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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Geisterstadt


Ronin
04.04.2004, 11:41
Erinnert ihr euch noch an den 26. April 86?

Seht euch mal die Bilder auf der Seite an

http://www.angelfire.com/extreme4/kiddofspeed/

(Ist teilweise ziemlich schlechtes englisch - aber man kanns verstehen)

Striker
04.04.2004, 12:02
Gruselig.
So schlimm hatte ich es garnicht mehr im Gedächtnis.
Ich weiß nur noch, wir hatten alle ein paar Tage Schulfrei und durften nicht aus dem Haus ;)

Nyx
04.04.2004, 12:32
Irgendwie kommt bei den Bildern ein ganz mieses Deja Vu-Gefühl auf... ziemlich surreal, aber sehr interessant...

Greetings,
Nyx

Ace Kaiser
04.04.2004, 15:28
Schulfrei? Wir durften lediglich die Grünflächen nicht betreten.
Na, das Meiste ist ja in die norwegische Tundra abgegangen.
Hoffentlich.

Die Bilder sind sehr gewaltig und hoch interessant.
Wenn ich mir die Geschichte der Feuerwehrleute, der Piloten und Soldaten durch den Kopf gehen lasse, die an der Radioaktivität starben, dann kann ich nicht ganz glauben, dass keiner was ahnte.
Dennoch weiter zu machen muß wahrer Heldenmut sein.

Ist übrigens ein sehr guter Grund, um endlich aus der Atomenergie auszusteigen.

Bleibt nur die Frage: Ist der Bison mittlerweile an der Beringstraße oder in Hafen von Wladivostock angekommen?

BlackMarauder
04.04.2004, 16:05
Meine Familile wollte nicht mehr das ich aus dem Haus gehe.....selbst als wir wieder zur Schule gehen durften, wollten meine Eltern nicht das ich raus gehe, außer zu Schule halt......inzwischen weiß ich aber nicht mehr wie lange das so ging.

Bei diesen Bildern frage ich mich aber was wohl passieren würde wenn bei uns so etwas passieren würde? Wo würden die Menschen hingehen? Wie würde es in den Städten dann aussehen? Wie würde sich alles um uns verändern?
Und was würde der Rest dem Menscheit tuen, würden sie sich entlich darauf besinnen das man sich ändern muß, das man Lernen muß verantwortungsvoller mit dem Wissen umzugehn das wir besitzen.

Striker
04.04.2004, 16:06
Original von Ace Kaiser
Schulfrei? Wir durften lediglich die Grünflächen nicht betreten.
Na, das Meiste ist ja in die norwegische Tundra abgegangen.
Hoffentlich.

NEP!
Wir haben da schon auch eine Wolke abbekommen.
So weit weg sind wir auch nicht. (Ost Bayern)
2 Jahre durfte kein Wild mehr gegessen werden und Pilze noch länger nicht. Nachweislich gab es auch dadurch bei uns Folge Krankheiten. Meist Imunschwäche. Allergien vermutet man dadurch, weil seit dem die Allergienrate sehr hoch ist.

Marlin
04.04.2004, 18:55
Ihr redet von Tchernobyl, richtig?

Ich war damals 6 Jahre alt, und habe davon nichts mitbekommen.
Bezweifle, daß wirklich viele davon was mitbekommen haben, in der "DDR".

:(

Es gab meines Wissens auch keine Warnungen.

(Umweltdaten waren wohl auch immer geheim)


*kurz angewidert ausspuck*

Ace Kaiser
04.04.2004, 19:31
Original von Striker
Original von Ace Kaiser
Schulfrei? Wir durften lediglich die Grünflächen nicht betreten.
Na, das Meiste ist ja in die norwegische Tundra abgegangen.
Hoffentlich.

NEP!
Wir haben da schon auch eine Wolke abbekommen.
So weit weg sind wir auch nicht. (Ost Bayern)
2 Jahre durfte kein Wild mehr gegessen werden und Pilze noch länger nicht. Nachweislich gab es auch dadurch bei uns Folge Krankheiten. Meist Imunschwäche. Allergien vermutet man dadurch, weil seit dem die Allergienrate sehr hoch ist.

Das auch was zu uns gekommen ist weiß ich.
Immerhin wurden auf den Wochenmärkten Frischgemüse mit dem Geigerzähler getestet, bevor es verkauft werden durfte.
*g*
Bei mir auf der Schule ist der Physiklehrer sogar mit dem Geigerzähler zur Grünfläche gegangen und hat täglich kontrolliert.

Ich führe meine eigene Immunschwäche und die zwei Jahre Winterübelkeit ja auf die Pubertät zurück.
*stirnrunzel*
War sowieso ne ärgerliche Zeit.

Noch einmal. Wenn ich noch mal einen einzigen schwarzen Politiker reden höre, wir dürften nicht von der Atomkraft abkommen, werde ich mal ärgerlich. :evil:

willhelm_tell
04.04.2004, 19:55
Irgendwie beklemmend und surreal zugleich.

Ein wahres Wunder des gelebten Sozialismus ..... :evil:

Noch einmal. Wenn ich noch mal einen einzigen schwarzen Politiker reden höre, wir dürften nicht von der Atomkraft abkommen, werde ich mal ärgerlich.

Offenbar ist dir hier an einer Diskussion über Atomkraft gelegen.
Ich nehme den Fehdehandschuh auf.
Dann wäre es mal interessant, was du als kurz- oder mittelfristige machbare Alternative siehst. Langfirstig ist es eh keine Diskussion, dafür geht uns das Uran zu schnell aus. Und auch mit schnellen Brütern ist die Nutzungsdauer auf ein paar Jahrhunderte begrenzt.

Lustig die rot-grüne- Alternative: Atommeiler einfach durch mehr Kohlekraftwerke ersetzen, schliesslich ersaufen mit den nachfolgendenen Klimaquerelen nur Friesen und andere fremde Nichtwähler. :rolleyes:

Boecky
04.04.2004, 20:08
@W_T
*Ein wahres Wunder des gelebten Sozialismus ..... *
das da oben hat nun wirklich nichts mit "sozialismus" zu tun. ausser das das teil tatsaechlich "hochgegegangen" ist gab es mehrere heftigere zwischenfaelle auch in der ach so tollen westlich-demokratischen welt, etwa harrisburg oder in japan und auch in deutschland. auch indien ist nicht davon verschont geblieben.
abgesehn davon glaube ich kaum, das es im interesse irgendeines der herren politiker ist, das grosse sterben zu verursachen (kostst waehlerstimmen :) ) und auch die russen werden das wohl kaum absichtlich so gemacht haben.
und dann wuerde mich interessieren, wie lange den "unser" uranvorrat noch ausreicht??? immerhin reden wir hier von einem material, was nicht gerade haeufig (abbautechnisch) auf unserer seite des erdballs vorkommt, in australien aber teilweise sogar im tagebau abgebaut wird...

Marlin
04.04.2004, 20:19
Korrekt boecky.

Nur die Handhabe betreffs Warnung der betroffenen ist vermutlich eine andere bei unseren großartigen "real existierenden soz. Freunden".

Es gibt übrigens Alternativen zu den Kohlekraftwerken. Nein nicht noch mehr Windkraft.. ;)

Biogas zum Beispiel.
Oder Solaranlagen.

(Kenne mich nicht so aus, aber das wäre schon sehr schön, wenn man auf seinem Haus sowas hätte.)

Boecky
04.04.2004, 20:27
jo, das sollte auch kein "hallelulja" fuer die kernkraft sein, soooo nicht.
die idee, aus (sorry fuer das wort, aber es trifft es am besten! ) "scheisse" nicht geld, sondern energie zu gewinnen halt ich schon fuer cool, windkraft geht mir ehrlich gesagt langsam auf den senkel (stehen hier rum wie bloede die teile, sehn "doof" aus und sind laut wie teufel), aber solar halte ich auch noch fuer ok (wer wohnt schon in der wueste :) ).

Edit: tastaturfehler korrigiert...

Striker
05.04.2004, 00:49
Na wir produzieren keine Atomkraft mehr, sondern kaufen sie aus dem Ausland. Das ist die Zukunft.
Was gibt es für Alternativen.
Biogas. Reicht kaum um eine Stadt zu versorgen.
Wasserkraft. Klar stauen wir jeden Fluß auf und machen einen Tümpel drauß der früher oder später umkippt. Die Geographische Lage für Wasserkraft wie in Österreich haben wir nicht.
Windkraft wurde ja schon erwähnt.
Solar: Die Dinger auf den Häuserdächern sind Solarkollektoren, die machen nur Warmwasser.
Die Produktion einer Solarzelle (Also für Strom), also Siliziumquarz schmelzen, verbraucht mehr Energie als die Solazelle jemals bringt. Und auch da, falsche geographische Lage um wirklich Energie zu gewinnen.
Was bleibt noch groß. Kohle, warum subventionieren wir den Scheiß eigentlich noch?
Und dann kann man die Luft nicht mehr Atmen.
Müll, OK da haben wir genug, aber viel Energie gibt der nicht ab und siehe Kohle mit Atmen.

Derzeit ist Atomkraft, das einzige was unseren enormen Verbrauch an Strom füttern kann. Egal ob aus Deutschland oder ob wir den im Ausland kaufen und einen auf scheinheilg tun.

Wer sagt Atomkraft ist scheiße, soll mal anfangen Strom zu sparen wo es nur geht. Sollten wir aussteigen und völlig darauf verzichten, wird ab 20:00 der Strom abgedreht.

ES GIBT KEINE ALTERNATIVE!!!

Und derzeit sind Atomkraftwerke ziemlich sicher, außer das man nicht weiß wohin mit dem Müll ;)

Temelin, bei uns zumindest ein großes Thema. Ist ja nah dran, weiß nicht wie es bei euch ist.
Immer wieder Panikmache, es wird abgeschaltet weil etwas kaputt ist.
Der Reaktor ist sicher. Was kaputt geht sind immer wieder die Lager der Schwungscheibe. Das Kraftwerk ist zu groß für die Mechanik.
Aber wenn in einem Atomkraftwerk die Spühlung vom Klo kaputt ist, tritt doch nach Meinung der "grünen" Bevölkerung schon Radioaktivität aus.

Ich bin nicht unbedingt für Atomkraft. Aber es gibt keine Alternativen. Nicht bei dem steigenden Energieverbrauch den wir alle an den Tag legen.

Man sollte die Sache auch mal Realistisch sehen, nicht immer durch die Rosarote Brille.

Hightower
05.04.2004, 02:03
Wir durften damals auch 4 Wochen lang nicht auf Grünflächen und lange Zeit keine Pilze usw. essen.
Wenn ich auf der B455 über die Saalburgkuppe fahre hab ich immer einen "romantischen Ausblick über Homburg,Frankfurt und die Kühltürme von Biblis.
Auch so ein kleines Problemfällchen deutscher Atomkraftpoltitik :rolleyes:
etliche zwischenfälle,mal sporadisches an und abschalten... :rolleyes:

Aber wie Striker schon sagt.
Ohne gehts nunmal nicht

willhelm_tell
05.04.2004, 11:10
@Boecky

Die Aussage gemäss der Begrenzung der vefügbaren Uranvorräte kommt aus einer meiner Vorlesungen, "Power Generationa and Energy Systems", allerdings war mein Professor notorisch schlecht in der Quellenangabe.
Mit der Aussage habe ich mal provokant auf die Äste hinausgelassen, da solche vorraussagen extrem grosse Unsicherheiten enthalten, zum einen die Projektionen über den zukünftigen Energieverbrauch, andererseits auch die Uranvorräte nicht alle abbaubar bzw verwertbar sind.

@Striker

Inwzischen ist der Turnaround bei den Solarzellen ist inzwischen geschafft, sprich eine durchschnittliche Zelle produziert in ihrem ganzen Leben mehr Energie, als zur Herstellung und Montage verbraucht wird.
Das andere Problem der Solarzellen ist die Herkunft des Siliziums. Bisher wird "Abfall" Silizium aus der Halbleiterindustrie verwendet. Das ist spotbillig und nimmt den Chipherstellern ein Entsorgungsproblem weg. Die Menge dieses Abfalls ist aber begrenzt, bei einem grossflächigem Einsatz von Solarzellen müsste extra Silizium abgebaut und verarbeitet werden, was den Preis nach oben treiben würde.


@all
Generll ist der einfachste Messer für die Machbarkeit einer Energieerzeugung immer noch der Marktpreis. Da sind zwar immer nich verfälschende Faktoren wie Abschreibungen, Sicherheitsrücklagen und Subventionen drin, man kann aber mal den Rahmen abschätzen:

Einige Erklärungen:

-Grundlast-Spitzenlast: Der Stromverbrauch schwankt über den Tag hinweg, sprich am Mittag und am Abend gibt es Belastungsspitzen.
-Skalierbarkeit: Grosskraftwerke sind in der Regel ökonomischer und effizienter, verlieren aber Energie bei der Verteilung. Kleine Lokalkraftwere ("Distributed Power") vermeiden die Verteilungsproblematik, sind aber meist ineffizienter

Klassisch:
AKW's: 5-8 Cents/kWh, benötigt kleine Mengen Brennstoff, Entsorgungsproblematik, kleine Schadenseintretenswahrscheinlichkeit, grosse potenzielle Schadenssumme, nur Grundlast deckbar, Kosten können infolge rechtlicher Rahmenbedingungen extrem schwanken.

Kohle, Öl: 4-8 Cents/kWh, billigste Energiequelle, Abgasproblematik, begrenzte Vorräte des [b]wichtigsten[\b] Rohstoffes, Leistung kann für Spitzenlast variert werden.

Erdgas: 3-5 Cents/kWh, im Moment effizienteste Energiequelle (mit Kombikraftwerken), grössere Vorräte als Kohle, Leistung kann für Spitzenlast variert werden.

Alternative Energiequellen:

Wind: 7-10 Cents/kWh, keine Abgase, billigste Alternative Energiequelle, Lärmbelastung (gel boecky) hohe Investitionskosten

Biogas: 9-11 Cents/kWh, hohe Kosten, Erzeugeung von ausreichend Biogas (hohe Anfangsinvestitionen erforderlich)

Solarenergie (Photovoltaik): 30-40 Cents/kWh, extrem teuer, beliebig skalierbar, nur niedrige Spannungen werden erzeugt (auftransformieren der Spannungen)

Also im Moment sind bis auf Wind keine alternativen Energiequellen wirklich im grossen Rahmen nutzbar, und bei den klassischen muss man halt zwischenm dem Risiko eines nuklearen Zwischenfalls leben und der langsamen Vergiftung durch Kohlekraftewerke

Striker
05.04.2004, 11:33
Also im Moment sind bis auf Wind keine alternativen Energiequellen wirklich im grossen Rahmen nutzbar, und bei den klassischen muss man halt zwischenm dem Risiko eines nuklearen Zwischenfalls leben und der langsamen Vergiftung durch Kohlekraftewerke

Na ihr Schweizer müsstet doch auch viel mit Wasser machen können oder?

willhelm_tell
05.04.2004, 13:49
Was an Wasserenergie wirtschaftlich nutzbar ist, wird zur Zeit auch genutzt.
Mit dem geltenden Gesetzen können vollständig amortisierte Kraftwerke marktgerecht produzieren. Noch junge Kraftwerke, welche zusätzlich noch Abschreibungen tätigen müssen, sind dann aber zu teuer.
Ausserdem gibt es praktisch keine Orte mehr, wo man neue Wasserkraftwerke errichten könnte, da die sich eignenden Gebiete unter Naturschutz stehen.

Im Moment produzieren in der Schweiz 5 AKW's etwa 40 % der verbrauchten Energie. Die fast 400 Wasserkraftwerke produzieren rund 55%, welche dann an genausoviele Orte sehr heftige Eingriffe in die Landschaft bedeuten.
Da ist das Potential sicherlich mal ausgeschöpft. Leistungssteigerungen lassen sich vor allem durch neue, effizientere Turbinen erreichen, aber Geld für so massive installationen ist rar.

Volltrottel
05.04.2004, 14:01
Die Fotostrecke ist hart... aber das schlimmste daran ist, es ist realität.

Original von willhelm_tell
Irgendwie beklemmend und surreal zugleich.

Ein wahres Wunder des gelebten Sozialismus ..... :evil:


Nun ja... Unfälle [und ein solcher war es] passieren überall. Nur haben Unfälle bei solch empfindlichen dingen wie Atomkraft wesentlich größere Auswirkungen.

Nun und zum gelebten Sozialismus:

Meine Persönliche Meinung: In den westlichen Demokratien hätte so ein Vorfall höchstwahrscheinlich aufgrund des freien Informationsflusses zum absoluten Chaos geführt.
Denn dort hätte jeder sofort gewusst, was los ist und dann find erst einmal Feuerwehrmänner, die sich freiwillig braten lassen bzw. ist eine effektive Eindämmung von eventuellen Unruhen in westlichen Demokratien wesentlich schwieriger als dies in der Sowjetunion der Fall war, in dem diese Dinge quasi zur Standartausbildung der Polizisten u. Soldaten gehörte.

willhelm_tell
05.04.2004, 14:17
Also ist es besser ein paar Zehntausend Leute in der Strahlung braten zu lassen als sie möglichst schnell zu evakuiren und eine Panik zu riskieren. :rolleyes:
Kinder die im Dunkeln leuchten brauchen auch keine Nachttischlampe mehr, da kann man gleich noch Geld sparen. :evil:

Schliesslich gibt es ja in unseren egoistischen westlichen Zivilistaionen niemand, der sich im vollen Wissen um die Gefahren selber opfert. In Russland auch nicht, schliesslich waren die Wodkasaufenden Russikis alle zu blöd, um nach dem ersten Chaos zu merken, dass der Reaktor nicht mehr ganz nach Plan arbeitet. :rolleyes:

Jetzt mal im enrst, nach den ersten Vertuschungsversuchen gab Gorbatschow ja höchstpersönlich die Katastrophe zu, die Feuerwehrmänner und Piloten haben aber auch dann noch weiter gemacht.
Vor diesen Leuten kann ich nur sagen: Hut ab, ruhet in Frieden

Striker
05.04.2004, 14:52
Das waren freiwillige Helfer. Ich weiß noch wie sie es im Fernseher gezeigt haben, wie ein Rettungstrupp in den Reaktor ist. Oben lief die Zeit mit 3 Minuten durften sie nur drinnbleiben. Genau einer kehrte nach 3 Minuten zurück, die andern bleiben weit über 10 Minutren teilwiese drinnen. Haben sich also bewußt vertsrahlen lassen, nur um weitere Opfer zu finden und um den Reaktor einzubetonieren.

Konstantin
08.04.2004, 01:05
Original von willhelm_tell

In Russland auch nicht, schliesslich waren die Wodkasaufenden Russikis alle zu blöd, um nach dem ersten Chaos zu merken, dass der Reaktor nicht mehr ganz nach Plan arbeitet. :rolleyes:



Anatoli Djatlow (damals Cherfingenieur) war so ziemlich der einzige, der das Fehlexperiment im Reaktor Block 4 nicht bemerkt hatte.

Leonid Toptunov (damals Reaktoroperator) hatte fälschlicherweise, durch einen Operationsfehler zu Beginn des Experiments, die Reaktorleistung des Kraftwerks stark reduziert, sodass den Operatoren befohlen wurde mehr als 28 Brennstäbe (minimal. Grenze) zu entfernen und die Kühlpumpen auszuschalten. Diese waren wiederum für die Verdampfung des Wasser im Reaktor zuständig. Das Wasser begann zu kochen und das leitende Personal bemerkte dies auch. Toptunov wollte das Experiment abbrechen (sowäre es möglich gewesen den Super-Gau zu verhindern).
Anatoli Djatlow sah darin aber keine Notwendigkeit und befahl leichtsinnig das Experiment fortzuführen.
"Etwas beweglicher, meine Herren! Noch ein, zwei Minuten und alles ist vorbei!"

Boecky
08.04.2004, 09:57
@Striker
*Das waren freiwillige Helfer.*
aha....komische interpretation von freiwillig.
zwei der bei uns lebenden "aussiedler" waren zu dem zeitpunkt bei der armee und wurden fuer das einbetonieren und aufraeumarbeiten abkommendiert. beide haben in dem gleichen haufen gedient, und die bilder dieser leute sagen etwas anderes als "freiwillig": sperrgebiete um den reaktor mit sehr viel material, was nicht wirklich zum bergen und beseitigen der abfaelle dient, wohl aber dazu, die arbeitenden leute an einer "arbeitsverweigerung" zu hindern.
von den dort eingesetzten soldaten sind 80% bereits ein jahr spaeter tot, aus der kompanie der beide leben heute noch 4 soldaten und 1 offizier. die truppe wurde zu "aufraeumarbeiten" abkommandiert und niemand wusste, wohin und wozu. als sie dann angekommen waren sind sie eher mit waffengewalt in die sperrzone reingetrieben worden als das das freiwillig geschehen war....auch die "3minuten" sache war relativ unwichtig, denn wer ohne schutzkledung einmal drinne war kann auch gleich da bleiben und die jungs hatten keine klamotten, um hier richtig auch nur 1 sekunde geschuetzt zu sein.

wie hast du selbst gesagt?? "nicht alles glauben, was in der glotze laeuft", und das duerfte auf OST_TV ja wohl ganz speziell zutreffen, oder?

Striker
08.04.2004, 10:51
@ boecky
Warum blieben einige und andere rannten raus?

Daß nicht alles so ist, wie im Fernsehen kommt, ist schon klar.
ABer es ist auch nicht alles so, wie Überlbende sagen :D
Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen, wobei man den Überlebenden schon mehr trauen kann. ;)
Und was heißt komische Interpretation. Ich hab mich nie genauer damit beschäftigt, also geh ich davon aus, was man mir in den Nachrichten erzählt hat. Für eine Laienaussage reicht es aus.

Und auf den Fernsehbildern hatten die alle Schutzkleidung an.

Und was meinst du mit OST TV??

Canis
08.04.2004, 11:00
Original von Striker
Und was meinst du mit OST TV??

Er meint wahrscheinlich die Berichterstattung der Medien in den ehemaligen Warschauer Pakt Staaten zum Thema Tschernoby.

Die haben sicherlich nicht alles gezeigt.l

Konstantin
08.04.2004, 11:26
Mich würde interessieren ob es Bilder von der Katastrophe gibt.
Vielleicht gibt es ja noch Filme, die die Strahlung überlebt haben.

http://www.reyl.de/tschernobyl/img/offener%20Vulkan/explode.jpg

Boecky
08.04.2004, 12:23
also OST-TV....
.. bezieht sich auf die berichterstattung (zensur, nachrichtensperre inclusive telephon), die ganz am beginn der katastrophe stattfand: bildmaterial und kommentar nur von der staatlichen behoerde, kein journalist durfte ran. logo, das da alle schutzanzuege tragen und "freiwillig" reinrennen, oder?
sicherlich hat striker in dem punkte recht, das die "wahrheit" irgendwo dazwischen liegt und die ersten helfer mit sicherheit nicht gezwungen wurden und einfach nur das schlimmste verhindern wollten oder retten, was noch zu retten war.
nach etwa 48std wurde einigen truppenverbaenden aus ungarn, rumaenien und bulgarien der befehl gegeben, sich in zuege zu setzen und nach T. zu kurven. freiwillig war folgendes an der aktion: die offiziere und befehlshaber dieser verbaende haben ihre truppen gemeldet, um anschliessend die karriereleiter hochzustolpern. die eingesetzten truppen verfuegten weder ueber schutzkleidung noch ueber irgendwelche infos, was eigentlich anlag und sind dann erst mal so "raus". gleichzeitig wurde das gelaende von den ueblichen sicherheitskraeften abgeriegelt und den soldaten blieb kaum was anderes uebrig als weiterzumachen.
des wird im TV natuerlich nit gezeigt, ist ja bei uns auch nicht grossartig anders, oder??? siehe dazu auch das US-TV im bezug auf irgendwelche kriege...
die beiden "zitierten" arbeitskollegen haben auch familie dabei verloren, sowie, des bleibt nicht aus, auch freunde unter den soldaten. der eine hatte "glueck", waehrend der ganzen aktion in der funkbude zu sitzen, der andere hat die kueche betreut, beide einrichtungen befanden sich innerhalb der absperrung, allerdings wohl offensichtlich ausserhalb der lebensgefaehrlichen zone. wie gesagt, 5 ueberlebende der kompanie, ausser dem befoerderten offizier keiner mehr in der armee.

und striker, nachdem, was du im "nachrichtenticker" rauswirfst wirst du mir moeglicherweise auch recht geben, wenn ich mal so mir nichts dir nichts behaupte, das z.b. fernsehnachrichten auf den ueblichen deutschen kanaelen zum selben thema nicht zwangsweise das gleiche sind (aussage und inhalt), oder im einem sender garnicht erst gebracht werden.
interessant ist z.b. der vergleich der europaeischen gesendeten nachrichten untereinander (vom lokalen mal abgesehn) wie etwa TV5, BBC, (CNN), ARD, und und...je nach dem, welcher sprache man sonst noch so maechtig ist. wer haelt was fuer wichtig bzw welcher politischen richtung gehoert der zustaendige redakteur an und das ist bei einigen nachrichten doch deutlich herausfilterbar.....

Striker
08.04.2004, 19:11
Original von Boecky

und striker, nachdem, was du im "nachrichtenticker" rauswirfst wirst du mir moeglicherweise auch recht geben, wenn ich mal so mir nichts dir nichts behaupte, das z.b. fernsehnachrichten auf den ueblichen deutschen kanaelen zum selben thema nicht zwangsweise das gleiche sind (aussage und inhalt), oder im einem sender garnicht erst gebracht werden.
interessant ist z.b. der vergleich der europaeischen gesendeten nachrichten untereinander (vom lokalen mal abgesehn) wie etwa TV5, BBC, (CNN), ARD, und und...je nach dem, welcher sprache man sonst noch so maechtig ist. wer haelt was fuer wichtig bzw welcher politischen richtung gehoert der zustaendige redakteur an und das ist bei einigen nachrichten doch deutlich herausfilterbar.....

Soviel Auswahl gab es damals noch nicht. ARD, ZDF und die Dritten.
Die Privaten hatten damals wirklich grottenschlechte Nachrichten und Nachrichtensender gab es noch nicht.