Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Red Reapers - A Mercenarys Tale (KG Thread)
Andai Pryde
29.07.2005, 14:18
So hier folgen jeweils die kurzgeschichten rund um die Red Reapers.
Alles also das direkt Inplay bzw. Kurzgeschichte dazu ist kommt hier rein.
Der Anfang demnächst:
Hintergrund zu meinem Char: Nathan Harvell
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Bis jetzt war an Nathans Leben nichts Besonderes gewesen. Zumindest nichts derartiges, wie es heute anstand.
Er hatte erst die Militärschule auf seiner Heimatwelt besucht, danach wechselte er nach Sanglamore. Nach mehreren Jahren Ausbildung schloss er mit guten Noten ab. Das einzige, was nicht ganz normal war, war sein Hang, alles was er in die Finger bekam zu verkaufen. Ein Tech hatte ein Werkzeug irgendwo liegen gelassen? Nathan verkaufte es, nur um es danach wieder zurückzukaufen, nachdem der Tech feststellte, dass er es verloren hatte und das nicht seinem Vorgesetzten gestehen konnte. Er hatte sich nämlich einen Ruf gemacht: Egal, was jemand brauchte, Nathan konnte es besorgen. Ganz stimmte das natürlich nicht, auch er hatte Grenzen, aber es reichte aus, um durch Sanglamore zu kommen und einige Leute zurückzulassen, die ihm etwas schuldeten.
Auf die gleiche Weise schlug er sich danach durch mehrere Jahre Dienst in der Lyranischen Allianz, zwar gelang es ihm nicht, seine Kontakte großartig auszubauen, aber es reichte, um sich einen guten Ruf zu machen. Durch ein Zurückgreifen auf alte Kontakte, war es ihm möglich Sachen zu besorgen, an denen der Quartiermeister gescheitert war. Trotz seiner großen Bekanntheit als Schieber, kam niemand darauf, ihn zu verdächtigen, nachdem mehrmals Teile aus dem Mechhangar verschwunden waren.
Sein Heldenhafter Einsatz gegen Haus Kurita sicherte ihm sogar einen Titel als Landgraf, hätte er geahnt, dass er den Titel nur vier Jahre behalten würde, hätte er ihn wohl direkt abgelehnt. Aber neben dem Titel war noch etwas anderes in der Auszeichnung enthalten: Ein Dervish DV-6M. Mit zwei LSR10 Werfern, zwei mittelschweren Lasern und zwei Kurzstreckenraketenwerfern eine ausgezeichnete Maschine, zwar gab die Panzerung nicht allzu viel her, aber der Mech war neu.
Während der nächsten beiden Jahre im Dienste der Lyranischen Allianz wurde der Mech in einem Gefecht schwer beschädigt und musste durch Feldreparaturen wieder einsatzbereit gemacht werden. Aus Mangel an Ersatzwerfern mussten seine beiden Kurzstreckenwerfer nach diesem Gefecht durch mittelschwere Laser ersetzt werden. Da sie aber weniger wogen, als die beiden Werfer und die Munition blieb noch Platz frei, den die Techs nutzten um den Panzerungsmangel des Dervishs zu beheben.
Als ihm dann angeboten wurde, im Zuge eines Austauschs einige Jahre im Dienste der Vereinigten Sonnen zu verbringen, nahm er natürlich an. Was sprach schließlich dagegen? Hätte er es doch nur gelassen.
Auch hier hatte er ohne Probleme Anschluss an den Untergrund gefunden, um seine Geschäfte fortzusetzen. Und auch hier, hatte er sich schnell einen Ruf gemacht. Nur hatten seine Vorgesetzten diesmal ein Auge auf ihn. Kurz vor Abschluss seiner ersten beiden Dienstjahre hatte er seinen bisher größten Coup landen wollen. Mithilfe einiger Techs hatte er es geschafft, mehrere schwere Mechwaffen aus dem Mechhangar zu entwenden und weiterzuverkaufen. Keiner hatte etwas gesehen, keiner hatte etwas geahnt. Zumindest dachte er das.
Bei der Übergabe der Waffen hatte ein bewaffnetes Davionkommando die Halle gestürmt und ihn in Gewahrsam genommen. Er hatte Glück, nach wenigen Wochen ließen sie ihn wieder laufen. Mit einer Unehrenhaften Entlassung, der Aberkennung des Titels als Landgraf und der Wegnahme seines Mechs. Sie hatten einen Entrechteten aus ihm gemacht.
Es hatte gedauert, bis er sich von dem Schock erholt hatte. Entrechtet... ihn. Wie konnten sie? Der Dervish gehörte ihm. Vier Jahre hatte er ihn gesteuert und nun hatte so ein dahergelaufener Richter die Frechheit ihn ihm wegzunehmen. Aber er hatte seine Rechnung ohne Nathan Harvell gemacht. Es hatte ihn nur ein paar Tage gekostet, seine Kontakte in der Basis von seinem Plan zu überzeugen.
Jetzt stand er im Mechhangar und starrte an seinem Dervish hinauf. Als ein ihm unbekannter Tech in seine Nähe kam zog er die Schirmmütze tiefer ins Gesicht. Sollte ihn jemand erkennen, wäre alles gelaufen.
Langsam ging er um den Mech herum und stieg zum Cockpit hinauf. Er zog die schwere Tür hinter sich zu und schälte sich aus seinem Techoverall. Nach einem kurzen Systemcheck setzte er sich mit der Torkontrolle in Verbindung.
„Kontrolle, hier Sherman, ich soll diesen Dervish zum Wartungshangar bringen, bitte um Torfreigabe“, er konnte nur hoffen, dass seine Blütenpollenallergie schlimm genug war, damit niemand seine Stimme erkannte.
„Einen Moment Sherman.“
Während er auf das Okay wartete fing er an zu schwitzen, das kam ihm viel zu langsam vor.
„In Ordnung, Ausbau der Laser und Einbau von Kurzstreckenraketen. Entschuldigung für die Verzögerung, wir hatten hier ein kleines Problem den Wartungsauftrag zu finden.
Sie haben Freigabe Sherman.“
Er atmete erleichtert aus.
„Danke Kontrolle.“
Mit langsamen Schritten setzte sich der fünfundfünfzig Tonnen schwere Koloss in Bewegung in Richtung Raumhafen, wo ein Landungsschiff Richtung Outreach auf ihn wartete.
Douglas Rodrigo Goldsteen 3042
13. 1. 3042 (3 Monate vor seinem 33. Geburtstag), Outreach
Ein Mann steht in der riesigen Halle am Raumhafen, unterdurchschnittlich groß, recht breit. Schwarzes Haar, dunkle Augen, dunkler Teint.
Er sieht fast wie ein Tourist aus, auch wenn einige Fältchen um den Mund klarmachen, daß er schon einiges mitgemacht hat.
Trotzdem ist er frei. Der Raumhafen liegt hinter ihm, hier landen die Schiffe von Händlern, Söldnereinheiten und Suchenden. Er ist einer der letzteren. Sein Militärdienst endete in der Liga Freier Welten, vor längerer Zeit. Es war nicht sehr ruhmreich. Er hat aber auch nicht vor, sein Leben als Söldner wegzuwerfen, denn er ist recht klug. Es ist Zeit, zu leben. Und das ist hier möglich.
Mit festen Schritten marschiert er aus der Halle auf die Straßen von Outreach. Der Himmel ist trübe, im Gegensatz zum fast freundlichen Gesichtsausdruck des Mannes. Als Gepäck hat er einen Seesack dabei, der Rest wird in eine Unterkunft seiner Wahl nachgeliefert, oder sicher eingelagert.
Sicherheit. Die kann man hier erwarten. Hier ist beinahe das Zentrum des Vereinigten Commonwealths, des mächtigsten politischen Gebildes seit dem Sternenbund. Die mächtigste Söldnereinheit aller Zeiten hat hier ihre Heimat. Persönlich von Hanse Davion übereignet. Was soll hier passieren?
Hier kann man etwas erleben. Als vielseitig begabter Mann ist einiges möglich. Vielleicht sogar ein Buch?
Das weiß er noch nicht.
Aber er hat Zeit und Geld. Damit ist er den meisten Söldnertypen hier um einiges voraus.
Der letzte größere Krieg ist fast drei Jahre her, seitdem wird die Bezahlung wohl schlechter sein, vor allem für die kleinen Einheiten. Aber es ist ihm egal.
Er zieht in das „Romulus Travellers´ Hotel". Das scheint Niveau zu haben. Heute wird er sich erholen, und morgen mit der Besichtigung anfangen.
14. 01. 3042, Outreach
„Mister Goldstein, es ist elf Uhr vormittags. Haben Sie gut geschlafen? Ich wünsche einen angenehmen Aufenhalt."
Brummend richtete sich Douglas Rodrigo Goldsteen auf. Der Weckruf einer angenehmen Frauenstimme über das VidPhon hatte ihn wach werden lassen. Es war elf Uhr. Er streckte seinen recht massigen, gedrungenen Körper. Vielleicht sollte er etwas abnehmen?
Langsam stand er auf und ging ins Bad. Das Hotelzimmer war geräumig und komfortabel, jedenfalls gemessen an der letzten Zeit, die er in einem Landungsschiff verbracht hatte. Dort war auch sein Körper weich geworden. Früher hatte er muskulös ausgesehen, jetzt war davon nicht mehr viel zu sehen.
Die Dusche war erfrischend, das Frühstück mit den anderen Gästen im Erdgeschoss erträglich. Er hatte noch nicht seinen alten Charmelevel erreicht. Er konnte ein sehr angenehmer Gesprächspartner sein, aber heute hatte er noch kein Wort gesprochen.
So stumm ging er auch wieder nach oben, Zimmer 493. Hier zog er sich an, bisher hatte er nur seinen Bademantel getragen, und ging wieder hinaus.
Auf den Fluren des Hotels war kaum etwas los. Nur am Eingang stand in einer abgewandelten Dragoneruniform die Türsteherin. Douglas grinste sie an. Er war wieder der Alte. Mit einem Zwinkern und feistem Grinsen ließ er sie stehen und marschierte los.
Zuerst stand die riesige Werbehalle auf seinem Programm. Dort waren die Söldner in Massen zu finden und versprachen sich Kontrakte der besseren Sorte.
Es gab auch noch einen Ort namens TempTown, aber dorthin wollte er nicht, auch wenn er schon so einige Zumutungen erlebt hatte. Das war es ihm doch nicht wert. Es gab auch so genug interessante Plätze zu erkunden.
So ging er weiter..
14. 01. 3042, abends, Outreach
Dieses Lokal hier entsprach Goldsteens Geschmack. Es gab hier eine große Auswahl an Whiskey, Wein und Bier, dazu gutes Essen und verschiedenste weitläufige Räume für gesellige Runden. Wie er gesehen hatte, spielten viele von den Leuten Karten oder andere Spiele, auch mit Geldeinsatz.
Er rekapitulierte seine Situation: Die Anzahl der Söldnereinheiten allein hier war erschreckend hoch. Trotzdem schien die Anzahl immer zu fluktuieren.
Er wußte ja, daß es immer wieder zu Kämpfen kam, so gut wie überall, aber wer hatte daran Interesse?
Oh, er war abgeschweift.
Eine sehr adrette, um nicht zu sagen, hübsche, Bedienung brachte ihm sein Essen und er genoß es. Dabei dachte er weiter nach:
Seine Geldmittel waren durch seine Erfolge mehr als ausreichend. Das kleine Sternenbunddepot, das er gefunden hatte, war sehr ergiebig gewesen und hatte ihn saniert. Vor allem diese 3 Lichtdämpfer waren unglaublich gewesen. Gerne hätte er einen behalten, aber SEKURA und die Firmen wollten schon ihren Einsatz wieder herausholen. Nicht, daß SEKURA zu der Suche irgendetwas beigetragen hätte.
Mit weniger Glück wäre er jetzt noch umhergeirrt, auf Landungsschiffen bei 0G und mit schwindenden Geldmitteln.
So hatte er Zeit für sich. Und er würde sie sich nehmen. Sein Studium war zwar auch schon länger her, aber seine Talente für Sprache und Geschichte würden als Autor nicht brachliegen müssen.
Hier konnte er Erzählstoff in Massen finden und ihn verarbeiten. Entspannung sollte dabei auch nicht zu kurz kommen.
Wo Söldner waren, waren auch Frauen, die nicht unbedingt Krieg spielen wollten. Das war einfach ein uraltes Naturgesetz.
Nicht daß Douglas an den zu bezahlenden Frauen interessiert war, es gab auch andere, die weit schwieriger zu bekommen waren... Und die waren für ihn interessant.
Er sah, daß im Nebenraum Karten gespielt wurden. Vielleicht so etwas wie Drax? Es gab natürlich viele andere Spiele, aber Drax konnte er ganz gut. Vielleicht sollte er nach dem Essen einmal mitmischen?
Das würde er sehen, schaden konnte es ja kaum, sofern er nichts übertrieb.
Er grinste jetzt breit, denn die Bedienung war wieder da.
„Miss... Deana, das Essen war ausgezeichnet," erklärte er mit einem breiten Grinsen. Sie lächelte zurück, noch etwas professionell für Dougs Geschmack, also fuhr er fort. „Ich bin mir ziemlich sicher, daß Sie weiterhin großartige Arbeit leisten werden, deshalb werde ich wohl wiederkommen. Aber ist es so, daß Sie hauptsächlich über Trinkgeld verdienen?" Als sich ihre Miene leicht verdunkelte, beschwichtigte er: „Keine Sorge, ich habe nicht vor, irgend etwas von Ihnen zu kaufen, außer vielleicht Informationen.." Er legte einen 20 Kronen Schein auf den Tisch. „Da ich gern spiele, auch um Geld, und das hier scheinbar problemlos möglich ist, würde ich gern wissen, wer von den hiesigen Spielern bekannt für große Gewinne und Verluste ist.. falls Sie das wissen..." Er ließ einen Fünfziger hervorscheinen. Ihre Augen schienen größer zu werden, als sie den Schein sah: „Oh. Ja, mir sind welche bekannt. Da wären Missis Fredrickson, die jeden Wettbewerb gewinnt, und dann vor allem für Sie interessant.. Mister ... Desmond Bosworth, .. oh und Griffin Collins." Sie hatte ein wenig gestockt, als Doug den Schein ablegte.
„Die beiden letzteren sind fast immer hier zu finden." Jetzt lächelte sie bezaubernd, als sie abkassierte und den Fünfziger in ihren Ausschnitt schob.
Auch Doug war zufrieden. Mit diesen Informationen konnte er etwas anfangen.
Hierher würde er öfter kommen.
*deleted*
"Weitergehen! Nicht stehenbleiben! Gehen Sie weiter!"
Hintergrund zu meinem Char: Nathan Harvell
Der Weg nach Outreach
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Flüge auf Landungsschiffen waren immer etwas nerviges. Vor allem, wenn man auf der Flucht war. Es war, trotz aller Vorkehrungen, nicht gewiss, dass niemand den Battlemech im Frachtraum entdecken, oder ihn vielleicht sogar wieder erkennen würde. Und billig war es auch nicht gewesen.
Er hatte dem Captain einige höchst illegala Waffen besorgen müssen. Nicht, dass das sonderlich schwer gewesen wäre, aber es hatte ihn, in seiner momentanen Position, doch einige Gefallen gekostet. Leichter waren da schon die Nutten für den Astech des Hangardecks gewesen...
Aber jetzt war der Mech verstaut und hinter allen möglichen Kisten versteckt. Und auf dem Schiff hatten sich ein paar lukrative Geschäfte ergeben. Irgendwie schienen die Leute immer etwas zu vergessen, wenn sie verreisten. Und wer wäre besser dafür geeignet gewesen, es ihnen an Bord eines Landungsschiffes zu besorgen als Nathan?
Er hatte einer Frau ein Schminktäschchen besorgt (wobei er sich ernsthaft fragte, wozu die Frau Schminke brauchte. Nicht einmal die würde ihr noch helfen können.), einem Mann ein Potenzmittel (es hatte ihn wenig überrascht, dass es der Mann von besagter Frau war) und dem Captain noch ein paar Waffen, die er sicherheitshalber mitgenommen hatte, falls er den Captain noch einmal zu etwas überreden müsste. Es dürfte niemanden überraschen, dass der Waffenverrückte Captain derjenige war, von dem Nathan das Potenzmittel bekommen hatte, und einen nicht unbedingt kleinen Stapel C-Noten, den er an eine Frau verlor, die für Geld alles tat (wirklich alles), schließlich musste man sich in den engen und langweiligen Räumen des Schiffes ja beschäftigen.
Er hatte noch einige Sachen mehr getauscht, aber keine andere Transaktion war für ihn derart lustig gewesen, wie die um das Schminktäschchen.
Oder derart amüsant, dachte er sich als er die blonde Frau (eigentlich war sie noch fast ein Mädchen) ansah, die nackt vor ihm stand und alle möglichen Dinge anstellte, die hier nicht näher beschrieben werden müssen, bevor sie sich zu ihm ins Bett gesellte und ihn weitermachen ließ.
Oh ja, der Flug war spaßig gewesen, aber auch mit Angst verbunden. Bis er auf Outreach war, steckte er in Gefahr. Erst wenn er das Schiff verlassen konnte, war er wirklich sicher.
Am Ziel hatten sie den Mech als allererstes entladen. Es war nicht unbedingt einfach gewesen, den anderen Passagieren klar zu machen, dass sie aufgrund einer technischen Störung eine Stunde länger auf dem Schiff festsaßen. Aber es hatte geklappt und niemand hatte bemerkt, wie er den Dervish von Bord und in eine Lagerhalle, die der Captain gegen einige weitere Waffen im Voraus für ihn reservieren ließ, geschafft hatte.
Die Frau/das Mädchen - er musste sich ernsthaft erkundigen, wie alt sie war - hatte ihm gesagt, sie würde auch einige Zeit auf Outreach verbringen. Und so lange sie da war, dürfte er sie sogar ohne Geld besuchen kommen. Wenigstens war er dadurch erstmal beschäftigt.
Andai Pryde
09.08.2007, 18:28
IN BEARBEITUNG
St.Orissa, Red Reapers Versorgungsbasis,
Dainmar Majoris
29. August 3043
„Nun, die Schäden fallen recht gering aus, Ma´am. Das meiste haben die Mechs abbekommen, aber nichts, was sich nicht durch ein paar neu aufgeschraubte platten wieder wie neu hinbiegen ließe. Kritischer sieht es da schon mit dem Bandit aus. Die Schürze ist übel mitgenommen, was ihn ziemlich verlangsamt!“
Vivian warf Donna einen kurzen Seitenblick zu, die Tech deutete abwechselnd auf ihren Compblock und dann wieder auf die untergebrachten Fahrzeuge der Reapers im Hangar.
„Wie stark verlangsamt?“
„Etwa 20 KM/h in der Endgeschwindigkeit.“
„Also immer noch schnell genug für seine Aufgaben. Wie sieht es mit der Reparatur aus?“
Donna zog die Stirn kraus und schüttelte den Kopf.
„Prinzipiell sollten wir an Bord der Gin Reaper alles notwendige haben, aber aufgrund der speziellen natur der Herkunft des Panzers. Nun wir müssten wohl bis Outreach warten, sofern wir nicht zufällig irgendwo anders die passenden Teilen finden.“
Vivian nickte.
Der Bandit war etwas wie ein Geschenk gewesen, wobei es eingeforderter Gefallen eher traf.
„Danke Donna, kümmere dich bitte weiter um die Reparaturen, wir haben zwar erst mal eine kleine Kampfpause, aber wer weiß, wie lange die andauert und ich will die Einheit jederzeit kampfbereit haben!“
„Klar, Ma´am!“
Damit ging sie wieder zu ihren Techs und brüllte bereits im Laufen Befehle.
Vivian kannte Donna mittlerweile lange, seit ihrer Zeit bei den Hussaren und sie hatte im krieg von 39 an ihrer Seite als Cheftech gearbeitet, dennoch duzte Donna sie sehr selten, redete sie nahezu ständig mit Major oder Ma´am an.
Vivian schüttelte den Kopf und strich sich über die zerknitterte Uniform. Es gab wichtigeres, nicht zuletzt eine einheitliche Uniformverordnung.
Sie drehte sich um und sah sich zwei Männern gegenüber, genauer gesagt Ernst Barlach und Doug Goldsteen.
Barlach redete gerade auf den anderen Mann ein und grinste dabei wie ein Honigkuchenpferd.
Goldsteen wiederum lächelte kurz zurück, dann fiel sein Blick wieder auf Vivian und er räusperte sich.
Barlach verstummte und setzte zu einem Salut an.
Dass er wie ein leichter Hohn wirkte war sicherlich nicht beabsichtigt, dennoch kniff Vivian verärgert die augen zusammen, entspannte sich dann jedoch. Das hier waren Söldner, keine Krieger einer RKG des Hauses Davion. Da ging es mal lascher zu.
„Ma´am, ich...wir,“ fügte Goldsteen mit einem Seitenblick zu Barlach hinzu,„ müssen mit ihnen reden.“
Vivian nickte nur, Goldsteen trat sicher auf, doch schwang ein gewisser Unterton in seiner Stimme mit. Er wählte seien Worte mit Bedacht und musterte sie, um jedwede Reaktion mitzubekommen.
Vivian kam nicht umhin den Mann zu bewundern und erst recht seien Ausstrahlung, nicht zuletzt hatte sie ihn deswegen in der Einheit haben wollen, wenn er auch kein typischer Militär war, so verfügte er dennoch über unschätzbare Fähigkeiten.
Goldsteen konnte gut mit Menschen umgehen und er hatte eine unverwechselbare Spürnase für die diversesten Dinge. Anders als Barlach der eher der Taktiker schien und Nathan Sherman, der ein Talent dafür hatte Sachen verschwinden und woanders wieder auftauchen zu lassen.
„Es geht um die Beförderungen Ma´am. Ich denke Lieutenant ist etwas zu viel des guten für mich!“
Vivian runzelte die Stirn, was gefiel ihm da dran nicht?
„Nun Sergeant, was ist da dran auszusetzen?“
„Prinzipiell nichts Ma´am, wenn man ein Mechjock ist, aber für mich...es ist schon schwer genug Sergeant zu sein.“
Vivian blickte den Mann einen Moment an, dann nickte sie.
„Nun gut, ich werde mir da was ausdenken. In zehn Minuten ist Besprechung.“
Damit ging sie und ließ die beiden Männer stehen, auch wenn Barlach so wirkte, als würde er noch was sagen wollen.
Doch sie hatte etwas hinter den beiden gesehen, dass ihre Aufmerksamkeit verlangte.
Nun ging sie geradewegs auf die Frau zu die dort in der Felduniform eines cannopischen Majors stand und auf sie wartete.
„Major!“ wurde sie freundlich und mit einem knappen Nicken begrüßt.
Die Tatsache, dass Vivian eine Frau war, die eine Einheit anführte, hatte in der matriarchalischen Gesellschaft der Cannopier seine Vorteile.
Die Frau drehte sich um, nachdem Vivian die Begrüßung mit einem knappen Salut erwidert hatte und ging mit ihr ein Stück.
Exakt 9 Minuten später stand Vivian im kleinen Besprechungsraum der Reapers. Nahezu die gesamte Kampftruppe war versammelt oder traf nach und nach ein.
Vivian tippte kurz etwas auf ihren Compblock ein und beobachtete dann, wie Nathan Sherman als letzter den Raum trat und die Tür hinter sich schloss.
„Morgen Reapers. Ich fasse mich heute kurz. Wir haben unsere ersten Kämpfe geschlagen und uns bewiesen. Ich bin zufrieden, dennoch gibt es Verbesserungspotential. Wir brauchen mehr Feinabstimmung im Timing der Panzer. Für übermorgen um Null dreihundert ist ein Manöver angesetzt wo wir dies üben werden.
Ich will mich jedoch nicht lange damit aufhalten.
Die entscheidenden Themen heute sind Beförderungen und Callsigns!“
Eine Hand wanderte nach oben, was den einruck einer Schulklasse irgendwie für Vivian nicht vermittelte und Erinnerungen in ihr wach rief.
„Ja, Sergeant Goldsteen!“
„Ma´am, bei allem Respekt, aber sollten wir uns nicht eher um die Identität der Angreifer kümmern? Sie könnten noch mal zuschlagen“
„Den Gedanken hatte ich auch bereits, doch wurde mir von major Devalis, unserem Verbindungsoffizier zu den Cannopiern davon abgeraten. Major Devalis hat eine ihrer Kompanien ausgesandt, um in einem weiträumigen Perimeter außerhalb von St. Orissa zu patrouillieren. Sie wünscht, dass die Reapers vorerst hier in der Stadt bleiben. Leider wurde mir nicht mehr mitgeteilt, doch versuche ich alles in Erfahrung zu bringen, was ich kann.“
„Ich könnt´ ja mal eine der Schnecken hier vor Ort anhaun. Mein, vielleicht brauchen die was oder so!“
Sherman grinste breit und vielsagend, während er seine Füße bequem auf den Tisch ablegte.
„Danke, nein Lieutenant und nehmen sie die Füße vom Tisch!“
Sherman schaute sie mit gehobener Augenbraue an, tat aber, was sie gesagt hatte. Der Mann war manchmal ein Übel, aber ein notwendiges und zu nützliches Übel.
Nahezu jeder wusste, mit was er sich so befasste, was in den meisten Fällen aus drei Dingen bestand: Sachen schmuggeln und unter der Hand verkaufen, seinen Mech steuern und sich die Füße massieren zu lassen.
„Nun gut, kommen wir zu den Callsigns. Ich habe mir dazu ein paar Gedanken gemacht.“
Sie griff nach dem Ausdruck auf dem Tisch vor ihr und pinnte ihn an die Wand hinter sich.
„Die Technikergruppe unter Cheftech Donna Hugo wird künftig unter Wizard bekannt sein. Die beiden Medtechs Benjamin Baot und Jasmin Flower werde künftig schlichtweg Mash sein.
Die Sergeants Julianne Pfeifer und James Greatz werden künftig Raziel respektive Uriel sein. Corporal Ecki Stoner wird das Callsign Fink tragen. Sergeant McFairley ist Scorpio, Lieutenant Barlach Paladin, Sergeant McDollough Archer und Sergeant-Major Goldsteen Pfadfinder!”
Vivian bemerkte das kurze Zucken um die Mundwinkel Goldsteens, doch er blieb ruhig. Mit dieser Aussage hatte sie es vor der Truppe bestätigt. Während die meisten um einen Dienstgrad befördert wurden und Schlüsselpersonen wie Barlach und Sherman zum Lieutenant befördert worden waren, hatte sich Vivian nach Goldsteens Einwand dagegen entschieden ihn auch zum Lieutenant zu machen. Der Gedanke war ihr vorher bereits gekommen und sie sah sich nun bestätigt, es war besser so, alleine um die Wirkung auf die Einheit aufrecht zu erhalten. Ein Spieß, der einen mannschaftsdienstgrad bekleidete war nun mal so etwas wie Tradition und kam deutlich besser an.
Und irgendwie kam sie nicht umhin, dass sie Goldsteen nur schwer etwas abschlagen konnte.
„Kommen wir zu den Mechs. Sherman wird ab sofort Pedes heißen.
Sergeant Jones Panther, Corporal Eikons Sparrow, Sergeant-Major Zuhn Bulldog, Sergeant Reynolds Abrams und ich selber Bergsteiger! Soweit Fragen oder Einwände?“
Wenn sie schon direkt danach fragen hätte ich noch ein paar Dinge auf dem Herzen:
Erstens: Wann werden wir mehr zu der Übung am Freitag erfahren?
Zweitens haben wir immer noch keinen Wachdienst. Im Moment könnte jeder Depp aus der Stadt bis in unser Munitionsdepot spazieren. Nur dürfte uns für eine effektive Bewchung noch das Personal fehlen. Aber darum könnte sich ja eigentlich unser Spieß kümmern....
Zu guter Letzt wäre wohl noch die Zuteilung des J.Edgar zu klären. Es wäre schon eine Bereicherung, wenn wir das Fahrzeug mit in unseren Fuhrpark integrieren könnten.
Andai Pryde
10.08.2007, 13:26
Vivian seufzte leise.
"Nun ernst, manchmal frage ich mich ernsthaft, wer von uns beiden hier das Kommando hat, aber gute Einwände. Die sicherheit ist bereits in die Wege geleitet, derzeit nutzen wir das Personal hier vor Ort. Ich bin damit auch nicht sonderlich zufrieden, doch bleibt uns derzeit keine andere Wahl, jedoch steht es ziemlich weit oben auf der Prioritätenliste."
Sie schaute Barlach durchdringend an, es war ja schön und gut Transparenz zu verlangen, aber sie so bloß zu stellen, ohne die genauen Hintergründe zu kennen, schmeckte Vivian nicht sonderlich.
"Was den J Edgar betrifft, habe ich mir bereits Gedanken dazu gemacht, letzte Entscheidungen werden jedoch eien Weile brauchen, zumal wir derzeit auch keine Crew haben, um ihn zu besetzen. ich möchte ungerne einen der Techniker dort rein setzen. Bis dahin verbleibt er in Reserve.
Noch ein Nachtrag zu den callsigns, manch eine rmag sich wundern, wieso ich so bunt gemischt habe, dies geschah unter anderen, um Wünsche zu erfüllen und unsere Individualität aufzuzeigen, als auch, als zusätzliche massnahme den Feind zu verwirren.
Zu der Übung werden sie noch früh genug etwas erfahren. Ich setze dafür eine Besprechung morgen um elfhundert an, bis dahin haben sie frei!"
Sie schaute Barlach druchdringend an udn wartete auf eine Reaktion
Goldsteen grinste kurz als Barlach ihn ins Spiel brachte. Im Geiste war er schon einige Zeit beschäftigt. Mehr Verantwortung, mehr Arbeit. Das mit dem Sold war zwar nebensächlich, aber doch auch relevant. "Wenn ich ganz kurz darf, zumindest eine rudimentäre Wache, in die alle eingebunden sind, wäre vielleicht nicht dumm. Ich denke mir was aus. Zwar gibt es noch keinen Grund, den einheimischen Wachen zu misstrauen, aber", er sah kurz zu Sherman, "Vorsicht ist besser als Nachsicht und wir wissen, dass BattleMechs und andere Maschinen nebst Ersatzteilen auf Peripherieplaneten gern genommen werden. Ansonsten werde ich auf sie alle zukommen. In puncto Freizeit unterstütze ich unseren Major vollkommen." Das brachte ihm einige Lacher. Er lehnte sich wieder zurück. Etwas unwilliges schien gerade an Vivian zu sein. Nuja. Vielleicht konnten sie ja heute zu Abend essen. Zusammen.
Zu besprechen gab es ja genug.
Andai Pryde
10.08.2007, 23:54
Vivian nickte.
"Sehr gut, arbeiten sie was aus und wir besprechen das heute abend."
Dann sortierte sie ihre Unterlagen und schaute sich um.
"Wenn weiter nichts ist, viel Spaß und vorsicht, wenn es euch in die Stadt zieht!"
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