver, um die Klans zu spalten und wir werden nicht müde stets von neuem zu betonen, dass er bald durch internen Zwist am Ende sein wird. Das alles zeigt sich darin, was nach dem Ende des Parderkrieges in der IS passiert ist. Die egoistischen Handlungen der falschen Ersten Lords und das Unvermögen den Steiner-Davion-Bürgerkrieg zu verhindern, hat dem Ansehen des falschen Bundes unter den Klans sehr geschadet. Wir drücken bei jeder Gelegenheit den Finger in die offene Wunde und unsere stetigen Anschuldigungen, die wir ruhig und mit Argumenten und Beweisen vortragen, verfehlen nicht ihre Wirkung auf andere Klans.
Auf HUNTRESS haben sie als Garnison ihrer dortigen Enklave immer ein Regiment der Leichten Eridani Reiterei stationiert. Es sind zugegeben fähige Krieger, die auch wirklich an den Sternenbund glauben. Es gab einzelne Konflikte zwischen einigen von ihren und unseren Kriegern, die aber glimpflich abliefen. Zurzeit besteht eine Art misstrauischer Waffenstillstand. Sie wissen aber, dass sie bei dem ersten Anzeichen von Schwäche in großer Gefahr sind, von uns angegriffen zu werden. Trotzdem haben sie eine Art Fatalismus entwickelt, der auch unseren Respekt gewonnen hat. Ihr Glauben an den falschen Bund, ihr beinahe stures Beharren an etwas, was bald scheitern wird, hat etwas Tragisches und beinahe Klanhaftes an sich. Vielleicht sind es die Geister der toten Nebelparder, welche den Sphäroiden das Hirn vernebeln und ihnen das klare Denken unmöglich machen.
Unsere Raumflotte befindet sich in einem Topzustand. Der Verlust eines Zerstörers gegen die Novakatzen und einer weiteren Korvette gegen die Blutgeister waren schmerzhaft, aber durch die Reaktivierung weiterer Schiffe haben wir sie schnell ausgeglichen. Wir verfügen, dank eines sehr glücklichen Zufalls über so große Werftkapazitäten, dass wir ohne Hilfe der Raben, diese Reaktivierung bewerkstelligen konnten. Selbst der Bau neuer Kriegsschiffe wäre möglich, aber der Umbau bzw. die Modernisierung existierender wäre günstiger für uns und einfacher und, was viel wichtiger ist, schneller machbar. Unsere drei großen Flottensterne sind im Klanraum konzentriert. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die bisherige Zurückhaltung bei dem Einsatz von Kriegsschiffen nicht nur in der Inneren Sphäre zu Ende geht. Die Heimatwelten sind gegenüber einem Überraschungsangriff der Sphäroiden sehr verwundbar geworden. Deshalb trainieren wir intensiv zusammen mit den Wolkenkobras, um unsere Fähigkeiten im Raumkampf weiter zu verbessern. Es ist problematisch, für den Schutz der Heimatwelten zu sorgen und gleichzeitig Kriegsschiffe für eine Invasion und als Begleitschutz für Nachschubkonvois bereitzustellen. Um eine mögliche Überdehnung zu vermeiden, gibt es eine Möglichkeit, die wir bereits besprochen haben. Sie ist nur etwas „vorbelastet“.
Durch die Kämpfe auf YORK und ARCADIA waren die Geister relativ beschäftigt. Ihre Angriffe auf unsere Enklaven sind während dieser Zeit stetig zurückgegangen. So konnten wir uns auch auf andere Vorhaben konzentrieren. Das Bündnis mit den Wolkenkobras war uns besonders wichtig. Sie könnten uns auch dabei helfen, mit den Geistern eine friedlichere Lösung zu finden. Durch ihr ausgeprägtes Gefühl für lukrative Gelegenheiten, sind sie bereits mit den Geistern in Kontakt getreten. Aber es scheint ein Fehlschlag zu werden. Die Geister nutzen die Informationen, welche sie von den Kobras bekommen, nur, um sie sofort gegen uns einzusetzen. So geschehen, als sie von ihnen die Stärke und Zusammensetzung der TATHIS Garnison erfuhren. Aber die Kobras sind zu gerissen, um sich in diesen Konflikt hineinziehen zu lassen. Ich halte es für einen Versuch von ihnen, mehr von uns für ihre Freundschaft zu bekommen, indem wir aus Angst, sie zu verlieren, ihnen mehr bieten. Geschickt wie immer, um das Beste aus jeder Situation für sich herauszuholen, unsere Kobra-Freunde.
In unserem Bündnis haben beide Klans sehr voneinander profitiert. Die Kobras sind anderen Klans gegenüber sehr misstrauisch, denn sie befürchten, sicher zu Recht, eine interne Einmischung. Unser Verhältnis zu ihnen ist aber unter den Klans, bedingt durch eine gemeinsame Geschichte, geradezu einzigartig. Sie hatten seit Jahrhunderten engste Beziehungen zu den Felsengräbern und auch zu uns. Abtachas aus beiden Klans haben ihre Klans tief geprägt. Einige von uns haben diese Hinwendung von vielen unserer Krieger zur Religion misstrauisch beobachtet. Sie fürchten, dass nicht wir die Kobras beeinflussen, sondern die Kobras uns. Aber unsere Krieger sind pragmatisch genug, um sich nicht von der Religion einschränken zu lassen. Sie ziehen daraus eher eine innere Kraft und Stärke. Wie es auch die Kobras tun, die trotz anders lautender öffentlicher Äußerungen, mit beiden Beinen im Leben stehen.
Während die Hinwendung zu den religiösen Prinzipien der Kobras jedem Krieger selber überlassen wird, ist die offizielle Zusammenarbeit in der Wirtschaft und im Militär viel ausgeprägter und hat für mehr als nur für Unwillen bei anderen Klans gesorgt. Besonders Klan Kojote hat öfters als ihnen lieb sein konnte, die Macht unserer militärischen Zusammenarbeit zu spüren bekommen. Es ist ihnen inzwischen klar geworden, dass sie gegen unsere Allianz keine Chance haben. Ihre verzweifelten Bemühungen, dagegen etwas Gleichwertiges aufzustellen, sind bislang ohne Erfolg geblieben. Die Kojoten sind den Kobras zutiefst verhasst und auch wir verachten diesen Klan, dessen Glanzzeit längst vorbei ist und der nur noch von längst vergangenen Erfolgen zehrt. Die Kobras äußern sich seit jenem verhängnisvollen Angriff der Kojoten auf ihre religiöse Zusammenkunft auf BABYLON im Jahre 3062 immer häufiger, dass sie „die Sache mit den Kojoten endlich zu einem Ende bringen wollen.“ Wir sind noch sehr zurückhaltend, obwohl der Sieg über die Kojoten auch unseren Kann sehr nützen würde. Nur darf der erste Schritt nicht von uns kommen. Er muss von den Kojoten getan werden und sie müssen als Aggressor dastehen. Erste Ideen, wie man sie dazu bringen kann, sind sehr interessant.
Inzwischen hat die Verflechtung mit den Wolkenkobras einen neuen Höhepunkt erreicht. Einige Sternhaufen von ihnen sind auf unseren Welten stationiert, wie ihr 33. Schlachtsternhaufen auf ALBION. Ihre Heimatwelt HOMER hat sich als ein besonderer Schmelztiegel erwiesen. Seitdem wir gemeinsam mit ihnen die Stahlvipern von dort vertrieben haben, kooperieren wir dort fast in dem gleichen Ausmaß wie auf den TANITE-Welten. Die Erlaubnis, einige Kriegsschiffe in ihren Werften zu überholen, hat uns während der Zeit geholfen, als wir noch dabei waren, unsere größeren Werftanlagen zu überholen oder zu reaktivieren.
Der Garnisonskontrakt für die TANITE-Welten hat sich als extrem lukrativ für uns erwiesen. Neben einer Beteiligung von 25 Prozent all dessen, was von diesen Welten an Ressourcen oder sonstigen gewonnen wird, sind sie auch ein wertvoller Stützpunkt in der Peripherie. Wir trainieren zusammen mit den Kobras, was zu sehr interessanten Ergebnissen geführt hat, wie es am Beispiel unserer Tau Galaxis zu sehen ist. Bevor sie auf den TANITE-Welten stationiert waren, war ihr Können weit unterdurchschnittlich. Inzwischen sind sie eine unserer besten Garnisonsgalaxien. In den Manövern profitierten und lernten wir von der Expertise der Kobras im Einsatz von Jägern, sie von unserem Können bezüglich kombinierter Bodenkampftaktiken. Es kam auch zu einem Austausch von Kriegern zwischen unserer Tau und der Epsilon von den Kobras. Beide Seiten haben sehr viel von dem anderen gelernt und zurzeit führen wir es mit unserer Rho und der Kobra Beta Galaxis fort. Der Angriff der Gletscherteufel von 3065 wurde durch eine enge Zusammenarbeit unserer Boden- und Luft/Raumstreitkräfte abgewehrt. Die anderen Klans wissen nichts Genaues über die auf den TANITE-Welten stattfindenden Experimente. Neue Mechs, Fahrzeuge, Flugzeuge und besonders neuartige Methoden der Genetik können dort entwickelt und erprobt werden, ohne dass andere Klans einen störenden Einfluss ausüben oder uns ausspionieren können.
Wir haben zudem hier einen großen Explorer-Stützpunkt eingerichtet und unsere von hier in die Große Leere aufgebrochenen Teams haben viel entdeckt. Seien es kolonisierbare Planeten, reiche Bodenschatzvorkommen oder sogar anderes, längst Verlorengeglaubtes. Wir streben weiterhin nach der Rückkehr in die IS, aber wenn wir uns das zu Nutzen machen, was wir entdeckt haben, würden wir viel stärker werden, als wenn wir uns auf ein militärisches Abenteuer gegen die Barbaren der IS einlassen würden. Falls wir in die IS zurückkehren sollten, ist es zu empfehlen, weitere Stützpunkte in der Peripherie einzurichten. Unsere in der IS-nahen Peripherie operierende Upsilon Galaxis nutzt die TANITE-Welten ebenfalls als logistischen Knotenpunkt. Die von ihnen gelieferten Informationen werden von dem dortigen Team der Klanwache sofort ausgewertet und wenn sie etwas Relevantes bei ihrer ersten Analyse entdecken, wird es sofort weiter untersucht. Die große Schwäche der Invasoren ist ihre Logistik und sich nur auf den Nachschub von den Heimatwelten zu verlassen, macht jeden der das tut sehr verwundbar. Deshalb müssen wir eine Art Hausmacht in der Peripherie aufbauen, um diese Schwächen zu vermeiden.
Einige halten unsere enge Kooperation mit den Kobras sogar für die Vorstufe einer Art Verschmelzung unserer beiden Klans. Das ist sehr unwahrscheinlich. In unseren Klan hat sich seit der Absorption und besonders durch die folgenden Schwierigkeiten bei der Integration der ex Felsengräber in unseren Klan eine große Ernüchterung und auch eine gewisse Resignation breitgemacht. Die Idee von einer Einheit unter den Klans, erweist sich immer mehr als ein Traum. Zu weit haben sich im Laufe der Jahrhunderte die Klans auseinander gelebt. Die Differenzen in der Philosophie und die immer stärkere Trennung zwischen den Invasoren und Nichtinvasoren und Bewahrern und Kreuzrittern hat für viele Jahre hinaus eine echte Kooperation unmöglich gemacht. Aber wir dürfen unsere Pläne und unsere Hoffnungen nicht aufgeben und müssen eben noch härter arbeiten, um sie zu erreichen. Unser Machtzuwachs hat uns viele Bewunderer, aber auch viele Neider eingebracht. Auf die Klans, die uns freundlich gegenüberstehen, werden wir weiter zugehen und versuchen unsere Beziehungen zu ihnen weiter zu vertiefen. Jenen gegenüber, die uns feindlich gesonnen sind, dürfen wir keine Schwäche zeigen oder nachgeben. Ihre Fehden, die sie gegen andere Klans haben, müssen wir zu unseren Gunsten ausnutzen und uns als Alliierte anbieten.
Als mögliche Alliierte bieten sich die Goliathskorpione und Stahlvipern an. Die ersteren sind seit dem Verlust ihrer einst so guten Beziehungen zu den Wölfen etwas orientierungslos. Die Schneeraben haben es sich bereits zunutze gemacht, indem sie die Skorpione gegen die Stahlvipern hetzen. Auch die Blutgeister klopfen an ihre Tür. Unsere Analisten haben vorgeschlagen, dass wir ihnen Zuchtmaterial des Moreau-Blutnamen schenken. Für sie besitzt dieser Name einen geradezu magischen Klang und es könnte der erste Schritt zu einem engeren Bündnis mit ihnen sein. Zudem hassen sie auch die Feuermandrille zutiefst, insbesondere den Kindraa Mattilla-Carrol. Eine erfolgreiche gemeinsame Aktion gegen ihn, der nur die Enklave auf HUNTRESS besitzt, würde die Skorpione stärker an uns binden. Schwierig ist ihr Verhältnis zu dem neuen „Sternenbund“. Sie gehören zu den wenigen Klans, die ihn anerkennen und sich ihm gegenüber auch sehr offen verhalten. In ihren Bewahreransichten sind sie der wahrscheinlich extremste unter allen Bewahrerklans. Das ist eine Schwierigkeit, die von uns mehr Zurückhaltung verlangt. Aber es gibt unter ihnen immer mehr, die spüren, dass ein Festhalten an ihrer jetzigen Politik ihren Klan nur schwächen wird.
Die Stahlvipern sind für uns besonders interessant. Sie wurden von den Jadefalken aus ihrer Besatzungszone in einem kurzen, aber erbittert ausgefochtenen Feldzug vertrieben. Es wird von ihnen als ungeheure Schande empfunden. Nachdem wir von ihrer Niederlage erfahren hatten, waren wir über ihre Rückkehr beunruhigt, denn sie verfügen über einen großen und kampfgestählten Touman. Sie hätten uns unsere Dominanz der Heimatwelten streitig machen können, aber sie handelten anders. Bis auf den ehrenvoll ausgefochtenen Konflikt auf HOMER, als wir sie zusammen mit den Kobras vertrieben, haben wir kaum Auseinandersetzungen mit ihnen gehabt. Sie konzentrierten sich auf ihre Erzfeinde, die Schneeraben und eskalierten immer weiter ihre Angriffe auf die Raben, bis sie 3065 den großen Angriff auf die Raben-Zentralwelt LUM starteten. Nur durch die Einmischung der Jadefalken scheiterten sie und mussten sich zurückziehen. Der Tod ihres Khans in der Schlacht lähmte sie lange und politische Machtkämpfe schwächten sie weiterhin. Sie haben inzwischen fast alles verbraucht, was sie an Beute aus ihrer Invasion mitgebracht haben, aber sie haben eigentlich nichts erreicht. Intern ist der Klan sehr gespalten. Alleine die Frage, ob Freigeborene Krieger sein dürfen oder nicht, hat zu schweren inneren Konflikten geführt.
Für uns ist die Vipern saKhanin Nichole Hoskins sehr wichtig. Sie war die Befehlshaberin der Vipern während der Kämpfe auf HOMER. Zwischen ihr und saKhan Dante Truscott, der diese Operation auf unserer Seite leitete, hat sich ein gegenseitiger tiefer Respekt entwickelt. Sie haben sich öfters nach den Sitzungen des Großen Konklaves getroffen und Gedanken über die Zukunft der Klans ausgetauscht. Im Gegensatz zu Brett Andrews, dem Vipern Seniorkhan, ist sie offener und kennt sich mit den komplizierten Verflechtungen und Beziehungen der Heimatwelten auch besser aus. Die Vipern sind sehr fremdenfeindlich, noch schlimmer als die Blutgeister. Deswegen ist es sehr schwierig, den ersten Schritt zu tun, um ihr Vertrauen zu erringen. Ironischerweise haben die Blutgeister uns in dieser Hinsicht einen Gefallen getan. Von den Schneeraben aufgehetzt, haben sie die Stahlvipern auf ARCADIA angegriffen. Das haben wir sofort ausgenutzt. Das die Vipern ebenfalls eine immer weiter eskalierende Fehde mit den Feuermandrillen haben, hilft uns auch. Der Stolz und die Arroganz der Vipern, alles alleine schaffen zu können, haben sich als das Haupthindernis erwiesen. Deswegen machen wir nur sehr wenige Fortschritte. Diese werden allerdings sehr misstrauisch von den Schneeraben beäugt.
Die Schneeraben sind seit der Absorption uns gegenüber immer feindseliger geworden. Von Natur aus misstrauisch, fühlen sie sich durch unsere jetzt sehr stark gewordene Flotte bedroht. Unsere Versuche, dieses Misstrauen zu zerstreuen, wir haben wirklich nicht die Absicht, mit ihnen in ihrem Spezialgebiet zu konkurrieren, sind bislang gescheitert und ich glaube, dass es uns auch nicht gelingen wird. Alles spricht dafür, dass sie sich inzwischen gegen uns entschieden haben. Nicht offen, sondern versteckt und auf Umwegen, wie es ihre Art ist. Sie unterstützen die Blutgeister offen, indem sie für diese spezielle Landungsschiffe und Protomechs bauen. Ihre Absicht ist es, dass sie uns immer weiter gegeneinander aufhetzen und sich an den Überresten als lachende Dritte gütlich tun können. Wie wahre Aasfresser, die sie nun einmal sind. Und das wir genug beschäftigt sind, um nicht mitzukriegen, was sie wirklich planen. In der Peripherie haben sie mehrere geheime Unternehmungen laufen. Upsilon hat vieles entdeckt, aber ihre wirkliche Strategie ist noch unklar. Wollen sie es den Diamanthaien nachmachen und wie diese einzelne Welten als Stützpunkte für sich erobern, von denen sie später ihren Einflussbereich langsam weiter ausdehnen können? Oder bereiten sie einen Angriff auf einen Nachfolgestaat vor? Die Kuritas haben im Umgang mit ihnen bereits einen Fehler gemacht, als sie hinterhältig eines ihrer Kriegsschiffe zerstörten. Ihre schweren Kämpfe mit den Stahlvipern und ihre Operationen in der Peripherie haben ihre Ressourcen schwer belastet. Vielleicht wäre es an der Zeit, dass wir ihnen gegenüber etwas unfreundlicher werden und zeigen, dass wir ihre Hinterhältigkeit erkannt haben und sie als feindselig einstufen. Auf BRIM provozieren uns die Krieger ihrer Gamma Galaxis immer stärker. Wir könnten sie dort etwas unter Druck setzen. Zusammen mit einer Vertiefung unserer Beziehungen zu den Stahlvipern, dürfte das bei ihnen einiges zu denken geben. Wer uns ausnutzt und betrügt, wird das bereuen.
Unsere Beziehungen zu den Diamanthaien sind zurzeit ausgezeichnet. Der Handel mit ihnen floriert und unsere Händler halten sich ganz gut. So gut es eben mit den gerissenen Vertreter des Händlerklans eben möglich ist. Sie haben in den letzten Jahren mehrere Planeten in der Inneren Sphäre erobert, die sie anscheinend zu Handelsposten ausbauen. Um sie besser zu verteidigen und das Potential dieser Stützpunkte besser auszuschöpfen, sind sie seit einiger Zeit dabei, große Teile ihres Toumans beziehungsweise ihrer zivilen Kasten dorthin zu verschiffen. Das hat sie allerdings auf den Heimatwelten geschwächt. Auf PAXON wurde ihre geschwächte Garnison von mehreren anderen Klans angegriffen. Spontan half ihnen unsere Xi Galaxis dabei, diese Attacken abzuwehren. Jetzt haben wir einen Garnisonskontrakt für einen großen Teil ihrer dortigen Enklave übernommen. Wir haben ihnen entsprechende Dienste für weitere ihrer Enklaven angeboten, die Verhandlungen laufen aber noch. Die Haie fragten uns ebenfalls nach logistischer Unterstützung für ihre Raumkonvoys. Sie leasten unseren Potemkin-Klasse Transporter Renown für einen Zeittraum von 20 Jahren. Das Schiff wird weiterhin von einer Sternennatter-Besatzung geführt und bei dringendem Bedarf unsererseits haben wir das Recht, es zurückzurufen. Dafür gaben sie uns ihre Enklave auf PRIORI, eine ihrer lukrativsten Klanraumbesitzungen. Unsere dritte Welt im Klanraum, die wir jetzt zu 100 Prozent kontrollieren.
Die Gletscherteufel und Höllenrösser sind bereit, in die IS zurückzukehren. Von den Geisterbären vertrieben und den Wölfen missbraucht, suchen die Rösser nach Vergeltung. Auf den Heimatwelten haben sie sich als gute Gegner erwiesen, wie sie es mit der Rückeroberung der TOKASHA Mechwerke bewiesen haben. Khan Aaron Cobb ist anderen Konflikten aus dem Weg gegangen und setzt die Möglichkeiten seines Klans für die Wiederaufrüstung der Rösser ein. Die Rückkehr in die IS ist das Ziel, dass dem Klan seine Kraft gibt. Wir haben sie, wie sie uns, in Ruhe gelassen. Zwischen uns herrscht eine vorsichtige Neutralität. Die Handelsbeziehungen zwischen uns haben in den letzten Jahren zugenommen. Vielleicht können wir ihr Bestreben, in die IS zurückzukehren, mit unseren Plänen besser verknüpfen. Sie mit Transportmittel und anderen Nachschubgütern zu unterstützen, wäre ein sehr lukratives Geschäft. Die Diamanthaie haben es uns bereits vorgeführt.
Die Gletscherteufel sind eigentlich noch interessanter. Wäre da nicht ihre emotionale Unberechenbarkeit, würde ich sie zu unseren möglichen Verbündeten rechnen. Ihre jetzige Khanin Rainna Montose ist für diesen Klan eine sehr intelligente Persönlichkeit und deswegen auch sehr gefährlich. Aber sie scheint mehr an einer Rückkehr in die IS interessiert zu sein, als uns auf den Heimatwelten Probleme zu bereiten. Auch ihnen könnten wir helfen oder zumindest in ihrem Rückkehrentschluss bestärken. Auch für unsere Pläne die Situation auf den Heimatwelten betreffend könnten sie uns sehr nützlich sein. Sie haben auf unsere Angebote gemeinsam gegen die Feuermandrille vorzugehen, jedenfalls sehr positiv reagiert. Sie sind durch ihre Misserfolge in den letzten Jahren militärisch fast genauso geschwächt wie die Wölfe. Ihre Besitzungen sind dadurch sehr verwundbar geworden. Wir sollten ihnen aber gegenüber aber mehr Zurückhaltung üben und unsere Gemeinsamkeiten als Heimatweltenklan betonen, um weiter unsere Absicht zu beweisen, die Heimatklans zu einen.
Unser Verhältnis zu den Invasorenklans ist schon immer zwiespältig gewesen. Sie hassen uns, weil sie genau wissen, dass wir ein Klan sind, der ihnen sehr gefährlich werden kann. Das Auftauchen von Upsilon in ihren peripherieseitigen Gebieten hat sie sehr beunruhigt. Die Geisterbären drohen uns mit Tod und Teufel, wenn wir es wagen sollten, in ihr Gebiet einzudringen. Die Falken und Wölfe sind ruhiger, verstärken aber ebenfalls ihre Grenze. Upsilon soll nicht Planeten von ihnen erobern, sie sollen aufklären und die Stärke des Feindes testen. Aber es ist ein guter Nebeneffekt, wenn der Gegner nicht über unsere wahren Absichten Bescheid weiß. Uns interessieren mehr ihre Besitzungen auf den Heimatwelten. Bis auf die Geisterbären, die klug genug waren, ihre dortigen Enklaven aufzugeben und sich auf ihre IS-Enklaven zu konzentrieren, fällt es den anderen immer schwieriger, sich hier zu behaupten. Die Wölfe sind besonders verwundbar. Hinter Vlad Wards aufgeblasenen Gehabe steht ein immer noch sehr geschwächter Touman, der konzentrierten Angriffen gegenüber sehr verwundbar ist. Unsere Krieger haben Vlads Wölfe bereits auf HOARD und PAXON bekämpft und auf beiden Planeten erwiesen sie sich unseren Truppen als unterlegen. Im Gegensatz zu den Falken, deren Heimatweltengarnisonen auch aus Elitetruppen bestehen, haben die Wölfe hier nur relativ schlecht ausgebildete Krieger stationiert. Warum das bislang noch keiner der anderen Klans ausgenutzt und um ihre zahlreichen Enklaven Besitztests begonnen hat, ist mir schleierhaft.
Wir sollten unsere Besitztests um exklusives genetisches Material und um einige wichtige Enklaven der Wölfe intensivieren. Ihre Kolonien auf PAXON, HOARD und TRANQUIL bieten sich an. Besonders das ehemalige Nebelparder-Territorium auf TRANQUIL sollten wir so bald wie möglich erobern. Als Klan Diamanthai durch ihre Niederlage auf Tukkayyid geschwächt war, nutzten wir das auch aus. Planungen für erste Besitztests um Genmaterial der Kerensky-Blutlinie laufen bereits. Gelänge es uns, aus dieser Blutlinie das für unsere eigene Zucht notwendige Material zu gewinnen, würde unser Prestige noch weiter steigen. Wir ihr seht, mein Khan, können wir sehr viel gewinnen, wenn wir uns den Wölfen stärker widmen. Es wäre falsche Ehrfurcht, wenn wir die Wölfe nicht testen würden. Nicht zu massiv, sondern Schritt um Schritt. Vlad Wards Reaktion werden politischen Intrigen sein. Ähnlich denen, wie er es versucht hat, die Höllenrösser und Geisterbären gegeneinander auszuspielen. Allerdings sind wir nicht so gnädig wie die Bären und er sollte sich hüten, so etwas mit uns zu versuchen.
Wir sind der mächtigste Klan der Heimatwelten. Im Moment. Wir können jedem Invasorenklan als ebenbürtig gegenüber treten. Wir haben Jahrzehnte auf dieses Ziel hingearbeitet, viele Rückschläge und schwere Verluste einstecken müssen. Aber wenn wir am Boden lagen, rappelten wir uns wieder auf. Wir lernten aus unseren Fehlern und zogen die richtigen Schlussfolgerungen. Härtnäckigkeit, Zielstrebigkeit, Ausdauer, Ehre, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit zählen zu unseren Stärken. Um unser wirkliches Ziel zu erreichen, den wahren neuen Sternenbund zu errichten, müssen wir uns noch lange gedulden und auch unsere Philosophie muss sich weiterentwickeln. Trotz unserer Macht sind wir dazu noch zu schwach. Die Innere Sphäre ist zerstritten, aber wenn sie von den Klans, einem äußeren Feind, bedroht werden, schließen sie ihre Reihen. Diese Macht ist auch für uns zu stark. Nur einer geeinten Streitmacht aus vielen Klans kann das gelingen. Um in der Fremde zu überleben, erschuf Nicholas Kerensky die Klans. Im Wettbewerb gegeneinander konnten wir uns zu dem entwickeln, was wir sind. Nun, in diesem neuen Zeitalter, müssen die Klans wieder zusammenfinden, um unsere Bestimmung zu erfüllen. Einzeln werden wir untergehen, nur geeint werden wir bestehen. Das zu erreichen, wird ein langwieriger Prozess werden. Wir Nattern stehen gut vorbereitet da. Wir sind für einige ein Vorbild, dem man nacheifern sollte, für andere sind wir die Ausgeburt der Hölle, die man vernichten muss.
Der Wolfskhan Vlad Ward hatte einst gesagt, dass die Klans ewig sind. Er hat sich geirrt. Nicht einzelne Klans sind ewig, sondern es ist das Wesen der Klans, was unsterblich ist. Jeder Klan wird durch Ereignisse innerhalb oder außerhalb seiner Gemeinschaft beeinflusst und muss sich anpassen. Unser Klan hat das besonders erlebt und seit der Felsengräber-Absorption eine tiefe Metamorphose durchgemacht. Viele ältere Sternennattern, zu denen ich mich auch selber zähle, sind von der Geschwindigkeit der Veränderungen überrascht worden. Vieles verstand ich nicht und deswegen war es auch unbedingt notwendig, dass ihr, Stanislov N`Buta, den Führungswechsel endlich erzwungen habt (auch wenn ich euch dazu beinahe zwingen musste). Euch Jungen gehört jetzt die Verantwortung und ihr seid dazu bereit. Vielleicht sind eines Tages die Kinder Kerenskys bereit, sich wieder zu einen. Die Heimatwelten würden einen stabilen und starken Kern für ein derartiges Reich bilden. Es würde ein mächtiger Gegenspieler der Inneren Sphäre sein und wir würden sehr viel besser in der Lage sein, die Menschheit in die ihr zustehende bessere Zukunft zu geleiten. Es wäre ein Ziel, das von uns allen schwere Opfer fordern wird. Aber dazu müssen wir bereit sein. Wenn es erforderlich ist, muss auch unser Klan sogar bereit sein, seine Existenz in Frage zu stellen und dem Weg zu folgen, der uns allen die beste Zukunft bieten wird. Vielleicht um in etwas Größerem aufzugehen.
Vergesst nie, dass Macht wie ein Stahlhandschuh ist. Verbirgt man diesen in Samt, lässt sich viel mehr erreichen, als wenn man blindwütig zuschlagen würde. Aber wenn man zuschlagen muss, kann der umgebende Samt dem verborgenen Stahl nur wenig von seiner Kraft nehmen.
Mögen Euch die beiden Kerenskys geleiten, mein Khan
Hochachtungsvoll
Cassius N`Buta, Nachrichtendienst - Adjutant
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