Ghostbear
21.08.2005, 14:06
Aloha...
Hier gibt es mal eine Story vom Bären.. Vom Bären? Das ist in diesem Falle wörtlich zu nehmen, da ich die Story in einem fiktiven BT Universum angesetzt habe, einem Furry BattleTech Universum in dem Anthros die Hauptrolle spielen.
Damit ist die Sache semi-OT... aber da das Hauptthema immer noch die Mechs und die Mechkrieger sind, habe ich die Sache hierhin gepostet. Falls es doch falsch ist, bitte ich die Mods die Kiste zu verschieben.
Angefangen habe ich die Geschichte vor einer Weile um meinem Furry Char (Sascha 'ghostbear' Jeretik) etwas mehr Hintergrund zu geben. Die Sache ist immer noch ein WiP Projekt, vermutlich wird da in der nächsten Zeit noch etwas damit passieren.
Ich mir habe natürlich, um die Sache halbwegs nachvollziehbar zu halten einige künstlerische Freiheiten genommen.
Ich weiß das normale Bären weder schwitzigen können, noch haben sie eine ausgeprägte Mimik, noch haben sie einziehbare Krallen (Ich habe mich bei Wing Commander immer gefragt wie die Katzen ihre Jäger gesteurt haben mit den Krallen ;) )
Aber genug gelabert... hier ist das Machtwerk... Für Kritik erstelle ich noch einen extra Thread.
Nämlich genau hier: http://www.battletech.info/forum/thread.php?threadid=2355&sid=
Have Fun....
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"Scout 5 an Claw 1” ertönte die Stimme der Vorhut in Saschas Helmlautsprecher
"Claw 1 hört. Statusbericht“
"Haben hier sechs schwere und überschwere BattleMechs im Vormarsch auf ihre Position. Richtung 290. Entfernung 3 Klicks. Wiederhole. Verstärkte Lanze im Anmarsch auf Ihre Position.
"Verstanden Scout 5. Beobachten sie weiter, aber halten sie sich außer Reichweite. Claw übernimmt. Over.“
Sascha schaltete auf die Sternfrequenz und versuchte für seine jungen Sternkameraden ruhig und sachlich zu klingen. Claw Star war eine noch unerfahrene Einheit, die Anwesenheit einer verstärkten Lanze machte die Dinge nicht einfacher.
"In Ordnung, Claw Star. Ihr habt es gehört. Das ist unser Tanz. Der Gegner hat einen Vorteil in Masse und Anzahl. Es wird nicht einfach aber es ist zu schaffen.“
Er pausierte kurz um einen Blick auf den Scanner und die Karte zu werfen. Seine Augen durchforsteten das zerklüftete Gebiet vor ihnen. Dort. Ein schmaler Canyon durchzog das Gebiet. Seine Truppe aufzuteilen war riskant, doch wenn er es schaffte mit einem Teil seiner Einheit den Gegner zu umgehen und in die ungesicherte Flanke zu kommen würden die Chancen für dieses Gefecht deutlich besser stehen.
"Claw 2 und 3. Einen halben Klick südlich befindet sich ein kleines Tal. Versucht in die Flanke des Gegners zu gelangen. Wir verschaffen Euch die nötige Ablenkung.“
Er wartete die Bestätigung ab und sah die beide Timberwolf-Mechs abdrehen und sich auf den Weg zu ihrem Zielort machen. Diese Mechs waren beweglicher als der Rest seines Sternes und damit gut geeignet für einen Flankenangriff.
Die nächsten Befehle gingen an den Archer und den Longbow, die beiden Artillerie Mechs in seinem Stern.
Claw 4 und 5. Defensivposition 700 Meter hinter mir einnehmen. Sobald ihr gutes Schussfeld habt LRM Feuer legen. Lasst Euch bloß nicht in Nahkämpfe verwickeln. Ich rücke vor und spiele den Köder bis 2 und 3 den Gegner von der Seite aufrollen. Keine Mätzchen diesmal, Claw 4! Verstanden?
Gut. Bereit machen. Hier kommen sie“
Sascha beschleunigte seinen massigen Kodiak auf Höchstgeschwindigkeit und warf sich den angreifenden Mechs mit einem wilden Kampfschrei entgegen....
10 Minuten später war alles vorbei. Saschas halbe Konsole blinkte in einem grellen rot und der Bordcomputer meldete leidenschaftslos Panzerbrüche in allen Sektionen. Sein Mech starb, und es gab nichts was er dagegen unternehmen konnte. Er war alleine, seine Sternkameraden abgeschossen. Das hässliche Schnarren des Überhitzungsalarmes peinigte seine Ohren. Er schlug mit der Faust auf den Vetoschalter und feuerte eine weitere Breitseite auf feindlichen Zeus der sich vor ihm aufbaute. Die Temperatur in seinem Cockpit schoss auf einen neuen Höchststand und ließ den Bären aufkeuchen. Schweiß strömte über seinen Körper und nur das Polster des Neurohelmes verhinderte, dass er ihm in die Augen lief. Doch er sah mit Genugtuung wie sich seine Waffen in den gegnerischen Mech fraßen. Geschlagen kippte die gegnerische Maschine zur Seite und schlug schwer auf dem Boden auf. Sascha lächelte grimmig unter seinem Neurohelm, doch sein Hochgefühl währte nicht lange. Das letzte was er sah, als er sich seinem neuen Gegner zuwandte, war eine riesige Stahlfaust die auf sein Cockpit zuzuckte. Dann wurde es dunkel.
Fluchend schlug Sascha auf den Verschluss seines Gurtes, der ihn fest auf der Pilotenliege gehalten hatte und sprang aus der Simulatorkapsel. Sein braunes Fell war verschwitzt und klebte unter seinem Kühlanzug an seinem Körper. Er riss sich den schweren Neurohelm von seinen Schultern und warf ihn wütend einem Tech in die Arme. Durch die Wucht des Treffers ging dieser mitsamt dem Helm in die Knie.
Drei lange Schritte trugen ihn zu der Simulatorkapsel von Casey, Claw 4. Dieser war gerade dabei verschwitzt und auf wackligen Knien den Simulator zu verlassen, doch er kam nicht weit. Sascha packte ihn direkt am Kragen seines Anzugs und drückte den jungen Bären gegen die nächste Wand.
"Was verdammt noch mal ist los mit Dir?“ herrschte er den Piloten an "Was sollte die Rambo Nummer? Du führst ein Ari Mech, keinen Nahkämpfer. Deine Aufgabe war es zusammen mit Misha Deckungsfeuer zu liefern und Dich nicht ins Getümmel zu stürzen. Dadurch haben wir binnen einer Minute sowohl Deinen Mech als auch Mishas verloren und damit jegliches Unterstützungfeuer. Klar dass der Rest des Sternes keine Chance mehr hatte. Wäre das ein echtes Gefecht gewesen, dann wären wir jetzt alle durch Deine Inkompetenz tot! Wir sind hier nicht mehr auf der Akademie wo Du Deine Spielchen spielen kannst. Denk mal drüber nach, falls Du etwas zum denken findest“
Ruckartig ließ er den anderen Mechkrieger los, drehte sich zum Rest seines Sternes um, der inzwischen die Simulatorkapseln verlassen und sich um Sascha und Casey versammelt hatte.
Mit einer Pfote strich er sich eine auffällig graue Fellsträhne aus dem Gesicht und atmete einmal tief durch. Als er sich an die anderen Krieger wandte war seine Stimme ruhig, aber eiskalt.
"Lernt aus Caseys Fehler. So ein Desaster will ich nicht mehr erleben. Ihr anderen wart kein Stück besser als er, nachdem die Planung zum Teufel ging. Keine Einzelgänger Aktionen mehr. Ihr kämpft als Einheit. Oder ihr seid erledigt. Diese Simulation sollte Euch das eindrucksvoll gezeigt haben“
Saschas Stimme wurde seidenweich und er lächelte als er fortfuhr. In Anbetracht die Situation ein schlechtes Zeichen.
"Aber ich finde es schön dass ihr daran arbeiten wollt Eure Zusammenarbeit zu verbessern. Mir ist zu Ohren gekommen, dass ihr Euch freiwillig zum Küchendienst gemeldet habt. Sehr lobenswert.“
Entsetztes Gemurmel wurde von Sascha durch einen scharfen Blick im Keim erstickt
"Das wäre alles. Wegtreten.“
Eine halbe Stunde und eine Dusche später saß Sascha in seinem Büro und betrachtete seufzend die computergenerierte Aufzeichnung des Kampfes, während er die Bewertungen für die einzelnen Piloten schrieb. Vor allem für Casey würde der Bericht vernichtend werden. Er war ein verdammt guter Pilot aber ein Heißsporn, ein Einzelgänger. Der junge Bär war seit 4 Wochen Mitglied in seinem Stern. Seine Akademie Noten waren einwandfrei und seine Ausbilder bescheinigten ihm ein Naturtalent im Steuern eines Mechs. Einzelgefechte gegen seine Ausbilder absolvierte er geradezu beängstigend gut, häufig entschied er diese Gefechte für sich. Doch sobald es zum Thema Teamarbeit kam endete es im Allgemeinen in einer Katastrophe. Die heutige Übung hatte es gezeigt.
Sascha rieb sich die schmerzenden Schläfen.
‚Verdammt, ich werde zu alt für sowas’ dachte er bei sich, nur um eine Sekunde später bitter aufzulachen. Er war selbst noch jung, gerade einmal 26 Jahre alt. Doch 10 Jahre Erfahrung im Cockpit und einige Gefechte ließen einige Dinge anders aussehen.
Ein Klopfen an seiner Tür riss den jungen Offizier aus seinen Gedanken.
"Herein!“
Die Tür öffnete sich und eine stämmige, grauhaarige Gestalt schob sich durch die Öffnung. Sascha sprang auf die Füße und salutierte als er den Besucher erkannte.
"StarColonel Manderley. Was verschafft mir die Ehre Ihres Besuches?“
Dieser winkte ab und ließ sich in den Sessel vor Saschas Schreibtisch fallen.
"Keine Formalitäten. Ich bin quasi außer Dienst für heute.“
Sascha griff unter seinen Schreibtisch und holte zwei Whisky Gläser und eine Flasche Single Malt aus der Minibar.
Auf das Nicken seines Vorgesetzten und väterlichen Freundes goss er je zwei Fingerbreit der goldfarbenen Flüssigkeit in die Gläser
"Cheers“
Er nippte vorsichtig an seinem Getränk und stellte danach den Becher zurück auf den Tisch.
"Also, was bringt Dich zu mir, Joseph?“
Der Angesprochene nahm ebenfalls einen kleinen Schluck bevor er antwortete
"Ich muss mit Dir reden. Es geht um Casey.“
Sascha seufzte. So etwas in der Art hatte er schon erwartet. "Du meinst ich nehme den Neuen zu hart ran, richtig?“
Sein Gegenüber nickte kaum merklich. "Ja. Sieben Einsätze in den letzten neun Tagen, davon vier gegen eine überlegene Streitmacht. Casey wurde sechs Mal abgeschossen. Warum? Sascha, das sind nicht die Black 5. Das sind keine Veteranen sondern Rookies, frisch von der Akademie. Warum also diese Härte, besonders bei Casey?“
Josephs Erwähnung der Black 5, Saschas alter Einheit versetzte dem jungen StarCaptain einen Stich. Vor einem Jahr wurde er in seine aktuelle Position versetzt, zusammen mit einer Beförderung. Das Ziel war es geeignete Kandidaten für eine neue internationale Eingreiftruppe auszusuchen und vorzubereiten. Quasi eine Akademie nach der Akademie. Doch es hieß seine alte Einheit zu verlassen, gute Freunde zurück zulassen... und sogar noch etwas mehr.
Ärgerlich über sich selbst schüttelte er den Kopf. Das war nicht der Zeitpunkt um sentimental zu werden. Er riss sich zusammen und beantwortete die Frage des StarColonels.
"Er ist gut, sogar sehr gut. In der Zeit in der ich hier Ausbilder bin habe ich noch keinen Piloten gefunden der einen Mech so selbstsicher steuern konnte. Aber er ist kein Teamspieler und das wird ihm in einem realen Gefecht den Kopf kosten.“
Saschas Stimme war hart
Ein Lächeln erschien auf Josephs Bärengesicht "Du magst den Jungen, nicht wahr?“
"Was heißt mögen. Er ist ein talentierter Krieger. Es wäre Verschwendung wenn er durch eigene Dummheit stirbt. Verflixt Joseph, er ist gerade einmal 16, noch ein halbes Kind“
"So ein Kind wie Du warst als Du bei der Black 5 angefangen hattest?“
"Touché“ gab Sascha zurück und musste grinsen.
"Aber ich weiß was Du meinst, Sascha. Sie schicken uns ihre Akademie-Asse und verlangen dass wir in kürzester Zeit Elitekrieger aus ihnen machen. Das muss zwangläufig zu Problemen führen. Aber Du hast meine Frage noch nicht beantwortet."
Der Angesprochene überlegte einen Augenblick and grinste dann schief.
"Du hast Recht, Joseph. Ich mag ihn. Und ich will nicht dass er mir im ersten richtigen Gefecht draufgeht weil er sich in einer Einzelgänger Aktion in Schwierigkeiten bringt. Er wird lernen müssen Teil eines Teams zu sein… und dafür werde ich sorgen"
Joseph trank sein Glas aus und erhob sich aus dem Sessel "Ich muss weiter. Denk mal drüber nach was Du mit Casey machen wirst. Genug Druck kann ihn so formen wie nötig ist, aber zuviel Druck kann ihn auch brechen“
Er klopfe Sascha freundschaftlich auf die Schulter und verließ den Raum.
Dieser starrte noch minutenlang auf die geschlossene Tür bevor er seinen Bericht fertig schrieb und sein Büro verließ.
Es war bereits dunkel als er durch die Gänge des Stützpunktes lief. Die meisten Krieger waren bereits in den Kasernen. Ein Licht am Ende eines langen Ganges erregte Saschas Aufmerksamkeit. Es war das Licht der Sporthalle, doch normalerweise war um diese Uhrzeit die Halle nicht mehr besetzt. Neugierig lief er den Gang entlang und spähte durch die nur angelehnte Tür.
Mit einem konzentrierten Gesichtsausdruck und einem Katana fest in beiden Pfoten stand Casey in der Mitte der Halle und vollführte eine Kata. Seine Bewegungen kamen schnell und sauber und mit einiger Überraschung bemerkte Sascha das die Bewegungsabfolge die Casey vollführte zu einer der schwersten Katas gehörte. Als er geendet hatte schob er das Schwert mit einer schnellen Bewegung in den Gürtel zurück und sah zufällig in Richtung der Eingangstüre. Als er Sascha dort stehen sah versteifte er sich sichtlich. Trotz und militärische Etiquette rangen miteinander. Schließlich ging er in eine schlampige Hab Acht Stellung und salutierte.
Es war alles andere als ein militärisch korrekter Salut, doch Sascha ließ es vorerst dabei bewenden. Er nickte dem Jungen zu und ging in die angrenzenden Umkleideräume, wo er seine Uniform gegen ein schwarzes Gi tauschte. Aus einem der Spinde entnahm er zwei hölzerne Übungsschwerter. Eines der beiden Schwerter schob er sich in den Gürtel, das andere behielt er in der Pfote.
Danach kehrte er in die Halle zurück wo Casey mittlerweile auf einem Mattenwagen saß und hielt ihm das Schwert, das er in der Pfote trug, mit dem Griff voraus hin. Mit einem grimmigen Gesichtsausdruck nahm der junge Bär das Schwert, das ihm sein Vorgesetzter hinstreckte, schwang es prüfend durch die Luft und ging dann in eine offensive Stellung.
Saschas Waffe glitt in einer geschmeidigen Bewegung aus dem Gürtel und der StarCaptain sank in eine eher defensive Haltung.
Über die Klingen der Übungswaffen fixierten sich beide Kontrahenten.
Eine Weile umkreisten die beiden Kämpfer sich, dann war es Casey der zuerst in den Angriff ging. Sein Schwert zischte in weitem Bogen durch die Luft und wurde nur knapp von Saschas Klinge abgefangen. Bevor Sascha einen Vorteil daraus ziehen konnte, war sein Gegner bereits wieder in der Offensive. Erneut krachten die hölzernen Übungsschwerter aufeinander. Diesmal schaffte der Ältere den Schwung der hinter dem Schlag steckte gegen Casey zu kehren und zu kontern. Angriff folgte auf Angriff, Konter auf Konter. Eine Weile wogte der Kampf unentschieden hin und her, zwei beinahe gleichwertige Gegner hatten sich gefunden. Doch wenn es einen winzigen Vorteil im Können gab, lag dieser auf Caseys Seite.
Langsam aber sicher wurde Sascha von den wilden Attacken seines Gegners zurück gedrängt. Einen harten, auf seinen Hals gezielten Hieb, konnte er gerade noch abwehren, doch die Wucht des Schlages ließ ihn straucheln. Außer Balance geraten schlug er auf den Hallenboden. Der Aufprall trieb ihm die Luft aus den Lungen und schlug ihm das Schwert aus der Pfote.
Ein Ausdruck von Triumph und Befriedigung erschien auf Caseys Gesicht als er seinen Vorgesetzten zu Boden gehen sah. Doch genau dieser Triumph war es, der ihn eine Sekunde zu lang zögern ließ. Als er seine Waffe endlich im finalen Schlag nach unten sausen lies war Sascha bereits nicht mehr an der Stelle sondern er hatte sich zur Seite geworfen, und sein Schwert wieder gepackt, so das Caseys Schlag nur den Hallenboden traf.
In dieser Sekunde krachte Saschas Schwert hart in Caseys Rippen und stöhnend sackte der junge Bär in die Knie, mit den Armen seine verletzte Seite haltend. Sascha zog seine Klinge leicht an Caseys Kehle vorbei, ließ das Schwert vom Schwung weitertragen und deutet dann noch einen Abwärtsschlag gegen Caseys Nacken an. In einem realen Gefecht hätte der Schlag Caseys Kopf abgetrennt.
Schwer atmend senkte Sascha die Klinge, verbeugte sich kurz und schob die Waffe zurück in den Gürtel.
"Warum hast Du gezögert? Du hattest mich schon... und warst zu selbstsicher. Zu überheblich. Ein Kampf ist erst dann beendet wenn er beendet ist und keine Sekunde früher. Ich dachte das hättest Du begriffen“
Er streckte die Pfote aus um Casey wieder auf die Füße zu helfen, doch dieser übersah die Geste einfach und starrte seinen Vorgesetzten nur giftig an.
Langsam kam er auf die Füße, das Gesicht schmerzhaft verzerrt.
Schließlich brach er den Augenkontakt ab und stürmte ohne ein weiteres Wort aus der Halle.
Seufzend lies Sascha die Pfote sinken. Nachdem er die beiden Übungsschwerter verstaut, sich erneut geduscht und umgezogen hatte kehrte er in sein Apartment, das er auf dem Stützpunkt bewohnte, zurück.
Auch Casey war auf dem Weg zurück in das kleine Zimmer das ihm zugeteilt worden war. Seine Rippen schmerzten mit jedem kleinen Atemzug den er tat, was seine Laune nicht gerade hob. Da es schon spät geworden war schloss er leise die Tür hinter sich und ließ sich missmutig aufs Bett fallen, wo er eine Weile vor sich hingrübelte. Wieso nur nutzte der StarCaptain jede nur erdenkliche Möglichkeit aus um ihn zu blamieren?
In Gedanken versunken dauerte es eine Weile bis er das leise Klopfen an seiner Türe bemerkte.
"Ja?" schnappte er.
Die Tür öffnete sich ein wenig und Misha schob seinen Kopf durch den Spalt und lächelte verlegen.
"Na, auch noch wach? Darf ich reinkommen?"
Casey nickte und bedeutete Misha einzutreten. Der junge Polarbär war drei Jahre älter als er selbst und auf diesem Stützpunkt mit der einzige mit dem Casey sich von Anfang an gut verstanden hatte.
"Ich war noch in Sporthalle, ein wenig Frust ablassen. Naja und prompt tauchte 'er' wieder auf" brummte Casey
"Mit 'er' meinst Du vermutlich unseren StarCaptain nicht wahr?" Misha angelte sich einen Stuhl, drehte ihn um so das die Lehne nach vorne zeigte, bevor er sich darauf fallen lies.
Ein Nicken war die einzige Antwort
"Na komm erzähl schon. Deinem Gesichtsausdruck nach zu schließen ist eine Menge mehr schiefgegangen als nur die Tatsache, dass er Dir in Deine Kata geplatzt ist."
Erstaunt sah Casey hoch
"Wie kommst Du darauf?"
Misha verzog das Gesicht zu einem Grinsen "Hey, Du wirst mir das vermutlich nicht glauben, aber es gibt auf diesem Stützpunkt wirklich Leute die Dich mögen und die ein wenig hinter Deine trotzige Maske schauen können. Und ich behaupte mal einer davon zu sein."
"Du hast gesagt 'Leute'. Wer noch? Oder war das nur dahingesagt?"
"Nein, war es nicht. Es gibt zumindest noch eine Person von der ich das definitiv weiß. Und der Rest. Naja denen geht manchmal Deine hitzköpfige Art auf den Keks, aber ansonsten sind das keine schlechten Leute. Ich bin hier ja doch schon etwas länger als Du"
"Hmm, wer ist die andere Person?" Casey versuchte eine bequemere Position auf dem Bett zu finden und sog scharf die Luft ein als er dabei auf seinen schmerzenden Rippen landete. Mishas Augenbrauen hoben sich, aber für den Moment sagte er nichts. Dann schüttelte er den Kopf, sein Gesichtsaudruck plötzlich sehr ernst.
"Das kann ich Dir nicht sagen. Jetzt noch nicht. Aber Du wärest vermutlich überrascht. Naja vergessen wirs.."
Das Grinsen erschien wieder auf seinem Gesicht.
"Also… Erzählt Du mir jetzt was passiert ist oder muss ich die ganze Nacht hier rumsitzen?"
Casey schüttelte den Kopf und musste gegen seinen Willen grinsen "Du bist unmöglich."
Dann erzählte er seinem Freund was in der Halle vorgefallen war, den Übungskampf und dessen unrühmliches Ende und die Erniedrigung die ihm der StarCaptain verpasst hatte.
"Ich weiß nicht, Misha. Wieso hat der Kerl mich nur so auf dem Kieker? Andere bauen doch auch zwischendurch Mist, aber bei mir ist das immer gleich ein Weltuntergang und ich bekomme seine Laune immer voll ab." Seine Stimme bekam einen brüchigen Klang, als ob er kurz vor den Tränen stand "So ein blödes Arschloch."
Mishas Grinsen war schnell einem mitfühlenden Gesichtsausdruck gewichen, vor allem als die Rede auf den Schlag in die Rippen kam.
"Lass mal sehen" meinte er als Casey geendet hatte. Den Rest von Caseys Ausführung lies er wohlweißlich erst einmal unkommentiert.
Der Junge nickte und Misha schob dessen Gi und das T-Shirt etwas zur Seite um sich die Verletzung genauer anzusehen. Er verzog das Gesicht als er den großen Bluterguss sah, der selbst unter dem Fell problemlos zu erkennen war.
"Oh Mann hat der vielleicht einen Schlag drauf" murmelte er bei sich als er geschickt weiter die Seite abtastete. Neben seiner Ausbildung zum Mechkrieger hatte Misha eine Ausbildung zum Medtech. "Ich bin zwar kein Arzt, aber soweit ich es beurteilen kann ist nichts gebrochen. Aber Du hast einen Bluterguss von der Größe einer Bärenpfote und vermutlich eine geprellte Rippe. Du solltest morgen damit zum Stationsarzt damit er sich das noch einmal genauer ansieht."
"Was, zum Stationsarzt? Dann erfährt es doch gleich wieder der halbe Stützpunkt das mir Mr.Perfect eine verpasst hat" Er schüttelte den Kopf "Vergiss es!"
"Na schön. Wie Du meinst. Dann solltest Du aber wenigstens eine Salbe zum abschwellen und eine Bandage benutzen bis das wieder verheilt ist. Ich hab in meinem Zimmer noch genug davon rumfliegen" Er verschwand für einen kurzen Moment, dann kehrte er mit einigen Bandagen und einer großen Tube zurück und begann fachmännisch die Salbe aufzutragen. Als er fertig war, schlang er die Binde eng um Caseys Körper.
"Besser?"
Der Angesprochene stand vom Bett auf und machte versuchsweise einige Bewegungen.
"Ja. Tut immer noch weh, aber es ist besser. Viel besser. Danke"
"Kein Problem. Hör zu, wir müssen beide morgen wieder früh raus. Ich hau mich in mein Bett, in Ordnung?"
Misha zögerte etwas, dann umarmte er Casey sanft und machte sich dann auf den Weg zu seinem Zimmer.
"Wenn was ist, Du weiß wo Du mich finden kannst. Gute Nacht!"
Kurz vor der Tür blieb er noch einmal stehen.
"Versuch den Captain nicht zu hassen, okay? Er ist kein schlechter Kerl"
Casey Stimme bekam augenblicklich einen gepressten Klang. "Tut mir leid, Misha. Aber dazu ist es zu spät. Gute Nacht"
Traurig schüttelte Misha den Kopf als er den Raum verließ. Er hatte gehofft etwas auf Casey einwirken zu können, doch seine Wut auf den StarCaptain schien tief zu sitzen.
Die nächsten Tage nach dem Ereignis in der Sporthalle hatte Sascha vor allem mit Caseys Abneigung gegen ihn zu kämpfen. Der junge Mechkrieger weigerte sich beharrlich mehr als nur das absolut notwendigste mit seinem Vorgesetzten zu sprechen, trotz mehrerer Versuch von Seiten Saschas ein klärendes Gespräch zu führen. Caseys Simulatorergebnisse wurden zusehens schlechter und sein trotziger Blick bei den Nachbesprechungen brachten Sascha beinahe zur Weißglut.
Doch nicht nur Sascha wurde zunehmend missmutiger über den Jungen, auch bei seinen Kameraden stieß Caseys Verhalten immer mehr auf Ablehnung. Einzig Misha hielt zu ihm und die Freundschaft der beiden wurde zunehmend enger. Selten sah man einen der beiden alleine unterwegs.
Nach einer besonders miserabel verlaufenen Gefechtsübung langte es dem StarCaptain schließlich und in bestem Drill Sergeant Ton stauchte er Casey vor versammelter Mannschaft noch im Umkleideraum zusammen. Sein Anpfiff wurde allerdings jäh unterbrochen als das Jaulen des Gefechtsalarmes durch den Stützpunkt hallte und eine entnervend ruhige synthetische Frauenstimme stur immer wieder den selben Satz wiederholte.
"Achtung, der Stützpunkt wird angegriffen. Alle Mechkrieger zu ihren Maschinen. Dies ist keine Übung.“
Sofort drückte er die Senden Taste an seinem Armband Comp
"StarCaptain Sascha Jeretik an Zentrale. Bericht!”
"Mindestens eine Kompanie Mechs, unterstützt von Kampfflugzeugen und Fahrzeugen rückt von Norden her an. Keine Antwort auf Funksprüche. IFF negativ. Ich kann nur Vermutungen anstellen, aber es scheint sich um Konzerneinheiten zu handeln, die…“
"Vermuten sie nicht, stellen sie fest.“ Unterbrach Sascha barsch. "Stern 1 von Trinärstern Claw auf dem Weg zum Mechhangar. Sterne 2 und 3 sollen uns dort treffen. Out“
Während Sascha zu Trainingszeiten nur einen Stern betreute, kommandierte er im Einsatz den kompletten Claw Trinärstern, eine Kampfeinheit aus 15 schweren und überschweren BattleMechs.
Er ließ den Arm sinken und lies seinen Blick über die Mitglieder von Star 1 schweifen.
"In Ordnung Gentlemen. Es wird ernst. Packt Eure Sachen und auf zum Mechhangar. Der Rest der Einheit wird uns dort treffen.“
"Ja, Sir“
Alle Mechkrieger rafften schnell ihre Ausrüstung zusammen und auch Sascha machte sich daran seinen Neurohelm in eine Tasche zu stopfen, als erneut die Stimme der Zentrale durch den Stützpunkt hallte. Diesmal jedoch war die Stimme von Panik erfüllt.
"Achtung, feindlich Truppen sind in den Stützpunkt eingedrungen! Feindlich Truppen sind…“
Die Nachricht bracht mitten im Satz ab und es ließ nur einen Schluss zu. Die Zentrale war gestürmt worden.
Mit einem Fluch stürmte Sascha zum Waffenschrank, öffnete ihn und nahm eine kompakte, schallgedämpfte Maschinenpistole an sich. Mit einem Nicken forderte er den Rest der Einheit auf dasselbe zu tun. Er zog das Magazin aus dem Griff, überprüfte kurz die Bestückung, schob das Magazin zurück und lud durch. Zuletzt nahm er noch sein Katana aus dem Spind.
"Bleibt zusammen und gebt Euch gegenseitig Deckung. Wir werden uns vermutlich den Weg in den Hangar freikämpfen müssen. Los jetzt“
Geduckt führte Sascha seine kleine Truppe in Richtung Mechhangar. Zweimal konnten sie einer Patrouille durch einen Wartungsgang ausweichen, einer dritten liefen sie direkt in die Arme als sie aus einem der Gänge traten. Ein Schusswechsel war unvermeidlich, doch glücklicherweise hatte sie durch das plötzliche Auftauchen aus einem engen Seitengang das Überraschungsmoment auf ihrer Seite. Als die gegnerischen Soldaten ihre Waffen zur Gegenwehr hoben war es bereits zu spät. Zwei von ihnen wurden durch das Feuer aus fünf Maschinenpistolen umgemäht. der Dritte starb als Sascha die rasiermesserscharfe Klinge seines Katas aus dem Gürtel riss und dem Angreifer in den Leib rammte. Warmes Blut strömte über seine Pfote und sein Gegenüber brach ohne einen Laut zusammen.
Als er die blutige Klinge an der Uniform der Leiche abwischte fiel sein Blick auf das Abzeichen am Kragen. Eine Bärentatze die von grünem Feuer umspielt wurde, das Wappen der Helios Cooperation.
"Konzerntruppen“ zischte Sascha wütend als das Abzeichen abriss und seinen Leuten zeigte "Elende Söldner“
Er steckte sein Schwert zurück in den Gürtel und hob seine Waffe. "Weiter vorrücken und zusammenbleiben. Es ist nicht mehr weit“
Die Soldaten rückten weiter vor, als Saschas Armbandcomp einmal mehr vibrierte.
Er schlug auf die Empfangstaste
"StarCaptain Sascha Jeretik hört“
"Sascha… zum Glück.“ Keuchte die Stimme von StarCommander André Simmons Stimme durch die Leitung "Andy hier. Wir sitzen in der Scheiße. Knapp ein Duzend Konzernsöldner hat uns direkt gegenüber vom Hangartor festgenagelt. StarCommander Anderson ist angeschossen. Lange können wir uns die Kerle nicht mehr vom Leib halten.“
"Bleib ruhig. Wir sind auf dem Weg. Wir kommen östlich von Euch in den Hangar. Sobald wir auftauchen nehmen wir die Kerle in die Zange. Haltet Euch bereit, wir kommen in einer Minute“
Mit einer Handbewegung trieb Sascha seine Truppe zur Eile an und gemeinsam hetzten sie durch die teilweise labyrinthähnlichen Gänge. Unterwegs gab er die Informationen an alle weiter. Vor einer Stahltüre blieb er stehen und hob seinen Armbandcomp.
"Andy, wir sind da. Lenkt sie ab während wir ihnen in die Flanke fallen. Gebt ihnen alles was ihr noch habt. Jetzt!“
In dem Augenblick in dem er den Befehl gab, nahm das Feuergefecht auf der anderen Seite noch an Intensität zu.
"Los! Los! Los!“
Sascha schlug die schwere Tür auf und seine kleine Truppe stürmte die Halle. Die Konzerntruppen, die sich plötzlich einem Angriff von zwei Seiten ausgesetzt sahen, versuchten sich zurückzuziehen, doch sie kamen nicht weit. Als die Söldner sich umdrehten um den Angriff auf ihrer Flanke zustellen, stürmten Andy und seine Bären vor und erledigten die gegnerischen Soldaten.
"Oh Mann. Das war knapp, Sir"
Misha und Casey hoben ihre Waffen so das die Mündungen zur Decke zeigten und traten an Sascha heran, der an den Torkontrollen zum Hangar stand. Dieser nickte als er ein frisches Magazin in seine Maschinenpistole schob, die Waffe dann ins Holster zurückschob und die schmale Tasche mit dem Verbandmaterial von seinem Overall nahm.
" Ich schau was sich auf die schnelle bei Anderson machen lässt. Misha, da Anderson ausfällt, übernimmst Du das Kommando über Stern 3. Schnapp Dir Deine Leute und fahrt die Mechs hoch. Sobald ich zurückkomme sollen alle sofort bereit zum Ausrücken sein, verstanden?
"Ja, Sir"
Misha begann mit lauter Stimme die Piloten in den Hangar zu schicken und Sascha machte sich auf den Weg um nach dem verwundeten StarCommander zu sehen. In dieser Sekunde begannen sich die Ereignisse zu überschlagen.
Einer der Konzernsöldner, ein Polarbär, dessen ehemals weißes Fell blutverschmiert war, bewegte sich und hob mit letzter Kraft sein Sturmgewehr. Bevor irgendjemand etwas dagegen unternehmen zog er den Abzug durch und Schüsse knallten durch den Hangar. Misha, der immer noch dabei war die Truppen zu koordinieren, wurde von den großkalibrigen Geschossen voll in die Brust getroffen. Die Wucht der Treffer schleuderten ihn wie eine Stoffpuppe gegen das Hangartor. Als er stöhnend zusammenbrach hinterließ er eine breite Blutspur auf dem Metall, die keinen Zweifel an der Schwere seiner Verletzungen ließ.
"Misha! Oh Gott, NEIN!" Caseys Aufschrei durchschnitt den Raum. Mit wutverzerrten Gesicht eröffnete er das Feuer und pumpte ein komplettes Magazin in den dem am Boden liegenden Gegner. Als die Maschinenpistole mit einem hässlichen Schnappen blockiert ließ er die Waffe achtlos auf den Boden fallen, stürmte zu seinem angeschossenen Freund und sank neben ihm auf die Knie um ihm zu helfen.
Auch Sascha rannte zurück zu Misha der eindeutig schnellere Hilfe benötigte als Anderson. Doch es war zu spät. Mehrere Geschosse hatten Mishas Herz durchbohrt, der junge Bär war vermutlich schon tot gewesen als er auf dem Boden aufgeschlagen war. Für einen Moment schloss Sascha die Augen. Er wünschte sich auch die Ohren schließen zu können, vor allem Caseys Schluchzen über seinen toten Freund bohrte sich tief in sein Herz.
Als er eine Berührung an seiner Schulter spürte öffnete er die Augen und sah hoch. Andy war an ihn herangetreten und streckte die Pfote nach dem MediPack aus.
"Ich kümmere mich um Anderson. Er wird es überleben aber für den Kampf können wir ihn vergessen" sagte er leise und verschwand mit dem Verbandsset.
Sascha nickte und erhob sich. Er legte seinerseits eine Pfote auf Casey Schulter, der immer noch in Mishas Fell heulte. Er schluckte schwer, dann legte er all seine Autorität in seine Stimme. Er wusste ein harter Befehlston war notwendig um Casey aus seiner Lethargie zu reißen und er brauchte den Jungen und seinen Mech kampfbereit im Feld wenn sie überhaupt eine Chance haben wollten den Stützpunkt zu sichern.
"Mechkrieger Walker." sagte er kalt und seine Worte schmeckten wie Asche in seinem Mund "Reißen Sie sich zusammen. Sie können ihm nicht mehr helfen. Bewegen Sie sich sofort zu ihrem Mech und fahren Sie ihn hoch. Ich will in fünf Minuten Ihre Bereitschaftmeldung haben, verstanden?"
Casey starrte ihn einen Moment mit leerem Blick an, dann glomm eine kalte Wut in seinen eisblauen Augen auf. Er stand ruckartig auf und hielt den Blickkontakt noch einige Sekunden.
"Kalter Bastard" schleuderte er ihm entgegen bevor er zu seinem Archer Mech rannte.
Etwas Warmes ran Sascha über die Wange und hinterließ eine feuchte Spur in seinem Fell. Er machte sich nicht die Mühe seinen Tränen wegzuwischen als er ebenfalls zu seiner wartenden Kampfmaschine spurtete.
Der massige Kodiak Mech strahlte eine überwältigende Aura der Tödlichkeit und Überlegendheit aus, doch Sascha war sich noch nie so klein vorgekommen als er die Kettenleiter zum Cockpit hochkletterte. Er zwängte sich in die schmale Einstiegsluke und ließ sich auf die Pilotenliege fallen. Aus seiner Tasche entnahm seinen Neurohelm und legte ihn an. Anschließend verband er die Anschlüsse des Kühlanzuges mit den Kühlmittelleitungen an der Pilotenliege und fröstelte als die vertraute Kälte des Kühlmittels durch seinen Anzug drang.
Er schnallte sich auf der Pilotenliege fest und begann langsam und methodisch die Systeme des Kodiak hochzufahren.
Ein dumpfes Vibrieren ging durch die Maschine und eine Reihe LEDS auf der Konsole wechselten ihre Farbe von rot zu gelb als die Systeme ihre Arbeit aufnahmen.
"Kodiak 132-BC-78 aktiv. Stimmidentifizierung starten" forderte der Bordcomputer mit emotionsloser Stimme.
"StarCaptain Sascha Jeretik"
"Stimmusterabgleich erfolgt. Kennsatz eingeben"
"The only true peace for a warrior is death"
"Kennsatz bestätigt. Volle Kontrolle wird übergeben"
Sascha öffnete einen Kanal zu seiner Einheit.
"Claw Trinärstern. Hinter mir formieren und bereitmachen zum ausrücken. Stern 1 übernimmt die Führung. Sterne 2 und 3 sichern die Flanke. Bestätigung."
Nacheinander gaben die anderen Piloten ihre Bestätigung und Einsatzbereitschaft durch
"Casey?"
"Sir?" Die Stimme des jungen Bären klar gepresst. Vermutlich war er immer noch stinksauer auf seinen Vorgesetzten. 'Gut so' dachte Sascha bei sich. 'Solange er auf mich wütend ist, kommt er wenigstens nicht dazu an Misha zu denken'
"Wildfire, Du übernimmst übergangsweise Andersons Artillerie Stern und gibst uns Raketen Deckungsfeuer wenn notwendig, verstanden?"
In Caseys Stimme mischten sich Verwunderung und Wut über den Befehl und die Anrede mit seinem Callsign als er bestätigte, doch er hatte keine Zeit groß darüber nachzudenken als Sascha den Befehl zum ausrücken gab.
Dreizehn tödliche Kampfmaschinen durchschritten das Gelände um sich ihren Feinden zu stellen.
Sie mussten nicht lange suchen. Auch wenn die Sensoren der Mechs innerhalb des Stützpunktes fast nutzlos waren, konnte Saschas Trinärstern zwei Lanzen BattleMechs ausmachen die gerade dabei waren wichtige Gebäude anzugreifen und zu vernichten. Ein ziviler LKW der versuchte zu entkommen wurde von den Waffen der Mechs zerfetzt und ging in Flammen auf.
"So nicht, Freunde" knurrte er leise und bedrohlich bevor er Kontakt zu seiner Einheit aufnahm und mit ruhiger Stimme die Anweisung gab.
"Trinärstern Claw, bereithalten."
Er machte eine Kurze Pause als er den Plan kurz im Kopf noch einmal durchging.
Wildfire, gib uns mit Deinem Stern LRM Deckung, wir verlassen uns auf Dich. Der Rest folgt mir. Sternweise das Feuer konzentrieren und passt auf Euch auf. Andy, schnappt Euch die westliche Lanze, wir erledigen die östliche. Casey, halt Dich bereit"
Um die Einheit nicht unnötig zu verwirren wechselte er auf die Frequenz seines Sternes und gab die Reihenfolge der Ziele durch die sein Stern angreifen würde und wusste, dass Andy und Casey dasselbe taten.
Die großen Schritte der Mechs fraßen Distanz und Sascha zog das Fadenkreuz der Zielerfassung über den Mech der ihm nächsten war. Noch befand er sich außerhalb der optimalen Reichweite seiner Geschütze, doch das würde sich sehr schnell ändern. Neben ihm hatte der Rest seines Sternes bereits das Feuer eröffnet. Auch die gegnerischen Mech waren nicht untätig und blieben in ihrem Gegenfeuer nichts schuldig. LRMs kreischten auf grauen Rauchbahnen heran und schüttelten die Angreifer durch. Als sie näher rückten mischte sich Laser und Autokanonenfeuer unter die Raketen. Saschas Einheit verlor Panzerplatten, doch sie rückten unbeirrbar vor und nahm die Söldner weiter unter Beschuss. Das Fadenkreuz in Saschas Mech wechselte von rot zu gold und mit flammenden Geschützen griff der schwere Kodiak in den Kampf ein. Der wilde Ansturm zeigte Wirkung, die Mechs der Konzerntruppen wichen unter dem gnadenlosen Beschuss langsam zurück. Aufgrund der Gebäude geriet die Formation in Unordnung.
"Jetzt Wildfire, volle Breitseite."
Er hatte den Befehl noch nicht richtig ausgesprochen als die Ari Mechs das Feuer eröffneten und ihren Teil zur Verwirrung beitrugen. Der Rest des Gefechtes verlief schnell und hart. Zwei der Söldner Mechs wurden von den Raketen zerfetzt, der Rest von den Sternen 1 und 2 brutal auseinander genommen. Schreie drangen über den Funkt, er wusste nicht ob sie von seinen eigenen Leuten stammten oder von den Gegnern. Der letzte Mech, ein überschwerer Zeus, fiel als Sascha ihm im direkten Nahkampf die klauenbewehrte Faust des Kodiak direkt ins Cockpit rammte. Glas und Stahl zerbarst und der Pilot im Inneren des Cockpits wurde augenblicklich von der Gewalt des Schlages getötet. Der Zeus stand noch einen Augenblick regungslos da, als könne er nicht glauben, dass sein Pilot tot war, dann krachte die Maschine zu Boden. Voll mit Adrenalin und der Wirkung des Kampfes starrte Sascha knurrend einige lange Sekunden auf das Blut an den Klauen seines Mechs bevor er sich wieder unter Kontrolle bringen konnte.
"Trinärstern Claw, Schadenbericht."
"Stern 3 hier. Hauptsächlich Panzerschäden. Nigel hat sich eine LRM am Cockpit gefangen. Er ist etwas durchgeschüttelt und leicht verletzt, aber er ist noch kampfbereit."
"Danke, Casey. Stern 2, wie sieht es bei Euch aus?"
"Andy hier. Wir sind etwas gerupft. Panzerungsschäden und interne Beschädigungen bei Colin und mir. Colin fehlen zusätzlich noch 2 Wärmetauscher und ein schwerer Laser. Außerdem… "
Simmons zögerte einen Moment. Seine Stimme war tonlos als er weitersprach.
"Außerdem hat es Joan erwischt. Der Zeus den Du erledigt hast hat ihr vorher mit der PPC das Cockpit zerfetzt. Joan war sofort tot. Ansonsten sind wir kampfbereit."
"Verdammt. Tut mir leid, Andy." Im Augenblick konnte Sascha nicht mehr für seinen Freund tun.
Doch trotz der Verluste hatte sich Trinärstern Claw respektabel geschlagen.
"In Ordnung alle zusammen. Das war gute Arbeit. Danke für die Deckung, Stern 3, gut gemacht. Beobachtet weiter gegnerische Aktivitäten und bleibt auf der Hut. Das hier ist noch lange nicht vorbei"
Ohne auf Bestätigung zu warten, wechselte er auf die Stützpunktfrequenz
"Ice Claw Basis von Claw Trinärstern. Zwei Lanzen neutralisiert, leichte Verluste. Der Rest der gegnerischen Truppen noch auf Distanz. Ice Claw Basis, bitte um Statusbericht"
Die einzige Antwort bestand aus atmosphärischem Rauschen. Er versuchte es noch einmal.
"Ice Claw Basis von Claw Trinärstern. Erbitte Statusbericht"
Wieder gab es nur Rauschen.
"Ice Claw. Statusbericht. Verdammt Jungs, so langsam müsstet ihr doch klarkommen"
"Gib Dir keine Mühe, Junge" erklang eine kalte, weibliche Stimme. "Der Stützpunkt ist immer noch unter unserer Kontrolle. Euer Widerstand ist sinnlos"
Mit diesen Worten erschienen die roten Symbole zweier weiterer Mechlanzen auf dem äußeren Rand des Scanners. Sascha überlief ein kalter Schauer als er die Stimme wieder erkannte und Computer bestätigte seine Befürchtung, als dieser den Sender identifizierte.
Es war Star Colonel Ria Olivar, ehemalige Kommandeurin der Black 5 Assault Unit, der Einheit in der Sascha bis vor kurzer Zeit Dienst getan hatte. Und sie war Saschas Freund. Das konnte nicht wahr sein, oder doch? Fassungslos starrte er auf den riesigen Hauptmann der am äußeren Bereich seines Sichtfeldes auftauchte. Im Gegensatz zu den hellgrünen Maschinen der Helios Söldner die den Mech flankierten, war diese Maschine in einem stumpfen schwarz gehalten und über die Brust des Mechs waren blutrote Krallenspuren gemalt. Das Farbschema der Black 5. Diese Erkenntnis traf den jungen Mechkrieger wie ein Schlag.
"Ria? Was zum Teufel tust Du hier?"
Ein leises Lachen kam über die offene Frequenz.
"Sieht man das nicht, kleiner Sascha? Wir zerstören diese Monstrosität, dieses Dark Star Projekt, bevor noch schlimmeres passiert. Wir sollen uns mit anderen Spezies zusammentun? Das ist lächerlich. Warum sollten wir unsere Überlegenheit so aufs Spiel setzen indem wir uns mit anderen Spezies vermischen? Die Helios Cooperation hat genau das erkannt und den Kampf gegen diese Blasphemie aufgenommen. Gerade Du müsstest das doch am Besten wissen, nicht wahr?"
Diese Anspielung auf die Tatsache das er ein Hybrid war, eine Mischung aus Luchs und Bär und damit offenbar weniger wert ließ ihn vor Wut aufknurren und seine Pfoten ballten sich mit einer harten Faust um die Steuerknüppel. Schwach spürte er den Schmerz als die Wut seine Klauen vorschnellen lies und sich ihm tief ins eigene Fleisch bohrten.
Rias Stimme erklang erneut. Dieses Mal jedoch hatte die Stimme einen drängenden Klang.
"Ghostbear, hör mir zu. Komm zu uns. Deine kleine Schwäche stört uns nicht, ich habe Dich immer nur als Bär gesehen. Du wirst zu einer Elite gehören. Bitte Sascha, schließ Dich uns an. Zwing uns nicht dazu Dich zu töten."
"So wie ihr bereits Misha getötet habt? Oder Joan? Und all die anderen im Stützpunkt?" Saschas Stimme war eiskalt und gefühllos. "Da verzichte ich drauf, Ria. Das ist Wahnsinn. Bevor wir uns Dir und den faschistischen Ideen von Helios anschließen sterben wir lieber."
"Sascha, tu mir das nicht an!"
"Leb wohl, Ria!"
Er wollte gerade die Verbindung unterbrechen und den Befehl zu Angriff zu geben, als Ria noch einmal Kontakt aufnahm. Dieses Mal jedoch hatte die Stimme jegliche Wärme verloren.
"Hier spricht StarColonel Ria Olivar, Kommandant der Helios Truppen. Ich fordere den Kommandeur der Stützpunkt Verteidigung zu einem Besitztest im Kreis der Gleichen heraus, jetzt und hier. Nimmst Du die Herausforderung an?"
Caseys helle Stimme krachte durch einen privaten Kanal. "Sir, das kann ja wohl nicht ihr Ernst sein. Geben Sie den Befehl und wir blasen diese Idioten ins letzte Jahrtausend zurück. Lassen Sie sich nicht auf darauf ein. Der können Sie nicht trauen."
"Wildfire, ich habe Ihren Einwand zur Kenntnis genommen. Er wird abgelehnt. Ich muss annehmen, meine Ehre verlangt es. Und so kann ich hoffentlich noch mehr sinnlose Tote vermeiden." schnarrte Sascha und beendete die Verbindung zu Casey. Dann sprach er die formellen Worte
"StarColonel Ria Olivar, hier spricht StarCaptain Sascha Jeretik, Kommandant des Claw Trinärsterns. Ich nehme Deine Herausforderung an. Kein anderer mische sich in den Kreis der Krieger ein." Er pausierte kurz. "Ich fordere den Kampf bis zum Tod."
"Wie Du meinst, StarCaptain. Gut gehandelt und akzeptiert."
"Gut gehandelt und akzeptiert.
Hier gibt es mal eine Story vom Bären.. Vom Bären? Das ist in diesem Falle wörtlich zu nehmen, da ich die Story in einem fiktiven BT Universum angesetzt habe, einem Furry BattleTech Universum in dem Anthros die Hauptrolle spielen.
Damit ist die Sache semi-OT... aber da das Hauptthema immer noch die Mechs und die Mechkrieger sind, habe ich die Sache hierhin gepostet. Falls es doch falsch ist, bitte ich die Mods die Kiste zu verschieben.
Angefangen habe ich die Geschichte vor einer Weile um meinem Furry Char (Sascha 'ghostbear' Jeretik) etwas mehr Hintergrund zu geben. Die Sache ist immer noch ein WiP Projekt, vermutlich wird da in der nächsten Zeit noch etwas damit passieren.
Ich mir habe natürlich, um die Sache halbwegs nachvollziehbar zu halten einige künstlerische Freiheiten genommen.
Ich weiß das normale Bären weder schwitzigen können, noch haben sie eine ausgeprägte Mimik, noch haben sie einziehbare Krallen (Ich habe mich bei Wing Commander immer gefragt wie die Katzen ihre Jäger gesteurt haben mit den Krallen ;) )
Aber genug gelabert... hier ist das Machtwerk... Für Kritik erstelle ich noch einen extra Thread.
Nämlich genau hier: http://www.battletech.info/forum/thread.php?threadid=2355&sid=
Have Fun....
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"Scout 5 an Claw 1” ertönte die Stimme der Vorhut in Saschas Helmlautsprecher
"Claw 1 hört. Statusbericht“
"Haben hier sechs schwere und überschwere BattleMechs im Vormarsch auf ihre Position. Richtung 290. Entfernung 3 Klicks. Wiederhole. Verstärkte Lanze im Anmarsch auf Ihre Position.
"Verstanden Scout 5. Beobachten sie weiter, aber halten sie sich außer Reichweite. Claw übernimmt. Over.“
Sascha schaltete auf die Sternfrequenz und versuchte für seine jungen Sternkameraden ruhig und sachlich zu klingen. Claw Star war eine noch unerfahrene Einheit, die Anwesenheit einer verstärkten Lanze machte die Dinge nicht einfacher.
"In Ordnung, Claw Star. Ihr habt es gehört. Das ist unser Tanz. Der Gegner hat einen Vorteil in Masse und Anzahl. Es wird nicht einfach aber es ist zu schaffen.“
Er pausierte kurz um einen Blick auf den Scanner und die Karte zu werfen. Seine Augen durchforsteten das zerklüftete Gebiet vor ihnen. Dort. Ein schmaler Canyon durchzog das Gebiet. Seine Truppe aufzuteilen war riskant, doch wenn er es schaffte mit einem Teil seiner Einheit den Gegner zu umgehen und in die ungesicherte Flanke zu kommen würden die Chancen für dieses Gefecht deutlich besser stehen.
"Claw 2 und 3. Einen halben Klick südlich befindet sich ein kleines Tal. Versucht in die Flanke des Gegners zu gelangen. Wir verschaffen Euch die nötige Ablenkung.“
Er wartete die Bestätigung ab und sah die beide Timberwolf-Mechs abdrehen und sich auf den Weg zu ihrem Zielort machen. Diese Mechs waren beweglicher als der Rest seines Sternes und damit gut geeignet für einen Flankenangriff.
Die nächsten Befehle gingen an den Archer und den Longbow, die beiden Artillerie Mechs in seinem Stern.
Claw 4 und 5. Defensivposition 700 Meter hinter mir einnehmen. Sobald ihr gutes Schussfeld habt LRM Feuer legen. Lasst Euch bloß nicht in Nahkämpfe verwickeln. Ich rücke vor und spiele den Köder bis 2 und 3 den Gegner von der Seite aufrollen. Keine Mätzchen diesmal, Claw 4! Verstanden?
Gut. Bereit machen. Hier kommen sie“
Sascha beschleunigte seinen massigen Kodiak auf Höchstgeschwindigkeit und warf sich den angreifenden Mechs mit einem wilden Kampfschrei entgegen....
10 Minuten später war alles vorbei. Saschas halbe Konsole blinkte in einem grellen rot und der Bordcomputer meldete leidenschaftslos Panzerbrüche in allen Sektionen. Sein Mech starb, und es gab nichts was er dagegen unternehmen konnte. Er war alleine, seine Sternkameraden abgeschossen. Das hässliche Schnarren des Überhitzungsalarmes peinigte seine Ohren. Er schlug mit der Faust auf den Vetoschalter und feuerte eine weitere Breitseite auf feindlichen Zeus der sich vor ihm aufbaute. Die Temperatur in seinem Cockpit schoss auf einen neuen Höchststand und ließ den Bären aufkeuchen. Schweiß strömte über seinen Körper und nur das Polster des Neurohelmes verhinderte, dass er ihm in die Augen lief. Doch er sah mit Genugtuung wie sich seine Waffen in den gegnerischen Mech fraßen. Geschlagen kippte die gegnerische Maschine zur Seite und schlug schwer auf dem Boden auf. Sascha lächelte grimmig unter seinem Neurohelm, doch sein Hochgefühl währte nicht lange. Das letzte was er sah, als er sich seinem neuen Gegner zuwandte, war eine riesige Stahlfaust die auf sein Cockpit zuzuckte. Dann wurde es dunkel.
Fluchend schlug Sascha auf den Verschluss seines Gurtes, der ihn fest auf der Pilotenliege gehalten hatte und sprang aus der Simulatorkapsel. Sein braunes Fell war verschwitzt und klebte unter seinem Kühlanzug an seinem Körper. Er riss sich den schweren Neurohelm von seinen Schultern und warf ihn wütend einem Tech in die Arme. Durch die Wucht des Treffers ging dieser mitsamt dem Helm in die Knie.
Drei lange Schritte trugen ihn zu der Simulatorkapsel von Casey, Claw 4. Dieser war gerade dabei verschwitzt und auf wackligen Knien den Simulator zu verlassen, doch er kam nicht weit. Sascha packte ihn direkt am Kragen seines Anzugs und drückte den jungen Bären gegen die nächste Wand.
"Was verdammt noch mal ist los mit Dir?“ herrschte er den Piloten an "Was sollte die Rambo Nummer? Du führst ein Ari Mech, keinen Nahkämpfer. Deine Aufgabe war es zusammen mit Misha Deckungsfeuer zu liefern und Dich nicht ins Getümmel zu stürzen. Dadurch haben wir binnen einer Minute sowohl Deinen Mech als auch Mishas verloren und damit jegliches Unterstützungfeuer. Klar dass der Rest des Sternes keine Chance mehr hatte. Wäre das ein echtes Gefecht gewesen, dann wären wir jetzt alle durch Deine Inkompetenz tot! Wir sind hier nicht mehr auf der Akademie wo Du Deine Spielchen spielen kannst. Denk mal drüber nach, falls Du etwas zum denken findest“
Ruckartig ließ er den anderen Mechkrieger los, drehte sich zum Rest seines Sternes um, der inzwischen die Simulatorkapseln verlassen und sich um Sascha und Casey versammelt hatte.
Mit einer Pfote strich er sich eine auffällig graue Fellsträhne aus dem Gesicht und atmete einmal tief durch. Als er sich an die anderen Krieger wandte war seine Stimme ruhig, aber eiskalt.
"Lernt aus Caseys Fehler. So ein Desaster will ich nicht mehr erleben. Ihr anderen wart kein Stück besser als er, nachdem die Planung zum Teufel ging. Keine Einzelgänger Aktionen mehr. Ihr kämpft als Einheit. Oder ihr seid erledigt. Diese Simulation sollte Euch das eindrucksvoll gezeigt haben“
Saschas Stimme wurde seidenweich und er lächelte als er fortfuhr. In Anbetracht die Situation ein schlechtes Zeichen.
"Aber ich finde es schön dass ihr daran arbeiten wollt Eure Zusammenarbeit zu verbessern. Mir ist zu Ohren gekommen, dass ihr Euch freiwillig zum Küchendienst gemeldet habt. Sehr lobenswert.“
Entsetztes Gemurmel wurde von Sascha durch einen scharfen Blick im Keim erstickt
"Das wäre alles. Wegtreten.“
Eine halbe Stunde und eine Dusche später saß Sascha in seinem Büro und betrachtete seufzend die computergenerierte Aufzeichnung des Kampfes, während er die Bewertungen für die einzelnen Piloten schrieb. Vor allem für Casey würde der Bericht vernichtend werden. Er war ein verdammt guter Pilot aber ein Heißsporn, ein Einzelgänger. Der junge Bär war seit 4 Wochen Mitglied in seinem Stern. Seine Akademie Noten waren einwandfrei und seine Ausbilder bescheinigten ihm ein Naturtalent im Steuern eines Mechs. Einzelgefechte gegen seine Ausbilder absolvierte er geradezu beängstigend gut, häufig entschied er diese Gefechte für sich. Doch sobald es zum Thema Teamarbeit kam endete es im Allgemeinen in einer Katastrophe. Die heutige Übung hatte es gezeigt.
Sascha rieb sich die schmerzenden Schläfen.
‚Verdammt, ich werde zu alt für sowas’ dachte er bei sich, nur um eine Sekunde später bitter aufzulachen. Er war selbst noch jung, gerade einmal 26 Jahre alt. Doch 10 Jahre Erfahrung im Cockpit und einige Gefechte ließen einige Dinge anders aussehen.
Ein Klopfen an seiner Tür riss den jungen Offizier aus seinen Gedanken.
"Herein!“
Die Tür öffnete sich und eine stämmige, grauhaarige Gestalt schob sich durch die Öffnung. Sascha sprang auf die Füße und salutierte als er den Besucher erkannte.
"StarColonel Manderley. Was verschafft mir die Ehre Ihres Besuches?“
Dieser winkte ab und ließ sich in den Sessel vor Saschas Schreibtisch fallen.
"Keine Formalitäten. Ich bin quasi außer Dienst für heute.“
Sascha griff unter seinen Schreibtisch und holte zwei Whisky Gläser und eine Flasche Single Malt aus der Minibar.
Auf das Nicken seines Vorgesetzten und väterlichen Freundes goss er je zwei Fingerbreit der goldfarbenen Flüssigkeit in die Gläser
"Cheers“
Er nippte vorsichtig an seinem Getränk und stellte danach den Becher zurück auf den Tisch.
"Also, was bringt Dich zu mir, Joseph?“
Der Angesprochene nahm ebenfalls einen kleinen Schluck bevor er antwortete
"Ich muss mit Dir reden. Es geht um Casey.“
Sascha seufzte. So etwas in der Art hatte er schon erwartet. "Du meinst ich nehme den Neuen zu hart ran, richtig?“
Sein Gegenüber nickte kaum merklich. "Ja. Sieben Einsätze in den letzten neun Tagen, davon vier gegen eine überlegene Streitmacht. Casey wurde sechs Mal abgeschossen. Warum? Sascha, das sind nicht die Black 5. Das sind keine Veteranen sondern Rookies, frisch von der Akademie. Warum also diese Härte, besonders bei Casey?“
Josephs Erwähnung der Black 5, Saschas alter Einheit versetzte dem jungen StarCaptain einen Stich. Vor einem Jahr wurde er in seine aktuelle Position versetzt, zusammen mit einer Beförderung. Das Ziel war es geeignete Kandidaten für eine neue internationale Eingreiftruppe auszusuchen und vorzubereiten. Quasi eine Akademie nach der Akademie. Doch es hieß seine alte Einheit zu verlassen, gute Freunde zurück zulassen... und sogar noch etwas mehr.
Ärgerlich über sich selbst schüttelte er den Kopf. Das war nicht der Zeitpunkt um sentimental zu werden. Er riss sich zusammen und beantwortete die Frage des StarColonels.
"Er ist gut, sogar sehr gut. In der Zeit in der ich hier Ausbilder bin habe ich noch keinen Piloten gefunden der einen Mech so selbstsicher steuern konnte. Aber er ist kein Teamspieler und das wird ihm in einem realen Gefecht den Kopf kosten.“
Saschas Stimme war hart
Ein Lächeln erschien auf Josephs Bärengesicht "Du magst den Jungen, nicht wahr?“
"Was heißt mögen. Er ist ein talentierter Krieger. Es wäre Verschwendung wenn er durch eigene Dummheit stirbt. Verflixt Joseph, er ist gerade einmal 16, noch ein halbes Kind“
"So ein Kind wie Du warst als Du bei der Black 5 angefangen hattest?“
"Touché“ gab Sascha zurück und musste grinsen.
"Aber ich weiß was Du meinst, Sascha. Sie schicken uns ihre Akademie-Asse und verlangen dass wir in kürzester Zeit Elitekrieger aus ihnen machen. Das muss zwangläufig zu Problemen führen. Aber Du hast meine Frage noch nicht beantwortet."
Der Angesprochene überlegte einen Augenblick and grinste dann schief.
"Du hast Recht, Joseph. Ich mag ihn. Und ich will nicht dass er mir im ersten richtigen Gefecht draufgeht weil er sich in einer Einzelgänger Aktion in Schwierigkeiten bringt. Er wird lernen müssen Teil eines Teams zu sein… und dafür werde ich sorgen"
Joseph trank sein Glas aus und erhob sich aus dem Sessel "Ich muss weiter. Denk mal drüber nach was Du mit Casey machen wirst. Genug Druck kann ihn so formen wie nötig ist, aber zuviel Druck kann ihn auch brechen“
Er klopfe Sascha freundschaftlich auf die Schulter und verließ den Raum.
Dieser starrte noch minutenlang auf die geschlossene Tür bevor er seinen Bericht fertig schrieb und sein Büro verließ.
Es war bereits dunkel als er durch die Gänge des Stützpunktes lief. Die meisten Krieger waren bereits in den Kasernen. Ein Licht am Ende eines langen Ganges erregte Saschas Aufmerksamkeit. Es war das Licht der Sporthalle, doch normalerweise war um diese Uhrzeit die Halle nicht mehr besetzt. Neugierig lief er den Gang entlang und spähte durch die nur angelehnte Tür.
Mit einem konzentrierten Gesichtsausdruck und einem Katana fest in beiden Pfoten stand Casey in der Mitte der Halle und vollführte eine Kata. Seine Bewegungen kamen schnell und sauber und mit einiger Überraschung bemerkte Sascha das die Bewegungsabfolge die Casey vollführte zu einer der schwersten Katas gehörte. Als er geendet hatte schob er das Schwert mit einer schnellen Bewegung in den Gürtel zurück und sah zufällig in Richtung der Eingangstüre. Als er Sascha dort stehen sah versteifte er sich sichtlich. Trotz und militärische Etiquette rangen miteinander. Schließlich ging er in eine schlampige Hab Acht Stellung und salutierte.
Es war alles andere als ein militärisch korrekter Salut, doch Sascha ließ es vorerst dabei bewenden. Er nickte dem Jungen zu und ging in die angrenzenden Umkleideräume, wo er seine Uniform gegen ein schwarzes Gi tauschte. Aus einem der Spinde entnahm er zwei hölzerne Übungsschwerter. Eines der beiden Schwerter schob er sich in den Gürtel, das andere behielt er in der Pfote.
Danach kehrte er in die Halle zurück wo Casey mittlerweile auf einem Mattenwagen saß und hielt ihm das Schwert, das er in der Pfote trug, mit dem Griff voraus hin. Mit einem grimmigen Gesichtsausdruck nahm der junge Bär das Schwert, das ihm sein Vorgesetzter hinstreckte, schwang es prüfend durch die Luft und ging dann in eine offensive Stellung.
Saschas Waffe glitt in einer geschmeidigen Bewegung aus dem Gürtel und der StarCaptain sank in eine eher defensive Haltung.
Über die Klingen der Übungswaffen fixierten sich beide Kontrahenten.
Eine Weile umkreisten die beiden Kämpfer sich, dann war es Casey der zuerst in den Angriff ging. Sein Schwert zischte in weitem Bogen durch die Luft und wurde nur knapp von Saschas Klinge abgefangen. Bevor Sascha einen Vorteil daraus ziehen konnte, war sein Gegner bereits wieder in der Offensive. Erneut krachten die hölzernen Übungsschwerter aufeinander. Diesmal schaffte der Ältere den Schwung der hinter dem Schlag steckte gegen Casey zu kehren und zu kontern. Angriff folgte auf Angriff, Konter auf Konter. Eine Weile wogte der Kampf unentschieden hin und her, zwei beinahe gleichwertige Gegner hatten sich gefunden. Doch wenn es einen winzigen Vorteil im Können gab, lag dieser auf Caseys Seite.
Langsam aber sicher wurde Sascha von den wilden Attacken seines Gegners zurück gedrängt. Einen harten, auf seinen Hals gezielten Hieb, konnte er gerade noch abwehren, doch die Wucht des Schlages ließ ihn straucheln. Außer Balance geraten schlug er auf den Hallenboden. Der Aufprall trieb ihm die Luft aus den Lungen und schlug ihm das Schwert aus der Pfote.
Ein Ausdruck von Triumph und Befriedigung erschien auf Caseys Gesicht als er seinen Vorgesetzten zu Boden gehen sah. Doch genau dieser Triumph war es, der ihn eine Sekunde zu lang zögern ließ. Als er seine Waffe endlich im finalen Schlag nach unten sausen lies war Sascha bereits nicht mehr an der Stelle sondern er hatte sich zur Seite geworfen, und sein Schwert wieder gepackt, so das Caseys Schlag nur den Hallenboden traf.
In dieser Sekunde krachte Saschas Schwert hart in Caseys Rippen und stöhnend sackte der junge Bär in die Knie, mit den Armen seine verletzte Seite haltend. Sascha zog seine Klinge leicht an Caseys Kehle vorbei, ließ das Schwert vom Schwung weitertragen und deutet dann noch einen Abwärtsschlag gegen Caseys Nacken an. In einem realen Gefecht hätte der Schlag Caseys Kopf abgetrennt.
Schwer atmend senkte Sascha die Klinge, verbeugte sich kurz und schob die Waffe zurück in den Gürtel.
"Warum hast Du gezögert? Du hattest mich schon... und warst zu selbstsicher. Zu überheblich. Ein Kampf ist erst dann beendet wenn er beendet ist und keine Sekunde früher. Ich dachte das hättest Du begriffen“
Er streckte die Pfote aus um Casey wieder auf die Füße zu helfen, doch dieser übersah die Geste einfach und starrte seinen Vorgesetzten nur giftig an.
Langsam kam er auf die Füße, das Gesicht schmerzhaft verzerrt.
Schließlich brach er den Augenkontakt ab und stürmte ohne ein weiteres Wort aus der Halle.
Seufzend lies Sascha die Pfote sinken. Nachdem er die beiden Übungsschwerter verstaut, sich erneut geduscht und umgezogen hatte kehrte er in sein Apartment, das er auf dem Stützpunkt bewohnte, zurück.
Auch Casey war auf dem Weg zurück in das kleine Zimmer das ihm zugeteilt worden war. Seine Rippen schmerzten mit jedem kleinen Atemzug den er tat, was seine Laune nicht gerade hob. Da es schon spät geworden war schloss er leise die Tür hinter sich und ließ sich missmutig aufs Bett fallen, wo er eine Weile vor sich hingrübelte. Wieso nur nutzte der StarCaptain jede nur erdenkliche Möglichkeit aus um ihn zu blamieren?
In Gedanken versunken dauerte es eine Weile bis er das leise Klopfen an seiner Türe bemerkte.
"Ja?" schnappte er.
Die Tür öffnete sich ein wenig und Misha schob seinen Kopf durch den Spalt und lächelte verlegen.
"Na, auch noch wach? Darf ich reinkommen?"
Casey nickte und bedeutete Misha einzutreten. Der junge Polarbär war drei Jahre älter als er selbst und auf diesem Stützpunkt mit der einzige mit dem Casey sich von Anfang an gut verstanden hatte.
"Ich war noch in Sporthalle, ein wenig Frust ablassen. Naja und prompt tauchte 'er' wieder auf" brummte Casey
"Mit 'er' meinst Du vermutlich unseren StarCaptain nicht wahr?" Misha angelte sich einen Stuhl, drehte ihn um so das die Lehne nach vorne zeigte, bevor er sich darauf fallen lies.
Ein Nicken war die einzige Antwort
"Na komm erzähl schon. Deinem Gesichtsausdruck nach zu schließen ist eine Menge mehr schiefgegangen als nur die Tatsache, dass er Dir in Deine Kata geplatzt ist."
Erstaunt sah Casey hoch
"Wie kommst Du darauf?"
Misha verzog das Gesicht zu einem Grinsen "Hey, Du wirst mir das vermutlich nicht glauben, aber es gibt auf diesem Stützpunkt wirklich Leute die Dich mögen und die ein wenig hinter Deine trotzige Maske schauen können. Und ich behaupte mal einer davon zu sein."
"Du hast gesagt 'Leute'. Wer noch? Oder war das nur dahingesagt?"
"Nein, war es nicht. Es gibt zumindest noch eine Person von der ich das definitiv weiß. Und der Rest. Naja denen geht manchmal Deine hitzköpfige Art auf den Keks, aber ansonsten sind das keine schlechten Leute. Ich bin hier ja doch schon etwas länger als Du"
"Hmm, wer ist die andere Person?" Casey versuchte eine bequemere Position auf dem Bett zu finden und sog scharf die Luft ein als er dabei auf seinen schmerzenden Rippen landete. Mishas Augenbrauen hoben sich, aber für den Moment sagte er nichts. Dann schüttelte er den Kopf, sein Gesichtsaudruck plötzlich sehr ernst.
"Das kann ich Dir nicht sagen. Jetzt noch nicht. Aber Du wärest vermutlich überrascht. Naja vergessen wirs.."
Das Grinsen erschien wieder auf seinem Gesicht.
"Also… Erzählt Du mir jetzt was passiert ist oder muss ich die ganze Nacht hier rumsitzen?"
Casey schüttelte den Kopf und musste gegen seinen Willen grinsen "Du bist unmöglich."
Dann erzählte er seinem Freund was in der Halle vorgefallen war, den Übungskampf und dessen unrühmliches Ende und die Erniedrigung die ihm der StarCaptain verpasst hatte.
"Ich weiß nicht, Misha. Wieso hat der Kerl mich nur so auf dem Kieker? Andere bauen doch auch zwischendurch Mist, aber bei mir ist das immer gleich ein Weltuntergang und ich bekomme seine Laune immer voll ab." Seine Stimme bekam einen brüchigen Klang, als ob er kurz vor den Tränen stand "So ein blödes Arschloch."
Mishas Grinsen war schnell einem mitfühlenden Gesichtsausdruck gewichen, vor allem als die Rede auf den Schlag in die Rippen kam.
"Lass mal sehen" meinte er als Casey geendet hatte. Den Rest von Caseys Ausführung lies er wohlweißlich erst einmal unkommentiert.
Der Junge nickte und Misha schob dessen Gi und das T-Shirt etwas zur Seite um sich die Verletzung genauer anzusehen. Er verzog das Gesicht als er den großen Bluterguss sah, der selbst unter dem Fell problemlos zu erkennen war.
"Oh Mann hat der vielleicht einen Schlag drauf" murmelte er bei sich als er geschickt weiter die Seite abtastete. Neben seiner Ausbildung zum Mechkrieger hatte Misha eine Ausbildung zum Medtech. "Ich bin zwar kein Arzt, aber soweit ich es beurteilen kann ist nichts gebrochen. Aber Du hast einen Bluterguss von der Größe einer Bärenpfote und vermutlich eine geprellte Rippe. Du solltest morgen damit zum Stationsarzt damit er sich das noch einmal genauer ansieht."
"Was, zum Stationsarzt? Dann erfährt es doch gleich wieder der halbe Stützpunkt das mir Mr.Perfect eine verpasst hat" Er schüttelte den Kopf "Vergiss es!"
"Na schön. Wie Du meinst. Dann solltest Du aber wenigstens eine Salbe zum abschwellen und eine Bandage benutzen bis das wieder verheilt ist. Ich hab in meinem Zimmer noch genug davon rumfliegen" Er verschwand für einen kurzen Moment, dann kehrte er mit einigen Bandagen und einer großen Tube zurück und begann fachmännisch die Salbe aufzutragen. Als er fertig war, schlang er die Binde eng um Caseys Körper.
"Besser?"
Der Angesprochene stand vom Bett auf und machte versuchsweise einige Bewegungen.
"Ja. Tut immer noch weh, aber es ist besser. Viel besser. Danke"
"Kein Problem. Hör zu, wir müssen beide morgen wieder früh raus. Ich hau mich in mein Bett, in Ordnung?"
Misha zögerte etwas, dann umarmte er Casey sanft und machte sich dann auf den Weg zu seinem Zimmer.
"Wenn was ist, Du weiß wo Du mich finden kannst. Gute Nacht!"
Kurz vor der Tür blieb er noch einmal stehen.
"Versuch den Captain nicht zu hassen, okay? Er ist kein schlechter Kerl"
Casey Stimme bekam augenblicklich einen gepressten Klang. "Tut mir leid, Misha. Aber dazu ist es zu spät. Gute Nacht"
Traurig schüttelte Misha den Kopf als er den Raum verließ. Er hatte gehofft etwas auf Casey einwirken zu können, doch seine Wut auf den StarCaptain schien tief zu sitzen.
Die nächsten Tage nach dem Ereignis in der Sporthalle hatte Sascha vor allem mit Caseys Abneigung gegen ihn zu kämpfen. Der junge Mechkrieger weigerte sich beharrlich mehr als nur das absolut notwendigste mit seinem Vorgesetzten zu sprechen, trotz mehrerer Versuch von Seiten Saschas ein klärendes Gespräch zu führen. Caseys Simulatorergebnisse wurden zusehens schlechter und sein trotziger Blick bei den Nachbesprechungen brachten Sascha beinahe zur Weißglut.
Doch nicht nur Sascha wurde zunehmend missmutiger über den Jungen, auch bei seinen Kameraden stieß Caseys Verhalten immer mehr auf Ablehnung. Einzig Misha hielt zu ihm und die Freundschaft der beiden wurde zunehmend enger. Selten sah man einen der beiden alleine unterwegs.
Nach einer besonders miserabel verlaufenen Gefechtsübung langte es dem StarCaptain schließlich und in bestem Drill Sergeant Ton stauchte er Casey vor versammelter Mannschaft noch im Umkleideraum zusammen. Sein Anpfiff wurde allerdings jäh unterbrochen als das Jaulen des Gefechtsalarmes durch den Stützpunkt hallte und eine entnervend ruhige synthetische Frauenstimme stur immer wieder den selben Satz wiederholte.
"Achtung, der Stützpunkt wird angegriffen. Alle Mechkrieger zu ihren Maschinen. Dies ist keine Übung.“
Sofort drückte er die Senden Taste an seinem Armband Comp
"StarCaptain Sascha Jeretik an Zentrale. Bericht!”
"Mindestens eine Kompanie Mechs, unterstützt von Kampfflugzeugen und Fahrzeugen rückt von Norden her an. Keine Antwort auf Funksprüche. IFF negativ. Ich kann nur Vermutungen anstellen, aber es scheint sich um Konzerneinheiten zu handeln, die…“
"Vermuten sie nicht, stellen sie fest.“ Unterbrach Sascha barsch. "Stern 1 von Trinärstern Claw auf dem Weg zum Mechhangar. Sterne 2 und 3 sollen uns dort treffen. Out“
Während Sascha zu Trainingszeiten nur einen Stern betreute, kommandierte er im Einsatz den kompletten Claw Trinärstern, eine Kampfeinheit aus 15 schweren und überschweren BattleMechs.
Er ließ den Arm sinken und lies seinen Blick über die Mitglieder von Star 1 schweifen.
"In Ordnung Gentlemen. Es wird ernst. Packt Eure Sachen und auf zum Mechhangar. Der Rest der Einheit wird uns dort treffen.“
"Ja, Sir“
Alle Mechkrieger rafften schnell ihre Ausrüstung zusammen und auch Sascha machte sich daran seinen Neurohelm in eine Tasche zu stopfen, als erneut die Stimme der Zentrale durch den Stützpunkt hallte. Diesmal jedoch war die Stimme von Panik erfüllt.
"Achtung, feindlich Truppen sind in den Stützpunkt eingedrungen! Feindlich Truppen sind…“
Die Nachricht bracht mitten im Satz ab und es ließ nur einen Schluss zu. Die Zentrale war gestürmt worden.
Mit einem Fluch stürmte Sascha zum Waffenschrank, öffnete ihn und nahm eine kompakte, schallgedämpfte Maschinenpistole an sich. Mit einem Nicken forderte er den Rest der Einheit auf dasselbe zu tun. Er zog das Magazin aus dem Griff, überprüfte kurz die Bestückung, schob das Magazin zurück und lud durch. Zuletzt nahm er noch sein Katana aus dem Spind.
"Bleibt zusammen und gebt Euch gegenseitig Deckung. Wir werden uns vermutlich den Weg in den Hangar freikämpfen müssen. Los jetzt“
Geduckt führte Sascha seine kleine Truppe in Richtung Mechhangar. Zweimal konnten sie einer Patrouille durch einen Wartungsgang ausweichen, einer dritten liefen sie direkt in die Arme als sie aus einem der Gänge traten. Ein Schusswechsel war unvermeidlich, doch glücklicherweise hatte sie durch das plötzliche Auftauchen aus einem engen Seitengang das Überraschungsmoment auf ihrer Seite. Als die gegnerischen Soldaten ihre Waffen zur Gegenwehr hoben war es bereits zu spät. Zwei von ihnen wurden durch das Feuer aus fünf Maschinenpistolen umgemäht. der Dritte starb als Sascha die rasiermesserscharfe Klinge seines Katas aus dem Gürtel riss und dem Angreifer in den Leib rammte. Warmes Blut strömte über seine Pfote und sein Gegenüber brach ohne einen Laut zusammen.
Als er die blutige Klinge an der Uniform der Leiche abwischte fiel sein Blick auf das Abzeichen am Kragen. Eine Bärentatze die von grünem Feuer umspielt wurde, das Wappen der Helios Cooperation.
"Konzerntruppen“ zischte Sascha wütend als das Abzeichen abriss und seinen Leuten zeigte "Elende Söldner“
Er steckte sein Schwert zurück in den Gürtel und hob seine Waffe. "Weiter vorrücken und zusammenbleiben. Es ist nicht mehr weit“
Die Soldaten rückten weiter vor, als Saschas Armbandcomp einmal mehr vibrierte.
Er schlug auf die Empfangstaste
"StarCaptain Sascha Jeretik hört“
"Sascha… zum Glück.“ Keuchte die Stimme von StarCommander André Simmons Stimme durch die Leitung "Andy hier. Wir sitzen in der Scheiße. Knapp ein Duzend Konzernsöldner hat uns direkt gegenüber vom Hangartor festgenagelt. StarCommander Anderson ist angeschossen. Lange können wir uns die Kerle nicht mehr vom Leib halten.“
"Bleib ruhig. Wir sind auf dem Weg. Wir kommen östlich von Euch in den Hangar. Sobald wir auftauchen nehmen wir die Kerle in die Zange. Haltet Euch bereit, wir kommen in einer Minute“
Mit einer Handbewegung trieb Sascha seine Truppe zur Eile an und gemeinsam hetzten sie durch die teilweise labyrinthähnlichen Gänge. Unterwegs gab er die Informationen an alle weiter. Vor einer Stahltüre blieb er stehen und hob seinen Armbandcomp.
"Andy, wir sind da. Lenkt sie ab während wir ihnen in die Flanke fallen. Gebt ihnen alles was ihr noch habt. Jetzt!“
In dem Augenblick in dem er den Befehl gab, nahm das Feuergefecht auf der anderen Seite noch an Intensität zu.
"Los! Los! Los!“
Sascha schlug die schwere Tür auf und seine kleine Truppe stürmte die Halle. Die Konzerntruppen, die sich plötzlich einem Angriff von zwei Seiten ausgesetzt sahen, versuchten sich zurückzuziehen, doch sie kamen nicht weit. Als die Söldner sich umdrehten um den Angriff auf ihrer Flanke zustellen, stürmten Andy und seine Bären vor und erledigten die gegnerischen Soldaten.
"Oh Mann. Das war knapp, Sir"
Misha und Casey hoben ihre Waffen so das die Mündungen zur Decke zeigten und traten an Sascha heran, der an den Torkontrollen zum Hangar stand. Dieser nickte als er ein frisches Magazin in seine Maschinenpistole schob, die Waffe dann ins Holster zurückschob und die schmale Tasche mit dem Verbandmaterial von seinem Overall nahm.
" Ich schau was sich auf die schnelle bei Anderson machen lässt. Misha, da Anderson ausfällt, übernimmst Du das Kommando über Stern 3. Schnapp Dir Deine Leute und fahrt die Mechs hoch. Sobald ich zurückkomme sollen alle sofort bereit zum Ausrücken sein, verstanden?
"Ja, Sir"
Misha begann mit lauter Stimme die Piloten in den Hangar zu schicken und Sascha machte sich auf den Weg um nach dem verwundeten StarCommander zu sehen. In dieser Sekunde begannen sich die Ereignisse zu überschlagen.
Einer der Konzernsöldner, ein Polarbär, dessen ehemals weißes Fell blutverschmiert war, bewegte sich und hob mit letzter Kraft sein Sturmgewehr. Bevor irgendjemand etwas dagegen unternehmen zog er den Abzug durch und Schüsse knallten durch den Hangar. Misha, der immer noch dabei war die Truppen zu koordinieren, wurde von den großkalibrigen Geschossen voll in die Brust getroffen. Die Wucht der Treffer schleuderten ihn wie eine Stoffpuppe gegen das Hangartor. Als er stöhnend zusammenbrach hinterließ er eine breite Blutspur auf dem Metall, die keinen Zweifel an der Schwere seiner Verletzungen ließ.
"Misha! Oh Gott, NEIN!" Caseys Aufschrei durchschnitt den Raum. Mit wutverzerrten Gesicht eröffnete er das Feuer und pumpte ein komplettes Magazin in den dem am Boden liegenden Gegner. Als die Maschinenpistole mit einem hässlichen Schnappen blockiert ließ er die Waffe achtlos auf den Boden fallen, stürmte zu seinem angeschossenen Freund und sank neben ihm auf die Knie um ihm zu helfen.
Auch Sascha rannte zurück zu Misha der eindeutig schnellere Hilfe benötigte als Anderson. Doch es war zu spät. Mehrere Geschosse hatten Mishas Herz durchbohrt, der junge Bär war vermutlich schon tot gewesen als er auf dem Boden aufgeschlagen war. Für einen Moment schloss Sascha die Augen. Er wünschte sich auch die Ohren schließen zu können, vor allem Caseys Schluchzen über seinen toten Freund bohrte sich tief in sein Herz.
Als er eine Berührung an seiner Schulter spürte öffnete er die Augen und sah hoch. Andy war an ihn herangetreten und streckte die Pfote nach dem MediPack aus.
"Ich kümmere mich um Anderson. Er wird es überleben aber für den Kampf können wir ihn vergessen" sagte er leise und verschwand mit dem Verbandsset.
Sascha nickte und erhob sich. Er legte seinerseits eine Pfote auf Casey Schulter, der immer noch in Mishas Fell heulte. Er schluckte schwer, dann legte er all seine Autorität in seine Stimme. Er wusste ein harter Befehlston war notwendig um Casey aus seiner Lethargie zu reißen und er brauchte den Jungen und seinen Mech kampfbereit im Feld wenn sie überhaupt eine Chance haben wollten den Stützpunkt zu sichern.
"Mechkrieger Walker." sagte er kalt und seine Worte schmeckten wie Asche in seinem Mund "Reißen Sie sich zusammen. Sie können ihm nicht mehr helfen. Bewegen Sie sich sofort zu ihrem Mech und fahren Sie ihn hoch. Ich will in fünf Minuten Ihre Bereitschaftmeldung haben, verstanden?"
Casey starrte ihn einen Moment mit leerem Blick an, dann glomm eine kalte Wut in seinen eisblauen Augen auf. Er stand ruckartig auf und hielt den Blickkontakt noch einige Sekunden.
"Kalter Bastard" schleuderte er ihm entgegen bevor er zu seinem Archer Mech rannte.
Etwas Warmes ran Sascha über die Wange und hinterließ eine feuchte Spur in seinem Fell. Er machte sich nicht die Mühe seinen Tränen wegzuwischen als er ebenfalls zu seiner wartenden Kampfmaschine spurtete.
Der massige Kodiak Mech strahlte eine überwältigende Aura der Tödlichkeit und Überlegendheit aus, doch Sascha war sich noch nie so klein vorgekommen als er die Kettenleiter zum Cockpit hochkletterte. Er zwängte sich in die schmale Einstiegsluke und ließ sich auf die Pilotenliege fallen. Aus seiner Tasche entnahm seinen Neurohelm und legte ihn an. Anschließend verband er die Anschlüsse des Kühlanzuges mit den Kühlmittelleitungen an der Pilotenliege und fröstelte als die vertraute Kälte des Kühlmittels durch seinen Anzug drang.
Er schnallte sich auf der Pilotenliege fest und begann langsam und methodisch die Systeme des Kodiak hochzufahren.
Ein dumpfes Vibrieren ging durch die Maschine und eine Reihe LEDS auf der Konsole wechselten ihre Farbe von rot zu gelb als die Systeme ihre Arbeit aufnahmen.
"Kodiak 132-BC-78 aktiv. Stimmidentifizierung starten" forderte der Bordcomputer mit emotionsloser Stimme.
"StarCaptain Sascha Jeretik"
"Stimmusterabgleich erfolgt. Kennsatz eingeben"
"The only true peace for a warrior is death"
"Kennsatz bestätigt. Volle Kontrolle wird übergeben"
Sascha öffnete einen Kanal zu seiner Einheit.
"Claw Trinärstern. Hinter mir formieren und bereitmachen zum ausrücken. Stern 1 übernimmt die Führung. Sterne 2 und 3 sichern die Flanke. Bestätigung."
Nacheinander gaben die anderen Piloten ihre Bestätigung und Einsatzbereitschaft durch
"Casey?"
"Sir?" Die Stimme des jungen Bären klar gepresst. Vermutlich war er immer noch stinksauer auf seinen Vorgesetzten. 'Gut so' dachte Sascha bei sich. 'Solange er auf mich wütend ist, kommt er wenigstens nicht dazu an Misha zu denken'
"Wildfire, Du übernimmst übergangsweise Andersons Artillerie Stern und gibst uns Raketen Deckungsfeuer wenn notwendig, verstanden?"
In Caseys Stimme mischten sich Verwunderung und Wut über den Befehl und die Anrede mit seinem Callsign als er bestätigte, doch er hatte keine Zeit groß darüber nachzudenken als Sascha den Befehl zum ausrücken gab.
Dreizehn tödliche Kampfmaschinen durchschritten das Gelände um sich ihren Feinden zu stellen.
Sie mussten nicht lange suchen. Auch wenn die Sensoren der Mechs innerhalb des Stützpunktes fast nutzlos waren, konnte Saschas Trinärstern zwei Lanzen BattleMechs ausmachen die gerade dabei waren wichtige Gebäude anzugreifen und zu vernichten. Ein ziviler LKW der versuchte zu entkommen wurde von den Waffen der Mechs zerfetzt und ging in Flammen auf.
"So nicht, Freunde" knurrte er leise und bedrohlich bevor er Kontakt zu seiner Einheit aufnahm und mit ruhiger Stimme die Anweisung gab.
"Trinärstern Claw, bereithalten."
Er machte eine Kurze Pause als er den Plan kurz im Kopf noch einmal durchging.
Wildfire, gib uns mit Deinem Stern LRM Deckung, wir verlassen uns auf Dich. Der Rest folgt mir. Sternweise das Feuer konzentrieren und passt auf Euch auf. Andy, schnappt Euch die westliche Lanze, wir erledigen die östliche. Casey, halt Dich bereit"
Um die Einheit nicht unnötig zu verwirren wechselte er auf die Frequenz seines Sternes und gab die Reihenfolge der Ziele durch die sein Stern angreifen würde und wusste, dass Andy und Casey dasselbe taten.
Die großen Schritte der Mechs fraßen Distanz und Sascha zog das Fadenkreuz der Zielerfassung über den Mech der ihm nächsten war. Noch befand er sich außerhalb der optimalen Reichweite seiner Geschütze, doch das würde sich sehr schnell ändern. Neben ihm hatte der Rest seines Sternes bereits das Feuer eröffnet. Auch die gegnerischen Mech waren nicht untätig und blieben in ihrem Gegenfeuer nichts schuldig. LRMs kreischten auf grauen Rauchbahnen heran und schüttelten die Angreifer durch. Als sie näher rückten mischte sich Laser und Autokanonenfeuer unter die Raketen. Saschas Einheit verlor Panzerplatten, doch sie rückten unbeirrbar vor und nahm die Söldner weiter unter Beschuss. Das Fadenkreuz in Saschas Mech wechselte von rot zu gold und mit flammenden Geschützen griff der schwere Kodiak in den Kampf ein. Der wilde Ansturm zeigte Wirkung, die Mechs der Konzerntruppen wichen unter dem gnadenlosen Beschuss langsam zurück. Aufgrund der Gebäude geriet die Formation in Unordnung.
"Jetzt Wildfire, volle Breitseite."
Er hatte den Befehl noch nicht richtig ausgesprochen als die Ari Mechs das Feuer eröffneten und ihren Teil zur Verwirrung beitrugen. Der Rest des Gefechtes verlief schnell und hart. Zwei der Söldner Mechs wurden von den Raketen zerfetzt, der Rest von den Sternen 1 und 2 brutal auseinander genommen. Schreie drangen über den Funkt, er wusste nicht ob sie von seinen eigenen Leuten stammten oder von den Gegnern. Der letzte Mech, ein überschwerer Zeus, fiel als Sascha ihm im direkten Nahkampf die klauenbewehrte Faust des Kodiak direkt ins Cockpit rammte. Glas und Stahl zerbarst und der Pilot im Inneren des Cockpits wurde augenblicklich von der Gewalt des Schlages getötet. Der Zeus stand noch einen Augenblick regungslos da, als könne er nicht glauben, dass sein Pilot tot war, dann krachte die Maschine zu Boden. Voll mit Adrenalin und der Wirkung des Kampfes starrte Sascha knurrend einige lange Sekunden auf das Blut an den Klauen seines Mechs bevor er sich wieder unter Kontrolle bringen konnte.
"Trinärstern Claw, Schadenbericht."
"Stern 3 hier. Hauptsächlich Panzerschäden. Nigel hat sich eine LRM am Cockpit gefangen. Er ist etwas durchgeschüttelt und leicht verletzt, aber er ist noch kampfbereit."
"Danke, Casey. Stern 2, wie sieht es bei Euch aus?"
"Andy hier. Wir sind etwas gerupft. Panzerungsschäden und interne Beschädigungen bei Colin und mir. Colin fehlen zusätzlich noch 2 Wärmetauscher und ein schwerer Laser. Außerdem… "
Simmons zögerte einen Moment. Seine Stimme war tonlos als er weitersprach.
"Außerdem hat es Joan erwischt. Der Zeus den Du erledigt hast hat ihr vorher mit der PPC das Cockpit zerfetzt. Joan war sofort tot. Ansonsten sind wir kampfbereit."
"Verdammt. Tut mir leid, Andy." Im Augenblick konnte Sascha nicht mehr für seinen Freund tun.
Doch trotz der Verluste hatte sich Trinärstern Claw respektabel geschlagen.
"In Ordnung alle zusammen. Das war gute Arbeit. Danke für die Deckung, Stern 3, gut gemacht. Beobachtet weiter gegnerische Aktivitäten und bleibt auf der Hut. Das hier ist noch lange nicht vorbei"
Ohne auf Bestätigung zu warten, wechselte er auf die Stützpunktfrequenz
"Ice Claw Basis von Claw Trinärstern. Zwei Lanzen neutralisiert, leichte Verluste. Der Rest der gegnerischen Truppen noch auf Distanz. Ice Claw Basis, bitte um Statusbericht"
Die einzige Antwort bestand aus atmosphärischem Rauschen. Er versuchte es noch einmal.
"Ice Claw Basis von Claw Trinärstern. Erbitte Statusbericht"
Wieder gab es nur Rauschen.
"Ice Claw. Statusbericht. Verdammt Jungs, so langsam müsstet ihr doch klarkommen"
"Gib Dir keine Mühe, Junge" erklang eine kalte, weibliche Stimme. "Der Stützpunkt ist immer noch unter unserer Kontrolle. Euer Widerstand ist sinnlos"
Mit diesen Worten erschienen die roten Symbole zweier weiterer Mechlanzen auf dem äußeren Rand des Scanners. Sascha überlief ein kalter Schauer als er die Stimme wieder erkannte und Computer bestätigte seine Befürchtung, als dieser den Sender identifizierte.
Es war Star Colonel Ria Olivar, ehemalige Kommandeurin der Black 5 Assault Unit, der Einheit in der Sascha bis vor kurzer Zeit Dienst getan hatte. Und sie war Saschas Freund. Das konnte nicht wahr sein, oder doch? Fassungslos starrte er auf den riesigen Hauptmann der am äußeren Bereich seines Sichtfeldes auftauchte. Im Gegensatz zu den hellgrünen Maschinen der Helios Söldner die den Mech flankierten, war diese Maschine in einem stumpfen schwarz gehalten und über die Brust des Mechs waren blutrote Krallenspuren gemalt. Das Farbschema der Black 5. Diese Erkenntnis traf den jungen Mechkrieger wie ein Schlag.
"Ria? Was zum Teufel tust Du hier?"
Ein leises Lachen kam über die offene Frequenz.
"Sieht man das nicht, kleiner Sascha? Wir zerstören diese Monstrosität, dieses Dark Star Projekt, bevor noch schlimmeres passiert. Wir sollen uns mit anderen Spezies zusammentun? Das ist lächerlich. Warum sollten wir unsere Überlegenheit so aufs Spiel setzen indem wir uns mit anderen Spezies vermischen? Die Helios Cooperation hat genau das erkannt und den Kampf gegen diese Blasphemie aufgenommen. Gerade Du müsstest das doch am Besten wissen, nicht wahr?"
Diese Anspielung auf die Tatsache das er ein Hybrid war, eine Mischung aus Luchs und Bär und damit offenbar weniger wert ließ ihn vor Wut aufknurren und seine Pfoten ballten sich mit einer harten Faust um die Steuerknüppel. Schwach spürte er den Schmerz als die Wut seine Klauen vorschnellen lies und sich ihm tief ins eigene Fleisch bohrten.
Rias Stimme erklang erneut. Dieses Mal jedoch hatte die Stimme einen drängenden Klang.
"Ghostbear, hör mir zu. Komm zu uns. Deine kleine Schwäche stört uns nicht, ich habe Dich immer nur als Bär gesehen. Du wirst zu einer Elite gehören. Bitte Sascha, schließ Dich uns an. Zwing uns nicht dazu Dich zu töten."
"So wie ihr bereits Misha getötet habt? Oder Joan? Und all die anderen im Stützpunkt?" Saschas Stimme war eiskalt und gefühllos. "Da verzichte ich drauf, Ria. Das ist Wahnsinn. Bevor wir uns Dir und den faschistischen Ideen von Helios anschließen sterben wir lieber."
"Sascha, tu mir das nicht an!"
"Leb wohl, Ria!"
Er wollte gerade die Verbindung unterbrechen und den Befehl zu Angriff zu geben, als Ria noch einmal Kontakt aufnahm. Dieses Mal jedoch hatte die Stimme jegliche Wärme verloren.
"Hier spricht StarColonel Ria Olivar, Kommandant der Helios Truppen. Ich fordere den Kommandeur der Stützpunkt Verteidigung zu einem Besitztest im Kreis der Gleichen heraus, jetzt und hier. Nimmst Du die Herausforderung an?"
Caseys helle Stimme krachte durch einen privaten Kanal. "Sir, das kann ja wohl nicht ihr Ernst sein. Geben Sie den Befehl und wir blasen diese Idioten ins letzte Jahrtausend zurück. Lassen Sie sich nicht auf darauf ein. Der können Sie nicht trauen."
"Wildfire, ich habe Ihren Einwand zur Kenntnis genommen. Er wird abgelehnt. Ich muss annehmen, meine Ehre verlangt es. Und so kann ich hoffentlich noch mehr sinnlose Tote vermeiden." schnarrte Sascha und beendete die Verbindung zu Casey. Dann sprach er die formellen Worte
"StarColonel Ria Olivar, hier spricht StarCaptain Sascha Jeretik, Kommandant des Claw Trinärsterns. Ich nehme Deine Herausforderung an. Kein anderer mische sich in den Kreis der Krieger ein." Er pausierte kurz. "Ich fordere den Kampf bis zum Tod."
"Wie Du meinst, StarCaptain. Gut gehandelt und akzeptiert."
"Gut gehandelt und akzeptiert.