Rote Baron
31.03.2004, 00:21
Diese Kurzgeschicket hab ich 98/99 in Dublin für die dortige Vereins-Zeitung der FantasyRollplaying Society der Uni geschrieben. Sie diente dort quasi als Opener für ein MW-Abenteuer, was ich dann auf dem nächsten Con geleitet hab.
Willst Du ein richtiger Mechkrieger sein?
„Das kann doch nicht sein! Das ist unmöglich!“ Fluchte Peter McGarry unter seinen Neurohelm. Jeder weiß doch, daß der Battlemech der wahre Herrscher der Schlachtfelder ist. Nichts kann ihn besiegen, außer vielleicht einem anderen Mech. Und trotzdem konnte der Feind zwei seiner Lanzen-Kameraden ausschalten.
Ja – klar, jeder einzelne der älteren Mechpiloten haßte Stadtkämpfe. Aber es sind doch nur Schlammhüpfer. Wie können sie auch nur im Entferntesten daran denken, sich mit Battlemechs anzulegen?
Ärgerlich sah er sich um. Sein Phoenix-Hawk stand an der Kreuzung zweier größerer Straßen. Eine dieser Straßen führte zum Stadtzentrum. Links dieser Straße war ein kleiner Park mit ein paar Bäumen, einem Spielplatz und einem kleinen Teich. Sonst waren ringsherum nur 30 bis 40 Meter hohe Gebäude, die meisten von ihnen in dem typischen Beton-Grau.
Einige wenige hatten kunstvolle Fassaden mit Spiegelglas oder sonst so dummes Zeug. Diverse Fenster waren bereits zerbrochen, und in fast allen Häusern waren schon Einschußlöcher zu sehen. In unregelmäßigen Abständen stiegen von brennenden Autos schwarze Rauchschwaden zwischen den Betonklippen zum grauen Himmel. Ein paar der Autos sahen wie von riesigen Füßen zertretene Käfer aus. Nirgendwo war auch nur ein Mensch zu sehen (wenn man den schmierigen Blutfleck in dem großen Fußabdruck am Rande des Parks nicht mitzählt). Es war fast ein Wunder, daß diese kleine grüne Insel von den hier stattgefundenen Kämpfe nahezu unversehrt geblieben ist.
Peter fühlte sich durch die ihn umgebenden hohen Gebäude etwas kleinlaut. Er konnte in keiner Richtung sehr weit sehen, da sich die Straßen durch diesen Irrgarten aus Stahl und Beton schlängelten. In den Vororten mit den ganzen Einfamilienhäusern hatte ihm das nicht viel ausgemacht, da er dort über die Gebäude drüber sehen konnte, was ihn erwartete. Aber hier in diesen engen Straßenschluchten...
Und im Stadtzentrum mit den rieseigen Hochhäusern würde es noch schlimmer sein. Aber er mußte weiter machen.
Sein Radio einschaltend sagte er: „Bärenhöhle, hier Grizzly. Gebiet Alpha-Zwo-Charlie ist frei. Checke nun Alpha-Drei-Delta. Over.“
„Grizzly, Bärenhöhle. Verstanden. Rechne mit Feindkontakt auf dem Weg dorthin. Over and Out.“
Vorsichtig bewegte er seinen P-Hawk die Straße in Richtung Stadtmitte runter, alle Waffen feuerbereit.
Nach ca. 500 Metern machte die Straße einen leichten Linksknick. Es sah ganz danach aus, als ob hier etwas schwerere Kämpfe stattgefunden hätten. In der Mitte der Straße, zwischen brennenden und zerschmetterten Autos rauchte eine schwer beschädigte Wespe. Sie hatten den letzen seiner Lanzen-Kameraden erwischt.
„Also bin ich jetzt alleine. Aber ich werde sie finden und dann Gnade ihnen Gott. Ich werde sie dafür Bezahlen lassen, daß die denken, sie könnte gegen echte Soldaten gewinnen. Ich werde sie wieder in den Schlamm stampfen, aus dem sie gekrochen sind!“
Er checkte seine Umgebung mit den elektronischen Augen des Mechs. Das MAD brachte nicht viel – zu viel Stahl in den umliegenden Gebäuden. Außerdem konnte man damit eh keine Infanterie aufspüren. Aber auch mit dem IR war nichts zu sehen. Keine Feinde da. Vorsichtig bewegte er sich vorwärts, jede noch so kleine Seitenstraße überprüfend. Nein, ihn würden sie nicht überraschen können. Er kannte alle ihre Tricks.
Plötzlich fühlte er einen Ruck durch seinen Mech gehen. „Was war das?“
Ein einzelner Infanterist hatte sich von hinten an ihn herangeschlichen und seinen KSR-Werfer auf ihn abgefeuert. „Wie kann er das wagen?!“ Peter riß seinen P-Hawk herum und feuerte mit den MGs. Aber der Soldat, wahrscheinlich erstaunt über seinen eigenen Mut, hatte bereits den Werfer fallengelassen und rannte in die kleine Gasse neben ihm.
„OK – der punkt geht an euch. Aber jetzt bin ich dran“ dachte Peter und folgte ihm. „Bärenhöhle, Grizzly. Habe Kontakt, greife an.“
Mit donnernden MGs sprang er in die Gasse. Nichts – nur ein altes Auto. Rücksichtslos sprengte er es im Vorübergehen mit einem seiner Medium-Laser. Nach nur 40 Metern bog sich die Gasse nach rechts. Langsam näherte es sich der Kurve, legte den linken Arm um die Ecke und feuerte das MG – Stille. Er sprang um die Ecke, Waffen bereit. – nichts, nur etwas Müll die Gasse runter.
„Wo zum Teufel ist er?“ Vorsichtig ging er weiter. Plötzlich sprang ein Mann aus einer Tür, welche er gerade passiert hatte. Ein Packet tragend rannte er auf die Beine des P-Hawks zu. Verzweifelt versuchte Peter, seine Sprungdüsen auslösend, ihn mit einer MG-Salve zu treffen. Anti-Mech Infanterie! Genau hier in diesen engen Nebenstraßen, wo sie jede Menge Deckung haben, wollten sie ihn haben.
Er fühlte die Hitze des Springs in das Cockpit steigen. Bis jetzt noch kein Problem, aber das könnte sich schnell ändern.
„Wo sind sie?“ dachte er, während er landete. In der Sekunde, als seine Füße den Boden berührten, explodierte der Asphalt unter ihm – Mienen. Er fluchte, als er versuchte, das Gleichgewicht zu behalten. Sein Blick auf den Schadensmonitor zeigte keine kritischen Schäden, allerdings würde sein linkes Bein keinen weiteren Treffer wie diesen aushalten.
Seine Umgebung betrachtend sah er, daß die umliegenden Häuser zu hoch zum Überspringen waren. Noch vorsichtiger bewegte er sich langsam vorwärts. Noch eine Ecke. Aus allen Rohren feuernd sprintete er um die Ecke -
Nichts, überall nur Häuser – eine Sackgasse!
Durch all das Schießen und Springen kletterte die Nadel der Wärmeskala in den gelben Bereich, und die Hitze im Cockpit wurde langsam unerträglich. Aus allen Poren schwitzend drehte er seinen P-Hawk um und rannte die Straße zurück. In vollem Laufen sprang er über das verminte Straßenstück und beharkte die Tür, in der sich der Schlammhüpfer versteckt hatte, mit seinen MGs.
Ohne auf das Ergebnis zu achten sprintete er weiter. Fast das Gleichgewicht verlierend schrammte er um die nächste Ecke und prallte von der gegenüberliegenden Hauswand ab. Fast war er wieder auf der Hauptstraße – nur noch eine Kurve. Voller Freude, endlich wieder in Sicherheit zu sein, rannte er um die Biegung – und blieb wie angewurzelt stehen...
Direkt vor ihm in der Straßenöffnung stand ein Panzer, alle Waffen auf ihn gerichtet.
Seine Füße drückten gerade die Pedale der Sprungdüsensteuerung durch das Bodenblech, als der SRM-Carrier seine 60 Raketen auf die Reise schickte. Das Letzte, was er sah, war, wie der Boden auf ihn zu raste – dann war nur noch Dunkelheit...
Laut quietschend öffnete sich langsam die Abdeckung der Simulator-Kapsel. Direkt davor stand dort Sergeant Müller, dreckig grinsend.
„Gar nicht so schlecht. Aber definitiv noch nicht gut genug! Einsatznachbesprechung ist in 5 Minuten.
BEWEGUNG, CADET!“
Willst Du ein richtiger Mechkrieger sein?
„Das kann doch nicht sein! Das ist unmöglich!“ Fluchte Peter McGarry unter seinen Neurohelm. Jeder weiß doch, daß der Battlemech der wahre Herrscher der Schlachtfelder ist. Nichts kann ihn besiegen, außer vielleicht einem anderen Mech. Und trotzdem konnte der Feind zwei seiner Lanzen-Kameraden ausschalten.
Ja – klar, jeder einzelne der älteren Mechpiloten haßte Stadtkämpfe. Aber es sind doch nur Schlammhüpfer. Wie können sie auch nur im Entferntesten daran denken, sich mit Battlemechs anzulegen?
Ärgerlich sah er sich um. Sein Phoenix-Hawk stand an der Kreuzung zweier größerer Straßen. Eine dieser Straßen führte zum Stadtzentrum. Links dieser Straße war ein kleiner Park mit ein paar Bäumen, einem Spielplatz und einem kleinen Teich. Sonst waren ringsherum nur 30 bis 40 Meter hohe Gebäude, die meisten von ihnen in dem typischen Beton-Grau.
Einige wenige hatten kunstvolle Fassaden mit Spiegelglas oder sonst so dummes Zeug. Diverse Fenster waren bereits zerbrochen, und in fast allen Häusern waren schon Einschußlöcher zu sehen. In unregelmäßigen Abständen stiegen von brennenden Autos schwarze Rauchschwaden zwischen den Betonklippen zum grauen Himmel. Ein paar der Autos sahen wie von riesigen Füßen zertretene Käfer aus. Nirgendwo war auch nur ein Mensch zu sehen (wenn man den schmierigen Blutfleck in dem großen Fußabdruck am Rande des Parks nicht mitzählt). Es war fast ein Wunder, daß diese kleine grüne Insel von den hier stattgefundenen Kämpfe nahezu unversehrt geblieben ist.
Peter fühlte sich durch die ihn umgebenden hohen Gebäude etwas kleinlaut. Er konnte in keiner Richtung sehr weit sehen, da sich die Straßen durch diesen Irrgarten aus Stahl und Beton schlängelten. In den Vororten mit den ganzen Einfamilienhäusern hatte ihm das nicht viel ausgemacht, da er dort über die Gebäude drüber sehen konnte, was ihn erwartete. Aber hier in diesen engen Straßenschluchten...
Und im Stadtzentrum mit den rieseigen Hochhäusern würde es noch schlimmer sein. Aber er mußte weiter machen.
Sein Radio einschaltend sagte er: „Bärenhöhle, hier Grizzly. Gebiet Alpha-Zwo-Charlie ist frei. Checke nun Alpha-Drei-Delta. Over.“
„Grizzly, Bärenhöhle. Verstanden. Rechne mit Feindkontakt auf dem Weg dorthin. Over and Out.“
Vorsichtig bewegte er seinen P-Hawk die Straße in Richtung Stadtmitte runter, alle Waffen feuerbereit.
Nach ca. 500 Metern machte die Straße einen leichten Linksknick. Es sah ganz danach aus, als ob hier etwas schwerere Kämpfe stattgefunden hätten. In der Mitte der Straße, zwischen brennenden und zerschmetterten Autos rauchte eine schwer beschädigte Wespe. Sie hatten den letzen seiner Lanzen-Kameraden erwischt.
„Also bin ich jetzt alleine. Aber ich werde sie finden und dann Gnade ihnen Gott. Ich werde sie dafür Bezahlen lassen, daß die denken, sie könnte gegen echte Soldaten gewinnen. Ich werde sie wieder in den Schlamm stampfen, aus dem sie gekrochen sind!“
Er checkte seine Umgebung mit den elektronischen Augen des Mechs. Das MAD brachte nicht viel – zu viel Stahl in den umliegenden Gebäuden. Außerdem konnte man damit eh keine Infanterie aufspüren. Aber auch mit dem IR war nichts zu sehen. Keine Feinde da. Vorsichtig bewegte er sich vorwärts, jede noch so kleine Seitenstraße überprüfend. Nein, ihn würden sie nicht überraschen können. Er kannte alle ihre Tricks.
Plötzlich fühlte er einen Ruck durch seinen Mech gehen. „Was war das?“
Ein einzelner Infanterist hatte sich von hinten an ihn herangeschlichen und seinen KSR-Werfer auf ihn abgefeuert. „Wie kann er das wagen?!“ Peter riß seinen P-Hawk herum und feuerte mit den MGs. Aber der Soldat, wahrscheinlich erstaunt über seinen eigenen Mut, hatte bereits den Werfer fallengelassen und rannte in die kleine Gasse neben ihm.
„OK – der punkt geht an euch. Aber jetzt bin ich dran“ dachte Peter und folgte ihm. „Bärenhöhle, Grizzly. Habe Kontakt, greife an.“
Mit donnernden MGs sprang er in die Gasse. Nichts – nur ein altes Auto. Rücksichtslos sprengte er es im Vorübergehen mit einem seiner Medium-Laser. Nach nur 40 Metern bog sich die Gasse nach rechts. Langsam näherte es sich der Kurve, legte den linken Arm um die Ecke und feuerte das MG – Stille. Er sprang um die Ecke, Waffen bereit. – nichts, nur etwas Müll die Gasse runter.
„Wo zum Teufel ist er?“ Vorsichtig ging er weiter. Plötzlich sprang ein Mann aus einer Tür, welche er gerade passiert hatte. Ein Packet tragend rannte er auf die Beine des P-Hawks zu. Verzweifelt versuchte Peter, seine Sprungdüsen auslösend, ihn mit einer MG-Salve zu treffen. Anti-Mech Infanterie! Genau hier in diesen engen Nebenstraßen, wo sie jede Menge Deckung haben, wollten sie ihn haben.
Er fühlte die Hitze des Springs in das Cockpit steigen. Bis jetzt noch kein Problem, aber das könnte sich schnell ändern.
„Wo sind sie?“ dachte er, während er landete. In der Sekunde, als seine Füße den Boden berührten, explodierte der Asphalt unter ihm – Mienen. Er fluchte, als er versuchte, das Gleichgewicht zu behalten. Sein Blick auf den Schadensmonitor zeigte keine kritischen Schäden, allerdings würde sein linkes Bein keinen weiteren Treffer wie diesen aushalten.
Seine Umgebung betrachtend sah er, daß die umliegenden Häuser zu hoch zum Überspringen waren. Noch vorsichtiger bewegte er sich langsam vorwärts. Noch eine Ecke. Aus allen Rohren feuernd sprintete er um die Ecke -
Nichts, überall nur Häuser – eine Sackgasse!
Durch all das Schießen und Springen kletterte die Nadel der Wärmeskala in den gelben Bereich, und die Hitze im Cockpit wurde langsam unerträglich. Aus allen Poren schwitzend drehte er seinen P-Hawk um und rannte die Straße zurück. In vollem Laufen sprang er über das verminte Straßenstück und beharkte die Tür, in der sich der Schlammhüpfer versteckt hatte, mit seinen MGs.
Ohne auf das Ergebnis zu achten sprintete er weiter. Fast das Gleichgewicht verlierend schrammte er um die nächste Ecke und prallte von der gegenüberliegenden Hauswand ab. Fast war er wieder auf der Hauptstraße – nur noch eine Kurve. Voller Freude, endlich wieder in Sicherheit zu sein, rannte er um die Biegung – und blieb wie angewurzelt stehen...
Direkt vor ihm in der Straßenöffnung stand ein Panzer, alle Waffen auf ihn gerichtet.
Seine Füße drückten gerade die Pedale der Sprungdüsensteuerung durch das Bodenblech, als der SRM-Carrier seine 60 Raketen auf die Reise schickte. Das Letzte, was er sah, war, wie der Boden auf ihn zu raste – dann war nur noch Dunkelheit...
Laut quietschend öffnete sich langsam die Abdeckung der Simulator-Kapsel. Direkt davor stand dort Sergeant Müller, dreckig grinsend.
„Gar nicht so schlecht. Aber definitiv noch nicht gut genug! Einsatznachbesprechung ist in 5 Minuten.
BEWEGUNG, CADET!“