PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schicksal eines Clankriegers


Sitai
26.04.2004, 11:40
so anbei nun der Anfang meiner KG, da das Buch Clankrieger mein erster Kontakt mit Battletech war werde ich auch da Anfangen; Teile davon entsprangen rein meiner Phantasie und andere haben sich so ergeben.( natürlich nur im RPG meiner ersten Liga ) Die Geschichte soll den Weg meines Char beschreiben. Hier der Anfang.....

----------------------------------------------------------------------------------------------------

So nun der zweite Teil der Geschichte. Ich werde hier im ersten Post immer die neuankündigung machen damit die Story nicht noch durchn mein geschwafel unterbrochen wird. ;)

So der erste Teil ist nochmal überarbeitet, und mein erstes Gefecht ist online gegangen. Also bitte auch kritisieren wie der Mechkampf sich liest.

Sitai
03.05.2004, 11:14
Schicksal eines Clankriegers


Ciries 3049

Kriegerausbildungszentrum Sandra Rosse

18. November

Oktavian stand vor der gesamten Kompanie die Fäuste geballt in die Hüfte gestemmt und holte tief Luft „ Das war wohl das Erbärmlichste was ich gesehen habe seit der Gründer uns verlassen hat. Von taktischem verhalten kann keine Rede sein franeg!“

Der erste Teil des Manövers bestand darin in einen von Elementaren bewachten Mechhangar einzudringen und den mittelschweren Stern gefechtsklar zu melden. Die Taktik sah ganz einfach aus eine Ablenkung auf der Nordseite und dann das Erobern eines Mechs um die fünf Gefechtspanzer in Schach zu halten. Dummerweise sendete der Strahlencommander nur einen Krieger nach Norden als der Beobachtungsposten in Rauch aufging. Die anderen vier Elementare verließen den Hangar nach Süden. Sitai und seine neun Gefährten liefen den Elementaren direkt in die Arme.

„Hier spricht Strahlencommander Bast, da ihr vier Gefechtspanzern gegenübersteht und selbst nur Infanteriebewaffnung bei euch habt betrachte ich diesen Test für gescheitert.“

Das Gelände war zu offen um die Elementare in die Irre zu führen, Sitai und die anderen Kadetten hatten sich die falsche Seite für den Angriff ausgesucht. Hätten sie von Norden Angegriffen, hätten sie die Versorgungsschächte nutzen können um näher an die Mechs zu gelangen. Die Regel beschrieb das ein Kadett nicht mehr bekämpft werden durfte sobald er an seinem Mech angekommen war.
Der betonierte Platz auf der Südseite erlaubte zwar eine schnelle Annäherung aber barg auch das Risiko das eingetreten war. Nicht ein Kadett hätte den Versuch überlebt auch nur den Hangar zu erreichen.

„Novakatzen sind findige Krieger, es spielt keine Rolle ob der Feind überlegen ist! Wir sind in der Lage uns anzupassen. Dass es eine Surattat ist mit zehn Infanteristen gegen fünf Elementare in Gefechtspanzern anzugehen ist ja wohl allen klar! Hier solltet ihr beweisen, dass es nötig ist nachzudenken bevor man dem Feind gegenübersteht! Elementare haben für Mechkrieger anderer Clans nicht viel übrig das solltet Ihr nie vergessen! Seid Ihr gezwungen im Gefecht euren Mech zu verlassen haltet Euch von Ihnen fern! Andere Elementare werden wohl als Isorla genommen aber Ihr nicht! ...solltet Ihr es jemals schaffen Krieger zu werden... Und jetzt geht mir aus den Augen!“

Katzmeister Oktavian hielt nichts von körperlichen Bestrafungen. Satt dessen würde er morgen ein Turnier ansetzen in dem es darum ging die zehn noch übrigen Kadetten für den ersten wirklichen Einsatz in einem Mech zu bestreiten. Zwei Parteien und ein Stern ist der Erste. Wenn er einen Kampf suchte dann gegen einen Krieger - bei Kadetten überließ er es ihresgleichen die Prügel auszuteilen. Dies förderte sogleich das Geschick zweier Kadetten. Gegen sie zu kämpfen empfand er als unehrenhaft. Waren sie doch nicht mal Krieger.



19. November

Sitai stand Olin gegenüber und schwang den Stock hoch über den Kopf.

„Komm schon bringen wir es zu Ende!“
Sitai stach von oben herab und Olin blockte mit beiden Händen seinen Stock nach oben haltend. Die andere Seite von Sitai´s Stock viel nach unten und traf Olin an der Brust. Mit einem Husten stolperte er zurück und Sitai drehte sich rückwärts und traf mit dem Stock genau in Olin´s Kniekehle. Der Aufprall ließ Olin noch ein paar Sterne sehen bevor alles schwarz wurde.

Geschafft, Sitai und die vier anderen hatten gesiegt, zwar waren drei davon nicht mehr in der Lage auf ihren Beinen zu stehen, aber vom anderen Team lagen alle fünf am Boden.

Lara klopfte Sitai auf die Schulter:
„Ich finde es fast unfair, dass du es auf einen Stockkampf ausgelegt hast“ witzelte sie.
„Ein Krieger kämpft mit der Waffe mit der er am besten umgehen kann frapos. Sie das Gelände wir die Waffen. Aber du hast dich gut geschlagen Lara...“
„Würdet Ihr zwei wohl aufhören euch wie Surats in der Paarungszeit zu benehmen, los der Sieger von euch zwei hat den ersten Mechwunsch. Fangt an!“

Sitai verlor diesen Kampf er war den Augen seiner Koschwester nicht gewachsen seit er ihr das Leben gerettet hatte und sie ihn auf eine Weise ansah die ihn vollkommen verwirrte.
Aus Trotz hatte sie vor vier Jahren die Kaserne verlassen und war in den Wald gelaufen um sich einer Novakatze zu stellen. Sitai´s Gruppe hatte gerade Training im Wald als Lara - seine damalige engste Freundin - gefolgt von einer Novakatze durch den Wald hetzte.
Er griff nach seinem Speer und lief schreiend auf das Raubtier zu.
Die Katze allerdings blieb stehen und wandte sich Ihrem neuen Gegner zu. Sich langsam bewusst werdend in welcher Situation er sich befand wurde es Sitai immer unbehaglicher.

Der Anblick des Raubtiers ließ Sitai erstarren.
Die Katze verharrte etwa sechs Meter vor Sitai und senkte drohend den Kopf.
Er wusste nicht ob es Furcht oder Bewunderung war... ein Schauer lief ihm über den Rücken und er senkte die Spitze seiner Lanze und viel auf die Knie.

Die Katze setzte zum Sprung an.

Sitai war nicht in der Lage sich zu bewegen, das Totemtier seines Clans sprang auf ihn zu und die rechte Pranke streifte Sitai´s Hals.
Vier kleine Narben trägt er heute noch voller Stolz.
Sitai wurde zu Boden gerissen war aber noch fähig seinem Henker in die Augen zu sehen. Die Katze allerdings ließ vom zweiten Sprung ab als er sich nicht weiter vom Boden erhob. Wahrscheinlich zufrieden den Stärkeren bewiesen zu haben umkreiste sie ihn und verschwand nach einem Fauchen das Ihm durch alle Knochen fuhr im Dickicht.

Oktavian rempelte Sitai an: „Wach auf und mach das Du zur Mechverteilung kommst du hast hier lange genug rumgelegen!“
Tatsächlich war nur eine Minute vergangen als Laras letzter Schlag ihn zu Boden streckte.

Vier Stunden später stand Sitai am Fuß einer Nova. Das Zeichen seines Clans prangerte Stolz auf der ansonsten sehr abgenutzten Maschine. Abermals kamen Ihm die Gedanken an die Szene mit der Novakatze.
Die Augen des Wappens starrten ihn förmlich an. War er noch nicht reif für den Tod hatte er eine Aufgabe zu erfüllen oder war es reines Glück? Immer wieder hatte er sich die Fragen gestellt war aber nie zu einem Ergebnis gelangt.

„Was ist? Haben dich meine Schläge derart verwirrt, dass du vor einer Strickleiter Angst hast?!“ Lara saß bereits im Cockpit Ihrer Schattenkatze.
„Ich habe vor gar nichts Angst das wirst du schon noch sehen!“
Lara hob abwehrend die Hände aus dem Cockpit. „Sei nicht verletzt weil ich dich besiegt habe Sitai und schwing dich in deinen Mech! Oder willst du keiner von denen werden die zur Invasion gehören?“
Sitai verzichtete auf eine Antwort und begab sich ins Cockpit seiner Nova. Vielleicht würde er durch ein Visionsritual sein Schicksal erkunden........

Sitai
03.05.2004, 11:17
Circe Mechausbildungsgelände
3. Woche aktive Mechausbildung

Die Nova trabte mit fünfundsiebzig Kilometern in der Stunde durch die Schlucht in den Dunabergen. Sitai lag auf der Pilotenliege und genoss das gleichmäßige Schaukeln des Mechs:

„Lara ich hab das Gefühl es geht gleich los, ich werde diesem Surat schon zeigen das er sich irrt! Er hat mich wieder auf dem Weg zum Hangar abgefangen und mir eine zwanzig Minutenlange Moralpredigt gehalten! Ich hätte ausgesehen wie ein verirrtes Kätzchen, dass...STRAVAG was...?!“

Warnsirenen heulten auf als sich fünfzehn Langstreckenraketen auf die Nova herabsenkten. Sitai warf die Klappe am rechten Steuerknüppel auf und aktivierte das AMS, gleichzeitig zog er den Mech nach links und beschleunigte. Nur zwei Raketen trafen ihr Ziel, der Rest verfehlte oder wurde vom AMS aus der Luft gefegt.

„Woher kam das Lara?!“
Lara schrie in das Mikro „Sitai die Felsen!“
Das er sich wieder mal zu früh gefreut hatte war ihm klargeworden als der Monolith vor ihm das ganze Sichtfeld ausfüllte, Sitai zog den Fahrthebel zurück und steuerte die Nova rechts am Felsen vorbei. Ob es der Wille des Gründers war oder einfach Pech, die Nova schrammte mit ihrem linken Arm ca. drei Meter am Felsen entlang und Sitai verlor durch den Aufprall zwei mittelschwere Laser.

„Und das ohne einen Schuss abzugeben, verdammt noch mal!!! Es kommt nicht wieder vor“, denkt sich Sitai „diesmal....“ Sitai zog das Fadenkreuz über den Mech seines Ausbilders wie er es gelernt hatte:

„Seid mit euren ganzen Gedanken und dem Herzen eines Kriegers auf das Ziel fixiert“ sagte einmal Galaxycommander Santin West bevor er Sah Kahn wurde. „Hand und Augen alleine werden eure Schüsse nicht ins Ziel führen!“

Sitai bekam die Zielerfassung bestätigt und feuerte in kurzen Abständen mit allen Waffen. Zwei mittelschwere Laser und eine LRM 10 im linken und zwei mittelschwere im Torso und ein schwerer Laser im rechten Arm.

Die Schadowcat schien ebenso geschickt wie Sitai den Raketen auszuweichen - jedoch mit weniger Erfolg. Sechs der zehn Raketen trafen auf Torso und rechtem Bein und drückten den Mech näher an die Felswand. Darauf folgten zwei mittelschwere und ein schwerer Laser, die ebenfalls den rechten Torso trafen. Der Rest verfehlte sein Ziel. Eine Rauchwolke verkündete das Ende mindestens einer der Raketenlafetten.

„So wird aus dem Kätzchen also ein Raubtier! Hast du in den letzten drei Stunden eine Vision erhalten franeg?“
„Neg Sterncommander Oktavian“
Eine silberne Gausskugel schoss aus dem linken Arm der Schadowcat, vollendete aber lediglich die Zerstörung der zwei bereits ausgefallenen Laser.

Außer, dass die Nova sich anhörte als hätte sie Thors Hammer getroffen, (nicht das Sitai gewusst hätte was Thors Hammer war, aber die Beschreibung für einen Gausstreffer erscheint mir doch Passend) war nicht weiter viel passiert.
Sitai konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und feuerte zehn Langstreckenraketen auf die Schadowcat ab.
Die Ausbeute lies zu Wünschen übrig, nur fünf fanden ihr Ziel und für die Laser war es zu spät. Als sie aufgeladen waren verschwand Oktavian hinter den Felsen. Sitai schaltete den Ortungsschirm auf Infrarot, da sein Gegner passiv gegangen war.
Was hat er vor und wo war Lara?!

Das Donnern einer LBXAK10 war in dieser zweihundert Meter hohen Schlucht unverkennbar.
Lara hatte alle Hände voll mit einem MadDog zu tun, der sie kurz nach der Warnung an Sitai mit schweren Lasern attackierte.

Oktavian ließ Sitai keine Zeit um nach Lara zu suchen und löste mit einem schweren Laser einen Sturzbach aus Keramikstahlpanzerung auf dem Torso der Nova aus.
Die Gausskugel traf erneut den linken Arm und riss ihn am Ellbogen ab. Der Mech stolperte nach hinten.
Sitai bäumte sich auf als er das erste mal die Schmerzen erfuhr die durch einen Treffer mit scharfer Munition aus dem Neurohelm stachen.

Die im Gehirn einkehrende trügerische Ruhe wurde vom Raketenwarnsystem schrill unterbrochen. Das AMS tat sein bestes, aber neun Raketen schossen in die Nova, der Mech wurde durchgerüttelt und stürzte mit voller Wucht in den Staub. Zum zweiten mal wurde Sitai´s Gleichgewichtssinn auf die Probe gestellt und auch diesmal schienen die Nervenbahnen zu halten. Er hängte seitwärts in den Sicherheitsgurten und versuchte alles daran zu setzen wieder klar im Kopf zu werden.

Oktavian sollte ihm dabei helfen. „Legst du dich schon wieder schlafen, Kätzchen?“ spöttelte er, „hier ist kein Platz zum ausruhen und nun mach, dass du auf deine Beine kommst! Ein Bandit hätte die Gelegenheit genutzt dir den Fangschuss zu geben, also gib in Zukunft Acht wo du deinen Mech hinbewegst!“

Sitai konzentrierte sich darauf das linke Bein anzuziehen und stützte sich mit dem rechten Arm ab. Wäre er nach links gefallen, hätte es schlechter ausgesehen. Ein schwacher Trost als er auf die Schadensanzeige blickte. Die Panzerung am linken Bein, ein Wärmetauscher und ein weiterer mittelschwerer Laser waren hinüber.

Oktavian war wieder aus der Ortung verschwunden. Sitai steuerte auf einen Felsvorsprung zu, um in Deckung zu gehen. „Es muss mir doch irgendwie gelingen!“ Da kam ihm ein Gedanke und er steuerte den Mech geradewegs auf die Felsformation zu, hinter der er Oktavian vermutete. Wenn er sein Katz und Mausspiel weitertreiben würde, hatte er eine Chance. Die Füße auf den Sprungpedalen rannte Sitai auf die Felsen zu. Oktavian steuerte seinen Mech um die Felsen herum und drehte den Torso um Sitai besser ins Visier zu bekommen. „JETZT!!!“ Sitai trat beide Pedale bis zum Anschlag durch, auf grellen Flammenzungen erhob sich die Nova in den Himmel.
Oktavian verfolgte die Flugbahn. Sitai setzte so auf, dass Oktavian gezwungen war seinen Kurs zu korrigieren, wenn er Sitai im Ziel halten wollte.

„Davonspringen wird dir auch nichts nützen!“
Das Fadenkreuz der Nova senkte sich auf den Rücken der Schadowcat und Sitai presste die Finger auf die Auslöser.
Offenbar hatten einige der Raketen die Panzerung am Rücken der Schadowcat beschädigt, denn der schwere Laser schlug durch und Zerstörte ohne Zweifel einen Teil der inneren Struktur. Der Mech wankte etwas, blieb stehen und richtete sich auf Sitai.

Ohne zu wissen was er genau beschädigt hatte, war es schwer zu sagen was ihn erwartete. Die Laser waren noch nicht aufgeladen.
„Ich weiß nicht ob ich dir zu deinem ersten Abschuss gratulieren soll KADETT!! Sitai aber es ist dir wohl irgendwie gelungen meinen Mech bewegungsunfähig zu schießen! Wir sprechen uns in der Kaserne!“

Lara hatte ebenfalls ihren ersten Abschuss, aber es war ihr gelungen ihren Mech ohne abgetrennte Gliedmaßen in den Hangar zurückzusteuern.
„Morgen werden wir unter reellen Testbedingungen unser Können unter Beweis stellen müssen, und dann sind es noch zwei Monate bis zum Positionstest. Danach werden wir den Streitkräften zugeteilt, die an der Invasion teilnehmen.“

Die Invasion... der Marsch der Krieger Kerenskys um den Sternenbund auf Terra neu erstehen zu lassen. An ihr teilzunehmen und für den Ruhm des Clans zu kämpfen war der Traum jedes Kriegers. Ebenso würden sich Gelegenheiten ergeben, sich um einen Blutnamen zu bewerben. Sitai war aus der Blutlinie Rosse entstammt und er träumte oft davon sich irgendwann Sitai Rosse nennen zu dürfen.
Es war immer so in den Kriegen, das Blutnamensträger fielen und ein heiser Kampf um dessen Nachfolger entbrannte. Doch seit geraumer Zeit wurde aufgrund der Invasionsvorbereitungen so etwas wie ein Waffenstillstand unter den Clans getroffen.

Sitai schüttelte die Gedanken mit ein paar Schweißtropfen ab und ging in die Waschräume.

Sitai
03.05.2004, 11:19
Oktavian stand steif im Büro seines Vorgesetzten. Sterncaptain Ergon Devalis war ein selbstmitleidiger Mann, der sich mit seinen Antworten immer viel Zeit ließ. Er war bei einem Zusammenstoß mit den Sternennattern schwer verwundet worden und zur Erholung vom aktiven Kriegsdienst befreit worden.

Sterncaptain Devalis schaute Oktavian tief in die Augen: „Ich hänge hier fest Sterncommander! Sehen sie zu, dass die Kadetten ihren ToP abschließen! Dann, wenn es einige davon geschafft haben zu Kriegern zu werden, kann ich zurück zu meiner Fronteinheit. Lass die Kadetten antreten, ich werde ihnen mitteilen das es Zeit für das Visionsritual ist. Da es Kadetten sind werde ich die Stelle des Eidmeisters vertreten. Sie sollen von Anfang an lernen, sich von ihren Visionen leiten zu lassen.“

„Aye Sterncaptain“ Oktavian Salutierte und verließ zackig das Büro.

Als die Tür ins Schloss viel ließ Devalis sich in seinen Sessel sinken und verschwand hinter seinen Gedanken. „Zur Erholung haben sie gesagt... Geschlinge ausbilden... sicher eine wichtige Aufgabe. Sie haben ihren ToP als Sterncaptain abgeschlossen, daher werden sie Gelegenheit bekommen ihre Erfahrung an die Kadetten weiterzugeben.“

Ergon Devalis dachte an die letzten Tests um die Invasion, sein Trinärstern hatte die Höllenrösser in Rekordzeit abgefertigt und nun hatte man ihn kaltgestellt.
Seine Verwundungen waren verheilt aber er hatte immer noch Schmerzen wenn er sich mit der Tatsache konfrontiert sah, dass sein Sterncolonnel der Meinung war er sollte die Zeit nutzen um sein Wissen weiterzugeben. Nur das Versprechen er würde bei der Invasion dabei sein, ließ ihn das ganze hier durchstehen.

Sitai überprüfte noch mal sein Gepäck, schloss den Spind ab und verließ die Baracke.
Lara schritt vor ihm durch die Tür. „Ich werde auf die Insel im Silbersee schwimmen, es ist eine passende Kulisse für ein Visionsritual, wenn der ganze See im Silberglanz beider Monde schimmern. Wo gehst du hin?“
Sitai griff an den Stab auf seinem Rucksack. „In den Schattenbergen hinter der Dunaschlucht soll es Ereignisse geben, die sich niemand richtig erklären kann - dort will ich hin!“

***

Mit dem letzten Atemzug hievte Sitai sich auf das Hochplateau.
Es war ein beschwerlicher Weg gewesen, und die letzten hundert Höhenmeter musste er sogar klettern.
Er setzte sich hin und ließ die Füße in den Abgrund baumeln. Der Ausblick war berauschend, links zog sich die Dunaschlucht vom Füße des Berges bis zur Ausbildungskaserne. Die Lichter waren in siebzig Kilometer Entfernung nur schwach zu sehen, jedoch erhellte die Mondlichtspiegelung vom Rossesee die Berge und die Wolken verliehen dem Gebirge seinen Namen.

Gespenstisch und doch majestätisch zogen deren Schatten unter dem Mondlicht über die Berge. Ebenso glaubte er die Insel zu erkennen auf der Lara sich befand, sie war umgeben von einem Meer aus silbern schimmerndem Wasser.
Dahinter erstreckten sich die Farnebenen, nur dass der Farn der auf Circe wuchs vier Meter Höhe erreichte. Mondschimmer und Wind trieben ihr Spiel und wogen den Farn sanft hin und her.

Sitai genoss den Ausblick noch eine Weile, wendete sich aber dann dem Wasserfall zu der an der rechten Seiten am Plateau vorbeistürzte und sich in den Rossesee zwölfhundert Meter weiter unten ergoss. Eine Mulde im Plateau ließ einen kleinen Teich zurück.

Sitai zog seine Kleider aus und stellte sich unter den Wasserfall. Das kalte Wasser ließ die Erschöpfung verschwinden. Er sprang in den Teich und durchquerte ihn mit ein paar kräftigen Schwimmzügen.
Aus dem Wasser heraus trocknete er sich ab und legte seine traditionelle Novakatzen Uniform an, zog den Vinierbeutel am Gürtel fest und griff nach seinem Stock.

Der Kampfstab war siebzig Zentimeter lang, konnte durch einen der beiden Auslöseringe auf einen Meter fünfundzwanzig und mit dem zweiten auf einen Meter achtzig verlängert werden.
Gefertigt war der Stab aus Aluminiumfibrit. Ein Material, dass zur Herstellung von Clan Omnijägern verwendet wurde. Unheimlich hart, doch gleichzeitig zäh und sehr leicht.

Sitai hatte schon sehr früh eine Art Liebe zum Stockkampf entwickelt. (Soweit man bei wahrgeborenen Clansmännern von Liebe sprechen kann). Der Novakatzenkadett löste beide Ringe aus, verneigte sich vor dem Universum als virtuellen Gegner und begann seine Dämonen zu bekämpfen.
Sein Zeitgefühl war schon seit langem verloren gegangen, doch schließlich beendete er seine Übungen und setzte sich auf den Boden.

Als er den Stab neben sich ablegte, bemerkte er einen Schatten der über die Ebene huschte. Sitai sah nach oben, konnte aber keine Wolke erkennen. „Da der nächste“ Er ergriff seinen Stock und stellte sich mit dem Rücken zur Felswand. Verzweifelt versuchte er auszumachen woher die Schatten kamen.
Es würde keine Erklärung geben, dies waren die Ereignisse von denen Sitai erfahren hatte.
Wissenschaftler behaupteten, dass es Emissionen des Planeten waren die das Mondlicht reflektierten, aber genau wusste es niemand.

Allmählich akzeptierend, dass die Schatten nichts böses von ihm wollten, begab sich Sitai zu der vorher angelegten Feuerstelle und entzündete einen Haufen Reisig, den er unter den Holzkegel schob. Er kniete sich vor das sich langsam entflammende Feuer und löste seinen Vinierbeutel.

Ein Büschel Haare einer Novakatze, er hatte es gefunden als er Lara damals das Leben rettete.
Der Blick des Raubtiers schien aus den Flammen zu stechen........, eine halbverschmorte Blutnamensmünze aus dem Haus Rosse. Sitai hatte es gefunden als sie zur Mechbergung auf das Testgelände mussten. Dem Zustand der Münze nach, hatte ihr Träger ein grausames Ende gefunden. Der Torso des Waldwolf wurde von der Explosion der Lafetten regelrecht in Stücke gerissen. Die Münze war ein Symbol, dass es alles zu tun galt um für den Clan und sein Wesen einzustehen.
„Visionen offenbaren sich........In gereinigten Seelen, Seyla“ Hauchte Sitai, und warf die zwei Erinnerungsstücke mit den anderen ins Feuer. Tränen traten ihm in die Augen und seine Blicke spiegelten das Flammen des Feuers.

Ein roter Schemen trat aus dem Feuer. Als er schärfer wurde, erkannte Sitai einen Hellbringer, mit einem über das Cockpit lackiertem Novakatzenkopf. Dort, anstelle der Cockpitscheiben, blickten zwei gelbe Augen ihrem Beobachter ins Gesicht. Der Hellbringer sah schwer mitgenommen aus und stand mit dem linken Bein auf einem Mech, dessen Bauart den Clans unbekannt war. Ein dunkler Schatten zuckte über dem Hellbringer aus dem Himmel und verschwand wieder in den Wolken.

Das Gebilde verschwand, und eine Blutnamensmünze beachtlicher Größe trat an seine Stelle. Sitai streckte die Hand aus um nach der Münze zu greifen...... Plötzlich tauchte der Schatten wieder auf. Zwei grüne Klauen, ergriffen ihn, zogen ihn von der Münze und dem Plateau fort und ließen Sitai in den Abgrund fallen. Der Sturz dauerte ewig...........

Gerade mal zwei Meter weg vom Feuer kam Sitai einige Zeit Später zu sich. Er setzte sich auf und betrachtete seinen Körper, der von den Krallen ergriffen worden war. „Nichts! Nicht die geringste Spur, nur etwas Lehm und Gras auf den Schulter.“
Sitai musste lächeln als die Sonnenstrahlen über den Berggipfel sein Gesicht erwärmten und ihm bewusst wurde dass er wirklich eine Vision erhalten hatte.

Bei dem Gedanken Ergon Devalis die Deutung seiner Vision zu überlassen wurde ihm fast schwindlig. Er war wohl ein guter Krieger aber ebenso wie Oktavian seine Moralpredigten nie unterlassen konnte, war dem Sterncaptain anzumerken wie sehr er sich von hier weg wünschte. Was konnte er ihm schon deuten? Wo er doch nicht das geringste Interesse an seinem Posten als Ausbildungsleiter zu haben schien?

Sitai löschte die noch verbleibende Glut, und machte sich mit den Ereignissen der letzten Nacht auf den Weg zurück in die Kaserne.................