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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [WIP] [Halb-OT] Ghostbear's Story - Furry BattleTech


Ghostbear
21.08.2005, 14:06
Aloha...

Hier gibt es mal eine Story vom Bären.. Vom Bären? Das ist in diesem Falle wörtlich zu nehmen, da ich die Story in einem fiktiven BT Universum angesetzt habe, einem Furry BattleTech Universum in dem Anthros die Hauptrolle spielen.
Damit ist die Sache semi-OT... aber da das Hauptthema immer noch die Mechs und die Mechkrieger sind, habe ich die Sache hierhin gepostet. Falls es doch falsch ist, bitte ich die Mods die Kiste zu verschieben.

Angefangen habe ich die Geschichte vor einer Weile um meinem Furry Char (Sascha 'ghostbear' Jeretik) etwas mehr Hintergrund zu geben. Die Sache ist immer noch ein WiP Projekt, vermutlich wird da in der nächsten Zeit noch etwas damit passieren.

Ich mir habe natürlich, um die Sache halbwegs nachvollziehbar zu halten einige künstlerische Freiheiten genommen.
Ich weiß das normale Bären weder schwitzigen können, noch haben sie eine ausgeprägte Mimik, noch haben sie einziehbare Krallen (Ich habe mich bei Wing Commander immer gefragt wie die Katzen ihre Jäger gesteurt haben mit den Krallen ;) )

Aber genug gelabert... hier ist das Machtwerk... Für Kritik erstelle ich noch einen extra Thread.

Nämlich genau hier: http://www.battletech.info/forum/thread.php?threadid=2355&sid=

Have Fun....

__________________________________________________ ________

"Scout 5 an Claw 1” ertönte die Stimme der Vorhut in Saschas Helmlautsprecher
"Claw 1 hört. Statusbericht“
"Haben hier sechs schwere und überschwere BattleMechs im Vormarsch auf ihre Position. Richtung 290. Entfernung 3 Klicks. Wiederhole. Verstärkte Lanze im Anmarsch auf Ihre Position.
"Verstanden Scout 5. Beobachten sie weiter, aber halten sie sich außer Reichweite. Claw übernimmt. Over.“

Sascha schaltete auf die Sternfrequenz und versuchte für seine jungen Sternkameraden ruhig und sachlich zu klingen. Claw Star war eine noch unerfahrene Einheit, die Anwesenheit einer verstärkten Lanze machte die Dinge nicht einfacher.
"In Ordnung, Claw Star. Ihr habt es gehört. Das ist unser Tanz. Der Gegner hat einen Vorteil in Masse und Anzahl. Es wird nicht einfach aber es ist zu schaffen.“
Er pausierte kurz um einen Blick auf den Scanner und die Karte zu werfen. Seine Augen durchforsteten das zerklüftete Gebiet vor ihnen. Dort. Ein schmaler Canyon durchzog das Gebiet. Seine Truppe aufzuteilen war riskant, doch wenn er es schaffte mit einem Teil seiner Einheit den Gegner zu umgehen und in die ungesicherte Flanke zu kommen würden die Chancen für dieses Gefecht deutlich besser stehen.
"Claw 2 und 3. Einen halben Klick südlich befindet sich ein kleines Tal. Versucht in die Flanke des Gegners zu gelangen. Wir verschaffen Euch die nötige Ablenkung.“
Er wartete die Bestätigung ab und sah die beide Timberwolf-Mechs abdrehen und sich auf den Weg zu ihrem Zielort machen. Diese Mechs waren beweglicher als der Rest seines Sternes und damit gut geeignet für einen Flankenangriff.
Die nächsten Befehle gingen an den Archer und den Longbow, die beiden Artillerie Mechs in seinem Stern.
Claw 4 und 5. Defensivposition 700 Meter hinter mir einnehmen. Sobald ihr gutes Schussfeld habt LRM Feuer legen. Lasst Euch bloß nicht in Nahkämpfe verwickeln. Ich rücke vor und spiele den Köder bis 2 und 3 den Gegner von der Seite aufrollen. Keine Mätzchen diesmal, Claw 4! Verstanden?

Gut. Bereit machen. Hier kommen sie“

Sascha beschleunigte seinen massigen Kodiak auf Höchstgeschwindigkeit und warf sich den angreifenden Mechs mit einem wilden Kampfschrei entgegen....

10 Minuten später war alles vorbei. Saschas halbe Konsole blinkte in einem grellen rot und der Bordcomputer meldete leidenschaftslos Panzerbrüche in allen Sektionen. Sein Mech starb, und es gab nichts was er dagegen unternehmen konnte. Er war alleine, seine Sternkameraden abgeschossen. Das hässliche Schnarren des Überhitzungsalarmes peinigte seine Ohren. Er schlug mit der Faust auf den Vetoschalter und feuerte eine weitere Breitseite auf feindlichen Zeus der sich vor ihm aufbaute. Die Temperatur in seinem Cockpit schoss auf einen neuen Höchststand und ließ den Bären aufkeuchen. Schweiß strömte über seinen Körper und nur das Polster des Neurohelmes verhinderte, dass er ihm in die Augen lief. Doch er sah mit Genugtuung wie sich seine Waffen in den gegnerischen Mech fraßen. Geschlagen kippte die gegnerische Maschine zur Seite und schlug schwer auf dem Boden auf. Sascha lächelte grimmig unter seinem Neurohelm, doch sein Hochgefühl währte nicht lange. Das letzte was er sah, als er sich seinem neuen Gegner zuwandte, war eine riesige Stahlfaust die auf sein Cockpit zuzuckte. Dann wurde es dunkel.

Fluchend schlug Sascha auf den Verschluss seines Gurtes, der ihn fest auf der Pilotenliege gehalten hatte und sprang aus der Simulatorkapsel. Sein braunes Fell war verschwitzt und klebte unter seinem Kühlanzug an seinem Körper. Er riss sich den schweren Neurohelm von seinen Schultern und warf ihn wütend einem Tech in die Arme. Durch die Wucht des Treffers ging dieser mitsamt dem Helm in die Knie.
Drei lange Schritte trugen ihn zu der Simulatorkapsel von Casey, Claw 4. Dieser war gerade dabei verschwitzt und auf wackligen Knien den Simulator zu verlassen, doch er kam nicht weit. Sascha packte ihn direkt am Kragen seines Anzugs und drückte den jungen Bären gegen die nächste Wand.
"Was verdammt noch mal ist los mit Dir?“ herrschte er den Piloten an "Was sollte die Rambo Nummer? Du führst ein Ari Mech, keinen Nahkämpfer. Deine Aufgabe war es zusammen mit Misha Deckungsfeuer zu liefern und Dich nicht ins Getümmel zu stürzen. Dadurch haben wir binnen einer Minute sowohl Deinen Mech als auch Mishas verloren und damit jegliches Unterstützungfeuer. Klar dass der Rest des Sternes keine Chance mehr hatte. Wäre das ein echtes Gefecht gewesen, dann wären wir jetzt alle durch Deine Inkompetenz tot! Wir sind hier nicht mehr auf der Akademie wo Du Deine Spielchen spielen kannst. Denk mal drüber nach, falls Du etwas zum denken findest“
Ruckartig ließ er den anderen Mechkrieger los, drehte sich zum Rest seines Sternes um, der inzwischen die Simulatorkapseln verlassen und sich um Sascha und Casey versammelt hatte.
Mit einer Pfote strich er sich eine auffällig graue Fellsträhne aus dem Gesicht und atmete einmal tief durch. Als er sich an die anderen Krieger wandte war seine Stimme ruhig, aber eiskalt.
"Lernt aus Caseys Fehler. So ein Desaster will ich nicht mehr erleben. Ihr anderen wart kein Stück besser als er, nachdem die Planung zum Teufel ging. Keine Einzelgänger Aktionen mehr. Ihr kämpft als Einheit. Oder ihr seid erledigt. Diese Simulation sollte Euch das eindrucksvoll gezeigt haben“
Saschas Stimme wurde seidenweich und er lächelte als er fortfuhr. In Anbetracht die Situation ein schlechtes Zeichen.
"Aber ich finde es schön dass ihr daran arbeiten wollt Eure Zusammenarbeit zu verbessern. Mir ist zu Ohren gekommen, dass ihr Euch freiwillig zum Küchendienst gemeldet habt. Sehr lobenswert.“
Entsetztes Gemurmel wurde von Sascha durch einen scharfen Blick im Keim erstickt
"Das wäre alles. Wegtreten.“

Eine halbe Stunde und eine Dusche später saß Sascha in seinem Büro und betrachtete seufzend die computergenerierte Aufzeichnung des Kampfes, während er die Bewertungen für die einzelnen Piloten schrieb. Vor allem für Casey würde der Bericht vernichtend werden. Er war ein verdammt guter Pilot aber ein Heißsporn, ein Einzelgänger. Der junge Bär war seit 4 Wochen Mitglied in seinem Stern. Seine Akademie Noten waren einwandfrei und seine Ausbilder bescheinigten ihm ein Naturtalent im Steuern eines Mechs. Einzelgefechte gegen seine Ausbilder absolvierte er geradezu beängstigend gut, häufig entschied er diese Gefechte für sich. Doch sobald es zum Thema Teamarbeit kam endete es im Allgemeinen in einer Katastrophe. Die heutige Übung hatte es gezeigt.
Sascha rieb sich die schmerzenden Schläfen.
‚Verdammt, ich werde zu alt für sowas’ dachte er bei sich, nur um eine Sekunde später bitter aufzulachen. Er war selbst noch jung, gerade einmal 26 Jahre alt. Doch 10 Jahre Erfahrung im Cockpit und einige Gefechte ließen einige Dinge anders aussehen.
Ein Klopfen an seiner Tür riss den jungen Offizier aus seinen Gedanken.
"Herein!“

Die Tür öffnete sich und eine stämmige, grauhaarige Gestalt schob sich durch die Öffnung. Sascha sprang auf die Füße und salutierte als er den Besucher erkannte.
"StarColonel Manderley. Was verschafft mir die Ehre Ihres Besuches?“
Dieser winkte ab und ließ sich in den Sessel vor Saschas Schreibtisch fallen.
"Keine Formalitäten. Ich bin quasi außer Dienst für heute.“

Sascha griff unter seinen Schreibtisch und holte zwei Whisky Gläser und eine Flasche Single Malt aus der Minibar.
Auf das Nicken seines Vorgesetzten und väterlichen Freundes goss er je zwei Fingerbreit der goldfarbenen Flüssigkeit in die Gläser
"Cheers“
Er nippte vorsichtig an seinem Getränk und stellte danach den Becher zurück auf den Tisch.
"Also, was bringt Dich zu mir, Joseph?“

Der Angesprochene nahm ebenfalls einen kleinen Schluck bevor er antwortete
"Ich muss mit Dir reden. Es geht um Casey.“
Sascha seufzte. So etwas in der Art hatte er schon erwartet. "Du meinst ich nehme den Neuen zu hart ran, richtig?“
Sein Gegenüber nickte kaum merklich. "Ja. Sieben Einsätze in den letzten neun Tagen, davon vier gegen eine überlegene Streitmacht. Casey wurde sechs Mal abgeschossen. Warum? Sascha, das sind nicht die Black 5. Das sind keine Veteranen sondern Rookies, frisch von der Akademie. Warum also diese Härte, besonders bei Casey?“

Josephs Erwähnung der Black 5, Saschas alter Einheit versetzte dem jungen StarCaptain einen Stich. Vor einem Jahr wurde er in seine aktuelle Position versetzt, zusammen mit einer Beförderung. Das Ziel war es geeignete Kandidaten für eine neue internationale Eingreiftruppe auszusuchen und vorzubereiten. Quasi eine Akademie nach der Akademie. Doch es hieß seine alte Einheit zu verlassen, gute Freunde zurück zulassen... und sogar noch etwas mehr.
Ärgerlich über sich selbst schüttelte er den Kopf. Das war nicht der Zeitpunkt um sentimental zu werden. Er riss sich zusammen und beantwortete die Frage des StarColonels.
"Er ist gut, sogar sehr gut. In der Zeit in der ich hier Ausbilder bin habe ich noch keinen Piloten gefunden der einen Mech so selbstsicher steuern konnte. Aber er ist kein Teamspieler und das wird ihm in einem realen Gefecht den Kopf kosten.“
Saschas Stimme war hart
Ein Lächeln erschien auf Josephs Bärengesicht "Du magst den Jungen, nicht wahr?“
"Was heißt mögen. Er ist ein talentierter Krieger. Es wäre Verschwendung wenn er durch eigene Dummheit stirbt. Verflixt Joseph, er ist gerade einmal 16, noch ein halbes Kind“
"So ein Kind wie Du warst als Du bei der Black 5 angefangen hattest?“
"Touché“ gab Sascha zurück und musste grinsen.
"Aber ich weiß was Du meinst, Sascha. Sie schicken uns ihre Akademie-Asse und verlangen dass wir in kürzester Zeit Elitekrieger aus ihnen machen. Das muss zwangläufig zu Problemen führen. Aber Du hast meine Frage noch nicht beantwortet."
Der Angesprochene überlegte einen Augenblick and grinste dann schief.
"Du hast Recht, Joseph. Ich mag ihn. Und ich will nicht dass er mir im ersten richtigen Gefecht draufgeht weil er sich in einer Einzelgänger Aktion in Schwierigkeiten bringt. Er wird lernen müssen Teil eines Teams zu sein… und dafür werde ich sorgen"
Joseph trank sein Glas aus und erhob sich aus dem Sessel "Ich muss weiter. Denk mal drüber nach was Du mit Casey machen wirst. Genug Druck kann ihn so formen wie nötig ist, aber zuviel Druck kann ihn auch brechen“
Er klopfe Sascha freundschaftlich auf die Schulter und verließ den Raum.
Dieser starrte noch minutenlang auf die geschlossene Tür bevor er seinen Bericht fertig schrieb und sein Büro verließ.

Es war bereits dunkel als er durch die Gänge des Stützpunktes lief. Die meisten Krieger waren bereits in den Kasernen. Ein Licht am Ende eines langen Ganges erregte Saschas Aufmerksamkeit. Es war das Licht der Sporthalle, doch normalerweise war um diese Uhrzeit die Halle nicht mehr besetzt. Neugierig lief er den Gang entlang und spähte durch die nur angelehnte Tür.
Mit einem konzentrierten Gesichtsausdruck und einem Katana fest in beiden Pfoten stand Casey in der Mitte der Halle und vollführte eine Kata. Seine Bewegungen kamen schnell und sauber und mit einiger Überraschung bemerkte Sascha das die Bewegungsabfolge die Casey vollführte zu einer der schwersten Katas gehörte. Als er geendet hatte schob er das Schwert mit einer schnellen Bewegung in den Gürtel zurück und sah zufällig in Richtung der Eingangstüre. Als er Sascha dort stehen sah versteifte er sich sichtlich. Trotz und militärische Etiquette rangen miteinander. Schließlich ging er in eine schlampige Hab Acht Stellung und salutierte.
Es war alles andere als ein militärisch korrekter Salut, doch Sascha ließ es vorerst dabei bewenden. Er nickte dem Jungen zu und ging in die angrenzenden Umkleideräume, wo er seine Uniform gegen ein schwarzes Gi tauschte. Aus einem der Spinde entnahm er zwei hölzerne Übungsschwerter. Eines der beiden Schwerter schob er sich in den Gürtel, das andere behielt er in der Pfote.
Danach kehrte er in die Halle zurück wo Casey mittlerweile auf einem Mattenwagen saß und hielt ihm das Schwert, das er in der Pfote trug, mit dem Griff voraus hin. Mit einem grimmigen Gesichtsausdruck nahm der junge Bär das Schwert, das ihm sein Vorgesetzter hinstreckte, schwang es prüfend durch die Luft und ging dann in eine offensive Stellung.
Saschas Waffe glitt in einer geschmeidigen Bewegung aus dem Gürtel und der StarCaptain sank in eine eher defensive Haltung.
Über die Klingen der Übungswaffen fixierten sich beide Kontrahenten.

Eine Weile umkreisten die beiden Kämpfer sich, dann war es Casey der zuerst in den Angriff ging. Sein Schwert zischte in weitem Bogen durch die Luft und wurde nur knapp von Saschas Klinge abgefangen. Bevor Sascha einen Vorteil daraus ziehen konnte, war sein Gegner bereits wieder in der Offensive. Erneut krachten die hölzernen Übungsschwerter aufeinander. Diesmal schaffte der Ältere den Schwung der hinter dem Schlag steckte gegen Casey zu kehren und zu kontern. Angriff folgte auf Angriff, Konter auf Konter. Eine Weile wogte der Kampf unentschieden hin und her, zwei beinahe gleichwertige Gegner hatten sich gefunden. Doch wenn es einen winzigen Vorteil im Können gab, lag dieser auf Caseys Seite.
Langsam aber sicher wurde Sascha von den wilden Attacken seines Gegners zurück gedrängt. Einen harten, auf seinen Hals gezielten Hieb, konnte er gerade noch abwehren, doch die Wucht des Schlages ließ ihn straucheln. Außer Balance geraten schlug er auf den Hallenboden. Der Aufprall trieb ihm die Luft aus den Lungen und schlug ihm das Schwert aus der Pfote.

Ein Ausdruck von Triumph und Befriedigung erschien auf Caseys Gesicht als er seinen Vorgesetzten zu Boden gehen sah. Doch genau dieser Triumph war es, der ihn eine Sekunde zu lang zögern ließ. Als er seine Waffe endlich im finalen Schlag nach unten sausen lies war Sascha bereits nicht mehr an der Stelle sondern er hatte sich zur Seite geworfen, und sein Schwert wieder gepackt, so das Caseys Schlag nur den Hallenboden traf.
In dieser Sekunde krachte Saschas Schwert hart in Caseys Rippen und stöhnend sackte der junge Bär in die Knie, mit den Armen seine verletzte Seite haltend. Sascha zog seine Klinge leicht an Caseys Kehle vorbei, ließ das Schwert vom Schwung weitertragen und deutet dann noch einen Abwärtsschlag gegen Caseys Nacken an. In einem realen Gefecht hätte der Schlag Caseys Kopf abgetrennt.

Schwer atmend senkte Sascha die Klinge, verbeugte sich kurz und schob die Waffe zurück in den Gürtel.
"Warum hast Du gezögert? Du hattest mich schon... und warst zu selbstsicher. Zu überheblich. Ein Kampf ist erst dann beendet wenn er beendet ist und keine Sekunde früher. Ich dachte das hättest Du begriffen“
Er streckte die Pfote aus um Casey wieder auf die Füße zu helfen, doch dieser übersah die Geste einfach und starrte seinen Vorgesetzten nur giftig an.
Langsam kam er auf die Füße, das Gesicht schmerzhaft verzerrt.
Schließlich brach er den Augenkontakt ab und stürmte ohne ein weiteres Wort aus der Halle.
Seufzend lies Sascha die Pfote sinken. Nachdem er die beiden Übungsschwerter verstaut, sich erneut geduscht und umgezogen hatte kehrte er in sein Apartment, das er auf dem Stützpunkt bewohnte, zurück.

Auch Casey war auf dem Weg zurück in das kleine Zimmer das ihm zugeteilt worden war. Seine Rippen schmerzten mit jedem kleinen Atemzug den er tat, was seine Laune nicht gerade hob. Da es schon spät geworden war schloss er leise die Tür hinter sich und ließ sich missmutig aufs Bett fallen, wo er eine Weile vor sich hingrübelte. Wieso nur nutzte der StarCaptain jede nur erdenkliche Möglichkeit aus um ihn zu blamieren?
In Gedanken versunken dauerte es eine Weile bis er das leise Klopfen an seiner Türe bemerkte.
"Ja?" schnappte er.
Die Tür öffnete sich ein wenig und Misha schob seinen Kopf durch den Spalt und lächelte verlegen.
"Na, auch noch wach? Darf ich reinkommen?"
Casey nickte und bedeutete Misha einzutreten. Der junge Polarbär war drei Jahre älter als er selbst und auf diesem Stützpunkt mit der einzige mit dem Casey sich von Anfang an gut verstanden hatte.
"Ich war noch in Sporthalle, ein wenig Frust ablassen. Naja und prompt tauchte 'er' wieder auf" brummte Casey
"Mit 'er' meinst Du vermutlich unseren StarCaptain nicht wahr?" Misha angelte sich einen Stuhl, drehte ihn um so das die Lehne nach vorne zeigte, bevor er sich darauf fallen lies.
Ein Nicken war die einzige Antwort
"Na komm erzähl schon. Deinem Gesichtsausdruck nach zu schließen ist eine Menge mehr schiefgegangen als nur die Tatsache, dass er Dir in Deine Kata geplatzt ist."
Erstaunt sah Casey hoch
"Wie kommst Du darauf?"
Misha verzog das Gesicht zu einem Grinsen "Hey, Du wirst mir das vermutlich nicht glauben, aber es gibt auf diesem Stützpunkt wirklich Leute die Dich mögen und die ein wenig hinter Deine trotzige Maske schauen können. Und ich behaupte mal einer davon zu sein."
"Du hast gesagt 'Leute'. Wer noch? Oder war das nur dahingesagt?"
"Nein, war es nicht. Es gibt zumindest noch eine Person von der ich das definitiv weiß. Und der Rest. Naja denen geht manchmal Deine hitzköpfige Art auf den Keks, aber ansonsten sind das keine schlechten Leute. Ich bin hier ja doch schon etwas länger als Du"
"Hmm, wer ist die andere Person?" Casey versuchte eine bequemere Position auf dem Bett zu finden und sog scharf die Luft ein als er dabei auf seinen schmerzenden Rippen landete. Mishas Augenbrauen hoben sich, aber für den Moment sagte er nichts. Dann schüttelte er den Kopf, sein Gesichtsaudruck plötzlich sehr ernst.
"Das kann ich Dir nicht sagen. Jetzt noch nicht. Aber Du wärest vermutlich überrascht. Naja vergessen wirs.."
Das Grinsen erschien wieder auf seinem Gesicht.
"Also… Erzählt Du mir jetzt was passiert ist oder muss ich die ganze Nacht hier rumsitzen?"
Casey schüttelte den Kopf und musste gegen seinen Willen grinsen "Du bist unmöglich."
Dann erzählte er seinem Freund was in der Halle vorgefallen war, den Übungskampf und dessen unrühmliches Ende und die Erniedrigung die ihm der StarCaptain verpasst hatte.
"Ich weiß nicht, Misha. Wieso hat der Kerl mich nur so auf dem Kieker? Andere bauen doch auch zwischendurch Mist, aber bei mir ist das immer gleich ein Weltuntergang und ich bekomme seine Laune immer voll ab." Seine Stimme bekam einen brüchigen Klang, als ob er kurz vor den Tränen stand "So ein blödes Arschloch."
Mishas Grinsen war schnell einem mitfühlenden Gesichtsausdruck gewichen, vor allem als die Rede auf den Schlag in die Rippen kam.
"Lass mal sehen" meinte er als Casey geendet hatte. Den Rest von Caseys Ausführung lies er wohlweißlich erst einmal unkommentiert.
Der Junge nickte und Misha schob dessen Gi und das T-Shirt etwas zur Seite um sich die Verletzung genauer anzusehen. Er verzog das Gesicht als er den großen Bluterguss sah, der selbst unter dem Fell problemlos zu erkennen war.
"Oh Mann hat der vielleicht einen Schlag drauf" murmelte er bei sich als er geschickt weiter die Seite abtastete. Neben seiner Ausbildung zum Mechkrieger hatte Misha eine Ausbildung zum Medtech. "Ich bin zwar kein Arzt, aber soweit ich es beurteilen kann ist nichts gebrochen. Aber Du hast einen Bluterguss von der Größe einer Bärenpfote und vermutlich eine geprellte Rippe. Du solltest morgen damit zum Stationsarzt damit er sich das noch einmal genauer ansieht."
"Was, zum Stationsarzt? Dann erfährt es doch gleich wieder der halbe Stützpunkt das mir Mr.Perfect eine verpasst hat" Er schüttelte den Kopf "Vergiss es!"
"Na schön. Wie Du meinst. Dann solltest Du aber wenigstens eine Salbe zum abschwellen und eine Bandage benutzen bis das wieder verheilt ist. Ich hab in meinem Zimmer noch genug davon rumfliegen" Er verschwand für einen kurzen Moment, dann kehrte er mit einigen Bandagen und einer großen Tube zurück und begann fachmännisch die Salbe aufzutragen. Als er fertig war, schlang er die Binde eng um Caseys Körper.
"Besser?"
Der Angesprochene stand vom Bett auf und machte versuchsweise einige Bewegungen.
"Ja. Tut immer noch weh, aber es ist besser. Viel besser. Danke"
"Kein Problem. Hör zu, wir müssen beide morgen wieder früh raus. Ich hau mich in mein Bett, in Ordnung?"
Misha zögerte etwas, dann umarmte er Casey sanft und machte sich dann auf den Weg zu seinem Zimmer.
"Wenn was ist, Du weiß wo Du mich finden kannst. Gute Nacht!"
Kurz vor der Tür blieb er noch einmal stehen.
"Versuch den Captain nicht zu hassen, okay? Er ist kein schlechter Kerl"
Casey Stimme bekam augenblicklich einen gepressten Klang. "Tut mir leid, Misha. Aber dazu ist es zu spät. Gute Nacht"
Traurig schüttelte Misha den Kopf als er den Raum verließ. Er hatte gehofft etwas auf Casey einwirken zu können, doch seine Wut auf den StarCaptain schien tief zu sitzen.

Die nächsten Tage nach dem Ereignis in der Sporthalle hatte Sascha vor allem mit Caseys Abneigung gegen ihn zu kämpfen. Der junge Mechkrieger weigerte sich beharrlich mehr als nur das absolut notwendigste mit seinem Vorgesetzten zu sprechen, trotz mehrerer Versuch von Seiten Saschas ein klärendes Gespräch zu führen. Caseys Simulatorergebnisse wurden zusehens schlechter und sein trotziger Blick bei den Nachbesprechungen brachten Sascha beinahe zur Weißglut.
Doch nicht nur Sascha wurde zunehmend missmutiger über den Jungen, auch bei seinen Kameraden stieß Caseys Verhalten immer mehr auf Ablehnung. Einzig Misha hielt zu ihm und die Freundschaft der beiden wurde zunehmend enger. Selten sah man einen der beiden alleine unterwegs.

Nach einer besonders miserabel verlaufenen Gefechtsübung langte es dem StarCaptain schließlich und in bestem Drill Sergeant Ton stauchte er Casey vor versammelter Mannschaft noch im Umkleideraum zusammen. Sein Anpfiff wurde allerdings jäh unterbrochen als das Jaulen des Gefechtsalarmes durch den Stützpunkt hallte und eine entnervend ruhige synthetische Frauenstimme stur immer wieder den selben Satz wiederholte.
"Achtung, der Stützpunkt wird angegriffen. Alle Mechkrieger zu ihren Maschinen. Dies ist keine Übung.“
Sofort drückte er die Senden Taste an seinem Armband Comp
"StarCaptain Sascha Jeretik an Zentrale. Bericht!”
"Mindestens eine Kompanie Mechs, unterstützt von Kampfflugzeugen und Fahrzeugen rückt von Norden her an. Keine Antwort auf Funksprüche. IFF negativ. Ich kann nur Vermutungen anstellen, aber es scheint sich um Konzerneinheiten zu handeln, die…“
"Vermuten sie nicht, stellen sie fest.“ Unterbrach Sascha barsch. "Stern 1 von Trinärstern Claw auf dem Weg zum Mechhangar. Sterne 2 und 3 sollen uns dort treffen. Out“
Während Sascha zu Trainingszeiten nur einen Stern betreute, kommandierte er im Einsatz den kompletten Claw Trinärstern, eine Kampfeinheit aus 15 schweren und überschweren BattleMechs.
Er ließ den Arm sinken und lies seinen Blick über die Mitglieder von Star 1 schweifen.
"In Ordnung Gentlemen. Es wird ernst. Packt Eure Sachen und auf zum Mechhangar. Der Rest der Einheit wird uns dort treffen.“
"Ja, Sir“
Alle Mechkrieger rafften schnell ihre Ausrüstung zusammen und auch Sascha machte sich daran seinen Neurohelm in eine Tasche zu stopfen, als erneut die Stimme der Zentrale durch den Stützpunkt hallte. Diesmal jedoch war die Stimme von Panik erfüllt.
"Achtung, feindlich Truppen sind in den Stützpunkt eingedrungen! Feindlich Truppen sind…“
Die Nachricht bracht mitten im Satz ab und es ließ nur einen Schluss zu. Die Zentrale war gestürmt worden.
Mit einem Fluch stürmte Sascha zum Waffenschrank, öffnete ihn und nahm eine kompakte, schallgedämpfte Maschinenpistole an sich. Mit einem Nicken forderte er den Rest der Einheit auf dasselbe zu tun. Er zog das Magazin aus dem Griff, überprüfte kurz die Bestückung, schob das Magazin zurück und lud durch. Zuletzt nahm er noch sein Katana aus dem Spind.
"Bleibt zusammen und gebt Euch gegenseitig Deckung. Wir werden uns vermutlich den Weg in den Hangar freikämpfen müssen. Los jetzt“
Geduckt führte Sascha seine kleine Truppe in Richtung Mechhangar. Zweimal konnten sie einer Patrouille durch einen Wartungsgang ausweichen, einer dritten liefen sie direkt in die Arme als sie aus einem der Gänge traten. Ein Schusswechsel war unvermeidlich, doch glücklicherweise hatte sie durch das plötzliche Auftauchen aus einem engen Seitengang das Überraschungsmoment auf ihrer Seite. Als die gegnerischen Soldaten ihre Waffen zur Gegenwehr hoben war es bereits zu spät. Zwei von ihnen wurden durch das Feuer aus fünf Maschinenpistolen umgemäht. der Dritte starb als Sascha die rasiermesserscharfe Klinge seines Katas aus dem Gürtel riss und dem Angreifer in den Leib rammte. Warmes Blut strömte über seine Pfote und sein Gegenüber brach ohne einen Laut zusammen.
Als er die blutige Klinge an der Uniform der Leiche abwischte fiel sein Blick auf das Abzeichen am Kragen. Eine Bärentatze die von grünem Feuer umspielt wurde, das Wappen der Helios Cooperation.
"Konzerntruppen“ zischte Sascha wütend als das Abzeichen abriss und seinen Leuten zeigte "Elende Söldner“
Er steckte sein Schwert zurück in den Gürtel und hob seine Waffe. "Weiter vorrücken und zusammenbleiben. Es ist nicht mehr weit“
Die Soldaten rückten weiter vor, als Saschas Armbandcomp einmal mehr vibrierte.
Er schlug auf die Empfangstaste
"StarCaptain Sascha Jeretik hört“
"Sascha… zum Glück.“ Keuchte die Stimme von StarCommander André Simmons Stimme durch die Leitung "Andy hier. Wir sitzen in der Scheiße. Knapp ein Duzend Konzernsöldner hat uns direkt gegenüber vom Hangartor festgenagelt. StarCommander Anderson ist angeschossen. Lange können wir uns die Kerle nicht mehr vom Leib halten.“
"Bleib ruhig. Wir sind auf dem Weg. Wir kommen östlich von Euch in den Hangar. Sobald wir auftauchen nehmen wir die Kerle in die Zange. Haltet Euch bereit, wir kommen in einer Minute“
Mit einer Handbewegung trieb Sascha seine Truppe zur Eile an und gemeinsam hetzten sie durch die teilweise labyrinthähnlichen Gänge. Unterwegs gab er die Informationen an alle weiter. Vor einer Stahltüre blieb er stehen und hob seinen Armbandcomp.
"Andy, wir sind da. Lenkt sie ab während wir ihnen in die Flanke fallen. Gebt ihnen alles was ihr noch habt. Jetzt!“
In dem Augenblick in dem er den Befehl gab, nahm das Feuergefecht auf der anderen Seite noch an Intensität zu.
"Los! Los! Los!“
Sascha schlug die schwere Tür auf und seine kleine Truppe stürmte die Halle. Die Konzerntruppen, die sich plötzlich einem Angriff von zwei Seiten ausgesetzt sahen, versuchten sich zurückzuziehen, doch sie kamen nicht weit. Als die Söldner sich umdrehten um den Angriff auf ihrer Flanke zustellen, stürmten Andy und seine Bären vor und erledigten die gegnerischen Soldaten.
"Oh Mann. Das war knapp, Sir"
Misha und Casey hoben ihre Waffen so das die Mündungen zur Decke zeigten und traten an Sascha heran, der an den Torkontrollen zum Hangar stand. Dieser nickte als er ein frisches Magazin in seine Maschinenpistole schob, die Waffe dann ins Holster zurückschob und die schmale Tasche mit dem Verbandmaterial von seinem Overall nahm.
" Ich schau was sich auf die schnelle bei Anderson machen lässt. Misha, da Anderson ausfällt, übernimmst Du das Kommando über Stern 3. Schnapp Dir Deine Leute und fahrt die Mechs hoch. Sobald ich zurückkomme sollen alle sofort bereit zum Ausrücken sein, verstanden?
"Ja, Sir"
Misha begann mit lauter Stimme die Piloten in den Hangar zu schicken und Sascha machte sich auf den Weg um nach dem verwundeten StarCommander zu sehen. In dieser Sekunde begannen sich die Ereignisse zu überschlagen.
Einer der Konzernsöldner, ein Polarbär, dessen ehemals weißes Fell blutverschmiert war, bewegte sich und hob mit letzter Kraft sein Sturmgewehr. Bevor irgendjemand etwas dagegen unternehmen zog er den Abzug durch und Schüsse knallten durch den Hangar. Misha, der immer noch dabei war die Truppen zu koordinieren, wurde von den großkalibrigen Geschossen voll in die Brust getroffen. Die Wucht der Treffer schleuderten ihn wie eine Stoffpuppe gegen das Hangartor. Als er stöhnend zusammenbrach hinterließ er eine breite Blutspur auf dem Metall, die keinen Zweifel an der Schwere seiner Verletzungen ließ.
"Misha! Oh Gott, NEIN!" Caseys Aufschrei durchschnitt den Raum. Mit wutverzerrten Gesicht eröffnete er das Feuer und pumpte ein komplettes Magazin in den dem am Boden liegenden Gegner. Als die Maschinenpistole mit einem hässlichen Schnappen blockiert ließ er die Waffe achtlos auf den Boden fallen, stürmte zu seinem angeschossenen Freund und sank neben ihm auf die Knie um ihm zu helfen.
Auch Sascha rannte zurück zu Misha der eindeutig schnellere Hilfe benötigte als Anderson. Doch es war zu spät. Mehrere Geschosse hatten Mishas Herz durchbohrt, der junge Bär war vermutlich schon tot gewesen als er auf dem Boden aufgeschlagen war. Für einen Moment schloss Sascha die Augen. Er wünschte sich auch die Ohren schließen zu können, vor allem Caseys Schluchzen über seinen toten Freund bohrte sich tief in sein Herz.
Als er eine Berührung an seiner Schulter spürte öffnete er die Augen und sah hoch. Andy war an ihn herangetreten und streckte die Pfote nach dem MediPack aus.
"Ich kümmere mich um Anderson. Er wird es überleben aber für den Kampf können wir ihn vergessen" sagte er leise und verschwand mit dem Verbandsset.
Sascha nickte und erhob sich. Er legte seinerseits eine Pfote auf Casey Schulter, der immer noch in Mishas Fell heulte. Er schluckte schwer, dann legte er all seine Autorität in seine Stimme. Er wusste ein harter Befehlston war notwendig um Casey aus seiner Lethargie zu reißen und er brauchte den Jungen und seinen Mech kampfbereit im Feld wenn sie überhaupt eine Chance haben wollten den Stützpunkt zu sichern.
"Mechkrieger Walker." sagte er kalt und seine Worte schmeckten wie Asche in seinem Mund "Reißen Sie sich zusammen. Sie können ihm nicht mehr helfen. Bewegen Sie sich sofort zu ihrem Mech und fahren Sie ihn hoch. Ich will in fünf Minuten Ihre Bereitschaftmeldung haben, verstanden?"
Casey starrte ihn einen Moment mit leerem Blick an, dann glomm eine kalte Wut in seinen eisblauen Augen auf. Er stand ruckartig auf und hielt den Blickkontakt noch einige Sekunden.
"Kalter Bastard" schleuderte er ihm entgegen bevor er zu seinem Archer Mech rannte.
Etwas Warmes ran Sascha über die Wange und hinterließ eine feuchte Spur in seinem Fell. Er machte sich nicht die Mühe seinen Tränen wegzuwischen als er ebenfalls zu seiner wartenden Kampfmaschine spurtete.

Der massige Kodiak Mech strahlte eine überwältigende Aura der Tödlichkeit und Überlegendheit aus, doch Sascha war sich noch nie so klein vorgekommen als er die Kettenleiter zum Cockpit hochkletterte. Er zwängte sich in die schmale Einstiegsluke und ließ sich auf die Pilotenliege fallen. Aus seiner Tasche entnahm seinen Neurohelm und legte ihn an. Anschließend verband er die Anschlüsse des Kühlanzuges mit den Kühlmittelleitungen an der Pilotenliege und fröstelte als die vertraute Kälte des Kühlmittels durch seinen Anzug drang.
Er schnallte sich auf der Pilotenliege fest und begann langsam und methodisch die Systeme des Kodiak hochzufahren.
Ein dumpfes Vibrieren ging durch die Maschine und eine Reihe LEDS auf der Konsole wechselten ihre Farbe von rot zu gelb als die Systeme ihre Arbeit aufnahmen.
"Kodiak 132-BC-78 aktiv. Stimmidentifizierung starten" forderte der Bordcomputer mit emotionsloser Stimme.
"StarCaptain Sascha Jeretik"
"Stimmusterabgleich erfolgt. Kennsatz eingeben"
"The only true peace for a warrior is death"
"Kennsatz bestätigt. Volle Kontrolle wird übergeben"
Sascha öffnete einen Kanal zu seiner Einheit.
"Claw Trinärstern. Hinter mir formieren und bereitmachen zum ausrücken. Stern 1 übernimmt die Führung. Sterne 2 und 3 sichern die Flanke. Bestätigung."
Nacheinander gaben die anderen Piloten ihre Bestätigung und Einsatzbereitschaft durch
"Casey?"
"Sir?" Die Stimme des jungen Bären klar gepresst. Vermutlich war er immer noch stinksauer auf seinen Vorgesetzten. 'Gut so' dachte Sascha bei sich. 'Solange er auf mich wütend ist, kommt er wenigstens nicht dazu an Misha zu denken'
"Wildfire, Du übernimmst übergangsweise Andersons Artillerie Stern und gibst uns Raketen Deckungsfeuer wenn notwendig, verstanden?"
In Caseys Stimme mischten sich Verwunderung und Wut über den Befehl und die Anrede mit seinem Callsign als er bestätigte, doch er hatte keine Zeit groß darüber nachzudenken als Sascha den Befehl zum ausrücken gab.
Dreizehn tödliche Kampfmaschinen durchschritten das Gelände um sich ihren Feinden zu stellen.

Sie mussten nicht lange suchen. Auch wenn die Sensoren der Mechs innerhalb des Stützpunktes fast nutzlos waren, konnte Saschas Trinärstern zwei Lanzen BattleMechs ausmachen die gerade dabei waren wichtige Gebäude anzugreifen und zu vernichten. Ein ziviler LKW der versuchte zu entkommen wurde von den Waffen der Mechs zerfetzt und ging in Flammen auf.
"So nicht, Freunde" knurrte er leise und bedrohlich bevor er Kontakt zu seiner Einheit aufnahm und mit ruhiger Stimme die Anweisung gab.
"Trinärstern Claw, bereithalten."
Er machte eine Kurze Pause als er den Plan kurz im Kopf noch einmal durchging.
Wildfire, gib uns mit Deinem Stern LRM Deckung, wir verlassen uns auf Dich. Der Rest folgt mir. Sternweise das Feuer konzentrieren und passt auf Euch auf. Andy, schnappt Euch die westliche Lanze, wir erledigen die östliche. Casey, halt Dich bereit"
Um die Einheit nicht unnötig zu verwirren wechselte er auf die Frequenz seines Sternes und gab die Reihenfolge der Ziele durch die sein Stern angreifen würde und wusste, dass Andy und Casey dasselbe taten.

Die großen Schritte der Mechs fraßen Distanz und Sascha zog das Fadenkreuz der Zielerfassung über den Mech der ihm nächsten war. Noch befand er sich außerhalb der optimalen Reichweite seiner Geschütze, doch das würde sich sehr schnell ändern. Neben ihm hatte der Rest seines Sternes bereits das Feuer eröffnet. Auch die gegnerischen Mech waren nicht untätig und blieben in ihrem Gegenfeuer nichts schuldig. LRMs kreischten auf grauen Rauchbahnen heran und schüttelten die Angreifer durch. Als sie näher rückten mischte sich Laser und Autokanonenfeuer unter die Raketen. Saschas Einheit verlor Panzerplatten, doch sie rückten unbeirrbar vor und nahm die Söldner weiter unter Beschuss. Das Fadenkreuz in Saschas Mech wechselte von rot zu gold und mit flammenden Geschützen griff der schwere Kodiak in den Kampf ein. Der wilde Ansturm zeigte Wirkung, die Mechs der Konzerntruppen wichen unter dem gnadenlosen Beschuss langsam zurück. Aufgrund der Gebäude geriet die Formation in Unordnung.
"Jetzt Wildfire, volle Breitseite."
Er hatte den Befehl noch nicht richtig ausgesprochen als die Ari Mechs das Feuer eröffneten und ihren Teil zur Verwirrung beitrugen. Der Rest des Gefechtes verlief schnell und hart. Zwei der Söldner Mechs wurden von den Raketen zerfetzt, der Rest von den Sternen 1 und 2 brutal auseinander genommen. Schreie drangen über den Funkt, er wusste nicht ob sie von seinen eigenen Leuten stammten oder von den Gegnern. Der letzte Mech, ein überschwerer Zeus, fiel als Sascha ihm im direkten Nahkampf die klauenbewehrte Faust des Kodiak direkt ins Cockpit rammte. Glas und Stahl zerbarst und der Pilot im Inneren des Cockpits wurde augenblicklich von der Gewalt des Schlages getötet. Der Zeus stand noch einen Augenblick regungslos da, als könne er nicht glauben, dass sein Pilot tot war, dann krachte die Maschine zu Boden. Voll mit Adrenalin und der Wirkung des Kampfes starrte Sascha knurrend einige lange Sekunden auf das Blut an den Klauen seines Mechs bevor er sich wieder unter Kontrolle bringen konnte.
"Trinärstern Claw, Schadenbericht."
"Stern 3 hier. Hauptsächlich Panzerschäden. Nigel hat sich eine LRM am Cockpit gefangen. Er ist etwas durchgeschüttelt und leicht verletzt, aber er ist noch kampfbereit."
"Danke, Casey. Stern 2, wie sieht es bei Euch aus?"
"Andy hier. Wir sind etwas gerupft. Panzerungsschäden und interne Beschädigungen bei Colin und mir. Colin fehlen zusätzlich noch 2 Wärmetauscher und ein schwerer Laser. Außerdem… "
Simmons zögerte einen Moment. Seine Stimme war tonlos als er weitersprach.
"Außerdem hat es Joan erwischt. Der Zeus den Du erledigt hast hat ihr vorher mit der PPC das Cockpit zerfetzt. Joan war sofort tot. Ansonsten sind wir kampfbereit."
"Verdammt. Tut mir leid, Andy." Im Augenblick konnte Sascha nicht mehr für seinen Freund tun.
Doch trotz der Verluste hatte sich Trinärstern Claw respektabel geschlagen.
"In Ordnung alle zusammen. Das war gute Arbeit. Danke für die Deckung, Stern 3, gut gemacht. Beobachtet weiter gegnerische Aktivitäten und bleibt auf der Hut. Das hier ist noch lange nicht vorbei"

Ohne auf Bestätigung zu warten, wechselte er auf die Stützpunktfrequenz
"Ice Claw Basis von Claw Trinärstern. Zwei Lanzen neutralisiert, leichte Verluste. Der Rest der gegnerischen Truppen noch auf Distanz. Ice Claw Basis, bitte um Statusbericht"
Die einzige Antwort bestand aus atmosphärischem Rauschen. Er versuchte es noch einmal.
"Ice Claw Basis von Claw Trinärstern. Erbitte Statusbericht"
Wieder gab es nur Rauschen.
"Ice Claw. Statusbericht. Verdammt Jungs, so langsam müsstet ihr doch klarkommen"

"Gib Dir keine Mühe, Junge" erklang eine kalte, weibliche Stimme. "Der Stützpunkt ist immer noch unter unserer Kontrolle. Euer Widerstand ist sinnlos"
Mit diesen Worten erschienen die roten Symbole zweier weiterer Mechlanzen auf dem äußeren Rand des Scanners. Sascha überlief ein kalter Schauer als er die Stimme wieder erkannte und Computer bestätigte seine Befürchtung, als dieser den Sender identifizierte.
Es war Star Colonel Ria Olivar, ehemalige Kommandeurin der Black 5 Assault Unit, der Einheit in der Sascha bis vor kurzer Zeit Dienst getan hatte. Und sie war Saschas Freund. Das konnte nicht wahr sein, oder doch? Fassungslos starrte er auf den riesigen Hauptmann der am äußeren Bereich seines Sichtfeldes auftauchte. Im Gegensatz zu den hellgrünen Maschinen der Helios Söldner die den Mech flankierten, war diese Maschine in einem stumpfen schwarz gehalten und über die Brust des Mechs waren blutrote Krallenspuren gemalt. Das Farbschema der Black 5. Diese Erkenntnis traf den jungen Mechkrieger wie ein Schlag.
"Ria? Was zum Teufel tust Du hier?"
Ein leises Lachen kam über die offene Frequenz.
"Sieht man das nicht, kleiner Sascha? Wir zerstören diese Monstrosität, dieses Dark Star Projekt, bevor noch schlimmeres passiert. Wir sollen uns mit anderen Spezies zusammentun? Das ist lächerlich. Warum sollten wir unsere Überlegenheit so aufs Spiel setzen indem wir uns mit anderen Spezies vermischen? Die Helios Cooperation hat genau das erkannt und den Kampf gegen diese Blasphemie aufgenommen. Gerade Du müsstest das doch am Besten wissen, nicht wahr?"
Diese Anspielung auf die Tatsache das er ein Hybrid war, eine Mischung aus Luchs und Bär und damit offenbar weniger wert ließ ihn vor Wut aufknurren und seine Pfoten ballten sich mit einer harten Faust um die Steuerknüppel. Schwach spürte er den Schmerz als die Wut seine Klauen vorschnellen lies und sich ihm tief ins eigene Fleisch bohrten.
Rias Stimme erklang erneut. Dieses Mal jedoch hatte die Stimme einen drängenden Klang.
"Ghostbear, hör mir zu. Komm zu uns. Deine kleine Schwäche stört uns nicht, ich habe Dich immer nur als Bär gesehen. Du wirst zu einer Elite gehören. Bitte Sascha, schließ Dich uns an. Zwing uns nicht dazu Dich zu töten."
"So wie ihr bereits Misha getötet habt? Oder Joan? Und all die anderen im Stützpunkt?" Saschas Stimme war eiskalt und gefühllos. "Da verzichte ich drauf, Ria. Das ist Wahnsinn. Bevor wir uns Dir und den faschistischen Ideen von Helios anschließen sterben wir lieber."
"Sascha, tu mir das nicht an!"
"Leb wohl, Ria!"
Er wollte gerade die Verbindung unterbrechen und den Befehl zu Angriff zu geben, als Ria noch einmal Kontakt aufnahm. Dieses Mal jedoch hatte die Stimme jegliche Wärme verloren.
"Hier spricht StarColonel Ria Olivar, Kommandant der Helios Truppen. Ich fordere den Kommandeur der Stützpunkt Verteidigung zu einem Besitztest im Kreis der Gleichen heraus, jetzt und hier. Nimmst Du die Herausforderung an?"
Caseys helle Stimme krachte durch einen privaten Kanal. "Sir, das kann ja wohl nicht ihr Ernst sein. Geben Sie den Befehl und wir blasen diese Idioten ins letzte Jahrtausend zurück. Lassen Sie sich nicht auf darauf ein. Der können Sie nicht trauen."
"Wildfire, ich habe Ihren Einwand zur Kenntnis genommen. Er wird abgelehnt. Ich muss annehmen, meine Ehre verlangt es. Und so kann ich hoffentlich noch mehr sinnlose Tote vermeiden." schnarrte Sascha und beendete die Verbindung zu Casey. Dann sprach er die formellen Worte
"StarColonel Ria Olivar, hier spricht StarCaptain Sascha Jeretik, Kommandant des Claw Trinärsterns. Ich nehme Deine Herausforderung an. Kein anderer mische sich in den Kreis der Krieger ein." Er pausierte kurz. "Ich fordere den Kampf bis zum Tod."
"Wie Du meinst, StarCaptain. Gut gehandelt und akzeptiert."
"Gut gehandelt und akzeptiert.

Ghostbear
19.02.2006, 02:54
So..hier gibt es einen neuen, kleinen Abschnitt aus der Geschichte:
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Sascha sah wie sich sowohl sein Trinärstern, als auch die gegnerischen Lanzen aus etwas aus dem unmittelbaren Kampfgebiet zurückzogen. und nickte grimmig unter seinem Neurohelm. Das letzte das er jetzt gebrauchen konnte waren Verluste durch fehlgeleitete Schüsse. Dann zwang er sich seine Aufmerksamkeit dem direkt anstehenden Kampf zu widmen. Da ihm der Bordcomputer bei der Identifizierung der Version des Omnis nicht weiterhalf, unterzog Sascha den Hauptmann einer optischen Untersuchung, als er den imaginären Kreis betrat. Ria schien ihre Maschine in der primären Version konfiguriert zu haben, was in großen Teilen Saschas eigener Bewaffnung entsprach. Eine überschwere Autokanone und eine Reihe Lasergeschütze. Dieser Kampf würde auf kürzeste Entfernung stattfinden um die maximale Effektivität der Waffensysteme zum tragen zu bringen. Zwar war die feindliche Maschine etwas langsamer und minimal schwächer bestückt als Saschas waffenstarrender Kodiak, doch zum einen war sein Mech bereits von den vorangegangen Kämpfen beschädigt zum anderen war Olivar eine herausragende Mechkriegerin. Nicht umsonst genoss die Black 5, die Ria nach dem Weggang von Manderley kommandiert hatte, den Ruf einer Elite-Sturmeinheit und ihre Piloten gehörten zu den Besten.
Doch auch Sascha war ein ehemaliges Mitglied der Black 5 und seine Fähigkeiten waren dementsprechend.
Irgendwo in seinem Hinterkopf nagte der Gedanke, dass er sich gerade dabei war, sich mit einer Freundin ein Duell auf Leben und Tod zu liefern, doch er schob diesen Gedanken entschlossen beiseite. Unabhängig von der Freundschaft die zwischen den beiden einmal geherrscht haben mochte, war Ria nun ein Ziel das es zu zerstören galt. Nicht mehr und auch nicht weniger.

Er breite die Arme seine Mechs aus und gab damit traditionell das Zeichen das er bereit war. Ria erwiderte mit ihrer Maschine die Geste, dann stürmten die beiden Kampfmaschinen aufeinander zu.

Im Gegensatz zu Saschas Kodiak besaß der Hauptmann keinen XL-Reaktor. Das kostete ihn zwar etwas an Geschwindigkeit und Panzerung, machte die Maschine aber gleichzeitig deutlich weniger verwundbar, da in den seitlichen Torsosektionen keine Reaktorkomponenten installiert waren. Diesen Gedanken im Kopf trieb Sascha seinen Mech mit voller Geschwindigkeit auf Rias Kampfmaschine zu. Kurz bevor er auf die optimale Distanz für die Autokanone heran war, warf er den Mech in eine harte Rechtskurve und drehte den Torso auf seinen Gegner zu. Auf dem rutschigen Boden konnte so ein Manöver in einem fatalen Sturz enden, doch mittels seines eigenen Gleichgewichtssinnes, der über den Neurohelm direkt mit dem Kodiak verbunden war, hielt er die Maschine aufrecht und löste auf kurze Entfernung seine Waffe aus, wobei er lediglich den hitzeinffezienten schweren Laser zurückhielt. Seine Salve riß große Brocken aus der Brust- und Armpanzerung der gegnerischen Einheit, schaffte es jedoch nicht den dicken Schutz zu durchdringen. Ria feuerte zurück, doch das abrupte Manöver und die einschlagenden Geschosse verdarben ihre Zielerfassung, so dass ihre Antwortsalve daneben ging. Bevor Sascha erneut feuern konnte, hatte seine Gegner jedoch bereits die Abweichung korrigiert und setzte nun ihrerseits eine Serie harter Treffer, die mit unheimlicher Genauigkeit in die rechte Seite des Kodiak einschlugen und ihren ´Teil zu den Schäden aus dem vorangegangen Gefecht beitrugen. Mit Sorge betrachtete Sascha die orangen Stellen auf dem Panzerdiagramm seines Mechs und fluchte unterdrückt. Die Sache lief gar nicht gut.
"Netter Versuch, Kleiner... aber nicht gut genug." Rias Stimme troff geradezu vor Überheblichkeit "Aber was will man von einem Mischling wie Dir auch groß erwarten."
Sie wollte ihn reizen und schaffte es auch. Allerdings war die Reaktion darauf sicher nicht die, welche Ria erwartet hatte. Mit einem Wutschrei rammte er aus vollem Lauf heraus die Maschine seiner Gegnerin. Mit einem hässlichen Knirschen verbogen sich Panzerplatten unter dem brutalen Aufprall und wurden von den Mechs abgerissen. Die Wucht des Ansturms warf die feindliche Maschine einige Schritte zurück. Sofort setzte er mit einer weiteren Breitseite aus Autokanone, Lasern und Raketen nach, die den Panzerschutz des Hauptmann weiter reduzierten.
"Und für eine reinrassige Bärin bist Du eine elende Versagerin!" knurrte Sascha hasserfüllt über Funk "Das wird dein Untergang!"
Olivar fing sich erschreckend schnell und schlug ihrerseits mit Lasern, der überschweren Autokanone und einem brutalen Tritt gegen das linke Bein und den rechten Torso von Saschas Maschine zurück. Der Angriff brachte ihn ins Wanken und auf dem Schadensdiagramm wechselte die Farbe der rechten Torsoseite von orange nach rot.
"Fuck!" fluchte er, während er plötzlich einen metallischen Geschmack im Mund wahrnahm. Als sein Mech durchgeschüttelt wurde, hatte er sich auf die Zunge gebissen.
Beide Krieger stabilisierten ihre BattleMechs und setzten den gnadenlosen Beschuß fort, während sie gleichzeitig versuchten dem Gegner möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten.

Weitere Schüsse schlugen in Saschas Mech ein und trieben die gewaltige Kampfmaschine einige Schritte zurück. Er biß die Zähne zusammen, richtete die Zielerfassung neu aus und feuerte eine weitere Breitseite zurück. Eine neuerliche Hitzewelle brandete durch das Cockpit und er schlug auf den Vetoschalter um einer Abschaltung des Kodiak entgegen zu wirken. Jeder Atemzug schmerzte und fühlte sich wie Nadeln in seiner Lunge an. Das Schadensdiagramm zeichnete ein äußerst düsteres Bild der Lage. Dunkelrot glühten schwere Panzerschäden in allen Sektionen, zusätzlich gab es Beschädigungen der inneren Struktur im rechten Arm und Torso, sowie im linken Bein. Glücklicherweise sah Rias Mech auch nicht besser aus.
'So geht das nicht weiter’ entschied er. Die nächsten Treffer würden die Entscheidung in diesem Gefecht bringen.
Er zog das Fadenkreuz über das Herz der feindlichen Maschine und löste die Ultra Autokanone und die Kurzstreckenraketen aus. Mehr war in der momentanen Situation definitiv nicht möglich, aber auch so erzielten seine Waffen furchtbare Treffer in der Brustpanzerung des Hauptmann. Ria feuerte im selben Augenblick zurück und Laser und Autokanonenfeuer fetze durch die innere Struktur der rechten Torsoseite. Der rechte Arm wurde von der Wucht der Treffer abgerissen und flog, sich überschlagend, davon, heißes Metall beschädigte die Abschirmung des Fusionsreaktors und verwandelten seine Autokanone in einen wertlosen Haufen Altmetall. Das Neurofeedback der immensen Schäden und eine neuerliche Hitzewelle, heißer als alle vorangegangenen, schlugen mit Übelkeit erregender Wucht über ihm zusammen und ließen den Mech taumeln. Mehr aus Instinkt als mit Können hielt er den Kodiak auf den Beinen und verwandelte den drohenden Sturz in einige stolpernde Schritte auf Rias Maschine zu, die selbst gerade ernste Probleme mit der Schwerkraft hatte.
Er ballte die verbliebene Faust des Kodiak und schlug mit der ganzen Wucht einer 100Tonnen Kampfmaschine zu. Der Schlag pulverisierte die letzten Panzerreste an der Brust des Mechs, und brach durch innere Struktur und das Gyroskopgehäuse. Mit einem durchdringenden, metallischen Kreischen riß sich das Gyroskop an der Mechfaust selbst in Stücke und der gegnerische Mech sackte zu Boden wie eine Marionette der man die Fäden durchschnitten hatte.

Einige Sekunden lang saß Sascha nach Luft schnappend in dem überhitzten, dunklen Cockpit, unfähig sich zu bewegen. Seine Muskeln scheinen aus Blei zu sein. Erst nachdem die Wärmetauscher die Temperatur auf ein halbwegs erträgliches Maß gesenkt hatten war er wieder fähig zu handeln. Er nahm Olivars Hauptmann mit den verbliebenen Waffen ins Ziel, der Warnton feindlicher Zielerfassung würde Ria daran erinnern, dass er ihr Leben mit einem einzigen Knopfdruck auslöschen könnte.

"Starcolonel Ria Olivar von den Truppen des Helios Konzerns“ funkte er mit rauer Stimme über die offene Frequenz. "Du wurdest im Kreis der Gleichen besiegt. Der Angriff ist vorbei. Ziehe augenblicklich Deine Truppen zurück oder Du wirst vernichtet!“
"Ich wusste das Du es nicht schaffen wirst mich zu töten, Sascha. Du warst schon immer schwach.“ Kam Rias Antwort mit schmerzverzerrter Stimme über das Com System zurück. "Töte mich. Zeig das Du mehr bist als ein Feigling“
Sasch schloß die Augen. Seine Stimme war bitter als er antwortete
"Neg, Ria. Ich werde Dich nicht töten. Damit würde ich es Dir zu einfach machen. Du wirst mit Deinem Versagen leben müssen... und dem Blut der toten Krieger das an Deinen Händen klebt. Leb wohl, Ria"
Er wandte seinen Mech von dem Wrack des Hauptmann ab und ging langsam auf die Reihen seiner Kameraden zu.
"Claw Trinary. Gehen wir nach Hause. Heute muß niemand mehr sinnlos sterben"

Eine wutverzerrte, kaum noch als lebendiges Wesen identifizierbare Stimme krachte in diesem Augenblick über die offene Frequenz.
"Helios Lancers.. tötet sie! Tötet sie alle! Reißt sie in Stücke!"

Näherungsalarme und Warnungen vor feindlicher Zielerfassung schrillten um die Wette als Dutzende LRMs auf Saschas Mech zurasten. Er wirbelte den Kodiak hart herum um die Treffer mit der Fronpanzerung anstelle der dünnen Rückenpanzerung aufzufangen.
"Claw Trinary, Feuer frei! Feuer frei!" brüllte er über das Tac-Com bevor über ihm der Himmel einstürzte und der 100Tonnen Mech wie eine Stoffpuppe durchgeschüttelt wurde.
Sascha bearbeitete wie wild seine Steuerung um den Sturz zu verhindern, doch er verlor den Kampf gegen die Schwerkraft und die Maschine brach in die Knie. Bleiche Lichtfinger schwerer Laser tasteten nach ihm und Panzerung und innere Struktur verdampften unter der höllischen Berührung. Einer der Strahlenbündel fand eine Schwachstelle und eine Explosion tief in den Eingeweiden des Kodiak riß den Mech herum und warf ihn hart auf den Rücken. Weitere Raketen senkten sich auf die gestürzte Maschine und mehrere Gefechtsköpfe detonierten direkt auf der empfindlichen Cockpitpanzerung. Ein schmerzerfüllter Schrei gellte in Saschas Ohren als Glas splitterte und seine Instrumentenkonsole funkensprühend auseinanderflog, doch der junge Bär realisierte nicht, dass es sein eigener Schrei war. Das Neurofeedback der immensen Schäden fetzte auch die letzten Reste seines Bewusstsein hinweg und Sascha versank in gnädiger Dunkelheit bevor noch mehr Schmerzen in seinem Gehirn ankamen.

Ghostbear
19.06.2006, 12:07
Und mal wieder ein neuer Abschnitt. Haut mich... o.o;;
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Quälend langsam kehrte das Bewusstsein des Piloten wieder zurück, doch der erste tiefe Atemzug endete mit einem erstickten Hustenanfall. Beißender Rauch hing in seinem Cockpit und durch den schwarzen Schleier funzelte trüb das orangene Leuchten kleinerer Schwelbrände in den Monitoren und Instrumenten. Saschas Augen tränten und in seinem Kopf gab es augenblicklich nur noch einen Gedanken: Sofort raus hier!
Für einen Moment erfasste ihn Panik, als er sich von der Pilotenliege wälzen wollte und sein tauber, zerschundener Körper ihm den Dienst verweigerte. Die Panik verflog schnell und machte dem rationalen Gedanken Platz, dass er sich erst abschnallen musste, trotzdem brauchte es mehrere Versuche die Gurte zu lösen, die ihn fest auf dem Sitz fixiert hatten und durch die enge Fluchtluke nach draußen zu kriechen. Draußen angekommen blieb er einige Minuten erschöpft liegen, bevor er sich auf den Knien aufrichtete und noch einmal in den verrauchten Innenraum seines Kodiak griff, um sein Katana hinter dem Sitz hervor zu ziehen. Als er versuchte sich am Mech hochzuziehen und ganz aufzurichten, blieb sein ungläubiger Blick blieb an dem Blutfleck haften, den er am Rahmen der Luke hinterlassen hatte, in diesem Augenblick fielen auch bereits der stechende Schmerz seiner Verletzung über ihn her. Schmerzen die in den ersten Momenten äußerst erfolgreich von Stresshormonen und dem Schock unterdrück waren. Die Welt verschwamm vor seinen Augen und er lehnte sich mit dem Rücken an das schartige und immer noch warme Metall des Wracks um nicht umzufallen. Er zwang sich die Augen wieder zu öffnen und seine Wunden genauer anzusehen. Die Uniform war an einer Stelle zerrissen und aus einer Verletzung an seiner rechten Seite sickerte Blut.
Seine Med-Tech Ausbildung begann zu übernehmen und kalt und methodisch meldete sein Verstand seinen Zustand an ihn weiter: Risswunde rechts, vermutlich von einem Granatsplitter. Tief und stark blutend, aber nicht lebendsbedrohend, vermutlich auch eine angeknackste Rippe. Multiple Prellungen und Schürfwunden.
Die in seinem Anzug eingearbeiteten kevlar-ummantelten Kühlmittelröhrchen hatten offensichtlich einen Teil der Wucht des Splitters aufgefangen und verhindert, dass Sascha von dem Metallstück durchbohrt wurde. Zum Glück für den Bären waren die hochmodernen Kühlanzüge, mit denen seine Einheit ausgestattet war, den üblicherweise verwendeten Kühlwesten Welten voraus. Im Gegensatz zu den Westen boten die dünnen und bequemen Uniform erstaunlichen ballistischen Schutz, zum anderen waren das verwendete Kühlmittel glücklicherweise nicht mehr der hochgiftige Chemikaliencocktail, sondern eine kälteeffektive, aber nicht toxische Subtanz. Anderenfalls würde er bereits jetzt mit einer tödlichen Kühlmittelvergiftung am Boden liegen.
Diese Erkenntnis half allerdings nur wenig gegen die Schmerzen, als er ungeschickt ein halbwegs sauberes Stück Stoff aus seinem Ärmel schnitt und fest gegen die Verletzung drückte um die Blutung stoppen.

Der Schmerz wurde allerdings schnell von der Sorge um seine Einheit verdrängt und der Bär suchte die Umgebung nach dem Verbleib seines Trinärsternes ab. Während seiner Bewusstlosigkeit hatte sich der Kampf offensichtlich wieder zurück in den Stützpunkt verlagert und nach der Geräuschkulisse zu urteilen schien auch das Geschützturmnetz der Basis die Arbeit wieder aufgenommen zu haben.
Sehr gut, dachte er grimmig. Zu früh zum jubeln, aber damit sollte sich das Kräfteverhältnis deutlich in Richtung der Verteidiger neigen.
Da er ohne seinen Mech und einem Funkgerät, das nur noch aus Elektronikschrott bestand nicht viel ausrichten konnte sondern abwarten musste, bis ihn jemand aufsammelte, lies er sich neben seinem abgeschossenem Kodiak nieder, lehnte sich mit dem Rücken an einen der riesigen Metallfüße und starrte müde in den Himmel, der sich vom Sonnenuntergang langsam rot färbte. Eine Reihe von bohrenden Fragen drängte sich in sein Gehirn. Warum zum Teufel hatte Ria die Seiten gewechselt, wieso hatte sie die Regeln des Ehrenduelles so eklatant verletzt. Gerade Ria. Der StarColonel gehörte zu den wenigen, denen der Begriff Ehre noch etwas bedeutete und die damals den Neuankömmlingen in der Black 5 regelmässig eingeschärft hatte, wie wichtig es für einen Krieger war sich einem festem Ehrenkodex zu unterwerfen. Einem Kodex der verhindern sollte das Krieger zu Killern wurden. Und nun hatte sie selbst ihre eigenen Regeln so über Bord geworfen.
Oder mit anderen Worten... was war in den letzten 13 Monaten so verdammt schiefgegangen?
Frustriert schlug der junge Offizier die rechte Tatze gegen die Mechpanzerung und wurde mit einem dumpfen Knall und einem stechendem Schmerz belohnt, als er sich die Knöchel an einer Metallkante aufriß.

"So impulsiv mein Lieber? So kenne ich Dich gar nicht."
Saschas Kopf ruckte herum als eine Stimme in seiner Nähe erklang. Eine weibliche Stimme.
"Ria?"
"In Person." Sie verzog das Gesicht. "Nachdem Du mich nicht getötet hast. Selber schuld, könnte man jetzt sagen. Aber ich muss sagen, ich bin erstaunt das Du noch lebst.
Meine Söldner hätten Dich in Stücke reißen sollen, wurden jedoch von Deiner Einheit abgedrängt und aufgerieben. Vor allem ein Archer in Deiner Gruppe hat ziemlich gewütet."
'Casey' durchfuhr es Sascha und zum ersten Mal war er dem Jungen für seine Art zu kämpfen dankbar.
Trotz seiner Verletzung und seiner Erschöpfung bracht er ein abfälliges Lachen zustande.
"Dann sind wir von Dark Star also nicht die Versager für die uns gehalten hast?"
Langsam und möglichst unauffällig tastete er nach seiner Pistole.
"Ich gebe zu ich habe Euch unterschätzt und Dich nach den Treffern auf dem Cockpit für tot gehalten. Aber was nicht ist, kann ja noch werden..." schloss Ria und zog ein Katana aus ihrem Gürtel.
Ohne seine sitzende Position zu verändern sah Sascha scheinbar ungerührt auf das Schwert, doch in seinem Inneren brodelte es. Millimeterweise zog er seine Automatik aus dem Holster.
"Du würdest mich einfach niederstrecken, ohne mir die Chance zu geben mich zu verteidigen, frapos?" fragte er leise und sah dabei unglaublich jung und verletzlich aus. "Was ist nur aus Dir geworden, Jammer?"
Die Verwendung ihres alten Rufnamens brachte sie ihn Rage. "Das geht Dich überhaupt nichts an, Kleiner! Du hast keinen blassen Schimmer um was es hier geht!" brüllte sie ihn wütend an und hob das Katana zum Schlag. In diesem Moment hatte er es geschafft seine Waffe zu ziehen. Ohne zu zielen feuerte er zwei Schuß in Rias Richtung, verfehlte und war dann gezwungen sich zur Seite zu werfen als ihre Klinge herabsauste. Als er sich wieder hochstemmte lag seine Pistole gute anderthalb Meter außerhalb seiner Reichweite. Olivar war sofort in Position und trat die Waffe mit dem Stiefel endgültig davon und hob dann Saschas Katana auf, dass ebenfalls in ihrer Nähe lag. Es war identisch zu dem Schwert, dass sie selbst in der Tatze hielt. Das Katana dass er an seinem ersten Tag in der Black 5 bekommen hatte.
"Du hast es nie abgelegt?" fragte die Bärin etwas ruhiger als sie die Klinge seiner Waffe ein Stück aus der Schwertscheide zog und die eingravierten Schriftzeichen betrachtete, die das Wort 'Ehre' bildeten.
"Nein, wieso hätte ich das tun sollen? Und im Gegenzug zu Dir habe ich dieses Schwert auch immer noch verdient" grollte er.
Mit steinernem Gesichtsausdruck schob sie die Klinge wieder zurück und warf ihm das Katana vor die Füße
"Verteidige Dich!"
Langsam ging er in die Knie, hob die Waffe vom Boden auf und zog das Schwert. Die Schwertscheide warf er hinter sich, damit er im Kampf nicht versehentlich darüber stolperte. Das Katana nur in einer Hand haltend ging er in Kampfposition, weiterhin eine Pranke auf seine Verletzung gepresst. Die Wunde war durch die ruckartige Bewegung wieder aufgerissen und Blut quoll zwischen seinen Fingern hervor.
Ansatzlos ging seine Gegenüber in den Angriff und die beiden Klingen prallten mit einem hellen Klirren aufeinander. Ria lies das Schwert nach unten weggleiten, bevor sie in einem weitem Halbkreis erneut zuschlug. Wieder wurde ihr Katana von abgeblockt und sie zog sich ein paar Schritte zurück, doch diese beiden kurzen Angriffe waren nicht mehr als ein kurzes Abschätzen des Gegners und teilte einer erfahrenen Kriegerin wie Ria alles mit was sie wissen musste.
'Ich bin verletzt und ihr damit unterlegen' dachte Sascha besorgt 'und Ria weiß das ganz genau. Fuck! Ich muss irgendwie versuchen durchzuhalten!'
Der junge Bär nahm seine zweite Tatze von seiner Verletzung, legte sie fest um den Griff des Schwertes und hob es seitlich über den Kopf. Sein Körper war gespannt wie eine Stahlfeder und seine Fänge bedrohlich gebleckt, bevor er sich in einem Alptraum aus wirbelndem Stahl, präzisen Tritten und harten Krallenschlägen auf seine Gegnerin stürzte.
Zu seinem Entsetzen wurden seine brutalen Angriffe von Ria nicht nur abgewehrt, die Bärin durchbrach scheinbar mühelos seine Attackeserie und ging nun ihrerseits in die Offensive.
Unerbittlich prasselten ihre Hiebe auf ihn ein und langsam aber sicher gingen ihm, bedingt durch Erschöpfung und Verletzungen, die Kräfte aus. Immer später wurde Rias tödliche Klinge von seinen Paraden abgefangen, für die er immer mehr körperliche Kraft aufwenden musste. Blut lief aus vielen kleinen Schnitten, als er schließlich gezwungen war leichte Wunden einzustecken um schwerere Verletzungen zu vermeiden, doch eine Niederlage war unvermeidlich. Eine besonders harte Attacke lies ihn stolpern und störte seine Konzentration, ein Fehler der augenblicklich mit einer weiteren, unschönen Schnittwunde bestraft wurde. Schweiß und Tränen brannten in seinen Augen und für einem Moment wünschte er sich nur das es endlich vorbei war, die Erschöpfung und die Schmerzen einfach aufhörten. Seine Klinge zitterte und senkte sich einige Zentimeter und Ria rückte sofort weiter vor. Ihr Katana näherte sich auf einer kreisförmigen Bahn, ein letzter Angriff der sein Leben beenden würde. Das Licht des Sonnenunterganges spiegelte sich auf dem polierten Stahl und tauchte ihre Klinge in loderndes Feuer.
In diesem Augenblick zerbrach etwas in Sascha und anstatt zurückzuweichen sprang er einfach vorwärts. Seine Tatze schlug gegen Rias Schwerte und lenkte es ein wenig nach außen, bevor er sich selbst durch den Schwung halb um die eigene Achse drehte und seine Waffe mit aller Gewalt aufwärts stieß.
Kurz traf der Stahl auf Widerstand, dann hört er ein ersticktes Stöhnen, fühlte wie ein Schwall warmer, klebriger Flüssigkeit über seine Pranke strömte, bevor er seine Klinge wieder herausriß. Ein dumpfer Aufprall begleitet seine Aktion.
Unfähig sich selbst länger auf den Beinen zu halten, brach er keuchend und zitternd in die Knie und sein Katana entglitt seinen gefühllosen Fingern. Wie betäubt starrte auf seine Tatze, in der er die Waffe gehalten hatte.
Blut! Viel Blut! Rias Blut!
Verdammt!
Der Kampf war vorbei und er hatte gewonnen, hatte überlebt. Doch freuen konnte er sich nicht darüber.
"Sascha. Bist.. bist Du da, mein Freund?" Eine schwache Stimme gefolgt von einem Röcheln.
"Ja ich bin da, Ria.", wollte er antworten, doch seine Stimme verweigerte seinen Dienst, als er mühsam zu ihr kroch, ihren Kopf in seinen Schoß bettete und seine Pfote in einem sinnlosen Versuch die Blutung zu stoppen auf die Wunde drückte, die sein Schwert hinterlassen hatte. Die Klinge hatte den Brustkorb der Bärin durchbohrt und dabei Lunge und Herz verletzt. Man musste kein Arzt zu sein um zu wissen, dass diese Verletzungen tödlich waren.
"Sascha, es tut mir leid. Ich wollte... doch nur das Beste für unsere Spezies. Ich hatte nie.. es war nie geplant das es so endet. Es sollte niemand verletzt... Es tut mir so leid..." Rias Worte wurden immer wieder von Hustanfällen unterbrochen, während das Blut langsam ihre Lungen füllte und sie immer schwächer wurde.
"Shhh, ich weiß Ria, ich weiß. Nicht sprechen, spar Deine Kräfte. Alles wird wieder gut. Halt durch, Hilfe ist unterwegs. Du kommst schon wieder in Ordnung." Heiße Tränen rannen Sascha über die Wangen, hinterließen feuchte Spuren in seinem Fell und tropften auf das Gesicht seiner Feindin, die im Sterben wieder seine Freundin wurde. "Halt durch, hörst Du?"
"Weine nicht um mich, Sascha." Ria lächelte mühsam, aber ehrlich. "Ich weiß das es zu Ende geht. Es ist.. okay so." Sie schloß die Augen und sammelte ein letztes Mal Kraft. "Und ich bin sehr stolz auf Dich… Ghostbear!"
Dann erschlaffte sie in seinem Armen.
"Ria.... nein. Bitte nicht..." flüsterte er tonlos, bevor er den Kopf in den Nacken legte und einen langen, klagenden Schrei ausstieß.
Er hielt Ria immer noch in den Armen, als ihn ein Rettungsteam eine Stunde später bei seinem abgeschossenen Mech fand.

Ghostbear
11.12.2006, 09:51
So... *Staub wegpust*
Weiter gehts mit der Story...oder der Häresie, je nachdem *g*
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Casey kämpfte wie entfesselt. Nachdem er seinen Vorgesetzen zu Boden hatte gehen sehen, ehrlos von den Söldnern abgeschossen, wurde mit einem Male die mühsam unterdrückte Trauer über Mishas Tod und die ganze angestaute Wut wieder nach oben gespült.
Ein roter Schleier schien sich vor sein Sichtfeld zu schieben, als er sich mit flammenden Geschützen auf die gegnerische Einheit stürzte. Irgendwann waren die Raketen seines Archers verbraucht, doch er kämpfte mit den Armlasern und bloßen Mechfäusten weiter. Sein momentaner Gegner, ein kantiger Hunchback, setzte sich verzweifelt zur Wehr, doch er wurde von Caseys Wut einfach weggefegt. Als die Söldnermaschine geschlagen zu Boden krachte, war der junge Krieger noch lange nicht fertig. Er hob den Fuß seiner Maschine und rammte sie in das Cockpit des Hunchback. Einmal, zweimal, dreimal. Der Pilot im Inneren hatte keine Chance. Immer noch nicht zufrieden, hob er beide Mecharme und feuerte Laserimpuls um Laserimpuls ab, bis von dem Helios-Söldner nur noch ein rauchender Trümmerhaufen übrig war und sich der rote Nebel vor seinen Augen lichtete.
„War es das, Junge?“ fragte eine sanfte Stimme über Funk. Casey wirbelte seinen Archer herum und erblickte den schwer verbeulten Executioner von Star Commander André Simmons. Der Mech seines Gegenübers wirkte seltsam unscharf, bis Casey die Tränen bemerkte, die über sein Gesicht strömten. Er schniefte und versuchte den Tränenschleier wegzublinzeln, bevor er antworten konnte.
„Ja, Star Commander, das wars“ Seine Stimme war nicht mehr als ein ersticktes Flüstern.
„Gut Casey, lass uns gehen. Das war der letzte und hier können wir nichts mehr tun. Außerdem sieht Dein Mech auch nicht mehr taufrisch aus.“
Das war geschmeichelt. Die Schadensanzeige des Archer zeigte schwerste Schäden und drohende Totalausfälle der meisten Systeme. Bereits der nächste Treffer hätte sein Ende bedeuten können.
„A..aber der Star Captain?“
Andys Stimme wurde hart
„Wenn er noch irgendwo da draußen ist, werden die Rettungsmannschaften ihn auflesen. Er war nicht das einzige Opfer heute und wir müssen sehen, dass wir die verbliebenen Mechs so schnell wie möglich wieder kampfbereit kriegen. Vielleicht bekommen wir bald erneut ungebetenen Besuch.“
„Verstanden, Star Commander“ bestätigte Casey müde den Befehl und gemeinsam mit einigen anderen Überlebenden des Gefechts traten sie den Heimweg an. Der Star Commander hatte Recht. Im Augenblick konnte er weder für Star Captain Jeretik, noch für einen anderen der abgeschossenen Piloten etwas tun. Das einzige was die noch verbliebenen Mechkrieger tun konnten, war gemeinsam mit ihren Techs ihre BattleMechs so bald wie möglich wieder kampfbereit zu bekommen, um die Basis im Zweifelsfall erneut so gut es ging verteidigen zu können.
Diese Erkenntnis machte die Dinge allerdings auch nicht einfacher, als Casey eine Viertelstunde später seinen stark beschädigten Archer in den Hangar lenkte und die Systeme herunterfuhr. Als er versuchte den Mech zu verlassen, forderten Erschöpfung und Dehydratation durch die Hitze im Cockpit seinen Tribut und er taumelte gegen den Lukenrahmen. Starke Pfoten hielten ihn fest und bewahrten ihn vor einem Sturz.
Alex, sein Tech war herangesprungen und hatte ihn aufgefangen. Nachdem Casey wieder einigermaßen gerade stehen konnte, reichte ihm der Malaienbär eine Flasche mit einem koffeinhaltigen, isotonischen Getränk. Die Flüssigkeit war lauwarm, eklig süß und hatte einen Nachgeschmack nach Plastik, doch der Mechkrieger trank die Flasche dennoch gierig aus und gab sie dem Tech danach zurück.
"Danke!"
Der Angesproche grinste leicht "Kein Problem, dachte mir schon, dass Du ziemlich erschlagen hier auftauchen würdest."
"So kann man das auch nennen." Caseys Erwiderung des Lächelns fiel reichlich dünn aus "Es war da draußen ziemlich die Hölle los."
"Dasselbe hier. Alleine unter den Technikern haben wir sieben Schwerverletzte zu verzeichnen. Eigentlich ein Wunder das niemand gestorben ist. Scheinbar sind wir Techs nicht unbedingt die Primärziele gewesen und.. "
Alex brach seinen Satz ab, als er bemerkte wie Casey bei dem Wort gestorben heftig zusammengezuckt war und sich abwandte. "Sorry, tut mir leid.. ich wusste nicht.. "
Traurig schüttelte Casey den Kopf und winkte müde ab
"Schon okay, Alex, Du konntest das nicht wissen.. und ihr habt selbst genug durchgemacht... Es ist nur so, dass Misha.." Eine Träne rann dem jungen Bären über die Wange und er schniefte leise, bevor er sich trotzig über das Gesicht wischte.
"Lass uns anfangen, okay?" bat Casey leise "Wir brauchen den Archer so bald wie möglich wieder kampfbereit.. und die Arbeit wird uns allen gut tun"
Langsam und mit einem mitfühlenden Gesichtsausdruck auf dem Bärengesicht nickte Alex, bevor er sich zusammen mit seinem Team und unterstützt von Casey an die mühevolle Arbeit machte die zerschossene Kampfmaschine wieder instand zu setzen.


"Sir? Hören Sie mich? StarColonel? Sind sie in Ordnung? Hören sie mich?" Eine Stimme bohrte sich in den dunklen Nebel des Vergessens in den Sascha sich geflüchtet hatte und eine Pranke schüttelte seine Schulter.
"Ver..verschwindet! Lasst mich in Ruhe!" Völlig desorientiert und verzweifelt klammerte sich der Bär an Ria, doch die ruhige aber drängende Stimme lies nicht locker.
"Lassen Sie sie los, Sir. Sie können ihr nicht helfen. Lassen sie los, damit wir sehen können wie es ihnen geht. Ja, gut so.. langsam jetzt. So ist gut... Ganz vorsichtig"
Widerstrebend lies Sascha es zu, dass ihm Ria aus den Armen genommen wurde und er sanft auf den Rücken gerollt wurde. Geschickte Hände tasteten über seinen Körper und die ruhige Stimme sagte etwas, dessen Sinn der Bär in seinem Zustand nicht verstand. Dunkel registrierte er, dass er auf eine Liege gezogen und ein Stück getragen wurde, bevor er wieder in einen Dämmerzustand zurückfiel. Das nächste was er spürte, war der scharfe Schmerz einer Nadel, die ihm in den Arm geschoben wurde und eine kühle Flüssigkeit, die in seine Vene lief. Er versuchte etwas zu sagen, doch bevor er überhaupt den Mund aufmachen konnte, war er wieder in einen Alptraum geplagten Schlaf gefallen, in dem er immer und immer wieder hilflos mit ansehen musste, wie sich Ria und Misha gegenseitig in Stücke rissen.


Mit einem besorgten Gesichtsausdruck stand StarCommander André Simmons vor der Tür zur Krankenstation. Vor einer Stunde war StarColonel Jeretik zusammen mit einigen anderen verletzten Piloten von einer Rettungsmannschaft aufgelesen und sofort zur Behandlung ins MedLab gebracht worden.
"Und Doc? Wie sieht es aus?" Überfiel Andy den Arzt barsch, der sich gerade anschickte den Behandlungsraum zu verlassen.
"Das übliche nach so einem Gefecht." Seufzte der Panda und streckte sich müde. Seine Antwort fiel auf Grund seiner Erschöpfung etwas sarkastisch aus
"Verbrennungen, Knochenbrüche, Verletzungen von Splittern, Dehydrierung. Ach ja.. und natürlich die PPC-mässige Migräne nicht zu vergessen, ausgelöst durch das Neurofeedback der Treffer. Da werden sich alle noch drüber freuen, können, wenn sie aufwachen.
Immerhin keine weiteren Todesfälle und niemand mehr in Lebensgefahr. Davon hatte ich heute wirklich mehr als genug. Wenn sich mich jetzt entschuldigen..." Dr. Matsui versuchte sich an Simmons vorbei zu schieben, kam jedoch nicht wirklich weit.
"Und wie geht es StarColonel Jeretik?"
Missbilligend blickte er auf Andys Tatze, die ihn am Ärmel seines Kittels festhielt und wartete bis ihn der Offizier hastig loslies, bevor er antwortete.
"Ihm geht es soweit gut, es sah vorhin schlimmer aus als es war. Zum Glück stammte nicht das ganze Blut auf seiner Uniform von ihm. Gereicht hat es trotzdem. Zusätzlich zu der tiefen Rißwunde, die er sich beim Abschuß seines Mechs zugezogen hat, hat er noch einige Schnittverletzungen und Prellungen davongetragen, vermutlich vom Schwert der Toten, die wir bei ihm gefunden haben. Außerdem war er völlig dehydriert, deswegen ist auch sein Kreislauf so zusammengebrochen. Aber jetzt hat er Flüssigkeit und Elektrolyte bekommen und sollte bald wieder auf die Pfoten kommen, sofern sich seine Verletzungen nicht noch infizieren. Aber ich glaube die Gefahr ist realtiv gering. "
"Ria Olivar" bestätigte Andy die Identität der Bärin. "Sie war die Kommandeurin der angreifenden Truppen. Sascha hat in einem Mechduell gegen sie gekämpft und sie besiegt. Anstatt sich zurückzuziehen hat sie danach ihren Leuten befohlen mit allem zuzuschlagen was noch da war. Der StarColonel wurde dabei im Gefecht abgeschossen... genau wie ein Großteil des Claw Trinary." Der Polarbär schüttelte traurig den Kopf, als er sich die Namen der getöteten Krieger in den Kopf rief. Zumindest die die er mitbekommen hatte. Innerhalb des Stützpunkts hatte es noch mehr Verluste gegeben. "Wir haben so viele verloren heute Nacht. Der Sieg über die Helios Truppen war teuer erkauft."
Matsui klopfte Andy ein wenig unbeholfen auf die Schulter
"Sie haben getan was sie konnten. Ich weiß, das hilft nicht wirklich viel... aber ohne den Einsatz ihrer Rekruten und dem Rest ihrer Einheit wären wir vielleicht alle nicht mehr am Leben. Ich für meinen Teil habe mich nur noch zitternd im Schrank verkrochen und habe gehofft, dass die Ampullen nicht zu laut klappern."
Das war eine glatte Lüge, doch sie brachte Simmons für einen kleinen Moment zum grinsen, als er sich vor seinem geistigen Auge vorzustellen versuchte, wie der etwas übergewichtige Pandabär versuchte sich in den engen Medizinschrank zu quetschen.
In Wahrheit waren Dr. Matsui und sein Team überall mitten im Geschehen dabei gewesen und hatten, teilweise unter Einsatz ihres eigenen Lebens, stundenlang versucht so viele Leben wie möglich zu retten. Dabei hatte es für ihn keinen Unterschied gemacht, ob es DarkStar oder Helios Personal war, dass sie da zusammenflickten. Oft genug jedoch waren ihre Versuche vergeblich gewesen.
Und trotz allem versuchte der Doc gerade den jungen Offizier mit einem Scherz aufzuheitern. Andy bekam augenblicklich ein schlechtes Gewissen, weil er den Panda vorhin so angefahren hatte und versuchte sich zu entschuldigen, doch Matsui winkte nur ab.
"Schon in Ordnung, Junge... ich weiß Sie haben sich nur Sorgen gemacht. Ich glaube das würde jeder tun. Aber jetzt brauche ich wirklich zumindest ein paar Stunden Schlaf, wenn sie erlauben. Das würde Ihnen auch gut tun."
"Geht leider nicht, Doc... wir haben gleich noch Einsatzbesprechung. Sehen was wir noch an aktiven Einheiten zur Verfügung haben und damit versuchen zumindest für die Nacht den Stützpunkt einigermaßen abzusichern. Morgen sehen wir dann weiter...
Ich glaube zwar nicht, dass Helios es so schnell noch einmal versucht, nicht nach der blutigen Nase, die sie sich heute geholt haben. Aber wir müssen gewappnet sein."
"Mhh, verstehe. Versuchen Sie trotzdem sich ein wenig zu erholen... es nutzt niemandem etwas wenn Sie später zusammenklappen. Ich könnte es Ihnen auch einfach anordnen.. als Stationsarzt stehe ich in medizinischen Belangen noch über dem Sützpunktkommandeur, aber ich glaube sie haben selbst genug Verstand zumindest ein paar Stunden zu schlafen, oder?"
Simmons nickte leicht, bevor er sich nach einem letzten Blick durch das Fenster der Krankenstation von Dr. Matsui verabschiedete und den Weg in den Besprechungsraum antrat.
Bevor er an der Einsatzbesprechung teilnahm, entschied er, war allerdings noch ein starker Kaffee aus der Messe fällig.