Rikal
07.04.2004, 01:34
=/\= Pentagonwelten, Arcadia, 26. August 2802 =/\=
Müde und mit einem bitteren Geschmack im Mund blickte der alternde General über die rauchenden Trümmer, die einmal die Hauptstadt Arcadias waren. Nur mit Mühe hatten sie den Angriff der Liao Loyalisten abwehren können. Was war nur aus ihnen geworden?
Die stolzen Sternenbundverteidigungsstreitkräfte, die nach blutigen, Jahre dauernden, Kräfte zehrenden Kämpfen den Usurpator vom Thron des Sternenbundes und aus der Terranischen Hegemonie vertrieben hatten, die die Innere Sphäre verlassen hatten um den drohenden Zeichen des Krieges zuvorzukommen und nicht in die Kämpfe zwischen den Fürsten der großen Reiche hineingezogen zu werden, die ausbrechen würden, wenn diese versuchen würden die Nachfolge der Camerons anzutreten. Sie hatten den Frieden gesucht, aber der Krieg hatte sie eingeholt. Seit dem Tod des Generals und der Abreise seines Sohnes und Nachfolgers waren alle Strukturen zusammengebrochen, und das was die Streitkräfte immer hatten verhindern können war ausgebrochen: die alten Rivalitäten zwischen den Bewohnern der Inneren Sphäre.
Glücklicherweise lebten auf Arcadia überwiegend ehemaliger Bürger der Terranischen Hegemonie, so dass es zumindest zwischen der Bevölkerung hier nicht zu Kämpfen gekommen war. Aber die anderen Divisionskommandeure versuchten die Vorherrschaft zu erringen, jeder wollte die Herrschaft, genau wie die Fürsten der Inneren Sphäre. Waren sie denn nicht besser als diese Despoten, denen es nur um Macht ging? Scheinbar nicht.
Mühsam riss er sich von dem schrecklichen Anblick los, noch immer schlugen meterhohe Flammen aus den Ruinen, mühten sich die Rettungsmannschaften Leben zu retten und die Feuerwehren Herr des Feuers zu werden, aber es würde noch Stunden, wenn nicht sogar Tage dauern, bis alle Feuer gelöscht, alle Toten geborgen und alle Verletzten versorgt sein würden. Langsam drehte sich der alte General, der auf Terra, in einer kleinen Stadt in Schottland, geboren worden war, um. Hinter ihm wartete sein Adjutant, er trug noch, genau wie auch er selbst, seinen Kühlanzug. Einige Meter entfernt standen ihre beiden BattleMechs, ein Kriegshammer und ein Atlas, während die beiden anderen Mechs der Lanzen sich entfernt hatten und gemeinsam mit den Resten der Divisionskommandokompanie die Umgebung sicherten. Frustriert blickte Conner MacCormwigh an den beiden Mechs hoch und betrachtete die Schäden. Tiefe Krater verunzierten die Panzerung, der linke Arm des Hammers war auf halber Höhe abgerissen worden, die Kopfpanzerung seines Atlas wies einige tiefe Scharten auf. Es war dieses Mal wirklich knapp gewesen. Zu knapp nach seinem Geschmack. Nicht nur für ihn, sondern auch für diesen Planeten, für den er die Verantwortung trug. Nur mit Mühe, sehr viel Mühe, war es ihnen gelungen ihre alten Kameraden zu stoppen und zurückzuwerfen. Es war ihm nicht leicht gefallen auf seine ehemaligen Kameraden zu feuern, aber sie hatten keine Wahl gehabt. Es war seine Aufgabe diesen Planeten zu verteidigen, seine Bewohner zu schützen, aber lange würde er diese Aufgabe nicht mehr erfüllen können, wenn er den Ausdruck in den Augen seines Adjutanten richtig deutete.
Hätte er doch mit Nicolas gehen sollen? Weitere 600.000 Personen, die nach Strana Mechty aufbrachen, um dem Krieg zu entkommen und es erneut zu versuchen. Er hatte mit dem Gedanken gespielt sich Nicoals anzuschließen, aber die Pläne, die der Sohn des Generals für die Zukunft hatte, gefielen ihm nicht. Eine neue Gesellschaft aufbauen, schön und gut, aber so, wie er es vorhatte? Nein. Scheinbar kam hier seine liberale Erziehung wieder durch, und der Glaube an das Gute im Menschen. Er hatte sich ihm nicht anschließen können und wollen. Natürlich hätte er niemanden aufgehalten, der sich Nicolas hätte anschließen wollen, aber wie es schien, waren seine Truppen loyal zu ihm. Er hatte gesagt, dass er bleiben würde, und auch sie waren geblieben, dies traf auch auf große Teile der Zivilbevölkerung zu. Langsam kam ihm aber die Erkenntnis, dass die Entscheidung zu bleiben keine seiner besten Ideen gewesen war. Nur war es nun zu spät. Wo sollten sie denn hin? Nach Strana Mechty, konnten sie nicht gehen. Es blieb nur die Weite des Raumes.
„Sam, wie sieht es aus?“ fragte er, den großen Mann, mit den traurigen grünen Augen. Die Stadt, die hinter ihm brannte, war ihrer beider Heimat gewesen, für mehr als zehn Jahre.
„Schlecht. Wir haben mindestens 20 % Verluste“, bei diesen Worten schlossen sich die Augen des Generals, „und knapp 50 % des Materials sind ausgefallen. 20 % der Mechs und anderen Fahrzeuge sind nicht reparabel. Was wir bergen können, wissen wir noch nicht.“
Verdammt. Das war ein wahrer Pyrrhussieg, noch einen solchen Sieg und wir haben in Wahrheit verloren.
„Sam, halten sie es für möglich, dass wir den Planeten evakuieren können?“
Bei dieser Frage weiteten sich die Augen seines Adjutanten.
„Sir?“
„Sie haben sich nicht verhört. Wenn das so weitergeht, dann werden wir verlieren. Wir müssen hier weg.“
„Wohin, Sir?“
„Keine Ahnung. Hatten wir ein Ziel, als wir mit dem General aufbrachen?“
„Nein, Sir.“
„Also, können wir evakuieren?“
„Nun, Sir. Wir haben noch einen großen Teil der Landungsschiffe eingemottet, mit denen wir auf dem Planeten angekommen sind. Auch gibt es noch an die dreißig Sprungschiffe, die eingemottet um die Sonne von Dagda ihre Bahnen ziehen, und etliche andere in anderen Systemen. Theoretisch sind wir in der Lage weiter zuziehen.“
„Gut. Kontaktieren sie Admiral de Rancourt. Er soll zwei Schiffe ausschicken, die nach einer neuen Heimat für uns suchen. Der Rest der Flotte soll, sobald er wieder einsatzbereit ist die Sprungschiffe hohlen.“
„Sir. Admiral de Rancourt ist tot, die Missouri ist schwer getroffen worden.“
Betroffen und entsetzt blickte MacCormwigh den Mann an. Wieder ein alter Freund, der dem Bürgerkrieg zum Opfer gefallen war. Sie mussten hier weg, und zwar schnell. Blieb noch eine Frage, wie stand es um die Flotte? Auch diese Frage beantwortete ihm der Major, der noch immer geduldig auf seinem Platz verharrte und auf weitere Befehle und Fragen wartete.
„Die Big Mo ist schwer beschädigt, aber die meisten Systeme können repariert werden. Beide Antriebe arbeiten. Wir haben einen Kreuzer, die SBS Lyon, verloren, auch die Norfolk hat das Gefecht nicht überlebt. Die restlichen Schiffe haben leichte bis mittlere Schäden davon getragen. In spätestens zwei Wochen sollten sie wieder einsatzbereit sein, soweit die Schäden ohne Werft reparabel sind.“
„Gut. Admiral Montraville soll das Kommando übernehmen. Richten sie ihm meine besten Wünsche aus, und er soll sich beeilen.“
Ohne ein weiteres Wort begab sich der General zu seinem Mech und kletterte die Leiter hinauf ins Cockpit. Er wollte alleine sein, und seltsamerweise schien das Cockpit dieser Kampfmaschine der einzige Ort zu sein, an dem er seine Ruhe haben würde, wenn auch nur für einen kurzen Augenblick.
-tbc-
[Anmerkung: Nachdem mir die Entwicklung der BT Zeitlinie nicht mehr so recht gefällt habe ich beschlossen mir selbst eine zu basteln :), dieser Text ist die Einleitung dazu. Bedenkt bitte, dass dies meine ersten Gehversuche beim Schreiben von BT-Texten sind, seid also bitte gnädig mit mir.]
Müde und mit einem bitteren Geschmack im Mund blickte der alternde General über die rauchenden Trümmer, die einmal die Hauptstadt Arcadias waren. Nur mit Mühe hatten sie den Angriff der Liao Loyalisten abwehren können. Was war nur aus ihnen geworden?
Die stolzen Sternenbundverteidigungsstreitkräfte, die nach blutigen, Jahre dauernden, Kräfte zehrenden Kämpfen den Usurpator vom Thron des Sternenbundes und aus der Terranischen Hegemonie vertrieben hatten, die die Innere Sphäre verlassen hatten um den drohenden Zeichen des Krieges zuvorzukommen und nicht in die Kämpfe zwischen den Fürsten der großen Reiche hineingezogen zu werden, die ausbrechen würden, wenn diese versuchen würden die Nachfolge der Camerons anzutreten. Sie hatten den Frieden gesucht, aber der Krieg hatte sie eingeholt. Seit dem Tod des Generals und der Abreise seines Sohnes und Nachfolgers waren alle Strukturen zusammengebrochen, und das was die Streitkräfte immer hatten verhindern können war ausgebrochen: die alten Rivalitäten zwischen den Bewohnern der Inneren Sphäre.
Glücklicherweise lebten auf Arcadia überwiegend ehemaliger Bürger der Terranischen Hegemonie, so dass es zumindest zwischen der Bevölkerung hier nicht zu Kämpfen gekommen war. Aber die anderen Divisionskommandeure versuchten die Vorherrschaft zu erringen, jeder wollte die Herrschaft, genau wie die Fürsten der Inneren Sphäre. Waren sie denn nicht besser als diese Despoten, denen es nur um Macht ging? Scheinbar nicht.
Mühsam riss er sich von dem schrecklichen Anblick los, noch immer schlugen meterhohe Flammen aus den Ruinen, mühten sich die Rettungsmannschaften Leben zu retten und die Feuerwehren Herr des Feuers zu werden, aber es würde noch Stunden, wenn nicht sogar Tage dauern, bis alle Feuer gelöscht, alle Toten geborgen und alle Verletzten versorgt sein würden. Langsam drehte sich der alte General, der auf Terra, in einer kleinen Stadt in Schottland, geboren worden war, um. Hinter ihm wartete sein Adjutant, er trug noch, genau wie auch er selbst, seinen Kühlanzug. Einige Meter entfernt standen ihre beiden BattleMechs, ein Kriegshammer und ein Atlas, während die beiden anderen Mechs der Lanzen sich entfernt hatten und gemeinsam mit den Resten der Divisionskommandokompanie die Umgebung sicherten. Frustriert blickte Conner MacCormwigh an den beiden Mechs hoch und betrachtete die Schäden. Tiefe Krater verunzierten die Panzerung, der linke Arm des Hammers war auf halber Höhe abgerissen worden, die Kopfpanzerung seines Atlas wies einige tiefe Scharten auf. Es war dieses Mal wirklich knapp gewesen. Zu knapp nach seinem Geschmack. Nicht nur für ihn, sondern auch für diesen Planeten, für den er die Verantwortung trug. Nur mit Mühe, sehr viel Mühe, war es ihnen gelungen ihre alten Kameraden zu stoppen und zurückzuwerfen. Es war ihm nicht leicht gefallen auf seine ehemaligen Kameraden zu feuern, aber sie hatten keine Wahl gehabt. Es war seine Aufgabe diesen Planeten zu verteidigen, seine Bewohner zu schützen, aber lange würde er diese Aufgabe nicht mehr erfüllen können, wenn er den Ausdruck in den Augen seines Adjutanten richtig deutete.
Hätte er doch mit Nicolas gehen sollen? Weitere 600.000 Personen, die nach Strana Mechty aufbrachen, um dem Krieg zu entkommen und es erneut zu versuchen. Er hatte mit dem Gedanken gespielt sich Nicoals anzuschließen, aber die Pläne, die der Sohn des Generals für die Zukunft hatte, gefielen ihm nicht. Eine neue Gesellschaft aufbauen, schön und gut, aber so, wie er es vorhatte? Nein. Scheinbar kam hier seine liberale Erziehung wieder durch, und der Glaube an das Gute im Menschen. Er hatte sich ihm nicht anschließen können und wollen. Natürlich hätte er niemanden aufgehalten, der sich Nicolas hätte anschließen wollen, aber wie es schien, waren seine Truppen loyal zu ihm. Er hatte gesagt, dass er bleiben würde, und auch sie waren geblieben, dies traf auch auf große Teile der Zivilbevölkerung zu. Langsam kam ihm aber die Erkenntnis, dass die Entscheidung zu bleiben keine seiner besten Ideen gewesen war. Nur war es nun zu spät. Wo sollten sie denn hin? Nach Strana Mechty, konnten sie nicht gehen. Es blieb nur die Weite des Raumes.
„Sam, wie sieht es aus?“ fragte er, den großen Mann, mit den traurigen grünen Augen. Die Stadt, die hinter ihm brannte, war ihrer beider Heimat gewesen, für mehr als zehn Jahre.
„Schlecht. Wir haben mindestens 20 % Verluste“, bei diesen Worten schlossen sich die Augen des Generals, „und knapp 50 % des Materials sind ausgefallen. 20 % der Mechs und anderen Fahrzeuge sind nicht reparabel. Was wir bergen können, wissen wir noch nicht.“
Verdammt. Das war ein wahrer Pyrrhussieg, noch einen solchen Sieg und wir haben in Wahrheit verloren.
„Sam, halten sie es für möglich, dass wir den Planeten evakuieren können?“
Bei dieser Frage weiteten sich die Augen seines Adjutanten.
„Sir?“
„Sie haben sich nicht verhört. Wenn das so weitergeht, dann werden wir verlieren. Wir müssen hier weg.“
„Wohin, Sir?“
„Keine Ahnung. Hatten wir ein Ziel, als wir mit dem General aufbrachen?“
„Nein, Sir.“
„Also, können wir evakuieren?“
„Nun, Sir. Wir haben noch einen großen Teil der Landungsschiffe eingemottet, mit denen wir auf dem Planeten angekommen sind. Auch gibt es noch an die dreißig Sprungschiffe, die eingemottet um die Sonne von Dagda ihre Bahnen ziehen, und etliche andere in anderen Systemen. Theoretisch sind wir in der Lage weiter zuziehen.“
„Gut. Kontaktieren sie Admiral de Rancourt. Er soll zwei Schiffe ausschicken, die nach einer neuen Heimat für uns suchen. Der Rest der Flotte soll, sobald er wieder einsatzbereit ist die Sprungschiffe hohlen.“
„Sir. Admiral de Rancourt ist tot, die Missouri ist schwer getroffen worden.“
Betroffen und entsetzt blickte MacCormwigh den Mann an. Wieder ein alter Freund, der dem Bürgerkrieg zum Opfer gefallen war. Sie mussten hier weg, und zwar schnell. Blieb noch eine Frage, wie stand es um die Flotte? Auch diese Frage beantwortete ihm der Major, der noch immer geduldig auf seinem Platz verharrte und auf weitere Befehle und Fragen wartete.
„Die Big Mo ist schwer beschädigt, aber die meisten Systeme können repariert werden. Beide Antriebe arbeiten. Wir haben einen Kreuzer, die SBS Lyon, verloren, auch die Norfolk hat das Gefecht nicht überlebt. Die restlichen Schiffe haben leichte bis mittlere Schäden davon getragen. In spätestens zwei Wochen sollten sie wieder einsatzbereit sein, soweit die Schäden ohne Werft reparabel sind.“
„Gut. Admiral Montraville soll das Kommando übernehmen. Richten sie ihm meine besten Wünsche aus, und er soll sich beeilen.“
Ohne ein weiteres Wort begab sich der General zu seinem Mech und kletterte die Leiter hinauf ins Cockpit. Er wollte alleine sein, und seltsamerweise schien das Cockpit dieser Kampfmaschine der einzige Ort zu sein, an dem er seine Ruhe haben würde, wenn auch nur für einen kurzen Augenblick.
-tbc-
[Anmerkung: Nachdem mir die Entwicklung der BT Zeitlinie nicht mehr so recht gefällt habe ich beschlossen mir selbst eine zu basteln :), dieser Text ist die Einleitung dazu. Bedenkt bitte, dass dies meine ersten Gehversuche beim Schreiben von BT-Texten sind, seid also bitte gnädig mit mir.]