Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : We Agree to Disagree?
LordEule
19.05.2004, 06:54
Herzlich willkommen im Thread für Philosophisch sinnvolles Rumgeschwafel. Ich geb mal den startschuss mit einer Frage
Ist es falsch das falsche zu tun wenn es die einzige richtige möglichkeit ist?
Direktor Andreijew
19.05.2004, 08:57
Wenn es die einzige RICHTIGE Möglichkeit ist, kann es nicht falsch sein.
Ist es allerdings die einzige MÖGLICHE Möglichkeit, dann durchaus!
Es kommt jedoch immer noch auf die Sicht des Betrachters drauf an. Was in den Augen des Einen richtig ist, wird garantiert von einem anderen als falsch empfunden.
Außerdem kommt es noch darauf an, WAS für ein Richtig/Falsch betroffen ist... ein "objektives" oder ein moralisches?
Moral ist IMHO - genau wie Gefühle - alles andere als absolut, womit eine richtig/falsch Beurteilung sehr schwierig wird...
Greetings,
Nyx
Angelique McSolo
19.05.2004, 10:12
Ja *freudig smile*!
lasst uns doch einfach mal den Blick auf andere ethnische Gruppen werfen:
Die Bibel erzählt ''Du sollst nicht töten'',
soll heissen Töten=falsch,
aber mir fällt spontan nicht nur eine Situation ein, in der ich töten würde,
ich wüsste sogar eine, nach der ich besser schlafen könnte, als vorher...
(Stellt mich jetzt ruhig an den Pranger, aber dafür ist das ja eine Philosophie Diskussion :D )
Du sollst nicht töten, denn du kannst einen Tot nicht rückgängig machen, wenn du also demjenigen das Leben nicht schenken kannst, sollst es ihm auch nicht nehmen.
Und wer bist du, daß du dich auf einer Stufe mit Gott stellst und entscheiden darfst, wer darf Leben und wer verdient den Tot?
Und ein berühmter Satz: Viele die Leben verdienen den Tot und viele die Tot sind verdienen es zu leben.
Du kannst den einen das Leben nicht geben nimm also nicht den anderen ihres, da du in deiner Entscheidung immer befangen bist und nie Neutral die Sicht des Ganzen erkennen kannst, denn nur wenn du alles verstehst bis hin in die letzte Kleinigkeit wirst du erkennen, daß niemand den Tot verdient, das du nur jenen den Tot wünscht aus eigenen niedern Instinkten und Intressen.
Ihr Tot würde nicht dem Kollektiv, der Geschichte oder der Menschheit dienen, sondern nur deinen eigenen Interessen, deinen eigenen Machtgelüsten.
Bist du mit solchen todbringenden Visionen besser als sie?
Nightrain
19.05.2004, 14:20
@Striker:
Heißt es in der Bibel nicht auch: "Gott erschuf den Menschen nach seinem Ebenbild"?
Ist der Mensch nicht dann auch gottgleich?
Außerdem, wie ist es eigentlich, ist es falsch etwas zu tun, nur weil man es kann?
Ein gutes Beispiel dafür ist das - hier scheinbar beliebte - Töten.
Durch die Technik ist es um so vieles einfacher geworden zu töten, denn den Finger krumm machen kann jeder - es ist so einfach, jeder Idiot könnte es tun.
BlackMarauder
19.05.2004, 14:36
Aber der Mensch kann auch Leben schenken, Väter und Mütter schenken ihren Kindern das Leben.....und das ist doch ihre freie Entscheidung....
Und die Entscheidung jemandem das Leben zu nehmen ist doch auch in den meisten Fällen freiwillig....
Also warum hat Gott uns dann einen freien Willen gegeben wenn wir das nicht nutzen dürfen wie wir wollen...
Direktor Andreijew
19.05.2004, 14:40
Original von Nightrain
Durch die Technik ist es um so vieles einfacher geworden zu töten, denn den Finger krumm machen kann jeder - es ist so einfach, jeder Idiot könnte es tun.
Davon bin ich nicht überzeugt!
Ob Finger krumm machen oder Beil in den Hals hauen ist doch dasselbe, genauso wie die Hemmschwelle.
Beim der Finger krumm machen-Variante kommt man meistens aber einfacher davon...
Die Probleme liegen meiner Meinung nach andernorts.
Es ist ganz einfach für mich: Jemanden zu töten ist niemals richtig, egal wann man das tut. Ob als Soldat oder als Zivilist. Wenn man einen Menschen töten muss, heißt das entweder das alle anderen Optionen nicht mehr möglich sind oder man verrückt ist. Man kann meistens durch das Nichttöten eines Gegners als Soldat mehr erreichen, als durch den Tot des Gegners. Und im Zivilen Leben gilt wie immer: Wer kein geborener Held ist, sollte auch nicht den Helden spielen.
Denkt das er göttlich ist, weil er von einem Gott entsprechend seines Aussehens (=Ebenbild) geschaffen wurde, sollte daran denken, das alle Menschen, ob Dick ob dünn, ob hässlich ob Schön - nach Gottes Ebenbild geschaffen wurden. Das Göttliche steckt also in jedem Menschen - auch in den Menschen, die einige andere Menschen in diesen Sekunden, in denen ihr diesen Post lest, umbringen. Denn auch Schwerverbrecher und Verrückte sind Geschöpfe Gottes. Wer jetzt also seine eigene Göttliche Schöpfung als Begründung nimmt, wenn er über Leben und Tod entscheidet, vergisst, das er nur ein Teil des Ganzen ist, göttlich geschaffen, aber nicht göttlich.
.oO(Man könnte glatt denken ich studiere Theologie statt Informatik, oder? :D )
Gottgleich ist ja nicht gleich göttlich.
Und außerdem glaub ich nicht an alles was in der Bibel steht ;)
Wer einem Buch vertraut welches Jahrhunderte mündlich überliefert wurde, dann in häbräisch niedergeschrieben. Von Hebräisch auf Griechisch übersetzt, dann auf Latein und dann erst auf Deutsch, ja es gibt heute noch keine direkte deutsche Übersetzung aus dem Hebrähischen, dann noch in einer Bildsprache, die heute kaum noch verstanden wird und von der Kirche oft genug angepaßt wurde. Nun wer so einem Buch blind glaubt, dem kann sogar ich eine Versicherung verkaufen die er nicht braucht :D
Die Leute sollten sich mal im Klaren werden was die Bibel überhaupt ist, wie sie entstand, aus welcher Zeit etc.
Nibelungensage udn Edda dürften bei weitem nicht so verfälscht sein und die Autoren der Bibel sind ja meist völlig unbekannt.
ABER!
Wollen wir jetzt über das Töten oder über die Religion/ Gott philosophieren? Oder beides?
Und ja wir können neues Leben schaffen, auf eine Art die wir selbst nicht begreifen, oder verstehst du, wie aus einer Zelle ein egenständiges Wesen erwächst mit eigenem Verstand und völlig eigenartig.
Das können wir, aber wir können niemanden Leben geben der schon tot ist.
Gott gab uns den freien Willen? Oder war er schon immer da?
Aufjedenfall schränken wir uns den freien Willen selber ein, dadurch weil wir in einer Gemeinschaft leben wollen.
Wenn du als Einsiedler fernab jeglicher Zivilisation leben willst, dann hast du noch deinen uneingeschränkten freien Willen. Doch das Leben in einer Gemeinschaft braucht gewisse Regeln, sonst entsteht nur Chaos und Anarchie. Zum Schutze des Individuums verzichteten wir auf den uneingeschränkten freiein Willen.
Gute Frage, wann ist etwas falsch zu tun.
Abhängig von der eigenen Überzeugung und von den Gesetzen und Moral der Sippe in der man Lebt.
Rindfleisch zu essen ist bei uns normal, also nichts falsches, doch in Indien ist es schon fast ein Sakralverbrechen. Ein Inder würde lieber verhungern als eine Kuh zu schlachten. Für ihn ist es falsch.
Einige der 10 Gebote treffen die Frage eigentlich ganz gut.
Läßt man die Religiösen Aspekte raus, wie "Ich bin der Herr dein Gott ..."
Dann regeln sie das Zusammenleben ganz gut und selbige Gesetze finden wir in allen Religionen oder Gesetzesbände.
Jungs, wenn wir alle den Thread mit gut bewerten, dann kommt irgendwann die Anzeige ;)
Das Callahans hat ja auch wieder eine Bewertung also Daumen hoch :D
Direktor Andreijew
19.05.2004, 15:56
Original von Urwumpe
Es ist ganz einfach für mich: Jemanden zu töten ist niemals richtig, egal wann man das tut. Ob als Soldat oder als Zivilist.
Und um mal wieder ketzerisch/ pragmatisch zu werden:
Auch als Soldat sollte man nicht töten, nur verwunden. Das lernt man schon in der Grundausbildung.
Denn einen Toten kann der Gegner liegenlassen, ein Verletzter bindet Ressourcen... :evil:
LordEule
19.05.2004, 16:36
Heilige sche****************
Da habe ich was angefangen
Das das töten falsch ist dürfte jeden klar sein, meiner sicht nach sollte man eher mal eine maschine erfinden um Toten das Leben wiederzugeben, obwohl wer entscheidet dann wer lebt? Bei einigen Gruppierungen kommt wer was bei raus! (Diktatoren Popsänger Psychopathen Massenmörder und die Ganzen nachteiligen Personen)
Da ich alles andere alls Religiös bin (Ohh du mein Battle, gib mir mein täglich tech....) sind die Grundsätzlichen regeln die In der Bibel stehen (Das ganze von gnädigem Gott gefasel, obwohl dieser alles andere als Gnädig ist) in jeder Kultur verankert wie zb. Nicht Töten nicht stehlen etc. was mal wieder zeigt das der Mensch schon von Natur aus sich ein paar Regeln festlegt weil, wenn die Menschheit sich nur die Köpfe eingeschlagen hätte Könnten wir diese Diskussion nicht führen
Wenn töten immer falsch sein soll, was ist dann mit dem Tyrannenmord?
Auch falsch?
Ich denke nicht.
Und jeder der sagt, töten ist immer falsch sollte mal daran denken, was ein gezielter Mord alles an gutem bewirken hätte können.
Ich glaub Beispiele in denen dies der Fall wäre findet jeder zur genüge.
Original von Ronin
Wenn töten immer falsch sein soll, was ist dann mit dem Tyrannenmord?
Auch falsch?
Ich denke nicht.
Und jeder der sagt, töten ist immer falsch sollte mal daran denken, was ein gezielter Mord alles an gutem bewirken hätte können.
Ich glaub Beispiele in denen dies der Fall wäre findet jeder zur genüge.
Ähm ja.
Und bist du sicher das es zum Guten kommt oder nicht.
Was ist dann gut.
Wäre es gut gewesen Hitler zu töten bevor er an die Macht kommt?
Dann wären wir heute nicht die die wir sind. Wahrscheinlich immer noch alle Rechts angehaucht und Frankreich, England und Russland immer noch unser Feind.
Nicht alles Übel ist unsinnig, man braucht Katastrophen auch für die Entwicklung.
Tyrannenmord? Wieso? Kann man einen Tyrannen nicht verbannen? Vertreiben? Inhaftieren? Rechtsstaatlich bearbeiten?
Mord ist immer kurzsichtig und ineffektiv. Wenn Du Dir jetzt den Irak ansiehst, wirst Du sogar global gesehen zum Schluß kommen können, das Saddam Hussein etwas Gutes hatte...er war der Deckel auf diesen Hexen - Kessel, der jetzt außer Kontrolle ist.
Direx: Genau diese Weisheit wollte ich andeuten ;)
@Striker
war Stauffenbergs Versuch Hitler zu töten 1944 falsch?
War es gut, dass Hitler überlebt hat?
Natürlich gibt es keine Garantie, dass sich etwas zum besseren wendet.
Allerdings wenn die Lage so schlecht ist wie sie unter Hitler, Stalin, Mao war, dann kanns ja kaum noch schlechter werden?
Ist dann nicht Mord ein legitimes Mittel um die Lage zu verändern?
@wumpe
Wenn es geht, dann ja.
Aber nehmen wir mal die bekanntesten Tyrannen letzten Jahrhunderts:
Wie hätte man die entfernen sollen ohne Mord?
Mit Demonstrationen? Die dann blutig niedergeschlagen werden?
Und so wieder mehr Opfer fordern als eine gezielte Tötung des Diktators?
Beispiele dafür gibt es genug!
Sicher gibt es auch Gegenbeispiele, aber ich glaube kaum, dass die Mitteln, mit denen man dass DDR Regime zu Fall gebracht hat auch in Deutschland 33-45, der Sowjetunion oder in China anwendbar gewesen wäre.
Original von Ronin
@wumpe
Wenn es geht, dann ja.
Aber nehmen wir mal die bekanntesten Tyrannen letzten Jahrhunderts:
Wie hätte man die entfernen sollen ohne Mord?
Mit Demonstrationen? Die dann blutig niedergeschlagen werden?
Und so wieder mehr Opfer fordern als eine gezielte Tötung des Diktators?
Beispiele dafür gibt es genug!
Sicher gibt es auch Gegenbeispiele, aber ich glaube kaum, dass die Mitteln, mit denen man dass DDR Regime zu Fall gebracht hat auch in Deutschland 33-45, der Sowjetunion oder in China anwendbar gewesen wäre.
Zum Beispiel hätte man diese Tyrannen nie an die Macht kommen lassen - manche Völker haben sich ja regelgerecht ihre Monster selbst geschaffen. Oder glaubst Du ernsthaft, das Tyrannen vom Himmel fallen? Die werden gewählt, unterstützt oder eingesetzt. Meistens von dem Volk, das diese Tyrannen später selber knechten werden. Und keiner kann mir sagen das er ja von Hitlers Plänen oder Castros Einstellung zur Freiheit nichts gewusst hat...
Original von Ronin
Ist dann nicht Mord ein legitimes Mittel um die Lage zu verändern?
Nein, da du nie den Ausgang deiner Tat kennst.
Vielleicht wäre Hitler dann ein Märtyrer geworden und auf der ganzen welt verehrt?
Ich habe auch nichts gegen die Atentate gegen Hitler. Sie gehören genauso zur Geschichte.
Warum schreit keiner bringt Bush oder Sharon um?
In meinen Augen derzeit auch Tyrannen, vorallem Sharon.
Soll ich ihn jetzt töten um das ewige Leid der Palestinäser zu beenden?
willhelm_tell
19.05.2004, 17:56
Was verstehst du unter "legitim"?
Moral?Effizienz? Gerecht?
Mal ganz davon abgesehen von der Frage, wer und wie Geschehnisse oder Gesellschaften mit gut /gerecht/ etc beurteilen kann (Kriterien, Standpunkt, Nachhaltigkeit etc), gibts doch noch ein anderes Problem:
Wenn es legitim ist, einen bösen Menschen zu töten, dann muss es doch auch legitim sein, zwei zu töten, oder hunder, oder tausend.
Und wieder die Frage, wer ist wohl böse oder gut, wer tut böses, weil er letztendlich Gutes will (der Zweck heiligt ja letztendlich die Mittel).
Und wenn man mit dem Mord an einem Guten Menschen eine Million retten kann, ist das auch legitim, oder mit dem Mord an zehn? Wo zieht man die Grenze?
LordEule
19.05.2004, 18:10
Das Problem das auch weiterhin dabei herrscht ist das alte sprichwort das der Sieger die Geschichte schreibt und bin mitsicherheit der letzte der sagt man darf NIE töten zb. würde ich zu einer Waffe greifen wären meine Familie und meine Freunde in gefahr (Und sooo schwer ist es nicht an waffen zu kommen, vorrallen dank Osterweiterung noch Leichter) und aus meiner Sicht ist es denn nicht falsch sein gegenüber umzunieten.
@Willhelm Tell Das Töten an sich wäre legitim wenn es so im Gesetz steht aber da das Säugetier Mensch sich selbst mithilfe der Moralvorstellung sagt es wäre falsch jemanden zu töten wird dieses nicht dort drinne stehen obwohl wenn es erlaubt wäre Gäbe es so schnell kein Problem mehr Überbevölkerung
@wumpe
Mal ein Beispiel:
Jemand ist 20 Jahre alt und wohnt in China - welche Chancen hatte er die Kommunisten nicht an die Macht kommen zu lassen?
Gar keine!
Auf friedlichem Wege kann die Diktatur nicht beseitigt werden - was dort mit Demonstrationen passiert weiß jeder, der älter als 22 ist.
Was soll dieser Mensch tun?
Kann man immer wissen wie sich ein Mensch entwickelt?
Ja, man wusste (oder auch nicht, die meisten hatten ja das Buch nicht gelesen) was Hitler vorhat. Doch jeder dachte, er wird sich genauso lang als Kanzler halten wie die vor ihm - wenige Monate...
Hätte ich ihn verbannen sollen, nur weil er was tun könnte?
Als man dann erkannte was wirklich war, war es schon zu spät.
Ihn stürzen bevor er überhaupt was schlimmes tun konnte?
Dann müsste ich aber verdammt viele Menschen von vornherein verurteilen.
@striker
Ich kenn aber die Tatsachen jetzt - und manchmal sind die jetzigen Umstände eben so schlimm, dass alles was danach kommt eigentlich nur besser werden kann. Das ist der Punkt an dem ich handeln muss.
Zu Sharon und Bush:
Glaub mir, es schreien genug man solle die beiden an die Wand stellen.
Ich halte sie auch für gefährliche "Tyrannen"
Aber noch gibt es die Chance sie friedlich zu beseitigen - also warum zum äußersten greifen?
Nun wer so einem Buch blind glaubt, dem kann sogar ich eine Versicherung verkaufen die er nicht braucht
Striker
Du kannst ihn aber auch an die Spitze eines waffenstarrenden Landes setzen und seine Überzeugungen und Weltanschauungen in andere Länder exportieren lassen... X(
Original von Ronin
@wumpe
Mal ein Beispiel:
Jemand ist 20 Jahre alt und wohnt in China - welche Chancen hatte er die Kommunisten nicht an die Macht kommen zu lassen?
Gar keine!
Auf friedlichem Wege kann die Diktatur nicht beseitigt werden - was dort mit Demonstrationen passiert weiß jeder, der älter als 22 ist.
Was soll dieser Mensch tun?
Kann man immer wissen wie sich ein Mensch entwickelt?
Ja, man wusste (oder auch nicht, die meisten hatten ja das Buch nicht gelesen) was Hitler vorhat. Doch jeder dachte, er wird sich genauso lang als Kanzler halten wie die vor ihm - wenige Monate...
Hätte ich ihn verbannen sollen, nur weil er was tun könnte?
Als man dann erkannte was wirklich war, war es schon zu spät.
Ihn stürzen bevor er überhaupt was schlimmes tun konnte?
Dann müsste ich aber verdammt viele Menschen von vornherein verurteilen.
Du denkst aber in falschen Dimensionen. Ein einzelner Mensch entscheidet niemals wer sein Herrscher sein wird. Es ist immer ein ganzes Volk was entscheidet wen es als Herrscher will.
Schau Dir Tschetschenien an: Da wird von außen (Russland) versucht, einem Volk seine Herrscher aufzuschwingen. Erfolglos und das wird auch solange bleiben, wie dieser Herrscher nicht vom Volk akzeptiert wird. Das heißt nicht das das ganze Tschetschenische Volk aus Terroristen und Widerstandskämpfer besteht. Aber solange diese Terroristen den Willen der Merheit des Volkes unterstützen, wird auch keiner versuchen die zu verraten... so funktioniert das ganze. Wir wissen alle das die Chancen das der Kommandeur der Rebellen ein überzeugter Demokrat ist, eher schwindend gering sind.
Genauso ist das in China: Ein einzelner Mensch wird nie etwas ändern können, solange die Mehrheit in China von dem Regime profitiert.
Das selbe war so in Deutschland anno 1935 - solange die Mehrheit vom Regime profitiert wird nichts unternommen.
Löse Dich am besten bei solchen Diskussionen schnell von dem Gefühl das da eine Person oder Minderheit ganz übel von einem einzelnen Verbrecher unterdrückt wird.
Meistens gehören zu einem Tyrannen 3.000.000 Speicherlecker.
Und die sorgen dafür das sie ihren neuen Tyrannen sich aussuchen dürfen.
Ganz fatalistisch gesagt: Wer in China unzufrieden ist, sollte entweder langsam die Mehrheit überzeugen oder auswandern - durch lautes Herumheulen, wie ungerecht es doch alles ist wird niemand ein ganzes Volk von Speichelleckern und Profiteuren besiegen.
Original von Urwumpe
Ganz fatalistisch gesagt: Wer in China unzufrieden ist, sollte entweder langsam die Mehrheit überzeugen oder auswandern - durch lautes Herumheulen, wie ungerecht es doch alles ist wird niemand ein ganzes Volk von Speichelleckern und Profiteuren besiegen.
Wobei China ein blödes Bsp. ist. Ein Chinese heult nicht so rum wie ein Deutscher, der kommt garnicht auf die Idee dem System oder überhaupt einen anderen die Schuld zu geben. Ein Chinese schaut einfach, daß er selbst etwas tun kann das es ihm besser geht.
Du denkst aber in falschen Dimensionen. Ein einzelner Mensch entscheidet niemals wer sein Herrscher sein wird. Es ist immer ein ganzes Volk was entscheidet wen es als Herrscher will.
Wenn ein einzelner Mensch nichts erreichen kann, dann kann es niemand.
Mit dieser Entschuldigung haben viel zu viele Menschen die Füsse stillgehalten, dadurch konnte viel Leid geschehen - eben weil jeder dachte er allein kann nichts ändern.
Woher weißt du denn dass du allein bist?!?
Für mich ist gerade so etwas ne billige Entschuldigung für Feigheit.
Genauso ist das in China: Ein einzelner Mensch wird nie etwas ändern können, solange die Mehrheit in China von dem Regime profitiert.
siehe oben - solang das jeder denkt wird sich auch nix ändern.
Sicher, einer allein kann nicht viel machen - aber er kann ein Anfang sein!
Ein Anfang der viel ändert.
Wieviele Menschen waren auf der ersten Montagsdemo in Leipzig? 1300?
und dann auf den letzten?
Diese 1300 waren auch nur eine Minderheit die laut deiner Aussage nichts verändern hätten können - doch sie taten es!
Und es gab auch am ende der DDR noch genug Speichellecker.
Wie gesagt, du weißt nicht ob die Mehrheit für ein Regime ist oder nur stillhält weil sie eben alle denken, sie sind allein und können deswegen nichts ändern.
Einzelne können was verändern - wenn sie mutig genug sind es auch zu tun.
Original von Ronin
Genauso ist das in China: Ein einzelner Mensch wird nie etwas ändern können, solange die Mehrheit in China von dem Regime profitiert.
siehe oben - solang das jeder denkt wird sich auch nix ändern.
Sicher, einer allein kann nicht viel machen - aber er kann ein Anfang sein!
Ein Anfang der viel ändert.
Wieviele Menschen waren auf der ersten Montagsdemo in Leipzig? 1300?
und dann auf den letzten?
Diese 1300 waren auch nur eine Minderheit die laut deiner Aussage nichts verändern hätten können - doch sie taten es!
Und es gab auch am ende der DDR noch genug Speichellecker.
Wie gesagt, du weißt nicht ob die Mehrheit für ein Regime ist oder nur stillhält weil sie eben alle denken, sie sind allein und können deswegen nichts ändern.
Einzelne können was verändern - wenn sie mutig genug sind es auch zu tun.
wenn Du dieses Argument anführen willst, würdest Du Dich auch bitte Bemühen den Grund für die Demonstration zu zitieren? Die erste Montagsdemonstration war noch nicht für eine Wiedervereinigung oder Öffnung der Grenzen. Bei der ersten Demonstration gingen Besucher eines Gottesdienstes auf die Straße, um gegen die offentsichtlichen Wahlfälschungen der SED zu demonstrieren. Um mehr ging es dabei noch nicht. Das Regime hatte seine eigenen Gesetze verletzt und wurde dabei ertappt. Es war ein vorsichtiger Anfang - wohin offene Regimekritik führen kann, wenn man sie mit der Abschaffnung des Regimes kombinieren will hatte man am 17. Juni gesehen...Regimes, die mit dem Rücken zur Wand stehen können extrem grausam sein.
Das SED-Regime wurde auch schon vorher nicht mehr vom Volk unterstützt, schon lange vor dem Montagsdemonstrationen. Ein gewisser Herr Gorbatschow hatte damals in der DDR viele Fans gewonnen als er die Betonköpfe in der SED offen aufforderte, seinen Weg der Perestroika zu übernehmen. Die SED weigerte sich, und verlor damit ihre Machtbasis - die Rote Armee. Ohne das Damoklesschwert der roten Armee konnten sich die Demonstranten damals überhaupt etwas trauen. Die NVA alleine hätte gegen die Demonstrationen nicht viel unternehmen können - dafür waren da zu viele Menschen selber unzufrieden mit der Situation (Wehrpflichtige ;) ). Die Stasi selber hätte zwar vielleicht die 1500 Demonstranten festnehmen können - aber sie tat es nicht. Vielleicht gab es da größere Probleme, oder man wollte abwarten und beobachten damit man alle Rädelsführer finden kann.
So und jetzt versuche mal diese Geschichte auf China zu übertragen. 1500 Menschen sind dort erstmal wirklich ein tropfen auf den heißen stein. Das demonstriert wird, erfährt in China auch nur eine Minderheit der Bevölkerung - nämlich meistens höchstens die betroffene Stadt, China ist etwas größer und verteilter als dir DDR. Die VR China braucht auch keine rote Armee als unterstützung - die VR hat die rote Armee selber auf ihrer Seite.
Dazu kommt das die Chinesen eine größere Freiheit genießen als die DDR-Bürger. Die allgemeine Unzufriedenheit ist also geringer und meistens durch die Dimensionen des Landes auch beschränkter. Wer in Peking demonstriert erreicht niemanden im Westen oder Süden des Landes. In der DDR war das anders.
Warum hatte wohl die Demonstrationen in Peking 1989 keine weiteren Auswirkungen außer das die Freiheiten in China langsam vergrößert wurden? Letzt endlich ist das jetzt die Entwicklung jetzt auch ein Zeichen dafür das im Volk etwas passiert. Es passiert langsam, aber es passiert. Du wirst in China niemals einen schnellen Umbruch erleben - dafür verbreiten sich Ereignisse dort nicht schnell genug. Wer also China verändern will schreibt nicht in einem Forum Hasstiraden gegen die Regierung - er stellt einfach nur vorsichtig unangenehme Fragen, akzeptiert die Antwort des Regimes und hakt irgendwann respektvoll weiter nach. Das Volk in China besteht nun mal nicht nur aus den Städtern an der Küste, in den Wirtschaftszonen, die soviele Freizeit haben das es sich lohnt nach mehr Freiheit zu schreien - der größte Teil der Bevölkerung lebt im Hinterland, weit weg von Internet, Telefon und mit einem KP-Bonzen, der einfach dazu gehört.
Nightrain
20.05.2004, 17:26
@Direx:
Ich würde schon sagen, daß es für jemanden, der sich vorher mit der Tatsache auseinandersetzt, einfacher ist jemanden mit einer Schußwaffe zu töten, als mit einer Nahkampfwaffe oder vielleicht sogar noch unbewaffnet.
(Von der körperlichen Fähigkeit reden wir mal jetzt nicht.)
Durch die Schußwaffe kann man sich eine gewisse emotionale Distanz bewahren. Im Nahkampf muß er/sie sich aber mit seinem "Opfer" direkt auseinandersetzen.
Aus zehn Metern Entfernung sieht man nicht wirklich, was die Kugel anrichtet, aber die Axt im neustrukturiertem Oberstübchen zeigt einem vielleicht schon mehr Blut, als einem lieb ist ...
Im Affekt, da magst Du sicherlich recht haben, spielt das keine Rolle.
Da fällt mir eine psychologische Studie ein:
Eine Versuchsgruppe wurde zweigeteilt in A und B.
A waren die "Lerner" - sie sollten von einander unabhänigige Silbengruppen auswendig lernen.
B waren die "Kontrollöre" - sie sollten das Gelernte überprüfen und JEDEN Fehler mit einem Stromstoß bestrafen.
ca. 70% von B hatte damit keinerlei moralischen Probleme ...
... es wurde ihnen ja gesagt ... ;)
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