BlackMarauder
27.09.2007, 18:08
Prolog:
Es gibt diese Augenblicke, die alles verändern, die das Verhältnis der großen Waagschale des Lebens völlig verwerfen.
Und zum Ende des Jahres 2032 änderte sich für die Menschheit das Leben drastisch, mit einem gigantischen Lichtblitz, ein unbekanntes Raumschiff erschien über der Erde, und wurde von der Anziehungskraft in die Atmosphäre gezogen.
Der Wiedereintritt des Schiffes erfolgte über der südlichen Hemisphäre und endete nach einer langen parabolischen Kurve mit dem Absturz auf Antarctica.
Es dauerte nicht lange und die Staaten der Erde stritten sich um das Recht an dem abgestürzten Schiff, jeder wollte die mit Sicherheit hochentwickelte Technik für sich haben, sie gingen sogar so weit das es zu einem 15 Jahre währenden Weltkrieg kam, der beinahe das endgültige Aus für die Menschheit bedeutete.
Doch aus den verkohlten Resten erhob sich etwas neues, die Menschen erholten sich und vereinten sich am Ende zum Wohle aller.
Zusammen begannen sie auch die Geheimnisse des fremden Schiffes zu entschlüsseln und legten damit den technischen Grundstein für das Solare Reich.
Mai 3153
Das Schiff war alt, an vielen Stellen der Außenhülle konnte man die Spuren erkennen die von vergangenen Zeiten hinterlassen wurden.
Und doch tat es noch immer treu seinen Dienst als Transporter, es besuchte noch immer viele bewohnte Welten, sein Captain und die Crew waren zwar auch nicht mehr die Jüngsten, doch ihre jahrelange Erfahrung machte das alles wieder wett. Schon ewig reisten sie gemeinsam durchs All, und immer kamen sie an ihrem Ziel an, und auch wieder nach Hause.
„Wir sind bereit für den letzten Sprung, Captain.“
Der alte Mann blickte auf und studierte die Daten der Kontrollen und der Bildschirme, bevor er grimmig nickte.
„Sehr gut Tom, bringen wir es hinter uns. Und dann sind wir endlich fast zu Hause.“
Der Steuermann begann an seinen Kontrollen zu Arbeiten und den Befehl seines Captains auszuführen, dabei schaute er kurz zu einem Bild das vor ihm oben auf dem Kontrollpuld stand und eine Junge Frau mit Bronzefarbenem, und einen Jungen Mann mit dunklem Haar zeigte.
„Ja, meine Tochter müsste bald ihr Baby zur Welt bringen. Ich hoffe das wir früh genug da sind, man wird schließlich nicht jeden Tag Großvater.“
„Na dann legen wir uns mal ins Zeug, Tom, dann schaffen wir es sicher.“
Im Heck des Schiffes aktivierte sich mit einem dumpfen Dröhnen der Null-Zeitantrieb und die letzen Vorbereitungen für den Flug durch den Null-Zeit-Raum liefen ab.
Auf den Borduhren erschien eine zweite Zeitanzeige, die anlaufen würde sobald das Schiff in den anderen Raum wechselte, die normale Bordzeit würde dafür angehalten werden.
„Laut dem Computer dauert der Sprung 22 Stunden, 27 Minuten und 44 Sekunden.“
„Nun dann, Tom, lassen Sie sie fliegen, bringen Sie uns auf den Weg.“
Der Steuermann lächelte und nickte. „Geht klar Captain.“
Der Weltraum wechselte von schwarz zu einem dunklen rötlichen Ton, und die leuchtenden Sterne wurden zu weißen Schemen die lang gezogen vorbei glitten, im ersten Moment des Eintritts in den Null-Raum wurde das Schiff etwas durchgeschüttelt.
Doch nach einigen Sekunden ließ es nach und der Flug ging ruhig weiter, die Anzeige der Brücke zeigten das was der Captain so sah und auch fühlte.
„Alles normal, Captain, wir sind auf Kurs.“
Ein heller Glockenklang erschallte in den Gängen des Schiffes und allen Räumen.
„Scheint das Malloy unser Essen fertig hat, stellen Sie alle Systeme auf Automatik, Tom. Lassen wir den Computer die Arbeit erst mal machen.“
Captain und Steuermann machten sich auf den Weg zur zwei Decks tiefer liegenden Messe, bei ihrer Ankunft waren die drei anderen Besatzungsmitglieder auch schon da und hatten um den Tisch Platz genommen, auf dem bereits Teller, Gläser und mehrere Töpfe standen.
„Sind wir echt schon gesprungen?“, fragte einer der Männer den Captain.
„Ja, gerade eben. Noch etwas mehr als 22 Stunden und wir sind wieder zu Hause. Ich bin sicher unsere Ladung wird schon sehnlichst erwartet.“
„Ja, vor allem die medizinischen Geräte und Vorräte, nicht zu vergessen das Saatgut für die östlichen Agrarfarmen.“
Das so ruhige Essen wurde aber laut und jäh unterbrochen als ein Alarm durch das Schiff ging.
Die Männer sprangen auf um zu ihren Stationen zu kommen, doch sie kamen nie an, und der alte Transporter wurde nie wieder gesehen.
/////////////////
Vor dem Hintergrund des unendlichen Alls wirkte die Silhouette der gigantischen Los Allamos-Raumwerft mit ihren Lichtern gerade zu winzig und unbedeutend.
Und doch bedeutete es für William Parker alles, denn dort wartete sein erstes eigenes Kommando auf ihn, und mit jedem Moment mit dem das Transfer-Shuttle dem Lande Dock näher kam wurde er nervöser und nervöser.
So eine Nervosität wie in diesem Moment hatte er vorher nur zwei mal in seinem Leben gespürt, einmal an dem Tag an dem er seine Frau Katrina fragte ob sie ihn heiraten würde, und als er in sein erstes echtes Raumgefecht flog.
Aber so schlimm war es noch nie, und je näher er der Werft kam um so weniger gelang es ihm sich zu beruhigen.
William ließ seinen Blick durch die Passagierkabine des Shuttles gleiten, es saßen eine Vielzahl von unterschiedlichen Leute der Raummarine hier, Offiziere, Kadetten, Piloten, Gardisten, und sogar zwei Zivilisten wie es den Anschein hatte.
Er fragte sich seit dem Abflug was Zivilisten in einem Transfer-Shuttle der Streitkräfte verloren hatten, vielleicht waren es ja Techniker, oder Wissenschaftler, er hatte von Gerüchten gehört die von einem Forschungsprojekt sprachen, das weit hinter die erforschten Grenzen gehen würde und wobei Raummarine und Zivile Dienste zusammen arbeiten sollten.
In der Kopfstütze des Sitzes vor ihm war ein kleiner Monitor eingelassen, auf dem man jetzt sehen konnte wie das Shuttle langsam in den Andockbereich einflog und sich darauf vorbereitete seine Passagieren abzuliefern.
Nach schier endlosen Minuten kündigte das Rucken das durch das Shuttle ging an, dass sie ihr Ziel erreicht hatten.
„Achtung, wir haben soeben an der Los-Allamos Raumwerft angelegt. Bitte bleibe sie auf ihren Plätzen bis sich die Schleusentür geöffnet hat und begeben sie sich dann geordnet hinaus.“
William lauschte der Lautsprecherdurchsage und schloss die obersten Knöpfe seiner Uniform, die er während des Fluges geöffnet hatte und erhob sie als er das Zischen der Schleusentür hörte.
Als er aus der Schleuse trat rückte er seine Schirmmütze noch einmal gerade und marschierte dann den langen stählerner Gang herunter, der in einer große Eingangshalle endete.
Hier wimmelte es nur so von verschiedenen Uniformen, die weiße der Raummarine, das dunkelgrün der Bodenkampfeinheiten, und andere, es sah so aus als würde jede Waffengattung der Solaren Streitkräfte hier vertreten sein, wenn er die ganzen Farben sah.
Um sein Gepäck brauchte er sich keine Sorgen machen, es würde aufs Schiff geschafft werden, also machte er sich auf zum nächsten Informationsterminal um zu erfahren wo genau sein Schiff lag.
Diese Computerterminals waren ein echtes Wunder, richtige Alleskönner, auf solchen Raumstationen konnte man mit ihnen alles machen, von einfachen Wegbeschreibungen bis hin zur Bestellung eines Kaffees, man musste nur angeben wo und wann man ihn trinken wollte.
William zückte seine persönliche ID-Karte (Identifikations-Karte) und hielt sie vor den Bildschirm, worauf dort der Text “Bereit“ erschien.
„Erbitte Wegbeschreibung zum Dock der ISF Davenport.“
Keine zwei Sekunden nach seiner sprachlichen Eingabe erschien die Wegbeschreibung vor ihm, er prägte sich den Weg so gut es ging ein und marschierte los.
Fast 20 Minuten brauchte er bis zur Werftebene für Großschiffe, dort suchte er noch mal ein Terminal auf.
Hier unten war eine Menge los, überall Techniker, Fertigungsmaschinen und eine ganze Menge Lärm der von allen Seiten auf einen eindrang.
Und überall lagen Schiffe, von kleinen Fregatten und Transportern bis hin zu einem Raumträger der neuen Tyrannenklasse.
Sein endgültiges Ziel lag im Werftbereich “C“, im Dock Nr. 3.
Und endlich sah er es, sein Schiff, die Davenport.
Ein Kreuzer der Löwenklassen, und mit 318 Metern Länge, 76 Metern Breite und knapp 41.000 Bruttoregistertonnen schon recht beeindruckend, für einen Kreuzer.
Die Löwenklasse waren noch sehr neu, grade mal 5 Stück waren in Dienst seit vor anderthalb Jahren der Prototyp vom Stapel lief, und er war stolz darauf das er als erstes Kommando ein so modernes Schiff bekam.
William nahm sich einen Moment Zeit das Schiff zu betrachten, es hatte einen schnittigen geraden Aufbau. Das Oberdeck war flach und wies dabei eine leichte Mulde auf, der Rumpfkiel hatte nur eine leichte Rundform, Back- und Steuerbord-Rumpf waren halbrund, die Bugspitze sah aus wie eine achtseitige Pyramide ohne Spitze.
Das Oberdeck war wegen den Geschützen wie bei einer Treppe mit zwei Stufen versehen, auf der obersten saß die Raketenbatterie.
Auf der anderen Ebene und dem eigentlichen Oberdeck ruhten jeweils nebeneinander zwei mit zwei Rohren versehende Geschütztürme, und wenn er die Daten noch richtig im Kopf hatte handelte es dabei um Pulsargeschütze vom Typ 2.
Nicht unbedingt die stärksten, oder die schwächsten, aber was sollte ein Kreuzer auch mit etwas anderem, unter dem Rumpf sollte auch noch zwei sein wenn er an den Bauplan des Schiffes dachte.
Entlang der Rumpflinie an Back- und Steuerbord saßen im Abstand von drei Metern die kleinen Kuppeln der Abwehrlaser die im Kampf zur Abwehr von Feindlichen Jägern und Raketen dienten, eigentlich sollte er auf dem Oberdeck auch welche sehen, aber er sah keine.
Kurz hinter den Geschützen erhob sich der Kommandoturm. Der Turm lag sehr weit hinten, auf dem letzten Drittel des Schiffskörpers, direkt vor der Triebwerkssektion. William konnte die in die Turmfront eingelassenen Fenster aus transparentem Titan.323. erkennen, dort war seine Brücke, rechts und links am Turm erkannte er die Kuppeln in denen des Funksystem und die verschiedenen Sensoren saßen.
William schlenderte auf die Gangway zu die ihn an Bord bringen würde, dort erwartete ihn zuerst ein Wachposten.
Wortlos reichte William dem noch ziemlich jung aussehendem Gardisten seine ID-Karte, welche dieser sofort mit einem kleinen Handcomputer überprüfte.
Nach einem kurzen Piepen salutierte der junge Mann sehr schnell und gab dem Captain seine ID-Karte wieder.
„Wie ist ihr Name, junger Mann?“, fragte William und studierte das Gesicht seine Gegenübers genau, während er auf seine Anwort wartete.
„Quinn, Robert T., Private des Sicherheitskommandos der Davonport, Sir.“
„Gut, weiter machen, Private.“
Er erwiderte den Salut und machte sich dann daran die Gangway zu überqueren, seine Schritte hallten auf den stählernen Platten unter seinen Füßen wieder.
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Commander Ares Cold war mit seine 51 Jahren bereits ein erfahrener Veteran der Raummarine, und jetzt bekam er einen frisch gebackenen Captain vor die Nase gesetzt.
Und seine schlimmste Befürchtung war, dass es so ein Schreibtischoffizier war, einer der bisher nur auf Bildern und in Filmen Kontakt zum Weltraum hatte.
Dazu kam noch das neue Schiff, bei dem noch nicht alle kleinen Kinderkrankheiten ganz ausgemerzt waren, und eine neu zusammengestellte Mannschaft, und beides funktionierte noch nicht richtig.
Die Liste auf seinem Handcomputer zeigte dies nur zu genau, eines der wichtigsten Probleme wollte er jetzt beseitigen, und deshalb war er auf dem Weg in den Hauptmaschinenraum um mit dem Cheftechniker Omura zu sprechen.
Das Bild im Maschinenraum dominierte der Riesige Wiriumreaktor und der dahinter liegende Antriebskern.
Nach Lt.Commander Omura brauchte er nicht lange zu suchen, denn seine Stimme war hier über allem nur zu deutlich zu hören.
Diese gehörte einem kleinen stämmigen Mann mit weißem Vollbart und Glatze und Armen, die dick wie Rohre waren und mindestens genau so stark.
„Commander Omura“, sprach er den Mann an.
„Ja, und Sie müssen der erste Offizier Cold sein, wenn ich richtig vermute“, erwiderte dieser.
„So ist es.“
Die beiden Männer musterten sich eingehend bevor Commander Cold seine Liste zur Hand nahm.
„Es muss noch so einiges erledigt werden. Wie steht es den inzwischen mit dem Überlicht-Raumantrieb?“
„Das ist so gut wie erledigt, noch fünf, maximal sechs Stunden, und er ist wieder am Netz und vollkommen einsatzbereit. Gleiches gilt für den Raumantrieb.“
Omura deute über seine Schulter hinweg. „Zwei simultane Teams arbeiten daran. Drei weitere hab ich zu Überprüfung der Hauptenergieversorgung, der Geschütz- und Waffensysteme und der Brückensysteme abgestellt.“
Cold machte sich entsprechende Vermerke und nickte dem Cheftechniker dabei zu.
„Das macht es um einiges einfacher, Commander, und wie steht es um das Zusammenspiel Ihrer Leute?“
„Es geht, ich habe einige Frischlinge dabei. Doch die erfahrenen Leute leiten sie und halten alles zusammen. Bis sie vollkommen als Team agieren sollte es also nicht mehr allzu lange dauern. Und wie steht es sonst, ist der Captain bereits eingetroffen?“
„Nein, der Captain ist bisher noch nicht eingetroffen. Aber er sollte bald, wir haben hier genug zu tun und können jede Hilfe gebrauchen.“
Einige Decks über dem Maschinenraum im Krankenrevier herrschte wie im Rest des Schiffes auch das reinste Durcheinander.
Melinde Johnson war als Krankenschwester an Bord des Schiffes beordert worden, nur war bisher noch kein Arzt an Bord, und alle Arbeit blieb an ihr hängen.
Sämtliches medizinische Material, vom einfachen Verband bis zum synthetischen Plasma, war noch in Transportkisten verpackt und stand kreuz und quer herum.
„Oh Mann!“
Natürlich hörte sie niemand, doch das machte Melinda nichts aus, schließlich hatte sie eine Aufgabe übernommen als sie dem militärischen Medizinkorps beitrat.
Mit jugendlichem Elan krempelte sie die Ärmel ihres Kittels hoch und stürzte sich in die Arbeit, schließlich musste sie alles fachgerecht verstauen und überprüfen ob alles da war.
Sein Ausbilder auf der Raumakademie hatte immer gesagt das er eine natürliche Begabung für den Weltraum habe.
Johnny Tran war stolz auf seine Leistungen, er hatte als bester seines Jahrganges abgeschnitten und freute sich jetzt um so mehr endlich auf Fahrt gehen zu können und damit den gleichen Weg zu gehen wie sein großer Bruder.
Und so kam er schließlich auf die Davenport, die Löwenklasse galt unter den Kreuzern als eine der schnellsten, und auch der wendigsten.
Für ihn als Steuermann war sie so etwas wie ein riesiger zu groß geratener Sportgleiter der nur darauf wartete mal richtig getestet zu werden.
Doch dann kam die ernüchternde Wahrheit das auf dem ganzen Schiff noch eine Menge zu tun war und man überall noch mit Problemen zu kämpfen hatte.
So auch er, die Steuerprotokolle und Programme die ihm eigentlich dabei helfen sollten das Schiff zu steuern taten genau das Gegenteil.
Johnny brauchte fast drei Tage um die Protokolle und Programme umzuarbeiten und so zu ordnen das sie wieder richtig liefen, das einzige was er jetzt noch tun musste war das neue Basisprogramm zu laden und die neue Steuerplatine die er besorgt hatte einzusetzen.
Als er die Brücke betrat schaute er sich wie immer kurz um, um einen Überblick zu behalten an was noch gearbeitet wurde.
Doch irgend etwas irritierte ihn heute, und es dauerte einige Momente bis er sich des Mannes bewusst wurde der an der Kommandokonsole des Captain stand. Als er die Rangabzeichen des unbekannten erkannte, erstarrte er sofort.
William trat aus dem Lift auf die Kommandobrücke seines Schiffes, mit 6x6 Metern nicht eine der größten, wenn er dabei an die Brücke der ISF Avalon dachte.
Natürlich konnte er keine genauen Vergleiche ziehen, schließlich war die Avalon ein Schlachtschiff, und die Davenport nur ein Kreuzer.
Allein der allgemeine Aufbau der Stationen war in etwa gleich, direkt vorne an den Fenstern lagen von links nach recht die zwei Plätze der Waffenkontrolle und der Steuerung.
1 ½ Meter dahinter lagen an zwei separaten Kontrollkonsolen die Plätze der Raumnavigation und der Raumüberwachung.
Rechts an der Wand war der Platz des Kommunikationsoffiziers, links die Brückenkontrollen des Chefingenieurs.
Und natürlich sein Platz, einen halben Meter höher als die anderen direkt vor der Rückwand der Brücke war sein Sessel.
Durch die vielen Arbeiten die noch verrichtet wurde hatte noch niemand seine Ankunft bemerkt, William wand sich nach rechts und stieg über zwei Stufen zu seinem Platz hinauf.
Mit geübten Blick betrachtet er die verschiedenen Kontrollen seines Kommandopults und studierte die angezeigten Daten als ein Ruf über die Brücke ging. „Captain an Deck.“
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Admiral Karen Ross stand auf der Brücke des Flottenträgers ISF Tempest als er in das Planetensystem von Alamos eintrat und Kurs auf den zweiten Planeten nahm, und somit auch auf die Los Alamos-Werft.
„Admiral, wir bereiten in diesem Moment Ihr Shuttle vor. Die Werft wird in diesem Moment ebenfalls informiert damit Sie direkt in der richtige Sektion andocken können.“
„Sehr gut, ich hole noch etwas aus meiner Kabine und begebe mich dann gleich zum Flugdeck. Also Start sobald wie möglich, wenn ich bitten darf.“
Seit drei Tagen war der Captain jetzt an Bord, und Commander Colt war wirklich überrascht gewesen als sein Vorgesetzter sich nicht davor scheute, sich auch mal die Hände schmutzig zu machen.
In diesem Moment lag er neben eben diesem Mann unter einer Konsole in der Computerzentrale des Schiffes.
„Sir, passen sie auf die Kabel dort rechts auf, ich glaube die Isolierung ist beschädigt.“
Der Commander hatte ein kleines Gerät in der Hand und deutete dabei auf die entsprechenden Kabel.
William löste einige andere Kabel und Pantinen um sie durch neue zu ersetzen.
„Dann werden wir die Isolierung wieder herstellen, ich hoffe das wir dann bald hier fertig sind. Ein einwandfrei funktionierender Schiffscomputer würde uns sehr voran bringen, meinen Sie nicht auch?“
„Aber sicher, Sir. Wie verfahren wir danach?“
„Danach kümmern wir uns darum das wir eine vollständige Mannschaft zusammen bekommen. Ein Bordarzt wäre auch nicht schlecht, auch wenn die Krankenschwester bisher einen guten Job gemacht hat.“
Der Commander reichte seinem Captain eine weitere Computerplatine.
„Außerdem will ich mit der Mannschaft des Docks sprechen, einige Stellen der Außenhülle weisen noch immer Mängel auf.“
„Ach, dann haben sie als dieses kleine Loch an Steuerbord auf Deck 4 bemerkt“, witzelte Colt.
William setzte sich etwas auf bevor er antwortet.
„Ach, diese 3 Quadratmeter fallen doch kaum auf, zur Not stopfen wir das mit etwas Pappe und dem Mittagessen von Gestern. Dieser Hackbraten hält das alles sicher für ewig zusammen.“
Die beiden Männer lachten zusammen und erhoben sich um den Computer neu zu starten und somit dem Schiff seine Eigenständig wieder zu geben.
Auf den Kontrollbildschirmen begannen die Diagnoseprogramme abzulaufen und alles schien mehr oder weniger zu laufen.
„Wenn die normalen Basisprogramme sofort starten haben wir es geschafft“, meinte Colt, und die beiden Offiziere starrten gebannt auf die leuchtenden Bildschirme.
Als der Computer dann alle Systeme freigab und alle Kontrollen auf Grün sprangen, atmeten die beiden hörbar auf.
„Captain Parker bitte sofort in den Konferenzraum, melden Sie sich bitte umgehend im Konferenzraum“, erschallte ein Ruf aus den Lautsprechern der schiffsweiten Gegensprechanlage.
William stutzte und sah seinen Ersten Offizier an.
„Ist irgendeine Besprechung angesetzt gewesen von der ich nichts wusste?“, fragte er, doch Colt schüttelte nur den Kopf. „Nein Sir, ich verstehe das auch nicht.“
„Gut, dann finden wir es einfach raus, Mister Colt.“
Zusammen machten sie sich auf zum Konferenzraum, als sie durch die Tür traten und die Frau sahen die auf sie wartete nahmen sie sofort Haltung an und salutierten.
Commander Colts Stimme hallte durch den Raum. „Admiral an Deck.“
„Rühren mein Herren, und setzen sie sich, wir haben zu reden.“
William ahnte schlimmes, natürlich kannte er Admiral Karen “Iron Heart“ Ross, wie man sie insgeheim nannte. Wenn sie auf einen zukam konnte man jederzeit damit rechnen in einer Metallkiste zu enden.
Als sich alle gesetzt hatten öffnete die Admirälin einen Aktenkoffer und holte eine Akte heraus, auf der groß in rot Geheim stand.
William sah seinen Ersten Offizier an und konnte sehen, dass ihm das alles auch nicht allzu geheuer war.
„In den letzten 6 Monaten sind schätzungsweise 43 Schiffe verschwunden, und zwar während sie im NZ Raum waren“, erklärte sie während William die Liste der Schiffe durchsah.
Er sah das es eine Menge Frachter waren, aber auch drei Fregatten und eine Korvette waren mit auf der Liste.
„Unfälle passieren doch immer wieder, Ma’am, vor allem wenn man die NZ Zeit von 24 Stunden überschreitet“, meinte Commander Colt nur.
„Das schon, Commander, doch knapp die Hälfte diese Schiffe hatten ihren Kurs registrieren lassen. Und bei allen lag die Flugzeit im NZ Raum immer unter 24 Stunden, eine Gemeinsamkeit die unsere Analytiker gefunden haben gibt es aber. Alle Kurse kreuzten sich im Sektor Charly-B37, ein kleines Planetensystem mit mehreren Gasriesen und Gesteinsbrocken die man kaum als Planetoiden bezeichnen kann“, erklärte Admiral Ross. „Aber da es so nicht weitergehen konnte wurden 7 Sensorposten auf diesen Sektor ausgerichtet, dabei wurden 10 Energiespitzen unbekannten Typs gemessen.“
„Und was können wir da tun, Ma’am?“, fragte William, und die Admirälin begann zu grinsen. Es war ein grinsen wie das einer Raubkatze, die ihre Beute stellte.
„Gut das Sie fragen, Captain. Sie und die Davenport werden in diesen Sektor fliegen, eine Wissenschaftlerin wird an Bord kommen. Sie wird alle erforderlichen Untersuchungen machen“, antworte sie auf die Frage, doch William brannte bereits die nächste auf der Seele.
„Warum wir, Admiral, warum ein Kreuzer und kein Forschungsschiff? Ich meine, wir sind nicht gerade dafür ausgerüstet irgendwelche wissenschaftlichen Untersuchungen durchzuführen!“
Admiral Ross musterte William sehr genau, ihr Blick hatte etwa kühles an sich. „Nun Captain, was immer dort draußen vor sich geht, ich habe lieber eine schnelles wendiges Schiff vor Ort das sich auch noch verteidigen kann, als irgendein unbewaffnetes langsames Pseudo-Touristenschiff voller Wissenschaftler, die in einer Notlage anfangen zu diskutieren oder über Lösungen debattieren. Also, wenn Sie unsere Schiffe finden bringen Sie sie nach Hause. Und wenn Sie etwas anderes finden, im Notfall erst schießen und dann fragen. Anders gesagt, lassen Sie sich was einfallen.“
Die Admirälin war anscheinend fertig, sie erhob sich und schloss ihren Koffer wieder, William und sein Erster Offizier standen ebenfalls auf und nahmen Haltung an.
„Also meine Herren, Beginn der Mission ist heute in 5 Tagen. Bringen sie ihr Schiff auf Vordermann, einen Aufschub gibt es nicht.“
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Die Leute der Werft hatten sich mächtig ins Zeug gelegt und die verbliebenen Arbeiten in Rekordzeit erledigt.
Fünf Tage waren nicht viel, es waren mindestens 15 Tage zu wenig fand William. Doch er konnte nichts dagegen tun, er hatte nicht mehr Zeit bekommen, also mussten sie mit diesen lächerlichen fünf Tagen auskommen.
Unter schwerem Dröhnen erwachten der Reaktor und der Antriebskern des Kreuzers zum Leben, als sich die Halteklammern lösten, mit denen das Schiff im Dock der Los Alamos-Station hing.
Auf der Brücke herrschte eine merkwürdige fast greifbare Anspannung, viele machten sich Sorgen wegen diesem übereilten Aufbruch und auch die Anwesenheit von Dr. Henderson auf der Brücke machten es nicht besser.
Die hochgewachsene dunkelhaarige Wissenschaftlerin mit der kleinen Brille und den eisig blauen Augen vermittelte einen Eindruck von kalter Professionalität, niemand wusste was sie genau an Bord sollte, noch was ihr normales Aufgabengebiet war.
Die schweren Tore der Station öffneten sich zum Raum hin, ein leichtes blaues Leuchten zeigte die Sicherheitsenergiefelder die verhinderten das der Sauerstoff aus der Station ins Vakuum hinaus gesogen wurden.
„Also Gut, Steuermann bringen sie uns raus. Manöverdüsen voraus.“
„Aye, Captain“, kam die Bestätigung, und langsam schob sich das Schiff vorwärts seinem eigentlichem Element entgegen, dem luftleeren Raum.
Im Bauch des Schiffes stand der Chefingenieur mit verschränkten Armen und einem Lächeln auf dem Gesicht da und beobachtete wie der Antriebskern leise vor sich hinbrummte und darauf wartete endlich richtig zu arbeiten.
Im ganzen Maschinenraum liefen die Techniker umher, überprüften die Messanzeigen und Kontrollen.
Der Energiereaktor arbeite mit gerade mal 55% Leistung, und doch konnte man die schiere Kraft spüren die von ihm ausging.
„Macht mal hin, Leute, der Captain will sicher schnell volle Leistung haben wenn wir im freien Raum sind. Überprüft noch mal den Null/Zeit Antrieb, die Energieversorgung und die Notfallschaltungen.“
„Verlassen in 10 Sekunden das Dock, Captain“, meldete der Erste Offizier von seinem Platz am Raumradar.
Der luftleere Raum empfing die Davenport, als sie mit Hilfe ihrer Manöverdüsen das Dock verließ und sich langsam immer weiter vom metallenen Körper der riesigen Raumstation entfernte.
William erhob sich aus seinem Sitz um einen besseren Überblick auf das Geschehen zu haben, das sich unter ihm auf der Brücke abspielte.
„Also gut, bringen sie unseren Hauptantrieb voll ans Netz.“
Der Steuermann begann an seinen Kontrollen zu arbeiten. „Hauptantrieb kommt online, alle Systeme laufen nominal zum Profil. Anzeigen sind Grün, wir sind startbereit, Sir.“
„Captain“, kam die Meldung von der Kommunikation. „Das Personal des Station übermittelt uns die besten Wünsche und guten Flug.“
„Danke Sie ihnen. Steuermann, gehen Sie auf Kurs 0-2-5, und bringen Sie uns zum Rand des Planetaren Systems, dreiviertel Schub voraus.“
„Aye Aye Sir, Kurs 0-2-5, dreiviertel Schub.“
Im Maschinenraum begann der Wiridium Reaktor lauter zu brummen, als seine ungebändigte Energie zum Antriebskern geleitet wurde.
„Kontrolliert den Zufluss, und öffnet die zweite Zufuhr.“
Jetzt begann die richtige Arbeit erst.
Die Treibwerke des Kreuzers flammten auf, und schoben es vorwärts auf seinen vorprogrammierten Kurs.
Transporter und andere Flottenschiffe kreuzten ihren Weg zu den äußeren Bereichen des Systems.
Auf der Brücke stand die hoch gewachsene Dr. Henderson noch immer an derselben Stelle wie zuvor und schaute sich die Aktivitäten auf der Brücke mit einem kühlen und distanzierten Blick an, bis sie sich zu Captain Parker umdrehte.
„Ich hoffe sie beeilen sich, ich muss Sie ja nicht an den engen Zeitplan erinnern, den wir haben, oder?“
William fixierte die Frau und zog seine linke Augenbraue hoch, als er antwortete.
„Nein, brauchen sie nicht, Doktor, aber ich werde deshalb noch lange nicht die neuen Maschinen sofort von Anfang an mit voller Leistung fahren. Ich habe nämlich keine Lust plötzlich manövrierunfähig im Raum zu hängen.“
Mit einem recht wütenden Schnauben verließ die Frau die Brücke und manch einer musste sich ein leises Kichern verkneifen.
Doch William konnte seine Leute verstehen, schließlich ging dieses Gehabe schon seit die Frau Doktor an Bord gekommen war.
Sogar einen der Lagerräume auf Deck 5 musste man wegen der Frau räumen, nur damit sie einen Platz für ihr mobiles Labor hatte.
Er musste lächeln als er daran dachte wie sie zu ihm gekommen war, und sich darüber beschwert hatte, dass sie nur so einen winzigen Raum bekommen hatte.
Aber die Davenport war nun mal ein Kreuzer der Raummarine, und nicht ein Ausflugsschiff oder ein Wissenschaftsschiff, hatte er ihr geantwortet.
Doch das schien die gute Frau Doktor ganz und gar nicht zu verstehen, doch er war sicher das sie es bis zum Ende dieser kleinen Reise auch noch begreifen würde.
„Captain, wir brauchen noch die Koordinaten für den Null-Zeit-Sprung“, meldete sich der Navigationsoffizier.
Parker holte aus der Innentasche seiner Uniformjacke einen kleinen Umschlag, und erhob sich dann, um zum Navigator zu treten.
Er riss den Umschlag an einer Seite auf und reichte den kleinen Zettel weiter.
„Programmieren Sie die Daten ein und geben Sie mir den Zettel dann wieder, und nach dem Sprung löschen Sie die Daten sofort wieder.“
Der Offizier nickte und tippte in Windeseile die ihm gegebenen Koordinaten ein.
„Alles bereit, Sir, wir können springen sobald der Computer die entsprechenden Berechnungen beendet hat.“
Zettel und Umschlag verschwanden kurz bevor der Captain sich wieder an seinen Platz setze in der Uniformtasche.
„Also gut, schalten sie die Null-Zeit Chronometer auf Null und bereiten sie das Schiff auf den Eintritt in den Null-Raum vor.“
Und schon schallte aus allen Lautsprechern die Durchsage, dass man kurz davor war in den Null-Raum zu wechseln.
Auf der Krankenstation machte sich die Schiffskrankenschwester auf um die Leute mit Tabletten gegen Null Raum-Krankheit zu versorgen.
Sie war froh das dass Schiff mit einem recht großem Vorrat an Tabletten gegen die verschiedenen Raumkrankheiten versorgt worden war, auch wenn ein Bordarzt noch besser wäre, doch sie hatte Captain Parker versichert alles zu tun was in ihrer Macht stand.
Es gibt diese Augenblicke, die alles verändern, die das Verhältnis der großen Waagschale des Lebens völlig verwerfen.
Und zum Ende des Jahres 2032 änderte sich für die Menschheit das Leben drastisch, mit einem gigantischen Lichtblitz, ein unbekanntes Raumschiff erschien über der Erde, und wurde von der Anziehungskraft in die Atmosphäre gezogen.
Der Wiedereintritt des Schiffes erfolgte über der südlichen Hemisphäre und endete nach einer langen parabolischen Kurve mit dem Absturz auf Antarctica.
Es dauerte nicht lange und die Staaten der Erde stritten sich um das Recht an dem abgestürzten Schiff, jeder wollte die mit Sicherheit hochentwickelte Technik für sich haben, sie gingen sogar so weit das es zu einem 15 Jahre währenden Weltkrieg kam, der beinahe das endgültige Aus für die Menschheit bedeutete.
Doch aus den verkohlten Resten erhob sich etwas neues, die Menschen erholten sich und vereinten sich am Ende zum Wohle aller.
Zusammen begannen sie auch die Geheimnisse des fremden Schiffes zu entschlüsseln und legten damit den technischen Grundstein für das Solare Reich.
Mai 3153
Das Schiff war alt, an vielen Stellen der Außenhülle konnte man die Spuren erkennen die von vergangenen Zeiten hinterlassen wurden.
Und doch tat es noch immer treu seinen Dienst als Transporter, es besuchte noch immer viele bewohnte Welten, sein Captain und die Crew waren zwar auch nicht mehr die Jüngsten, doch ihre jahrelange Erfahrung machte das alles wieder wett. Schon ewig reisten sie gemeinsam durchs All, und immer kamen sie an ihrem Ziel an, und auch wieder nach Hause.
„Wir sind bereit für den letzten Sprung, Captain.“
Der alte Mann blickte auf und studierte die Daten der Kontrollen und der Bildschirme, bevor er grimmig nickte.
„Sehr gut Tom, bringen wir es hinter uns. Und dann sind wir endlich fast zu Hause.“
Der Steuermann begann an seinen Kontrollen zu Arbeiten und den Befehl seines Captains auszuführen, dabei schaute er kurz zu einem Bild das vor ihm oben auf dem Kontrollpuld stand und eine Junge Frau mit Bronzefarbenem, und einen Jungen Mann mit dunklem Haar zeigte.
„Ja, meine Tochter müsste bald ihr Baby zur Welt bringen. Ich hoffe das wir früh genug da sind, man wird schließlich nicht jeden Tag Großvater.“
„Na dann legen wir uns mal ins Zeug, Tom, dann schaffen wir es sicher.“
Im Heck des Schiffes aktivierte sich mit einem dumpfen Dröhnen der Null-Zeitantrieb und die letzen Vorbereitungen für den Flug durch den Null-Zeit-Raum liefen ab.
Auf den Borduhren erschien eine zweite Zeitanzeige, die anlaufen würde sobald das Schiff in den anderen Raum wechselte, die normale Bordzeit würde dafür angehalten werden.
„Laut dem Computer dauert der Sprung 22 Stunden, 27 Minuten und 44 Sekunden.“
„Nun dann, Tom, lassen Sie sie fliegen, bringen Sie uns auf den Weg.“
Der Steuermann lächelte und nickte. „Geht klar Captain.“
Der Weltraum wechselte von schwarz zu einem dunklen rötlichen Ton, und die leuchtenden Sterne wurden zu weißen Schemen die lang gezogen vorbei glitten, im ersten Moment des Eintritts in den Null-Raum wurde das Schiff etwas durchgeschüttelt.
Doch nach einigen Sekunden ließ es nach und der Flug ging ruhig weiter, die Anzeige der Brücke zeigten das was der Captain so sah und auch fühlte.
„Alles normal, Captain, wir sind auf Kurs.“
Ein heller Glockenklang erschallte in den Gängen des Schiffes und allen Räumen.
„Scheint das Malloy unser Essen fertig hat, stellen Sie alle Systeme auf Automatik, Tom. Lassen wir den Computer die Arbeit erst mal machen.“
Captain und Steuermann machten sich auf den Weg zur zwei Decks tiefer liegenden Messe, bei ihrer Ankunft waren die drei anderen Besatzungsmitglieder auch schon da und hatten um den Tisch Platz genommen, auf dem bereits Teller, Gläser und mehrere Töpfe standen.
„Sind wir echt schon gesprungen?“, fragte einer der Männer den Captain.
„Ja, gerade eben. Noch etwas mehr als 22 Stunden und wir sind wieder zu Hause. Ich bin sicher unsere Ladung wird schon sehnlichst erwartet.“
„Ja, vor allem die medizinischen Geräte und Vorräte, nicht zu vergessen das Saatgut für die östlichen Agrarfarmen.“
Das so ruhige Essen wurde aber laut und jäh unterbrochen als ein Alarm durch das Schiff ging.
Die Männer sprangen auf um zu ihren Stationen zu kommen, doch sie kamen nie an, und der alte Transporter wurde nie wieder gesehen.
/////////////////
Vor dem Hintergrund des unendlichen Alls wirkte die Silhouette der gigantischen Los Allamos-Raumwerft mit ihren Lichtern gerade zu winzig und unbedeutend.
Und doch bedeutete es für William Parker alles, denn dort wartete sein erstes eigenes Kommando auf ihn, und mit jedem Moment mit dem das Transfer-Shuttle dem Lande Dock näher kam wurde er nervöser und nervöser.
So eine Nervosität wie in diesem Moment hatte er vorher nur zwei mal in seinem Leben gespürt, einmal an dem Tag an dem er seine Frau Katrina fragte ob sie ihn heiraten würde, und als er in sein erstes echtes Raumgefecht flog.
Aber so schlimm war es noch nie, und je näher er der Werft kam um so weniger gelang es ihm sich zu beruhigen.
William ließ seinen Blick durch die Passagierkabine des Shuttles gleiten, es saßen eine Vielzahl von unterschiedlichen Leute der Raummarine hier, Offiziere, Kadetten, Piloten, Gardisten, und sogar zwei Zivilisten wie es den Anschein hatte.
Er fragte sich seit dem Abflug was Zivilisten in einem Transfer-Shuttle der Streitkräfte verloren hatten, vielleicht waren es ja Techniker, oder Wissenschaftler, er hatte von Gerüchten gehört die von einem Forschungsprojekt sprachen, das weit hinter die erforschten Grenzen gehen würde und wobei Raummarine und Zivile Dienste zusammen arbeiten sollten.
In der Kopfstütze des Sitzes vor ihm war ein kleiner Monitor eingelassen, auf dem man jetzt sehen konnte wie das Shuttle langsam in den Andockbereich einflog und sich darauf vorbereitete seine Passagieren abzuliefern.
Nach schier endlosen Minuten kündigte das Rucken das durch das Shuttle ging an, dass sie ihr Ziel erreicht hatten.
„Achtung, wir haben soeben an der Los-Allamos Raumwerft angelegt. Bitte bleibe sie auf ihren Plätzen bis sich die Schleusentür geöffnet hat und begeben sie sich dann geordnet hinaus.“
William lauschte der Lautsprecherdurchsage und schloss die obersten Knöpfe seiner Uniform, die er während des Fluges geöffnet hatte und erhob sie als er das Zischen der Schleusentür hörte.
Als er aus der Schleuse trat rückte er seine Schirmmütze noch einmal gerade und marschierte dann den langen stählerner Gang herunter, der in einer große Eingangshalle endete.
Hier wimmelte es nur so von verschiedenen Uniformen, die weiße der Raummarine, das dunkelgrün der Bodenkampfeinheiten, und andere, es sah so aus als würde jede Waffengattung der Solaren Streitkräfte hier vertreten sein, wenn er die ganzen Farben sah.
Um sein Gepäck brauchte er sich keine Sorgen machen, es würde aufs Schiff geschafft werden, also machte er sich auf zum nächsten Informationsterminal um zu erfahren wo genau sein Schiff lag.
Diese Computerterminals waren ein echtes Wunder, richtige Alleskönner, auf solchen Raumstationen konnte man mit ihnen alles machen, von einfachen Wegbeschreibungen bis hin zur Bestellung eines Kaffees, man musste nur angeben wo und wann man ihn trinken wollte.
William zückte seine persönliche ID-Karte (Identifikations-Karte) und hielt sie vor den Bildschirm, worauf dort der Text “Bereit“ erschien.
„Erbitte Wegbeschreibung zum Dock der ISF Davenport.“
Keine zwei Sekunden nach seiner sprachlichen Eingabe erschien die Wegbeschreibung vor ihm, er prägte sich den Weg so gut es ging ein und marschierte los.
Fast 20 Minuten brauchte er bis zur Werftebene für Großschiffe, dort suchte er noch mal ein Terminal auf.
Hier unten war eine Menge los, überall Techniker, Fertigungsmaschinen und eine ganze Menge Lärm der von allen Seiten auf einen eindrang.
Und überall lagen Schiffe, von kleinen Fregatten und Transportern bis hin zu einem Raumträger der neuen Tyrannenklasse.
Sein endgültiges Ziel lag im Werftbereich “C“, im Dock Nr. 3.
Und endlich sah er es, sein Schiff, die Davenport.
Ein Kreuzer der Löwenklassen, und mit 318 Metern Länge, 76 Metern Breite und knapp 41.000 Bruttoregistertonnen schon recht beeindruckend, für einen Kreuzer.
Die Löwenklasse waren noch sehr neu, grade mal 5 Stück waren in Dienst seit vor anderthalb Jahren der Prototyp vom Stapel lief, und er war stolz darauf das er als erstes Kommando ein so modernes Schiff bekam.
William nahm sich einen Moment Zeit das Schiff zu betrachten, es hatte einen schnittigen geraden Aufbau. Das Oberdeck war flach und wies dabei eine leichte Mulde auf, der Rumpfkiel hatte nur eine leichte Rundform, Back- und Steuerbord-Rumpf waren halbrund, die Bugspitze sah aus wie eine achtseitige Pyramide ohne Spitze.
Das Oberdeck war wegen den Geschützen wie bei einer Treppe mit zwei Stufen versehen, auf der obersten saß die Raketenbatterie.
Auf der anderen Ebene und dem eigentlichen Oberdeck ruhten jeweils nebeneinander zwei mit zwei Rohren versehende Geschütztürme, und wenn er die Daten noch richtig im Kopf hatte handelte es dabei um Pulsargeschütze vom Typ 2.
Nicht unbedingt die stärksten, oder die schwächsten, aber was sollte ein Kreuzer auch mit etwas anderem, unter dem Rumpf sollte auch noch zwei sein wenn er an den Bauplan des Schiffes dachte.
Entlang der Rumpflinie an Back- und Steuerbord saßen im Abstand von drei Metern die kleinen Kuppeln der Abwehrlaser die im Kampf zur Abwehr von Feindlichen Jägern und Raketen dienten, eigentlich sollte er auf dem Oberdeck auch welche sehen, aber er sah keine.
Kurz hinter den Geschützen erhob sich der Kommandoturm. Der Turm lag sehr weit hinten, auf dem letzten Drittel des Schiffskörpers, direkt vor der Triebwerkssektion. William konnte die in die Turmfront eingelassenen Fenster aus transparentem Titan.323. erkennen, dort war seine Brücke, rechts und links am Turm erkannte er die Kuppeln in denen des Funksystem und die verschiedenen Sensoren saßen.
William schlenderte auf die Gangway zu die ihn an Bord bringen würde, dort erwartete ihn zuerst ein Wachposten.
Wortlos reichte William dem noch ziemlich jung aussehendem Gardisten seine ID-Karte, welche dieser sofort mit einem kleinen Handcomputer überprüfte.
Nach einem kurzen Piepen salutierte der junge Mann sehr schnell und gab dem Captain seine ID-Karte wieder.
„Wie ist ihr Name, junger Mann?“, fragte William und studierte das Gesicht seine Gegenübers genau, während er auf seine Anwort wartete.
„Quinn, Robert T., Private des Sicherheitskommandos der Davonport, Sir.“
„Gut, weiter machen, Private.“
Er erwiderte den Salut und machte sich dann daran die Gangway zu überqueren, seine Schritte hallten auf den stählernen Platten unter seinen Füßen wieder.
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Commander Ares Cold war mit seine 51 Jahren bereits ein erfahrener Veteran der Raummarine, und jetzt bekam er einen frisch gebackenen Captain vor die Nase gesetzt.
Und seine schlimmste Befürchtung war, dass es so ein Schreibtischoffizier war, einer der bisher nur auf Bildern und in Filmen Kontakt zum Weltraum hatte.
Dazu kam noch das neue Schiff, bei dem noch nicht alle kleinen Kinderkrankheiten ganz ausgemerzt waren, und eine neu zusammengestellte Mannschaft, und beides funktionierte noch nicht richtig.
Die Liste auf seinem Handcomputer zeigte dies nur zu genau, eines der wichtigsten Probleme wollte er jetzt beseitigen, und deshalb war er auf dem Weg in den Hauptmaschinenraum um mit dem Cheftechniker Omura zu sprechen.
Das Bild im Maschinenraum dominierte der Riesige Wiriumreaktor und der dahinter liegende Antriebskern.
Nach Lt.Commander Omura brauchte er nicht lange zu suchen, denn seine Stimme war hier über allem nur zu deutlich zu hören.
Diese gehörte einem kleinen stämmigen Mann mit weißem Vollbart und Glatze und Armen, die dick wie Rohre waren und mindestens genau so stark.
„Commander Omura“, sprach er den Mann an.
„Ja, und Sie müssen der erste Offizier Cold sein, wenn ich richtig vermute“, erwiderte dieser.
„So ist es.“
Die beiden Männer musterten sich eingehend bevor Commander Cold seine Liste zur Hand nahm.
„Es muss noch so einiges erledigt werden. Wie steht es den inzwischen mit dem Überlicht-Raumantrieb?“
„Das ist so gut wie erledigt, noch fünf, maximal sechs Stunden, und er ist wieder am Netz und vollkommen einsatzbereit. Gleiches gilt für den Raumantrieb.“
Omura deute über seine Schulter hinweg. „Zwei simultane Teams arbeiten daran. Drei weitere hab ich zu Überprüfung der Hauptenergieversorgung, der Geschütz- und Waffensysteme und der Brückensysteme abgestellt.“
Cold machte sich entsprechende Vermerke und nickte dem Cheftechniker dabei zu.
„Das macht es um einiges einfacher, Commander, und wie steht es um das Zusammenspiel Ihrer Leute?“
„Es geht, ich habe einige Frischlinge dabei. Doch die erfahrenen Leute leiten sie und halten alles zusammen. Bis sie vollkommen als Team agieren sollte es also nicht mehr allzu lange dauern. Und wie steht es sonst, ist der Captain bereits eingetroffen?“
„Nein, der Captain ist bisher noch nicht eingetroffen. Aber er sollte bald, wir haben hier genug zu tun und können jede Hilfe gebrauchen.“
Einige Decks über dem Maschinenraum im Krankenrevier herrschte wie im Rest des Schiffes auch das reinste Durcheinander.
Melinde Johnson war als Krankenschwester an Bord des Schiffes beordert worden, nur war bisher noch kein Arzt an Bord, und alle Arbeit blieb an ihr hängen.
Sämtliches medizinische Material, vom einfachen Verband bis zum synthetischen Plasma, war noch in Transportkisten verpackt und stand kreuz und quer herum.
„Oh Mann!“
Natürlich hörte sie niemand, doch das machte Melinda nichts aus, schließlich hatte sie eine Aufgabe übernommen als sie dem militärischen Medizinkorps beitrat.
Mit jugendlichem Elan krempelte sie die Ärmel ihres Kittels hoch und stürzte sich in die Arbeit, schließlich musste sie alles fachgerecht verstauen und überprüfen ob alles da war.
Sein Ausbilder auf der Raumakademie hatte immer gesagt das er eine natürliche Begabung für den Weltraum habe.
Johnny Tran war stolz auf seine Leistungen, er hatte als bester seines Jahrganges abgeschnitten und freute sich jetzt um so mehr endlich auf Fahrt gehen zu können und damit den gleichen Weg zu gehen wie sein großer Bruder.
Und so kam er schließlich auf die Davenport, die Löwenklasse galt unter den Kreuzern als eine der schnellsten, und auch der wendigsten.
Für ihn als Steuermann war sie so etwas wie ein riesiger zu groß geratener Sportgleiter der nur darauf wartete mal richtig getestet zu werden.
Doch dann kam die ernüchternde Wahrheit das auf dem ganzen Schiff noch eine Menge zu tun war und man überall noch mit Problemen zu kämpfen hatte.
So auch er, die Steuerprotokolle und Programme die ihm eigentlich dabei helfen sollten das Schiff zu steuern taten genau das Gegenteil.
Johnny brauchte fast drei Tage um die Protokolle und Programme umzuarbeiten und so zu ordnen das sie wieder richtig liefen, das einzige was er jetzt noch tun musste war das neue Basisprogramm zu laden und die neue Steuerplatine die er besorgt hatte einzusetzen.
Als er die Brücke betrat schaute er sich wie immer kurz um, um einen Überblick zu behalten an was noch gearbeitet wurde.
Doch irgend etwas irritierte ihn heute, und es dauerte einige Momente bis er sich des Mannes bewusst wurde der an der Kommandokonsole des Captain stand. Als er die Rangabzeichen des unbekannten erkannte, erstarrte er sofort.
William trat aus dem Lift auf die Kommandobrücke seines Schiffes, mit 6x6 Metern nicht eine der größten, wenn er dabei an die Brücke der ISF Avalon dachte.
Natürlich konnte er keine genauen Vergleiche ziehen, schließlich war die Avalon ein Schlachtschiff, und die Davenport nur ein Kreuzer.
Allein der allgemeine Aufbau der Stationen war in etwa gleich, direkt vorne an den Fenstern lagen von links nach recht die zwei Plätze der Waffenkontrolle und der Steuerung.
1 ½ Meter dahinter lagen an zwei separaten Kontrollkonsolen die Plätze der Raumnavigation und der Raumüberwachung.
Rechts an der Wand war der Platz des Kommunikationsoffiziers, links die Brückenkontrollen des Chefingenieurs.
Und natürlich sein Platz, einen halben Meter höher als die anderen direkt vor der Rückwand der Brücke war sein Sessel.
Durch die vielen Arbeiten die noch verrichtet wurde hatte noch niemand seine Ankunft bemerkt, William wand sich nach rechts und stieg über zwei Stufen zu seinem Platz hinauf.
Mit geübten Blick betrachtet er die verschiedenen Kontrollen seines Kommandopults und studierte die angezeigten Daten als ein Ruf über die Brücke ging. „Captain an Deck.“
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Admiral Karen Ross stand auf der Brücke des Flottenträgers ISF Tempest als er in das Planetensystem von Alamos eintrat und Kurs auf den zweiten Planeten nahm, und somit auch auf die Los Alamos-Werft.
„Admiral, wir bereiten in diesem Moment Ihr Shuttle vor. Die Werft wird in diesem Moment ebenfalls informiert damit Sie direkt in der richtige Sektion andocken können.“
„Sehr gut, ich hole noch etwas aus meiner Kabine und begebe mich dann gleich zum Flugdeck. Also Start sobald wie möglich, wenn ich bitten darf.“
Seit drei Tagen war der Captain jetzt an Bord, und Commander Colt war wirklich überrascht gewesen als sein Vorgesetzter sich nicht davor scheute, sich auch mal die Hände schmutzig zu machen.
In diesem Moment lag er neben eben diesem Mann unter einer Konsole in der Computerzentrale des Schiffes.
„Sir, passen sie auf die Kabel dort rechts auf, ich glaube die Isolierung ist beschädigt.“
Der Commander hatte ein kleines Gerät in der Hand und deutete dabei auf die entsprechenden Kabel.
William löste einige andere Kabel und Pantinen um sie durch neue zu ersetzen.
„Dann werden wir die Isolierung wieder herstellen, ich hoffe das wir dann bald hier fertig sind. Ein einwandfrei funktionierender Schiffscomputer würde uns sehr voran bringen, meinen Sie nicht auch?“
„Aber sicher, Sir. Wie verfahren wir danach?“
„Danach kümmern wir uns darum das wir eine vollständige Mannschaft zusammen bekommen. Ein Bordarzt wäre auch nicht schlecht, auch wenn die Krankenschwester bisher einen guten Job gemacht hat.“
Der Commander reichte seinem Captain eine weitere Computerplatine.
„Außerdem will ich mit der Mannschaft des Docks sprechen, einige Stellen der Außenhülle weisen noch immer Mängel auf.“
„Ach, dann haben sie als dieses kleine Loch an Steuerbord auf Deck 4 bemerkt“, witzelte Colt.
William setzte sich etwas auf bevor er antwortet.
„Ach, diese 3 Quadratmeter fallen doch kaum auf, zur Not stopfen wir das mit etwas Pappe und dem Mittagessen von Gestern. Dieser Hackbraten hält das alles sicher für ewig zusammen.“
Die beiden Männer lachten zusammen und erhoben sich um den Computer neu zu starten und somit dem Schiff seine Eigenständig wieder zu geben.
Auf den Kontrollbildschirmen begannen die Diagnoseprogramme abzulaufen und alles schien mehr oder weniger zu laufen.
„Wenn die normalen Basisprogramme sofort starten haben wir es geschafft“, meinte Colt, und die beiden Offiziere starrten gebannt auf die leuchtenden Bildschirme.
Als der Computer dann alle Systeme freigab und alle Kontrollen auf Grün sprangen, atmeten die beiden hörbar auf.
„Captain Parker bitte sofort in den Konferenzraum, melden Sie sich bitte umgehend im Konferenzraum“, erschallte ein Ruf aus den Lautsprechern der schiffsweiten Gegensprechanlage.
William stutzte und sah seinen Ersten Offizier an.
„Ist irgendeine Besprechung angesetzt gewesen von der ich nichts wusste?“, fragte er, doch Colt schüttelte nur den Kopf. „Nein Sir, ich verstehe das auch nicht.“
„Gut, dann finden wir es einfach raus, Mister Colt.“
Zusammen machten sie sich auf zum Konferenzraum, als sie durch die Tür traten und die Frau sahen die auf sie wartete nahmen sie sofort Haltung an und salutierten.
Commander Colts Stimme hallte durch den Raum. „Admiral an Deck.“
„Rühren mein Herren, und setzen sie sich, wir haben zu reden.“
William ahnte schlimmes, natürlich kannte er Admiral Karen “Iron Heart“ Ross, wie man sie insgeheim nannte. Wenn sie auf einen zukam konnte man jederzeit damit rechnen in einer Metallkiste zu enden.
Als sich alle gesetzt hatten öffnete die Admirälin einen Aktenkoffer und holte eine Akte heraus, auf der groß in rot Geheim stand.
William sah seinen Ersten Offizier an und konnte sehen, dass ihm das alles auch nicht allzu geheuer war.
„In den letzten 6 Monaten sind schätzungsweise 43 Schiffe verschwunden, und zwar während sie im NZ Raum waren“, erklärte sie während William die Liste der Schiffe durchsah.
Er sah das es eine Menge Frachter waren, aber auch drei Fregatten und eine Korvette waren mit auf der Liste.
„Unfälle passieren doch immer wieder, Ma’am, vor allem wenn man die NZ Zeit von 24 Stunden überschreitet“, meinte Commander Colt nur.
„Das schon, Commander, doch knapp die Hälfte diese Schiffe hatten ihren Kurs registrieren lassen. Und bei allen lag die Flugzeit im NZ Raum immer unter 24 Stunden, eine Gemeinsamkeit die unsere Analytiker gefunden haben gibt es aber. Alle Kurse kreuzten sich im Sektor Charly-B37, ein kleines Planetensystem mit mehreren Gasriesen und Gesteinsbrocken die man kaum als Planetoiden bezeichnen kann“, erklärte Admiral Ross. „Aber da es so nicht weitergehen konnte wurden 7 Sensorposten auf diesen Sektor ausgerichtet, dabei wurden 10 Energiespitzen unbekannten Typs gemessen.“
„Und was können wir da tun, Ma’am?“, fragte William, und die Admirälin begann zu grinsen. Es war ein grinsen wie das einer Raubkatze, die ihre Beute stellte.
„Gut das Sie fragen, Captain. Sie und die Davenport werden in diesen Sektor fliegen, eine Wissenschaftlerin wird an Bord kommen. Sie wird alle erforderlichen Untersuchungen machen“, antworte sie auf die Frage, doch William brannte bereits die nächste auf der Seele.
„Warum wir, Admiral, warum ein Kreuzer und kein Forschungsschiff? Ich meine, wir sind nicht gerade dafür ausgerüstet irgendwelche wissenschaftlichen Untersuchungen durchzuführen!“
Admiral Ross musterte William sehr genau, ihr Blick hatte etwa kühles an sich. „Nun Captain, was immer dort draußen vor sich geht, ich habe lieber eine schnelles wendiges Schiff vor Ort das sich auch noch verteidigen kann, als irgendein unbewaffnetes langsames Pseudo-Touristenschiff voller Wissenschaftler, die in einer Notlage anfangen zu diskutieren oder über Lösungen debattieren. Also, wenn Sie unsere Schiffe finden bringen Sie sie nach Hause. Und wenn Sie etwas anderes finden, im Notfall erst schießen und dann fragen. Anders gesagt, lassen Sie sich was einfallen.“
Die Admirälin war anscheinend fertig, sie erhob sich und schloss ihren Koffer wieder, William und sein Erster Offizier standen ebenfalls auf und nahmen Haltung an.
„Also meine Herren, Beginn der Mission ist heute in 5 Tagen. Bringen sie ihr Schiff auf Vordermann, einen Aufschub gibt es nicht.“
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Die Leute der Werft hatten sich mächtig ins Zeug gelegt und die verbliebenen Arbeiten in Rekordzeit erledigt.
Fünf Tage waren nicht viel, es waren mindestens 15 Tage zu wenig fand William. Doch er konnte nichts dagegen tun, er hatte nicht mehr Zeit bekommen, also mussten sie mit diesen lächerlichen fünf Tagen auskommen.
Unter schwerem Dröhnen erwachten der Reaktor und der Antriebskern des Kreuzers zum Leben, als sich die Halteklammern lösten, mit denen das Schiff im Dock der Los Alamos-Station hing.
Auf der Brücke herrschte eine merkwürdige fast greifbare Anspannung, viele machten sich Sorgen wegen diesem übereilten Aufbruch und auch die Anwesenheit von Dr. Henderson auf der Brücke machten es nicht besser.
Die hochgewachsene dunkelhaarige Wissenschaftlerin mit der kleinen Brille und den eisig blauen Augen vermittelte einen Eindruck von kalter Professionalität, niemand wusste was sie genau an Bord sollte, noch was ihr normales Aufgabengebiet war.
Die schweren Tore der Station öffneten sich zum Raum hin, ein leichtes blaues Leuchten zeigte die Sicherheitsenergiefelder die verhinderten das der Sauerstoff aus der Station ins Vakuum hinaus gesogen wurden.
„Also Gut, Steuermann bringen sie uns raus. Manöverdüsen voraus.“
„Aye, Captain“, kam die Bestätigung, und langsam schob sich das Schiff vorwärts seinem eigentlichem Element entgegen, dem luftleeren Raum.
Im Bauch des Schiffes stand der Chefingenieur mit verschränkten Armen und einem Lächeln auf dem Gesicht da und beobachtete wie der Antriebskern leise vor sich hinbrummte und darauf wartete endlich richtig zu arbeiten.
Im ganzen Maschinenraum liefen die Techniker umher, überprüften die Messanzeigen und Kontrollen.
Der Energiereaktor arbeite mit gerade mal 55% Leistung, und doch konnte man die schiere Kraft spüren die von ihm ausging.
„Macht mal hin, Leute, der Captain will sicher schnell volle Leistung haben wenn wir im freien Raum sind. Überprüft noch mal den Null/Zeit Antrieb, die Energieversorgung und die Notfallschaltungen.“
„Verlassen in 10 Sekunden das Dock, Captain“, meldete der Erste Offizier von seinem Platz am Raumradar.
Der luftleere Raum empfing die Davenport, als sie mit Hilfe ihrer Manöverdüsen das Dock verließ und sich langsam immer weiter vom metallenen Körper der riesigen Raumstation entfernte.
William erhob sich aus seinem Sitz um einen besseren Überblick auf das Geschehen zu haben, das sich unter ihm auf der Brücke abspielte.
„Also gut, bringen sie unseren Hauptantrieb voll ans Netz.“
Der Steuermann begann an seinen Kontrollen zu arbeiten. „Hauptantrieb kommt online, alle Systeme laufen nominal zum Profil. Anzeigen sind Grün, wir sind startbereit, Sir.“
„Captain“, kam die Meldung von der Kommunikation. „Das Personal des Station übermittelt uns die besten Wünsche und guten Flug.“
„Danke Sie ihnen. Steuermann, gehen Sie auf Kurs 0-2-5, und bringen Sie uns zum Rand des Planetaren Systems, dreiviertel Schub voraus.“
„Aye Aye Sir, Kurs 0-2-5, dreiviertel Schub.“
Im Maschinenraum begann der Wiridium Reaktor lauter zu brummen, als seine ungebändigte Energie zum Antriebskern geleitet wurde.
„Kontrolliert den Zufluss, und öffnet die zweite Zufuhr.“
Jetzt begann die richtige Arbeit erst.
Die Treibwerke des Kreuzers flammten auf, und schoben es vorwärts auf seinen vorprogrammierten Kurs.
Transporter und andere Flottenschiffe kreuzten ihren Weg zu den äußeren Bereichen des Systems.
Auf der Brücke stand die hoch gewachsene Dr. Henderson noch immer an derselben Stelle wie zuvor und schaute sich die Aktivitäten auf der Brücke mit einem kühlen und distanzierten Blick an, bis sie sich zu Captain Parker umdrehte.
„Ich hoffe sie beeilen sich, ich muss Sie ja nicht an den engen Zeitplan erinnern, den wir haben, oder?“
William fixierte die Frau und zog seine linke Augenbraue hoch, als er antwortete.
„Nein, brauchen sie nicht, Doktor, aber ich werde deshalb noch lange nicht die neuen Maschinen sofort von Anfang an mit voller Leistung fahren. Ich habe nämlich keine Lust plötzlich manövrierunfähig im Raum zu hängen.“
Mit einem recht wütenden Schnauben verließ die Frau die Brücke und manch einer musste sich ein leises Kichern verkneifen.
Doch William konnte seine Leute verstehen, schließlich ging dieses Gehabe schon seit die Frau Doktor an Bord gekommen war.
Sogar einen der Lagerräume auf Deck 5 musste man wegen der Frau räumen, nur damit sie einen Platz für ihr mobiles Labor hatte.
Er musste lächeln als er daran dachte wie sie zu ihm gekommen war, und sich darüber beschwert hatte, dass sie nur so einen winzigen Raum bekommen hatte.
Aber die Davenport war nun mal ein Kreuzer der Raummarine, und nicht ein Ausflugsschiff oder ein Wissenschaftsschiff, hatte er ihr geantwortet.
Doch das schien die gute Frau Doktor ganz und gar nicht zu verstehen, doch er war sicher das sie es bis zum Ende dieser kleinen Reise auch noch begreifen würde.
„Captain, wir brauchen noch die Koordinaten für den Null-Zeit-Sprung“, meldete sich der Navigationsoffizier.
Parker holte aus der Innentasche seiner Uniformjacke einen kleinen Umschlag, und erhob sich dann, um zum Navigator zu treten.
Er riss den Umschlag an einer Seite auf und reichte den kleinen Zettel weiter.
„Programmieren Sie die Daten ein und geben Sie mir den Zettel dann wieder, und nach dem Sprung löschen Sie die Daten sofort wieder.“
Der Offizier nickte und tippte in Windeseile die ihm gegebenen Koordinaten ein.
„Alles bereit, Sir, wir können springen sobald der Computer die entsprechenden Berechnungen beendet hat.“
Zettel und Umschlag verschwanden kurz bevor der Captain sich wieder an seinen Platz setze in der Uniformtasche.
„Also gut, schalten sie die Null-Zeit Chronometer auf Null und bereiten sie das Schiff auf den Eintritt in den Null-Raum vor.“
Und schon schallte aus allen Lautsprechern die Durchsage, dass man kurz davor war in den Null-Raum zu wechseln.
Auf der Krankenstation machte sich die Schiffskrankenschwester auf um die Leute mit Tabletten gegen Null Raum-Krankheit zu versorgen.
Sie war froh das dass Schiff mit einem recht großem Vorrat an Tabletten gegen die verschiedenen Raumkrankheiten versorgt worden war, auch wenn ein Bordarzt noch besser wäre, doch sie hatte Captain Parker versichert alles zu tun was in ihrer Macht stand.